Dienstag, 15. März 2016

[Rezension] Ursula Poznanski - Layers



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-7855-8230-5
Erscheinungstermin: 17. August 2015
Format:
Paperback
Verlag: Loewe


Klappentext gem. Loewe:
Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält.
Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.


Rezension:
Der 17-jährige Dorian Roger hat es Zuhause nicht mehr ausgehalten und ist abgehauen. Lieber lebt er auf der Straße und schlägt sich so, mehr schlecht als recht, durch, als dass er weiterhin im elterlichen Haushalt lebt. Einer seiner Schlafplätze ist in einer Nische in einem U-Bahnhof, doch diese ist begehrt. Nicht selten kommt es vor, dass andere Obdachlose Streit miteinander beginnen und auch Dorian selbst hat einen solch "speziellen Freund". Zwar versucht er, dessen Weg so wenig wie möglich zu kreuzen, doch wirklich vermeiden lässt es sich nicht. Doch eines Morgens wacht Dorian auf - sein Messer ist blutig und eben jener Obdachlose, Emil mit Namen, mit dem er zuvor in Streit geraten ist, ist augenscheinlich tot.

Dorian jedoch hat Glück im Unglück und wird kurz nach der "Tat" von einem Unbekannten angesprochen, der ihm helfen will. Da Dorian an sich nichts zu verlieren hat, entschließt er sich, dem Mann zu vertrauen und dieser bringt den Jungen in die Villa Bornheim, die etwas außerhalb der Stadt liegt. Hier leben mehrere Jugendliche, die in einer ähnlichen Situation wie Dorian waren - sie alle eint, dass es Ausreißer sind, die sich freiwillig für ein Leben auf der Straße entschieden haben. Dorian bekommt dort sein eigenes Zimmer, neue Kleidung, Essen und sogar Unterricht wird dort abgehalten. Auch steht es den jugendlichen Mitbewohnern frei, selbst dort zu unterrichten. Der Betreiber dieser Villa, Raoul Bornheim, ein erfolgreicher Unternehmer, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Jugendlichen zu helfen.

Das jedoch nichts im Leben umsonst ist, erfährt Dorian recht zeitnah, denn die Jugendlichen müssen Arbeiten verrichten. Neben den Pflichten im Haushalt, besteht ihre Aufgabe darin, in Fußgängerzonen Flugblätter zu verteilen. Die Order hier lautet: sich niemals von seinem Standpunkt wegbewegen. Dorian fügt sich, auch wenn er wenig Sinn darin sieht, Flugblätter zu verteilen, die niemanden ernsthaft interessieren und von denen die meisten im Müll landen werden. Tatsächlich gelingt es ihm, eine andere Arbeit zugeteilt zu bekommen. Zukünftig soll er kleine Botengänge für Bornheim erledigen, alles im Geheimen und sehr verschwiegen. Es gelingt ihm erstaunlich gut, dieser Aufgabe gerecht zu werden - bis zu dem einen Tag, an dem er eine Sendung nicht zustellen kann. Als er, von Neugierde getrieben, das Päckchen öffnet und den Inhalt erblickt, wird nichts mehr so sein, wie es war. Ab diesem Zeitpunkt ist er ein Gejagter ...


Wem kannst du trauen? Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich hier, wie der Protagonist in den unterschiedlichen Situationen agierte, um seinen Jägern immer wieder zu entkommen - ich muss sagen, für einen 17-Jährigen eine reife Leistung. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Ans Herz gewachsen ist mir Protagonist Dorian, denn obwohl er sich in einer wirklich misslichen Lage befindet, weiß er, was er will und tatsächlich gelingt es ihm mit Hilfe seiner Cleverness, immer wieder zu entkommen und nach und nach dem Geheimnis der Lieferung auf die Spur zu kommen. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend zu lesen, sodass ich abschließen sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Bewertung
 
Von Ursula Poznanski bereits gelesen und rezensiert: (Das Laufband ist erst sicher, wenn der Adblocker für diese Seite deaktiviert wurde)





Die Autorin:

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren und begann nach einem abwechslungsreichen Schul- und Studienleben als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag, für den sie immer noch tätig ist. Sie selbst sagt von sich, sie hätte sich schon immer gerne Geschichten ausgedacht, aber nie zu Papier gebracht. Wenn sie schrieb, dann nur Kurzgeschichten. Im Jahr 2000 nahm sie - leider erfolglos - an einem Drehbuchwettbewerb des ORF teil. Dadurch entdeckte sie, dass sie doch zu "längeren" Texten fähig war und fing Feuer. Sie sammelte Romanideen und schaffte es, mit "Buchstabendschungel" im Jahr 2003 ihr erstes Kinderbuch zu veröffentlichen. Es folgten Erstlesebücher, Kinderkrimis und ein Teenager-Liebesroman. Für ihre Werke wurde sie u.a. mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet und für den Österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Loewe legt sie im Frühjahr 2010 mit „Erebos” einen packenden Jugend-Thriller vor, der sich mit den Manipulationsmöglichkeiten virtueller Welten auseinandersetzt und gekonnt die reale mit der Welt des Online-Computerspiels verwebt. Ihr zweiter Thriller "Saeculum" für Jugendliche erschien im November 2011. Im Februar 2012 erschien ihr erster Thriller für erwachsene Leser mit dem Titel "Fünf" bei Rowohlt. Ursula Poznanski lebt mir ihrer Familie in Wien. (übernommen von Lovelybooks)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.  


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir geliehen.

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