Dienstag, 17. November 2015

[Rezension] Eva Völler - Leg dich nicht mit Mutti an



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2013 (7. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404166485
ISBN-13: 978-3404166480
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3 x 18,5 cm

Inhalt gem. Bastei Lübbe:
„Ich liebe dieses Haus mehr als mein Leben!“, sagte ich verzweifelt. „Ich würde eher sterben, als es aufzugeben!“
Der Bankdirektor betrachtete mich mitleidig. „Glauben Sie mir, manche alten Häuser stößt man besser ab, statt sich dafür Schulden aufzuhalsen.“
„Was heißt alt?! Es ist genauso alt wie ich!“
Er blätterte den Kreditantrag durch und legte den Finger auf die Stelle mit meinem Geburtsdatum. „Äh, ja. Nun, ich fürchte, dann ist es schlimmer als ich dachte.“
Annabells Nerven liegen blank. Nicht, dass die anstehende Haussanierung und der Alltag als alleinerziehende Mutter dreier ebenso liebenswerter wie nervtötender Kinder schon aufreibend genug wären … Nein, jetzt taucht plötzlich ihre chaotische Hippie-Mutter auf, um zu „helfen“. Und dann droht auch noch zusätzliche familiäre Unterstützung – von Annabells äußerst resoluter Schwiegermutter …

Zum Buch:
Das fehlte Annabell auch noch. Es reicht nicht, dass sie Witwe ist und für drei Kinder allein sorgen muss. Als sie einen Kredit bei der Bank aufnehmen will, wird dieser abgelehnt. Sie hätte keine Sicherheiten. Was nun?
Sie will die Bank gerade verlassen, da platzt sie in einen Banküberfall hinein, vereitelt ihn, wird jedoch angeschossen.
Um das Maß voll zu machen, steht ihre Mutter vor dem Krankenbett und erklärt ihr, sie sei zur Hilfe herbei geeilt. Natürlich darf in dem Durcheinander die Schwiegermutter nicht fehlen, die auch noch mit von der Partie ist.

Der Kredit, den sie für ihr marodes Haus beantragen wollte, wird ihr nun doch noch genehmigt, welch eine Freude für Annabell. Schnell beauftragt sie Handwerker und schon kann sie sich an einem Leben auf einer Baustelle erfreuen.
Als das Dach abgeckt ist, verschwindet der Dachdecker mit dem Geld ihrer bereits gezahlten Pfannen und seinen Leuten nach Nirgendwo.
Nun ist guter Rat teuer, notdürftig wird das Dach abgedeckt, aber ohne Pfannen, kann auch der nächste Dachdecker nicht viel ausrichten. Für neue ist kein Geld mehr da.
Annabell muss sich etwas einfallen lassen, denn wie lange wird der Regen auf sich warten lassen? ...

Ein wunderbar humorvoller Roman, in dem eine Witwe ihren Mann steht.
Die Familie an sich ist schon etwas chaotisch, die Tochter Sophie macht gerade mit ihren 17 Jahren ihren Führerschein, braucht aber zum Fahren immer eine Begleitperson.
Ihrem Sohn Benedikt gelingt es nicht, bei einer Freundin zu bleiben. Ständig bringt er neue Freundinnen ins Haus und Annabell hat längst den Überblick verloren.
Ihr Jüngster, Timo, ein Nachkömmling, der noch in die Kita geht, leidet unter mysteriösen Brechanfällen, sie sehr sporadisch auftreten und für die es scheinbar keine Diagnose gibt.

Tja, und dann gibt es auch noch plötzlich 2 Männer in ihrem Leben, die sich für sie interessieren. Der Bankdirektor und der Polizeibeamte Tobias, der wegen des Banküberfalls ermittelt.

Über allem schwebt kriminelle Energie, denn der Bankräuber, der sie angeschossen hat, würde sein Vorhaben gern vollenden und sie aus dem Verkehr ziehen, hat er doch die Vermutung, dass sie sich an mehr erinnert, als es momentan den Anschein hat.
Auch der getürmte Dachdecker taucht nicht mehr auf, ebensowenig wie das Geld für die Dachpfannen.

Annabell beobachtet akribisch den Himmel, immer hoffend, dass es nicht eher regnen möge, als bis das Dach gedeckt ist.

Dieses Buch birgt viel Potenzial und die Autorin Eva Völler hat alles ausgereizt.
Chaotisch, liebenswert und eine Frau, die man einfach mögen muss, ist ihre Protagonistin Annabell.
Ihre Familie und vor allem Mutter und Schwiegermutter komplettieren den Roman. Herrlich, wie die beiden alten Damen versuchen, aufeinander aufzupassen und zu helfen. 
Man kann nicht anders, man muss bei dem Buch lachen oder wenigstens das ein oder andere Mal schmunzeln. Zu verrückt sind die Einfälle, die der Autorin gekommen sind und die sie im Buch verewigt hat.

Die Protagonisten sind Menschen wie du und ich, behaftet mit ihren sympathischen Macken und Mucken. Wer hat die nicht und so findet man sich doch das ein oder andere Mal selbst wieder.

Es ist ein Buch, das man nach schwerer Literatur mal so eben nebenbei lesen kann. Der Unterhaltungsfaktor ist gegeben. Man kann ihn auf sich einwirken lassen, ohne Probleme wälzen zu müssen.
Ein Roman, der unterhaltet und ich glaube, genau das soll er auch tun.
Ich habe mich sehr gut mit ihm unterhalten und empfehle ihn gern weiter,


Bewertung:


Zur Autorin:
(Text übernommen von Bastei Lübbe)
Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." 
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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