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Mittwoch, 16. November 2016

[Lit.love] 2016 - Ein Wochenende in München und ganz viele Liebesromane

Das große Verlagshaus Randomhouse hat eingeladen zur Lit.Love 2016.
Ein Wochenende in München und das ganz im Rahmen der Liebe, zumindest der in Büchern.
Kerry fühlte sich so gar nicht angesprochen davon, so dass ich (Kleeblatt) schon ein Weilchen überlegt habe, ob ich mir die Strecke bis München nur dafür antun wollte.
Nachdem auch Christiane von den Buchjunkies Überlegungen anstellte, ob man fahren sollte oder nicht, haben wir beide uns zusammengetan und beschlossen, wir fahren gemeinsam.

Tickets und Hotelbuchungen waren recht schnell erledigt, so dass es nur noch November werden musste, damit wir auf die Reise gehen konnten.
Im Vorfeld war schon bekannt, welche Autorinnen wir dort antreffen würden und so machten wir uns auf den Weg, natürlich mit den vorhandenen Büchern, damit diese dort signiert werden sollten.

Tag 1: Samstag, 12.11.2016

Samstag Nacht um 2 Uhr ging es los (irgendwie ein wenig gaga), ich holte Christiane ab und los ging es ins 600 km entfernte München.
Die Fahrt verlief ruhig und ereignislos, wir kamen pünktlich an und stellten das Auto schon mal in der Garage des Hotels ab, um uns anschließend zum Verlagshaus zu begeben.
Hätten wir gewusst, dass es dort vor Ort Parkplätze gab, wären wir sicher gleich hingefahren, aber so hatten wir ein wenig Auslauf nach der langen Fahrzeit.

Verlagshaus Randomhouse

Nachdem wir uns unserer Jacken entledigt hatten, wollten wir uns auch gleich in das Getümmel werfen. Zuvor bekamen wir jedoch einen Beutel mit kleinen Goodies in die Hand gedrückt und wurden mit grün leuchtenden lit.love- Zeichen begrüßt.

Begrüßung bei der lit.love


Foyer des Verlagshauses

Inhalt des Goodie-Bags

Den Auftakt aller Veranstaltungen an dem Wochenende machte der Talk mit Sylvia Day, der von Anouk Schollähn moderiert wurde. Hier kamen wir jedoch zu spät, so dass wir nur ein wenig mit reingehört haben.

 
v.l.: Sylvia Day, Anouk Schollähn

Kurz vorher jedoch liefen uns Anne Freytag und Adriana Popescu über den Weg. Während es Adriana noch gelungen ist, abzuhauen, musste sich Anne Freytag mal eben locker mit Frl. Maunz fotografieren lassen und mein Buch signieren.

Anne Freytag

Nach dem Talk mit Sylvia Day ging es dann im Stundentakt Schlag auf Schlag. Viele Veranstaltungen verliefen parallel, so dass es nicht möglich war, wirklich alles zu sehen oder zu hören.
Die Veranstaltungen fanden in der großen oder kleinen Bühne statt, im großen oder kleinen Saal, im Wintergarten oder im Golden Wings. Alles war fantastisch ausgeschildert, auch erhielt jeder einen Zettel mit der Raumaufteilung, so dass nichts schief gehen konnte.

Meine erste Lesung, die ich besuchte, war die mit Anne Freytag und Adriana Popescu.
Die beiden sind Freundinnen, nicht nur hier auf der Bühne, sondern auch im realen Leben. Wo findet man heutzutage seine Freunde? Natürlich im Internet auf Facebook, klare Sache.
Die beiden zu erleben, wie sie gemeinsam ihre jeweiligen Bücher vorstellten, war ein Erlebnis. Humorvoll und mit kleinen Sticheleien warfen sie sich gegenseitig die Bälle zu. Nicht nur das Publikum hatte seinen Spaß daran, den beiden merkte man die Freude ebenfalls an.

v.l.: Anne Freytag, Adriana Popescu

Anne Freytag stellte ihr Buch "Mein bester letzter Sommer" und Adriana Popescu "Paris, du und ich" vor. Beides sind Jugendbücher.
Eines muss ich noch bemerken, hat man eine der beiden Autorinnen getroffen, war die andere in Rufweite, die beiden klebten wie Pattex aneinander.

Weiter ging es dann für mich zur Lesung mit Petra Durst-Benning, die ihren Roman "Kräuter der Provinz" vorstellte.

 
Petra Durst-Benning mit Frl. Maunz und lesend

Die nächste Lesung ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Ella Simon las aus ihrem Roman "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen".

 
Ella Simon

Interessant war im Anschluss, wie Ella Simon von ihrer Recherche in Wales erzählte. Die Tatsache, dass sie und ihre Familie auf so einem Rettungsboot tatsächlich mitfahren durften und wie sie Angst hatte, dass ihre Kinder die Klippen heruntergewedelt werden.

Auf dem Weg zum nächsten Event lief mir Constanze Wilken über den Weg. Natürlich kam auch sie nicht drum herum, gleich zu signieren und einen Fototermin mit Frl. Maunz hinter sich zu bringen.

Constanze Wilken

Im Anschluss gab es dann für uns keine Lesung, sondern eine Gesprächsrunde mit Bettina Beelitz, Petra Durst-Benning und Victoria Seifried zum Thema "Eigentlich schreibe ich Bücher...: Facebook, Twitter und Lesereise - die moderne Autorin als Multitalent".
Unter anderem wurde hier die Frage erläutert, was einen Autor zu Facebook u. a. treibt und wie kann man es einsetzen.

v.l.: Andrea Wolf (Moderatorin), Bettina Beelitz, Petra Durst-Benning, Victoria Seifried

Zwei Lesungen warteten noch auf mich, die erste war die mit Christiane von Laffert, die aus ihrem Buch "Herz verloren, Glück gefunden" las.
 
Christiane von Laffert

Christiane von Laffert erzählte im Anschluss an die Lesung, wie sie zum Schreiben kam.

Eine weitere Lesung erfolgte mit Claudia Winter. Claudia brachte die beiden Protagonisten aus ihrem Buch "Aprikosenküsse" nicht nur sprachlich, sondern auch optisch unterschiedlich dem Zuhörer näher. Die Frau betreffend trug sie einen Schal um den Hals, wenn es um den männlichen Part ging, hatte sie einen Hut auf den Kopf. Man wusste sofort, wen man vor sich hatte.

 
Claudia Winter - mal mit Schal, mal mit Hut

Den Abschluss für Samstag bildete der Talk "Vom Hausmädchen zur Bestsellerautorin - Katherine Webb und ihr Weg zum Erfolg". Die Moderation erfolgte wieder durch Anouk Schollähn.
Von Katherine Webb konnten wir erfahren, welche Berufe sie schon alles ausübte, bis sie es schaffte, ihr erstes Buch bei einem Verlag unterzubringen. Das gelang ihr erst mit ihrem 7. Buch.
Katherine Webb stellte hier auch ihr neues Buch vor "Das Versprechen der Wüste".

v.l.: Katherine Webb, Anouk Schollähn

Katherine Webb

Diesen Tag ließen wir dann in aller Ruhe bei einem Abendessen beim Inder ausklingen und zuckten dann auch nicht  mehr lange, als wir uns endlich hinlegen durften.

Tag 2: Sonntag, 13.11.2016

Nach Ausschlafen und gutem Frühstück checkten wir aus und fuhren mit dem Auto direkt vors Verlagsgebäude. Unsere ersten Aktivitäten sollten um 11 Uhr beginnen.
Nach einem kurzen Plausch mit der Verlagsangestellten Katharina Wieners machten wir uns auf den Weg zu unseren jeweiligen Lesungen.
Meine erste sollte mich zu Constanze Wilken führen. Sie stellte ihr neuestes Buch "Sturm über dem Meer" vor, das in Wales seinen Schauplatz hat. Untermalt wurde die Lesung von Fotos, die sie selbst gemacht hatte.

 
Constanze Wilken

Constanze Wilken wurde anschließend von Brigitte Riebe abgelöst, die uns den zweiten Teil der Pestmagd "Die Versuchung der Pestmagd" vorstellte.

 
Brigitte Riebe

Sie erzählte uns auch, wie genau sie recherchiert und welchen Stellenwert die genauer Recherche für sie hat.
Wir hatten im Anschluss noch Gelegenheit, uns mit der Autorin weiter zu unterhalten und erfuhren dabei auch von ihr, welche Pläne sie demnächst verfolgt.

Nun war es Zeit, Mittag zu essen, Kaffee zu trinken, oder was auch immer einen gerade trieb. Wir setzten uns in die Kantine und trafen dort auf die üblichen Verdächtigen.
Dieses Mal konnten mir die beiden jedenfalls nicht entkommen.

Anne Freytag, Andriana Popescu

auch Bettina Belitz kam kam nicht um das Foto herum 

Gut gestärkt fand ich mich zur nächsten Lesung ein. Victoria Seifried las aus ihrem Buch "Alles in Buddha" vor. Schon erstaunlich, was alles passieren kann, wenn man einmal nicht nachdenkt und die Finger nicht da lassen kann, wo sie hingehören :-)

 
Victoria Seifried

Eine weitere Lesung stand an, die letzte für mich. 
Anne Sanders, die immer vor Lesungen sehr aufgeregt ist, stellte ihr Buch "Sommer in St. Ives" vor und brachte nicht nur mich zum Lachen.
Eine tolle Lesung. Ihre eigenen Protagonisten wären begeistert von ihr.

 
Anne Sanders

Als letztes Highlight hatte ich noch die Blogger-Lounge vor mir. Es gab an diesem Wochenende 5 Lounges, man konnte sich aber nur aufgrund der hohen Anmeldungen für eine entscheiden.
Ich habe zwar nicht meine Vorzugs-Lounge bekommen, aber interessant war sie auf alle Fälle.
Teilgenommen haben die drei Autorinnen Brigitte Riebe, Anne Sanders und Sandra Girod, 7 Blogger und der Verlagsmitarbeiter Sebastian Rothfuss.

In der Blogger-Lounge

 
links: Sandra Girod, rechts: Sebastian Rothfuss

Nachdem sich die Blogger und Autoren vorgestellt hatten, wurde diskutiert. Das heißeste Thema war wohl allgemein das der Pseudonyme. Wieso, weshalb, warum gibt es sie oder sind sie nötig.
Es hat Spaß gemacht und die Stunde war im Nu vorbei. Leider.
Für uns hieß es nun, Abschied nehmen von München und wieder die Heimfahrt anzutreten.

Es war ein ausgesprochen schönes Wochenende, das wir dort im Verlagshaus von Randomhouse verleben durften.
Ich habe meinen Augenmerk auf Lesungen gelegt, weil ich viele neue Autoren kennenlernen wollte und auch Autoren, die ich kannte, sowohl sie wie auch ihre Bücher, einmal lesen hören wollte. Das Schreiben eines Buches ist die eine Sache, dieses auch weiterzugeben, eine ganz andere.

Ich bin rundum zufrieden nach Hause gefahren. Ich habe Autorinnen wieder getroffen, andere neu kennengelernt, mich mit anderen Bloggern ausgetauscht und auch das Gespräch mit Verlagsmitarbeitern gesucht. Ein ausgesprochen kommunikatives Wochenende.
Ich würde sagen, der Pilotversuch ist 100%ig gelungen. Das schreit förmlich nach einer Fortsetzung. 
Sollte es im kommenden wieder eine Lit.love stattfinden, kann man mich schon mal als Teilnehmer verbuchen.

Vielen Dank an alle Verlagsmitarbeiter für das tolle Event, für die Gespräche und die Möglichkeit, dort dabei sein zu dürfen. 
Es war super organisiert, wenn man auch an das ein oder andere noch ein wenig feilen kann.

Nochmals vielen vielen Dank und auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.

Hier noch ein paar signierende Hände:
  
Anne Freytag und Constanze Wilken

 
Christiane von Laffert und Katherine Webb

 
Brigitte Riebe und Anne Sanders

Freitag, 25. März 2016

[Hörbuch-Rezension] Ule Hansen - Neuntöter



Leseprobe




Eckdaten:
MP3 CD
Verlag: Random House Audio; Auflage: Gekürzte Lesung (29. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837133419
ISBN-13: 978-3837133417
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 1,2 x 14,7 cm

Inhalt gem. Amazon:
Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen.

Zum Buch:
Von einem kleinen Jungen, der gern klettert, werden am Potsdamer Platz in Berlin in einem als Haus getarntem Raumgerüst 3 Leichen gefunden. Auf perverse Art und Weise wurden diese in Panzertape gewickelt und in großer Höhe am Gerüst befestigt.
Die Polizei bildet eine Sondergruppe zur Ermittlung des / der Mörder, denn schnell ist klar, dass das niemals eine Einzelperson bewerkstelligt haben kann.
Dieser Sondergruppe gehört auch Emma Carow an, eine Fallanalystin, die die Mörder analysieren soll, damit sie ihnen auf die Spur kommen.
Emma ist Einzelgängerin und lebt zurückgezogen. Vor Jahren wurde sie Opfer einer Vergewaltigung, deren Spuren und Erinnerungen sie noch immer prägen und verfolgen. Zudem ist der Täter wieder auf freiem Fuß, hat ein Buch darüber geschrieben und scheint Emma noch immer zu verfolgen.
Emma ist traumatisiert und nur durch intensive Arbeit schafft sie es aus ihrem tiefen Loch. 
Bald tauchen weitere Leichen auf und es ist eindeutig, dass es eine Serie ist. Emma hat eine Theorie, aber dazu gehören noch mehr Tote, aber wo soll man suchen und wie weit ist die Realität zur Theorie? ...

Es beginnt eine rasante Jagd und Suche nach Toten und Mördern und das mitten in Berlin.
Emma, die Analysistin in diesem Fall, wird nicht von jedem ernst genommen, so dass nicht auf jeden Vorschlag von ihr gleich Taten folgen.
Emma ist in ihrem Kollegenkreis nicht unbedingt die beliebteste Kollegin, da sie auch dort als Einzelgänger gilt. Gemeinsam mit dem neuen Kollegen Felix Schreiner hofft sie darauf, die Urlaubsvertretung für ihre schwangere Chefin machen zu können, was die beiden in ihrer Konkurrenz zueinander auch schon mal dazu bringt, dass sie den anderen während des aktuellen Falles unfair behandeln bzw. auflaufen lassen.

Das Autorenduo Ule Hansen, bestehend aus Astrid Ule und Eric T. Hansen, hat sich in Berlin gut umgesehen und lässt den Leser an den skurrilsten Orten mit dem Ermittlerteam auf die Suche gehen. Die Schauplätze, egal ob die Leichenfundorte oder andere benannte Orte, wie die Wohngegend von Emma Carow, sind authentisch und detailgetreu im Buch nachempfunden. 
Interessant fand ich die Verknüpfung von aktuellem Fall zur Vergangenheit von Emma, unter der sie auch nach so vielen Jahren noch immer leidet. Sie lebt Tag- oder Wunschträume, was sie alles gern mit ihrem damaligen Peiniger tun würde, was in meinen Augen völlig nachvollziehbar ist.

Der Kriminalfall ist bizarr und ungewöhnlich, genauso ist aber auch die Auflösung desselben. Als Leser machte ich mir wie gewöhnlich so meine Gedanken, wer oder was hinter den Morden stecken könnte. Ich lag gründlich daneben, denn die Auflösung ist so komplex, dass ich nie dahinter gekommen wäre. Man braucht aber auch ein Weilchen, um in etwa zu ahnen, wohin es sich entwickeln wird.
Emma Carow ist durch ihre Erlebnisse in der Vergangenheit eine verschlossene Person, die ich nicht unbedingt als sympathisch bezeichnen würde. Sie hat ihre Ecken und Kanten, davon nicht wenig, steht aber zu dem, was sie macht und vertritt ihre Meinung bis ins Letzte. Sie geht ihren Weg, den ich bewundere, als Freundin möchte ich sie jedoch nicht haben.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch erlebt, welches von Friederike Kempter eingesprochen wurde. Diese hat sehr gut gesprochen und doch fand ich die Besetzung als nicht gelungen. In dem Buch gibt es ein paar sehr heftige Stellen und es wurden auch deftige Worte gesagt oder eher gebrüllt. Diese aus dem Mund einer Frau zu hören, passen meiner Meinung nach nicht. Es kommt nicht so hart rüber, wie es sicher angedacht ist.
Das Buch an sich ist schon recht hart und obwohl die Hauptprotagonistin eine Frau ist, hätte ich persönlich mir an dieser Stelle einen Mann gewünscht. Aber das ist meine eigene Meinung.

Der Thriller ist rasant, mit immer neuen Erkenntnisse und Verwirrungen kommt man als Leser bzw. Hörer nicht zum ausruhen, man steht förmlich immer unter Hochspannung.
Ein gelungener Auftakt der angedachten Trilogie und empfehlenswert.

Bewertung


Die Autoren:
Ule Hansen ist das Pseudonym eines Berliner Autorenduos. Astrid Ule ist zudem Lektorin, Eric T. Hansen freier Journalist. Gemeinsam haben Sie bereits mehrere Dreh- und Sachbücher verfasst. Sie teilen eine Leidenschaft für nächtliche Gespräche bei gutem Whisky, exzentrische Halloweenpartys und ziellose Streifzüge durch die vergessenen Ecken der Stadt. NEUNTÖTER ist ihr erster Thriller. (übernommen von Randomhouse)



Von Eric T. Hansen wurden gelesen und rezensiert:



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag



bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. 


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt