Donnerstag, 29. September 2016

[Lesung] Joy Fielding liest aus "Die Schwester"

Joy Fielding ist in Deutschland. Freude kam bei mir (Kleeblatt) auf, als ich davon erfuhr.
Schock - sie liest nicht in Berlin.
Hm, da ist guter Rat teuer.
Ich habe mir die Stationen ihrer Lesereise angesehen und fand, dass Radebeul bei Dresden ja nicht soooo weit weg war, dass man es nicht erreichen konnte.
Also wurde kurzerhand Urlaub beantragt und eine Eintrittskarte organisiert.
Dann ging es auch schon los, Frl. Maunz war mit von der Partie, Kerry fehlte, die durfte arbeiten gehen.

Die Location war gut gewählt - Schloss Wackerbarth, absolut sehenswert, ein Weingut, das auch selbst keltert.



Joy Fielding, eine kanadische Autorin macht diese Lesereise durch Deutschland, um ihr neues Buch "Die Schwester" vorzustellen.


 

Nachdem die Zuhörer von einem Mitarbeiter des Weinguts begrüßt wurden, wurde die Leitung des Abends in die kompetenten Hände von Margarete von Schwarzkopf gelegt, die die Autorin interviewte und als Dolmetscherin fungierte.
Suzanne von Borsody, Schauspielerin und Sprecherin für Hörbücher, las die deutschen Texte aus dem Buch.

v.l.: Margarete von Schwarzkopf, Joy Fielding, Suzanne von Borsody

Bevor jedoch gelesen wurde, gab es eine Menge von Joy Fielding zu erfahren.
Diese hat inzwischen 23 Bücher geschrieben. Ihre ersten Versuche tätigte sie bereits mit 8 Jahren, eine kurze Story, die jedoch nie an die Öffentlichkeit geriet.

Es gab Jahre, da schrieb sie überhaupt nicht. Sie arbeitete als Schauspielerin in Los Angeles, hatte aber nicht so den Erfolg. Sie wurde als speziell eingestuft, was soviel hieß wie, wir wissen nicht, was wir mit ihr tun sollen (ihre eigenen Worte).
Sie hängte die Schauspielerei an den Nagel und fing an zu schreiben.
Zwei ihrer Bücher sind in Deutschland verfilmt worden, einige mehr in den USA. Sie hat ihre eigene Meinung zu den Verfilmungen und hat irgendwann ihren Frieden mit ihnen gemacht.

Sie selbst sieht sich nicht als Krimiautorin, ihr geht es um die Konflikte der Menschen zueinander. Menschen, die in Abgründe stürzen und ihr Weg aus selbigen und was diese dabei lernen.

Auf die Frage, woher sie ihre Ideen nimmt, antwortete sie, dass diese eher aus dem privaten Umfeld kommen, aus Erzählungen oder eigenen Erlebnissen von Freunden und Bekannten. Dialoge mit Menschen bleiben bei ihr hängen, wenn diese interessant waren.
Die Inspiration zu dem Buch "Die Schwester" erhielt sie jedoch vom Vermisstenfall der kleinen Maddie, die in Portugal aus der Ferienwohnung spurlos verschwunden war und noch immer gesucht wird.

Margarete von Schwarzkopf im Gespräch mit Joy Fielding

Im Anschluss las Joy Fielding den kurzen Einleitungstext des Buches in englisch. Dem folgte Suzanne von Borsody mit dem Teil, wo sich das Verschwinden ihrer Tochter Samantha zum 15. Mal jährt und sich eine junge Frau bei ihr meldet. 
Ein weiterer Abschnitt folgte, der den Dialog zwischen Mutter und Tochter Michelle wiedergab, der einen Tag vor dem Flug der Mutter nach Calgary stattfand.

Joy Fielding, lesend

Suzanne von Borsody, lesend

Im weiteren Interview mit Joy Fielding erfuhren wir von ihr, dass ihre Stärke die Dialoge sind.
Viele Dialoge sind Mutter-Tochter-Dialoge, die sie faszinieren.
Sie selbst ist Mutter zweier Töchter und ihre ältere Tochter ist die schwiegere. Von daher hat sie mit den anstrengenden Dialogen keine Probleme, sie kennt sich aus.
Ein großes Thema in ihren Büchern ist die Schuld.
Ihre Bestrebungen gehen dahin, jedes Buch anders zu schreiben, so dass kein Abklatsch eines Werkes entsteht.

Auf die Frage, warum sie keine Serien schreibt, meinte sie, dass sie die Geschichten lieber zu Ende erzählen würde.
Zwar war mal angedacht, das Buch "Sag, dass du mich liebst" als 1. Teil einer Trilogie zu schreiben, aber sie hat davon doch erst mal Abstand genommen. Aber man soll nie nie sagen.
Sicher kann es passieren, dass die ein oder andere Figur in einem neuen Buch auftaucht, aber eine direkte Serie ist erst mal nicht angedacht.

Ihre Bücher spielen zum größten Teil in Florida. Die Gegensätze von atemberaubend, schön, sehenswert zu Hurricans und Schlangen gefallen ihr und regen ihre Fantasie an.

Viele ihrer Ideen brauchen Jahre, bis sie umgesetzt werden, einige wenige werden schnell umgesetzt. Sie schreibt täglich ca. 3 - 5 Seiten und das 3 - 4h. Sie führt ein sehr soziales Leben mit Mann, Kindern und Enkelkindern und nimmt sich die Zeit dafür.
Für ein Buch benötigt sie im Schnitt 6 - 8 Monate.

Bevor der letzte Abschnitt von Suzanne von Borsody gelesen wurde, wurde diese noch zu ihrer Tätigkeit als Hörbüchsprecherin befragt.
Gelesen hat sie dann noch Kapitel 10, das in Mexico spielt, ein paar Tage nach dem Verschwinden der Tochter Samantha.

Damit war dann auch schon der schöne und unterhaltsame Abend zu Ende. 
Natürlich hatte ich noch meine 10 Bücher, die ich von der Autorin habe, im Gepäck und habe sie, zur Freude aller hinter mir stehenden, von der Autorin signieren lassen.
Auch ein Foto mit Frl. Maunz war Pflicht und Joy Fielding hat die Kleine gern in den Arm genommen.


Joy Fielding, signierend

links Joy Fielding, rechts Frl. Maunz

Es war eine tolle Veranstaltung mit einer ausgesprochen sympathischen Autorin.

Im Anschluss noch ein paar Impressionen von Schloss Wackerbarth.








Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Jen hat gesagt…

Hallo Monika,

das klingt nach einem tollen Tag!:) Ich glaube Frau Fielding würde ich auch gerne irgendwann mal bei einer Lesung besuchen. Was ich an ihr besonders gut finde ist gerade die Tatsache, dass sie nur Einzelromane schreibt. Denn Reihen gibt es ja wohl genug. Ich finde Reihen kräftezehrend, ein Einzelband ist da mal ganz angenehm.

Liebe Grüße und danke für den Lesungseinblick!
Jenny