Donnerstag, 30. Juni 2016

[Rezension] Mia Brown - Highway 27: Geschundene Herzen


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 130
ISBN: 978-3-902972972
Erscheinungstermin: 21. April 2016
Format:
E-Book
Verlag: Romance Edition

Klappentext: gem. Romance-Edition
Geschichten über die einzig wahre Liebe sind alles Lügen!
Davon ist Lesly Ann seit der Tragödie mit Ben überzeugt. Doch sich deshalb geschlagen geben, kommt für die taffe New Yorkerin nicht infrage. Sie will neu anfangen. Zur Ruhe kommen. In einer Kleinstadt im Bundesstaat Kentucky. Ihr Plan wäre so verdammt gut, gäbe es dort nicht Robert – verteufelt heißer Besitzer des größten Gestüts im Ort, wo ihr Weg sie unweigerlich hinführt …



Rezension:
Mit 30 Jahren hat Lesley Ann Dixon einen Neuanfang gewagt. Dieser war nicht ganz freiwillig, denn bis vor kurzem war die gebürtige New Yorkerin glücklich in ihrer Heimatstadt, glücklich mit ihrem Job und glücklich mit Ben Scott. Doch nach 8 Jahren Beziehung erwischte sie ihn in flagranti im gemeinschaftlichen Bett mit einer anderen Frau. Schlussendlich stand sie von einem Moment auf den anderen vor den Scherben ihres Lebens. Ihre Freundin Helen wusste Rat - Lesley Ann braucht einen Neustart und das möglichst weit weg von New York.

Tatsächlich gelingt es Helen sogar, ihr einen Job weit weg von New York zu verschaffen - im ländlichen Harrison County, Kentucky. Cynthiana, so heißt die Kleinstadt, in die es Lesley Ann verschlagen hat und dort kann sie auch in ihrem Beruf als Journalistin weiterarbeiten. Sicherlich sind die Themen bei der Country Times nicht so anspruchsvoll wie gewohnt und auch ihr Chef Alister Williams ist alles andere als eine Bereicherung für ihr Leben, aber immerhin brauchte sie einen Neuanfang und nun hat sie ihn.

Nach vier Wochen "Einarbeitungszeit" bei der Times ist es auch endlich soweit - Lesley Ann hat ihren ersten eigenständigen Auftrag. Sie soll eine Reportage über ein erfolgreiches Gestüt, die Mason-Farm, schreiben und auch die menschliche Seite betonen - alles kein Problem, immerhin hat sie sich angemeldet und wird erwartet. Problematischer hingegen wird es, als sie mitten im nirgendwo mit dem alten Dienstwagen liegen bleibt. Doch Hilfe kommt in Form eines Indianers, der ihr auch noch den Weg zur nächsten Tankstelle erklärt, wo sie sich nach dem Weg erkundigen soll, denn eines steht fest: Lesley Ann hat sich verfahren, aber so richtig! In der Tat findet sie problemlos die Tankstelle und macht dort Bekanntschaft mit Maria und deren Tochter Amy, die zufällig vor Ort sind. Diese können ihr den Weg beschreiben und Lesley Ann schafft es tatsächlich noch, wenn auch mit reichlich Verspätung, die Mason-Farm zu erreichen und ehrlich: sie ist entzückt. Die Farm ist einfach traumhaft und auch der Verwalter des Gestüts, Tom Miller, nimmt sie herzlich auf. Doch wirklich fesselnd wird es für sie, als sie dem 38-jährigen Robert Mason begegnet, welcher der Junior-Chef des Gestüts ist und schlichtweg der Mann ihrer Träume. Auch Robert ist von der jungen Frau vom ersten Augenblick an angetan, doch er hat ein Geheimnis vor ihr ...


Ein turbulenter Neuanfang! Der Plot wurde authentisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders schön fand ich, dass die Autorin es ihren Lesern ermöglicht hat, intensiv in die Gedanken und Gefühlswelt ihrer Figuren einzudringen, sodass sich Passagen des Buches, die besonders kritische Situationen darstellten, für den Leser sehr gut erschließen ließen. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Ich muss gestehen, mir hat es hier die Figur der Lesley Ann "Anni" sehr angetan, denn auch wenn sie in ihrem Leben hart gestrauchelt ist, ist Aufgeben für die junge Frau keine Option, eher ist sie gewillt, einen Neuanfang in der Fremde zu wagen, als sich durch einen Betrug unterkriegen zu lassen. Das hinter dem Schicksal dieser jungen Frau noch viel mehr steckt, offenbart sich erst nach und nach bei der Lektüre der Geschichte und ganz ehrlich, die Faszination für Robert, die Anni hegt, konnte ich jederzeit nachvollziehen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen. Ich hatte vorab befürchtet, dass hier vermehrt erotische bzw. sexuelle Passagen vorkommen, doch ich muss sagen, es handelte sich wirklich um eine gelungene Mischung, in der auch die Dramatik nicht zu kurz kam. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat. Generell bin ich ja eher nicht der Romance-Leser, doch ab und an braucht Frau einfach ein bisschen Drama und Liebe.



Bewertung


Von Sabine Bürger / Mia Brown bereits gelesen und rezensiert: (Das Laufband ist erst nach Deaktivierung des Adblockers sichtbar)
 


Die Autorin

(Text übernommen von Romance Edition)
Mia Brown wurde an der schönen Ostsee geboren. Seit sie denken kann, ist das Schreiben einer ihrer größten Leidenschaften, doch erst spät hat sie ihren Traum vom eigenen Buch verwirklicht. Nach einigen Kurzgeschichten in diversen Zeitschriften folgte 2012 ihr Romandebüt, dem sich weitere Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Genres und verschiedenen Pseudonymen anschlossen.
Die Autorin liebt Schokolade, das Leben, die Natur und das Lesen über alles. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einem Hund, umgeben von Wald, Feldern und Einsamkeit an der Oder.



Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir spontan gekauft.

Mittwoch, 29. Juni 2016

[Rezension] Gabriella Engelmann - Wildrosensommer



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Knaur (2. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426518457
ISBN-13: 978-3426518458
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,5 x 19,1 cm

Inhalt gem. Knaur:
Im Licht der glitzernden Nachmittagssonne sieht es beinahe aus wie ein Schlösschen. Ein verwunschenes Schlösschen mitten auf der Elbe. Tatsächlich aber ist es ein Hausboot, das der allein erziehenden Mutter Aurelia in einem Bildband ins Auge fällt. Nun lässt die Sehnsucht nach einem idyllischen Zuhause wie diesem sie nicht mehr los. Denn seit dem plötzlichen Verschwinden ihres Mannes Nic fühlt Aurelia sich einsam und entwurzelt. Als sich wenig später die Gelegenheit ergibt, dieses Hausboot zu kaufen, sieht sie darin einen Wink des Schicksals – und zieht schon wenige Wochen später mit ihren widerstrebenden Töchtern, Katze Molly und vielen Träumen im Gepäck von München vor die Tore Hamburgs. Für die gelernte Floristin sind die Vier- und Marschlande mit ihren Rosenhöfen, alten Bauernkaten, Deichen und zahllosen Gärten ein Paradies. Doch auch Rosen im Paradies haben ihre Dornen …

Zum Buch:
Aurelia, eine alleinerziehende Mutter von 2 Mädchen, liebt diese über alles und auch Blumen, was sie auch bei ihrer Arbeit als Floristin ausleben kann.
Seit 2 Jahren ist ihr Lebensgefährte Nic von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden. Keine Nachricht seitdem, kein Hinweis auf seinen Verbleib. Aurelia tut sich schwer, loszulassen. Sie kann nicht glauben, dass er sie und die Mädchen, die er ebenfalls über alles liebte, einfach so im Stich gelassen haben sollte. Auch wenn er stark unter Depressionen litt, das traute sie ihm nicht zu. Zu ihrem Alltag gehört ein abendliches Gespräch mit Nic, indem sie ihm von ihrem Tag und den Kindern erzählt.
Eines Tages findet sie in einem Buch die Abbildung eines Bootes, der Luna. Neben dieser stehen Hinweise, die darauf hindeuten, dass Nic sich das Boot ansehen und sich dort mit jemandem treffen wollte. Aber mit wem?
Das lässt Aurelia keine Ruhe und sie beschließt, die Luna in Hamburg zu suchen. Wie der Zufall es will, steht das alte Boot, das seit dem Tod des Eigners vernachlässigt wurde, zum Verkauf.
Aurelia packt die Gelegenheit beim Schopf, sie kauft das Boot, lässt es renovieren und zieht gemeinsam mit ihren Kindern von München nach Hamburg.
Eine enorme Entscheidung, aber sie gibt die Hoffnung nicht auf, dort auch auf Spuren von Nic zu treffen ...

Aurelia wagt gemeinsam mit ihren Töchtern Louisa, Molly und der Katze Momo einen Neuanfang. Weg von allem alten, weg von allen Freunden. Auch weg von ihrer Chefin und Freundin Coco, was ihr am schwersten fällt.
Sie sehen ihre Zukunft auf dem Hausboot namens Luna in Hamburgs Vorstadt.
Das neue Zuhause ist schnell eingerichtet, sie haben viel mehr Platz als vorher.
Schnell findet sie auch eine Arbeit, wieder als Floristin.
Aurelia bemerkt, dass sie die Gabe hat, bei einigen Menschen deren Aura zu sehen. Nicht immer ist dies eine gute Aura. 
Sie beschäftigt sich bereits schon ein Weilchen mit der Herstellung von Cremes und homöopathischen Tropfen und baut sich damit ein zweites Standbein auf.

Aber die Geschichte des Hausboots und Nics rätselhaftes Verschwinden lassen ihr keine Ruhe, sie muss die Wahrheit wissen.

Ich weiß nicht, wie Gabriella Engelmann es immer wieder schafft, dass ihre Romane ans Herz gehen.
Mit diesem Roman hat sie sich mal nicht auf eine Insel begeben, aber das Thema Wasser lässt sie scheinbar doch nicht ruhen. Das Hausboot Luna liegt auf der Elbe in der Nähe von Hamburg in der Vier- und Marschlande.
Ihre Landschaftsbeschreibungen machen Lust darauf, sich diese Gegend auch einmal ansehen zu wollen. Ihre Liebe zu Hamburg und deren Umgebung ist wieder deutlich spürbar.

Mit Aurelia hat sie eine sympathische Protagonistin geschaffen, die man mögen muss. Sie ist eine Frau, die die Sachen anpackt und die, hat sie sich einmal in einen Gedanken verbissen, diesen auch nicht mehr loslässt und ihn zielstrebig verfolgt.
Seit Nic von einem Tag auf den anderen verschwand, war sie allein für ihre Kinder verantwortlich und hat es angepackt. Sie hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt und erst einmal abgewartet. Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass Nic eines Tages einfach wieder vor ihrer Tür stehen würde. Sie war sich nur nicht sicher, ob sie in einem solchen Fall Nic überhaupt noch haben wollte.
Zwei Jahre sind eine lange Zeit, aber sie hält an ihm fest, sie hat noch nicht mit ihm abgeschlossen. Sie hofft noch immer, so dass ihr die Möglichkeit einer neuen Partnerschaft mit einem anderen Mann nie in den Sinn kam.

Aurelia macht eine Wandlung durch, wird selbstbewusster und baut sich etwas auf.
Sie hält ihre alte Freundin fest, findet aber auch neue Freunde, mit denen sie gern Zeit verbringt. Aurelia ist ein Mensch, den man selbst gern zur Freundin hätte.

Starke Frauen sind Gabriella Engelmanns Stärke. Sie schafft Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann und die glaubwürdig sind. Frauen wie du und ich, die fest im Leben stehen.
Die Autorin hat sich ebenfalls mit dem Thema Homöopathie und Esoterik beschäftigt und bringt das sehr gut ins Buch ein. Auch wenn ich weder von dem einen noch von dem anderen eine Ahnung habe, erscheinen mir die Szenen dazu im Buch glaubhaft. Zum Thema Aura habe ich parallel dazu nach Infos geguckt, weil es mich faszinierte und beschäftigte.

Es ist ein wunderbarer Sommerroman, den man aber auch hervorragend zu jeder anderen Jahreszeit genießen kann.
Hervorheben möchte ich noch das wunderschöne Cover, mit dem das Buch ausgestattet ist. Nicht nur die Haptik und die etwas erhabene Titelschrift sind bemerkenswert, sonder auch das Motiv mit den Wildrosen - passend zum Roman.
Mich hat die Autorin wieder ein paar Stunden sehr gut unterhalten, so dass ich eine Kauf- und Leseempfehlung ausspreche. 
Gabriella Engelmann geht eben immer.


Bewertung:





Zur Autorin:
(Text übernommen vom Knaur - Verlag)
Gabriella Engelmann, 1966 geboren in München, ist gelernte Buchhändlerin. Nach Stationen als Lektorin und als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages arbeitet sie heute freiberuflich als Literaturscout und Autorin von Romanen für Erwachsene sowie von Kinder- und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann lebt und arbeitet in Hamburg.








Die Bibliographie von Gabriella Engelmann und Rezensionen findet ihr auf unserer Autorenseite

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim





bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Folgende Bücher von Gabriella Engelmann wurden bereits von uns gelesen und rezensiert


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 28. Juni 2016

[Rezension] Antje Wagner (Hg.) - Unicorns don´t swim



Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 256
ISBN: 978-3-932338-82-3
Erscheinungstermin: 16. März 2016  
Format: Taschenbuch 
Verlag: Aviva


Klappentext gem. Aviva: 
Haben alle Mädchen ähnliche Sehnsüchte? Denken und fühlen alle auf die gleiche Weise? So individuell und verschieden Mädchen in der Realität sind, so sehr die Themen Gender und Geschlechterrollen auch öffentlich diskutiert werden, so hartnäckig halten sich in Büchern und Filmen doch stereotype Bilder, in denen sich viele Mädchen kaum wiederfinden.
 
»Unicorns don’t swim« versammelt 22 Erzählungen, in denen wir den unterschiedlichsten Mädchen begegnen; Geschichten, die uns über unsere eigenen Erwartungen stolpern lassen, die Irritation auslösen. Dieses Moment der Irritation ist es, was die sonst sehr verschiedenen Erzählungen dieser Sammlung verbindet.
Die Autorinnen kommen sowohl aus der Kinderliteratur als auch der Jugend- und der Allgemeinliteratur. Jede meldet sich am Ende dieses Buchs mit einem kurzen Statement zum Thema Gender zu Wort.



Rezension:
*Sophie Micheel - In Strömen*
Ein faszinierendes rothaariges Mädchen erweckt in der Straßenbahn, trotz Starkregens, die Aufmerksamkeit eines Zuschauers außerhalb der Bahn.

*Sabine Funder - Unicorns don´t swim*
Siiri ist nicht unbedingt eine normale Schülerin, denn sie entwickelt in ihrer Freizeit ein Computerspiel mit einem Einhorn nach Vorlage ihres Klassenkameraden Paul. Siiri ist eher knabenhaft gebaut und der geplante Schulausflug ins Schwimmbad ist ihr schon vorab ein Graus, sodass sie das eingesammelte Geld entwendet ...

*Antje Wagner - Feuer und Flamme*
Jacky und Florentine sind seit einigen Monaten zusammen, als sie sich spontan entschließen, zu heiraten. Nach der Hochzeitsnacht wartet das Erwachen in Form eines blauen Drachens im gemeinschaftlichen Badezimmer.

*Tania Witte - Metamorphose*
Vor 1740 Tagen verlor die damals 11-jährige Alina ihre Mutter. Sie verschwand einfach von der Bildfläche. Ihr Vater, ein Professor für Literaturwissenschaften, zog sie allein groß. Jedoch bekam sie wöchentlich einen Brief von ihr, die sie jedoch nicht öffnet. Der Vater hatte all die Jahre Kontakt und an ihrem 16. Geburtstag soll es zu einem Wiedersehen kommen ...

*Anja Frisch - Djemile*
Die 15-jährige Maris trifft im Skatepark auf ein fremdes Mädchen. Dieses beobachtet sie und nimmt Kontakt mit ihr auf. Doch dann verschwindet sie, jedoch nicht aus Maris Gedanken.

*Corinna Waffender - Mann o Mann!*
Die 9-jährige Karla ist ein Trennungskind, das die halbe Woche bei ihrer Mutter lebt und die andere Häfte beim Vater. Ihr Vater stellt ihr immer wieder neue Freundinnen vor, doch dieses Mal wird alles anders ...

*Vera Kissel - An der Mauer*
Lea ist zusammen mit ihrer Freundin Vanessa in einer Disco. Sie hofft, dort einen ganz bestimmten Jungen zu treffen, denn mit diesem hat sie großes vor ...

*Katharina Korbach - In Nächten ohne Marika*
Marika hatte einst ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Schwester, doch dann verliebte sie sich und zog sich immer mehr von ihrer Familie zurück. Als die Beziehung scheitert, schlägt sie einen Lebensweg ein, der sie immer weiter von ihrer Familie entfernt ...

*Kim Katharina Salmon - Und wie heißt du?*
Jordan Jordan ist gestraft fürs Leben mit ihrem Namen. An der Schule ist sie eine Außenseiterin und sie hasst Basketball. Ob sich je was ändern wird? Fest steht, diese Namenskombination macht es ihr nicht wirklich leicht.

*Kathrin Schrocke - Kirschkönigin*
In Milenas Familie waren alle Frauen Kirschköniginnen im Dorf. Nur Milena geht, sehr zum Entsetzen ihrer Mutter, lieber ins Fitnessstudio, als in High Heels über eine Bühne - und überhaupt: was sollte sie mit einem Krönchen anfangen?

*Laura Henkel - I wanna hold your Hand*
Sabrina verlor vor einem Jahr ihren Bruder. Noch lebt sie bei ihren Eltern und ehrlich, die Nachbarn sind verdammt komisch, denn die sind nie Zuhause. Mit ihrer besten Freundin Ilka macht sie Musik, doch für Sabrina ist es viel mehr als nur Musik.

*Antje Wagner - Die Sache am See*
Eine 4-köpfige Familie fährt gemeinsam in den Urlaub. Alle freuen sich, nur die Tochter der Familie hat gerade extreme Probleme mit der Pubertät und dem damit einhergehenden Gefühlschaos und den körperlichen Veränderungen. Auch am See fühlt sie sich nicht wohl, denn dieser birgt Erinnerungen ...

*Anja Kümmel - Elektrisch*
Sie lebt in einer Stadt, die vollkommen von ihr abhängig ist, denn nur wenn sie erotische Erfüllung findet, gibt es Strom in der Stadt - doch sie ist lustlos und der Winter steht vor der Tür ...

*Juliette Bensch - Stahlrücken*
Sara hat Skoliose, hat jedoch mit Michael, ihrem bersten Freund seit Kindertagen, ein gemeinsames Treffen mit einer Freundschaft aus der letztjährigen Ferienzeit vereinbart. Doch es ist ungewiss, ob Sara auf Grund ihrer Krankheit daran teilnehmen kann und dabei hatte sie Claire mehr als beeindruckt ...

*Kathrin Schrocke - Ira*
Ira ist eine Rebellin und wenig angepasst, was ihr wiederholt Besuche bei der Beratungslehrerin einbringt. Doch auf einmal macht sie eine beängstigende Entdeckung ...

*Vera Kissel - Baby*
Hilde, genannt "Baby" ist mit ihrer Familie neu hinzugezogen. Die Familie hat keinen guten Ruf, so geht z. B. die Schwester auf de Strich, wie ein die Mutter und auch Baby ist etwas sonderbar und schottet sich ab. Aufsehen erregt sie, als sie mit einer Baby-Puppe zur Schule kommt, doch diese steht für eine große Tragödie in ihrem Leben ...

*Ingrid Annel - Halbes Bett*
Die 14-jährige Jonna sucht bei einem Unwetter mit Hagel Schutz in einem verlassenen Keller. Als sie diesen verlässt, befindet sie sich plötzlich im Jahr 1512. Nun ist guter Rat teuer ...

*Antonie Partheil - Hellhelden*
Erzieher Janek entspricht nicht den Erwartungen seiner Eltern. Mit Mara ist er glücklich, doch die Musikerin ist auf Tourneen und Janek holt die Vergangenheit wieder ein ...

*Corinna Waffender - Alles, was ich will*
Lott ist Studentin, wunderschön und doch unsicher in ihrer Geschlechterrolle. Lediglich bei ihrer Freundin Paula fühlt sie sich als das, was sie ist - ein wunderschöner Mensch ...


Mädchen und Frauen abseits des Mainstream! Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich mit der Thematik Mädchen und Frauen und deren Bild in der Gesellschaft bzw. dem Widerspruch dieses Bildes befasst. Ich muss gestehen, einige Geschichten haben mir sehr gefallen und mich tief berührt, jedoch nicht alle (was denke ich, auch auf Grund der Vielfalt einfach nicht möglich ist). Abschließend kann ich aber sagen, dass es faszinierend war mitzuerleben, wie in diesem Buch das gesellschaftliche Bild von Mädchen und Frauen aus den Angeln gehoben wird.

Bewertung: 

Von Antje Wagner bereits gelesen und rezensiert: (Das Banner wird erst nach Deaktivierung des Adblockers für diese Seite sichtbar)



Die Autorin:

Antje Wagner wurde 1974 in Lutherstadt Wittenberg geboren. Sie schreibt Erzählungen und Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt in Potsdam und arbeitet auch als Sprecherin und als Übersetzerin aus dem Englischen. (übernommen von bloomsbury)

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.






Wie ich zu dem Buch kam:

An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei


bedanken, die mir dieses heiß ersehnte Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Montag, 27. Juni 2016

[Lesung] Ein Nachmittag bei Sabine Bürger

Sabine Bürger und ihr Mann haben, wie schon in den letzten beiden Jahren, ihr Haus geöffnet und Freunde empfangen. Das Ganze wieder verbunden mit Lesungen, an denen sich die Zuhörer erfreuen können.
Erfreulicherweise passte es vom Termin her wieder (Kunststück, wir haben ja auch schon vor Monaten mit den Terminen herumjongliert ^^) und wir haben mit Freude zugesagt.
Bevor es losging, mussten erst noch Ember und Kerry von Kleeblatt eingesammelt werden.

Sogar Frl. Maunz war wieder von der Partie und sie war schon ganz aufgeregt, so dass sie gebändigt und festgehalten werden musste.


Eine Umleitung auf dem Weg verhinderte, dass wir auf direktem Weg zu Sabine kamen, wir mussten einen kleinen Umweg über Rom-Erkner-Paris nehmen.

Als wir ankamen, sah es doch so aus, als hätten wir ein schweres Gewitter und starken Regen im Schlepptau. Wir schwören, wir konnten nichts dafür, es ist uns einfach gefolgt.
Der Tag sollte im Freien stattfinden, diese Idee fiel aber buchstäblich ins Wasser, so dass schnellstens alles nach innen gebracht wurde.
Das Wetter war eklig schwül und bei jeder, wirklich jeder, Bewegung zerfloss man förmlich. Der im Zimmer aufgestellte Ventilator schaffte es nicht, allen Kühlung zu verschaffen.

Wir waren nicht die ersten, aber auch nicht die Letzten, die bei Sabine eintrafen.
Dagmar Helene Schlanstedt mit Mann und Sputnik kamen noch etwas später, sie hatten noch das Pech, das Gewitter voll abgefangen zu haben.

Nach einem wunderbaren Kaffee oder Eiskaffee mit leckerem Kuchen verlief sich die Gesellschaft ein wenig.
Kleeblatt machte sich auf die Suche nach Sputnik, um von dem süßen kleinen Kerl, ein schönes Foto zu machen. Was für eine Idee. Hat schon mal jemand versucht, ein ganzes Bündel Energie auf einem Foto festzuhalten? Nun ja, erwischt hat sie ihn ja öfter, aber meist nur von seiner, zugegeben auch sehr schönen, Kehrseite.

 

Dagmar Helene Schlanstedt mit Sputnik

 
Kerry und Sabine mit Sputnik

Bevor es ans Vorbereiten zum Abendessen ging, wurde geschwätzt, klug geredet, sich der Garten angeguckt.
Von dem letzteren ein paar Impressionen.

   

 

In dem kleinen Teich soll es Frösche geben. Kam jedoch Kleeblatt um die Ecke, um diese zu fotografieren, war plötzlich Stille am Teich und Versteckspielen angesagt. Also kein Froschbild. Kerry kann aber bestätigen, dass welche vor Ort waren, denn kaum machten sie und Ember sich auf dem Weg zum Frösche-Kucken - schon kamen gleich zwei angeschwommen und es wurde fleißig gesungen.

Dann endlich fanden wir uns drinnen alle wieder ein und Dagmar Helene Schlanstedt wollte lesen. Also, sie wollte nicht nur, sie tat es auch.

Sie las aus ihrem neuen Buch "Blue Eyes - Für immer und dein", das sie unter dem Pseudonym Helena Grass geschrieben hat.  

 
Dagmar lesend, hat  Frl. Maunz als Zuhörer gewonnen

  
vorn Ember, dahinter Karen Grace Holmsgaard mit Mann

Im Anschluss wurde diskutiert über Gott und die Welt - nun ja, eher über die Welt.

Zwischendurch wurden wir genötigt (war ein Scherz), den schönen Sonnenuntergang zu bewundern, was wir auch gern taten.

Sonnenuntergang im Oderbruch

So langsam wurde es dann auch Zeit zum Essen, es war spät und dem ein oder anderen knurrte so langsam der Magen. Das Wetter hatte sich ausgeregnet und es war angenehm warm, wenn auch noch immer schwül, so dass wir das Essen nach draußen verlegen konnten.

 
links: letzte Vorbereitungen in der Küche
rechts: Dagmars Mann Bernhard hat hier eine tragende Rolle (er hält eine Grillräucherrute)

draußen wird gegrillt, Fleisch, Gemüse und Brot

 
bengalisches Feuer in einem Baumstumpf

v.l. Ilona, Sabine, Christine (Sabines Freundin) und Mann

rechte Seite: v.r.n.l.: Karen Grace Holmsgaard, ihr Mann, Christine, deren Mann, Ilona

linke Seite: v.l.n.r.: Kerry, Dagmar, ihr Mann Bernhard, Sabines Mann Klaus

Wir haben gut und viel gegessen und waren pappsatt. Lecker war es obendrein. 
Es gelang uns wieder mühelos, vom Hundersten ins Tausendste Themen zu finden, die uns beschäftigen und der Abend / die Nacht schritt voran.
Die ersten Gäste verabschiedeten sich dann schon und wir hartgesottenen wollten aber noch Sabine lesen hören.
Es war inzwischen 01:15 Uhr am Sonntag Morgen? und wir lauschten Sabine, die aus ihrer Liebesnovelle "Highway 27" vorlas.

Auch dieses Buch wurde unter Pseudonym geschrieben, Sabine ist hier Mia Brown

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Wir entschieden uns dann gegen 02:30 Uhr, dann doch den Heimweg anzutreten.
Natürlich können wir nicht fahren, ohne dass die beiden Autorinnen sich mit Frl. Maunz haben ablichten lassen.

Sabine lesend

 
Frl. Maunz mit Dagmar und Sabine

Bevor wir uns endgültig verabschiedeten, wollten Kleeblatt und Ember noch das Froschkonzert aufnehmen, dass sie den ganzen Abend lautstark hören durften. Also machten sich beide auf den Weg, der noch dunkler als stockdunkel war, so dass Kleeblatts Stirn mit der Wäschestange schmerzhaft Kontakt aufnahm.
Klar, dass die Frösche sich daraufhin auch ruhig verhielten.
So hat Kleeblatt es später noch einmal versucht, das nächtliche Froschspektakel aufzunehmen.



Es war ein wunderschöner Tag und er endete für Kleeblatt, die alle nach Hause gefahren hatte, tatsächlich schon um 04:45 Uhr. Sonst steht sie um diese Zeit auf, nun kam sie mal zu der Zeit nach Hause.

Wir möchten allen danken, die für den schönen Tag gesorgt haben. Für die tollen Gespräche ein Dankeschön wie auch für das super Essen und die angenehme Gesellschaft. 
Es war alles lecker, was auch immer wir probiert haben.

Auf dem Heimweg haben wir uns ein wenig Zeit gelassen, denn wir wollten nicht einen der Füchse oder Katzen mitnehmen, die nächtens unseren Weg kreuzten. Auch alles andere Getier, dem wir begegneten, wollten wir nichts tun und waren froh, dass wir unfallfrei nach Hause kamen. Es war schon fast hell, als wir unser Zuhause erreichten.

Herzlichen Dank auch für die kleinen Schenkis, mit denen wir beglückt wurden

von Sabine

von Dagmar

Es war wieder ein wunderbarer Tag mit euch, den wir gerne wiederholen.
Er war stimmig, gefüllt mit Essen und Lachen und war fast perfekt, wenn der Wettergott mit uns ein Einsehen gehabt hätte. Aber wir arbeiten dran.

Nochmals herzlichen Dank an die Gastgeber, ihr beide seid einmalig und wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Kleeblatt und Kerry

Sonntag, 26. Juni 2016

[Neuzugänge] der 25. KW 2016

Kerry hatte die letzte Woche wieder einmal gestreikt. Bei ihr durften keine neuen Bücher einziehen. Bei Kleeblatt jedoch schon, so dass das heute wieder eine Einmannshow ist.
 
Hier nun meine Neuzugänge der letzten Woche.

Kleeblatts Neuzugänge:
Musso, Guillaume - Vierundzwanzig Stunden 
Anderson, Jan / Koch, Christian - Wilma Bumsen 
Stienen, Rike - Liebe ist kriminell 



  

Kennt ihr bereits eines meiner neuen Bücher bzw. habt ihr sogar schon eines von ihnen gelesen?
Kleeblatt

Samstag, 25. Juni 2016

[Rezension] Christiane Lind - Das Shakespeare-Geheimnis



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Amazon Publishing (10. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503937747
ISBN-13: 978-1503937741
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,5 x 18,6 cm

Inhalt gem. Amazon:
London 1592. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann landet die junge Alice in der Welt der Theater, Bordelle und Tierkämpfe. Als Mann verkleidet und mit Hilfe des Autors Christopher Marlowe wird sie Schauspieler im Rose Theatre. Trotz der Sorge aufzufliegen, wird Alice am Theater glücklich – spätestens als sie dort ihre große Liebe findet. Doch dann spürt ihr Ehemann sie auf, und Alices Leben gerät in höchste Gefahr …

Zum Buch:
Alice ist fasziniert von der Welt des Theaters. Zu gerne würde sie an dieser teilhaben, spielen oder auch Stücke schreiben. Aber die Zeit ist die falsche. 1592 ist es Frauen nicht gestattet, im Theater zu arbeiten, selbst Frauenrollen werden von Jungen vor dem Stimmbruch gespielt.
Frauen haben zu der Zeit keinerlei Rechte, die Wahl des Ehemannes wird in den meisten Fällen von den Eltern getroffen.
So sieht auch Alice sich gezwungen, eine Ehe eingehen zu müssen, die sie nie im Leben in Erwägung gezogen hätte.
Ihr Vater, geblendet von der Welt des Adels tut alles, um einen Titel in der Familie zu haben und verschachert Alice an den Edelmann Stephen, der Alice schon bei der ersten Begegnung unsympathisch ist.
Aber ihr Vater lässt nicht mit sich reden und Alice heiratet Stephen. Sein wahres Gesicht zeigt er auch sehr schnell, denn er ist ein brutaler und böser Mann. Er verprügelt Alice, die sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen kann. Sie hat gelernt, auch dieses zu erdulden, denn wenn sie klagt, werden die Schläge noch brutaler. Nicht einmal auf eine beginnende Schwangerschaft nimmt er Rücksicht.
Als Stephen dann auf Reisen ist, flieht sie voller Schrecken zu ihren Eltern, wird aber von diesen maßlos enttäuscht. Der Vater geht nicht davon ab, dass Alice zu ihrem Mann gehört und will sie zu ihm zurückschicken. Schließlich ist eine Frau selbst schuld, wenn sie von ihrem Mann gemaßregelt wird. Auch ihre Mutter steht nicht zu ihr und verschließt vor Angst vor ihrem Mann die Augen.
Nur in Millicent, ihrer früheren Amme, findet sie eine Freundin und Vertraute, die aber leider nicht helfen kann.
Bevor jedoch Stephen kommt und sie zu sich zurück holt, flieht sie aus ihrem Elternhaus. Als junger Mann verkleidet macht sie sich auf den Weg nach London, nur wenig Geld in der Tasche, aber voller Hoffnung auf ein Leben ohne Stephen. 
Dieser jedoch schäumt vor Wut, als er Alice nicht bei ihren Eltern vorfindet und macht sich voller Zorn auf die Suche nach Alice ...

Alices Leben ist nun dies eines jungen Mannes. Sie findet Anschluss bei Vaganten, Heimatlosen. Marlowe, ein Autor, nimmt sie unter seine Fittiche und endlich darf sie auf der Bühne spielen. Ein so lang gehegter Traum wird Wirklichkeit. Aber sie weiß, dass sie sich nicht als Frau zu erkennen geben darf, denn es ist strafbar, Frauen auf der Bühne auftreten zu lassen. Zudem muss sie immer auf der Hut sein vor ihrem Mann, denn ihr ist bewusst, dass er sie suchen wird, erbarmungslos und er nicht ruhen wird, bis er sie gefunden hat.
Dann ist da auch noch James, für den sie anfängt, Gefühle zu haben, der aber ist eher ein Luftikus, am liebsten hat er jeden Tag eine andere Frau in seinem Bett.

Die Autorin Christiane Lind entführt den Leser nach London in die Zeit von Elisabeth I. Es ist eine düstere Zeit, vor allem für Frauen. Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ist bei Null, sie werden von Eltern und Ehemännern wie Eigentum behandelt, mit dem sie tun und machen können, was immer sie wollen. 
Die Ehen werden arrangiert, ohne Mitspracherecht der Frauen.
Auf der Bühne des Theaters sind Frauen nicht zugelassen, es ist eine Männerdomäne, die Mitwirkung von Frauen auf der Bühne ist verboten und wird geahndet.
In genau dieser Zeit spielt dieser Roman um die Protagonistin Alice. Eine junge impulsive Frau, die das Herz auf der Zunge trägt. Aber nur solange, bis sie mit Stephen verheiratet wird. Einem Mann, dem die Gefühle seiner Frau egal sind, der sie nur wegen ihres Geldes geheiratet hat und der nichts von ihr hält.

Aus der einstigen impulsiven und lebenslustigen Alice wird eine Frau, die Schmerzen erduldet und nicht mehr widerspricht. Ihre Leiden sind kürzer, wenn sie alles über sich ergehen lässt. Aber ein kleiner Lebensfunke existiert noch in ihr, einer, der sie über sich selbst hinauswachsen und ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen lässt.

Christiane Lind spiegelt mit ihrem Buch das Leben in London zu dieser Zeit sehr gut wieder. Man begegnet einem London, das sich viel auf der Straße abspielt. Bedrohte Existenzen bedrohen andere, bestehlen sie und nicht selten nehmen sie ihnen auch das Leben. Es ist eine rohe Zeit, in der Mitmenschlichkeit keine große Rolle spielt. Jeder ist sich selbst der nächste.
Für den eigenen Vorteil darf es gern auch mal Verrat oder Denunziation sein.
Die Autorin hat diese Zeit sehr gut recherchiert, hat sogar einige real existierende Personen in ihr Buch eingegliedert. Selbst William Shakespeare hat in ihrem Buch seinen Platz gefunden, Christopher Marlowe und andere. 

Marlowe spielt in diesem Buch ebenfalls eine tragende Rolle. Als Autor und Spion sitzt er zwischen den Stühlen. Er will nicht mehr spionieren, hat aber keine Chance, aus diesem Zwiespalt zu entkommen.

Die Figuren in dem Roman sind farbenfroh gezeichnet, authentisch und, gerade die real existierenden, fantastisch recherchiert.
Als Leser fühlt man sich in das 16. Jh. in London zurückversetzt. Man erlebt ein gutes Stück englischer Geschichte, hat das Gefühl, man rieche förmlich das alte London. 
Dank des abgebildeten Stadtplanes von London fühlt man sich auf den Straßen auch nicht fremd, ein Blick auf die Karte und man weiß, wo man sich befindet.
Christiane Lind hat neben dem Stadtplan dem Leser weitere Informationen zur Verfügung gestellt. So findet man am Ende des Buches ein Glossar mit den Erläuterungen unbekannter bzw. nicht mehr aktueller Begriffe und Hintergrundinformationen. Man erfährt hier über das Theater zu Elisabeth' Zeiten, über Marlowes Tätigkeiten als Spion, Shakespeares Geheimnis seiner Stücke sowie Löhne und Preise in England.

Ein rundum gelungenes und in sich stimmiges Buch, das mir schöne Lesestunden bescherte und das ich gern weiterempfehle.


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.



Von Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:
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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 24. Juni 2016

[Rezension] Helena Grass - Blue Eyes: Für immer und dein


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 339
ISBN: 978-9963534456
Erscheinungstermin: 24. Juni 2016
Preis: 2,99 EUR 
Format: E-Book
Verlag: Bookshouse

Klappentext: gem. Bookshouse
Es geht heiß her zwischen Juliette und Tom. Sex ist in Ordnung, Liebe nicht. Eine junge Prostituierte wird tot aufgefunden, nackt und mit auffallender Sonnenbrille, die auf erschreckende Weise der von Juliette gleicht. Sie glaubt an einen Zufall, bis eine weitere Frauenleiche geborgen wird, mit einem Ring am Finger und einer Gravur, die ihr einen Schock versetzt. Noch ahnt sie nicht, dass jemand ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, um ihr auf skrupellose Weise einen Spiegel vor das Gesicht zu halten. Als ein dritter Mord geschieht und nur einer von dem mysteriösen Fundstück wissen kann, nämlich Tom, beschleicht sie der Verdacht, dass seine Absichten nicht die sind, die er ihr weismachen will. Was für ein dunkles Geheimnis verbirgt er? Oder ist der Grund ein völlig anderer, ein noch unheilvollerer?

Rezension:

Tom Hartung ist ein attraktiver Mann im besten Alter und das, was man schlechthin einen Womanizer nennt. Er lässt nichts anbrennen und dank seines Charmes erregt er die Aufmerksamkeit von nicht wenigen Frauen. Treue ist nicht so sein Ding, muss es auch nicht, denn er führt mit der 30-jährigen Juliette Kramer seit zwei Jahren eine überaus befriedigende und vor allem offene Beziehung. Auch beruflich ist Tom ausgesprochen erfolgreich. Derzeit ist er Manager eines renommierten Hotels in München und hier vor allem als Finanzexperte und Manager für das Personal, Marketing und die Buchhaltung tätig.

Derzeit geht es dem Hotel jedoch nicht sehr gut. Auf Grund diverser Umbaumaßnahmen sind die Zimmerpreise derart in die Höhe geschossen, dass man von einer Vollauslastung nur noch träumen kann. Schuld daran ist jedoch nicht Tom, sondern Jack "Jackie" Reedmann, der Ehemann der Hotelbesitzerin Irmgard Reedmann. Vor zwei Jahren schlossen die Beiden die Ehe und "Irmi" befürwortete es sehr, als ihr Mann sich in ihrem Hotel engagieren wollte. Doch nun ist das Fass voll - Irmi trennt sich in einer eilig berufenen Resortleiterversammlung von ihrem Mann und enthebt ihn seines Postens, denn Jackie nahm es nicht nur mit der Treue gegenüber seiner Frau nicht so genau, nein, auch die Geldverwaltung für die Umbauarbeiten floss zu einem Teil in seine eigene Tasche. Irmi jedoch hat nun endgültig genug von diesem Blender und bietet stattdessen Tom dessen Job an. Wirklich, für Tom könnte es nicht besser laufen!

Auch Juliette ist mit der offenen Beziehung mit Tom sehr zufrieden, denn die Beiden verbinden einfach nur die positiven Aspekte einer Beziehung miteinander und obwohl sie Tom aufrichtig mag und schätzt, lieben tut sie ihn nicht. Als Tom sie anlässlich ihres 30. Geburtstages mit einer Reise nach Hamburg und einem Musical-Besuch vom Phantom der Oper überrascht, ist die Freude natürlich groß. Allerdings ist sie etwas irritiert, als sie auch noch versteckt eine Sonnenbrille in ihrer Sehstärke, die ihr wirklich ausgezeichnet steht und einen Ring, graviert mit ihrem Geburtsdatum, findet. Sie ist doch etwas schockiert - Tom wird ihr doch wohl keinen Antrag machen wollen? Tatsächlich offenbart sich Tom hier nicht, ja behauptet sogar, dass weder Brille noch Ring von ihm wären. Hat vielleicht ihr Nachbar Robert, mit dem sie eine Zeitlang eine Liaison hatte, etwas mit den Geschenken zu tun? Als sie einen Bericht im Fernsehen sieht, offenbart sich ihr Schreckliches: es wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden, die dieselbe Sonnenbrille hatte wie sie und die Frau war nicht das erste Opfer des unbekannten Killers ...


Blaue Augen sind gefährlich ...! Der Plot wurde spannend und temporeich erarbeitet. Begeistert war ich davon, in welche Richtungen mich die Geschichte führte. Immer wenn ich dachte, ich wüsste, wie sich der Plot entwickelt, wurde ich eines besseren belehrt und ganz ehrlich, ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, wie sich die Geschichte schlussendlich auflöst. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Dieses Mal kann ich mich noch nicht einmal entscheiden, welche Figuren mich am meisten begeistert waren, denn ich war sowohl von den Protagonisten Tom und Juliette, wie auch von den Nebenfiguren absolut fasziniert. Wobei ich hierbei anmerken möchte, dass mich gerade die Entwicklung der Figur des Tom sehr positiv überrascht hat, in den Mann steckt tatsächlich viel mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte mich nicht von dem Buch trennen, ich war förmlich mit dem Buch verschmolzen. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch für mich alles hatte, was eine überzeugende Geschichte ausmacht - einen unvorhersehbaren Plot, faszinierende Figuren und einen ergreifenden Schreibstil. Ich hoffe, aus dieser Reihe wird es bald Nachschub von der Autorin geben!

Bewertung
Von Dagmar Helene Schlandstedt / Helena Grass wurde bereits gelesen und rezensiert: (Das Banner ist erst nach Deaktivierung des Adblockers für diese Seite sichtbar)


 
Die Autorin:
Helena Grass, ein Kind der kreativen Sechziger, wandelt mit Vorliebe auf dem Grad zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Als junge Erwachsene tobt sie sich in der Malerei aus. Später erfindet sie Geschichten für Teenager, noch später Romane für Erwachsene. Heute lebt sie unsportlich entgleist, zusammen mit ihrer rennradverrückten Familie an einem bezaubernden Seerosenteich inmitten von duftenden Kräutern im schönen Sachsen-Anhalt ... und schreibt.  (übernommen von Bookshouse)





 


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.