Montag, 31. August 2015

[Rezension] Virginia Macgregor - Der Junge, der mit dem Herzen sah




Leseprobe


Eckdaten:
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Manhattan (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547490
ISBN-13: 978-3442547494
Originaltitel: What Milo Saw
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 3,4 x 20,4 cm

Inhalt gem. Manhattan:
Der neunjährige Milo leidet unter Retinitis pigmentosa: Sein Sehvermögen lässt immer stärker nach, und irgendwann wird er vollständig erblinden. Aber noch sieht er die Welt – wenn auch nur wie durch ein Nadelöhr. Doch so bemerkt er Kleinigkeiten, die anderen entgehen. Als seine 92-jährige Großmutter dement wird und in ein Altersheim umziehen muss, fallen Milo dort seltsame Vorgänge auf. Die Erwachsenen interessieren sich für Milos Erkenntnisse nicht, und so bleiben ihm nur der Koch Tripi und sein Ferkel Hamlet, um ihm bei seiner Mission zu helfen. Milo ist nämlich entschlossen, seine Großmutter wieder nach Hause zu holen, die Machenschaften der Heimleiterin offenzulegen und – vielleicht – seine Eltern zu versöhnen.

Zum Buch:
Milo ist 9 Jahre und sieht die Welt anders als andere. Er hat eine Augenkrankheit, die ihn eines Tages erblinden lassen wird. Momentan kann er aber noch sehen, er sieht, als würde er durch eine Röhre sehen. Alles außerhalb dieses Ausschnittes sieht er nur durch neues fokussieren.
Die Diagnose wurde erst vor einem Jahr gestellt, in dem zeitgleich noch vieles andere geschah. Er bekam zu Weihnachten ein Minischwein geschenkt und sein Vater zog aus und gründete mit seiner Schlampe eine neue Familie.
Milo lebt nun allein mit seiner Mutter und Urgroßmutter, die inzwischen 92 Jahre alt ist und langsam dement wird.
Nachdem diese die Küche in Brand gesetzt hatte, war es mit der Gutmütigkeit seiner Mutter vorbei und sie sorgte dafür, das Lou, die Großmutter in ein Heim kommen sollte. Sie entschied sich für das "Vergissmeinnicht"-Heim, das mit seiner Heimleiterin, der Schwester Thornhill, einen sehr guten und kompetenten Eindruck auf sie machte.
Nur Milo hatte bei allem ein sehr ungutes Gefühl, ihm wäre es lieber gewesen, wenn seine Großmutter weiterhin bei ihnen im Haus leben könnte.
Er besucht seine Großmutter täglich und stellt sehr bald fest, dass dort beileibe nicht alles so ist, wie es erscheint, aber wird man ihm glauben? ...

Milo, der durch seine Augenkrankheit gezwungen ist, seine anderen Sinne zu schärfen, merkt schnell, dass das Heim, in dem seine Oma nun feststeckt, nicht das ist, was es nach aussen darstellen möchte. Schwester Thornhill hält die Heimbewohner recht kurz, egal ob es da ums Essen geht oder um das Heizen der Zimmer. Um keine Arbeit mit ihnen zu haben, bekommen sie Tabletten, mit denen sie mehr oder weniger den Tag verschlafen. Ganz zu schweigen, dass sie sich die Geldbörsen der Bewohner angeeignet hat.
Er versucht das, was er gesehen oder gehört hat, seiner Mutter zu erzählen oder später auch der Polizei, aber er ist ein Junge von 9 Jahren und ihm wird nicht geglaubt.
Milo findet einen Zuhörer in den neuen Mieter Al, dem seine Mutter das Zimmer seiner Großmutter vermietet hat. Obwohl Milo ihn anfangs sabotiert und sein Zimmer durchsucht hat, vertraut er ihm. Dieser erklärt ihm, dass er Journalist ist und an einer Story dran ist, für die er recherchieren muss, damit sie bei Veröffentlichung belegbar ist. 
Al gibt Milo Ratschläge, was er machen kann, um die Zustände in dem Heim aufzudecken und öffentlich zu machen, aber das ist noch ein langer Weg.

Milo ist trotz der nur 9 Jahre ein Mensch, der schon, im Gegensatz zu vielen Erwachsenen, unterscheiden kann, was gut und böse ist. Wenn er anfangs auch nur Interesse daran zeigt, dass seine geliebte Großmutter wieder aus dem Heim kommt, so entwickelt er sich nach kurzer Zeit zu einem Helfer aller Heimbewohner. Er ist ihnen vertraut und ihm Gegensatz zu Schwester Thornhill, die in ihm einen Störenfried sieht, mögen sie ihn.
Er sucht sich Verbündete im Heim, wie den illegalen Einwanderer Tripi, der aus Syrien geflüchtet ist und mit falschen Papieren nach England kam. Er arbeitet im Heim als Koch und muss das auf den Tisch bringen, was ihm Schwester Thornhill aufträgt. Er braucht diesen Job und lässt sich sehr viel gefallen.

Ein Dorn im Auge ist Milo jedoch Pesco, der sich um die Gunst seiner Großmutter bemüht und das, wie es scheint, auch noch erfolgreich. 

Milo ist in diesem Buch der Sympathisant schlechthin. Er hat ein Ziel, seine Großmutter aus diesem Heim wieder herauszuholen und das behält er fest im Fokus. Er ist verzweifelt, dass ihm die Erwachsenen keinen Glauben schenken und lässt doch nicht locker, auch wenn er manches mal kurz vorm aufgeben ist. Er sieht Dinge, die andere nicht wahrnehmen bzw. nicht wahrnehmen wollen.
Aber er weiß, dass er was tun muss und gibt nicht auf.

Seine Mutter Sandy bekämpft ihre eigenen Dämonen, die sie nicht wirklich loslassen, seitdem ihr Mann sie wegen einer anderen verlassen hat. Sie macht bei Milo aus seiner Sicht so vieles falsch, dass das Verhältnis der beiden nicht gerade rosig aussieht. Sie belügt ihn, um ihn zu schützen, aber er kommt hinter diese Lügen und fühlt sich hintergangen, was er sie auch spüren lässt. Dass sie ihn mit ihren Lügen schützen will, kann er noch nicht erfassen.
Ihr gemeinsames Leben wird zu einer Belastungsprobe, die es zu überwinden gilt.

