Mittwoch, 4. November 2015

[Rezension] Stephan Leenen - Blutroter Wahn (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 392
ISBN: 978-3-943650-73-0
Erscheinungstermin: 11. August 2015
Format: Taschenbuch
Verlag: Pax et Bonum

Klappentext gem. Pax et Bonum:
Die rote Sonne flutete das Wasser. Ihr Licht färbte einen breiten Streifen rot, blutrot. Das Wasser war so warm, dass es dampfte. Dickflüssig klebte es an ihm und zog ihn hinab. So hatte sich Hauptkommissar Ralf Ziether seine Rückkehr ins Berliner Morddezernat auch nicht vorgestellt. Seine neue Kollegin, KHK Britt Bredehorst, übt Zurückhaltung, weil sie lieber selbst Leiterin der Mord 1 geworden wäre. Und schon ihr erster Fall konfrontiert ihn mit einer nicht bekannten Brutalität. Dazu ist die Leiche auch noch die Tochter des Berliner Kultursenators; die politische Brisanz legt ihnen unerwartet Steine in den Weg. Gemeinsam mit dem Leiter der Kriminaltechnik, Piet Wieczorek, irren die Kommissare auf der Suche nach der Wahrheit durch ein Labyrinth aus Drogen, Prostitution und brutalen Morden. Doch mit jedem neuen Puzzleteilchen scheint die Lösung in immer weitere Ferne zu rücken. Und mit jedem Schritt wächst die Gefahr, in den Strudel der Ereignisse hineingezogen zu werden. Mit »Blutroter Wahn«, dem ersten »Spreenebel«-Fall, ist Stephan Leenen ein Krimi gelungen, der die Brutalität des Verbrechens nicht als Mittel zum Zweck einsetzt, sondern zur steten und gleichzeitig subtilen Spannungssteigerung. So zieht die Handlung den Leser durch die packende Beschreibung in seinen Bann und lässt ihn die Arbeit der Polizei auf Augenhöhe des Ermittlerteams erleben.


Rezension:
Vor acht Jahren verließ Kriminalhauptkommissar Ralf Ziether die Mordkommission und ging zur Abteilung für Wirtschaftskriminalität, weil ihn die Verbrechen und die Opfer nicht mehr losgelassen haben. Nun ist der 45-jährige zurück bei der Mordkommission Mord 1, jedoch nicht als "normaler" Beamter, sondern als Leiter der Abteilung. Doch so hatte er sich seine Rückkehr definitiv nicht vorgestellt. Noch bevor er offiziell seinen neuen Posten antreten kann, wird er zu einem Tatort gerufen.

In der Wohnung des Journalisten Jan Wehrmann wird die Leiche seiner brutal ermordeten Lebensgefährtin, der 26-jährigen Hildegard Terner, aufgefunden - von Wehrmann selbst fehlt zu diesem Zeitpunkt jede Spur. Der Fall besitzt eine gewisse Brisanz, denn Hilde Terner ist niemand geringeres als die Tochter von Magnus Terner, dem Berliner Kultursenator und Bauunternehmer. Zwar hatte sich dieser, auf Grund der Drogenabhängigkeit seiner Tochter, bereits vor einiger Zeit von ihr losgesagt, dennoch war sie sein einziges Kind. Kurz darauf wird Jan Wehrmann komatös aufgefunden - was war nach der Ermordung seiner Freundin geschehen? Schnell scheint klar, dass Wehrmann seine Freundin ermordet hat, doch ein klares Motiv fehlt noch. Der Fall scheint schon fast gelöst - doch Ziether glaubt nicht so recht an die Schuld Wehrmanns.

Auf der Beerdigung von Hildegard machen Ziether und seine Kollegin, die 42-jährige Kriminalhauptkommissarin Britt Bredehorst, auch "Mord-Bibi" genannt, eine interessante Entdeckung, denn Paul Czerny und Adrian Nicolescu sind vor Ort, um den Senator ihr Beileid auszusprechen. Ziether ahnt, dass da mehr hinter steckt, wird doch schon länger gegen Czerny ermittelt. Ihm gehören einige Spielhallen und Amüsierbetriebe in der Hauptstadt und auch im Menschen- sowie Drogenhandel soll er mitmischen. Was hat ein Senator mit so einem Menschen zu schaffen? Nur kurze Zeit später wird die Leiche des Dealers Robert "Robby" Steinholz aufgefunden - er wurde auf bestialische Art und Weise ermordet und Ziether weiß: es gibt einen Zusammenhang zu der toten Hildegard. Doch noch ehe es sich die ermittelnden Beamten versehen, haben sie es mit einer weiteren Leiche zu tun ...


1. Band der Spreenebel-Reihe! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Gefallen hat mir, dass auf den ersten Blick nicht zu erahnen ist, inwieweit sich der Tod des ersten Opfers auf eine ganze Reihe von weiteren Morden erstreckt und dass alles mit der Vergangenheit des Senators zusammenhängt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die Figur der Britt Bredehorst, die bereit ist, zu Gunsten der Ermittlungen ihren Stolz und ihren Ärger hinten anzustellen, um dem Täter auf die Spur zu kommen und ehrlich, die Frau ist echt tough, mit ihr würde ich mich nicht anlegen wollen. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend erarbeitet, gewürzt mit einigen blutig-brutalen Szenen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Bewertung


Der Autor:
Stephan Leenen, Jahrgang 1958, ist Germanist und promovierter Historiker. Sein beruflicher Lebensweg ist wohl so vielschichtig wie sein Roman: Leiter eines Windmühlenmuseums, freiberuflicher Dozent oder Geschäftsführer einer Stadtmarketinggesellschaft. Sein geisteswissenschaftliches Studium schloss er mit einer Magisterarbeit über das Liedgut der SA ab und promovierte in Bremen über die Untergrundarbeit der KPD in der Weimarer Schutzpolizei. Die dafür erforderlichen Quellenstudien führten ihn just in der Wendezeit nach Berlin, wo er täglich zwischen einer Kreuzberger WG, die ihn aufgenommen hatte, und Berlin-Ost pendelte, da sämtliche Akten zur Geschichte der KPD im Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED am Rosa-Luxemburg-Platz zusammengetragen waren. Damals muss seine Liebe zu Berlin geweckt worden sein, zu einer Stadt, die sich in ihren Umbrüchen wohl immer wieder neu erfindet. Heute stellt er sich den vielfältigen Herausforderungen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten im Sektor der »freiwilligen Leistungen« in einer Kleinstadt in Norddeutschland. Das Schreiben begleitet ihn seit zehn Jahren, ein Prozess, der aus seinem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Mit »Blutroter Wahn« hebt er erstmals eins seiner Bücher aus dem Kreis privater und halböffentlicher Lesungen heraus. »Blutroter Wahn« ist der erste Band, der in der neuen Krimireihe »Spreenebel – Krimis entlang des Blauen Bandes« im Pax et Bonum Verlag erscheint. Da ihn seine beruflichen Aufgaben immer wieder mal nach Berlin führen, nutzt er zwangsläufig jede Gelegenheit zu Recherchen vor Ort. Mit U- und S-Bahn durch Berlin zu rattern, den Leuten aufs Maul zu schauen und nach ungewöhnlichen Ecken für seine Romanszenen zu suchen, ist ihm dabei ein besonderes Vergnügen. Stephan Leenen ist glücklich verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Bremen. (übernommen von Pax et Bonum)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gern beim Verlag

http://www.pax-et-bonum.net/

bedanken, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

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