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Mittwoch, 14. Juni 2017

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Amnesia - Ich muss mich erinnern




Leseprobe 



Eckdaten:
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519976
ISBN-13: 978-3426519974
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,2 x 19 cm

Inhalt gem. Amazon: 
Du hast nichts zu verlieren.
Du hast eine mörderische Wut.
Und du kannst dich an nichts erinnern …
Als die Berlinerin Helen die Diagnose Krebs im Endstadium erhält, ist es ihr einziger Wunsch, sich vor ihrem Tod endlich mit ihrer Mutter auszusöhnen, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Bei ihrer Familie in der südwestdeutschen Heimat angekommen, muss sie dann schockiert erfahren, dass ihre schwangere Schwester Kristin von ihrem Ehemann Leon misshandelt wird. Am liebsten würde Helen Leon dafür umbringen, zu verlieren hat sie ja nichts mehr. Aber einen Menschen töten? Helen glaubt nicht, dass sie dazu wirklich fähig ist.
Am nächsten Morgen allerdings ist Leon tot – und Helen, die Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen nimmt, hat keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht. Amnesie …
Die deutsche Spannungs-Autorin Jutta Maria Herrmann legt endlich nach und blickt mit ihrem düsteren und psychologisch tiefgründigen Thriller in die menschlichen Abgründe. Ein Psycho-Thriller der Extraklasse!

Zum Buch:
Helen ist schon ziemlich am Boden zerstört, seit sie die Diagnose Krebs im Endstadion erhalten hat. Nun jedoch hält sie einen Zettel ihres Freundes in den Händen, auf dem nur "Leb wohl" steht.
Er ist weg, weg für immer. Er hat sie allein und im Stich gelassen. 
Wer bleibt ihr jetzt noch? Ihre Mutter und ihre Schwester, aber zu denen hat sie nur ein sporadisches Verhältnis, was man nicht wirklich herzlich nennen kann. Aber sie weiß, sie will nicht allein sterben, also packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland.
Der Empfang ist alles andere als herzlich, aber zumindest scheint sich ihre Schwester Kristin über den Besuch zu freuen. Ihre Mutter ist froh, dass sie nicht vorhat, bei ihr zu schlafen, sondern mit rüber zu Kristin und ihrem Mann geht.
Leon, Kristins Mann, kennt sie noch von früher und da gab es einmal ein sehr unschönes Erlebnis, von dem Kristin nichts wissen darf. Leon droht ihr, wenn sie es erzählen würde und auch ihre Mutter rät ihr davon ab.
Aber wer ist Leon inzwischen? Hat er sich verändert oder ist er noch immer so brutal wie einst? Schlägt er ihre Schwester, denn alles scheint darauf hinzuweisen, auch wenn diese es abstreitet.

Dann ist Leon plötzlich tot. Kristin, die im 3. Monat schwanger ist, ist untröstlich, auch, weil er brutal ermordet wurde.
Wer ist der Täter? Kann es sein, dass es Helen selbst war? Durch die Einnahme von Medikamenten erlebt sie immer wieder Blackouts, fehlen ihr Minuten, ja Stunden, von denen sie nichts mehr weiß. Aber wäre sie zu einem Mord fähig? Alles scheint darauf hinzuweisen...

Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, die Zweifel auch an den Leser weiterzureichen. Ist Helen in der Lage, für ihre Schwester einen Mord zu begehen? 
Helen ist schwer krank, die Ärztin gab ihr höchstens noch ein Jahr zu leben. Ein Jahr, das geprägt sein wird mit den Gedanken an Tod, Krankheit und Schmerzen. Sie ist soweit, dass sie weiß, dass sie nichts mehr ändern kann, nichts mehr zu verlieren hat.

Seit sie jedoch bei Mutter und Schwester aufgeschlagen ist, geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss hat, die aber auch Rückblicke auf ihre Vergangenheit bringen, einem Ereignis, dem sie entflohen ist, das sie aber nie vergessen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren Abstand gehalten, nun aber kommt alles wieder hoch. 
Aber die Frage, ob sie in der Lage wäre, einen Mord zu begehen, bleibt auch bei ihr bestehen.
Helen leidet unter Halluzinationen, was ist Wahrheit und Realität, was eine Wahnvorstellung?

Lange Zeit ist offen, in welche Richtung sich das Ende bewegen wird. Verdächtige gibt es den ein oder anderen, aber wer wird es letztendlich sein? Eine Frage, die den Leser ein Weilchen beschäftigt. 
Das Ende ist dann wieder stimmig und hinterlässt ein fast gutes Gefühl.

Der Thriller war spannend geschrieben, legt aber auch einen großen Fokus auf die Erkrankung der Protagonistin Helen selbst. Die Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente setzten sie außer Kraft, machten sie unzurechnungsfähig. Nur die Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie schon eine Tablette genommen hatte und lieber noch eine nahm, störte mich ein wenig. 

Ein Thriller, der den Leser packt und nicht mehr los lässt. Man will wissen, wie es ausgeht, wer der Täter ist und ist nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. 
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Knaur)

Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. 

Von Jutta Maria Herrmann wurden gelesen und rezensiert:
 http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/2016/06/rezension-jutta-maria-herrmann-schuld.html 


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Jutta Maria Herrmann und der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Premieren-Lesung] Jutta Maria Herrmann stellt "Amnesia - Ich muss mich erinnern" vor

Ein weiteres Mal lud die Buchhandlung "Totsicher" zu einer Lesung ein.
Dem Aufruf sind wir wieder gern gefolgt, denn es handelte sich um Jutta Maria Herrmann, die hier ihren dritten Thriller vorstellte.

Ankündigung für die Lesung in der Buchhandlung "Totsicher" 


 
Jutta Maria Herrmann und ihr dritter Thriller "Amnesia"

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Buchhändlerin Grit Burkhardt ging das Wort auch schon an die Autorin, die sich kurz vorstellte.

Jutta Maria Herrmann

So erfuhren wir, dass sie im Saarland geboren wurde, aber bereits in den 80er Jahren nach Berlin kam. Sie studierte Germanistik und Filmwissenschaften und organisierte Rock- und Punkkonzerte. Sie war Drehsynchronübersetzerin und ist heute für eine Rheinländische Zeitung journalistisch tätig. In ihrer Freizeit schrieb und schreibt sie Bücher.
Dann schwenkte sie auch schon zum Buch ab.
Jutta Maria Herrmann erzählte, dass das Setting des Buches zwar in Berlin beginnt, aber der Handlungsort von Berlin weg in eine Kleinstadt führt.

Dem folgte dann der Leseteil, den die Autorin mit dem Prolog begann und weiterführte mit dem Lesen von Tag 1. Tag 1 ist der 1. von 6 Tagen, in denen die Geschichte unterteilt ist. 
Im vorgetragenen Leseabschnitt lernten wir die Familie der Protagonistin Helen kennen.
Diese ist schwer krank und nach Hause gefahren, um sich von ihrer Familie zu verabschieden, mit der sie nicht mehr viel gemein und zu der sie so gut wie keinen Kontakt hat.
Dort angekommen, muss sie feststellen, dass nicht jeder sich freut, sie zu sehen...

Jutta Maria Herrmann, lesend

Die Autorin hat die zu lesenden Abschnitte gut ausgewählt, sie machten neugierig auf das Buch und lassen den Zuhörer Fragen stellen, die nur nach der Lektüre des Buches beantwortet werden können.

Die Möglichkeit, Fragen an die Autorin zu stellen, wurde nur von einer Zuhörerin genutzt
Dann war auch schon die Lesung beendet.
Natürlich konnte Kleeblatt, die das Buch schon gelesen hat, nicht ohne Signatur ihres Buches nach Hause gehen, so dass dieses noch veredelt wurde.

Kleeblatts Buch wird veredelt


Der Abend war wieder viel zu schnell vorbei, so dass wir kurz darauf den Heimweg antraten.
Vielen Dank an Jutta Maria Herrmann, die wunderbar gelesen hatte und so auf ihr Buch neugierig gemacht hatte.

Kleeblatt und Kerry

Donnerstag, 9. Juni 2016

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Schuld bist du



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426518511
ISBN-13: 978-3426518519
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3 x 18,8 cm

Inhalt gem. Knaur:
„Schuld bist du!" - Diese mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft findet der Journalist Jakob Auerbach in seiner leergeräumten Wohnung vor, als er von einer Dienstreise zurückkehrt. Von seiner Frau Anne und der kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen, dass er selbst der Gejagte ist.

