Mittwoch, 15. Juni 2016

[Rezension] Jojoy Moyes - Ein ganzes halbes Jahr


Leseprobe


Eckdaten:
MP3 CD
Verlag: Argon Verlag; Auflage: 8 (21. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839812348
ISBN-13: 978-3839812341
Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 0,6 x 13,7 cm

Inhalt gem. Amazon:
Man darf sich nicht verlieren, wenn man sich liebt
Lou Clark weiß eine Menge. Sie weiß, wie viele Schritte es von der Bushaltestelle bis nach Hause sind. Sie weiß, dass ihr die Arbeit im Café »Buttered Bun« gefällt und sie weiß, dass sie ihren Freund Patrick vielleicht nicht liebt.
Was Lou nicht weiß, ist, dass sie ihren Job verlieren wird und einen neuen annehmen wird, der alles Bisherige in Frage stellt.
Will Traynor weiß, dass der Motorradunfall ihm den Lebensmut genommen hat. Er weiß, dass alles sich klein und freudlos anfühlt und er weiß ganz genau, was er dagegen tun wird.
Was Will nicht weiß, ist, dass Lou in sein Leben platzen wird wie eine Explosion aus Farben. Und weder Lou noch Will wissen, dass sie das Leben des anderen für immer ändern werden.

Zum Hörbuch:
Lou Clark ist verzweifelt, findet sie doch keine Arbeit, die sie auch ausführen kann oder will. Vieles hat sie schon probiert, ist aber immer wieder kläglich gescheitert.
Als ihr der Job angeboten wird, einen behinderten, im Rollstuhl sitzenden Mann zu versorgen und ihm Gesellschaft zu leisten, greift sie sofort zu, zumal die Stelle sehr gut bezahlt wird.
Dann trifft sie Will, einen 31-jährigen Mann, an den Rollstuhl gefesselt, zynisch und lebensmüde. Er zeigt ihr deutlich, dass er sie nicht mag und ignoriert sie. Aber nicht lange, denn Lou will ihren Job machen, gut machen, also plaudert sie auf ihn ein und versucht ihn zu was auch immer zu animieren. Was zugegebenerweise sehr schwer ist, denn er hat mit dem Leben abgeschlossen. Seine Krankheit kann nicht geheilt werden und der Mensch, der er jetzt ist, will er nicht sein. 
Er hat seinen Eltern noch ein halbes Jahr versprochen, dann will er in die Schweiz, um seinem Leben ein Ende zu setzen ...

Lou hat so verzweifelt Arbeit gesucht, dass sie sogar den Job annimmt, von dem sie noch weniger Ahnung hat als von anderen. Aber denkt sie sich, jemanden zu unterhalten kann ja nicht so schwer sein. Die Arbeit wird ihr aber von Will nicht leicht gemacht, er versucht sie zu ignorieren. Es ist aber nicht leicht, Lou zu ignorieren, sie ist ein Lebensbündel, sprüht regelrecht vor Energie und kann eines gar nicht - die Klappe halten.
Lou kleidet sich unmöglich, aber sie steht dazu. Sie ist so ganz anders, als andere junge Frauen in ihrem Alter.
Will gelingt es nicht, sich ganz von Lou abzuwenden, dazu ist diese zu hartnäckig. Ein ums andere Mal gelingt es ihr, ihn zum lächeln zu bringen, was seine Mutter erfreut zur Kenntnis nimmt.
Diese hatte Lou eingestellt in der Hoffnung, dass Lou ihn von seinem Schritt, in die Schweiz zu gehen, abbringt. Als Lou, die auf die Dauer von einem halben Jahr eingestellt wurde, mitbekommt, was es mit dem halben Jahr auf sich hat, schmeißt sie den Job hin. Sie kann das nicht, zumal sie sich inzwischen Will nahe fühlt. Sie will nicht gemeinsam mit ihm und seinen Eltern darauf warten, dass es vorbei geht. Sie will leben und will das auch für Will.

Sie lässt sich jedoch überreden, den Job weiter zu machen, wird nun aber vieles mit Will unternehmen, um ihm die Freude am Leben zurückzugeben.

Was für ein Buch. Ein Buch, das niemand so einfach wegsteckt. Ein Buch, das berührt, einen nachdenken lässt und einem zeigt, wie schön das Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann.
Taschentuchalarm ist angesagt und das so richtig.

Ich habe für dieses Buch die Hörbuch-Variante gewählt und bin wie immer begeistert von Luise Helms Stimme. Sie haucht den Personen Leben ein und macht sie authentisch. Es ist ein wahrer Genuss, ihr zuhören zu dürfen.

Das Buch lässt Hoffnung zu, Hoffnung auf ein Leben von Will und Lou, die sich durch die Hartnäckigkeit von Lou kennenlernen, auch wenn Will es eigentlich nicht möchte. Ein Mensch, der für sich mit dem Leben abgeschlossen hat, tut sich schwer, das Leben wieder an sich heranzulassen.

Es ist ein sehr emotionales Buch, das innehalten lässt, einen zum Nachdenken anregt und bei mir auf Arbeit für Gesprächsstoff sorgte.
Was würde man wollen, wenn es einen selbst betrifft? Möchte man weiterleben, wenn das Leben für einen selbst nicht mehr lebenswert ist? Wie reagiert man, wenn man aber auch gar nichts mehr selbst machen kann und doch vorher ein lebenshungriger Mensch war?

Das Buch hat mich tief bewegt und nachdenken lassen.
Die Protagonisten sind glaubwürdig, sowohl von ihrem Wesen her wie auch von ihren Entscheidungen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und wenn ich mehr als 5 Pfötchen zur Verfügung hätte, hätte ich diese auch vergeben. Für mich eins der besten Bücher, die ich gelesen habe.
Klare Kauf- und Leseempfehlung.  

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. 









Von Jojo Moyes bereits gelesen und rezensiert:
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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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