Mittwoch, 24. Februar 2016

[Rezension] Stephenie Meyer - Seelen



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 912
ISBN: 978-3-551-58190-7
Erscheinungstermin: 14. August 2008
Format: Hardcover
Verlag: Carlsen

Klappentext gem. Carlsen:
»Seit jener ersten Nacht, in der ich geschrien habe, als ich die Narbe in seinem Nacken ertastete, hat er mich nicht mehr geküsst. Will er mich nicht mehr küssen? Sollte ich ihn vielleicht küssen? Und wenn er das nicht mag? Ich überlege, ob er wirklich so gut aussieht, wie ich glaube, oder ob es mir nur so vorkommt, weil er außer mir und Jamie der einzige Mensch auf der ganzen Welt ist. Er drückt meine Hand und mein Herz donnert gegen meine Rippen. Es schmerzt, dieses Glück.«
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern.
Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ...


Rezension:
Die Zukunft der Menschheit sieht düster aus, denn ob man die Menschen noch als Menschen bezeichnen kann ist fraglich. Vor Jahren kamen Außerirdische auf die Erde und diese "Seelen" übernahmen die menschlichen Körper. Menschen an sich gibt es kaum noch, denn die wenigen, denen die Seelen noch nicht Herr werden konnten, verstecken sich in Gruppen und versuchen, ihren Häschern zu entkommen, denn die Seelen sind immer weiter auf der Suche nach ursprünglichen Menschen. Diese Seelen richten im menschlichen Körper keinen Schaden an, ja, sie verbessern ihn sogar und die "Menschheit" lebt seit der Übernahme friedlich miteinander, doch eine Selbstbestimmung seitens der Individuen gibt es nicht mehr, denn Individualität gibt es unter den Seelen nicht.

Melanie ist ein Mensch. Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder ist ihr die Flucht gelungen, als ihr "Vater" die Jäger zu ihrem Unterschlupf führte. Seitdem sind sie auf der Flucht und Melanie passt auf, dass ihrem kleinen Bruder nichts passiert. Nach Monaten der Isolation trifft sie auf Jared, der ebenfalls ein Mensch ist und die drei tun sich zusammen - Melanie und Jared werden ein Paar. Zusammen wollen sie sich einer größeren Gruppe anschließen, um mehr Schutz zu erhalten, doch die Reise dorthin ist gefährlich. Immer wieder müssen entweder Jared oder Melanie ausziehen und auf die Suche nach Nahrung und Wasser gehen, um ihr Überleben zu sichern. Von einem dieser Streifzüge kehrt Melanie nicht mehr zurück. Sie wurde entdeckt, gejagt und tödlich verletzt, doch sie ist eine Kämpferin und zumindest ihr Körper überlebt und wird von den Seelen geheilt. Doch auch ihr wird eine solche Seele eingepflanzt.

Es geschieht jedoch etwas, was beispiellos ist - Melanie ist noch immer da. Zwar hat sie keine Kontrolle mehr über ihren Körper, aber ihr Ich ist noch da und es gelingt ihr, mit der Seele "Wanda" in ihr in Kontakt zu treten. Melanie hat Glück, die in sie verpflanzte Seele ist sehr emphatisch und fühlt, dass Melanie Sehnsucht nach ihren Lieben hat. Unter dem Vorwand, eine Reise zu machen, bevor sich "Melanie" dem ihr zugewiesenen Job zuwendet, gelingt ihr die Flucht und kurz darauf trifft sie tatsächlich auf die Gruppe Flüchtlinge, bei der Jared und ihr kleiner Bruder untergekommen ist. Sie selbst wird, obwohl sie der Feind ist, dort aufgenommen und dennoch, sie ist dort eine Fremde und Melanie, die sich so sehr nach ihren Lieben sehnte, wird immer schwächer ...


(K)ein selbstbestimmtes Leben! Der Plot wurde detailliert und sehr bildhaft erarbeitet. Leider kam es in meinen Augen hier zu unnötigen und sehr detaillierten Schilderungen, sodass mich das Buch leider nicht so packen konnte, wie ich es an Hand der Grundidee des Plots erwartet hätte. Die Figuren wurden authentischen erarbeitet, wobei mich hier die Figur des Jared besonders begeistert hat, denn in ihm fühlt man die Zerrissenheit, die ihn quält, denn er liebt Melanie noch immer, doch er kann dem Wesen, das in ihrem Körper lebt, nicht Verzeihen, was ihr angetan wurde. Die Figur der Melanie/Wanda empfand ich als etwas fade. Von ihr hätte ich deutlich mehr Interaktionen erwartet, aber das meiste spielt sich bei ihr in Zwiegesprächen in ihrem Kopf ab, was ich leider wenig fesselnd fand. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch hatte ich mir hier deutlich mehr von dem Buch erwartet.


Bewertung

Von Stephenie Meyer bereits gelesen und rezensiert: (Das Laufband ist erst sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)

 
Die Autorin:
Stephenie Meyer wurde 1973 geboren und lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen in Arizona, USA. Ihr Debütroman "Bis(s) zum Morgengrauen" wurde aus dem Stand zum Bestseller und in 34 Länder verkauft. (übernommen von Carlsen)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir geliehen.

Keine Kommentare: