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Donnerstag, 26. November 2015

[Rezension] Thomas Enger - Gejagt (Band 4)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-7645-0480-9
Erscheinungstermin: 21. September 2015 (1. Auflage)
Format:
Broschiert
Verlag: blanvalet

Klappentext: gem. blanvalet
Für welches Geheimnis würden sie töten?
Nach dem Tod ihres Vaters nimmt sich Hedda Hellberg eine Auszeit – und taucht nicht wieder auf. Als Henning Juuls Exfrau Nora von dem Verschwinden ihrer ehemaligen Schulfreundin erfährt, kann sie nicht glauben, dass diese freiwillig ihre Familie verlassen hat. Schnell findet sie heraus, dass Hedda in einen schwedischen Mordfall verwickelt ist. Als Nora bei ihren Nachforschungen stecken bleibt, wendet sie sich an Henning – und bald befindet sich das Expaar auf gefährlichem Terrain. Denn irgendjemand ist bereit zu töten, um eines der dunkelsten Geheimnisse der europäischen Geschichte zu bewahren …



Rezension:
Journalistin Nora Klemetsen hat es derzeit nicht einfach. Von ihrem Ex-Mann Henning Juul kommt sie nur schwer los, doch nach den tragischen Vorfällen von vor zwei Jahren, in Folge dessen ihr gemeinsamer Sohn starb, ist ein gemeinsames Leben für sie einfach nicht mehr möglich. Zwar gibt es in ihrem Leben mittlerweile Iver, doch ob das mit ihm für alle Ewigkeit ist, da ist sich Nora nicht ganz so sicher, zumal Iver auch noch ausgerechnet der Chef von Henning ist. Als wäre ihr Leben nicht schon verwirrend genug, sucht sie ein gewisser Hugo Refsdal auf. Dieser ist der Ehemann von Hedda Hellberg, Noras Mitbewohnerin zu Studentenzeiten, und er macht sich Sorgen, denn seine Frau ist aus einem geplanten Urlaub nicht mehr zurückkehrt.

Hedda hat vor zwei Monaten ihren Vater verloren und diesen Verlust nur schwer verkraftet. Um diesen zu verarbeiten, wollte sie sich in eine Rehaklinik nach Italien zurückziehen. Hugo selbst brachte seine Frau zum Flughafen, doch als sie zum erwarteten Zeitpunkt nicht zurückkam, musste Hugo auf Nachfrage feststellen, dass seine Frau niemals in dieser Klinik angekommen ist. Seit mehr als einem Monat fehlt jede Spur von Hedda. Hugos Sorge um seine Frau scheint nicht unberechtigt, verschwand doch in den 90er Jahren eine Tante von ihr spurlos. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sie Selbstmord beging, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Hat sich dieses Schicksal jetzt wiederholt? Nora verspricht, ihr möglichstes zu tun, um den Aufenthaltsort von Hedda zu ermitteln, denn ihr als Journalistin stehen andere Mittel und Wege zur Verfügung als der Polizei.

Henning hat derweil ganz andere Sorgen. Nach wie vor kümmert er sich als einziger um seine alkoholkranke Mutter und auch zu seiner Schwester Trine hat er, seit ihrem Rücktritt als Justizministerin, keinen Kontakt mehr. Doch das schlimmste ist, Tore Pulli ist tot. Tore Pulli, der Mann, der ihm die Hintergründe des Brandanschlages von vor zwei Jahren auf seine Wohnung offenbaren können, der Henning aufzeigen hätte können, wer für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist, wurde im Gefängnis ermordet. Henning jedoch ist, trotz dieses nicht unerheblichen Rückschlages, nicht gewillt, einfach aufzugeben und wenn er sich mit dem Teufel persönlich anlegen muss - er muss ein für alle mal erfahren, warum man ihm vor zwei Jahren nach dem Leben trachtete und das seines Sohnes nahm und wer dafür verantwortlich war, damit Henning diesen Menschen endgültig zur Strecke bringen kann, denn anders ist für ihn ein Weiterleben einfach nicht möglich. Um an Informationen zu kommen, begibt er sich auf gefährliche Pfade ...


Der 4. Band der Henning-Juul-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor aufgezeigt hat, wie wandlungsfähig Menschen sein können, wenn sie ein klares Ziel vor Augen haben und dass sie mitunter alles riskieren, nur um diesem Ziel näher zu kommen. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Entzückt hat mich die Figur des Henning Juul, der dem wahren Strippenzieher hinter dem Anschlag, der sein Leben unwiderruflich veränderte, immer näher kommt und der jedoch für jeden Schritt in die richtige Richtung einen hohen Preis zahlen muss. Leider konnte ich mich mit der Figur der Nora nicht so wirklich identifizieren, zu unsicher erscheint sie mir teils in ihrem Privatleben, wo sie doch beruflich erfolgreich ist und sich durchzusetzen weiß. Bei ihr hatte ich manchmal das Gefühl, sie würde aus zwei Hälften bestehen, die nicht gut ineinanderpassen. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd erarbeitet, sodass ich mich nur schwer von dem Buch lösen könnte. Jetzt heißt es wieder: Warten auf den nächsten Band, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn es gibt am Ende einen faszinierenden Cliffhanger, der mich am liebsten sofort hätte weiterlesen lassen, wenn es denn möglich gewesen wäre.


Bewertung


Von Thomas Enger bereits gelesen und rezensiert: (Es ist erst alles sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)



Der Autor:
Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt Sterblich war hierzulande wie auch international ein sensationeller Erfolg. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag




bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. 

Dienstag, 17. Dezember 2013

[Rezension] Thomas Enger - Verleumdet (Band 3)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 382
ISBN: 978-3-764-50479-3
Erscheinungstermin: 11. November 2012 (1. Auflage)
Format:
Broschiert
Verlag: blanvalet

Klappentext: gem. blanvalet
Ein brutaler Killer: In einem Pflegeheim wird eine Frau tot aufgefunden. Der Täter muss rasend vor Wut gewesen sein. Eine anonyme Drohung: Justizministerin Trine Juul wird der sexuellen Nötigung bezichtigt. Eine beispiellose Medienhetze beginnt. Dann, die Botschaft: Treten Sie zurück, sonst kommt alles ans Licht. Die Suche nach der Wahrheit: Henning Juul soll den Mord im Pflegeheim untersuchen, doch auch seine Schwester Trine braucht Hilfe. Er macht eine Entdeckung, die nie bekannt werden darf. Und dann schlägt der Killer erneut zu.


Rezension:
Ole Christian Sund ist Pfleger in einem Altenheim. Er geht voll und ganz in seinem Beruf auf, ja für ihn ist es sogar eine Berufung. Er setzt sich voll und ganz für die alten Menschen ein, sodass er auch arbeiten geht, wenn er eigentlich seinen Sohn beaufsichtigen soll. Seinen Sohn Ulrik nimmt er öfter mit zur Arbeit und dieser kommt auch sehr gut mit den alten Menschen zurecht. So auch an einem Sonntag im September 2009. Doch dieses Mal ist alles anders, denn der 9-jährige Ulrik macht im Altenheim eine furchtbare Entdeckung: Die 83-jährige Erna Pedersen wurde in ihrem Zimmer ermordet - anschließend wurden ihr ihre Stricknadeln in die Augen gerammt. Der kleine Junge ist so verstört, dass er nur die Worte "Bruchstriche, Bruchstriche, Bruchstriche", von sich geben kann.

Kriminalkommissar Bjarne Brogeland wird mit den Ermittlungen beauftragt, doch er steht vor einem Rätsel. Wer hatte einen Grund, eine 83-jährige ehemalige Lehrerin auf so grauenhafte Art und Weise zu töten? Von ihrem Sohn erfährt er, dass sie nicht unbedingt das gewesen ist, was man einen Menschenfreund nennen kann, aber dennoch war sie nur eine hilflose alte Frau, deren Tage gezählt waren. Auch Henning Juul erfährt von dem Mord und berichtet über diesen. Da er eine gemeinsame Vergangenheit mit Bjarne Brogeland hat, gelingt es ihm, ein paar Details aus ihm herauszubekommen, über die die übrigen Journalisten vor Ort nicht verfügen.

Als er jedoch am nächsten Tag in die Zeitung schaut, muss er feststellen, dass nicht sein Artikel über den Mord an der alten Frau auf Seite 1 ist, sondern ein Artikel über Justizministerin Trine Juul-Osmundsen, Hennings Schwestern, die einen Politiker sexuell belästigt haben soll. Henning kann es nicht fassen. Zwar hat er seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Schwester, doch so etwas würde er der gradlinigen Trine niemals zutrauen. Doch alle Zeitungen berichten darüber, niemand jedoch stellt sich auf ihre Seite. Henning sind die Hände gebunden, denn als ihr Bruder ist es ihm untersagt, in dieser Sache als Journalist zu berichten. Eine Tatsache, die Henning dennoch nicht davon abhält, den Versuch zu starten, herauszufinden, was sich wirklich hinter dieser Geschichte verbirgt. Dadurch entgeht ihm, dass der Mörder von Erna Pedersen weiter auf der Jagd ist - und ihm näher, als er glaubt ...


Der 3. Band der Henning-Juul-Reihe! Der Plot wurde ausgesprochen vielseitig und spannend erarbeitet, sodass es mir nicht möglich war herauszubekommen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Positiv überrascht haben mich die Entwicklungen der jeweiligen Handlungsstränge und wie der Autor es schlussendlich geschafft hat, diese doch sehr unterschiedlichen Geschehnisse, miteinander zu verknüpfen. Die Figuren wurden facetten- und abwechslungsreich erarbeitet, wobei mir hier ganz besonders gut gefallen hat, dass der Leser hier mehr aus dem Leben von Hennings ominöser Schwester erfährt und Andeutungen gemacht werden, warum das Verhältnis zwischen den Beiden so abgekühlt ist und dass diese Tatsache in Hennings Vergangenheit zu suchen ist. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd zu lesen, sodass ich mich genötigt gesehen habe, das Buch am Stück zu lesen. Ich konnte und wollte einfach nicht aufhören, ich musste einfach erfahren, wie es weiter geht und wie sich der ganze Plot auflöst. Jetzt ist leider erst einmal Warten angesagt, ich hoffe jedoch, dass der Autor bald einen weiteren Band aus dieser überaus faszinierenden Reihe liefern wird.


Bewertung

Von Thomas Enger bereits gelesen und rezensiert: 



Der Autor:
Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt Sterblich war hierzulande wie auch international ein sensationeller Erfolg. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag





bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Thomas Enger - Vergiftet (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 458
ISBN: 978-3-764-40394-9
Erscheinungstermin: 29. Oktober 2012 (1. Auflage)
Format:
Broschiert
Verlag: blanvalet

Klappentext: gem. blanvalet
»Wenn du herausfindest, wer mich verraten hat, sage ich dir, was an dem Tag passierte, als dein Sohn starb«, lautet die knappe Nachricht des inhaftierten Kleinkriminellen Tore Pulli, der für einen Mord verurteilt wurde, den er nicht begangen hat. Zumindest behauptet er das, und er will, dass Reporter Henning Juul die Wahrheit herausfindet. Die Wahrheit war für Henning nie wichtiger als in diesem Zusammenhang. Doch noch vor dem entscheidenden Treffen wird Tore Pulli im Gefängnis vor laufenden Kameras umgebracht. Für Henning bricht eine Welt zusammen. Wäre Tore wirklich in der Lage gewesen, den schrecklichen Unfall aufzuklären? Oder gibt es noch weitere Zeugen?


Rezension:
Der Tod seines Sohnes Jonas am 11. September 2007 lässt Henning Juul einfach nicht los. Was passierte in jener Nacht, warum brannte es in seiner Wohnung? Nur mühsam hat es Henning geschafft, sich zurück ins Leben zu kämpfen. Auch beruflich ist er wieder voll aktiv, doch was ihn eigentlich in jeder Beziehung antreibt: Er will herausbekommen, warum sein Sohn sterben musste! Tief im Inneren weiß er, dass der Brand kein Unfall war, doch es scheint keine Zeugen zu geben, niemand, der mit ihm dazu sprechen will oder kann. Bis eines Tages Tore Pulli Kontakt mit dem Journalisten aufnimmt. Dieser sitzt wegen Mordes im Knast, für einen Mord, den er laut eigener Aussage nicht begangen hat. Wenn Henning ihm hilft und seine Unschuld beweist, ist Tore Pulli bereit ihm zu sagen, was er über den Brand in Hennings Wohnung weiß und das er etwas darüber weiß, daran lässt er Henning gegenüber keinerlei Zweifel.

In der Tat findet Henning heraus, dass es Ungereimtheiten im Mordfall Joachim "Jocke" Brolenius gibt. Zwar hatte dieser mit Tore Pulli Streit, doch Tore selbst sprach sich gegen einen Racheakt gegen ihn aus und auch die Tatwaffe ist vom Tatort verschwunden. War dies ein genial erdachter Mordplan oder wurde Tore Pulli tatsächlich in eine Falle gelockt? Da Tores Berufungsverhandlung fast unmittelbar bevor steht, interessieren sich auch andere Medien für ihn. Wie konnte aus dem einstigen Geldeintreiber, der später sein Geld in Immobilien auf die saubere Art verdiente und ein ehemaliges Model heiratete, ein Mörder werden? Während eines Interviews bricht Tore plötzlich tot zusammen - später stellt sich heraus, dass er ermordet wurde. Doch wer wollte ihn um jeden Preis zum Schweigen bringen?

Henning ist am Boden zerstört. Der scheinbar einzige Zeuge, der hätte klären können, was in jener Brandnacht geschah, ist tot. Grund ihn umzubringen, scheinen viele gehabt zu haben, aber wo ist das Motiv zu suchen? Im privaten Umfeld von Tore oder wollte jemand verhindern, dass er sich Henning offenbart und klärt, was in der Nacht geschah, als sein Sohn starb. Trotz Tores Tod ermittelt Henning weiter, denn wer auch immer hinter dessen Ermordung stecken könnte, könnte ebenso mit dem Tod seines Kindes zu tun haben, denn eines weiß Henning: Er wird niemals aufgeben, bis er nicht die Wahrheit über den Tod von Jonas herausgefunden hat. Mit seinen Ermittlungen kommt Henning dem Täter jedoch näher, als ihm bewusst ist, bis es fast zu spät ist ...


Der 2. Band der Henning-Juul-Reihe! Der Plot wurde wieder sehr abwechslungsreich und spannend erarbeitet. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass anfangs nicht feststeht, ob Tore Pulli nun wirklich ein geläuterter ehemaliger Verbrecher ist oder ob er nach wie vor ein Schwerverbrecher war, der nur so tut, als wenn ihm was angehängt wurde. Diese Irrungen und Wirrungen empfand ich als ausgesprochen faszinierend. Die Figuren wurden sehr in die Tiefe gehend und facettenreich erarbeitet, sodass diese ungeheuer lebendig mit diversen Ecken und Kanten auf mich wirkten. Besonders gut hat mir hier wieder Henning Juul gefallen, der trotz aller Widrigkeiten einfach nicht gewillt ist, aufzugeben, wenn es darum geht, die Wahrheit über den Tod seines Sohnes zu erfahren, koste es, was es wolle. Den Schreibstil empfand ich wieder als sehr angenehm zu lesen, auch wenn ich mir an einigen Stellen etwas mehr Dramatik gewünscht hätte. Abschließend kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine gelungene Fortsetzung handelt und ich mich den 3. Band der Reihe "Verleumdet" sehr freue, der sich zum Glück bereits in meinem Besitz befindet.


Bewertung


Von Thomas Enger bereits gelesen und rezensiert: 



Der Autor:
Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt Sterblich war hierzulande wie auch international ein sensationeller Erfolg. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo. (übernommen von Randomhouse)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag





bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. 


Samstag, 30. November 2013

[Rezension] Thomas Enger - Sterblich (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 426
ISBN: 978-3-442-37809-8
Erscheinungstermin:
16. Oktober 2012 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch
Verlag: blanvalet


Klappentext gem. blanvalet:
Eine junge Frau liegt halb verscharrt auf einem Hügel in Oslo. Auf den ersten Blick sieht es nach einem Ehrenmord aus – doch je mehr sich Online-Reporter Henning Juul mit dem Fall beschäftigt, umso dichter wird das Netz aus Verrat, Intrigen und tödlicher Eifersucht …


Rezension:
Vor knapp zwei Jahren, im September 2007, verlor Henning Juul das wichtigste in seinem Leben. Bei einem Brand in seiner Wohnung starb sein kleiner Sohn Jonas, er selbst erlitt schwere Verbrennungen, die ihn entstellten. Auch sein Gesicht ist durch den Brand gezeichnet worden, er jedoch hat überlebt, im Gegensatz zu seinem Kind. Was jedoch am schwersten wiegt ist die Ungewissheit: Hat er das Feuer, in dem sein Kind zu Tode kam, selbst verursacht?

Es dauerte lange, bis Henning sich von seinen Verletzungen erholt hat, aber im Juni 2009 ist er soweit wieder hergestellt, dass er seiner Tätigkeit als Journalist wieder nachgehen kann. Sein Arbeitgeber www.123nyheter.no hat trotz seiner langen Auszeit an ihm festgehalten. Ein ruhiger Einstieg ist Henning jedoch nicht gegeben, denn sein Nachrichtenredakteur schickt ihn gleich zu einer Pressekonferenz. Eine junge Frau wurde tot in einem Zelt aufgefunden - allem Anschein nach wurde sie gesteinigt. Handelte es sich hierbei um einen sogenannten "Ehrenmord"?

Bei dem Opfer handelt es sich um die 23-jährige Studentin Henriette Hagerup und auch wenn alles nach einem Ehrenmord aussieht, glaubt Henning von Anfang an nicht an diese Theorie. Sein Spürsinn sagt ihm definitiv, dass mehr dahinter steckt, als es den Anschein hat. Mit Hilfe einer "Quelle", von der Henning selbst nicht genau weiß, um wen es sich handelt, findet er tatsächlich heraus, dass es ein anderes Motiv geben muss. Aber wer hatte einen Grund, die überaus begabte junge Frau so grausam zu ermorden? Henning ermittelt auf eigene Faust und kommt dem Täter gefährlich nahe ...


Der 1. Band der Henning-Juul-Reihe! Der Plot wurde abwechslungsreich und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass es sich bei dem Protagonisten nicht um einen typischen Helder bzw. Ermittler handelt, sondern um einen schwer traumatisierten Journalisten, der mit seinem Verlust nicht abschließen kann bzw. den die Zweifel fast zerfressen, ob er selbst Schuld an dem Unglück war, dass ihm das liebste auf der Welt genommen hat. Die Figuren wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier besonders gut gefallen hat, dass einige Figuren sich im Laufe des Buches als ganz anders herausstellen, als sie auf den ersten Blick sind. Diese Wandlungen sind dem Autor sehr gut gelungen. Mein Herz habe ich allerdings an den Journalisten mit dem gebrochenen Herzen verloren, der trotz seiner Zweifel und seines Verlustes, den Dingen auf den Grund geht, obwohl er es nicht vermag, das Rätsel um seinen eigenen Verlust zu lösen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, auch wenn ich, wie nicht anders zu erwarten, mit den norwegischen Bezeichnungen einiger Orte so meine Liebe Not hatte und ich hätte mir an einigen Stellen doch etwas mehr Thrill gewünscht. Dennoch handelt es sich hierbei um einen sehr gelungenen Auftakt und ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band der Reihe "Vergiftet", der sich zum Glück bereits in meinem Besitz befindet.

Bewertung


Der Autor: 
Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt Sterblich war hierzulande wie auch international ein sensationeller Erfolg. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo. (übernommen von Randomhouse)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch bekam ich im letzten Jahr zu Weihnachten geschenkt.