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Dienstag, 22. März 2016

[Rezension] Michel Cymes - Hippokrates in der Hölle: Die Verbrechen der KZ-Ärzte



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 208
ISBN: 978-3-806-23285-1
Erscheinungstermin: 7. März 2016
Format:
Taschenbuch
Verlag: Theiss


Klappentext gem. Theiss:
Nur zum Nutzen und nicht zum Schaden des Kranken soll jeder Arzt handeln, heißt es im Eid des Hippokrates. Doch der NS-Staat kannte eine Medizin ohne Menschlichkeit. Mord, Folter, Zwangssterilisationen, Menschenversuche - das Grauen, das Ärzte über ihre Opfer brachten, ist unvorstellbar.

Wie konnte es dazu kommen? Das fragt der Medizinjournalist Michel Cymes, der selbst Arzt ist und der seine beiden Großväter in Auschwitz verlor. Er folgt den Lebenswegen von bekannten und weniger bekannten NS-Ärzten wie Aribert Heim, Herta Oberheuser oder Josef Mengele.

Cymes berichtet von Motiven und Taten, von Geltungssucht und Habgier, von Skrupellosigkeit und Lügen. Sein Buch, das in Frankreich zum Bestseller wurde, ist mehr als eine persönliche Abrechnung, es enthüllt, wie Ärzte alle Moral über Bord werfen konnten. Und es löste einen Skandal aus. Aufgrund seiner Hinweise wurden im Juli 2015 Leichenteile aus den Experimenten des Rasseforschers Hirt an der Universität Straßburg gefunden.


Rezension:
Michel Cymes verlor seine zwei Großväter in Auschwitz. Er selbst ist ein bekannter Arzt in Frankreich, doch jahrelang trieb ihn die Frage um: wie konnten Ärzte in den Konzentrationslagern Menschenversuche machen? Widersprach dies nicht ihren eigenen Grundsätzen, denn sie alle haben den Eid des Hippokrates abgelegt? Tatsächlich ist  es so, dass Ende 1946 das Verfahren gegen rund 20 angeklagte Ärzte begann, die während der Kriegszeiten Menschenversuche in KZ-Lagern machten. Tatsächlich sind heute die wenigstens von ihnen bekannt, im Gegensatz zur damaligen NS-Prominenz, die im Rahmen des Nürnberger Prozesses verurteilt wurden.

Mit seinem Buch rückt Michel Cymes diese "Ärzte" anhand von Portraits wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit, denn auch wenn dieses Verfahren knapp 70 Jahre her ist, sollte das Leid, welches diese Menschen verursachten, nicht in Vergessenheit geraten. Sigmund Rascher zum Beispiel führte Experimente mit Hypoxie und Hypothermie in Dachau durch, Wilhelm Beiglböck führte Meerwasserversuche an Gefangenen in Dachau durch und Aribert Heim lebte in Kriegszeiten seine sadistische Ader in Mauthausen aus, wo er ohne Betäubung Gefangenen lebenswichtige Organe entnahm, nur um zu sehen, wie lange diese noch lebten. Auch August Hirt findet Erwähnung, der dutzende Menschen mit seinen Versuchen, ein Gegenmittel gegen Senfgas zu entwickeln, grauenvoll zu Tode brachte. Doch nicht nur durch diese Versuche brachte er Unschuldige zu Tode. Auch "half" er, die Straßburger Skelettsammlung zu erweitern, gerade wenn ihm im Lager Auschwitz "besonders schöne Exemplare" begegneten, auch wenn diese zu diesem Zeitpunkt noch am Leben waren.

Natürlich "darf" in den vorgestellten Portraits Josef Mengele nicht fehlen, denn dieser ist auch heute noch durch seine menschenverachtenden Versuche im Lager Auschwitz an Zwillingen und Kleinwüchsigen bekannt. Auch Carl Clauberg, der für seine Zwangssterilisationen bekannt wurde und Erwin Ding-Schuler, der seine Fleckfieberexperimente im KZ Buchwald durchführte, finden Erwähnung, ebenso als einzige Frau Herta Oberheuser, die im KZ Ravensbrück Versuche mit Sulfonamiden an Menschen durchführte.

Abschließend bleibt zu sagen - es handelt sich hierbei um Portraits der jeweiligen "Ärzte", die versuchen zu ergründen, wie es kam, dass diese Ärzte, die den Eid des Hippokrates geschworen haben, diesen wissentlich und mehrfach auf grausamste Art und Weise gebrochen haben. Eine Erklärung zu finden, war hier sicherlich nicht möglich, denn solche Verhaltensweisen lassen sich nur schwerlich erklären und was ich noch viel schlimmer fand, waren die Informationen, die man so "nebenbei" erfuhr, zum Beispiel, dass sicherlich viel Leid hätte erspart werden können, wenn es Heinrich Himmler nicht gegeben hätte, der eine Affinität zur Medizin besaß und sich als Beschützer der Wissenschaft gesehen hat und so jedwede Experimente an Menschen genehmigte. Oder auch das Wissen, dass eine schwangere Jüdin nur eine Chance hatte, in einem Konzentrationslager zu überleben (wenn sie nicht gleich, auf Grund einer fortgeschrittenen Schwangerschaft selektiert wurde) - sie musste das Kind austragen, wurde zur Geburt von anderen Frauen versteckt, die umgehend nach der Geburt das Kind töteten, denn nur wenn es sich um eine "Totgeburt" handelte, hatte die Mutter eine Chance, zu überleben. Überlebte das Kind die Geburt, wurde es zusammen mit seiner Mutter selektiert.


"Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, den Geboten der Ehre und Redlichkeit treu zu sein. (1. Satz des Eides des Hippokrates / S. 16)! Große Worte, die gerade zu Zeiten des NS-Regimes ohne Ende gebrochen wurden, denn war es nicht so, dass diese Ärzte nicht in erster Linie Soldaten (die Befehle befolgen mussten) und dann erst Ärzte waren? Nein - das ist ein Fazit, dass jeder normal denkende Mensch zieht, gerade wenn er in diesem Buch erfährt, wie viele dieser "Ärzte" unter ohnehin schon menschenunwürdigen Zuständen die grausamsten Experimente durchführten, die Tausende zu Tode brachten. Der Schreibstil ist sehr sachlich und nüchtern gehalten, was mich ehrlich gesagt sehr verwundert hat, denn ich konnte bei der Lektüre des Buches nicht so ruhig bleiben und gerade im Hinblick auf die eigene familiäre Tragödie des Autors muss ich diesen umso mehr bewundern. Dieses Buch bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung, denn mögen die Ereignisse auch schon über 70 Jahre her sein, so sollten sie nie in Vergessenheit geraten und man sich immer der Opfer erinnern, die durch diese sinnlosen Experimente ihr Leben verloren haben.



Bewertung

Der Autor:
Michel Cymes ist Arzt in einem Pariser Krankenhaus. Seit über einem Jahrzehnt moderiert er eine der beliebtesten Gesundheitssendungen im französischen Fernsehen. In seinem Buch »Hippokrates in der Hölle« wurde erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass die beiden Großväter von Cymes in Auschwitz ums Leben kamen.  (übernommen von Theiss)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne beim Verlag



bedanken, der mir dieses wundervolle Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Zahi Hawass - Auf den Spuren Tutanchamuns



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 264
ISBN: 978-3-806-23037-6
Erscheinungstermin: 28. Januar 2015
Format: Hardcover

Verlag: Theiss


Klappentext gem. Theiss:
Der Grabschatz des Tutanchamun zählt zu den bedeutendsten Entdeckungen der Archäologie. Seit dem Jahr 1922, als Howard Carter das Grab im Tal der Könige entdeckte, ist die Faszination, die von den tausenden Grabbeigaben, den goldenen Särgen und Schreinen, den Masken und dem Schmuck des Königs ausgeht, ungebrochen. Erstmals seit 2009 ist der Schatz als komplette Rekonstruktion wieder in München zu sehen.
Der Band, verfasst von dem international renommierten Ägyptologen und früheren Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawass und übersetzt von Wilfried Seipel, dem ehemaliger Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums in Wien, zeigt opulent und kenntnisreich die Schönheit und Geschichte des Schatzes. Zahi Hawass spannt in seinem Buch den Bogen von der Entdeckung des Grabes bis hin zum neuesten Forschungsstand. Entstanden ist das vielleicht vollständigste Buch über Tutanchamun, ein Band zum Schwelgen, klug und informativ zugleich.



Rezension:
Ägypten, ein Land, mit einer schier unglaublichen Geschichte die Jahrtausende zurückreicht und noch heute die Menschen fasziniert. Auch ich bin das, was man einen Ägypten-Freak nennt. Schon von Kindheitsbeinen an war ich fasziniert, wenn die ägyptische Kultur vergangener Zeiten zur Sprache kam und besonders natürlich die Pharaonen weckten meine Neugierde, doch keiner vermochte mich so zu fesseln wie Tutanchamun, der Kindkönig dieses einst so mächtigen Weltreiches. Als ich als Kind erstmalig ein Foto der Totenmaske des Tutanchamun sah, wusste ich: diese muss ich einmal im Original sehen. Dies ist zwischenzeitlich geschehen und dennoch, die Faszination für dieses Land, seine Kultur und seine Pharaonen blieb und ist bis heute ungebrochen. Über die Jahre hinweg begleitete mich (Fach)Literatur über dieses einstige Weltreich und auch dieses Buch konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Dieses Buch ist etwas besonders, denn es umfasst nicht nur die Geschichte des "alten Ägypten" und die Entdeckung der Grabkammern des Tutanchamun, sondern berichtet weiter, was seit der Entdeckung im Jahr 1922 mit den Grabschätzen und der Mumie selbst geschehen ist. Das Buch ist unterteilt in die Abschnitte

- Das goldene Zeitalter Ägyptens: Die 18. Dynastie
- Religion und das Leben im Jenseits
- Grabräuber im Tal der Könige
- Das Grab und seine Schätze
- Die Mumie Tutanchamuns
- Die Entdeckung der Familie des Tutanchamun
- Das Tal der Könige und die Funde nach der Entdeckung des Grabes des Tutanchamuns
- Der Fluch des Tutanchamun
- Tutmanie

und mit sehr vielen Bildern und entsprechenden Erklärungen ausgestattet. Hier ist definitiv auch für einen Laien ein volles Verständnis gewährleistet.

Mir persönlich hat es sehr viel Freude bereitet, in das Ägypten vergangener Zeiten einzutauchen und mitzuerleben, wie das Leben im "damaligen" Ägypten war, an der Seite Carters die Grabkammer des Tutanchamun zu entdecken und mir vor Augen führen zu lassen, was für wundervolle Schätze diese beinhaltete und was mit ihnen nach ihrer Entdeckung geschah.


Bewertung

Der Autor:
Zahi Hawass, der bekannteste Ägyptologe seines Landes, war lange als Generalsekretär der Altertümerverwaltung in Kairo tätig, bevor er im Zuge der Revolution zum Minister für Altertumsgüter ernannt wurde. Heute hat er sich aus der Politik zurückgezogen und will künftig nur noch für die Wissenschaft tätig sein. (übernommen von Theiss)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne beim Verlag



bedanken, der mir dieses wundervolle Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 16. Januar 2015

[Rezension] Die Oberlausitz - Ausflugsziele zwischen Neiße und Pulsnitz



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Theiss, Konrad (1. März 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380622367X
ISBN-13: 978-3806223675
Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 1,5 x 21,4 cm

Inhalt gem. Theiss:
Es gibt viel zu entdecken in der sächsischen Oberlausitz. Erkunden Sie selbst bronzezeitliche Burganlagen, erleben Sie früh- und hochmittelalterliche Befestigungen, die von bitteren Auseinandersetzungen künden, oder besuchen Sie eines der hochkarätigen Museen in dieser Gegend.

Zum Buch:
Mich als Berlinerin interessiert natürlich, was es auch vor unserer Haustür zu sehen gibt. Die Oberlausitz grenzt mit ihrer Zugehörigkeit zu Sachsen an Brandenburg an und ist von Berlin aus gut zu erreichen.
Von daher interessiert mich diese Gegend natürlich ebenso wie Brandenburg und Berlin selbst. 

Anhand des hier vorgestellten Buches ist es möglich, sich auf die Umgebung vorzubereiten und einzustellen.

Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt:
1. Landschaft, Archäologie, Geschichte und Kultur
2. Kulturdenkmäler und Museen

Mittels des 1. Abschnittes bekommt man alle Informationen zur Landschafts- und Erdgeschichte vermittelt, die die Oberlausitz durchlaufen hat.
Man erhält einen sehr genauen Einblick über Geologie und Naturraum sowie eine Übersicht über 230 Jahre archäologische Forschung in der Region.
Ebenso erhält der Leser Einblicke in die verschiedenen Zeitepochen, die u.a. geprägt waren durch die Slawenzeit und der römischen Kaiserzeit.
Obwohl die Oberlausitz bis in das polnische Gebiet reicht, wird hier nur der deutsche Teil behandelt, die polnische Region wird ausgegliedert.

Es folgt eine Abhandlung der geschichtlichen Ereignisse, beginnend mit dem Paläolithikum und dem Mesolithikum, die erkennen lässt, dass erste Spuren menschlicher Aufenthalte im Jungpaläolithikum um 40000 - 12000 v. Chr. anzusiedeln sind.
Eine Zeittafel spiegelt die chronologische Besiedelung des Gebietes dar, beginnend im Mittelpaläolithikum, 250000 v. Chr., bis zur Neuzeit, bis heute. 

Erstaunlich fand ich die Aussage, dass die Oberlausitz in der frühmittelalterlichen Besiedlung mit 60 Burgen punkten konnte.

Im 2. Abschnitt, Kulturdenkmäler und Museen, werden diese vorgestellt.
Vieles ist heute nur noch aus der Luft kartographisch erfassbar und nachweisbar. Die Darstellung erfolgt mittels Luftaufnahmen oder Zeichnungen, die es dem Leser ermöglichen, das Wissen auch optisch wahrzunehmen. Fundstücke von Ausgrabungen sind im Buch ebenso zu finden wie Fotos von Ausgrabungsstätten.

Fotos von Wallanlagen findet man hier ebenso wie die von Schanzen, Gräberfelder, Klöster und Burgen, aber auch von Steinkreuzen oder Städten.

Sehr detailliert findet man hier Informationen zu verschiedenen Städten wie beispielsweise Bautzen, Görlitz, Oybin oder Zittau. Natürlich fehlen ebensowenig die Informationen zu verschiedenen Burgwällen, Kirchen, Burgen oder kirchlichen Einrichtungen.

Zu jedem Ort gibt es Hinweise zur Anfahrt, die Benennung der Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten sowie weitere Informationen zur Besichtigung.

Dieses Buch ist nicht nur ein genialer "Reiseführer" für den deutschen Teil der Oberlausitz, sondern auch ein Geschichtsbuch für interessierte Besucher.

Da ich mich gern und sehr akribisch vorbereite, wenn ich in Gegenden unterwegs bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir immer passende Literatur heraus. Diese Reihe vom Theiss-Verlag ist genau das, was ich brauche, Informationen über Land und Leute, Geschichte und Sehenswertes. Für mich eine Reihe, die ich gern weiterempfehle.

Bewertung:



Zu den Autoren: Keine Informationen vorhanden


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag




bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 22. August 2014

[Rezension] Ausflüge im Südwesten Brandenburgs - Zauche, Teltow, Fläming



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Theiss, Konrad; Auflage: 1. Auflage. (1. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3806226377
ISBN-13: 978-3806226379
Größe und/oder Gewicht: 21 x 14 x 1,6 cm

Inhalt gem. Theiss-Verlag:
Ausflüge in die Geschichte
Für die Mark Brandenburg hat der Südwesten besondere Bedeutung. Die Zauche kann als ihr Herzland bezeichnet werden, während Fläming und Teltow lange Zeit Grenzregionen waren und erst spät zu Brandenburg gekommen sind. Der Band der renommierten Reihe »Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland« zeigt, was die Region archäologisch zu bieten hat: Von der steinzeitlichen Kreisgrabenanlage über slawische Burgwälle und mittelalterliche Kirchen bis hin zu Schlachtfeldern der Napoleonischen Kriege oder geheimen militärischen Versuchsanlagen aus der NS-Zeit. 

Zum Buch:
Mich als Berlinerin interessiert natürlich, was es auch vor unserer Haustür zu sehen gibt. Da Berlin von Brandenburg eingeschlossen ist, liegt es natürlich nahe, sich auch in der näheren Umgebung, in meinem Fall Brandenburg, auszukennen.

Anhand des hier vorgestellten Buches ist es möglich, sich auf die Umgebung vorzubereiten und einzustellen.

Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt:
1. Landschaft, Archäologie, Geschichte und Kultur
2. Kulturdenkmäler und Museen

Mittels des 1. Abschnittes bekommt man alle Informationen zur Landschafts- und Erdgeschichte vermittelt, die das Land Brandenburg durchlaufen hat.
Man erhält einen sehr genauen Einblick den Beginn der archäologischen Forschung, über die Bildung von Vereinen und der Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern zur Erfassung der Kulturgüter. 
Seit der Verabschiedung eines Ausgrabungsgesetzes und dessen Bestimmungen im Jahr 1914 sind auch Grabungskampagnen unterbunden worden, die einer fröhlichen Landpartie ähnelten.

Es folgt eine Abhandlung der geschichtlichen Ereignisse, beginnend mit dem Paläolithikum, dem Mesolithikum und dem Beginn der Jungsteinzeit, die erkennen lässt, dass die Besiedlung Brandenburgs um 10966 v. Chr. liegt, als der Laacher-See-Vulkan am Mittelrhein ausbrach und eine Abwanderung der Bevölkerung aus diesem Gebiet begann.

Informatives erfährt man über Gräber und Beerdigungsriten, einiges lässt sich aus den Funden in den Gräbern ableiten.
Ein Abschnitt beinhaltet die Kirchenarchäologie. Nach einer kurzen Zusammenfassung zur Entstehung der Kirchen wurde auch erfasst, dass es oftmals möglich ist, bei Rekonstruktionen bestehender Kirchen in die Vergangenheit sehen zu können. Viele Kirchen wurden auf ihre Vorgänger gebaut, die abgebrannt oder zerstört wurden. Durch Freilegen der Unterschichten kommen archäologische Funde zu Tage.

Im 2. Abschnitt, Kulturdenkmäler und Museen, werden diese vorgestellt.
Vieles ist heute nur noch aus der Luft kartographisch erfassbar und nachweisbar. Die Darstellung erfolgt mittels Luftaufnahmen oder Zeichnungen, die es dem Leser ermöglichen, das Wissen auch optisch wahrzunehmen. Fundstücke von Ausgrabungen sind im Buch ebenso zu finden wie Fotos von Ausgrabungsstätten.

Auch Fotos von einzelnen Steinkreuzen findet man hier ebenso wie Gräberfelder, Klöster und Burgen.

Sehr detailliert findet man hier Informationen zur Stadt Brandenburg mit seiner Dominsel. Die Zisterzienserklöster Lehnin und Zinna sind hier zu finden wie auch die Burgen Ziesar und Rabenstein.

Zu jedem Ort gibt es Hinweise zur Anfahrt, die Benennung der Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten sowie weitere Informationen zur Besichtigung.

Dieses Buch ist nicht nur ein genialer "Reiseführer" für den Südwesten Brandenburgs, es ist auch eine Art Geschichtsbuch.
Da ich mich gern und sehr akribisch vorbereite, wenn ich in Gegenden unterwegs bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir immer passende Literatur heraus. Diese Reihe vom Theiss-Verlag ist genau das, was ich brauche, Informationen über Land und Leute, Geschichte und Sehenswertes. Für mich eine Reihe, die ich gern weiterempfehle.

Bewertung:




Zu den Autoren: Keine Informationen vorhanden


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag




bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 4. Juni 2014

[Rezension] und [Gewinnspiel] Maike Hettinger - Komisch, kauzig und kurios



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 104 Seiten
Verlag: Theiss, Konrad (18. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3806228035
ISBN-13: 978-3806228038
Größe und/oder Gewicht: 28,4 x 24,8 x 1,4 cm

Inhalt gem. Theiss:
Deutschland für fortgeschrittene Querdenker
In Frankfurt kann man Sie auf einem Denkmal bewundern. Das haben Sie schon ganz richtig verstanden: Sie! Und Sie müssen dafür nicht einmal Bismarck oder Adenauer heißen oder die Welt gerettet haben.
Wie das sein kann? Das ist eine der spannenden Entdeckungen dieses Buchs. Die Autorin war auf ihrer 11.000 Kilometer langen Recherchereise selbst überrascht, wie viel Unglaubliches es in Deutschland jenseits der bekannten Sehenswürdigkeiten zu entdecken gibt. Sie konnte in einem kopfstehenden Haus die Welt aus Stubenfliegenperspektive sehen oder in einem U-Boot am Stiel den Meeresboden besichtigen.
36 ihrer skurrilen, überraschenden oder auch rührenden Funde stellt sie vor. Das Layout steht dem Inhalt in nichts nach: Die junge Designerin hat jede Sehenswürdigkeit auf ganz besondere Weise illustriert. So entstand ein bibliophiler Augenschmaus der besonderen Art.

Zum Buch:
Deutschlandreisenden wird in der Tat einiges geboten.
Denn wer kennt zumindest vom Namen her nicht das Brandenburger Tor in Berlin, den Dresdner Zwinger in Dresden, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig oder gar die Wuppertaler Schwebebahn?
Alles Sehenswürdigkeiten, die ein Muss sind, sollte man sich in der Nähe aufhalten.
Deutschland ist voll von natürlichen und vom Menschen geschaffenen Wundern oder Sehenswürdigkeiten.

Viele dieser vom Menschen geschaffenen Highlights sind der Allgemeinheit jedoch bislang nicht bekannt oder nicht genug bekannt. Sie liegen im Verborgenen, sind nicht Bestandteil in Reiseführern sondern nur über Mundpropaganda bekannt geworden.

Maike Hettinger, die Autorin des vorliegenden Buches, hat sich auf die Suche gemacht und Unbekanntes entdeckt, das es sich ebenfalls lohnt, anzusehen und zu erkunden.
Sie hat Deutschland durchstreift und ist fündig geworden. 36 außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten stellt sie hier vor. Das Besondere daran ist, es gibt von diesen keine Fotos, sondern nur Grafiken und die dazugehörige Beschreibung.
Und doch macht es Spaß, die Autorin zu begleiten. Die Grafiken machen Lust, im Internet zu recherchieren, wenn ein Besuch nicht möglich ist.
Ich für meinen Teil weiß, dass ich bei Reisen in die genannten Gegenden diese vorgestellten Sehenswürdigkeiten ebenfalls sehen möchte.

So gibt es z. B. verschiedene Häuser, die auf dem Kopf stehen.

Fasziniert hat mich die Tatsache, dass in Halberstadt bei Magdeburg das längste Konzert der Welt gespielt wird. Das Ende der Aufführung wird im Jahr 2640 erwartet. Es sind Töne, die gesendet werden und von einem Tonwechsel zum nächsten kann es schon mal mehrere Jahre dauern. Wer bei dem nächsten dabei sein möchte, sollte sich den 05.09.2020 im Kalender notieren.

Wer weiß denn schon, dass die engste Straße der Welt in Deutschland ist? Genau 31 cm ist sie breit und man findet sie in Reutlingen.

Interessant ist auch die Geschichte von Väterchen Timofej und seiner Ost-West-Friedenskirche in München, die sich sogar gegen die Olympischen Spiele durchsetzen konnte, wegen der sie abgerissen werden sollte.

Diese und vieles andere Kuriose kann man in diesem Buch entdecken.
Einiges davon kannte ich schon. So waren mir aus meiner näheren Umgebung natürlich der Ritter Kalebuz aus Neustadt (Dosse) bekannt, der seinerzeit das Recht der ersten Nacht forderte, wie auch der verlassene Spreepark Berlin oder der Saurierpark in Kleinwelka. 

Ich wurde auf ganz viele interessante Orte aufmerksam gemacht, die ich unbedingt sehen möchte mit ihren ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten.

Im Register am Ende des Buches wurden alle Kontaktdaten zu den vorgestellten Orten aufgelistet mit Adresse, Telefonnummer oder Homepage.

Ein wirklich tolles Buch für diejenigen, die auch einmal etwas anderes als das übliche aus dem Reiseführer sehen oder erleben wollen.
Hierfür gibt es eine eindeutige Kaufempfehlung.

Wer es sich nicht kaufen möchte, bekommt die Möglichkeit, dieses Buch zu gewinnen. Wie? Lest einfach unten weiter.

Bewertung:




Zur Autorin: 
(vom Theiss-Verlag übernommen)
Maike Hettinger ist Kommunikations-Designerin, Graphikerin und Illustratorin. Ihre Arbeiten wurden bereits in verschiedenen Ausstellungen gezeigt.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag




bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.



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Gewinnspiel:
Zusätzlich zur Rezension gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem ich 2 Exemplare des vorgestellten Buches verlosen darf.

     
    
   

Der Theiss Verlag stellte sie mir freundlicherweise zur Verfügung.

Ihr müsst mir dafür auch nur eine Frage beantworten.
Warum willst du dieses Buch gewinnen?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet bitte im Kommentar die Frage und sendet mir zusätzlich eine Mail mit eurer vollständigen Adresse an folgende Mail-Adresse: kleeblatt58 (at) gmail.com (ohne Leerzeichen und Klammern und at als Zeichen) Solltet ihr ein Pseudonym haben, dann gebt es in der Mail bitte mit an, so dass ich euch zuordnen kann.

Hier noch das Kleingedruckte:
1.) Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn ihr über 18 Jahre alt seid, ansonsten ist eine Einverständniserklärung der Eltern nötig.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und im Anschluss gelöscht.
3.) Es wird nur innerhalb Deutschlands versendet oder ihr erklärt euch bereit, die Portokosten zu übernehmen. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Bei Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
6.) Der Gewinner bestätigt mir bitte den Erhalt des Buches

Ihr dürft das Gewinnspiel gern teilen auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auf euren Blogs. Neue Leser sind jederzeit willkommen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 08.06.2014 - 20:00 Uhr

Die Auslosung erfolgt noch am selben Tag über Random.org, ebenso die Bekanntgabe der glücklichen Gewinner. 

Ich wünsche euch einen schönen Tag
Monika (Kleeblatt)

Montag, 10. Februar 2014

[Rezension] Stadt und Landkreis Erding - Ausflugsziele an Isar, Sempt, Isen und Vils








Eckdaten:
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Theiss (2. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3806228523
ISBN-13: 978-3806228526
Größe und/oder Gewicht: 21 x 14 x 1,6 cm

Inhalt gem. Theiss Verlag:
Geschichte und Archäologie vor den Toren Münchens
Das Erdinger Land war mit Erding, dem Markt Dorfen und der Burg Wartenberg ein Kerngebiet der Wittelsbacher. Aber schon viel früher fanden Menschen, Güter und Ideen ihren Weg hierher: Steinzeitliche Jäger und Sammler, die Kelten und Römer haben zahlreiche Spuren hinterlassen. So spannt sich der Bogen der vorgestellten Ausflugsziele von vorgeschichtlichen Grabhügeln über die Isener Stiftskirche bis hin zum Wasserschloss Altfraunberg.

Zum Buch:
Von Erding wusste ich bislang nur, dass es sich in Bayern befindet und dass es dort das Erdinger Weißbier gibt.
Aber Erding hat soviel mehr zu bieten, dass sich ein Besuch dort wirklich zu lohnen scheint.
Anhand des hier vorgestellten Buches ist es möglich, Erding schon im Vorfeld kennenzulernen.

Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt:
1. Landschaft, Archäologie, Geschichte und Kultur
2. Kulturdenkmäler und Museen

Mittels des 1. Abschnittes bekommt man alle Informationen zur Landschafts- und Erdgeschichte vermittelt, die das Erdinger Land durchlaufen hat.
Da wird Wissen vermittelt über die Entstehung der Alpen wie auch über die ersten Kirchen, die dort ab der Hälfte des 8. Jh. nachweisbar waren.
Das "schergampt ze Aerdingen", woraus später die Stadt Erding wird, verzeichnet man um die Zeit 1229/39. Schon im 12. und. 13. Jh. spielen die Wittelsbacher in und um Erding eine große Rolle.

Es folgt eine Abhandlung der geschichtlichen Ereignisse, beginnend mit der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit, die erkennen lässt, dass die Besiedlung Bayerns bereits vor 500 000 Jahren begann.
Informatives erfährt man über Hügelgräber, Herrenhöfe und beispielsweise Viereckschanzen. 
Vieles ist heute nur noch aus der Luft kartographisch erfassbar und nachweisbar. Die Darstellung erfolgt mittels Luftaufnahmen oder Zeichnungen, die es dem Leser ermöglichen, das Wissen auch optisch wahrzunehmen. Fundstücke von Ausgrabungen sind im Buch ebenso zu finden wie Fotos von Ausgrabungsstätten.
Ein allseits interessanter Abschnitt zur Geschichte und Kultur von Erding.

Im 2. Abschnitt, Kulturdenkmäler und Museen, werden diese vorgestellt. Es werden Vorschläge zu Besichtigungstouren gemacht, wie beispielsweise ein Rundgang zur Besichtigung der Stadtbefestigung. 
Hier findet man den Stadtpark genauso wie Informationen zu Kirchen und Museen. Gräberfelder zur Besichtigung werden ebenso vorgestellt wie Schlösser und Viereckschanzen.

Das Wissen, das man sich im 1. Abschnitt informationshalber angelesen hat, kann man sich dank der vorgestellten Touren auch ansehen.

Interessant fand ich die Information über die Viereckschanze Papferding. Diese konnte man anhand von Fotos noch 1978 sehr gut erkennen, auf einem Foto von 2012 ist sie fast völlig eingeebnet und so gut wie nicht mehr aus der Luft sichtbar. 

Zu jedem Denkmal gibt es Hinweise zur Anfahrt und Öffnungszeiten sowie Informationen zur Besichtigung.

Dieses Buch ist nicht nur ein genialer "Reiseführer" für das Erdinger Land, es ist auch eine Art Geschichtsbuch.
Da ich mich gern und sehr akribisch vorbereite, wenn ich in Gegenden unterwegs bin, die ich noch nicht kenne, suche ich mir immer passende Literatur heraus. Diese Reihe vom Theiss-Verlag ist genau das, was ich brauche, Informationen über Land und Leute, Geschichte und Sehenswertes. Für mich eine Reihe, die ich mir definitiv noch näher ansehen werde und die ich gern weiterempfehle.

Bewertung:




Zu den Autoren: Keine Informationen vorhanden

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag




bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt