Sonntag, 8. Dezember 2013

[Rezension] Hannes Steinbach - Nelson, das Weihnachtskätzchen





Leseprobe 












Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Weltbild Verlag (2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863651879
ISBN-13: 978-3863651879
Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 19,1 cm

Inhalt gem. Weltbild-Verlag:

Eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte, nicht nur für alle, die Katzen lieben
Ob der kleine Kater Nelson ahnt, dass er während des Weihnachtsurlaubs seiner Besitzer in eine Katzenpension gebracht werden soll? Jedenfalls nutzt er die erste Gelegenheit, aus seinem Transportkörbchen auszureißen - und findet sich an einem eisigen Wintertag mitten im Berliner Großstadtverkehr wieder. Zum Glück entdeckt das verschreckte Kätzchen auf dem Weihnachtsmarkt den Stand des Krippenschnitzers Arthur Hummel. Nelson erobert das Herz des bärbeißigen alten Mannes, der nie ein Haustier haben wollte. Herr Hummel wünscht sich insgeheim nichts sehnlicher, als Weihnachten mit seiner Familie zu feiern. Doch diese ist hoffnungslos zerstritten. Ob Nelson ihm helfen kann?

Zum Buch:
Marie, die kleine Besitzerin von Nelson, kann nicht glauben, dass sie Nelson in sein Transportkörbchen gesetzt haben, um ihn in eine Katzenpension zu bringen. Sie ist untröstlich, vermutet sie doch, dass er in ein Tierheim von ihren Eltern abgeschoben werden soll. Als sie während eines kurzen Aufenthaltes das Körbchen öffnet, nimmt Nelson, der Maries Unruhe spürte, seinen Mut zusammen und verschwindet am Alexanderplatz aus dem Körbchen und dem Auto.
Der Kummer ist groß, wie soll man Nelson hier wiederfinden?
Nelson versteckt sich und findet sich in einer Welt wieder, die er nicht kennt. In der Nähe ist ein großer Weihnachtsmarkt aufgebaut, dort sucht er Unterschlupf und Wärme, aber niemand will ihn haben, er gehört nirgendwo hin. Wird es ihm gelingen, ein warmes Plätzchen im kalten Winter zu finden? ...

Arthur Hummel, ein alter mürrischer Mann, betreibt auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand, an dem er seine geschnitzten Figuren verkauft. Er ist ein Einsiedler, seine Frau starb vor 3 Jahren und mit seiner Tochter hat er seitdem nach einem sehr bösen Streit nicht mehr gesprochen. Er ist lieber für sich und will mit niemandem sprechen, geschweige denn Freundschaft schließen. Auf dem Markt bemühen sich einige um ihn, aber er lässt alle freundlichen Worte an sich abprallen.
Eines Tages stiehlt sich Nelson in seinen Stand durch eine offen stehende Tür. Auch für Tiere hat der alte Mann nichts übrig und verjagt ihn. Aber Nelson bleibt tapfer und versucht immer wieder, in die Nähe von Arthur zu kommen. 

Was für eine liebevoll erzählte Geschichte von einem alten Griesgram, der durch die Liebe zu einem Tier, in diesem Fall Nelson, langsam aus seinem Schneckenhaus herauskommt und wieder auf die wichtigen zwischenmenschlichen Bereiche im Leben achtet. Es beginnt ganz langsam. Der hartnäckige Nelson schleicht sich förmlich in das Herz von Arthur ein. Es beginnt damit, dass Arthur anfängt, sich mit Nelson zu unterhalten und er sorgt für ihn. Es ist, als sähe er die Menschen nun auch mit anderen Augen. Er, der seit dem Tod seiner Frau ein Einzelgänger war, geht nun auch auf andere Menschen zu und man spürt förmlich, wie wichtig es ihm ist und wie gut es ihm tut. Sein Verständnis geht sogar soweit, dass er sich mit dem Gedanken trägt, sich mit seiner Tochter auszusprechen bzw. zu versöhnen.

Sehr einfühlsam erzählt Hannes Steinbach die Geschichte eines einsamen Menschen, der mit sich und der Welt hadert, der den Tod seiner Frau nicht verwinden konnte. Viele böse Worte sind nach deren Tod zwischen ihm und seiner Tochter gefallen, die, einmal gesagt, nicht mehr zurück genommen werden konnten.

Parallel dazu hat der Leser Anteil an der Suche nach dem verschwundenen Nelson, den seine Besitzerin über alles liebte und vermisst. Der Schmerz von Marie ist greifbar und nicht nur Katzenbesitzer können das nachvollziehen, wenn etwas geliebtes so plötzlich verschwindet.
Unterstützung erhält die Familie von ihrer Nachbarin Anna, die ihre eigenen Probleme mit ihrer pupertierenden Tochter hat und manches Mal froh ist, dem häuslichen Unfrieden entkommen zu können.

Es ist eine Weihnachtsgeschichte und das suggeriert schon, dass sie gut ausgehen wird. Es ist eine Geschichte auf der Suche nach Liebe, Wärme, Geborgenheit, Freundschaft, aber auch eine Geschichte, in der es um Verständnis und Vergebung geht.
Ich habe dieses kleine Kätzchen Nelson in mein Herz geschlossen, habe mit ihm gehofft, dass er ein warmes Plätzchen findet und was zu Fressen und vielleicht auch, dass er wieder nach Hause kommt.
Ich muss gestehen, dass ich ziemlich nah am Wasser gebaut bin. Die letzten Seiten habe ich nur mit feuchten Augen dagesessen und gelesen, so sehr hat mich die Geschichte berührt.
Für mich ein Buch mit Taschentuchalarm.

Das Cover ist sehr liebevoll gestaltet und ich finde, dass es ein Blickfang ist, es spricht mich an und will mitgenommen werden.

Für dieses Buch kann ich nur eine Kaufempfehlung aussprechen und das nicht nur für Katzenfans.


Bewertung:


Zum Autor:
(Text vom Weltbild-Verlag übernommen)
Hannes Steinbach ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Schriftstellers, der mit vier Katzen und einem Hund auf einem Bauernhof in Westfalen aufgewachsen ist. Heute lebt und schreibt er in Berlin, wo er - manchmal häufiger als ihm lieb ist - für die Katzen seiner reiselustigen Freunde verantwortlich ist. Inspiriert jedoch von diesen kleinen Feriengästen (und von einem ganz besonders!) entstand die Idee für den vorliegenden Roman.




Ich habe Hannes Steinbach gefragt, welche Katze es denn gewesen sei, die ihn zu diesem Buch inspiriert hätte. Er meinte, es wären eigentlich zwei Katzen gewesen. 
Viele kennen die beiden Katzen aus dem Internet, wer nicht, dem möchte ich sie hier vorstellen.
Es sind das Mieps und Oscar von der Autorin Zoe Beck. Sind die nicht knuffig?



links: Oscar, rechts: das Mieps

Das Copyright der Bilder liegt bei Zoe Beck, vielen Dank an Zoe, dass ich sie hier online stellen durfte.

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich bei 

Hannes Steinbach 

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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