Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Christiane Lind - Weiße Rosen und die Titanic



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 342 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (11. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1543055567
ISBN-13: 978-1543055566
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2,2 x 20,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
„Kommst du?“ Luise zupfte Paula am Arm. Ihre Freundin musterte mit großen Augen die Kleider der Damen und Anzüge der Herren, die gemessenen Schritts an ihnen vorbei in Richtung des Tenderschiffes gingen. „Oder wollen wir umkehren? So wie die Frau, die von einem Unglück geträumt hat?“ „Und dann?“ Paula schüttelte den Kopf, um allen Aberglauben zu verdrängen, aber klopfte dennoch ans Holz der Planken. Sicher war sicher. „Toi, toi, toi. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und werden nach New York fahren.“ 
Berlin, im Frühjahr 1912: Der Schauspielerin Paula und der Kostümbildnerin Luise steht eine glänzende Theaterkarriere bevor. Doch von einem Tag auf den anderen zerplatzen ihre Zukunftsträume. Die jungen Frauen verlieren Arbeitsplatz und Wohnung, ein gefälschter Schuldschein treibt sie zur Flucht. Letzte Rettung ist das großzügige Geschenk eines amerikanischen Verehrers: ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic. An Bord des eleganten Luxusdampfers findet Luise ihr Glück mit dem Steward Leonard, während Paulas Verehrer Ferdinand von Fahlbusch einen perfiden Plan verfolgt … Ein packender Schicksalsroman vor dem Hintergrund eines dramatischen Schiffsunglücks.

Zum Buch:
Luise und Paula sind Freundinnen seit Kindertagen. 
Paula, die aus gutgestelltem Hause kommt, hat mit ihren Eltern gebrochen und gemeinsam mit Luise in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Sie arbeiten beide am Theater, Paula als Schauspielerin und Luise als Kostümbildnerin. Beide lieben ihre Arbeit und finden Erfüllung darin, bis sie von einem auf den anderen Tag arbeitslos werden.
Es scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben, denn zeitgleich verlieren sie auch ihre Wohnung. Nun ist guter Rat teuer.
Da passt es ganz gut, dass sie beide Tickets für die erste Klasse auf der Titanic haben, die ihnen ein Jugendfreund von Paula aus Amerika geschickt hatte.
Sie haben keine Wahl, sie müssen auf das Schiff, in Berlin oder anderswo haben sie keine Perspektive, zumal ihnen auch noch ein gefälschter Schuldschein das Leben schwer macht. Wird ihnen ein Neuanfang in Amerika gelingen?...

Paula und Luise haben sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht. Sie waren noch Kinder, aber der Feind vergaß nicht. Im Gegenteil, er steigerte sich in eine Liebe, auf Paula fixierend, hinein, die ihn handeln ließ. 
Paula, die am Theater ständig mit weißen Rosen von einem ihr unbekannten Verehrer bedacht wurde, ist nicht ganz unglücklich darüber, dass sie nunmehr ihr Leben in Berlin aufgeben soll, kann sie doch auf diesem Weg ihrem Stalker entkommen. 
Sie geben alles auf, um in Amerika neu anfangen zu können.

Sie sind Passagiere auf der Titanic, dem unsinkbaren Schiff. Ein Schiff, das Geschichte geschrieben hat, jedoch keine rühmliche.
Selbst am Landungssteg überlegen die beiden Frauen noch, ob sie es wirklich wagen sollen, denn die Omen stehen schlecht. Eine Frau weigert sich auf das Schiff zu gehen, sie hatte von einem Unheil geträumt. 
Aber Paula und Luise können nicht anders, sie müssen auf dieses Schiff, das zugegebenerweise ein absoluter Traum ist. Sogar Passiere der 3. Klasse reisen mit ihm komfortabler als auf anderen Schiffen. 

Während Luise sich mit dem Steward Leonard anfreundet und sie sich in ihn verliebt, hat Paula die Bekanntschaft mit Ferdinand von Fahlbusch gemacht. Ein Mann, den sie teils nett findet, der aber andererseits auch für Gänsehaut sorgt. Wohl fühlt sie sich nicht unbedingt in seiner Nähe, obwohl er seinen Charme spielen lässt.

Die Autorin Christiane Lind lässt den Leser nicht nur an den Gefühlen der Protagonisten teilnehmen, sie nimmt den Leser auch mit auf eine unbeschreibliche Fahrt auf der unsinkbaren Titanic.
100 Jahre ist es her, dass dieses atemberaubende Schiff seinerzeit zu seiner Jungfernfahrt auslief, aber nie sein Ziel Amerika erreichte. Viel hat man bislang darüber gelesen, gesehen und gehört.

Mit ihrem Buch hat die Autorin jedoch den Leser an den Ereignissen teilhaben lassen. Während sich menschliche Tragödien abspielen, ist man unmittelbar dabei, den Verlauf der letzten Stunden dieses unsinkbaren Schiffs mitzuerleben.
Man spürt förmlich die Angst und Panik der Menschen, die sich auf diesem Schiff aufhalten. Mit 20 Rettungsbooten ist das Schiff definitiv unterbesetzt, so dass von vornherein absehbar ist, wie es ausgehen wird. 
Der Leser ist vom Erstkontakt mit dem Eisberg bis zum Sinken der Titanic dabei, auch noch, wenn die geretteten Passagiere geborgen werden. Man hat das Gefühl, die Stimmen aus dem Wasser zu hören, das Sinken life mitzuerleben.
Christiane Lind hat nicht nur die Titanic selbst hervorragend recherchiert, selbst die Ereignisse der Schiffskatastrophe und die Rettung der Überlebenden werden glaubwürdig widergegeben. 

Viele Überraschungen bringt das Buch nicht. Die Katastrophe der Titanic, deren Ursachen und Ausgang sind hinlänglich bekannt. Auch innerhalb der Story gibt es wenig Überraschungen, die man nicht schon vermutet und erwartet hat.

Die Kombination von Liebesgeschichte und historischem Hintergrund macht den Reiz des Romans aus. Durch die detaillierten Beschreibungen der Titanic konnte ich mich mittels Kopfkino auf der Titanic umschauen, habe im großen Saal diniert, bin die Gänge entlang gelaufen und habe das Deck gesehen wie auch vieles andere. Die Faszination Titanic lebt auch noch nach 100 Jahren und begeistert.
Christiane Lind hat einen packenden Roman vorgelegt, der nicht nur unterhält, sondern der auch den Leser auf eine Reise mitnimmt, von der es keine Wiederkehr gibt.

Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter. 


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.



Von Christiane Lind / Clarissa Linden / Chris Lind / Laura Antoni wurden gelesen und rezensiert:
          



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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