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Dienstag, 28. November 2017

[Rezension] Stellmacher, Hermien / Schultz, Joachim - Wie wir Katzen die Welt sehen


























Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (23. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345836305X
ISBN-13: 978-3458363057
Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 1,2 x 19,4 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Katze müsste man sein, seufzt so mancher Mensch, wenn er uns beim Nachdenken zusieht. Doch leider läuft längst nicht alles rund im Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern.
Mit schuld daran sind diese Märchenbücher, in denen erklärt wird, wie wir ticken. Frei nach dem Motto »Katzen dressieren leicht gemacht« verbreiten diese Mäusemist ohne Ende.
Nun wollen wir endlich einmal unsere Sicht auf die Dinge darlegen. Und mit den aberwitzigen Vorstellungen, die über uns Katzen im Umlauf sind, aufräumen.
Alles Wissenswerte für jeden Katzenfreund: von A wie Abwechslung über K wie Klorolle, T wie Traumsauger bis Z wie Zusammenleben. Damit unsere geliebten Zweibeiner sich mühelos zurechtfinden können.

Zum Buch:
Katzenbücher gibt es in rauen Mengen. Bücher, in denen sie die Protagonisten sind, Bücher, in denen man erfährt, wie man mit ihnen umzugehen hat, Bücher über und mit Katzen.
Was es bislang nicht gab, ist eine Art Ratgeber von Katzen für ihre Zweibeiner, bekannt auch als Katzenpersonal oder auch Dosenöffner.

Die beiden Autoren Hermien Stellmacher und Joachim Schultz leben mit ihrem Kater Zazou zusammen und der scheint ihnen eine ganze Menge erzählt zu haben. Sie haben zugehört und dachten sich, dass das mitgeteilte Wissen mit Sicherheit von allgemeinem Interesse sein könnte und haben eine Art Lexikon zusammengestellt. Ich gehe mal davon aus, dass alles geschriebene von Zazou vorher abgenickt wurde, schließlich soll ja alles seine Richtigkeit haben.

Das Buch ist unterteilt in Stichpunkte von A - Z, wie man es vom Lexikon her kennt, besser gesagt von Aberglaube bis Zweitwohnung. 
Logisch, dass Ägypten nicht fehlen darf, wurden doch dereinst die Katzen dort als Götter verehrt - nun ja, man kann es ja mal wieder zur Sprache bringen.

Viele andere Stichworte findet man in diesem Lexikon, bei denen man bereits grinsen muss, wenn man diese nur liest. Ob es da um die eigenen Auffassungen vom Aufräumen geht, um die Erziehung (vom Personal natürlich, denn Katzen kann man nicht erziehen), um das Jagen, das Katzenklo, der unnützen Tätigkeit des Lesens, dem Napf, dem Putzen und und und.

Es macht einfach nur Spaß zu lesen, wie die Gedanken der Katzen sind und was sie einem liebevoll mitteilen wollen oder was sie einfach nur nach Erfahrungen über ihre Zweibeiner denken. Interessant zu lesen auch die Meinung der Katzen über die Anatomie des Zweibeiners. So wie es sich liest, scheinen wir eine Fehlkonstruktion zu sein - keine Ohren, die man anlegen kann, keinen Schwanz, die Krallen eine einzige Fehlkonstruktion und weitere Merkmale, mit denen man auch nicht wirklich was anfangen kann (so die Katzen). Na ja, aber wir haben auch etwas, um was wir beneidet werden - wenigstens etwas.

Ich könnte hier noch viele Beispiele bringen, aber ich denke, die Freude sollte sich jeder selbst gönnen, denn eine Freude ist es wirklich.
Nicht nur, dass man sich an den Texten erfreuen kann, dieses Buch wurde zusätzlich von Hermien Stellmacher selbst illustriert. Liebevoll gezeichnet findet man Zazou immer wieder im Buch vor, mal albern mit Hütchen, mal lesend mit Brille, als Luftballon.... er ist überall gegenwärtig und treibt dort sein Unwesen (siehe auch Cover). Die Zeichnungen von Gegenständen sind zum Teil so detailliert angefertigt, dass sie an die Qualität eines Fotos heranreichen, einfach unglaublich.

Das ist ein Buch, das man als Katzenpersonal einfach haben muss, denn wer möchte nicht wissen, was die eigene Katze weiß und wie sie die Welt sieht. Die Welt aus der Sicht einer Katze - ich kann mir schlimmeres vorstellen.
Wer kein Katzenpersonal ist, sich aber gut unterhalten möchte, dem sei dieses Buch ebenfalls ans Herz gelegt. Wer weiß, vielleicht kommt man ja doch zu einem vierbeinigen Mitbewohner, nun, wo man schon mal weiß, wie sie ticken?

Ich habe bei der Lektüre mit einem dümmlichen Dauergrinsen dagesessen und war ehrlich froh, dass ich es nicht in der S-Bahn gelesen habe.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an das zweibeinige Katzenpersonal.

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text vom Insel Verlag)
Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Sie lebt mit ihrem Mann und einem Kater in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.





Von Hermien Stellmacher / Fanny Wagner wurden von uns gelesen und rezensiert:
    

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin
Hermien Stellmacher
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

*********************************************

WERBUNG

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Autoren: Hermien Stellmacher / Joachim Schultz

Insel Verlag:
Über das Buch und die Autoren
Leseprobe

Amazon:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 13. September 2017

[Rezension] Hans Rath - Saufen nur in Zimmerlautstärke



Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 1 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406969
ISBN-13: 978-3463406961
Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 2,5 x 20,9 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Freunde gibt's, die gibt's gar nicht

In Adams Leben knirscht es gewaltig. Als sein Herz rebelliert und damit ein deutliches Signal sendet, fliegt er nach Island, um in der urwüchsigen Landschaft gründlich über sein Leben nachzudenken. Im Sturm stürzt Adam von einer Klippe - und wird von einem seltsamen Typen gerettet: Magnus, ein kleinwüchsiger, etwas verlotterter Mittzwanziger in Wollklamotten. Der behauptet, ein waschechter Troll zu sein - in dessen Schuld Adam nun steht. Was in Island so viel heißt wie: Magnus genießt Sonderrechte, und Adam wird ihn nicht wieder los, auch nicht bei der Rückreise nach Berlin. Dort versucht Adam, sein Leben aufzuräumen, doch der anarchische Magnus stürzt es immer tiefer ins Chaos.

Zum Buch:
Wie ist das, wenn man fast tot ist? Läuft da wirklich das ganze Leben an einem vorbei?
Fast wäre Adam in den Genuss gekommen, das alles zu erleben, aber nach einem plötzlichen Herzstillstand im Park gelingt es den Sanitätern, ihn wieder zurückzuholen. Bloß gut.
Der Arzt im Krankenhaus empfiehlt ihm Ruhe, am besten weit weg von Beruf und Familie und schlägt Island vor. Das ist ja mal wirklich weit weg.
Kurzentschlossen macht sich Adam auf den Weg nach Island, zu einem Trip, der sein Leben auf immer verändern wird...

Adam ist Anwalt, verheiratet und Vater einer Tochter. Zudem auch noch ehrlich. Die Ehrlichkeit ging soweit, dass er seiner Frau einen Seitensprung beichtete, was seiner Ehe nicht wirklich gut bekommen ist. Obwohl seine Frau ihm irgendwann verziehen und Adam aus der Erfahrung gelernt hat, ist das Misstrauen seiner Frau noch immer da und lauert im Verborgenen.
Als Adam sich nun kurzerhand nach Island begibt, trifft er dort abends im Bett seine ehemalige Geliebte an. Er kann es nicht glauben, bleibt diese Tatsache doch auch seiner Frau nicht verborgen.
Bei einem Spaziergang wird er von einer Windböe umgewedelt und kann sich nur mühsam an einer Klippe festkrallen. Während er noch überlegt, wie er sich aus der Not retten kann, wird er von irgendjemanden nach oben gezogen.
Die Person, die ihn rettet, ist ein 1,40 m großer Mann, ziemlich untersetzt und in den 20er Jahren. Nach einem kurzen Gespräch will dieser sich vom Acker machen, aber Adam will sich erkenntlich für seine Rettung zeigen und bietet ihm an, ihn mitzunehmen.
Vorerst weiß er nicht, dass er sich damit einem Troll verpflichtet und für seinen Unterhalt zu sorgen hat. Magnus, der Troll hat seine Einladung angenommen und fährt mit ihm nach Berlin. Eine Entscheidung, die Adam und Magnus verändern wird.  

Urplötzlich platzt in Adams Leben Magnus, der Troll. Er rettet nicht nur Adams Leben, er bringt auch Chaos in genau dieses. Die beiden erleben eine turbulente Zeit miteinander, Adam ist nicht nur einmal genervt und geschockt, was das Leben mit Magnus so mit sich bringt und das nicht nur finanziell. 
Hätte er doch bloß genau überlegt, was er sagt. Wem passiert schon, dass das Gegenüber jedes Wort genauso nimmt, wie es ausgesprochen wird.

Mit viel Humor und Wortwitz erzählt der Autor Hans Rath die Geschichte der beiden unterschiedlichen Protagonisten Adam und Magnus. Der eine Mensch, der andere Troll, werden die beiden irgendwann Freunde. 
Sie erleben unglaublich viel miteinander, gehen ungewöhnliche Wege, vertrauen einander. Aus einer Zufallsbekanntschaft werden Freunde, die auch füreinander einstehen, selbst dann, wenn sie dafür in Gefahr geraten.

Vom Autor kenne ich bereits die Bücher der "und Gott sprach ... - Reihe" und "Bullenbrüder", die mich begeistert haben. Nun war ich gespannt, wie er die Sache mit dem Troll aufziehen würde, denn schon allein der Text auf dem Buchrücken hatte mich neugierig gemacht.
Hans Rath schaffte mit dem Buch, mir buchstäblich ein Dauergrinsen ins Gesicht zu drücken. Es begann schon vielversprechend mit der Szene des Herztodes (ich weiß, es ist eigentlich nicht zum Lachen), die den Leser super auf das Kommende einstimmte. Sie verspricht schon Spaß und Humor, der jedoch mehr in Galgenhumor ausartete. Für mich genau das richtige.

Ich liebe Bücher, die man einfach nur seelebaumelnd lesen kann. Die Situationen überspitzt, einen Troll eingesetzt, und schon kann es mit dem Lesevergnügen losgehen. Ein Buch, bei dem man nicht mitdenken muss, das man einfach nur auf sich wirken lassen kann. 
Es ist aber nicht nur humoristisch zu sehen, es zeigt auch auf, was Freundschaft bewirken kann.

Ich hatte mit dem Buch unglaublichen Spaß und empfehle es sehr gern weiter.

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Hans Rath, geboren 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Zwei Bände seiner Romantrilogie um den Mittvierziger Paul Schubert wurden fürs Kino adaptiert. Seine aktuellen Bücher aus der Reihe «Und Gott sprach» sind ebenfalls Bestseller.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 5. Mai 2017

[Rezension] Oskar Simon - Nackt im Treppenhaus



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (18. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548376665
ISBN-13: 978-3548376660
Größe und/oder Gewicht: 12 x 1,9 x 18,7 cm

Inhalt gem. Ullstein:
Jeder kennt das Gefühl: Nach einer Ungeschicktheit oder einer Blamage will man am liebsten sofort im Boden versinken. Peinliche Momente sind wie barfuß gegen ein Tischbein zu laufen: ein stechender Schmerz, der nur langsam abklingt und an dem man sich auch viel später noch erinnert. Denn auf den Schmerz folgt postwendend die Scham. Gleichzeitig zählen peinliche Momente zum Witzigsten, was man erzählen kann. Und am Allerlustigsten sind Missgeschicke, die anderen unterlaufen sind. Dieses Buch versammelt viele alltägliche und authentisch erzählte Peinlichkeiten, die wahlweise für Mitgefühl oder Fremdschämen sorgen — auf jeden Fall aber für Amüsement.

Zum Buch:
Wie oft passiert einem etwas Peinliches? Recht oft eigentlich. Glücklich kann sich der schätzen, der erleichtert aufatmen kann, wenn er feststellt, dass es niemand bemerkt hat.
Pech für den, dem das auch noch in aller Öffentlichkeit passierte. Was dem einen peinlich ist, bringt den anderen zum lachen oder auch mal zum fremdschämen.
Nichts befreit den Zuschauer mehr, als sich am Missgeschick anderer erfreuen zu können, so ganz ohne Häme, einfach nur, weil es auch Situationskomik ist.

In diesem Buch von Oskar Simon findet man die verschiedensten Situationen, die einem so passieren können.
Es kann schon mal vorkommen, dass man einen Laternenpfahl auf dem Gehweg übersieht, weil man sich mehr mit dem Geschehen auf der gegenüberliegenden Fahrbahn interessiert, oder dass man im Hotel die Toilettentür mit der Zimmertür verwechselt. Nur dumm, wenn das nachts passiert und man gerade nicht viel an hat und die Tür hinter sich zugezogen hat.
Peinlich ist auch, wenn man ein Fotoalbum verschenken möchte und die falschen Bilder drin sind, oder wenn Mails die falschen Adressaten erreichen. Das könnte unter Umständen sogar geschäftsschädigend sein.

Aber man muss selbst ja nicht der Verursacher der Peinlichkeit sein, es reicht manchmal auch schon, wenn einem die Kinder dabei ein wenig auf die Sprünge helfen und man unter Umständen das Geschäft dann doch lieber nicht mehr betreten möchte.

Peinlichkeiten oder Missgeschicke passieren in jeder Lebenslage, privat oder auch im beruflichen Bereich.

Es gab einen Aufruf in der Zeitung, in dem Leser gebeten wurden, ihre peinlichsten Momente mitzuteilen. Viele kamen der Aufforderung nach, so dass der Autor hier an die 130 kleinen Missgeschicke wiedergeben konnte. 
Einige sind wirklich zum lachen, andere zum schmunzeln. Alle haben jedoch eins gemeinsam, dem Schreiber waren sie peinlich. 
Gut, wenn man mit gehörigem Abstand diese auch erzählen und selbst darüber lachen kann.

Aber es gibt auch dieses Fremdschämen. Da schämen sich Kinder für ihre nicht coolen Eltern, die ihnen peinlich erscheinen oder auch Kollegen oder andere Personen bringen einen dazu, sich für diese zu schämen.

Das Buch enthält aber nicht nur Anekdoten von zugesandten Schriften, sondern auch Peinlichkeiten von Prominenten. Dort erfährt man zum Beispiel, dass der ehemalige Präsident George Bush es fertig gebracht hatte, sich in den Schoß des japanischen Premierminister zu übergeben oder auch von einem Fauxpas, der der Moderatorin Susan Atwell auf dem roten Teppich passierte.

Neben den kleinen Geschichten erfährt man auch ein wenig über das Schämen an sich. Der Leser erfährt, warum man sich fremdschämt, den Unterschied zwischen Scham und Peinlichkeit, warum Prominente peinlicher sind als wir und einiges andere mehr.

Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam und lädt zum schmunzeln ein. Als Leser erfreut man sich am Geschick der anderen und freut sich, dass es einem nicht selbst passiert ist. 
Eine der genannten Peinlichkeiten ist sogar mir aber schon passiert und ich konnte die Scham sehr gut nachvollziehen (ich verrate nicht, welche).

Mit seinen rund 200 Seiten hat man das Buch schnell durchgelesen, so dass es eine kurzweilige Lektüre ist, die man recht gut zum Abschalten nutzen kann.


Bewertung:





Zum Autor:
(Text übernommen von Resonanzboden)
Oskar Simon ist Journalist in Hamburg und selbst Protagonist bzw. Opfer einiger Episoden, die in „Nackt im Treppenhaus“ erzählt werden. Seine peinlichen Geschichten aus dem wahren Leben sammelte er bei Freunden, Bekannten und den Lesern von Süddeutsche Zeitung Magazin und stern.de.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag Ullstein
bedanken, der mir das Buch zur Rezension zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 8. Oktober 2016

[Rezension] Rochus Hahn - Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442484499
ISBN-13: 978-3442484492
Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 3 x 18,5 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Tim und Bullwinkel haben einfach kein Glück bei Frauen – und sie hatten noch niemals Sex. Auf einer Party begegnen sie zwei Stewardessen, die sich für exotische Drogen interessieren. Und für Männer, die den Stoff anbieten. Die beste Droge der Welt, so finden die Jungmänner heraus, ist Urin von einem Elch, der psychogene Pilze gefressen hat. In der Hoffnung, mittels dieses Zaubersaftes endlich zum ersehnten Sex zu kommen, fliegen Tim und Bullwinkel nach Finnland, um auf eine Elchjagd der besonderen Art zu gehen. Aber wie so vieles im Leben der beiden verläuft nichts wie geplant ...

Zum Buch:
Als sich Tim und Bullwinkel nach Jahren wiedersehen, stellen die beiden schnell fest, dass sie beide Spätzünder sind. Spätzünder, wenn es um das Thema Frauen und Sex geht. Sie hatten noch nie eine Frau im Bett, auch wenn es schon mal kurz davor war.
Sie wollen nicht länger männliche Jungfrauen sein und diese Tatsache ändern.
Als sie bei einer Party zwei Stewardessen treffen, die sie nur ins Bett bekommen, wenn sie ihnen auch Drogen anbieten könne, ist guter Rat teuer.
Da hören sie, dass es eine etwas ausgefallene Methode gibt. Elche, die bestimmte Pilze gefressen haben, scheiden Urin aus, der wie eine Droge wirkt. Na wenn das nichts ist. Elche gibt es ja in Finnland wie Sand am Meer und es sollte wohl ja nicht so schlimm werden, deren Urin habhaft zu werden.
Auf geht es, nach Finnland...

Was für eine Idee, Elch-Urin als Droge zu nutzen. Schon der Gedanke ist für mich ein klein wenig abwegig, denn irgendwie muss man das Zeug ja auch konsumieren und da würde mich schon der Gedanke abschrecken.
Nicht so die beiden Protagonisten Tim und Bullwinkel. Die beiden sind zu allem entschlossen, um nur ja mal eine Frau ins Bett zu bekommen.
Kurzerhand fliegen sie nach Finnland. Zum Glück hat Bullwinkel ein wenig Geld gespart, sonst wäre die Hoffnung gleich zu Beginn gestorben.
Um Geld zu sparen, fahren sie zuerst zu Freunden, die Bullwinkel aus dem Internet kennt. Aber auch die sind ganz speziell, so dass sie nach einem Zwischenfall von dort flüchten.
Ihre Idee, an den Urin eines pilzefressenden Elches zu gelangen, ist in der Theorie definitiv einfacher als in der Praxis. Zu allem Ärger stehen die Elche nicht an jeder Ecke, wie gedacht. Da muss ein guter Plan her.

Im vorliegenden Buch geht es um Sex. Nicht um den direkten, sondern um die Frage, wie bekomme ich eine Frau ins Bett.
Die beiden Protagonisten sind noch männliche Jungfrauen und ihr Denken und Handeln dreht sich primär um Sex.
Nie im Leben hätten die beiden vermutet, wie abenteuerlich und chaotisch ihre Reise nach Finnland werden würde. Hätten sie es gewusst, wären sie sicher nicht gefahren. 
Es wird aber auch nichts ausgelassen, was irgendwie geht, wird mitgenommen. Die Ideenkiste des Autors scheint keinen Boden zu kennen. Für mich war das alles zuviel. Bei dem Bemühen, den Leser zu unterhalten, wurde meiner Meinung nach, etwas übertrieben. 
Der Schreibstil des Autoren jedoch hat mir gefallen, das Buch lässt sich sehr gut lesen. Sicher musste ich auch das ein oder andere Mal schmunzeln, aber allgemein geht es in Richtung Klamauk. Es ist einfach too much.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war mir schon klar, dass es sich um ein ausgesprochen humorvolles und witziges Buch handeln würde, aber die Pointen kommen Schlag auf Schlag, so dass es keine ruhigen Zeiten dazwischen gibt.
Es ist auch ein Buch, bei dem man sich nicht genötigt fühlt, nach- bzw. mitzudenken. Man kann die Geschichte auf sich wirken lassen und sich an ihr erfreuen.
Für mich brachte es kurzzeitige Erheiterung, die mir dann allerdings zu viel wurde.


Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Rochus Hahn ist 54 Jahre alt. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Frankfurt / Main. Seit über dreißig Jahren arbeitet er als Drehbuchautor. Seine bekanntesten Arbeiten sind "Das Wunder von Bern", "Sketchup", "Der Geschmack von Apfelkernen", „Tatort" und "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken". „Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten“ ist sein erster Roman.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Den Goldmann-Verlag findet ihr auch auf Facebook 

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 19. September 2016

[Hörbuch-Rezension] Dave Barry - Miami Weiss


Leseprobe



Eckdaten:
Hörbuch-Download
Spieldauer: 11 Stunden und 35 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Ungekürzte Ausgabe
Verlag: Ronin - Hörverlag
Audible.de Erscheinungsdatum: 17. Juni 2016
Sprache: Deutsch
ASIN: B01H74QTKQ

Inhalt gem. Ronin:
Genau 48 Stunden trennen Seth noch vom Aufstieg in den Olymp. Dann soll er Tina heiraten. Sie ist sehr attraktiv, Anwältin und die Lieblingstochter eines der reichsten Männer der Welt. Ein Volltreffer für den charmanten Glückspilz Seth. Doch bevor er zum Traualtar schreiten kann, geht es mit dem Flieger nach Miami. Kevin, Marty und Big Steve – seine besten Freunde und echte Chaoten – haben dort seinen Junggesellenabschied organisiert. Und während Seth noch darüber nachdenkt, warum Tina gerade ihn auserwählt hat und wie er die Party vor der Hochzeit überleben soll, überschlagen sich in Dave Barrys gewohnter Manier die Ereignisse.
Am Ende der Junggesellenparty, die in ihrer Turbulenz durchaus an “Hangover” erinnert, ist sich Seth gar nicht mehr so sicher, ob er überhaupt heiraten will – und vor allem wen.

Zum Hörbuch:
Seth, schwer verliebt in seine Verlobte Tina, will heiraten, in Miami. Ihm ist absolut nicht klar, warum diese Traumfrau ihn, den Looser, heiraten will. Ihre Eltern sind reich, er ist mehr oder weniger ein armes Würstchen.
Aber bevor er mit Tina zum Traualtar schreitet, findet 2 Tage vorher seine Junggesellenparty statt, die seine Freunde Kevin, Marty und Big Steve organisiert haben.
Sein einziger Wunsch war, keine Stripperinnen. Nun haben sich seine Freunde aber nicht daran gehalten und organisiert, was nur geht.
Das muss natürlich nach hinten losgehen. Die Freunde werden auf ihrer Sauftour getrennt, Seth wird am Strand wach und rettet einer Hawaianerin nebst Kindern das Leben. Von da an überschlagen sich die Ereignisse, Seth versucht zu retten, was zu retten, aber wen und wovor? ...

Das war das erste Buch, das ich von Dave Barry gelesen bzw. gehört habe. Ich wurde nicht enttäuscht.
In einem rasanten Tempo überschlagen sich die Ereignisse, dass man als Hörer Mühe hat, am Ball zu bleiben.
Was alles fast harmlos angefangen hat, entpuppt sich für den Bräutigam zum Albtraum.
Eine Stripperin hat sich mit ihrem Macker in seiner Suite im Ritz-Carlton festgesetzt, es folgen später die gerettete Hawaianerin und deren Kinder, wovon eines noch ein Säugling ist. Diese will "nur" zu ihrer Schwester, aber die sitzt gerade im Knast.
Seth trifft auf seiner Odyssee auf die verschiedensten Typen und Menschen, auf eine Schlange und einen sexbesessenen Oran-Utan.
Seine Koffer gehen verloren, in dem sich der Ring für seine Tina befindet.

Neben den Erlebnissen von Seth erfährt der Hörer auch über die Ankunft seiner Eltern, die ein ganz klein wenig gewöhnungsbedürftig sind. Sie haben ihre eigenen Kekse dabei, die nur ein wenig mit Hash versetzt sind.
Tina wirbelt währenddessen herum, geht einkaufen und kümmert sich um die letzten Angelegenheiten der Hochzeit und hat das Vergnügen mit den beiden Hochzeitsplanern Traci und Tracee.
Tinas Vater kümmert sich derweil um Sachen, die ihn nichts angehen, wie beispielsweise die Flüchtlinge, die Seth in seinem Hotelzimmer einquartiert hat. Das geht ihm dann wohl zu weit und setzt seine Gorillas ein, um das Problem zu lösen. Tina, die eigentlich zu den Gutmenschen zählt, die sich für Flüchtlinge einsetzt, vergisst mal eben, dass sie diese sonst in ihrer Freizeit unterstützt.

Die Ereignisse spitzen sich zu, die Erlebnisse mit dem Oran-Utan sind für mich die Highligths im Buch, dabei habe ich dämlich grinsend in der S-Bahn gesessen. 

Ich habe die Hörbuch-Variante genossen und durfte dem Sprecher Roman Shamov lauschen. Mit einer angenehmen Stimme und einem wunderbar passenden Sprachstil hat er das Buch zum Leben erweckt. Es war ein Erlebnis, ihm lauschen zu dürfen.

Das ist ein Buch, bei dem man nicht nachdenken muss. Kann man auch gar nicht, man hat Mühe, am Ball zu bleiben. Es passiert ständig etwas, meist etwas, was in Chaos ausartet. Für Leser, die chaotisches mögen und Spaß am Missgeschick anderer Leute haben, genau das richtige Buch.


Bewertung:


Zum Autor: (übernommen von Ronin-Hörverlag)
Dave Barry war 25 Jahre lang Kolumnist bei verschiedenen Zeitungen. Für seine humorvollen Artikel erhielt er den Pulitzer-Preis. Außerdem schrieb er mehr als 30 Bücher und spielte zusammen mit Stephen King und Amy Tan bei den berüchtigten Rock Bottom Remainders. Dave lebt mit seiner Familie in Miami, Florida.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 16. April 2016

[Rezension] Ellen Berg - Alles Tofu, oder was?



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 334 Seiten
Verlag: Aufbau TB; Auflage: 2 (18. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746631289
ISBN-13: 978-3746631288
Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 3 x 20,3 cm

Inhalt gem. Aufbau:
Aber bitte mit Soja!
Für Dana kommt’s dicke: Erst lässt sie ihr Freund Paul nach einem völlig verunglückten romantischen Dinner sitzen. Dann zieht ihr nörgeliger Vater bei ihr ein und raubt ihr den letzten Nerv. Auch ihr Plan, die Gäste ihres kleinen Bistros mit veganer Kost zu beglücken, schlägt fehl, selbst ihr Koch Hung Tai hält Danas Essen für einen Anschlag auf den guten Geschmack. Allein ihr Stammgast Philipp lässt sich nicht abschrecken und stochert sich tapfer durch Tofu-Algen-Ragout und Seitan-Schnitzel. Zugleich nehmen die Schikanen der fiesen Maklerin Müller-Mertens überhand, die es auf das Haus mit Danas Restaurant abgesehen hat. Doch dann entdeckt Dana die besänftigende Wirkung eines veganen Liebesmenüs und beschließt, um ihre Existenz zu kämpfen. Dabei erweist sich ausgerechnet ihr fleischliebender Vater als große Unterstützung. Womit Dana jedoch am allerwenigsten gerechnet hat: Ganz unverhofft steht ihr Herz in Flammen.