Dieser Roman hat mich unglaublich berührt. Der Kampf des kleines Milo hat mich fasziniert und beschämt, wenn ich daran denke, dass er diesen Kampf fast allein führen musste, da ihm niemand zuhören wollte. Schlimm, wenn die Leute nur akzeptieren, was sie hören wollen.
Aber er boxt sich durch und muss selbst auch Erkenntnisse sammeln, die neu für ihn sind und seine Sicht mancher Ereignisse auch geraderücken,

Ein kleiner Junge gegen den Rest der Welt. 
Ein kleiner Junge, der etwas bewegt. 
Ein kleiner Junge, der liebt und für seine Großmutter alles tun würde.
Ein kleiner Junge, der ganz groß ist und den man einfach mögen muss.

Ein Buch, das berührt und das ich gern weiterempfehle.

Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen von Manhattan)
Virginia Macgregor ist in Deutschland, Frankreich und England aufgewachsen, erzogen von einer Mutter, die nie müde wurde, Geschichten zu erzählen. Sobald Virginia alt genug war, selbst einen Stift zu halten, begann sie mit dem Schreiben, oft bis tief in die Nacht hinein – oder in der Schule, versteckt hinter dem Mathebuch. Virginia wurde bemnannt nach zwei großen Frauen, Virginia Wade und Virginia Woolf – in der Hoffnung, sie würde entweder Schriftstellerin oder ein Tennisstar werden. Nach ihrem Studium in Oxford begann sie, neben ihrem Beruf als Englischdozentin und Hauslehrerin, regelmäßig zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann in Berkshire.

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim Verlag



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Sonntag, 30. August 2015

[Neuzugänge] der 35. KW 2015

Sonntag - Zeit, Farbe zu bekennen bzw. uns realistisch vor Augen zu führen, was für Buchneuzugänge zu uns gefunden haben und es sind durchaus einige.

Hier nun unsere Neuzugänge der letzten Woche.

Kerrys Neuzugänge:


Kleeblatts Neuzugänge:
- Moyes, Jojo - Eine handvoll Worte 
- Moyes, Jojo - Ein ganzes halbes Jahr 
- Nagel, Daniela - Irgendwas ist doch immer 
- Webb, Katherine - Italienische Nächte 
- Schlick, Oliver - So kalt wie Eis, so klar wie Glas 
- O'Brien, Hannah - Irisches Verhängnis 
- Binchy, Maeve - Zeit der Kastanienblüte 


Kennt ihr bereits eines unserer neuen Bücher bzw. habt ihr sogar schon eines von ihnen gelesen?

Wir wünschen euch eine schöne Woche.

Kerry und Kleeblatt

Samstag, 29. August 2015

[Hörbuch-Rezension] Morton Rhue - Boot Camp


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 288
ISBN: 978-3833716843
Erscheinungstermin: 28. August 2006
Format:
CD
Länge: 214 min
Verlag: Ravensburger


Klappentext: gem. Amazon
Connor ist nicht der Sohn, den sich seine Eltern wünschen. Gegen seinen Willen lassen sie ihn in ein Erziehungscamp verschleppen.


Rezension:
Der 16-jährige Connor ist ein intelligenter Schüler, beliebt und eigentlich ein Mustersohn, jedoch nicht in den Augen seiner Eltern. Ehe er es sich versieht, findet er sich gefesselt auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Er wurde entführt, jedoch mit Einverständnis seiner Eltern. Seine Entführer, auch "Transporteure" genannt, bringen ihn nach Lake Harmony. Dass es sich dabei nicht um ein Ferienlager handelt, ist schnell klar - Connor landet auf Wunsch seiner Eltern in einem Boot Camp, in dem er umerzogen werden soll.

Sein Vergehen war es, sich in eine Frau zu verlieben, die zehn Jahre älter ist als er. Ein Vergehen, das nicht vergeben werden kann, laut Meinung seiner Eltern. Nachdem sie sich kundig gemacht habe, entschlossen sie sich, ihren Sohn in die Obhut des Erziehungscamps zu geben - die werden ihm die Flausen schon austreiben.

Der hochintelligente Connor durchschaut schnell das System in Lake Harmony und doch stößt er dort immer wieder an seine Grenzen, sei es, dass er nicht mit ansehen kann, wie ein schwächerer Insasse schikaniert und gedemütigt wird, sei es, weil er selbst nicht der Meinung ist, einen Fehler begangen zu haben, in dem er eine Beziehung mit einer älteren Frau einging. Connor ist bereit, soweit es geht, nach den dortigen Regeln zu spielen, doch brechen, brechen werden sie ihn dort nicht! Auf Grund dieser Einstellung landet er immer wieder in der IS (IsolierStation), wo er teils gefesselt stunden- oder gar tagelang auf dem Boden liegen muss. Connor weiß, dass seine Chancen, das Camp als er selbst überhaupt zu überleben, gering sind und so reift ein Gedanke heran: Flucht aus Lake Harmony - und er ist nicht allein ...


Ein beeindruckendes Buch! Der Plot wurde spannend und realistisch erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Darstellung, welche gesellschaftlichen Strukturen in diesem Camp aufgebaut wurden, welche Verhaltensregeln es dort unbedingt zu befolgen gilt und welche Konsequenzen auf diejenigen warten, die diesen Regeln nicht gehorchen. Das alles mag in erdachter Buchform noch angehen, doch wissen wir, dass es solche Camps auch im realen Leben gibt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Beeindruckt war ich vor allem von der Figur des Connor, dem von Anfang an klar ist, warum ihn seine Eltern in dieses Camp stecken und der dennoch die Hoffnung nie aufgibt, dass es ein Leben nach dem Camp gibt, das er wieder aufnehmen kann. Er weiß, dass sie dort alles versuchen werden, um ihn zu brechen, doch er weiß auch, dass er alles tun wird, um seine Menschlichkeit zu erhalten. Der Sprecher, Tim Niebuhr, vermochte es mit einer sehr eindringlichen und fesselnden Interpretation, mich dermaßen in seinen Bann zu schlagen, dass ich, als ich dieses Hörbuch hörte, alles andere förmlich stehen und liegen gelassen habe, denn ich musste einfach wissen, wie das Buch ausgeht.


Bewertung

Der Autor: 
Nach einigen Jahren an einem New Yorker College schmiss Morton Rhue, eigentlicher Name: Todd Strasser, sein Studium, um sein Glück zuerst in einer Kommune und dann als Straßenmusiker in Europa zu suchen. Trotz seiner Schwierigkeiten mit Rechtschreibung und Grammatik schrieb Rhue Lieder und Gedichte für seine Freunde zu Hause und begann nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten ein Literaturstudium. Nach seinem Abschluss arbeitete er einige Jahre als Reporter für verschiedene Zeitungen. 1978 erschien sein erster Roman "Angel Dust Blues". Mit seinen Tantiemen gründete er eine Firma und begann Glückskekse zu produzieren, von denen er die nächsten zwölf Jahre bis zu seinem Durchbruch als Schriftsteller noch mehr verkaufen sollte als von seinen Büchern. (von Amazon übernommen)


Der Sprecher:
Tim Niebuhr, geboren 1979 in Hamburg, ist Schauspieler. Nach einer Schauspiel- und Gesangsausbildung stand er unter anderem am Hamburger Tourneetheater, am Landestheater Parchim und beim Spielwerk Hamburg auf der Bühne. Zudem spielt er in Kurzfilmproduktionen, leitet Jugendtheatergruppen, inszeniert Lesungen für Jugendliche und spricht Hörbücher. Tim Niebuhr lebt in Hamburg. (von jumboverlag übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Das Hörbuch habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen.

Freitag, 28. August 2015

[Hörbuch-Rezension] Justin Cronin - Der Übergang (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 1.040
ISBN: 978-3-8371-1158-3
Erscheinungstermin: 21. November 2011
Format:
CD
Länge: 700 min
Verlag: Random House Audio

Klappentext: gem. Random House Audio
Die Welt, wie Sie sie kennen, wird es nicht mehr geben!
Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde – das Mädchen, das plötzlich auftauchte, die Erste und Letzte und Einzige, die tausend Jahre lebte – war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.
Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.



Rezension:
FBI-Agent Brad Wolgast hat einen sehr undankbaren Job, der nicht viel mit dem zu tun hat, was man sich als normaler Bürger unter FBI-Arbeit vorstellt. Für ein geheimes Experiment soll er ein Dutzend Todeskandidaten davon überzeugen, ihren Körper zur Verfügung zu stellen - als Belohnung winkt die Umwandlung der Todesstrafe in eine lebenslange. Wolgast, selbst vom Leben enttäuscht und gestrauchelt, schafft es tatsächlich, dass sich 12 Männer bereit erklären, bei dem Experiment, in dem es um die Erforschung eines neuen Virus geht, mitzuwirken. Erst ein 13. "Versuchskaninchen" bringt ihn zum Straucheln, denn dieser Proband ist anders, als die übrigen. Es handelt sich um ein 6-jähriges Mädchen namens Amy Harper Bellafonte. Doch das Experiment geht gewaltig schief ...

97 Jahre später ist die USA entvölkert und in zwei Gruppen geteilt. Die "normalen" Menschen und die Virals (welche mit dem experimentellen Virus infiziert sind). Aus der Menschheit sind Jäger und Beute geworden. Tagsüber haben die Menschen die Oberhand, das Licht schützt sie vor den Virals, aber nachts ist deren Zeit gekommen. In einer kleinen Kolonie in Kalifornien konnte sich eine kleine Gruppe Menschen bisher erfolgreich mit Scheinwerfern gegen die Virals wehren, doch die technischen Anlagen sind veraltet, ihr Ausfall wird immer wahrscheinlicher und dann sind sie den Virals schutzlos ausgeliefert.

In dieser Situation stößt Amy Harper Bellafonte zu der Gruppe. Sie ist kaum gealtert, ja gerade einmal im Teenageralter und sie hat die Fähigkeit, mit den Virals zu kommunizieren. Auch sie ist mit dem Virus infiziert worden, doch hatte dieses, im Gegensatz zu den 12 anderen Probanden, bei ihr die Wirkung, dass sie kaum altert und unsterblich zu sein scheint. Sie schließt sich der Gruppe an und gemeinsam machen sie sich auf die gefährliche Reise nach Colorado, zu dem Ort, an dem alles vor so langer Zeit begonnen hat. Doch werden sie dort das Geheimnis lüften, warum sich die Welt in den letzten 100 Jahren derart verändert hat und welchen Zweck dieses Experiment hatte?


Der 1. Band der Übergang-Trilogie! Der Plot wurde sehr spannend und bildgewaltig erarbeitet. Während ich das Hörbuch hörte, hatte ich das Gefühl, ich wäre direkt dabei und ich konnte mir wahrhaft alles bildhaft vorstellen - einfach faszinierend. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Amy gefallen, die aus schwierigen Verhältnissen kommt und deren Mutter sich sogar prostituierte, um ihr Kind durchzubringen und dennoch scheint es so, dass dieses Kind und später die junge Frau immer vom Guten in allem ausgeht und über eine Sanftheit verfügt, die sie sich in all den Jahren erhalten hat, dass ich sie einfach nur bewundern musste. Der Sprecher, David Nathan, schaffte es mit viel Einfühlungsvermögen und Dramatik, mich dermaßen an das Hörbuch zu fesselnd, dass ich mich zwischendrin kaum davon lösen konnte. Abschließend kann ich sagen, dass es sich um einen gelungenen Trilogie-Auftakt handelt und ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung bin.

Bewertung

Der Autor:
Justin Cronin stammt aus New England und studierte in Harvard. Er besuchte den berühmten Iowa Writers' Workshop und lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Houston, Texas, wo er an der Rice University Englische Literatur unterrichtet. Er veröffentlichte zwei Romane, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Übersetzungsrechte an seiner Trilogie, die mit »Der Übergang« begann, wurden innerhalb kürzester Zeit in 23 Länder verkauft. (von Randomhouse übernommen)

Der Sprecher:
David Nathan, die deutsche Stimme von Christian Bale, Johnny Depp u.a., gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Unter anderem las er den ersten Teil von Justin Cronins "Der Übergang". (von Randomhouse übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

[Hörbuch-Rezension] Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe:512
ISBN: 978-3-8398-1234-1
Erscheinungstermin: 21. März 2013
Format:
CD
Länge: 14 h 45 min
Verlag: argon hörbuch



Klappentext: gem. argon hörbuch
Lou Clark weiß eine Menge. Sie weiß, wie viele Schritte es von der Bushaltestelle bis nach Hause sind. Sie weiß, dass ihr die Arbeit im Café »Buttered Bun« gefällt, und sie weiß, dass sie ihren Freund Patrick vielleicht nicht liebt.
Was Lou nicht weiß, ist, dass sie ihren Job verlieren und einen neuen annehmen wird, der alles Bisherige infrage stellt.
Will Traynor weiß, dass der Motorradunfall ihm den Lebensmut genommen hat. Er weiß, dass alles sich klein und freudlos anfühlt, und er weiß ganz genau, was er dagegen tun wird.
Was Will nicht weiß, ist, dass Lou in sein Leben platzen wird wie eine Explosion aus Farben.
Und weder Lou noch Will wissen, dass sie das Leben des anderen für immer verändern werden.

Rezension:
Die 26-jährige Lou(isa) Clark führt ein völlig unauffälliges Leben in der englischen Kleinstadt Stortfold Castle, welche vor allem durch ihre geschichtsträchtige Burg berühmt ist. Sie ist mit ihrem Leben zufrieden, ihr Job als Aushilfe im Café "Buttered Bun" gefällt ihr und sie ist seit Jahren in einer festen Beziehung mit Patrick, einem Sportfanatiker. Dann wird ihr jedoch überraschend gekündigt, da der Betreiber das Café dichtmachen will. Lou ist verzweifelt, wohnt sie doch noch zu Hause bei ihren Eltern und unterstützt diese finanziell, denn lediglich ihr Vater hat Arbeit, ihre Mutter ist Zuhause und pflegt den Großvater. Zwar geht auch Lous jüngere Schwester Treena arbeiten, doch verdient sie im Blumenladen nicht wirklich viel und dann ist da noch Treenas Sohn. Fakt ist, die Familie ist auf Lous Einkommen angewiesen und so muss sie sich schnell was anderes suchen.

Einen Job finden - das ist gar nicht so einfach, wenn man nichts gelernt hat. Nachdem sie alle Jobs des Jobcenters, bei denen sie fast hüllenlos hätte "arbeiten" müssen, abgelehnt hat, bleibt schlussendlich nur noch ein Job als Pflegekraft. Mit wenig Hoffnung stellt sie sich bei Familie Traynor vor, deren 35-jähriger Sohn Will seit einem Motorradunfall Tetraplegiker ist. Etwas merkwürdig ist das Stellenangebot schon - es ist auf lediglich 6 Monate befristet und auch nicht die üblichen Pflegetätigkeiten sind gefordert, sondern eher eine Art "Gesellschafterin" für Will. Wider erwartend erhält jedoch Lou den Job und wird hier noch lernen müssen, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Will selbst ist anfänglich alles andere als angetan von seiner neuen Gesellschafterin. Auch nach zwei Jahren kann und will er sich mit seinem jetzigen Leben nicht arrangieren, zu sehr ist ihm bewusst, was er verloren hat. Als Lou kurz davor ist, das Handtuch zu schmeißen, weiht sie Wills Mutter Camille in das Geheimnis um Will ein und ab diesem Moment weiß Lou: Aufgeben ist keine Option. Sie wird die Zeit nutzen, die sie mit Will hat und ihm zeigen, wie schön das Leben, trotz Tetraplegie sein kann. Doch Lou kämpft nicht nur gegen die Zeit an, nein, sie kämpft auch gegen Will, der nicht bereit ist, sich mit seinem derzeitigen Leben abzufinden. Doch mit der Zeit ist da mehr zwischen den beiden, als ein normales Chef-Angestellten-Verhältnis ...


Der 1. Band der Lou-und-Will-Reihe! Der Plot wurde sehr einfühlsam erarbeitet. Faszinierend empfand ich die Romanidee dahingehend, dass zwei sehr gegensätzliche Charaktere aufeinanderprallen und einen Blick in die Welt des jeweils anderen erhaschen und aus Grund dieser Tatsache sich ihr Leben nachhaltig verändert. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur der Lou, die es mit einer jüngeren, aber intelligenteren Schwester nicht immer einfach hatte und immer eher die zweite Geige spielen musste. Doch schafft es tatsächlich Will, der sein eigenes Leben schon aufgegeben hat, ihr einen neuen, erweiterten Blickpunkt auf ihr Leben zu ermöglichen und zeigt ihr Dinge auf, von denen sie nicht zu träumen wagte und auch Will, der anfänglich sehr verbohrt ist und seinen Zorn und seine Frustration an seiner gesamten Umwelt auslässt, wird immer mehr zu einem Menschen, der auf andere eingeht und der immer einfühlsamer auf die Gefühle seiner Mitmenschen reagiert. Die Sprecher, allen voran Luise Helm, schafften es mit einer Dynamik und einem Einfühlungsvermögen, dass ich mit den Figuren gelitten und gelacht habe und ja, ich habe bittere Tränen geweint, denn es fühlte mich so real an, so als wäre ich tatsächlich dabei, dass ich einfach nicht anders konnte. Abschließend kann ich sagen, dass es sich um ein tief emotionales und dennoch hoffnungsvolles Buch handelt, dass mit einem sehr einfühlsamen Plot, faszinierenden Charakteren und einem sehr eingehenden Schreibstil aufwartet und ich es kaum erwarten kann, die Fortsetzung "Ein ganz neues Leben" in die Finger zu bekommen.

Bewertung

Von Jojo Moyes bereits gelesen und rezensiert:
Die Autorin:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. 

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.






 

Die Sprecherin:
Luise Helm, preisgekrönte Schauspielerin und Synchronsprecherin, spielte u.a. in Polizeiruf und Tatort mit und ist bekannt als die deutsche Stimme von Scarlett Johansson. Ihre jugendlich-einprägsame Stimme setzt sie auch erfolgreich als Hörbuchsprecherin ein. (von argon-verlag übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

Donnerstag, 27. August 2015

[Rezension] Anna Jarzab - Das Licht von Aurora (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-7320-0248-1
Erscheinungstermin: 22. Juni 2015
Preis: 12,99 EUR 
Format: E-Book
Verlag: Loewe


Klappentext gem. Loewe:
Ich hatte nicht das Gefühl, als würde er nach Aurora gehören.
Ich hatte eher das Gefühl, als würde er zu mir gehören, egal wo ich war.
Aber das lag ja nicht in meiner Hand und in seiner auch nicht.


Schon immer wollte die 16-jährige Sasha in die Rolle ihrer liebsten Romanheldinnen schlüpfen und Abenteuer in fernen Welten erleben. Nicht ahnend, dass die Geschichten ihres Großvaters über Parallelwelten tatsächlich wahr sind, landet sie plötzlich unfreiwillig in Aurora – einer modernen Monarchie. Neben einem Leben am Hofe erwartet Sasha hier auch die ganz große Liebe. Doch Palastintrigen und Verrat drohen ihre Träume zu zerstören ...


Rezension:
Alexandra "Sasha" Lawson ist eigentlich ein ganz normaler 16-jähriger Teenager. Ihre Eltern sind früh bei einem Unfall verstorben, doch bei ihrem Großvater, einem Doktor der Physik, hat sie ein liebevolles Heim gefunden. Die beiden Leben in Chicago und Sasha besucht die 10. Klasse der Highschool, während ihr Großvater wieder an der Universität unterrichtet. Eigentlich war er schon im Ruhestand, aber um das Leben von sich und seiner Enkeltochter zu finanzieren, ist er wieder arbeiten gegangen, wobei Sasha den Verdacht nicht loswird, dass es sich hierbei nur um eine Ausrede handelt, denn Zuhause ist ihrem Großvater die Decke auf den Kopf gefallen. Doch etwas hat sich verändert in letzter Zeit. Es scheint glatt so, als würde sich Grant Davis, einer ihrer Mitschüler, für Sasha interessieren. Als er sie zum Abschlussball einlädt, scheint ihr Glück vollkommen.

Doch der Abend endet anders, als geplant. Die Beiden wollen noch dem Ball noch etwas allein sein und ziehen sich etwas zurück. Als Grant ihr auch noch einen Armreif schenkt, meint Sasha, auf Wolke Sieben zu schweben, bis sie das Bewusstsein verliert. Als sie wieder zu sich kommt, geht es ihr hundeelend, ihr ist schwindlig und schlecht und ihr tut jeder Knochen im Leib weh. Aber Grant ist da, also ist doch wohl alles in Ordnung - oder auch nicht, denn Grant offenbart ihr, dass er nicht Grant wäre, sondern sein Analog aus der Parallelwelt Aurora und dass auch Sasha sich jetzt in dieser Welt befände. Sasha ist mehr als verwirrt, doch bevor die Männer sie endgültig aus Chicago verschleppen können, gelingt ihr die Flucht. Auf ihrer Flucht durch Chicago muss sie feststellen, dass dies nicht mehr die Stadt ist, die sie kennt und in der sie aufgewachsen ist, ja schlimmer noch, irgendetwas scheint mit ihrem Gesicht zu sein, was die Leute gegen sie aufbringt.

In letzter Sekunde kann Thomas (ehemals Grant) Sasha aus ihrer misslichen Lage befreien, doch damit ist sie wieder da, wo sie vorher schon war. Grant bringt sie in einen Palast (ja, es herrscht Monarchie in Aurora) und stellt sie dem General vor. Dieser klärt sie darüber auf, das sie als Analog der Prinzessin des Vereinigten Staatenbundes von Columbia und rechtmäßige Thronfolgerin fungieren muss, bis die entführte Prinzessin Juliana wieder gefunden wurde. Dies muss binnen sechs Tagen geschehen, denn in genau einer Woche muss Prinzessin Juliana einen Prinzen aus dem verfeindeten Farnham heiraten, um endgültig Frieden zwischen den Völkern zu stiften. Sasha ist entsetzt, muss sich schlussendlich aber fügen, da sie sonst nie wieder nach Hause zurückkehren kann. Tatsächlich meistert Juliana ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit, denn was niemand ahnt: Seit ihrer Kindheit träumt Sasha von eben jener Prinzessin Juliana, die im Traum immer ihr eigenes Gesicht hatte. Waren das gar keine Träume und wer hat Juliana verschleppt? Wird man sie rechtzeitig finden und zurückbringen können oder muss Sasha womöglich noch diesen fremden Prinzen heiraten?


Der 1. Band der Aurora-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich für Sasha nach und nach die Geschichte erklärt, denn auch wenn sie in Aurora ist, ist der Kontakt zu eben jener Juliana noch nicht abgerissen, auch jetzt sieht sie in ihren Träumen immer noch, was sie tut und wo sie sich befindet und nach und nach offenbart sich Sasha die Wahrheit, was wirklich hinter der Entführung der Prinzessin steckt. Die Figuren wurden  facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei hier meine Sympathie eindeutig auf Seiten von Sasha liegt, denn diese junge Frau, die ohne Vorwarnung in ein fremdes Leben katapultiert wird, schlägt sich ausgesprochen wacker und lässt sich nicht unterkriegen. Aber auch die Figur des Thomas empfand ich als sehr gelungen erarbeitet, vor allem, was seinen Gewissenskonflikt zwischen seiner Pflichterfüllung und seinen Gefühlen gegenüber Juliana/Sascha betrifft. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, muss jedoch gestehen, dass ich mir zwischendrin doch etwas mehr Dramatik erhofft hatte. Abschließend kann ich nur sagen, dass es sich um einen faszinierenden Reihenauftakt mit einem interessanten Plot, sehr charakterstarken Figuren und einem angenehmen Schreibstil handelt und ich schon sehr auf die Fortsetzung gespannt bin.

Bewertung

 
Die Autorin:
Anna Jarzab wuchs in einem Vorort von Chicago und dann in Gegend von San Francisco East Bay auf. Sie studierte an der Santa Clara University Englisch und Politikwissenschaft und machte danach ihren Master an der University of Chicago in Literatur und Kreativem Schreiben. Zurzeit lebt sie in New York City. (übernommen von Loewe)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne beim Verlag



bedanken, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

[TTT] - Top Ten Thursday #223

Auch in dieser Woche mache ich wieder beim Top Ten Thursday, organisiert von Steffis Bücher Bloggeria, mit.

 
 
http://buecher-bloggeria.blogspot.de/

 
Diese Woche lautet das Thema:
"10 Bücher aus dem dtv Verlag"   
  

Puh, wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, fällt mir aus dem Stehgreif kein bestimmtes Buch ein, von daher habe ich zwar die Hoffnung bei der Lektüre meiner Bücherliste auf ein paar zu stoßen, aber 10 kann ich nicht garantieren. Na dann will ich mal:

 
Puh, es war echt knapp, aber ich habe tatsächlich 10 Bücher zusammen bekommen, allerdings, wenn ich ehrlich bin, kennen werden sie von euch die wenigsten, aber wenigstens bei "Hope forever" mache ich mir Hoffnungen, dieses Buch noch auf anderen Listen zu erspähen.
   
Ich wünsche euch eine schöne Restwoche

Liebe Grüße

Kerry

Mittwoch, 26. August 2015

[Rezension] François Saintonge - Dolfi und Marilyn


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 288
ISBN: 978-3-570-58537-5
Erscheinungstermin:
8. September 2014 (1. Auflage)
Preis: 1
4,99 EUR (D), 15,50 EUR (A), 20,50 CHF
Format:
Broschiert
Verlag:
carl´s books


Klappentext gem. carl´s books:
Paris im Jahr 2060. Der geschiedene, alleinerziehende Geschichtsprofessor Tycho Mercier gerät durch einen Tombolagewinn in den Besitz eines Klons. Doch er bekommt nicht irgendeinen Klon vom Supermarkt geliefert: Es ist A.H.6, der sechste existierende, eigentlich verbotene Klon von Adolf Hitler. Dieser ist allerdings ganz anders als der Lieferant seines genetischen Materials: Er ist sanftmütig, bescheiden, unterwürfig und für Tychos Sohn ein willkommener Spielkamerad bei Computerkriegsspielen. Zu diesem merkwürdigen Hausgast gesellt sich bald noch ein Klon von Marilyn Monroe, den Tycho Mercier von seinem Nachbarn erbt. Sie verkörpert den Schwarm seiner Jugendjahre, aber auch sie riecht nach Ärger, denn es handelt sich um eine Raubkopie aus Südostasien …


Rezension:
Der 50-jährige Tycho Mercier lebt ein ruhiges und bescheidenes Leben in einem Pariser Vorort. Er arbeitet als Dozent für Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts an der Universität und ist mit seinem Leben recht zufrieden. Die Ehe mit seiner Frau Phoebé zerbrach vor einigen Jahren und der gemeinsame 10-jährige Sohn Bruno lebt nach wie vor beim Vater, wobei er alle zwei Wochenenden bei seiner Mutter verbringt. Phoebé ist zwischenzeitlich wieder anders liiert und leitet ihr eigenes Fitnessstudio, eine Tätigkeit, die voll und ganz ihrem Naturell entspricht. Wobei es in Tychos Leben doch etwas gibt, das in ihm Begehren weckt - Marilyn, jedoch nicht das Original, denn die ist ja schon einige Jahrzehnte tot, sondern die Marilyn von Bassompierre, einem Notar im Ruhestand, der einen Marilyn-Klon besitzt.

Doch mit der Ruhe im Haushalt Mercier ist es vorbei, als ein Gewinn die beiden erreicht. Vor kurzem hatte Phoebé im Beisein ihres Sohnes an einem Gewinnspiel im Supermarkt teilgenommen und für den Fall eines Gewinns die Adresse ihres Sohnes angegeben. Tatsächlich hat gerade dieses Los den Hauptgewinn eingebracht - einen Klon. Doch nicht irgendeinen Klon, es ist ein Klon von Adolf Hitler, eine Klonreihe, die erst kürzlich verboten wurde. Nun hat Tycho ein Problem, denn selbst der Besitz eines solchen Klons ist verboten. Ein Dutzend davon wurden gezüchtet und wurden auch wieder zurück gerufen. Wie dieser ausgerechnet bei ihm landen konnte, ist Tycho nicht ganz klar. Als jedoch Tycho in Phoebés Beisein am nächsten Tag versucht, den Klon im Supermarkt zurückzugeben, wird dieser nicht zurückgenommen. Frustriert nimmt er Nr. 6 (von 12) wieder mit nach Hause, sehr zur Freude von Bruno, der in Dolfi bereits einen Freund gefunden hat.

Tatsächlich stellt sich heraus, dass es sich bei Dolfi um ein sehr friedliches Exemplar handelt, sodass er vorerst (zähneknirschend seitens Tycho) bei den Merciers bleiben und sich im Haushalt nützlich machen darf. Doch es kommt noch schlimmer. Plötzlich steht eine völlig verzweifelte Marilyn bei Tycho in der Tür. Ihr Besitzer hatte einen Schlaganfall und man einigt sich darauf, dass besagte Marilyn so lange bleiben darf, bis Bassompierre wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird. Als dieser jedoch kurz darauf verstirbt, ist guter Rat teuer, denn zwischenzeitlich hat Tycho mitbekommen, dass es sich bei Marilyn nicht um einen legalen Klon handelt, sondern um eine illegale Raubkopie. Als dann auch noch die Polizei vor der Tür steht, ergreifen die beiden ungleichen Klone die Flucht ...


Illegale Klone berühmter Persönlichkeiten! Der Plot wurde futuristisch-real und abwechslungsreich erarbeitet. Mag man auch von der Idee des Klonens generell halten, was man will, aber wenn das Klonen von Menschen eines Tages tatsächlich möglich sein sollte, wo ist die Grenze? Wer darf wie oft geklont werden? Ist das die moderne Sklaverei der Zukunft, denn Klone sind ja keine vollwertigen Menschen? Auf jeden Fall bietet dieses Buch interessante Denkansätze in diese Richtung. Die Figuren wurden durchaus facettenreich erarbeitet, wobei ich hier eindeutig sagen muss, dass in meinen Augen die meiste Persönlichkeit ausgerechnet der Klon Marilyn hatte. Selbst Tycho, als Protagonist, blieb etwas blass neben dieser schillernden Persönlichkeit, von dem anderen, sehr zurückhaltenden Klon mal nicht zu sprechen. Der Schreibstil empfand als sehr angenehm zu lesen, ich hatte keinerlei Probleme, hier voll in das Buch einzutauchen.

Bewertung

Der Autor: 
François Saintonge ist das Pseudonym eines erfahrenen französischen Schriftstellers. Der Urheber selbst bezeichnet sich als Klon eines Autors, der entschlossen ist, im Hintergrund zu bleiben, um zu verhindern, dass seine physische Präsenz sich vor sein Werk und die faktische Wahrnehmung seiner Worte schiebt. Wer glücklich schreiben will, schreibe im Verborgenen! (übernommen von Randomhouse)

 Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Aubrey Cardigan - Wings of Silence (Lia & Coel 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 344
ISBN: 978-3-95815-040-9
Erscheinungstermin:
31. Juli 2014
Preis: 13
,90 EUR 
Format:
Taschenbuch
Verlag:
Oldigor


Klappentext gem. Oldigor:
Die 17-jährige Lia Raven ist seit einem Flugzeugabsturz blind und stumm. Als ihre indianischen Großeltern beschließen, dass sie nach Wales zu ihren unbekannten Großeltern mütterlicherseits ziehen muss, bricht für sie eine Welt zusammen. Welche Rolle spielt der mysteriöse 18-jährige Coel, dessen Berührungen Licht in ihre dunkle Welt bringen? Und wieso wird sie das Gefühl nicht los, dass es keine Haut war, die sie spürte, als sich seine Finger zum ersten Mal um ihre schlossen? Sondern Federn? Als die strenge keltische Großmutter Ida alles daran setzt, Lia von Coel fernzuhalten, begreift Lia, dass sie kämpfen muss. Um Coel und um das Recht auf ihre Träume, die untrennbar verbunden sind mit einem uralten Geheimnis.


Rezension:
Die 17-jährige Lia Raven hat im letzten Jahr furchtbares durchgemacht. Vor neun Monaten, an ihrem 17. Geburtstag, war ihre Welt noch in Ordnung. Früh hatte sie ihre Mutter verloren, aber sie hatte einen Vater, der sie liebte und sie in ihren Wünschen unterstützte, so auch in dem Wunsch, die Flugprüfung abzulegen. Ihr Vater selbst hatte seine bereits und er gab seiner Tochter Stunden. Doch an jenem schicksalshaftem Tag vor etwas über einem halben Jahr wollte er ihr beibringen, bei Sturm zu agieren - die Maschine stürzte ab, ihr Vater starb sofort und Lia wurde schwer verletzt. Seit diesem Vorfall hat sie ihre Sprache und ihr Augenlicht verloren. Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, lebt sie auf der Ranch ihrer Großeltern väterlicherseits. Hier unterstützt ihre Familie sie im Alltag und ihre Tante Fala, die als Ärztin im nahen Reservat arbeitet, denn Lias Vater war indianischer Abstammung. Doch die Zeit bei ihrer Familie ist vorbei. Laut letzten Willen ihres Vaters soll Lia die Zeit bis zu ihrer Volljährigkeit, bei ihren Großeltern mütterlicherseits in Wales verbringen.

Lia ist nicht ganz wohl bei der Sache, denn diesen Teil der Familie hat sie noch nie kennen gelernt und der Gedanke, in ein Flugzeug zu steigen und nach Wales zu fliegen, behagt ihr gar nicht. Zwar wird ihr Cousin Delsin sie begleiten, doch auch er ist fremd in diesem Land und in der keltischen Kultur, denn ihre Großeltern, Ida und Bran, sind stolz auf ihre keltische Abstammung. Doch anstelle von Ida und Bran, ist Bran in Begleitung eines jungen Mannes namens Coel erschienen, um sie abzuholen und an diesem ist irgendetwas merkwürdig, denn sobald Coel sie berührt, kann sie sehen und gedanklich mit ihm kommunizieren und ganz ehrlich, was sie sieht, gefällt ihr außerordentlich gut.

Tatsächlich gelingt es Lia, mit Hilfe von Coel und Bran heil in Wales anzukommen, doch bereits beim ersten Zusammentreffen mit ihrer Großmutter Ida steht fest: die beiden werden keine Freunde werden und Coel bestätigt ihre Befürchtungen, ja schlimmer noch, er hegt den Verdacht, dass Ida die beiden trennen will und tatsächlich gibt es in dem Haus nur eine Regel: Lia und Coel dürfen einander nicht berühren - mit anderen Worten: Lia wird blind und stumm sein und weiterhin auf die Hilfe von Delsin oder gar ihrer Großeltern angewiesen sein. Doch Lia, die zwar diese Regel akzeptieren muss, gibt sich nicht geschlagen - zum ersten Mal seit einem dreiviertel Jahr gibt es so etwas wie Hoffnung in ihrem Leben, Hoffnung auf ein Leben mit einem Mann, der sie so annimmt, wie sie ist, trotz ihrer Sprachverlustes, trotz ihrer Blindheit, trotz ihres mit Narben entstellten Körpers und nichts und niemand wird ihr diese Hoffnung nehmen! Doch auch Coel hat ein Geheimnis ...


Der 1. Band der Lia-und-Coel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie auf das Leben der Protagonistin, deren Leben in den letzten Monaten alles andere als einfach war, nunmehr noch neue Menschen und eine ganz neue Kultur einwirken und alle irgendwelche Geheimnisse vor ihr zu haben scheinen, aber niemand willens oder in der Lage ist, ihr die Situation, in der sie als Stumme und Blinde hineingeraten ist, zu erklären. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Protagonistin Lia ist mir hier besonders ans Herz gewachsen, denn obwohl ihr Körper gebrochen war und noch immer Narben und Defekte (Stummheit und Blindheit) aufweist, ist sie fest entschlossen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen, um das zu wahren, was ihr geschenkt wurde - die Liebe eines jungen Mannes, auch wenn die ganze Welt gegen sie beide zu sein scheint, sie weiß, er ist der richtige, er ist der, der sie so nimmt, wie sie ist und sie wird alles tun, um ihn in ihrem Leben zu halten. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und es in einem Rutsch durchlesen musste. Jetzt hoffe ich sehr, dass die Fortsetzung der Reihe nicht allzu lange auf sich warten lässt - es gibt so einen genial-bösen Cliffhanger am Ende!

Bewertung


Die Autorin: 
Aubrey Cardigan wuchs in den USA und Deutschland auf und studierte englische Literaturwissenschaften - unter anderem in Wales, wo sie sich vor allem in die walisische Sprache verliebte. Sie singt leidenschaftlich gern, spielt Querflöte, liebt keltische Musik und träumt davon, Harfe zu lernen. Ihre Romane plottet sie bei langen einsamen Spaziergängen durch die Wälder ihrer Wahlheimat im Herzen Deutschlands. Wenn sie nicht an eigenen Büchern schreibt, dann arbeitet sie auch als Übersetzerin.  (übernommen von Oldigor)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag

http://www.oldigor.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 25. August 2015

[Rezension] Daniela Nagel - Irgendwas ist doch immer! (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-442-38368-9
Erscheinungstermin: 19. Januar 2015 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. blanvalet
Kleine Kinder, große Kinder und noch größere Kindsköpfe – der ganz normale Wahnsinn!
Kind, Karriere, Traummann – die junge Lektorin Alice hat eine klare Vorstellung davon, wie sie das alles hinbekommt. Dumm nur, dass der Chef, eine vernachlässigte Freundin, die Politik und (Schwieger)Mütter es noch besser wissen! Und der Traummann vor allem mit seinem Job beschäftigt ist. Ein Glück, dass sie Eve an ihrer Seite hat. Eve, bisher Vollzeitmutter von sechsjährigen Drillingen, sucht noch nach der zündenden Idee, wie es beruflich weitergehen könnte . Eins ist klar: Das Leben (mit Kindern) ist wie eine Wundertüte – voller Überraschungen!


Rezension:
Kind, Karriere, Mann und Freundinnen unter einen Hut bringen? Kein Problem laut Alice Goldmann. Die junge Lektorin schrieb sogar zu diesem Thema ein Buch (Das Leben ist kein Kindergeburtstag) und dabei hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Kind. Tja, wie die Zeiten sich ändern - kaum zwei Jahre später ist Clara der Mittelpunkt von Alice Welt. Noch ist Alice in Elternzeit (obwohl sie bereits wieder Teilzeit arbeitet), ihr Mann Sebastian arbeitet in einer Klinik als Assistenzarzt und auch sie gedenkt, auf absehbare Zeit wieder voll beruflich einzusteigen. Bereits bei der Entstehung ihres Buches half für Drillingsmutter Eve Hoffmann in das Mamiversum zu schauen und nun ist Alice mittendrin. Eve ist ihr nach wie vor eine große Hilfe, passt sie doch einmal wöchentlich auf Clara auf, während Alice im Verlag arbeiten geht.

Doch ganz so einfach, wie Alice sich das alles vorgestellt hatte, ist es dann wohl doch nicht, obwohl sie das niemals zugeben würde. Ihre beste Freundin (kinderlos) ist sauer, dass Alice, wenn sie denn schon mal Zeit für sie hat, immer Clara im Schlepptau hat, ihr Chef ist angesäuert, weil er immer noch nicht den Bescheid von der Kita gesehen hat, welcher belegt, dass Alice demnächst wieder Vollzeit arbeiten gehen kann und nun ja, Alice ist etwas angesäuert, dass so viel an ihr hängen bleibt. Ist sie denn nicht etwa verheiratet? Gibt es keine Gleichberechtigung mehr?

Nachbarin und Drillingsmama Eve Hoffmann hingegen will ihr Leben ändern. Sicherlich war es schön, Zuhause zu sein, während ihre drei noch so klein waren, aber nunmehr gehen sie in die Schule und Eve sehnt sich nach einer neuen Herausforderung im Leben. Tatsächlich hat sie eine Idee, die sich durchaus geschäftlich umsetzen ließe, nur braucht sie hierbei definitiv Hilfe. Aber mit wem könnte sie sich besser beratschlagen als mit Alice, die voll im Leben steht, trotz Kind und Mann? Tja, alles wäre so einfach, aber irgendwas ist doch immer, z. B. die Absage der Kita, dass Clara keinen Platz bekommt, dass Eve plötzlich einen geheimen Verehrer hat und und und ...


Kind, Karriere, Mann und Leben - gar nicht so einfach unter einen Hut zu bringen! Der Plot wurde abwechslungsreich und humoristisch erarbeitet. Ich muss gestehen, ich habe mich köstlich amüsiert, als das Kartenhaus, dass sich Alice gebaut hatte, immer wieder ins Kippen gekommen ist, denn ganz so einfach, wie sich das die junge Frau gedacht hat, ist das Leben mit Kind, Mann und Karriere dann wohl doch nicht. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei mir hier die Figur der Eve ganz besonders gefallen hat, denn diese steht mitten im Leben bzw. in der Realität und weiß, dass das Leben mit Familie nicht immer einfach ist und dennoch setzt sie alles daran, selbst wieder ein eigenständiges Leben außerhalb ihrer Familie zu führen. Den Schreibstil empfand ich sehr angenehm zu lesen und ich muss zugeben, ein paar Mal musste ich auch schmunzeln, denn bestimmte Einstellungen von Alice zum Leben fand ich einfach urkomisch.


Bewertung


Die Autorin:
Daniela Nagel, geboren 1977 in Köln, hat Neuere Deutsche Literatur und Philosophie studiert. Als Drehbuchautorin schrieb sie unter anderem mehrere Folgen für die ZDF-Serie Streit um drei. Zurzeit verfasst sie Werbetexte für das Magazin Kino & Co. Daniela Nagel lebt mit Mann und fünf Kindern in Köln. (von blanvalet übernommen)

Zur Webside der Aurorin kommt ihr hier
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Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag






bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.