Zum Buch:
Sie sind weg!
Der Journalist Jakob Auerbach kommt nach einer Dienstreise nach Hause. Gerade noch rechtzeitig, denkt er, denn sie wollen in den nächsten Tagen umziehen. Aber was er vorfindet ist eine leere Wohnung, aus der bereits alle Sachen verschwunden sind. Am Fenster findet er eine blutige Botschaft "Schuld bist du". Wo sind seine Lebensgefährtin Anne und ihre gemeinsame Tochter Mia?
Ein kurzer panischer Anruf von Mia lässt ihn handeln. Er muss Anne und Mia finden, aber wo und wie? ...

Nachdem ich von "Hotline", dem ersten Thriller der Autorin Jutta Maria Herrmann begeistert war, stand für mich schon bald fest, dass ich mich auch ihrem neuesten Werk widmen werde, welches sie mit diesem Thriller hier vorgelegt hat.

Der Journalist Jakob Auerbach wird immer wieder mit der Hinterlassenschaft eines Mörders mit den Worten "Schuld bist du" konfrontiert. Er kann sich diese Nachrichten nicht erklären, sind diese überhaupt für ihn gedacht oder sprechen sie nicht eher jemand anderes an?
Sein momentan einzig erklärtes Ziel ist es, seine verschwundene Freundin Anne und Tochter Mia zu finden. 
Es beginnt eine Jagd durch Berlin, über Baustellen, in den Wald oder auch zu ihm bekannten Orten. Was er nicht findet - sind Anne und Mia, was er findet - Tote, zumeist Kinder.
Auf seiner Suche begegnet ihm Tamara, seine ehemalige Freundin vor Anne, die ihn bei der Suche tatkräftig zu helfen versucht. Für sie wird die Suche immer mehr zu einem Anlass, an den geistigen Zustand von Jakob zu zweifeln. Was von dem, was Jakob erzählt, ist wahr? 

Parallel zu Jakobs Suche nach seiner Familie erfährt der Leser eine Geschichte, die in einem Krankenhaus erzählt wird. Eine unbekannte Frau erzählt diese einem Komapatienten, ihre eigene Rolle in dem Szenario und die Rolle einer gewissen Grit.

Die beiden Handlungsstränge verlaufen parallel und wechseln sich stetig ab. Sehr lange ist man im Unklaren, wie diese wohl zusammenhängen mögen und vor allem, wie sie sich entwickeln werden. Auch wenn man bei einigen Personen bald eine Ahnung der Identität hat, bleibt vieles offen.

Die Autorin Jutta Maria Herrmann lässt ihren Hauptprotagonisten agieren, lässt ihn voller Angst zurück, Angst über die Ungewissheit, was mit seiner Familie geschehen ist. Angst vor der Tatsache, dass er sie vielleicht nicht rechtzeitig findet und Angst bei jeder gefundenen Leiche, es könnte Mia sein. Diese Angst ist fast greifbar und man hofft gemeinsam mit Jakob, dass alles gut ausgehen möge, dass es seinen Lieben gut geht und er sie rechtzeitig, vor was auch immer, finden und beschützen kann.

Jutta Maria Herrmann greift sich den Leser und nimmt ihn mit auf diese Jagd. Eine Hetzjagd durch Berlin und Umgebung, wobei Jakob nicht nur Jäger, sondern auch Gejagter ist. Eine Jagd voller Spannung und offener Fragen, die sich nicht nur Jakob stellt, sondern die selbst dem Leser ständig durch den Kopf gehen.
Es gibt Begebenheiten, die man sich so nicht vorstellen kann, die unglaubhaft wirken. Die Fragezeichen über meinem Kopf mehrten sich, immer nach dem Motto, na das muss die Autorin mir aber wirklich glaubhaft erklären können.
Schon der Auflösung wegen, die man anstrebt, ist man nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen.
Noch eine Seite und noch eine Seite, viele Seiten, die mir den Nachtschlaf raubten und nicht zur Ruhe kommen ließen.

Von Beginn an gelingt es der Autorin Spannung zu erzeugen. Den anfangs gelegten Spannungsbogen kann sie nicht nur durchgängig halten, sie steigert ihn sogar. Man wird förmlich durchs Buch gejagt.

