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Donnerstag, 6. August 2015

[Rezension] Roman Klementovic - Verspielt



Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1939 KB
Seitenzahl: 312 Seiten
Erscheingungstermin: 1. Juli 2015
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00XPFVUO2
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1797-9
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Zwei Frauen verschwinden spurlos. Einziger Anhaltspunkt für die Angehörigen: ein Brief mit der Anleitung zu einem perfiden Spiel. Nur wenn sie die Regeln befolgen und innerhalb von drei Tagen herausfinden, warum die Frauen entführt wurden, können sie ihnen das Leben retten. Ermittlungen in einem anderen Fall führen Bezirksinspektor Mück zu den dramatischen Ereignissen rund um die Entführungen. Er deckt unglaubliche Zusammenhänge auf. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.


Rezension:
Es ist Dienstag, der 1. Dezember und der 35-jährige Martin Fink, Partner bei der Kanzlei KOVACIC & FINK, kommt nach einer Geschäftsreise endlich wieder nach Hause nach Wien. Er will den Abend, wie jeden Dienstag, mit seiner Frau Maria verbringen, mit der er seit drei Jahren verheiratet ist. Die Dienstagabende gemeinsam vor dem Fernseher zu verbringen ist Tradition bei den Beiden, es gibt ihnen die Möglichkeit, sich wirklich bewusst Zeit für sich zu nehmen. Doch als Martin nach Hause kommt ist Maria nicht da. Stattdessen findet Martin eine Nachricht vor, in der ein Unbekannter bekennt, Maria entführt zu haben und Martin zu einem Spiel auffordert. Wenn er innerhalb von drei Tagen herausfindet, warum er Maria entführt hat, lässt er sie gehen, findet er es nicht heraus, wird er Maria töten. Ferner wird sich der Entführer jeden Abend um Mitternacht bei Martin melden - nimmt er den Anruf an und weiß die Lösung nicht, wird Maria ebenfalls getötet, nimmt er den Anruf nicht an, wird Maria Schmerzen erleiden. Außerdem darf Martin niemanden über die Entführung informieren. Erst jetzt wird ihm klar, dass er herzlich wenig über die Vergangenheit seiner Frau weiß.

Gebrauchtwagenhändler Klaus Richter hat ganz andere Sorgen. Bei einem Koksdeal mit Al hat er diesen um 30.000 Euro betrogen und Al ist dahinter gekommen und will das Geld unbedingt zurück oder das Leben von Klaus ist verwirkt. Tja, nun läuft der Gebrauchtwagenhandel gerade nicht ganz so gut und wenn Klaus ganz ehrlich ist, er hat Schulden und weiß nicht, wie er das Geld aufbringen soll. Er versucht, seine Schwester Christine zu erreichen, vielleicht könnte sie ja einen Kredit für ihn aufnehmen, doch irgendwie erreicht er sie partout nicht. In der Tat sind die Geschwister jetzt nicht unbedingt ein Herz und eine Seele, aber Blut ist doch wohl dicker als Wasser. Dann erhält auch Klaus einen Brief, in dem die Entführung von Christine offenbart wird und auch er bekommt die gleichen Bedingungen wie Martin auferlegt.

Derweil schlägt sich der 41-jährige Bezirksinspektor Robert Mück mit ganz eigenen Problemen herum. Weil er mit seinem Vorgesetzten aneinander geraten ist, wird der von der Mordkommission zur Suchtmittelkriminalität versetzte, was seiner Degradierung gleich kommt und noch schlimmer, er muss auch noch einen gewissen Klaus Richter observieren, der im Verdacht steht, mit Drogen zu handeln. Als dann so ein paar "Schränke" bei Klaus Richter auftauchen, scheint bestätigt zu sein, dass dieser Dreck am Stecken hat, doch besagter Klaus Richter wiegelt ab. Das Ziel von Klaus Richter und Martin Fink steht fest - sie wollen unabhängig voneinander die jeweilig entführte Frau retten - doch welchen Zusammenhang gibt es zwischen ihnen. Martin findet zuerst eine Spur - doch wird er es in der vorgegebenen Zeit schaffen, seine Frau zu retten?


Lass uns ein Spiel spielen! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser das Geschehen aus der Perspektive von Maria, Martin, Klaus und Robert verfolgen kann und man auch Einblicke in die jeweilige Gefühlswelt erhält. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet und ganz ehrlich, ich kann den Täter sogar ein Stück weit nachvollziehen und die Idee, aus der Entführung ein Spiel zu machen und das auch eiskalt durchzuziehen, inklusive Beseitigung von etwaigen Störenfrieden, fand ich genial. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, hätte mir an einigen Stellen doch etwas mehr Nervenkitzel gewünscht. Abschließend kann ich sagen, dass  mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat und ich gerne mit Martin, Klaus & Co. gespielt habe.

Bewertung

Der Autor:
Roman Klementovic wurde 1982 in Wien geboren. Er wuchs im niederösterreichischen Marchfeld auf, bis es ihn für sein Studium der Internationalen Entwicklung wieder zurück in die österreichische Bundeshauptstadt zog. Er arbeitete viele Jahre im Marketing, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Wenn er nicht gerade auf Reisen ist, sucht er Entspannung beim Musizieren und auf Konzerten. Darüber hinaus ist der leidenschaftliche Fußballfan regelmäßig in Pubs und im Stadion seiner Lieblingsmannschaft anzutreffen. »Verspielt« ist sein erster Roman.  (übernommen von Gmeiner)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 3. August 2015

[Rezension] Dorothea Böhme - Tragödienstadl (Band 3)



Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2653 KB
Seitenzahl: 243 Seiten
Erscheingungstermin: 1. Juli 2015
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00XPFV3QM
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1747-4
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Im verschlafenen Lendnitz herrscht Aufregung pur: In zwei Wochen ist die Premiere des Stücks »Romeo und Julia im Jauntal«, ein Bauernschwank um Liebe, Verwechslung und Dorfpolitik. Doch noch dramatischer wird es, als manche Laiendarsteller mit ihrer zugedachten Rolle nicht zufrieden sind. Und was ist schon ein Mord, wenn man dafür die Dorfschönheit auf der Bühne küssen darf? Dem pensionierten Chefinspektor Fritz Reichel steht eine Menge Theater bevor.


Rezension:
August 2015: Lendnitz, die verschlafene Kleinstadt in Österreich hat auf Initiative von Bürgermeisterin Beate Brandtner ein eigenes Theater bekommen. Die "Landnitzer Bauernburschen" werden in wenigen Wochen mit ihrem ersten Stück "Romeo und Julia im Jauntal" Premiere feiern. Es wurde extra dafür Regisseur Gerhard Seiler aus Wien eingekauft, der auch das Stück geschrieben hat. Als Schauspieler agieren einige Bewohner der Kleinstadt, u. a. sogar der Ehemann der Bürgermeisterin. Da auch die Kleinstadtschönheit Valeria Hausbichler mitspielt, sorgt natürlich für Aufsehen. Selbstverständlich spielt die 23-jährige die Rolle der Julia und Walter Kirschner hat das große Los gezogen: Er spielt den Romeo und darf seine Julia mitten auf der Bühne küssen. Für Postbote Walter geht damit ein Traum in Erfüllung, ist er doch schon seit Jahren in Valeria verliebt, wie übrigens ein Großteil der männlichen Bevölkerung von Lendnitz.

Martin Riedl hatte weniger Glück. Beworben hatte er sich auf die Rolle des Romeo, denn auch er will Valeria küssen, doch bekam er die Rolle von Publikumliebling Mercutio, womit er so gar nicht einverstanden ist. Doch Martin beschließt, seinem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen und seinen Konkurrenten Walter mit einem vergifteten Whiskey aus dem Weg zu räumen. Ob der Giftcocktail tödlich ist oder nicht, ist für Martin nicht von Belang, Hauptsache, er bekommt die Rolle des Romeo. Dann jedoch stürzt Martin, noch bevor er den Whiskey übergeben kann, die Treppen des Theaters herunter und stirbt. Katharina Wischniewski, die Putzfrau des Theaters, entdeckt die Leiche und gönnt sich auf den Schreck erst einmal einen großen Schluck Whiskey (es war ja ein großer Schreck), allerdings ausgerechnet aus der sabotierten Flasche.

Natürlich bleibt der Tod Martins nicht ohne Folgen für die Theatergruppe, doch anstelle einen adäquaten Ersatz für Mercutio zu suchen, bekommt der bisherige Romeo Walter die Rolle übergeholfen und Regisseur Gerhard übernimmt die Rolle des Romeo. Bis auf Gerhard ist davon keiner wo wirklich angetan, aber immerhin ist er der Regisseur, von daher ist sein Wort Gesetz. Kurz darauf wird allerdings auch besagter Gerhard tot aufgefunden - ermordet. Dies ruft Chefinspektor Wilkinson, den Nachfolger von Fritz Reichel, und dessen Assistenten Huber auf den Plan. Eigentlich hat Wilkinson so gar keine Zeit, sich mit verstorbenen Mitgliedern dieser merkwürdigen Theatergruppe zu befassen, ist er doch voll mit dem Umbau des Polizeireviers beschäftigt, aber Huber ist wie immer voll bei der Sache. Überall wittert er einen Mord, auch wenn Wilkinson davon so gar nichts hören will. Doch Huber weiß sich zu helfen - er wendet sich an einen ehemaligen Chef, Chefinspektor a. D. Fritz Reichel. Dieser jedoch ist wenig angetan, den inthusiastischen Assistenten schon wieder am Hals zu haben, hat er doch damit gerechnet, seine Pensionierung in Ruhe und Frieden verbringen zu können und sich endlich dem heimischen Garten zu widmen. Als Reichel jedoch mit Wilkinson aneinander gerät ist es eine Sache der Ehre, dass Reichel den Fall löst - übrigens ganz passend, denn es taucht eine weitere Leiche auf ...


3. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde skurril und abwechslungsreich erarbeitet, wobei es mir ehrlich gesagt nicht immer ganz leicht fiel zu glauben, dass dies alles nur geschehen ist, weil es Menschen gibt, die für einen Kuss von einer Kleinstadtschönheit alles tun würden. Allerdings fehlte mir in diesem Band etwas die Präsenz von Fritz Reichel, der zwar mittlerweile in Pension ist, aber immer durch seine doch recht eigene Art Verzücken bei mir hervorrief. Ich hoffe sehr, dass er in weiteren Bänden wieder aktiver mit von der Partie ist. Die Figuren wurden realistisch und individuell erarbeitet, wobei ich hier sehr große Sympathien für die Figur der Valeria empfand, die einfach nur beweisen will, dass in ihr mehr steckt, als nur ihre äußere Schönheit. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Nunmehr hoffe ich natürlich auf weitere Bücher rund um Fritz Reichel - wer weiß, vielleicht ...


Bewertung


Von Dorothea Böhme gelesen und rezensiert:

 

Die Autorin:
Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.  (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Dorothea Böhme - Sauhaxn (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 421 KB
Seitenzahl: 246 Seiten
Erscheingungstermin: Juli 2012
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B008CNX5O0
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1328-5
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Johann Mühlbauer ist Kochlehrling in Lendnitz, einem idyllischen Dorf in Kärnten. Sein Leben könnte viel einfacher sein, wenn er nur ein bisschen so wäre wie sein großes Vorbild Bruce Willis. Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit ihm. Johann stolpert über Leichen wie andere über Steine. Erst findet er seinen enthaupteten Chef, dann folgt eine Leiche auf die andere. Eigentlich kann ihm jetzt nur noch Bruce Willis helfen.


Rezension:
Lendnitz, eine Kleinstadt in Österreich. Dort ist nicht wirklich was los, der Altersdurchschnitt beträgt 53,3 Jahre, von daher kann man sich vorstellen, dass die Jugendlichen nur eines wollen - weg. Eine der Attraktionen des Dorfes ist das Schlosshotel Lendnitz, liebevoll "Schmuckkästchen" von der Bevölkerung genannt. Der 19-jährige Johann Mühlbauer macht in eben jenem Schmuckkästchen seine Ausbildung zum Koch. Wirklich glücklich ist er mit dieser Ausbildung nicht, ist doch sein Ausbilder, Chefkoch Karl Bachmaier, ein ausgesprochener Unmensch, der, wie später herauskommt, mit Drogen dealt und auch noch Gammelfleisch verwendet. Auch Souschef Harald Moschik macht dem Jungen das Leben unnötig schwer, hat er es doch regelrecht auf den armen Johann abgesehen. Wäre Johann doch nur ein bisschen mehr wie Bruce Willis, dann wäre es so viel einfacher, sich zu behaupten.

Mit der Ruhe im Schmuckkästchen ist es allerdings vorbei, als Wilfried Seligmann in die Küche stürmt und mit einer Waffe Chefkoch Bachmaier bedroht. Durch einen unglücklichen Zufall kommt Seligmann durch seine eigene Waffe zu Tode. Natürlich ruft dieser tragische Unfall die Polizei in Form von Hauptkommissar Fritz Reichel und seinem Assistenten Huber auf den Plan. Reichel ist so gar nicht begeistert von dem tödlichen Unfall, hat er doch nur noch 138 Tage bis zur Pensionierung und die wollte er in Ruhe absitzen. Nicht zu vergessen sein Assistent Huber, der sich voller Elan in die Ermittlungen stürzt und damit Reichel fast in den Wahnsinn treibt.

An sich sind die Ermittlungen recht schnell abgeschlossen, es war ja ein Unfall, wenn nicht ausgerechnet Harald Moschik einen weiteren Mord melden würde. Er ist im Tiefkühlraum auf Johann und die zerteilte Leiche von Chefkoch Bachmaier gestoßen. Durch widrige Umstände stößt er sich unmittelbar nach dem Leichenfund an der Tür zum Kühlraum den Kopf an und verliert das Bewusstsein, doch gleich nach seinem Erwachen informiert wer die Polizei. Merkwürdigerweise ist von einer Leiche oder gar Spuren einer Leiche  nichts mehr zu finden, als die Polizei vor Ort ist. Hat sich Moschik das alles nur auf Grund seiner Kopfverletzung eingebildet? Tatsächlich ist es so, dass Johann, der sich selbst zum Teil eine Mitschuld am Unfalltod von Seligmann gibt, die Leiche hat verschwinden lassen, will er doch nicht weiter unter Verdacht geraten. Doch damit nicht genug - innerhalb kürzester Zeit stolpert Johann über immer mehr Leichen, die er schon fast routiniert entsorgt - in der Hoffnung, dass ihm niemand auf die Schliche kommt. Reichel hingegen ist sich nicht sicher, was er glauben soll. Sicherlich scheint Chefkoch Bachmaier wie vom Erdboden verschluckt, aber nachdem Reichel und Huber dessen Angetraute kennengelernt haben, können sie durchaus verstehen warum. Hat er sich vielleicht nur abgesetzt und warum zum Himmeldonnergeier meldet Souschef Moschik einen Leichenfund nach dem anderen, wenn doch nie eine Leiche auffindbar ist?


1. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, es erschien mir durchaus plausibel, dass der arme Johann eine Leiche nach der anderen verschwinden lassen musste und ganz ehrlich, zugetraut hätte ich es ihm nicht, aber er hat das fast problemlos hinbekommen. In diesem Fall kann man wohl eindeutig sagen: Stille Wasser sind tief. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei hier mein Herz eindeutig für Protagonist Johann schlug, denn eigentlich, eigentlich will der unscheinbare junge Mann nur eines: wie Bruce Willis sein, aber beweisen tut er sich auf ganz eigene Art und Weise und ehrlich, wenn ihr mal eine Leiche beseitigt haben wollt, wendet euch vertrauensvoll an ihn. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und kurzweilig zu lesen, sodass ich meinen Reader gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das Buch in einem Rutsch lesen musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst.


Bewertung

Von Dorothea Böhme gelesen und rezensiert:

 

Die Autorin:
Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.  (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 12. Juni 2015

{Rezension] Kerstin Hohlfeld - Rosa Redlich 04: Kirschlütenfrühling



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 247 Seiten
Verlag: Gmeiner, A; Auflage: 1 (4. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839216443
ISBN-13: 978-3839216446
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2 x 20 cm

Inhalt gem. Gmeiner:
EINFACH ROSA  Gar nicht so leicht für Rosa, die Schneiderei zu managen, während ihre Chefin Margret zur Kur fährt. Noch dazu, wenn gleichzeitig eine Punkerin namens Koma mit ihrer Truppe die Gegend unsicher macht. Rosa nähert sich der Frau an, die bei genauerem Hinsehen eher unglücklich als gefährlich wirkt, und verschafft ihr einen Job in ihrem Stammlokal. Wenig später wird dort Geld gestohlen. Hat Koma ihr Vertrauen ausgenutzt? Rosa glaubt nicht daran und macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter.

Zum Buch:
Rosa ist mit ihrer Arbeit in der Schneiderei von Margret glücklich und auch privat mit Basti läuft alles super. Ihre Zwillingsschwester Lila will demnächst heiraten, wofür sie das Brautkleid entworfen hat und es auch nähen wird.
Alles scheint perfekt zu sein bis zu dem Tag, an dem Margret stürzt, ins Krankenhaus muss und anschließend zur Reha geht. Die Verantwortung derweil liegt in den Armen von Rosa.
Rosa hat ein großes Herz und so kommt es, dass sie sich nicht nur um die Schneiderei kümmert, sondern recht bald auch um ein junges Mädchen, das sich "Koma" nennt. Das Gesicht voller Piercings sieht sie eher wie ein Punker aus, die sich mit ein paar Typen vor Rosas Lieblingsrestaurant, dem Schraders, rumtreibt.
Als Koma dann eines Tages zusammengeschlagen in ihrer Werkstatt landet, sorgt sie gemeinsam mit ihrem Freund Basti dafür, dass diese ins Krankenhaus kommt und nimmt sie im Anschluss auch mit zu sich nach Hause.
Rosa besorgt ihr eine Arbeit, als Aushilfskraft im Schraders, worüber Koma sehr froh ist. Aber von einem auf den anderen Tag verschwindet Koma und mit ihr die Tageseinnahmen des Restaurants.
Die Suche nach Koma beginnt und Rosa fragt sich immer wieder, ob sie mit ihrer Menschenkenntnis nicht doch völlig falsch gelegen hat... 

Der 4. und letzte Teil der Rosa Redlich-Reihe.
Es heißt Abschied nehmen von einer sympathischen Rosa, einer Frau, die mir eine Freundin geworden ist und deren Leben ich eine Weile begleiten durfte.
Rosa, die ein großes Herz hat, anderen hilft, ohne groß nachzudenken und die auch Fehler verzeihen kann.

Mit diesem Band kann sie ein letztes Mal zeigen und beweisen, dass man mit ihr eine Freundin fürs Leben hat.
Ohne zu zögern nimmt sie ein junges Mädchen, das sich offensichtlich in schlechter Gesellschaft befindet, zu sich nach Hause und betuddelt sie. Sie und Basti sind auch die Einzigen, die nicht glauben, dass sich Koma mit den Tageseinnahmen des Schraders aus dem Staub gemacht hat. Die Frage ist nur, wo ist sie geblieben und genau das versucht Rosa rauszufinden.

Ihre Chefin Margret hat nach der Kur beschlossen, noch ein wenig länger in Bayern zu bleiben, da sie dort einen Mann kennenlernte, der ihr nicht gleichgültig ist. Rosa und Jola, ihre Mitarbeiterin, freuten sich schon auf die Wiederkehr ihrer Chefin, managen den Laden aber auch ohne sie ohne Probleme. Bis sie eines Morgens feststellen müssen, dass jemand nachts ihre Werkstatt heimgesucht hatte.

Wieder einmal hat die Autorin Kerstin Hohlfeld ihre Protagonistin Rosa Redlich agieren lassen. Rosa muss man einfach ins Herz schließen, man kann gar nicht anders, ob man will oder nicht. Sie ist loyal mit einem Mutter Theresa Komplex, aber so lieben wir sie auch.
Sie ist hilfsbereit und immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Aber sie wird merken, dass das Sprichwort "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus", sich auch bewahrheitet. Denn auch sie wird merken, was Nachbarschaftshilfe ist und froh darüber sein.

Mit dem Abschied von Rosa heißt es auch Abschied nehmen von all den anderen Protagonisten, die man im Laufe der Zeit lieb gewonnen hat. Margret, Jola, Lila, Basti, die beiden Eigentümer vom Schraders und viele andere, man hat sie alle eine Weile begleiten dürfen und muss sie nun ziehen lassen. Schön fände ich, wenn mal die ein oder andere Person kurz in eines der folgenden Bücher der Autorin vorbeischauen würde.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Ausflüge ins Berliner Umland. So erhielt ich gemeinsam mit den Protagonisten Einblick auf künftige Ausflugsziele, die mir bis dato nicht bekannt waren, so zum Beispiel die Lamafarm.

Ein persönliches Highlight hatte ich auch noch beim Lesen der Danksagung, denn dort wurde mir persönlich gedankt. Da kommen Erinnerungen an einen Besuch bei Schraders hoch :-)

Auch der Abschlussband der Rosa Redlich-Reihe war absolut lesenswert. Ich habe mit Rosa gelebt, geliebt, mit ihr geweint und sie bei allen Hochs und Tiefs begleitet. Rosa, du wirst mir fehlen.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sie nach Möglichkeit komplett lesen, denn ansonsten fehlen doch die ein oder andere Information oder der Hintergrund.

Reiheninfo:
01: Glückskekssommer
02: Herbsttagebuch
03: Winterwünsche
04: Kirschblütenfrühling

Bewertung:


Zur Autorin:
(Text übernommen vom Gmeiner-Verlag)
Kerstin Hohlfeld lebt seit über 20 Jahren in Berlin. Nach einem Theologiestudium und einer bunten Mischung von Jobs widmet sie sich seit 2011 dem Schreiben von Romanen.











An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Von Kerstin Hohlfeld wurden gelesen und rezensiert:




Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 23. Februar 2015

[Rezension] Sonja Liebsch - Wadenbeißer



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 277 Seiten
Verlag: Gmeiner, A; Auflage: 1 (2. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839215706
ISBN-13: 978-3839215708
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,2 x 20 cm

Inhalt gem. Gmeiner:
DICKER ALS WASSER
Maxi staunt nicht schlecht, als eines Tages ihre exzentrische Schwester Sybille samt Hund vor der Tür steht. Die Kölner Kosmopolitin sucht nach ihrer Trennung ausgerechnet in der schwäbischen Provinz Unterschlupf. Und das genau zum falschen Zeitpunkt, denn Maxi startet nach der Familienpause gerade beruflich durch. Als sie sich jedoch in einer TV-Talkshow kritisch zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie äußert, bringt sie sich und ihre Familie in ernste Schwierigkeiten.

Zum Buch:
Maxi und ihre ältere Schwester Sybille stehen sich nicht sehr nah. Sybille, älter als Maxi, lebt in Köln, keine Kinder, sehr exzentrisch.
Umso mehr staunt Maxi eines Tages, als ihre Schwester inklusive ihrem Hund mit den nötigsten Sachen vor ihrer Tür steht und um Unterkunft bittet. Ihr langjähriger Freund, dem sie 20 Jahre den Rücken freigehalten hat, hat sich für ein jüngeres Modell entschieden und sie auf die Straße gesetzt.
Nun ist guter Rat teuer, denn Maxi steigt gerade wieder in die Reihe der Berufstätigen ein, hat ein geregeltes Familienleben und kann eigentlich nicht so recht damit umgehen, dass ihre Schwester bei ihr wohnen will. Und das, wo sie keine Kinder mag und auch sonst zu nichts zu gebrauchen ist ...

Maxi ist herzensgut, wie auch ihr Mann Alex, denn beide gestehen Sybille zu, bei ihnen kurzzeitig unterzukommen. Was auch immer kurzzeitig heißt.
Sybille wusste sich keinen anderen Rat, als bei ihrer Schwester Unterschlupf zu finden, denn zu ihren Eltern wäre sie im Leben nicht gegangen. Da ist Maxi mit ihrer Familie schon das kleinere Übel.

Maxi, der es nicht gelungen ist, bei ihrer Firma nach der Babypause wieder anzufangen, schreibt jetzt Kolumnen für eine Zeitschrift. Diese sind mehr oder weniger aus ihrem Leben gegriffen. Sie hat eine große Fangemeinde, dass sogar das Fernsehen auf sie aufmerksam wird.
Sie wird zu einer Talkrunde eingeladen und sie überlegt lange, ob sie die Einladung annehmen soll oder nicht. Wer soll sich in der Zeit, wo sie weg ist von zu Hause um die Kinder kümmern? Ihr Mann ist arbeiten, da bleibt dann nur noch Sybille. Und wie erwartet, versagt Sybille auf der ganzen Länge. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Sybille ist ein egoistischer Mensch und sie war mir von Anfang an unsympathisch. Sie lebt bei ihrer Schwester und rührt keinen Finger, lässt sich bedienen und interessiert sich nicht ein bisschen für die Familie. Sie denkt an sich und kann nicht verarbeiten, dass ihr Lebenspartner sie ohne finanzielle Hilfe hat gehen lassen. Sie hat alles für ihn aufgegeben und nun steht sie vor den Scherben ihres Lebens. Ein wenig Aufwind bekommt sie erst durch einen Guru, bei dem Maxi sie für einen Yogakurs probehalber angemeldet hat.

Im Laufe der Geschichte erfährt Sybille aber einen Sinneswechsel, zu dem man ihr nur gratulieren kann. Sie wird ein Mensch, den man gernhaben kann.

Maxi ist die Sympathieträgerin in dem Buch. Sie muss man einfach mögen. Sie hat ihr Leben voll im Griff. Sie hat nur einen Fehler, sie kann nicht nein sagen zu ihrer Schwester. Dieses kleine Wort hätte ihr viel Ärger und Kummer erspart.
Durch ihre Kolumnen wird sie jemand, auf den man hört, dessen Meinung man hören möchte. Sie wird zu Talkshows eingeladen und sagt dort, was sie denkt.
Als sie mitbekommt, dass ihr verhinderter Arbeitseinstieg in ihre alte Firma kein Einzelfall ist, die Firma sich aber als familienfreundlich auszeichnen lassen will, geht sie auf die Barrikaden.

Maxi hat das Herz am rechten Fleck. Sie ist nicht nur für ihre Familie da, sie guckt auch über ihren Tellerrand und hilft anderen.
Obwohl sie auch mit ihrer Schwester Meinungsverschiedenheiten hat, hilft sie ihr, dass auch diese zu ihrem Recht kommt, auf sehr unkonventionelle Art, aber der Zweck heiligt die Mittel.

"Wadenbeißer" ist der richtige Titel für dieses Buch. Nicht nur der kleine verwöhnte Hund Filou von Sybille ist ein Wadenbeißer, sondern auch Maxi beißt um sich und genau dahin, wo es wehtut.

Der Roman hat Unterhaltungswert, aber auch ein ernstes Thema. Die Autorin hat den Wiedereinstieg von Frauen nach der Babypause zum zentralen Thema gemacht, denn nicht jeder Frau gelingt es, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.

Auf jeder rechten Seite des Buches findet der Leser eine kleine Zeichnung eines Hundes, mit dem man ein Daumenkino veranstalten kann. Ich finde diese Idee total goldig.

Ein Buch, das man gern mal zwischendurch lesen kann und mit dem man sich gut unterhalten fühlt.    

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Gmeiner-Verlag)
Sonja Liebsch wurde 1972 in Mönchengladbach geboren. Als Kind hatte sie die unterschiedlichsten Berufswünsche: Bibliothekarin, Tierärztin, Kinderpsychologin, Hotelmanagerin. Sie studierte Tourismusbetriebswirtschaft und wurde schließlich in der Nähe des Bodensees sesshaft. Sie ist in der Sprach- und Leseförderung tätig und hat bereits mehrere Spiele veröffentlicht. "Wadenbeißer" ist nach "Muttertier @n Rabenmutter" ihr zweiter Roman. Ihre Berufswünsche hat sie alle realisiert. Als Mutter von zwei Kindern ist täglich psychologisches Know How gefordert, sie arbeitet für die örtliche Pfarrbücherei und ihrem Kater hat sie schon so manches Mal das Pfötchen gehalten. Nur das mit dem Hotel hatte sie sich irgendwie anders vorgestellt!


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Sonja Liebsch und beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 14. Mai 2014

[Rezension] Diana Hausmann - Childshair


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1167 KB
Seitenzahl: 480 Seiten
Erscheingungstermin: 1. Mai 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00JXFDM1M
ISBN-Nr.: 978-3-7349-9236-0
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Wie aus dem Nichts steht ein junger Mann in Josis Wohnung und verändert ihr bisher langweiliges Leben. Sie wird beobachtet, belästigt und überfallen, und alles führt zu ihrem neuen geheimnisvollen Freund. Dieser kennt die Hintergründe der Intrigen– sie sind die Folgen eines verhassten Erbes und der ranghohen Mitgliedschaft in einem Geheimbund. Er schweigt, um Josi zu schützen. Dennoch trifft er eine Entscheidung, die sie fast das Leben kostet.


Rezension:
Josephine "Josi" Rausch ist eine eher introvertierte, schüchterne junge Frau. Seit nunmehr drei Jahren lebt sie in München, aber einen wirklichen Freundeskreis konnte sie sich bisher nicht aufbauen. Lediglich mit ihrer Nachbarin Tanja pflegt sie ein freundschaftliches Verhältnis. Ansonsten verbringt sie viel Zeit auf Arbeit und ist privat eher über Büchern anzutreffen. Das soll sich jedoch ändern, als sie eines Abends von einem Unbekannten aus einem Alptraum geweckt wird. Schnell stellt sich heraus, wie der Mann in ihre Wohnung kam, doch wer ist er? Trotz dieser ungewöhnlichen Situation hat Josi keine Angst vor ihm, sie weiß einfach instinktiv, dass dieser Mann ihr nie etwas tun würde.

Genauso schnell, wie er gekommen ist, verschwindet er wieder aus Josis Leben, doch nicht für lange. Kurze Zeit später taucht er erneut bei ihr auf - verletzt und am Ende seiner Kräfte. Sie verarztet ihn, so gut sie kann, denn ins Krankenhaus will er auf keinen Fall und sie gewährt ihm das, was er am dringendsten braucht - Ruhe und Schlaf. Fest steht, Josi fühlt sich zu dem jungen Mann hingezogen, doch wer ist er? Immerhin weiß wer, wer sie ist und wo sie wohnt, wohingegen sie noch nicht einmal seinen Namen kennt. Schlussendlich einigen sich die beiden darauf, dass sie für ihn Amy und er für sie Ian ist.

Letztendlich gelingt es Josi doch, seinen Namen heraus zu finden: Collin Christensen. Beiden ist klar, dass Josi in Gefahr gerät, wenn Collin weiterhin ihre Nähe sucht, denn dass er Feinde hat, ist unübersichtlich, so oft, wie er überfallen wird. Doch Josi kann und will nicht mehr zurück, Collin hat sie in seinen Bann gezogen. Bereits kurze Zeit später muss Josi jedoch am eigenen Leib feststellen, dass eine Freundschaft zu Collin alles andere als ungefährlich ist. Zu Beginn fühlt sie sich nur beobachtet, doch je näher sie Collin kommt, desto näher kommen seine Feinde ihr und eines Tages wird sie in der Tiefgarage ihres Hauses überfallen. Doch dies ist erst der Beginn einer langen und aufwühlenden Abfolge von Ereignissen, von denen niemand weiß, wie sie enden werden ...


Was für ein Debüt! Der Plot wurde ausgesprochen spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Hier hat mir besonders gut gefallen, wie der Leser merkt, dass sich die Situation nach und nach zuspitzt und sich Josi dessen durchaus bewusst ist und dennoch, es zieht sie voll und ganz zu jenem Unbekannten, der ihr noch nicht einmal verrät, warum er in Gefahr ist und sie dementsprechend auch. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Hier hat besonders die Figur der Josi einen starken Eindruck auf mich hinterlassen, denn aus der einst schüchternen jungen Frau wird nach und nach eine toughe Persönlichkeit, die nicht gewillt ist, aufzugeben oder diejenigen im Stich zu lassen, die sie liebt, koste es was es wolle und der Preis ist verdammt hoch. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch in einer Nacht am Stück gelesen habe, ich konnte und wollte einfach nicht aufhören. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich nach wie vor erstaunt bin, dass es sich bei diesem Roman tatsächlich um ein Debüt handeln soll, denn er hat mich dermaßen von sich eingenommen, dass schaffen noch nicht einmal unbedingt Bestseller-Autoren.

Bewertung

Die Autorin: 
Diana Hausmann ist gebürtige Pfälzerin und stammt aus einem Dorf unweit von Neustadt an der Weinstraße. Vor 14 Jahren zog es sie in die Rhein-Neckar-Metropole Mannheim, in der sie seither mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn lebt. Seit über zehn Jahren arbeitet sie in einer Mannheimer Bürotechnik- und Softwarefirma als Geschäftsführerassistentin._x000D_ »Childshair« ist das Debüt der Autorin. (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 13. Mai 2014

[Rezension] Dorothea Böhme - Meuchelbrut


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2016 KB
Seitenzahl: 245 Seiten
Erscheingungstermin: 5. Februar 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00HWRF6CQ
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1514-2
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Glenn Hinrichsen, alt und vermögend, findet sein eigenes Testament. Das Problem daran ist: Er hat es nicht geschrieben. Zu allem Überfluss kommt am selben Tag Onkel Harry ums Leben. Glenns Familie beschließt, einen Einbruch zu fingieren, um die Lebensversicherung zu kassieren. Was zunächst wie ein guter Plan aussieht, endet im familiären Chaos. Jetzt können nur noch Chefinspektor Reichel und dessen übermotivierter Assistent Huber helfen.


Rezension:
Der 84-jährige Glenn Hinrichsen ist der Familienpatriarch der Familie Hinrichsen. Ihm gehört das Herrenhaus in Lendnitz, in dem seine Sippschaft lebt. Er selbst sitzt im Rollstuhl, obwohl er auf diesen gar nicht angewiesen ist, was seine Familie aber nicht unbedingt wissen muss. Zur Familie gehören außerdem sein 89-jähriger Halbbruder Hermann, von allen nur "Opa" genannt; dessen verwitwete 43-jährige Schwiegertochter Roswitha, "Mutter" genannt; deren 21-jähriger Sohn Michael; ihre 16-jährige Tochter Gesine samt Vogelspinnen-Haustier; die 36-jährige Frieda, Opas jüngste Tochter; die 81-jährige Martha, Glenns Schwester; die 49-jährige Hilde, Opas Cousine und als einzige nicht wohnhaft im Herrenhaus und natürlich Harald.

Eben jener Onkel Harald, genannt Harry, bringt die Familie in eine missliche Lage, denn er begeht Selbstmord und sofort ist allen klar: Bei Selbstmord zahlt doch die Lebensversicherung nicht. Immerhin hatte Familie Hinrichsen in den letzten Jahren einige tragische Todesfälle zu verzeichnen, allesamt Unfälle, sodass es bisher mit den jeweiligen Lebensversicherungen nie Schwierigkeiten gab, hier sieht es bei einem Selbstmord natürlich ganz anders aus. Prompt wird beschlossen einen Einbruch zu fingieren, um es nach Mord aussehen zu lassen, denn tot ist tot und wenn schon tot, dann bitte mit Auszahlung der Lebensversicherung. Soweit so gut, doch tatsächlich glaubt Familienoberhaupt Glenn nicht an einen Selbstmord, sondern Mord und ihm ist klar: er ist der nächste! Immerhin hat er in seinem Schreibtisch sein Testament gefunden - das Problem dabei: Er hat gar keines geschrieben. Für ihn steht fest, seine mörderische Sippschaft hat es auf ihn abgesehen!

Tatsächlich gelingt es Familie Hinrichsen mehr schlecht als recht einen Einbruch mit Mord vorzutäuschen, was allerdings Fritz Reichel, Chefinspektor der örtlichen Polizei und seinen übereifrigen Assistenten Huber auf den Plan ruft. Fritz hat so gar keine Lust, sich mit dem Fall zu befassen, immerhin steht er eine Woche vor seiner Pensionierung und wollte nur noch in Ruhe seine Zeit absitzen und sein Assistent raubt ihm sowieso den letzten Nerv. Doch Pflicht ist Pflicht und schon bei der ersten Begegnung mit der Familie muss er feststellen, dass diese so gar nicht wie eine trauernde Gemeinschaft wirkt, ja schlimmer noch, "Mutter" versucht sich doch glatt ihm an den Hals zu werfen und dass, wo sich die Leiche von Harry noch im Zimmer befindet. Reichel will eigentlich nur eines: Ganz weit weg von dieser Familie. Doch nicht nur die Polizei ruft dieser ungewöhnliche Einbruch auf den Plan. Auch Marie Schwerdtfeger, Angestellte bei eben jener Versicherungsgesellschaft, bei der Harry seine Lebensversicherung laufen hatte, will um jeden Preis die ihr zustehende Beförderung und beschließt, in diesem ungewöhnlichen Fall undercover im Haus zu ermitteln. Tatsächlich gelingt ihr das problemlos, nur hat sie nicht mit Familie Hinrichsen gerechnet ...


Tot ist tot und wenn schon tot, dann bitte mit Auszahlung der Lebensversicherung! Der Plot wurde ausgesprochen skurril, spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, ich habe mit allem gerechnet, jedoch nicht mit den herrlich unerwarteten Wendungen, die das Buch für mich auf Lager hatte. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei bei mir immer nur im Hinterkopf gelauert hat - oh bitte, lass mich solche Menschen niemals im wirklichen Leben kennenlernen, denn wer die Familie Hinrichsen erlebt hat, ist reif für einen Seelenklempner. Den Schreibstil empfand ich geradezu als berauschend zu lesen, ich konnte und wollte partout nicht aufhören, ich wurde von Familien Hinrichsen und ihren Taten einfach göttlich unterhalten. Abschließend kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch definitiv um einen Krimis abseits der gewohnten Masse handelt, der mit vielen unerwarteten Wendungen und einfach nur faszinierenden Figuren aufwartet - davon hätte ich sehr gerne mehr.

Bewertung

Die Autorin: 
Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.  (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Martin S. Burkhardt - Hinter dem Tor


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1098 KB
Seitenzahl: 280 Seiten
Erscheingungstermin: 1. April 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00JAB5QG8
ISBN-Nr.: 978-3-7349-9232-2
Verlag: Gmeiner 


Klappentext gem. Gmeiner:
Die 15-jährige Lara kommt auf ein Internat an der Nordsee. Eines Tages entdeckt sie in einem abgesperrten Flügel der Schule ein geheimnisvolles Tor. Der Raum dahinter erscheint seltsam verzerrt. Mutig wagt sie einen Schritt durch das Tor.
In einem kargen Krankenhaus kommt sie wieder zu sich. Langsam begreift sie: Sie befindet sich in Alea, einer Stadt in einer anderen Dimension. Und dort warten eigenartige Wesen auf sie – gute wie böse. Das größte Abenteuer ihres Lebens nimmt seinen Anfang …


Rezension:
Bis vor vier Wochen war die Welt der 15-jährigen Lara Steppmann noch in Ordnung. Sie besuchte die 8. Klasse eines Gymnasiums und wenn sie auch nicht unbedingt zu den besten Schülern gehörte, verlief ihr Leben doch in geordneten und relativ ruhigen Bahnen. Das änderte sich schlagartig, als ihre Eltern ihr offenbarten, dass sie sich trennen werden. Um Lara weiterhin ein stabiles Umfeld zu gewähren, beschließen ihre Eltern, sie auf das Nordsee-Internat zu schicken. Wirklich begeistert ist Lara nicht von dieser Idee, fügt sich jedoch in ihr Schicksal. Gleich am ersten Tag lernt sie ihre Zimmernachbarin Vivian kennen, eine Schülerin, die aus Amerika stammt. Die beiden Mädchen verstehen sich sehr gut und Lara ahnt, dass es doch nicht so schlimm werden wird auf dem Internat, wie befürchtet.

Die jungen Frauen unternehmen viel miteinander und so auch eine nächtliche Aktion, in der sie sich, zusammen mit zwei Mitschülern, Einblick in ihre Prüfungsergebnisse verschaffen, immerhin wollen sie wissen, in welche Kurse sie gehen werden, wenn die Schule für sie offiziell anfängt. Mit Entsetzen muss Lara feststellen, dass sie laut Unterlagen die Aufnahmeprüfung überhaupt nicht bestanden hat - wieso ist sie dennoch auf dem Internat? Hierbei muss es sich einfach um ein Missverständnis handeln, denn immerhin ist Lara ja vor Ort.

Doch kaum hat die Schule begonnen, merkt Lara, dass sie durchaus einige Defizite hat. Nichts desto trotz versucht sie das Beste aus der Situation zu machen und erkundet weiterhin das Internat. In einem Lagerraum, der für Schüler nicht zugänglich ist, entdeckt sie etwas Seltsames. Anscheinend schließt sich an diesen Raum ein anderer Raum an. Als Lara diesen betreten will, fällt sie in Ohnmacht. Als sie wieder zu sich kommt, muss sie ziemlich schnell feststellen, dass sie sich nicht mehr im Nordsee-Internat befindet, sondern in Alea, einer Stadt in einer anderen Dimension. Zur Seite steht ihr der 16-jährige Terzio, Hauptschutzmeister der örtlichen Schutztruppe, mit der Lara ziemlich schnell Bekanntschaft macht. Auch Wehras, ihr behandelnder Arzt, ist ihr sehr sympathisch, doch die Nachricht, dass sie, wenn sie keine bleibenden Schäden zurückbehalten will, die nächsten 3 Monate in Alea verbringen muss, nimmt sie mit gemischten Gefühlen auf. Doch als Vivian ihr einen Besuch abstattet, muss sie feststellen, dass es gar nicht so schlimm sein wird, denn immerhin ist sie nicht allein und ihre Freundin kann sie besuchen. Doch ziemlich schnell muss Lara feststellen, dass sich Alea entschieden von der Erde unterscheidet und ehe sie es sich versieht, gerät sie in einen Strudel von Ereignissen, der alles ändern könnte ...


Reise nach Alea! Der Plot wurde durchaus spannend und abwechslungsreich erarbeitet, jedoch blieben aus meiner Sicht am Ende des Buches noch einige Fragen offen, sodass ich sehr hoffe, dass es zu dieser Geschichte noch einen weiteren Teil geben wird, der diese offenen Fragen klärt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Ich muss gestehen, von der Entwicklung der Figur der Lara war ich positiv überrascht, ich hätte nicht gedacht, dass sie so aus sich rauskommt und bereit ist für das einzustehen, woran sie glaubt, koste es, was es wolle. Die Figur des Terzio blieb mir jedoch, auch zum Ende des Buches, nach wie vor rätselhaft. Warum kümmerte er sich ohne jede Veranlassung um Lara, was bezweckte er damit? Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen und ich kann abschließend sagen, dass mir diesen Buch schöne Lesestunden bereitet hat, mich jedoch einige offene Fragen nach wie vor beschäftigen, sodass ich hoffe, dass es hier einen Nachfolgeband geben wird.

Bewertung


Von Martin S. Burkhardt bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor: 
Martin S. Burkhardt, Jahrgang 1970, ist freier Journalist und Geschäftsführer der »Akademie Modernes Schreiben«. Zudem ist er der Gründer einer Musical-Zeitschrift, die er bis 2005 herausgab. Mit Leidenschaft sorgt er für Gänsehaut bei seinen Lesern. (übernommen von Gmeiner)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 9. Mai 2014

[Rezension] Martin S. Burkhardt - Lenas Freundin


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1136 KB
Seitenzahl: 287 Seiten
Erscheingungstermin: 1. April 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00JAB5QI6
ISBN-Nr.: 978-3-7349-9234-6
Verlag: Gmeiner 


Klappentext gem. Gmeiner:
Die vierjährige Maria kommt durch einen Autounfall ums Leben. Für ihre Eltern Lena und Robert bricht eine Welt zusammen. Lena sucht Trost bei ihrer besten Freundin Theresa, die ihr Fotos des Mannes beschafft, der Maria überfahren hat. Gemeinsam schmieden sie dunkle Pläne.

Robert ist zunehmend besorgt. Lena verändert sich stark und findet Gefallen an Vergeltungsfantasien. Als er niedergeschlagen wird und gefesselt im Keller seines eigenen Hauses aufwacht, weiß er, Lena ist zu allem fähig.


Rezension:
Bis zum 6. September 2013 war die Welt für Robert und Lena Weinheim noch in Ordnung. Sie lebten glücklich ihren Traum einer Familie mit ihrer kleinen 4-jährigen Tochter Marie und seit zwei Wochen wussten sie, dass Marie ein Geschwisterchen bekommen wird. Die Zukunft sah rosig aus, doch am Nachmittag des 6. September 2013 sollte sich alles ändern, denn vor der Kita wurde die kleine Marie von einem Auto erfasst. Obwohl ihr umgehend geholfen wurde und sie auch zeitnah ins Krankenhaus kam, verstarb sie noch an diesem Tag. Für ihre Eltern brach eine Welt zusammen, zumal der Unfallfahrer sich durch Fahrerflucht seiner Verantwortung entzogen hat. Mit Hilfe von Zeugen gelingt es der Polizei jedoch schnell, den Unfallfahrer Erik Ziemer zu stellen.

Nach diesem Verlust versuchen Robert und Lena irgendwie mit ihrem Leben fortzufahren. Robert vergräbt sich in der Arbeit, denn wenn er nicht im Haus ist, ist Maries Gegenwart nicht immer spürbar. Lena hingegen fällt in ein tiefes Loch, vergräbt sich in Lethargie und Rachegedanken und verbringt ihre Tage in Maries Zimmer und kapselt sich immer mehr von ihrer Umwelt ab. Um all dem, wenn auch nur für kurze Zeit, zu entkommen, beschließt Lena, ein paar Tage bei ihrer Freundin Theresa zu verbringen, die mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt. Robert sieht darin einen Hoffnungsschimmer, dass das Zusammentreffen der Frauen, sich positiv auf Lena auswirken wird, denn beide sind bereits seit der Grundschulzeit beste Freundinnen.

Etwa eine Woche bleibt Lena bei ihrer Freundin und Robert verbringt derweil viel Zeit mit seinem besten Freund und Vorgesetzten André. Nach Lenas Rückkehr scheint diese tatsächlich gefestigter zu sein, zumal Theresa ihren Besuch für ein paar Tage angesagt hat, um Lena weiterhin unterstützend zur Seite zu stehen. Eigentlich könnte es für Robert und Lena aufwärts gehen, wenn nicht plötzlich Robert an Lena merkwürdige Verhaltsweisen auffallen würden, die sehr untypisch für seine Frau sind. Dass diese immer auffälliger werden, muss Robert in den nächsten Tagen feststellen. Was ist nur mit seiner Frau geschehen? Hat es etwas damit zu tun, dass Theresa ihr mehr als nur Unterstützung zukommen lässt, bestärkt sie seine Frau in ihren Rachegedanken? Wo wird das enden?


Leg dich nicht mit Lenas Freundin an! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir Gefallen, wie der Autor die Figuren agieren lässt. Bei Robert hatte ich manchmal das Gefühl, er würde die ganze Situation von außen stehend betrachten, dabei war er immer aktiv ins Geschehen involviert. Wunderbar haben mir auch die verschiedenen Perspektiven des Buches gefallen, es ist wirklich faszinierend, wie eine jede Figur die jeweilige Szene erlebt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Hier kann ich noch nicht einmal benennen, welche mir am besten gefallen hat, denn alle haben einen sehr starken Eindruckt auf mich gemacht, denn neben den Protagonisten wurden auch die Nebenfiguren sehr aussagekräftig erarbeitet. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Ich war wie berauscht und habe mit dem Buch genussvolle Lesestunden verbracht. Davon hätte ich gerne mehr.

Bewertung

Von Martin S. Burkhardt bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor: 
Martin S. Burkhardt, Jahrgang 1970, ist freier Journalist und Geschäftsführer der »Akademie Modernes Schreiben«. Zudem ist er der Gründer einer Musical-Zeitschrift, die er bis 2005 herausgab. Mit Leidenschaft sorgt er für Gänsehaut bei seinen Lesern. (übernommen von Gmeiner)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 23. November 2013

[Rezension] Franziska Steinhauer - Nachtigall 08: Kumpeltod



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 374 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (4. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839213746
ISBN-13: 978-3839213742
Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 11,8 x 3 cm

Inhalt gem. Gmeiner-Verlag:
DUNKLE RACHE  Trotz heftiger Proteste wird ein Dorf in der Lausitz abgebaggert, auch der Friedhof muss dem Kohlebagger weichen. Bei ihrer Arbeit stoßen die Totengräber in einem alten Grab auf eine frische Leiche. Kommissar Peter Nachtigall wird zum Tatort gerufen, auf der Fahrt wird sein Wagen von der Straße gedrängt. Die Ereignisse überschlagen sich, als nach dem Fund einer Bombe ein großer Bereich in der Stadt geräumt wird und einer der evakuierten Mieter bei seiner Rückkehr eine grausige Entdeckung macht …

Zum Buch:
Die Kohle ist der Grund, warum Dörfer weichen müssen. Brieskowitz, ein Ort im Cottbusser Umland gehört zu diesen Dörfern. Dorf und Friedhof müssen umziehen, sehr zum Ärger der Einwohner. 
Als bei Ausgrabungen für die Umsetzung auf dem Friedhof eine Leiche zuviel in einem Grab gefunden wird, wird Kommissar Peter Nachtigall der Fall zugewiesen. Der Tote liegt im gleichen Grab wie sein Vater, obwohl beide verschiedene Nachnamen haben. Zufall oder Absicht? Wenn der Tote bewusst in dem Grab liegt, kann der Mörder nur ein Ortsansässiger sein, der weiß, dass es sich um das Grab des Vaters handelt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Mord und den Drohungen der Gegner des Kohleabbaus? Es gibt weitere Tote und selbst Kommissar Peter Nachtigall entgeht nur knapp einem Mordanschlag ...

Ein brisantes und aktuelles Thema greift Franziska Steinhauer mit diesem Buch auf. Die Gemüter kochen hoch, wenn es um die Umsetzungen von Dörfern geht, die der Kohle weichen müssen.
Die Atmosphäre hat die Autorin sehr gut deutlich gemacht. 
Da ganz aktuell mein Onkel sich genau in der Situation befindet, dass er alles verliert, was ihm jahrelang gehört hat, selbst ein denkmalgeschütztes Haus muss der Kohle weichen, kann ich die Stimmung, die ihn befallen hat, in dem Buch wiederfinden.

Kommissar Peter Nachtigall und Michael Wiener, ein eingeschworenes Ermittlerteam, sind auf den Fall angesetzt. Michael Wiener ist noch ganz verstört von der Tatsache, dass er seinen Chef und Freund schon tot gesehen hat, denn er musste mit zusehen, wie dieser brutal von der Straße gedrängt wurde. Auch Peter Nachtigall macht die Tatsache zu schaffen, dass er sterblich ist und der Täter noch immer nicht gefasst wurde. 
Ablenkung bekommt er durch die Todesfälle, die irgendwie im Zusammenhang zu stehen scheinen. Alle Toten waren Kumpel und Freunde, aber wie passt das alles zusammen?
Sie ermitteln in alle Richtungen, ohne lange Zeit Land zu sehen. Statt den Mörder zu finden, lässt Franziska Steinhauer immer noch mehr Personen sterben. Einen erheblichen Anteil an den Ermittlungen nimmt auch der Pathologe Dr. Pankratz ein, dessen Arbeit die Autorin sehr gut wiedergibt. 

Der Krimi ist sehr breit gefächert. 
Sehr gut beschreibt die Autorin die Örtlichkeiten, so dass zumindest ich mich gut orientieren konnte, da ich die Gegend recht gut kenne.
Sie lässt sehr lässt viele Protagonisten in ihr Buch und ich muss gestehen, dass ich ein-zweimal die Übersicht über die Personen verloren hatte, was glücklicherweise aber nicht lange anhielt.
Die Art und Weise der Ermittlungen erscheint logisch und lässt sich sehr gut nachvollziehen, wirkt von daher auch glaubhaft.
Auch die Angst der Bevölkerung wegen der Umsetzung des Dorfes und die Drohungen der Abbaugegner lassen sich menschlich sehr gut nachvollziehen.

Dieses Buch ist bereits der 8. Fall für Peter Nachtigall. Ich kannte keines der vorhergehenden Bücher, was mir aber keine Probleme bei der Verständigung machte. Man kommt sehr gut in das Buch hinein, auch ohne die Vorgänger gelesen zu haben, obwohl ich mir bei einigen Andeutungen aus den vorhergehenden Teilen schon gewünscht hätte, ich wüsste, um was es gegangen ist, aber das lässt sich ja nachholen.

Ein Buch mit Lokalkolorit, Mord, Totschlag, Rache, Gier und Angst um die Zukunft, was will man mehr.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Gmeiner-Verlag)
Franziska Steinhauer wurde 1962 in Freiburg geboren und lebt seit 1993 in Cottbus. Sie studierte Pädagogik mit den Schwerpunkten Psychologie und Philosophie. Ihre psychologisch fundierten und ausgefeilten Kriminalromane um Peter Nachtigall ermöglichen dem Leser tiefe Einblicke in pathologisches Denken und Agieren. Mit besonderem Geschick verknüpft sie dabei mörderisches Handeln, Lokalkolorit und Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Um ihr Wissen im Bereich der Kriminaltechnik auf eine breitere Basis zu stellen, studiert sie Forensic Sciences and Engineering an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus im Masterstudiengang.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Reiheninfo:
01: Racheakt
02: Seelenqual
03: Narrenspiel
04: Menschenfänger
05: Wortlos
06: Gurkensaat
07: Spielwiese Rezension
08: Kumpeltod

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt