Montag, 23. November 2015

[Rezension] Isabel Allende - Zorro


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 442
ISBN: 978-3518416709
Erscheinungstermin: 20. Juni 2005
Format:
Hardcover
Verlag: Suhrkamp


Klappentext: gem. Amazon
Geboren im Kalifornien des späten achtzehnten Jahrhunderts, ist Diego de la Vega ein Kind zweier Welten: Sohn eines spanischen Edelmanns und einer indianischen Kriegerin. Der Vater, Herr über eine große Hacienda, lehrt ihn schon früh das Fechten und will in ihm den Erben sehen, die Mutter vermittelt ihm die Traditionen ihres Volkes und den Drang nach Freiheit. Stolz und Wagemut lernt Diego von beiden, und so empört er sich früh über die Greueltaten der spanischen Kolonialherren gegen die Indianer und spürt den inneren Konflikt seiner Abstammung. Mit sechzehn verläßt Diego die Heimat, um in Barcelona »europäischen Schliff« zu erhalten. Spanien krümmt sich unter der Herrschaft Napoleons, und schon bald tritt Diego als »Zorro« einem Geheimbund bei, der sich verschworen hat, Gerechtigkeit zu suchen. Doch ist es nicht allein die Gerechtigkeit, die Diego zu tollkühnen Taten treibt, sondern auch seine unbändige Liebe zu Juliana ... Bald aber sieht er sich gezwungen, vor politischer Verfolgung und tödlichen Intrigen zu fliehen. Zu Fuß geht es durch Spanien, mit Juliana, deren Schwester und ihrer Gouvernante. Mehr und mehr schlüpft Diego in die Rolle des »Zorro«. Und als solcher kehrt er nach Kalifornien zurück, um mit seinem Degen Gerechtigkeit für all jene einzufordern, deren Kampfesmut schon gebrochen scheint. Ein großer Held ist geboren, die Legende beginnt.


Rezension:
Diego de la Vega, das Kind eines Gutsbesitzers in Kalifornien und einer Halbindianerin. Einst war seine Mutter eine Kriegerin, doch sein Vater verliebte sich auf den ersten Blick in sie und konnte ihr Leben retten. Zusammen gaben sie ein ungleiches Paar ab, doch ihren gemeinsamen Sohn liebten sie abgöttisch, sollte er doch, nach einer sehr schweren Geburt, das einzige Kind des Paares bleiben. Diego wächst sehr behütet auf und wird von seinem Vater darauf vorbereitet, einst als Edelmann die elterliche Hacienda zu verwalten. Seine Mutter führt ihn in die indianischen Bräuche ihres alten Lebens ein - kurz gesagt, Diego wächst in zwei Welten auf und ist damit sehr glücklich.

Um seinen Sohn auf das wahre Leben eines Edelmanns vorzubereiten, schickt sein Vater ihn als 15-jährigen nach Spanien, damit er dort alle Fertigkeiten erlernt, die er für sein künftiges Leben benötigt. Diego ist aufgeregt, ist es doch der Beginn eines neuen Lebensabschnittes und er wird von seinem Milchbruder begleitet, sodass er nie allein ist. 

Diego hat in Spanien eine sehr gute Zeit, lernt die richtigen Leute kennen, kommt wunderbar an der Universität klar und doch ist er noch nicht das, was er einst werden soll: Zorro. Erst durch die Bekanntschaft eines Geheimbundes und der Liebe zu einer Frau kristallisiert sich nach und nach heraus, was hinter dem jungen Mann steckt ...


Zorros Jugend! Der Plot wurde sehr detailliert und realistisch dargestellt. An dieser Stelle muss ich allerdings gestehen, dass mir die Geschichte nur insoweit gefallen hat, wie es um die Geschichte von Diegos Eltern ging, denn diese fand ich ausgesprochen faszinierend, wie zwei Welten, die kaum unterschiedlicher sein konnten, aufeinanderprallen und miteinander agieren. Sobald die Reihe dann an Diego und gerade seine Zeit in Spanien an der Reihe war, empfand ich diesen Part nur noch als langweilig. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei mir die Figur von Zorros Mutter am besten gefallen hat, die Frau hat einen bleibenden Eindruck, mit ihrer Stärke und Willenskraft, auf mich hinterlassen. Diego empfand ich als eher schwach und recht uninteressant - kaum zu glauben, dass aus ihm einst Zorro werden sollte. Der Schreibstil war recht angenehm zu lesen, konnte jedoch nicht die Mankos im Plot wegmachen.

Bewertung

Die Autorin:
Isabel Allende wird am 2. August 1942 in der peruanischen Hauptstadt Lima als Kind chilenischer Diplomaten geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie zunächst bei Ihren Großeltern in Chile. Das große, verwinkelte Haus, in dem sie aufwächst, wird später als Vorbild für ihren Jahrhundertroman Das Geisterhaus dienen. Bereits als Jugendliche bereist sie die Welt; sie wächst mehrsprachig auf und geht in La Paz, Beirut und Santiago de Chile zur Schule. Mit achtzehn kommt sie durch Zufall an ihren ersten Job als Journalistin. Kurz darauf moderiert sie bereits eine chilenische Fernsehsendung.
1962 heiratet sie den Bauingenieur Michael Frías, Trauzeuge ist ihr Onkel, der spätere Präsident Salvador Allende. Im Jahr darauf wird ihre Tochter Paula geboren, 1966 kommt ihr Sohn Nicolás zur Welt.
Als Journalistin setzt sich Allende leidenschaftlich für die Gleichstellung der Frau ein. Zusammen mit anderen Frauenrechtlerinnen gründet sie 1967 Paula, die erste feministische Zeitschrift in Chile. Außerdem schreibt sie Drehbücher für eine Comedy-Sendung, moderiert ihre eigene Talkshow, schreibt Theaterstücke und Musicals – in Chile kennt sie mittlerweile jeder.
Sie ist tief erschüttert, als Salvador Allende am 11. September 1973 von Augusto Pinochet gestürzt wird und kurz darauf stirbt. Dennoch bleibt sie zunächst in Chile und hilft politisch Verfolgten unterzutauchen, bis die Repressionen gegen Andersdenkende sie schließlich ins Exil zwingen. 1975 geht sie mit ihrer Familie nach Caracas, Venezuela. Hier muss sie beruflich wieder von vorne anfangen. Sie arbeitet für wenig Geld als einfache Journalistin.
1981 erfährt sie, dass ihr Großvater im Sterben liegt. Sie kann ihn in Chile nicht besuchen und beschließt, ihm einen langen Brief zu schreiben. An ihrem Küchentisch schreibt sie oft bis tief in die Nacht die Erinnerungen ihrer Familie auf, die untrennbar mit der Geschichte ihres Heimatlandes verwoben sind. Schließlich wird daraus das fünfhundert Seiten lange Manuskript ihres ersten Romans.
Ein Jahr später erscheint Das Geisterhaus und wird zu einem Weltbestseller. Nach dem märchenhaften Erfolg des Romans, der 1993 vom dänischen Regisseur Bille August verfilmt wurde, geht sie ausschließlich ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: schreiben, verschiedene Leben erzählen, Geschichten erfinden, versuchen, die Welt ein wenig besser zu verstehen, sowie sich selbst und anderen Kraft zu schenken durch die Schicksale ihrer Figuren. Inzwischen ist das Schreiben mehr als nur eine Leidenschaft für die Autorin: »Es erlaubt mir, das Leben zu ordnen, Ereignisse zu verstehen und untereinander in Verbindung zu bringen, Erinnerungen zu bewahren. Es ist ein Weg, der direkt zur Seele führt.«
Sogar als sie der schlimmste Schicksalsschlag ihres Lebens trifft, der Tod ihrer eigenen Tochter, schreibt sie weiter: Es entsteht Paula (1995), ein äußerst persönliches Bekenntnis, das ihr dabei hilft, ihre tiefe Trauer zu überwinden.
Romane wie Fortunas Tochter (1999), Porträt in Sepia (2001) oder Inés meines Herzens (2007) sind weitere Stationen ihrer literarischen Erfolgsgeschichte. Im Laufe der Jahre erweitert sie ihr schriftstellerisches Repertoire um viele Facetten. Sie schreibt unter anderem Aphrodite (1999), ein Kochbuch voller sinnlicher Anekdoten, Legenden und aphrodisierender Rezepte, Die Abenteuer von Aguila und Jaguar (2009), eine Trilogie von Abenteuergeschichten für Kinder und Jugendliche, sowie den Erzählungsband Ein diskretes Wunder (2010). Mit dem Historienroman Die Insel unter dem Meer(2011) und Mayas Tagebuch (2012) – bewegend, spannend und mit warmherzigem Humor geschrieben – setzt Isabel Allende ihre unaufhörliche Erfolgsgeschichte fort. 2014 erscheint Amandas Suche, ein Roman über das kostbare Band zwischen Müttern und Töchtern und die lebensrettende Kraft der Familie.
Heute lebt Isabel Allende mit ihrer Familie in Kalifornien. Sie ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und haben sich millionenfach verkauft. Immer wieder fasziniert die chilenische Bestsellerautorin ihre Leserinnen und Leser und führt sie an die atemberaubendsten Plätze der Erde, weckt die Neugier für andere, fremde Welten und spricht Themen an, die ihr und vielen anderen am Herzen liegen. Unermüdlich widmet sie ihr Leben ihrer größten Leidenschaft: dem Erzählen. (von Suhrkamp übernommen)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir geliehen.





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