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Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] David Lagercrantz - Verschwörung (Band 4)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 608
ISBN: 978-3-453-26962-0
Erscheinungstermin:
27. August 2015
Format: Hardcover
Verlag:
Heyne 



Klappentext gem. Heyne:
Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.


Rezension:
Es ist November in Stockholm und Frans Balder ist dabei, sein Leben noch einmal komplett von vorne zu beginnen. Was vorher war, hat er hinter sich zurück gelassen - jetzt will er nur noch eines: ein guter Vater sein. Eine Aufgabe, die sicherlich nicht leicht zu bewältigen ist, denn sein Sohn August ist Autist, er leidet an einer infantilen Form der Krankheit. Noch dazu hat er eigentlich gar kein Anrecht auf seinen Sohn, hat doch nicht er das Sorgerecht inne, sondern seine Exfrau Hanna. An sich wäre das auch nicht das Problem, wäre da nicht ihr neuer Lebensgefährte, der Schauspieler Lasse Westmann, der sowohl auf Hanna, wie auch auf seinen Sohn einen schlechten Einfluss hat. Fakt ist, Frans hat monatlich nicht wenig Geld überwiesen, Unterhalt für seinen Sohn, damit dieser gefördert wird, doch auf den ersten Blick ist klar - gefördert wurde August bisher nicht.

Doch Frans ist nicht irgendein Schwede. Er ist einer der führenden Experten in der KI-Forschung und war bis vor kurzem für das Unternehmen Solifon in den USA tätig, bis er dort, förmlich von einem Tag auf den anderen, seine Zelte abbrach. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussah, war doch ein Diebstahl von Balders Forschung Schuld daran, dass er sich immer mehr zurückzog und niemanden, wirklich niemanden mehr an seine Forschungsergebnisse heranließ, denn trotz dieses Rückschlages hat Frans seine Forschung nie aufgegeben, sondern immer weiter gemacht. In Schweden kann er, obwohl er sich wirklich bemüht, seinem Sohn ein guter Vater zu sein, nicht von seiner Arbeit lassen. Ganz ungefährlich ist das jedoch nicht - Frans ahnt, dass er in Gefahr schwebt und will sich, als Absicherung, jemanden anvertrauen: Mikael "Kalle" Blomkvist von der Zeitschrift Millennium. Tatsächlich kann Frans Mikael erreichen - doch es ist schon fast zu spät.

Mikael hat eigentlich ganz andere Sorgen. Seit seiner letzten großen Reportage, der Zalatschenko-Affäre, ist einige Zeit ins Land gezogen und irgendwie ist der Biss raus, nichts reizt ihn mehr thematisch. Noch dazu steht er unter Druck, denn Erika Berger, die Chefredakteurin von Millennium, musste, um Finanzmittel zu beschaffen, Teile von Millennium an Serner Media veräußern und diese wollen nun eine Neuausrichtung der Zeitung. Das hierbei persönliche Befindlichkeiten von Belang sind, spielt leider keine unwichtige Rolle. Als dann auch noch ein gewisser Linus Brandell mit ihm Kontakt wegen einer Story aufnimmt, scheint der Tag echt gelaufen zu sein, denn dieser berichtet von KI-Forschung und einem gewissen Frans Balder. Interessant wird es für Mikael jedoch erst, als Linus ihm berichtet, dass Frans selbst eine Hackerin beauftragt hat, sich mit dem Datendiebstahl zu befassen und aus den Erzählungen weiß Mikael sofort: bei dieser Hackerin kann es sich nur um Lisbeth Salander gehandelt haben, der jungen Frau, die ihm schon mehr als einmal geholfen hat, mit der er allerdings schon seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr hat. Wenn jedoch auch Lisbeth involviert ist, könnte da doch mehr hinter stecken, als es auf den ersten Blick scheint und Mikael beschließt, sich auf ein Treffen mit Frans einzulassen. Doch als er an dessen Haus ankommt, kommt er selbst gerade noch mit dem Leben davon - Frans selbst wurde ermordet und sein Sohn August ist der einzige Zeuge ...


Der 4. Band der Millennium-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Lange Zeit stand für mich nicht fest, warum Frans sterben musste und was es mit seinem kleinen Sohn auf sich hatte, ebenso wie Lisbeth involviert war, doch nachdem sich nach und nach alles zusammengefügt hatte, war ich einfach nur begeistert, welche Handlungsstränge notwendig waren, um diese Story rundherum abzuschließen. Jedoch empfand ich einige Nebenerzählungen doch etwas überflüssig, die mich in den Situationen immer etwas im Lesefluss gebremst haben. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet und ganz ehrlich, ich finde, David Lagercrantz hat diese ganz im Stil von Stieg Larsson weiterentwickelt, denn ich hatte bei keiner der Figuren das Gefühl, mit ihr zu fremdeln. Den Schreibstil empfand ich als packend und sehr angenehm zu lesen, sodass es mir fast unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen, zu sehr war ich in der Geschichte gefangen. Nun hoffe ich natürlich an dieser Stelle, dass die Geschichte von Millennium (okay, um es genau zu sagen von Lisbeth und Mikael) weitererzählt wird und ein kleiner Spoiler sei gestattet: Wer schon immer wissen wollte, was es mit Lisbeths Schwester auf sich hat - der sollte dringend dieses Buch lesen.

Bewertung

Der Autor:
David Lagercrantz, 1962 geboren, debütierte als Autor mit dem internationalen Bestseller »Allein auf dem Everest«. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt die virtuos geschriebene Lebensgeschichte Zlatan Ibrahimovićs. Im Dezember 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, den vierten Band der Millennium-Romane zu schreiben. Lagercrantz ist verheiratet und lebt in Stockholm. (übernommen von Randomhouse)






Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses lang ersehnte Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. 

[Lesung] David Lagercrantz liest aus "Verschwörung"

Lange musste die Millennium-Fangemeinde auf die Fortsetzung der Buchreihe warten, denn wie bekannt, verstarb der Autor der ersten drei Bände kurz vor deren Veröffentlichung. Jetzt machte sich ein Mann daran, die Geschichte von Millenium sowie von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist weiterzuerzählen:: David Lagercrantz.

http://www.amazon.de/Verschw%C3%B6rung-Millennium-Roman-David-Lagercrantz/dp/3453269624/ref=cm_cr_pr_product_top?ie=UTF8


Kerry hat sich natürlich mit Feuereifer auf den 4. Band der Millennium-Reihe gestürzt und die Freude war sogar noch viel größer, als erspäht wurde, dass der Autor zu einer Lesung nach Berlin reisen wird. Natürlich ein absoluter Pflichttermin, keine Frage. 

Am dieser Stelle nochmal ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns auf seine Gästeliste gesetzt hat und danke auch dir nef, die du das so toll organisiert hast. 

Natürlich waren wir wieder pünktlich vor Ort und der Tatort war auch kein unbekannter. Es handeltes sich um das Berliner Kriminal Theater, in dem wir bereits öfter zu Gast waren und das wir immer wieder gern besuchen. 

Nach anfänglichen sitztechnischen Schwierigkeiten hatten wir doch pünktlich zu Beginn der Lesung unsere Plätze eingenommen und es konnte losgehen.

Durch den Abend führte Peter Twiehaus, der dem Publikum kurz David Lagercrantz vorstellte und von der Welttournee berichtet, die der Autor seit drei Wochen absolvierte. Ebenso klärten uns die beiden auf, wie es dazu kam, dass David Lagercrantz einen vierten Band zur bisherigen Millennium-Trilogie schrieb.

Moderator Peter Twiehaus, David Lagercrantz, David Nathan

Anschließend begann der lesende Part, doch nicht irgendeiner, nein der Autor las persönlich den Prolog und das 1. Kapitel des Buches vor - mangels deutscher Sprachkenntnisse natürlich auf schwedisch. David Nathan hat anschließend, für alle, die die schwedische Version nicht verstanden haben, diese Passage nochmals im Deutschen vorgetragen.

Wer die Buchreihe kennt, weiß, dass es in diesen Büchern immer Persönlichkeiten gibt, die abseits des alltäglichen sind - in diesem Band ist es ein 8-jähriger Autist, der Zeuge eines Verbrechens wurde. David Lagercrantz berichtet dem Publikum, wie er auf die Idee zu dieser Figur gekommen ist, denn ehrlich, es war gar nicht seine Idee, der Autor selbst lernte einen solch jungen Autisten kennen und war fasziniert von ihm und nahm sich dieses Kind zum Vorbild für diese Figur. Generell haben alle Figuren, die in diesem Band neu auftauchen, reale Vorbilder, denn wie der Autor so schön berichtet - ihm fehle einfach die nötige Fantasie, solche zu erfinden.

David Lagercrantz steht Rede und Antwort


In einem weiteren Lesepart wurde das Publikum (vor allem denjenigen, die die Buchreihe noch nicht gelesen haben), mit dem Protagonisten Mikael Blomkvist bekannt gemacht und dem geht es zu diesem Zeitpunkt in dieser Geschichte gar nicht so gut.

Anschließend berichtete David Lagercrantz weiter, wie er auf die Idee kam, die NSA in diesem Band keine unwichtige Rolle spielen zu lassen, denn mittlerweile wissen wir ja, was die NSA in Sachen Hacken von privaten Daten so drauf hat - und ehrlich, wenn dieser Organistation jemand gewachsen ist, dann ist es Lisbeth Salander.

An dieser Stelle wurde es wieder Zeit für einen weiteren Lesepart - der sich, natürlich, ums Hacken drehte. Der Autor selbst gab anschließend zu, dass er zu dieser Thematik recherchieren musste, denn er selbst sei wohl froh, wenn er eine E-Mail schreiben könne und er wisse immerhin, was ein Scan ist.

Abschließend gab es noch einen letzten Leseteil, in dem das Publikum mit dem kleinen 8-jährigen Autisten August bekannt gemacht wurde und ehrlich, wessen Herz würde nicht für diesen kleinen Jungen schlagen? Wer das Buch gelesen hat, weiß, was Kerry meint. 

Nach der Lesung ist vor der Signatur - wie es so schön heißt. Natürlich hat es sich Kerry nicht nehmen lassen, ihr Exemplar von "Verschwörung" veredeln zu lassen.

Kerrys Exemplar von "Verschwörung" wird "veredelt"
 
Und natürlich musste noch ein Autorenportrait her.


David Lagercrantz


An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Frau Wank vom Verlag Heyne für die Einladung und bei Peter Twiehaus, David Lagercrantz und David Nathan für diesen wunderbaren Abend bedanken.

Kerry und Kleeblatt