Dienstag, 16. August 2016

[Rezension] Jonas Jonasson - Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-570-58562-7
Erscheinungstermin: 7. April 2016
Format: Hardcover

Verlag: carl´s books



Klappentext: gem. Random House:
Johan Andersson – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch »Mörder-Anders« genannt – ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job sowie neue Freunde. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftstüchtigen Pfarrerin Johanna Kjellander, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotel-Rezeptionisten Per Persson gründen sie eine »Körperverletzungsagentur« mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt, sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Doch Stockholms Gangsterbosse haben mit ihm noch eine Rechnung offen und nehmen Mörder-Anders und seine Freunde gründlich in die Zange …


Rezension: 
Johan Andersson hat seine besten Jahre schon hinter sich und diese stilecht im Knast verbraucht. Seit seiner Jugend ist er in den staatlichen Verwahranstalten ein und aus gegangen und auch wenn er nach einem jeden Aufenthalt Besserung gelobte, so sorgte doch der Alkohol dafür, dass diese Vorsätze im Rausch schnell wieder dahin waren und Andersson schon bald wieder einfuhr. Auf Grund seiner Vergangenheit wird Johan Andersson auch von niemand mehr mit seinem bürgerlichen Namen angesprochen, sondern nur noch als Mörder-Anders. Derzeit ist er frisch aus der Haft entlassen und dieses Mal soll es wirklich das letzte Mal gewesen sein! Zukünftig will er sich von allem fernhalten, was ihm auch nur im entferntesten wieder in sein altes Leben zurückbringen könnte - von daher braucht er einen völligen Neufang, inklusive neuer Behausung und neuer Freunde.

Eine kleine Pension soll seine neue Unterkunft sein - und dort bietet sich auch gleich die Möglichkeit neue Freundschaften zu schließen. Rezeptionist Per Persson ist der Auserkorene, der von nun an Mörders-Anders Freund sein wird, ob er will oder nicht und ehrlich gesagt, er will nicht, traut sich aber nicht, es diesem zu sagen, denn immerhin ist Mörder-Anders ein Mörder. Überhaupt fühlt sich Per Persson vom Leben überaus gebeutelt - nicht nur, dass er einen trostlosen Job hat, keine Freunde und somit auch keine wirkliche Erfüllung in seinem Leben, nein, zu allem Unglück hat er auch noch Mörder-Anders als Freund am Hals. Eigentlich kann es nur noch bergauf gehen - eigentlich.

Während einer Pause von seiner Arbeit (und Mörder-Anders) trifft Per Persson auf Johanna Kjellander, eine vom Glauben abgefallene Pfarrerin. Also was skurrile Gestalten in seinem Leben angeht, dafür hat Per Persson wirklich ein Händchen. Tatsächlich freunden sich Johanna und Per schnell an und da es bei beiden finanziell bisher nicht so gut aussieht, haben sie eine Idee - eine Körperverletzungsagentur, mit Mörder-Anders als ausführendem Organ, während Per und Johanna die organisatorische Leitung übernehmen. Denn wer ist prädestinierter dafür, Schulden anderer Leute einzutreiben, als ein ehemaliger Mörder? Tatsächlich boomt innerhalb kürzester Zeit das Geschäft, es kommen immer mehr Aufträge rein, auch wenn Johanna und Per ganz schön zu tun haben, Mörder-Anders zur Arbeit anzuhalten, denn dieser hat das Arbeiten nun einmal nicht erfunden. Wenn er nur alle Aufträge bedienen würde, die hereinkommen, alle drei wären in absehbarer Zeit reich - doch dann befällt Mörder-Anders etwas, womit niemals zu rechnen war - der Glauben an Gott und das es Mörder-Anders Aufgabe wäre, Gutes zu tun. Nun ist guter Rat teuer, denn nach wie vor stehen Aufträge aus und Mörder-Anders weigert sich strikt, seiner bisherigen Berufung nachzugehen - die Religion hat ihn voll vereinnahmt ...


Der Mörder, die Pfarrerin und der Rezeptionist! Der Plot wurde, wie die vorherigen Bücher des Autors, wieder herrlich skurril erarbeitet. Besonders gut haben mir die herrlichen Richtungswechsel innerhalb des Plots gefallen, sodass ich mir als Leser nie sicher war, wohin mich diese Geschichte führen wird. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur des Per Persson, denn dieser arme Tropf ist in eine völlig unmögliche Situation geraten und vermag es dennoch, das beste aus ihr zu machen, wobei er immer wieder den durchgeknallten Mörder auf Spur bringen muss. Den Schreibstil empfand ich als locker-leicht zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch sehr humorvolle Lesestunden bereitet hat.

Bewertung


Von Jonas Jonasson bereits gelesen und rezensiert: (Das Laufbanner ist erst nach Deaktivierung des Adblockers für diese Seite sichtbar)


Der Autor:
Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Das Buch trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los und wurde zu einem Weltbestseller. Auch die Verfilmung war international höchst erfolgreich. Im November 2013 erschien Jonassons zweiter Roman Die Analphabetin, die rechnen konnte in Deutschland und wurde sofort zum Nr.-1-Bestseller. (übernommen von Random House)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich  mir geliehen. 


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