Donnerstag, 8. Oktober 2015

[Rezension] Max Zadow - Elvis hat das Gebäude verlassen


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 304
ISBN: 978-3-548-28698-3
Erscheinungstermin:
21. September 2015 
Format: Taschenbuch
Verlag: Ullstein


Klappentext gem. Ullstein:
Ohne böse Vorahnung begleitet Max Zadow seine Freundin Laura aufs Land, angeblich nur um einen Wurf süßer Katzenbabys zu bewundern. Denn was tut man selbst als Katzenhasser nicht alles für die große Liebe. Erst als Kater Elvis auf der Rückfahrt mit im Auto sitzt, schwant Max Übles. Tatsächlich macht ihn Elvis in den folgenden Nächten mit seinem Gesang wahnsinnig. Dafür hasst Elvis den Staubsauger, was Max regelmäßig ausnutzt, um sich an der kleinen Heulboje zu rächen. Bis der fiese Nachbar Dr. Hiller den Kater ins Visier nimmt - und Max merkt, wie sehr Elvis mittlerweile sein Herz erobert hat ...


Rezension:
Sommer 2012: Maximilian Zadow, von Beruf Versicherungsmensch, ist zusammen mit seiner Freundin Laura Berger auf dem Weg in ein kleines Dorf, denn über acht Ecken hat Laura erfahren, dass dort kleine Putzelmänner, auch bekannt als Kitten, sind und sie will sie sich nur mal "ansehen". Vor Ort steht Max das Grauen ins Gesicht geschrieben - der Bauernhof, auf dem es die Kitten geben soll, entpuppt sich als Geflügelfarm und die Frau des Besitzers ist das, was man wohl katzenverrückt nennen könnte. Nicht nur die Kitten sind bei ihr, sondern auch die Elterntiere - und alles, wirklich alles ist in dem Haus kätzisch dekoriert. Ein Traum für jeden Katzenfan, ein Alptraum für Max. Der arme, der so gar nicht weiß, wie er sich in einem kätzischen Haushalt verhalten soll, ist irgendwie nicht bei der Sache und als er gefragt wird, wie man eines der Kitten nennen könnte, fällt ihm, auf Grund der kätzischen Frisur des kleinen prompt "Elvis" ein. Das damit die Weichen gestellt sind, ist ihm erst klar, als besagter Elvis zusammen mit ihm und Laura den Rückweg nach Köln antritt.

Nur damit das klar ist - Elvis ist der Kater von Laura, Max will mit diesem eigentlich so gar nichts zu tun haben, was sich jedoch prompt ändert, als Laura umgehend alles für den kleinen Liebling besorgt, angefangen von Katzenstreu, über Futter bis hin zum Kratzbaum und Max die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, alles in die Wohnung zu schleppen und diplomatisch zu klären, wo was postiert wird. Dennoch, Max ist wenig angetan vom neuen Mitbewohner - und bekommt prompt Unterstützung von Christopher Schulz, einem Nachbarn, der das ganze jedoch eher belustigt betrachtet, immerhin muss er sich nicht mit einer Katze herumärgern. Um den ganzen noch die Krone aufzusetzen, fällt ihm Schulz in den Rücken und baut den vermaledeiten Kratzbaum auf, dessen Aufbauanleitung Max "zufällig" verloren hat.

Nun ist das Leben mit einem Kitten, das wissen Katzenbesitzer, alles, aber nicht langweilig. Wenn man auch noch, wie Max, ein Hobby hat, das mit dem Zusammenbauen und Ausstellen von Star-Trek-Raumschiffmodellen zu tun hat, weiß der erfahrene Katzenhalter, dass das in den wenigsten Fällen funktioniert. So auch in diesem Fall, denn der kleine Schlingel Elvis hat auch ein reges Interesse an diesen Modellen, doch anders als Max, spielt er mit diesen und sie gehen zu Bruch, was die Stimmung von Max dem kleinen Mitbewohner gegenüber natürlich alles andere als begünstigt. Geplant ist, dass der kleine Kerl auf absehbare Zeit Freigang bekommt, sodass Max die ehrenvolle Aufgabe hat, nach einer Zeichnung Lauras, eine Katzentreppe für den Gemeinschaftsgarten zu bauen. Tatsächlich ist besagte Treppe bald fertig und ruft prompt den Nachbarn Dr. Ferdinand Hiller auf den Plan, einen berenteten Sprachwissenschaftler, der sich, Sorgen um die Vogelpopulation im Garten macht, denn immerhin ist eine Katze ein Raubtier und eine Gefährdung für die Vogelwelt. Ein skurriler Nachbarschaftskrieg steht an, doch vor dem Freigang steht noch ein anderes Thema auf dem Plan: Elvis muss kastriert werden - und bei dem Gedanken, dass dem armen kleinen Elvis die Eier entfernt werden, fühlt sich Max auf einmal dem Kater doch sehr verbunden ...


Wenn ein Kitten das Leben eines Anti-Katzenmenschen auf den Kopf stellt! Der Plot wurde abwechslungsreich und realistisch erarbeitet. In der Tat ist es faszinierend zu beobachten, wie Anti-Katzenmensch Max versucht, erst Klein-Elvis zu ignorieren und dann nach und nach eine Verbrüderung stattfindet, die spätestens dann ersichtlich ist, als bei Klein-Elvis die Kastration ansteht - ein No-Go in den Augen von Max. Als dann auch noch der Nachbar gegen den kleinen Kater wettert, ist Max Kampfgeist geweckt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet und ganz ehrlich, wie kann man eigentlich nicht dahinschmelzen, wenn man ein Kitten sieht? Gut, manche Menschen, wie Max, brauchen halt etwas länger, aber irgendwann wird auch aus ihm ein Katzenpersonal, wie es im Buche steht, das bereit ist, sich zum Wohle der Katze mit dem Nachbarn anzulegen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich sagen kann, dass mir das Buch wirklich schöne Lesestunden bereitet hat und eine tolle Lektüre beinhaltet, nicht nur für Katzenfans.

Bewertung

Der Autor:
Max Zadow, geboren 1986, hat Geographie studiert und lebt in der Nähe von Köln. Seit Sommer 2012 ist er eher unfreiwilliger Katzenbesitzer. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten zwischen Kater und Autor ist der allabendliche Spaziergang Pflichtprogramm für die beiden Herren. (übernommen von Ullstein)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei




Max Zadow


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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