Samstag, 5. Dezember 2015

[Kinderbuch-Rezension] Dorothea Flechsig - Ritter Kahlbutz, Besuch aus der Vergangenheit



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Glückschuh-Verlag (3. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943030407
ISBN-13: 978-3943030402
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 13 x 2 x 20 cm

Inhalt gem. Glückschuh:
Im Roman wird spannend und humorvoll erzählt, dass es gut tut, anderen Menschen zu helfen, dass niemand nur nach Äußerlichkeiten beurteilt werden möchte, und jeder eine zweite Chance verdient. Er vermittelt ritterliche Tugenden, altertümliche Sprache und die Fortschreibung einer wahren Geschichte. Zwei Welten prallen darin aufeinander, und doch scheint es Dinge zu geben, die zeitlos verhandelt werden können. Bei Fragen nach Recht und Unrecht, Miteinander und Achtung sind die Kinder und der uralte Ritter Kahlbutz mit dem Herzen dabei und suchen nach Lösungen.
In einer Sage heißt es, dass Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz aus Kampehl vor über 300 Jahren schwere Schuld auf sich lud. Er gestand seine Schuld nie ein und schwor einen Meineid vor Gericht. Seitdem ist er verflucht und kann nicht verwesen.
Die Mumie des Ritters wird bis heute im kleinen Ort Kampehl zur Schau gestellt und lockt viele Touristen. Der Ritter Kahlbutz gilt als „Deutschlands wichtigste Mumie“.
Das Buch erzählt die Historie und die aktuelle Situation als spannende und humorvolle Geschichte. Ritter Kahlbutz kennt keine Autos, keine Windräder, Handys, Computer und keinen Strom. Dafür glaubt er an Magie und liest aus den Sternen. Er erzählt Wundersames, ist erfahrener als die Kinder und doch kein Vorbild. Denn er hat schwere Schuld auf sich geladen und er will sterben. Die Kinder hingegen wollen leben und ihre Situation im kleinen Ort verbessern.
Alle Figuren der Handlung verändern sich durch das Erwachen des Ritters und wachsen über sich hinaus: Ritter Kahlbutz, indem er seine Schuld eingesteht und Gutes tut. Der dicke Junge Nils, der lernt, sich selbst zu lieben, so wie er ist. Und auch der selbstbewusste und gemeine Sven, der merkt, dass es viel mehr Freude bringt, wenn man sich mit allen versteht. Dem Mädchen Marie kommt eine ganz besondere Rolle zu. Denn sie ist eine Nachfahrin der Magd Maria Leppin, deren Bräutigam Ritter Kahlbutz damals erschlagen hatte. Ob sie Ritter Kahlbutz seine Untat jemals verzeihen kann?

Zum Buch:
Nils ist ein etwas pummeliger Schüler, der von anderen Jungen, wie Sven und Toni, gemobbt wird. Die beiden lassen nichts aus, wenn sie ihn nur ärgern können.
Sie wissen, dass Nils wegen seines Übergewichtes regelmäßig zum Schwimmen gehen muss und haben sich vorgenommen, ihn eines Abends zu erschrecken.
Dieses Mal haben sie sich etwas richtig fieses ausgedacht, sie klauen die Mumie des Ritter Kahlbutz, der in der kleinen Kapelle von Kampehl seine letzte Ruhestätte gefunden hat und dort als Touristenmagnet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Es ist bereits dunkel, als sie ihn aus seinem Grab heben und auf einer Brücke an einen Pfahl binden. Gerade zieht ein Unwetter auf und die Lampe, an der die Mumie befestigt wurde, wird von einem Blitz getroffen, was zur Folge hat, dass in den Körper der Mumie wieder Leben kommt. Statt Nils zu erschrecken, erschrecken nunmehr Sven und Toni und nehmen vor der plötzlich sprechenden Mumie Reißaus.
Nils hingegen, der kurze Zeit später dort eintrifft, ist unerschrockener, als er auf den fast nackten Ritter trifft. Obwohl er es nicht wirklich glauben kann, weiß Nils, wen er vor sich hat, Ritter Kahlbutz, der sehr gestelzt spricht und Nils kurzerhand zu seinem Knappen macht.
Der Ritter weiß, dass er seinerzeit, Unrecht begangen hat und will dieses wieder gutmachen, denn er möchte endlich Ruhe und Frieden finden, aber wird ihm das gelingen nach über 300 Jahren? ...  

Kampehl ist ein kleiner Ort im Brandenburgischen, in dem die Mumie vom berühmt berüchtigten Ritter Kahlbutz seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Der Geschichte nach soll er einen Meineid geleistet haben, dem die Worte folgten, dass er nicht verwesen möge, wenn er die Unwahrheit gesagt hatte.
Tja, genau das ist auch passiert, er verweste nicht.

Nun plötzlich wird er dank Sven und Toni in die Gegenwart katapultiert, die er erstaunt und fragend erkundet. Unfassbar für ihn, was er alles sieht und wie sich sein Zuhause seit seinem Tode verändert hat. Aber er hat auch ein Ziel, er will begangenes Unrecht gut machen und das mit Hilfe von Nils, Sven und Toni auch in die Tat umsetzen.
Während ganz Kampehl auf der Suche nach der verschwundenen Mumie ist, treibt der Ritter Kahlbutz derweil sein "Unwesen" im Ort. Obwohl er allen sagt, dass er der Ritter wäre, wird er doch eher als Schauspieler angesehen, der altertümlich sprechen kann und auch sonst recht überzeugend als Ritter wirkt. Er hat sich körperlich verändert, so dass er nicht mehr ganz so ausgemergelt aussieht, wie man ihn kennt. Zudem läuft er in einer "ausgeborgten" Rüstung durch den Ort und redet unzusammenhängendes Zeug.

Mit Hilfe von Nils, Sven und Toni versucht der Ritter sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, was nicht ganz einfach ist, zumal Sven und Toni mit Nils nicht wirklich gemeinsame Sachen machen wollen. Ihre gegenseitige Antipathie steht ihnen dabei im Weg.
Es wird ein schwieriges Unterfangen, aber der Ritter gibt nicht auf, er will helfen und Abbitte tun.

Ein wunderbares Buch der Autorin Dorothea Flechsig, der es wieder einmal gelungen ist, mich für eins ihrer Bücher zu interessieren.
Ich selbst war schon 2x beim Ritter Kahlbutz und war von daher mit der Legende um ihn vertraut. Umso neugieriger war ich natürlich, wie die Autorin diesen wieder zum Leben erwecken wollte.
Sie hat ihr Vorhaben mit Bravour gemeistert.  

Das Buch spricht viele Themen an, die auch die Altersklasse von 8 bis 10 Jahren, für die das Buch konzipiert wurde, verstehen kann.
Erkennen von Unrecht, Wiedergutmachung, Freundschaft und Respekt voreinander wie auch Toleranz sind einige davon. Zudem wird ein wenig Geschichte aufgearbeitet, denn der Ritter Kahlbutz ist eine wahre Legende und liegt noch heute in Kampehl und kann besichtigt werden. So lässt die Autorin ein wenig die Vergangenheit wiederaufleben und sei es mit der Sprache, die Ritter Kahlbutz aus seiner Zeit mitgebracht hat, die heute so nicht mehr gesprochen wird.

Ich war gespannt, wie die Geschichte ausgehen wird und habe den Ritter Kahlbutz wie auch seine "Knappen" sehr gern begleitet.
Die Charaktere sind glaubhaft dargestellt, so dass man sich sehr gut in sie hineinversetzen kann.

Das Buch wurde reichhaltig mit schwarz/weiß Zeichnungen versehen, die die Geschichte noch ein wenig abrunden und anschaulich machen.
Ein Lesebändchen macht diese Hardcover-Buchausgabe zu einem edlen Teil.

Ein wunderbares Buch für Kinder im Alter von 8 - 10 Jahren, die Abenteuer mögen und gern lesen oder sich vorlesen lassen. Ich spreche eine klare Kaufempfehlung aus.


Bewertung:


Zur Autorin:
Dorothea Flechsig wurde 1968 in Coburg geboren. 
Von ihrer Mutter, die Buchhändlerin war, geprägt, schrieb sie als Kind schon phantasievolle Geschichten. Ihr Vater, Lehrer, veröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten.
Sie arbeitete als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Magazine, nun schreibt sie für Kinder. 








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 An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt


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