Die Protagonisten sind in ihrer Darstellung glaubhaft angelegt. 
Ein Vater, der seine Familie sucht, eine Mutter, die ihr Kind verloren und Rache geschworen hat und eine Frau, die ein Versprechen gegeben hat. Zusätzlich eine ehemalige Freundin, die nach Jahren urplötzlich wieder aufgetaucht ist.
Genug Stoff, um daraus einen spannenden Psychothriller zu machen, was der Autorin auch mit Bravour gelungen ist.

Es ist ein Thriller mit vielen Wendungen und einem überraschenden Ende.
Ein Buch, das mir atemlose Stunden beschehrt hat und welches ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Knaur)
Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. 






Von Jutta Maria Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Jutta Maria Herrmann und der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Lesung] Premierenlesung: Jutta Maria Herrmann liest aus "Schuld bist du"

Nachdem eine Weile Ruhe war, was Lesungen anging, starten wir dann mal wieder voll durch.
Treffpunkt war am Dienstag Abend die Krimibuchhandlung "Totsicher", in der uns Jutta Maria Herrmann ihren neuen Psychothriller "Schuld bist du" vorstellen sollte.

 

Nach ihrem ersten Thriller "Hotline", erschien kürzlich der zweite und wir freuten uns auf die Lesung mit der Autorin. Kerry war auf das Buch gespannt, Kleeblatt hatte es bereits gelesen, aber natürlich noch nichts verraten.
Die Buchhandlung war sehr gut besucht, was sicherlich auch die Autorin sehr gefreut haben dürfte.

Nach ein paar Pläuschchen ging es dann auch schon los.
Jutta Maria Herrmann plauderte vor dem eigentlichen Lesen erst ein wenig aus ihrem Leben. 
Bevor sie nämlich mit dem Schreiben von Thrillern begann, hatte sie schon diverse andere Tätigkeiten ausgeübt, die letztendlich aber alle etwas mit Büchern / Zeitungen zu tun haben. Buchhändlerin und Drehbuchautorin waren nur ein Teil davon.

Jutta Maria Herrmann plaudert aus ihrem Leben

Für die Lesung suchte sich die Autorin zuerst Abschnitte aus dem Buch, in denen man Kontakt mit den Protagonisten aufnehmen konnte. So begann sie mit der Szene, in der der Journalist Jakob Auerbach von einer Dienstreise nach Hause kommt und die Wohnung leert vorfindet. Vor allem die wichtigste Frage stellt sich gleich hier, wo sind seine Frau und seine Tochter Mia?

Jutta Maria Herrmann, lesend

Des Weiteren konnten wir einer Szene im Krankenhaus lauschen, in der eine noch unbekannte Frau einem Komapatienten etwas erzählt. Auch hören wir dort von Grit, die in dem Buch eine entscheidene Rolle hat.

Weitere Abschnitte aus ihrem Buch folgten, so auch eine, in der Jakob eine Kinderleiche findet. Ist es Mia?
Natürlich hat sie immer, wenn es spannend wurde, die Szene gewechselt.

Im Anschluss hatten die Zuhörer Gelegenheit, Fragen an die Autorin zu stellen. Die erste war dann auch, wie das Buch endet. :-)
Eine andere konnte sie nicht beantworten, um nicht zu viel zu verraten. Es war überhaupt schwer, Fragen zu beantworten, ohne die Auflösung zu gefährden.

Natürlich konnten wir nicht gehen, ohne auch Fotos gemacht zu haben.
Das obligatorische mit einem unserer Maskottchen, diesmal hatte Herr Miez die Ehre.

Jutta Maria Herrmann mit Herrn Miez und Kleeblatts Buch signierend

Zur Lesung von Jutta Maria Herrmanns neuem Thriller gaben sich auch einige andere Autoren die Ehre, die uns natürlich auch vor die Linse gekommen sind.

Allen voran ihr Mann, Thomas Nommensen, von dem Kleeblatt leider nur so ein bescheidenes Bild gemacht hat

Wenn sich zwei Fotografen durch die Linse ins Auge schauen

 
Martin Krist, endlich einmal mit seiner Bjella (was für eine Süße)

Susanne Kliem, Martin Krist und Katrin Deibert, vorn Bjella

Es war wieder einer der Abende, bei denen alles stimmte. 
Unser Dank geht an die Buchhandlung "Totsicher" für die Organisation und natürlich an Jutta Maria Herrmann, ohne deren Buch dieser Abend anders verlaufen wäre.
Wir kommen gern wieder

Kleeblatt und Kerry

Mittwoch, 3. Dezember 2014

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Hotline


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-3-426-51456-6
Erscheinungstermin: 3. November 2014
Format: Taschenbuch

Verlag: Knaur


Klappentext gem. Knaur:
Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang ...


Rezension:
Christian „Chris“ Stein, Doktor der Psychologie, hat mit seiner Beicht-Hotline eine innovative und bis dato noch nie dagewesene Geschäftsidee ins Rollen gebracht – eine Hotline, bei der die Menschen anrufen können, um ihre Sünden zu beichten. Sollten die Anrufer nur ungern persönlich bei einem anderen Menschen beichten, steht ihnen alternativ auch ein Band zur Verfügung. Soweit so gut und tatsächlich, die Idee war so neu und einzigartig, dass sogar die Presse groß darüber berichtet hat. Von diesem Zeitpunkt an standen die Leitungen so gut wie nicht mehr still. Doch nach dem Boom wurde es ruhiger. Zwar gelingt es Chris noch, kostendeckend zu arbeiten, aber einen „Verdienst“ in dem Sinne gibt es nicht mehr. Chris zur Seite stehen sein Jugendfreund Richard „Rick“ Winter, Konrad und dessen hochschwangere Freundin Paula. Alle zusammen bilden sie das Grundgerüst der Beicht-Hotline und es gibt nur eine Maxime: Nicht (ver)urteilen und keine Polizei – never ever!!!

An einem Abend im Frühjahr, der Winter ist noch nicht lange vorbei, hat Rick Dienst an der Beicht-Hotline und erhält einen Anruf, der sein Leben und das seiner Freunde verändern wird. Eine Frau ruft mit unterdrückter Nummer an und kündigt an, ein neugeborenes Kind lebendig auf dem Friedrichshainer Friedhof zu vergraben – dann legt sie auf. Rick ist mehr als erschüttert und da er Chris telefonisch nicht erreichen kann, tut er das, was absolut untersagt ist: Er meldet diesen Vorfall bei der Polizei. Diese teilt ihm jedoch lediglich mit, dass sie nichts tun können, bevor nicht ein Verbrechen verübt wurde und so ist Rick auf sich allein gestellt. Doch dieser Anruf lässt ihm keine Ruhe und so beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihm zur Seite steht die hochschwangere Paula, die ebenfalls entsetzt über die angekündigte Tat ist, zumal sie selbst die Geburt ihres Kindes kaum erwarten kann, will sie diesem doch eine Kindheit ermöglichen, die sie selbst nie gemacht hat.

Schlussendlich finden sich beide nachts auf dem Friedhof ein, doch anstelle eines vergrabenen Neugeborenen, finden sie lediglich eine Puppe – ein makabrer Scherz? Diese Hoffnung keimt nur kurz in Rick auf, denn die Frau meldet sich erneut bei ihm und gibt ihm zu verstehen, dass das erst der Anfang war und tatsächlich, nach und nach geschehen immer merkwürdigere Dinge. Der Gesundheitszustand von Ricks Mutter, die seit dem Verschwinden von Ricks Schwester Marie vor sechs Jahren unter schweren Depressionen leidet, verschlechtert sich Zusehens, sodass auch sein Vater sich bald keinen Rat mehr weiß, Konrad und Paula haben beide unterschiedliche Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft und Chris wird von Zukunftssorgen geplagt, denn die Hotline ist sein „Baby“, das er um jeden Preis zum Erfolg führen will. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt, die Anruferin hat Pläne, an deren Ausführung sie nichts und niemand hindern wird, auch nicht die Teammitglieder der Beicht-Hotline, koste es, was es wolle …


„Ich werde ein neugeborenes Kind vergraben. Lebendig vergraben.“ (S. 20) Der Plot des Buches wurde spannend und authentisch erarbeitet. Gerade mir als Berliner war es eine Freude, den Figuren durch das mir bekannte Berlin zu folgen, denn zu meinem allergrößten Glück spielte das Buch fast durchgängig in den Gegenden, die mir ebenfalls vertraut sind. Auch fand ich die erzählerische Darstellung aus verschiedenen Perspektiven als sehr spannend, denn so erfuhr ich als Leser, was im Team der Beicht-Hotline vor sich ging, wie auch im Kopf der Anruferin und bereits nach einigen Seiten konnte ich erahnen, dass die Frau es alles andere als gut mit ihrer Umgebung meint bzw. mit den Menschen, die ihren Plänen im Weg stehen. Leider war für mich relativ schnell ersichtlich, wie sich die Geschichte auflösen würde und genauso ist es gekommen. An dieser Stelle hätte ich mir gerne noch ein paar falsche Fährten  gewünscht, die mich in die Irre geführt hätten. Den Schreibstil an sich empfand ich als sehr spannend und fesselnd zu lesen, gerade die perspektiven Wechsel des Erzählstils haben mir sehr gut gefallen. Die Figuren wurden facettenreich und anschaulich erarbeitet, wobei mein Herz hier eindeutig für die Figur des Rick, der so manches Päckchen mit sich herumzutragen hat, geschlagen hat, denn trotz seiner eigenen Sorten, versteht er es ganz wundervoll, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und er steht seinen Freunden und seiner Familie immer zur Seite. Leider befürchte ich, dass es solch einen (Traum-)Mann wohl doch nur in der Literatur gibt. Ich würde mich jedoch sehr freuen (und gebe meine Hoffnung an dieser Stelle zum Ausdruck) wenn ich Rick nochmals wiederlesen würde.


Bewertung

  
Zur Autorin: 
(Text übernommen von Knaur)
Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. Ihr Psychothriller „Hotline“ ist im Knaur Verlag erschienen.


 



Wie ich zu dem Buch kam:
Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin 
und bei der



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


[Lesung] Jutta Maria Herrmann liest aus "Hotline"

Dienstag Abend, es herrschen eisige bzw. frostige Temperaturen und was macht das Katzenpersonal? Richtig, es verlässt das schützende und wärmende Obdach und macht sich auf in Richtung Krimibuchhandlung totsicher, denn hier sollte am Abend die Premierenlesung zu "Hotline" von und mit Jutta Maria Herrmann stattfinden.

Aushang
Krimibuchhandlung totsicher in Lichtenberg

Kleeblatt war vor Kerry vor Ort und hat schon mal gute Plätze organisiert, während Kerry es mal wieder mit Ach und Krach geschafft hat, aber sie war pünktlich und auch die Lesung begann pünktlich.

Vorab erzählte uns die Autorin aus ihrem Leben und die Frau hat schon so einiges gemacht. Aufgewachsen im Saarland, absolvierte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin, nur um anschließend in Berlin zu studieren. Dann gründete sie zusammen mit einem Partner eine Konzertagentur, die leider nicht besonders rentabel war und arbeitet nunmehr schlussendlich als Redaktionsassistentin einer Tageszeitung. Das ist wirklich ein Lebenslauf, der alles andere als gewöhnlich ist.

Anschließend erzählte uns die Autorin noch, wie ihr die Idee zu ihrem Roman kam und dann ging es auch schon los mit dem Lesungsteil.

Jutta Maria Herrmann lesend


Als erstes las sie aus dem Prolog, in dem sie uns SIE vorstellte (näher wollen wir an dieser Stelle auf SIE nicht eingehen, der Klappentext verrät euch, wer SIE sein könnte ^^). Im Anschluss machte uns die Autorin noch mit den vier weiteren Protagonisten des Buches vertraut und hierzu suchte sie Passagen aus, die diese Figuren sehr treffend und genau beschreiben bzw. ein sehr klares Bild von ihnen zeichnen. 

Der Teil des Publikums, der das Buch noch nicht gelesen hat, ist zwischendrin in Schnappatmung verfallen, als Blut und ein nächtlicher Friedhofsbesuch an der Reihe waren - nur so viel, das waren nicht die härtesten Szenen des Buches.

Natürlich mussten wir unsere Bücher noch veredeln lassen, was sonst?


Jutta Maria Herrmann

Die Autorin war natürlich nicht allein vor Ort, nein, weit gefehlt. Sie hatte tatkräftige und moralische Unterstützung in Form ihres Ehemannes, dem Schriftsteller Thomas Nommensen dabei.

Thomas Nommensen


Abschließend können wir nur sagen, es hat sich gelohnt, in die klirrende Kälte hinaus zu gehen, denn wir wurden mit einer überaus gelungenen Lesung belohnt.

Kerry und Kleeblatt

Freitag, 21. November 2014

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Hotline



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514567
ISBN-13: 978-3426514566
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 2,5 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang ...

Zum Buch:
Sie sind 4 Freunde, die gemeinsam eine Hotline betreiben. Chris, der Initiator, sein Freund Rick, Konrad und dessen hochschwangere Freundin Paula.
Es ist eine Beichthotline und sie haben sich zur Maxime gemacht, niemals die Polizei einzuschalten.
Da bekommt Rick eines Abends einen Anruf von einer Frau, die droht, ein neugeborenes Kind zu vergraben. Paula und Rick machen sich unverzüglich auf den Weg und wollen das Baby retten, was sie aber letztendlich finden, ist eine vergrabene Puppe. Sie halten es für einen schlechten Scherz, aber kurz darauf bekommt Rick einen weiteren Anruf dieser Frau, die ankündigt, dass das erst der Anfang wäre... 

Dieser Thriller ist das Debütwerk der Autorin Jutta Maria Herrmann. Sie hat mit ihrem Roman ihre eigene Messlatte für künftige Werke ziemlich hoch gesetzt. 

Es gelingt der Autorin mühelos, mich von Beginn an in ihren Bann zu ziehen. Die Story packt einen und lässt den Leser nicht mehr los. Durch die angehm kurzen Kapitel muss man sich nicht durchquälen, sondern wird förmlich vorwärtsgestoßen. Der Gedanke, ach ein Kapitel kann ich noch lesen, zieht sich durch das ganze Buch und im nu merkt man, dass man gar nicht imstande ist, das Buch aus der Hand zu legen, weil die Handlung einen so fesselt. Man will wissen, wie es weitergeht, wie es endet.

Die 4 Freunde leben gemeinsam in einer WG und betreuen die Beichthotline. Vieles müssen sie sich anhören, aber als Rick eines Tages von einer Anruferin zu hören bekommt, dass sie ein Baby vergraben will, steht er unter Schock und weiß nicht so richtig, wie er reagieren soll.
Es entpuppt sich allzu bald zu einem mörderischen Spiel der Anruferin, in den die 4 Freunde unwissentlich verstrickt werden. Denn einer von ihnen hat vor langer Zeit ein Unrecht begangen und alle müssen es nun ausbaden.
Selbst wenn mir als Leser bald klar war, wer sich hinter der Anruferin verbirgt und man ahnt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, bleibt es trotz der Erkenntnis spannend.

Im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser auch mehr zu den einzelnen Protagonisten, so dass sie alles andere als farblos sind und man sich mit ihnen identifizieren kann. Jeder von ihnen hat eine Vergangenheit und auch im eigenen Umfeld schon einiges erlebt. Jeder hat Wünsche und Hoffnungen, die sich nicht so einfach umsetzen lassen.

Zwischendurch erhält der Leser Einblicke in das Leben und die Gedanken der Anruferin. Es sind Abschnitte, in denen diese wie von außen betrachtet wird und als DU angesprochen wird. Das hat irgendwie etwas unwirkliches und bedrückendes an sich.

Dieser Debütroman der Autorin hat mich voll und ganz überzeugt. Er ist packend,  spannend und lässt es nicht zu, dass man ihn aus der Hand legt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lässt sich gut lesen und fesselt den Leser.

Auch wenn die Autorin Jutta Maria Herrmann sagt, dass es ein Einzelroman ist, könnte ich mir gut eine Fortsetzung vorstellen, Potenzial dazu wäre da. Vielleicht lässt sie sich ja erweichen. Aber egal, ob oder ob nicht, ich bin auf jeden Fall auf ihr nächstes Werk gespannt und wünsche ihr, dass sie das angesetzte Niveau halten kann.
Ein Thriller, den ich sehr gern weiterempfehle.


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Knaur)
Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. Ihr Psychothriller „Hotline“ ist im Knaur Verlag erschienen.





Von Jutta Maria Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Jutta Maria Herrmann und bei der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt