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Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Gottfried Schatz - Postdoc



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 240 
ISBN: 978-3-222-13486-9
Erscheinungstermin:
28. Januar 2015
Preis:
19,99 EUR
Format:
Hardcover
Verlag: Styria Premium


Klappentext gem. Styria Premium: 
Der junge Biochemiker Antal von Némethy ist am Ziel seiner Träume: Er arbeitet als „Postdoc“ in einer renommierten New Yorker Forschungseinrichtung an einem neuen Krebsmedikament. Doch dann begeht Ilona, seine Kollegin und Geliebte, Selbstmord. Auf der Suche nach den Gründen trifft Antal in Wien auf ihre Zwillingsschwester Ildikó, auf die Schatten in Ilonas Vergangenheit und einen unfassbaren Verrat.
Gottfried Schatz verknüpft gekonnt die dunklen Kapitel des 20. Jahrhunderts in Österreich und Ungarn mit einer mitreißenden Erzählung um Liebe, Freundschaft und die Faszination wissenschaftlicher Forschung. Antal bewegt sich in einer Welt im Umbruch. Obwohl in der Steiermark geboren, ist er immer noch von der Vergangenheit seines ungarischen Vaters geprägt und bleibt wie dieser ein Fremder zwischen zwei Welten. Der Tod des Vaters und das Scheitern seines Experiments stürzen den jungen Wissenschaftler schließlich in eine tiefe Krise. Und eine neue Krankheit, die später als Aids bekannt werden sollte, erschüttert seinen Glauben in den wissenschaftlichen Fortschritt.


Rezension:
"Postdocs" werden sie genannt, sind aber eigentlich Postdoktoranden. Dr. Antal von Némethy ist ein solcher Postdoc. Der aus Österreich stammende Antal macht sein Postdoktorand im renommierten "Baruch and Hannah Levinson Cancer Center" in New York. Im Frühling des Jahres 1975 zog der 29-jährige in die Metropole, aber heimisch, heimisch ist er in dieser Stadt nicht, wobei er sich noch nirgendwo, weder in Österreich, noch in Frankreich, jemals "heimisch" gefühlt hat. Doch er ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er noch nicht wirklich weiß, wohin es ihn führt, aber er hat ein Ziel vor Augen: Ein Heilmittel gegen Krebs entwickeln, dessen Forschung ihn schon einige Jahre beschäftigt.

An einem Junimorgen ändert sich jedoch alles für Antal. Ihm wird der Zugang zum Institut von der Polizei verwehrt, denn es wurde in einem der Laboratorien eine Leiche gefunden. Es handelt sich um Ilona Kováčová, wobei noch nicht klar ist, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Sicherlich keine schöne Situation, wenn ein Kollege tot aufgefunden wird, doch für Antal war Ilona mehr als eine Kollegin - sie war seine Geliebte. Es war kein Geheimnis, dass sie kein gutes Verhältnis zum Leiter des Institutes, Dr. Cherascu, hatte, doch hatte dieser Umstand etwas mit ihrem Tod zu tun?

Als Antal wenige Tage nach Ilonas Tod einen Brief von ihr erhält, klärt sich einiges auf, doch hinterlässt dieser Brief mehr Fragen, als er beantwortet. Durch Zufall stößt Antal auf eine Spur in die Vergangenheit Ilonas und beschließt, dieser zu folgen. Privat muss er kurzfristig zurück in seine österreichische Heimat und dort begegnet er Ilonas Vergangenheit in Form von Ildikó, Ilonas Zwillingsschwester. Doch dies ist erst der Beginn einer Reise in die Vergangenheit ...


"Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58) Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass bis zum Schluss nicht feststand, wo genau das Buch den Leser hinführt und wie die Geschichte für Antal enden wird. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich im Besonderen an die Figur des Antal verloren, denn dieser ist, egal wo er lebt, nicht heimisch, doch dies hat wenig mit den Orten zu tun, an denen er lebt, nein, vielmehr mit seiner Abstammung, sodass diese Unruhe, diese Nicht-Ankommen, ihn schon sein Leben lang begleitet. Den Schreibstil empfand ich als packend zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl dieses Buch nicht durch Action besticht, hat die Geschichte etwas, dass mich als Leser in ihren Bann gezogen hat und mir keine Ruhe ließ, bis ich wusste, wo Antals Reise enden wird und ich muss sagen, dieses Buch hat mich auf Grund seines Plots, seiner Figuren und des Schreibstils förmlich berauscht zurückgelassen.

Bewertung

Der Autor: 
GOTTFRIED SCHATZ, geb. 1936, forschte als Biochemiker in Wien und New York. 1968 emigrierte er in die USA, wo er eine Professur an der Cornell University (Ithaca, NY) übernahm. 1974 übersiedelte er an das Biozentrum der Universität Basel, das er zeitweise leitete. Nach seiner Emeritierung präsidierte er den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat. Zahlreiche hochrangige Preise und zwei Ehrendoktorate. Essayist, Buchautor und Konzertmoderator. (übernommen von Styria)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.





Samstag, 17. Januar 2015

[Rezension] Mathilde Schwabeneder - Die Stunde der Patinnen: Frauen an der Spitze der Mafia-Clans


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 272
ISBN: 978-3-222-13461-6
Erscheinungstermin:
24. September 2014
Preis:
24,99 EUR
Format:
Hardcover
Verlag: Styria Premium


Klappentext gem. Styria Premium: 
Modernität und Emanzipation machen auch vor dem organisierten Verbrechen nicht Halt. Als ihre Brüder verhaftet werden, übernimmt Giusy Vitale das Kommando im sizilianischen Familienclan. Sie wird Herrin über Leben und Tod und als erste Frau wegen Vergehens gegen den Mafiaparagrafen von der Staatsanwaltschaft Palermo angeklagt. Nunzia Graviano führt die Mafia-Geschäfte im sicheren Frankreich und wäscht schmutziges Geld mit harter Hand rein. Anna Mazza, die schwarze Witwe der Camorra, erweitert das Reich der Schutzgelderpressungen. Auch Ilenia Bellocco ist für ihre Skrupellosigkeit bekannt.
Die schwarz gekleideten, schmerzerfüllten Ehefrauen der Mafia-Bosse gehören längst der Vergangenheit an. Frauen werden zum „Boss mit Rock“. Frauen, die an Härte und Brutalität ihren Männern nicht nachstehen. Clanchefinnen, die den Drogenmarkt beherrschen, Geld waschen, Killer anheuern. Patinnen, die aber auch immer häufiger der Polizei ins Netz gehen. 142 sind derzeit in Haft. Und mit ihnen wächst die Zahl der Kronzeuginnen. Insiderinnen, die der Justiz Einblick in die blutgetränkte Welt des organisierten Verbrechens geben. Wie Carmela Iuculano, die aus Liebe zu ihren Kindern den Ausstieg gewagt hat.
Gestützt auf intensive Recherchen vor Ort und zahlreiche Gespräche schildert Mathilde Schwabeneder die neue Rolle der „Donna-Bosse“ – eine packende Reportage aus dem Süden Europas.


Rezension:
Cosa Nostra, Camorra und ´Ndrangheta - sobald man diese Worte hört, weiß man, es geht um das Thema Mafia. Automatisch denkt jeder an den Film "Der Pate", an das organisierte Verbrechen und dran, dass das eine männerdominierte Welt ist. Doch diese Sicht entspricht nicht mehr den derzeitigen Gegebenheiten, denn immer mehr Frauen stehen an der Spitze des organisierten Verbrechens: Die Patinnen.

Zumeist handelt es sich um Frauen, die bereits in eine Mafia-Familie hineingeboren wurden, die mit dem Ehrenkodex des Clans aufgewachsen sind und sie übernehmen anstelle ihrer Väter und Brüder, wenn diese verstorben sind oder in Haft. Doch es gibt auch die Frauen, die sich in ein Mafia-Mitglied verliebten und mit einer Ehe versuchten, dem familiären Zwangen der eigenen Familie zu entkommen, nur um festzustellen, dass sie in ein anderes Gefängnis eingeheiratet haben und dennoch übernehmen sie die Aufgaben ihrer Ehemänner, wenn diese in Haft sitzen.

Doch glücklich sind die wenigsten Patinnen mit ihrer Aufgabe, denn diese führen sie meist unter Zwang aus, solange die Brüder und Ehemänner es nicht können. Ein normales Leben, das ist es, was sich viele wünschen und wenn sie verhaftet werden, nutzen sie diese einzige Chance, sich aus ihrem Leben und den damit verbundenen Zwängen zu befreien und sagen als Kronzeuginnen gegen ihre Familie aus. Mit diesem Akt der Befreiung ist jedoch eines klar: Sie können nie mehr zurück, sie müssen immer im Verborgenen leben, denn für ihre Familien sind sie tot und zum Abschuss freigegeben. Über diese Frauen berichtet das Buch.

Frauen an der Mafia-Spitze! Bei diesem Buch handelt es sich um eine sehr gut recherchierte und aufgearbeitete Reportage über Anführerinnen der italienischen Mafia. Klar und verständlich schildert die Autorin, wie es dazu kam, dass einst unschuldige junge Frauen Anführerinnen des organisierten Verbrechens wurden und welche Wege sie unternommen haben, im Sinne ihrer Familie zu handeln, aber auch, wie sie es geschafft haben, all dies hinter sich zu lassen. Die, die es geschafft haben, leben heute im Verborgenen, teils fern ihrer Kinder und dennoch wissen sie, es war die einzig richtige Entscheidung. Wer sich also für Frauen innerhalb der Mafia interessiert, dem sei dieses überaus faszinierende und sehr gut aufgearbeitete Buch wärmstens empfohlen.

Bewertung

Die Autorin: 
Mathilde Schwabeneder-Hain ist seit 2007 Auslandskorrespondentin in Rom (für Italien, den Vatikan und Malta). Erstmals kam sie 1983 nach Rom, wo sie an der Universität Romanistik studierte und promovierte (Dr. phil). Nach ihrer Rückkehr nach Österreich arbeitete sie in der ORF-Abteilung Religion. In dieser Funktion wie auch als Rom-Korrespondentin covert sie alle wichtigen Papstereignisse. 2013 erschien bei Styriabooks ihr Bestseller Franziskus. Vom Einwandererkind zum Papst (gemeinsam mit Esther-Marie Merz). (übernommen von Styria)



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte


Montag, 14. Oktober 2013

[Rezension] Gerhard J. Rekel - Die chinesische Dame



Leseprobe

Buchtrailer


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Styria Premium; Auflage: 1 (6. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3222134138
ISBN-13: 978-3222134135
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,6 cm

Inhalt gem. Styria Premium:
Durch eine „Notlüge“ gefährdet Christian Selikowsky, der Held des Buches, das Leben seiner Liebsten. Seither verfolgen ihn brutale Albträume. Der junge Architekt beschließt, wahrhaftig zu leben, will reinen Tisch machen. 
Auch mit seinem Vater, für dessen Firma er zwar arbeitet, dem er sich aber entfremdet hat. Christian reist von Wien nach Tirol, wo sein Vater in einem idyllischen Dorf das traditionsreiche Modeimperium leitet. Doch als Christian eintrifft, liegt der Patriarch tot am Schreibtisch. Angeblich Herzinfarkt. Kurz zuvor hatte der alte Herr Besuch von einer chinesischen Dame. Was wollte die attraktive Managerin? Christian stößt auf Lügen. Seine Nachforschungen führen ihn nach Schanghai und in die chinesische Provinz, wo er Wahrheiten über den Vater, die Beziehung zu seiner Verlobten, seiner Familie und sich selbst entdeckt, die er niemals erwartet hätte. „Du sollst nicht lügen“, heißt es in der Bibel. Konfuzius aber entgegnet: „Die Wahrheit ist ein tödliches Schwert!“ Wie viel Wahrheit erträgt der Mensch?

Zum Buch:
Christian ist ein verkappter Architekt, der in seinem Beruf keine Anstellung findet und deswegen für die Firma seines Vaters die Kataloge bearbeitet. 
Seine Psychotherapeutin bescheinigt ihm außerdem, dass er zu "nett" ist, das will er nunmehr ändern, indem er keine Notlügen mehr zulassen will.
Er fährt mit seiner Verlobten Sonja zu seinen Eltern, um sie vorzustellen und um mit seinem Vater über den aktuellen Katalog zu sprechen.
Während er vor der Tür darauf wartet, dass sein Vater Zeit für ihn hat, stirbt dieser und Christian ist derjenige, der ihn findet.
Alles deutet auf einen Herzinfarkt hin, aber Christian kann das nicht glauben und bittet die Polizei, eine Obduktion vorzunehmen.
Während die Polizei feststellt, dass er wirklich keines natürlichen Todes gestorben ist und Christian mit der Hauptverdächtige ist, befindet dieser sich auf den Weg nach China, um die geheimnisvolle Li Hong zu befragen, denn sie war die Letzte, die seinen Vater lebend gesehen hat ...

Als Christian mit seiner Verlobten Sonja ankommt, schlagen zwei Welten aufeinander. 
Die Kultur Chinas gegen die Europas. Christian fällt es nicht leicht zu erkennen, was das Lächeln von Li Hong zu bedeuten hat. Das allseits bekannte Lächeln der Chinesen kann einen sicher schon verunsichern, wenn man weiß, dass sie eigentlich immer lächeln. Ist ihr Lächeln wahr oder falsch? Es ist überhaupt schwer, die Mimik der Chinesen lesen zu können.

Christian, der sich vormals der Firma seines Vaters nur zwangsläufig verbunden fühlte, kämpft nun auf allen Ebenen um den Erhalt derselben.
Er konnte nicht ahnen, dass er in China auch ein Teil des Wesens seines Vaters kennenlernen wird, der ihm bislang verschlossen blieb.

Der Besuch in China bringt aber nicht nur Veränderungen für Christian, er ändert vieles, auch die leidliche Beziehung zu seinem Bruder.

Ein hervorragendes Buch, das tiefer geht, in die Gefühlswelt, in die wirtschaftliche und das auch einen Blick in die Vergangenheit wagt.
Es geht um eine Familie, um einen Todesfall, der nach Mord aussieht und einer Suche nach dem Schuldigen. Aber gefunden wird viel mehr. 
Auch vor gesellschaftskritischen Angelegenheiten macht dieser Roman nicht halt.
Die Chinesen sind ein anderes Völkchen als wir hier in Europa, auch das wird in dem Buch deutlich gemacht. Die Unterschiede sind gravierend und was uns hier rechtens ist, trifft in China auf Unverständnis.

Der Autor hat die verschiedenen Kulturen genau recherchiert und zeigt sie dem Leser auf. Eine andere Art, ein wenig von dem China zu verstehen, das es heute gibt.
Mir hat dieses Buch gut gefallen, so dass ich es gern weiter empfehle.

Bewertung:



Zum Autor:
(übernommen vom Styria Premium-Verlag)
Gerhard J. Rekel wurde 1965 in Graz geboren. Nach dem Studium an der Filmakademie Wien begab er sich auf ausgedehnte Studienreisen durch China, Indien und Südamerika. Für seine erste Filmkomödie TRAUMA erhielt er neben einer British-Academy-Nomination zahlreiche internationale Auszeichnungen. Drehbücher zu erfolgreichen TV-Reihen: „Tatort“, „Universum“ und „Terra X“. Drei Romane, zuletzt bei dtv-premium „Der Duft des Kaffees“. Rekel lebt in Berlin, hat noch einen Koffer in Wien und ist seit 2006 Gastdozent an der Donau- Universität Krems. 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte



An die Berliner
Der Autor Gerhard J. Rekel stellt sein Buch vor.

Buchpremiere
am Donnerstag, 17. Oktober 2013
Beginn: 20 Uhr
Ort: Der Literarische Salon Britta Gansebohm im orangelab, ehem. IBM-Haus am Ernst-Reuter-Platz 2
10587 Berlin
Eintritt: 8 € / erm. 6 €

 Wer Zeit und Lust hat, sollte sich die Lesung nicht entgehen lassen.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt