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Mittwoch, 22. April 2015

[Rezension] Charlotte Roth - Als der Himmel uns gehörte


Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516640
ISBN-13: 978-3426516645
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 4,5 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht.

Zum Buch:
Jenny hat ein Ziel - die Olympischen Spiele 2012 in London. Sie ist gut und doch machen ihr ihre Nerven gegen Ende des Laufens einen Strich durch die Rechnung. Ihr Trainer will sie nicht aufstellen, da bekommt sie die Möglichkeit, mit Gregory, einem Iren zu trainieren. Er sieht in ihr Potenzial. 
Und er verehrt ihre Urgroßmutter Alberta, die 1936 bei den Olympischen Spielen dabei war und für ihn ein Idol darstellt.
Gregory möchte, dass sie zu Alberta fährt, in der Hoffnung, dass die alte Dame ihr helfen kann, das Nervenproblem in den Griff zu bekommen.
Was Jenny aber von Alberta bekommt, ist so viel mehr, es ist ein Tripp in die Vergangenheit und in die Geschichte, das aber nicht nur in die ihrer Familie ...

Ich war sehr skeptisch, als man mir das Buch angeboten hatte, ob es etwas für mich sein würde. Mit Sport habe ich nichts am Hut, die Olympischen Spiele interessieren mich eher weniger und die Zeit der Nazis in Deutschland ist jetzt auch nicht das, was ich mir unter bevorzugter Literatur vorstelle.
Und doch, das Buch hat mich umgehauen. 

Der Autorin ist es gelungen, mich auf eine Reise mitzunehmen, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie mir gefallen würde.
Die Olympischen Spiele, dafür gedacht, die Jugend der Welt miteinander zu vereinen, und das nicht nur auf der sportlichen Ebene. 

Jennifer ist Läuferin und hat das Ziel, bei den Olympischen Spielen in London antreten zu können. Ihre Panikattacken scheinen ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen, so dass sie sich hilfesuchend an ihre Urgroßmutter Alberta wendet, die bereits 1936 für dieselben angetreten ist.

Der Leser erfährt in Abschnitten aus Albertas Leben, ihrer Zwillingsschwester Auguste, Hannes, einem Springreiter und ebenfalls Olympiaanwärter, wie auch von James, einem britischen Springreiter.
Die Geschichte dieser 4 Personen ist eng miteinander verknüpft und das nicht immer in aller Freundschaft.
Hannes und James sind Konkurrenten, beide wollen mit der Goldmedaille nach Hause gehen. Sie könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein. James, als englischer Adliger, nimmt das Leben leicht und locker, wohingegen Hannes sich alles schwer erkämpfen muss und mehr auf der ernsten Seite des Lebens steht.

Das Buch dreht sich jedoch nicht nur um sportliche Belange, sondern erlaubt auch einen Blick in die Machenschaften der Nazis, die 1933 die Macht in Deutschland übernommen haben. Judenhass und Rassenhetze sind an der Tagesordnung. Die Spiele stehen kurz der Boykottierung der Länder, aber durch Alibiteilnehmer kann das verhindert werden.

Akribisch genau hat die Autorin recherchiert und lässt den Leser an einer Zeit teilhaben, die lange her ist, aber doch noch aktuell.
Es stellt sich die Frage, wie weit ist der Mensch / Sportler bereit, seine Ideale zu vertreten? Ist das gehen über Leichen vertretbar, wenn man sich Scheuklappen aufsetzt und nicht nach links und rechts guckt? Was hält das Gewissen aus?

Es ist ein fantastischer Roman, der mich in eine Welt entführte, die mir völlig fremd war. Ich habe jede Menge Hintergrundwissen erhalten, sei es über die Olympischen Spiele an sich, über die Paralympics und auch über die Machenschaften der Nazis. 
Obwohl ich alles, was Sport angeht, negiere, hat mich dieser Roman gefesselt. In ihm geht es nicht nur um Sport, es geht um Liebe, Freundschaft und auch Verrat. Eine Familiengeschichte, die in 2 Zeitebenen spielt.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, aber mit Sicherheit nicht das letzte. 
Ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen, man muss dafür kein Fan von Sport sein. Ein Buch, das einen packt, fesselt und nicht mehr loslässt.


Bewertung:




Zur Autorin:
(Text übernommen vom Knaur - Verlag)
Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Mit diesem Roman, der auf einem Stück ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, hat sie sich einen langgehegten Traum erfüllt. Charlotte Roth hat Globetrotter-Blut und zieht mit Mann und Kindern durch Europa, hält an ihrem Koffer in Berlin aber unverbrüchlich fest.







Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Lesung] Charlotte Roth - Als der Himmel uns gehörte

Es ist schon wieder ein Weilchen her, dass wir es zu einer Lesung geschafft haben.
Nun war es wieder soweit. Charlotte Roth stellte ihr neues Buch "Als der Himmel uns gehörte" vor und wir waren dabei.

 

Die Einladung kam vom Droemer Knaur Verlag und wir sind ihr sehr gern gefolgt.
Der Lesungsort war mal wieder etwas ganz anderes als wir es sonst gewohnt sind, er war in der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche in Zehlendorf.

 

Also hieß es nach Feierabend, einmal quer durch Berlin, um in die Kirche zu gehen :-)

Die Autorin Charlotte Roth hatte ihre Lektorin mit dabei, von der sie zwischen den einzelnen Lesungsabschnitten interviewt wurde.

v.l. Lektorin, Charlotte Roth, lesend

 
v.l. Lektorin, Charlotte Roth

So erfuhren wir beispielsweise, dass Charlotte Roth zeitweise in London lebt und dort selbst die letzten Olympischen Spiele im Jahr 2012 live miterlebt hatte.
Sie ist vom Elternhaus her schon mit dem Spielen groß geworden, wenn auch vorm Fernseher, aber die Faszination dieses Ereignissen hat sie nie losgelassen. So war es einer ihrer Träume, darüber auch einmal ein Buch zu schreiben.

Die Szenen, die sie vorgetragen hatte, waren auch sehr sportlastig. Sie hat uns in die Stadien mitgenommen und uns einige Protagonisten des Buches vorgestellt. Vorgelesen hat sie nur Passagen aus der Vergangenheit, trotzdem das Buch in 2 Zeitebenen spielt.

Kleeblatt war froh, das Buch schon gelesen zu haben und wusste von daher, dass das Buch viel mehr zu bieten hat, als die vorgetragenen Abschnitte, die sie nicht glücklich ausgewählt fand.


Charlotte Roth signiert

Natürlich wurden nach der Lesung die mitgebrachten Bücher auch wieder mittels Signierung der Autorin veredelt.

Bevor wir zur Lesung gingen, waren wir der Meinung, wir würden wohl kein bekanntes Gesicht sehen, aber wir haben uns geirrt. Kerstin Hohlfeld war, wie wir auch, erschienen und freute sich auf die Lesung. 

Kerstin Hohlfeld

Wieder haben wir ein für uns neue Autorin kennengelernt, die zumindest Kleeblatt angefixt hat, endlich doch auch das andere Buch von ihr zu lesen.
So ging wieder ein schöner Abend zu Ende und wir freuen uns schon auf die nächste Lesung


Kleeblatt und Kerry