Samstag, 3. Oktober 2015

[Rezension] Cathrin Moeller - Wolfgang muss weg!



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 304
ISBN: 978-3-956-49193-1
Erscheinungstermin: 10. Juni 2015
Format: Taschenbuch
Verlag: mtb

Klappentext gem. mtb:
Da liegt er nun, ganz friedlich - in der Tiefkühltruhe zwischen Erbsen und Möhrchen: Wolfgang, Annemies Gatte. Einst erfolgreicher Polizist, bekennender Macho, einfallsloser Liebhaber. Jetzt mausetot. Dass es nur ein Unfall war, dafür hat Annemie keine Zeugen. Zum Glück weiß sie als gute Hausfrau, wie man Blutflecken entfernt. Doch als sich plötzlich die anstrengende Schwiegermutter bei ihr einquartiert und Wolfgangs bester Freund beginnt herumzuschnüffeln, begreift Annemie, dass ihr Mann seinen Frieden nicht dauerhaft in der Tiefkühltruhe finden wird. Mit ihrer Schwiegermutter und ihrer besten Freundin Dörte begibt Annemie sich auf eine irrwitzige Odyssee. Vorbei an neugierigen Zöllnern, verzweifelten Ex-Geliebten und einem viel zu attraktiven Carabinieri - immer mit der Leiche im Gepäck.


Rezension:
Wolfgang und Annemie Pfeffer sind eines jener Paare, wie es sie überall gibt. Der Lack der 18-jährigen Ehe ist schon abgenutzt, der Alltag hat schon lange Einzug gehalten in ihr Leben. Der 50-jährige Wolfgang ist da Familienoberhaupt und auch derjenige, der für den Lebensunterhalt sorgt. Er selbst ist langjähriger Polizist, während Annemie nach ihrer Heirat ihrem Mann zuliebe das Hausfrauendasein wählte. Es ist jetzt nicht so, dass Annemie ihren Mann nicht lieben würde, doch die Nachricht, dass er für eine Woche auf ein Seminar fährt, stimmt sie sehr euphorisch - endlich eine Woche für sich, kein exzessives Putzen, kein Kochen wie bei Mutti, nein, nur Zeit für sich allein. Zwar arbeitet sie unter der Woche noch drei Stunden in einem Museum, doch nach ihrem Studium der Kunstgeschichte hatte sie sich doch mehr von ihrem Leben versprochen - aber was macht man nicht alles, seinem Mann zuliebe.

Dann jedoch kommt Wolfgang an diesem Tag früher nach Hause und überrascht Annemie beim Putzen. Kurzum, sie erschreckt sich und aus Wolfgangs Pistole, warum hatte er diese nur in der Hand und warum war eine Kartoffel darauf befestigt?, löst sich ein Schuss und Wolfgang ist plötzlich mausetot. Zudem ist das Unglück auch noch im Keller passiert - wie gut, dass dort gleich die große Kühltruhe steht, in die Wolfgang kurzerhand zwischengelagert wird. Tja, was tun? Sicherlich war es ein Unfall, aber kann sie das zur Not beweisen? Erschwerend kommt hinzu, dass Wolfgang tiefkühlt, das sieht doch sehr nach Vorsatz aus? Werden seine Kollegen ihr überhaupt glauben? Noch ehe Annemie einen klaren Gedanken fassen kann, meldet sich ausgerechnet Sigrun an - ihre Schwiegermutter.

Um sich etwas Luft zu verschaffen, meldet Annemie Wolfgang kurzfristig krank, doch zu ihrem Erstaunen muss sie feststellen, dass Wolfgang gar nicht zu einem Seminar wollte, sondern wohl Urlaub beantragt hatte! Was genau lief da im Leben ihres Mannes? Fakt ist: Annemie steckt in Schwierigkeiten - ihr Mann liegt tot in der Tiefkühltruhe und sie ist nicht unschuldig an der Situation, doch braucht sie die Pensionsansprüche, um über die Runden zu kommen, ihre Schwiegermutter Sigrun ist mittlerweile eingetroffen und ihr besteht die berechtigte Gefahr, dass sie die Leiche ihres Sohnes findet, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Zum Glück ereilt Annemie Hilfe in Form von Dörte, ihrer besten Freundin, die sich kurzerhand der ungeliebten Schwiegermutter annimmt und diese unter Drogen setzt - zumindest ist diese dann ruhig, doch die Beseitigung der Leiche steht nach wie vor auf der To-Do-Liste, aber bitte so, dass die Pensionsansprüche weiterhin gewährleistet bleiben. Erst im Laufe der Leichenentsorgung stellt sich heraus, was für ein Mann Wolfgang wirklich war und dass es tatsächlich Menschen gab, denen sein Tod gut gepasst hätte ...


Wohin nur mit der verflixten Leiche? Der Plot wurde abwechslungsreich und mit überraschenden Wendungen erarbeitet. Im Besonderen hat mir gefallen, dass zwar bereits am Anfang des Buches feststeht, dass besagter Wolfgang etwas im Schilde führte, doch sich das wahre Ausmaß seines Selbst erst nach und nach offenbarte, sodass es hier nicht langweilig wurde. Meines Erachtens wurde das Ende aber etwas übereilt herbeigeführt, hier hätte ich mir etwas mehr Fülle gewünscht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich mein Herz eindeutig an Schwiegermutter Sigrun verloren habe, denn entgegen der ersten Annahme, ist sie nicht unbedingt der alte, ständig nörgelnde Drachen, sondern durchaus eine Frau mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Auch Dörte, Freundin der Protagonistin Annemie, fand ich sehr interessant erarbeitet, denn auch bei ihr verhält es sich so, dass sich hier eine überaus faszinierende und überraschende Persönlichkeit offenbar. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Abschließend kann ich sagen, dass mich an dem Buch die überraschenden Wendungen sowie die interessanten Figuren geradezu berauscht haben und mir schöne Lesestunden bereitet hat.
Bewertung


Die Autorin:
In der Grundschule ließ Cathrin Moeller noch andere für sich schreiben: Ihre Mutter verfasste die verhassten Deutsch-Aufsätze. Erst später, in ihrem Beruf als Theaterpädagogin, entdeckte sie den Spaß am Schreiben. Seitdem schleicht sie sich täglich morgens um fünf Uhr ins Wohnzimmer und kuschelt sich mit dem Hund Giovanni aufs Sofa, wo sie ihre Geschichten erfindet. Die Autorin hat ihren Mann, einen echten Hauptkommissar, zwar noch nicht ermordet, würde es aber tun, wenn er seine Socken nicht selbst fände. (übernommen von mira-taschenbuch)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gern beim Verlag


bedanken, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

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