Zum Buch:
Alles scheint den Bach runterzugehen. Danas Freund Paul macht sich aus dem Staub, als er einmal zuviel ihr veganes Essen vorgesetzt bekam. Fleisch und tierische Produkte gibt es bei Dana schon lange nicht mehr.
Auch ihr Lokal betreibt sie gemeinsam mit ihren Koch Hung Tai vegan, leider mit mäßigem Erfolg. Die Gäste bleiben aus, bis auf ihren Stammgast Philipp kann sie nicht groß mit Kunden aufwarten.
Zu allem Unglück gerät sie auch noch an die Immobilienmaklerin Frau Müller-Mertens, die sie in 3 Wochen an die Luft setzen will. Den Erhalt der Kündigung hatte Paul unterschrieben, ohne ihr Bescheid zu geben.
Diese umfasst nicht nur die Schließung des Lokals, sondern auch die der Wohnung, denn sie wohnt über dem Lokal.
Paul war gerade aus dem Haus, da stand ihr Vater mit Sack und Pack vor ihrer Tür und suchte eine Bleibe. Er könnte doch jetzt einziehen, da Paul nicht mehr da wäre, denn mit Danas herrischer Mutter könnte er nicht mehr zusammenleben.

Eines Tages verirrt sich ein sich streitendes Pärchen in das Lokal und Dana wächst über sich selbst hinaus und kreiert den beiden ein Menü, das sich sehen lassen konnte. 
Schon allein die fantasievollen Namen, die die Gerichte bekamen, machten Appetit auf mehr, denn es wurde zu einem wahren Liebesmenü. Die beiden waren begeistert und empfehlen das Lokal weiter.
Die Besucher kommen und Dana weiß, dass sie jetzt kämpfen muss, kämpfen gegen die Schließung und gegen Frau Müller-Mertens von der Pro Domo GmbH...

Manchmal ist es wirklich gut, wenn man einfach mal die Klappe hält. 
Dana, die ihr Lokal mit Herzblut führt und den Gästen anhand von Vorträgen über gesundes Essen und dem Verzicht von Fleisch die Ohren zusabbelt, merkt nicht, dass sie damit über das Ziel hinausschießt.
Es dauert ein wenig, bis sie bemerkt, dass sich "Ginger Love Story" viel besser verkauft als der schnöde Name "Polenta-Taler". Ihr Liebesmenü schlägt ein wie eine Bombe und schon bald kann sie sich nicht mehr retten vor Reservierungen.

Frau Müller-Mertens kämpft mit allem, was ihr zur Verfügung steht, um Dana hinauszudrängen. Aber Dana steht nicht allein da, sie bekommt Hilfe und lässt nicht locker. Sie will ihr Lokal und ihr Heim nicht verlieren.

Während sie um den Erhalt von beidem kämpft, hat sie nebenbei auch noch ihre Tochter Leonie und ihren Vater zu versorgen. Er hilft ihr, wenn er sie auch das ein oder andere Mal erpressen muss, denn er ist nicht bereit, auf alle fleischlichen Genüsse zu verzichten. Auch ihre Tochter würde lieber ein Würstchen essen als immer nur das gesunde Zeug. Dana lernt, mit Kompromissen zu leben, wenn es ihr auch das ein oder andere Mal den Magen umdreht.

Ein herrlich humorvoller Roman, den die Autorin Ellen Berg hiermit wieder vorgelegt hat. Für mich ist der Name eng verbunden mit guter Unterhaltung, Humor, Witz und Problemen, die den Leser einfach nur zum schmunzeln bringen.
In diesem Buch erlebt man den unfairen Kampf einer Immobilienmaklerin mit einer Frau, die verteidigt, was sie liebt.
Liebevoll gezeichnete Protagonisten runden das Buch ab. Der chinesische Koch mit seinen Weisheiten sind der absolute Knaller. 
Dana ist eine rundum sympathische Frau, die man einfach nur mögen muss.

In dem Roman geht es nicht nur um den Kampf ums nackte Überleben, sondern auch um Liebe, Freundschaft und Loyalität.
Mit ihrem gewohnt lockeren Schreibstil macht die Autorin das Buch zu einer Lektüre, die man nicht aus der Hand legen möchte. Ich konnte es nicht und habe das Buch mit einer Sitzung durchgelesen. Es hat mich gefesselt und erst wieder entlassen, als es gelesen war.
Bewundernswert fand ich wieder die Einfälle, die der Autorin nur so zuzufliegen scheinen, um bestimmte Situationen zuzuspitzen und den Leser damit zu erfreuen.
Nunmehr kann ich sagen, dass ich alle 9 Bücher der Autorin gelesen habe und verspüre noch immer Lust auf mehr. 
Einmal Ellen Berg, immer Ellen Berg. In mir hat sie einen treuen Fan, denn ich mag diese Art Bücher, die mich unterhalten und den Alltag vergessen lassen.
Wer unterhaltsame und humorvolle Bücher mag, dem sei dieses wärmstens empfohlen.

Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen vom Aufbau-Verlag)
Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt sie und lebt mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu. Ihr erster Roman "Du mich auch. Ein Rache-Roman" wird verfilmt.


Von Ellen Berg wurden gelesen und rezensiert:
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Die Bibliographie von Ellen Berg und Rezensionen findet ihr auf unserer Autorenseite


Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Verlag 


bedanken, der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 4. Januar 2016

[Rezension] Lena Greiner / Carola Padtberg-Kruse - Nenne drei Nadelbäume



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548375626
ISBN-13: 978-3548375625
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 12 x 1,9 x 18,7 cm

Inhalt gem. Ullstein:
Wer schrieb Romeo und Julia? Philipp Reclam jun Wie heißen die Nachkommen des Rehs? Reh Kids Welche Stände gab es im Mittelalter? Brotstände Blumenstände Gemüsestände.
Wenn Lothar Matthäus die Bibel übersetzt hat, waren Deutschlands Schüler mal wieder besonders kreativ. SPIEGEL ONLINE hat Lehrer dazu aufgerufen, die skurrilsten Stilblüten und Fehler aus Prüfungen, Klausuren und Unterrichtsstunden zu verraten und Hunderte von Einsendungen erhalten. Die besten davon sind in diesem Buch versammelt: Ein Beispiel für eine heimische Vogelart? Das Rotkäppchen. Das weibliche Sexualhormon? Estragon. Und Deutschlands bekannte Nadelbäume? Tanne, Fichte und Oberkiefer. Witzig, absurd und manchmal zum Verzweifeln – denn wer nichts weiß, kann alles raten.

Zum Buch:
Kindermund tut Wahrheit kund. In diesem Fall ist die Wahrheit schon erschreckend. Man weiß nicht, soll man vor Entsetzen den Kopf schütteln oder einfach nur sitzen uns vor sich hin grinsen.
Bei diesem Buch ist man sicher gut beraten, wenn man sich mit beiden bedient.

Spiegel Online hat Lehrer aufgerufen, doch die absonderlichsten Stilblüten zu verraten, die ihnen so während ihrer Berufslaufbahn vorgekommen sind. Diese wurden von den beiden Autorinnen für dieses Buch aufbereitet und in die verschiedensten Themenbereiche unterteilt.
Da fehlt es an nichts, von Geschichte und Politik über Deutsch, Englisch, Französisch geht es weiter zu Erdkunde, Biologie, Chemie, Physik und Mathe bis hin zum Allgemeinwissen.
Die Autorinnen haben eine Auswahl getroffen und diese dem Leser mittels dieses Buches vorgelegt. Untermalt ist es mit einigen Zeichnungen, die das Unwissen der Schüler noch verdeutlichen.

Bei den Antworten der Schüler kann es schon mal vorkommen, dass neue Bundesländer erfunden werden, denn "Schließlich Hohlstein" oder "Schlossweg Holzstein" hören sich für mich nach Neukreationen an.
Andererseits erfährt man Dinge, die man so vielleicht noch nicht wusste, so dass Napoleon auf der Insel Elba verbrannt wurde oder dass Jesus mit einer Grippe im Stall lag.
Kreativ tätig werden die Schüler jedoch beim Übersetzen von Fremdsprachen. Da wird der Begriff Kaufhaus doch auch mal gern mit Karstadt übersetzt. Einfallsreichtum oder doch Dummheit? Zumindest zum Schmunzeln reichen einige der Übersetzungen. Sehr beliebt sind auch die 1:1 Übersetzungen vom Deutschen ins Englische, so dass aus dem deutschen Kopfsalat Head Salad wird.

Die Rede in dem Buch wird auch sein von Mehrtürern, wer denkt dabei schon an Märtyrer? 
Es gibt wirklich kein Thema, bei dem sich nicht die Unwissenheit der Schüler zeigt.
Ab und an wird auch von den Autorinnen wiedergegeben, welche Reaktionen der Lehrer auf die gegebenen Antworten folgte.

Zu einigen der gestellten Fragen wird dem Leser auch die richtige Antwort vermittelt, die in Kästchen dargestellt wird.

Erschreckend für mich waren die teilweise noch ungereimten Antworten, die selbst noch in den Berufsausbildungen von sich gegeben wurden. Da fragte ich mich schon das ein oder andere mal, was sie denn während ihrer Schulzeit überhaupt gelernt haben.

Mit dem Buch kann man sich definitiv gut unterhalten oder entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, je nach Mentalität. Ich fühlte mich gut unterhalten und konnte das ein oder andere Mal auch schmunzeln.

Hier noch meine beiden Lieblingsstellen:

Seite 74:
Frage: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
Antwort: Weil die im Osten so traurig waren, also haben sie eine Klagemauer errichtet.

Seite 101:
Frage: Warum wird mit Wasser getauft?
Antwort: Weil Sekt zu klebrig ist.


Bewertung:



Zu den Autorinnen:
(Texte von Ullstein)
Lena Greiner, Jahrgang 1981, stammt aus Hamburg. Sie studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen in Hamburg, Berlin und Washington, DC. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als freie Journalistin und schrieb vor allem über Bildungspolitik. Seit 2013 ist sie Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE.

Carola Padtberg-Kruse, Jahrgang 1976, studierte Englische Literatur und Politik in Bonn und London. Sie volontierte bei der ZEIT online und ist seit 2005 Redakteurin bei SPIEGEL ONLINE im Ressort UniSPIEGEL.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Ullstein-Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 30. Mai 2015

[Rezension] Brigitte Kanitz - Fahr zur Hölle, Schatz!


Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734100054
ISBN-13: 978-3734100055
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,7 x 18,5 cm

Inhalt gem. Blanvalet:
Geh zum Teufel, denkt sich Svea, als ihr schusseliger Nachbar ihre Wohnung überflutet und sie gezwungen ist, wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Zu allem Überfluss wird Svea auch noch von ihrem Freund verlassen – weil sie ihm zu langweilig ist. Hätte der mal geahnt, was für aufregende Zeiten Svea bevorstehen! Denn zu Hause erwarten sie Papa Klaas, der eine Geliebte hat, Mama Rieke mit reichlich Prosecco und Oma Lina auf Männerfang. Als Svea über ein altes Buch stolpert, naht Rettung. Denn plötzlich wird alles wahr, was sie sich wünscht – und das Chaos nimmt seinen Lauf ...

Zum Buch:
Endlich hat Svea es geschafft, sich von ihrer etwas chaotischen Familie zu befreien und in eine eigene Wohnung zu ziehen. Über einem Antiquariat wohnt sie nun und über ihr der Besitzer derselben. Dieser ist ihr jedoch sehr unheimlich, irgendetwas scheint er auszustrahlen, das ihr die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt.
Ihr Freund Martin hat sie schon mehr oder weniger vor der Renovierung der Wohnung verlassen, weil sie ihm zu langweilig war. Nun sieht sie ihn aber trotzdem jeden Tag auf Arbeit, was ihr sehr schwer fällt, denn sie hängt noch immer an ihm. Er jedoch hält die Beziehung auf einer unpersönlichen Ebene.
Ihr ruhiges Leben ist schlagartig vorbei, als ihr Obermieter nicht nur seine eigene, sondern auch ihre Wohnung flutet und sie sich genötigt sieht, vorübergehend wieder bei ihrer Familie einzuziehen.
Das heißt, zurück zu ihrer Mutter, die in letzter Zeit ein wenig zu oft in die Flasche guckt, ihrem Vater, der scheinbar eine jüngere Freundin hat, ihrer Oma, die wieder um die Häuser zieht und ihren beiden verrückten Zwillingsbrüdern, die es faustdick hinter den Ohren haben.
Und dann findet sie ein Buch, das Wünsche erfüllt...

Ach ja, wie schön wäre es, selbst ein solches Buch zu finden, denn Wünsche hat man immer. Ein wenig an der Figur was ändern, den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen, was kann man sich schöneres vorstellen.
Nur leider gehen so manche Wünsche auch in die Hose, denn wenn man wen dahin wünscht, wo der Pfeffer wächst, der muss man auch damit rechnen, dass dieser jemand genau dort landet, nicht nur einen Kontinent weiter, sondern so richtig weit weg.

Brigitte Kanitz hat es wieder geschafft, mich in ihr Buch hineinzuziehen und von der hiesigen Welt kurz abzumelden. 
Svea, die von einem Tag auf den anderen wieder bei ihrer Familie einziehen muss und dort auf chaotische Zustände trifft, ist die sympathische Protagonistin des Buches.
Als sie durch Zufall im Antiquariat das Buch der Wünsche findet und Alexander, der Antiquariat, es sieht, fällt dieser eben mal kurz in Ohnmacht. Und schon ist der Leser neugierig, was es mit dem Buch auf sich hat und welche Geschichte es verbirgt.
Interessiert und mit einem Grinsen im Gesicht habe ich Svea dabei begleitet, wie sie den ein oder anderen Wunsch ausspricht oder auch mal ablehnt.
Logisch, dass Mutter, Oma und Zwillinge ebenfalls Wünsche äußern, die so nicht ganz realisierbar sind. Vor allem die Wünsche der Zwillinge sind so "bescheiden", da kann man einfach nur den Kopf schütteln. 
Obwohl sie sich nichts lieber wünscht, als dass Martin wieder zurück zu ihr findet, wünscht sie sich, dass sich Alexander, den sie so gar nicht mag, sich in sie verliebt.
Auf die Art und Weise sind natürlich Missverständnisse und Komplikationen vorbestimmt.

Der Leser erfährt hier eine turbulente Geschichte, die es in sich hat.
Ich habe Svea und ihre wirklich chaotische und verrückte Familie sehr gern kennengelernt.
Einiges im Buch war überzogen, aber das hat den Spaß beim Lesen nicht gemindert. Ich habe mich köstlich amüsiert.
Das Buch ist sehr gut dafür geeignet, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Man vergisst seinen eigenen Kram und will nur noch wissen, wie Svea aus all dem Chaos wieder rauskommt. Na ja, ein klein wenig Schadenfreude konnte ich auch nicht wirklich außen vorlassen, denn es gibt schon Momente, wo man sich am Unglück oder Pech von anderen erfreuen kann.

So, wo ist nun mein Buch der Wünsche?


Bewertung:



Zur Autorin:

(Text von Blanvalet)
Brigitte Kanitz, Jahrgang 1957, hat nach ihrem Abitur in Hamburg viele Jahre in Uelzen und Lüneburg als Lokalredakteurin gearbeitet. Die Heide und ihre Menschen hat sie dabei von Grund auf kennen- und lieben gelernt. Sie tanzte auf Schützenfesten, interviewte Heideköniginnen, begleitete einen Schäfer mit seinen Heidschnucken über die lilarote Landschaft und trabte mit der berittenen Polizei durch den Naturschutzpark rund um Wilsede. Inzwischen lebt und schreibt sie in Italien.





An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Brigitte Kanitz sowie beim Verlag 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

Von Brigitte Kanitz wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt