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Donnerstag, 3. September 2015

[Rezension] Mathias Malzieu - Der kleinste Kuss der Welt


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 144
ISBN: 978-3-570-58547-4
Erscheinungstermin: 31. August 2015 (1. Auflage)
Preis: 12,99 EUR (D), 13,40 EUR (A), 17,90 CHF
Format: Paperback 
Verlag: carl´s books

Klappentext gem. carl´s books:
Leseprobe: Ich hatte den kleinsten Kuss der Welt im Théâtre du Renard verloren. Er war mir mitten in der Nacht beim Tanzen von den Lippen geglitten, als mein Blick auf ein blaues Petticoatkleid mit großen weißen Tupfen fiel. Anmut, Sinnlichkeit und Verlockung. Ein Hauch von Geheimnis. Immer, wenn ich mich ihr nähern wollte, entwischte sie mir. Nach einem getänzelten Slalom stand ich endlich der Frau gegenüber, die mich magnetisierte. Ich brachte kein Wort heraus. Aus Angst, die Flut könnte sie abermals davonspülen, küsste ich sie. Der Anflug eines Kurzschlusses. Wir berührten einander kaum. Der kleinste Kuss der Welt. Ein grelles Licht, und dann nichts. Sie war fort. Als wäre ihr Mund ein magischer Schalter – wenn man ihn umlegt, löst sie sich in Luft auf. Ich hörte sie davongehen, hörte ihre Schritte verklingen. Sie war also gar nicht verschwunden, sie war bloß unsichtbar geworden! Wir hatten einander den kleinsten Kuss der Welt gegeben, und sie hatte sich verflüchtigt, abrupt wie ein Stromausfall. Ich musste sie unbedingt wiederfinden.

Rezension:
Er ist ein 37-jähriger deprimierter Erfinder, der im Théâtre du Renard den kleinsten Kuss der Welt verloren hat. Als er sie sah, war er sofort von ihr fasziniert, doch kaum berührten seine Lippen die ihren, war sie verschwunden, einfach unsichtbar, denn er wusste, dass sie noch da war, er hörte das Geräusch ihrer Schritte, nur sah er sie nicht mehr. Doch wie soll er sie, die Unsichtbare, in einer großen Stadt wie Paris nur wiederfinden?

Erstaunlicherweise weiß seine Apothekerin Rat. Louisa weiß von einem pensionierten Privatdetektiv, der auf solch spezielle Fälle ausgerichtet ist. Kurz darauf macht er die Bekanntschaft von Gaspard Neige, in den er all seine Hoffnungen steckt, doch dieser verweist ihn auf seinen überaus talentierten Papagei, der schon immer eine Schwäche für schöne Frauen hatte und diese anhand ihrer speziellen Merkmale findet. Tatsächlich weiß er nicht viel von ihr, nur dass ihre Lunge einen Pfeifton in d-Moll von sich gibt und ihre Lippen nach elektrischen Himbeeren schmecken. Nun ist guter Rat teuer, denn damit der Papagei die Unsichtbare finden kann, muss er erst den Pfeifton hören und optimaler Weise auch ihre Lippen schmecken.

Tatsächlich gelingt es ihm mit einer List und dank der Hilfe der Apothekerin Louisa, an den Lungenpfeifton zu kommen und er schickt damit den Papagei durch Paris. Dieser kommt mit einigen Antworten wieder, doch sind diese nicht eindeutig. Zum Glück ist er Erfinder, wenn auch ein deprimierter, doch es liegt in seiner Natur, Dinge zu erfinden und so wird er alles daran setzen, den Geschmack von elektrischen Himbeeren einzufangen, denn so sollte es dem Papagei möglich sein, die eine zu finden ...


Ein alles verändernder Kuss! Der Plot wurde wieder fantastisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich der Erfinder und die Unsichtbare miteinander arrangieren, nachdem er sie endlich gefunden hat. Die Protagonisten wurden facettenreich erarbeitet, wobei mein Herz hier eindeutig für die Unsichtbare schlägt, denn diese hat kein leichtes Schicksal und dass sie nach einem Kuss unsichtbar wird, macht das ganze nicht besser, aber sie weiß was sie will und ist bereit alles zu riskieren, um das zu schützen, was sie liebt. Den Schreibstil empfand ich als geradezu bezaubernd zu lesen, ich fühlte mich förmlich in die Geschichte hinein katapultiert und habe sie erst nach Ende der Lektüre wieder verlassen.
Bewertung: 

Von Mathias Malzieu bereits gelesen und rezensiert:



Der Autor:
Mathias Malzieu, geboren 1974 in Montpellier, Frontmann der französischen Kultband "Dionysos", ist ein Meister im Erfinden von einzigartigen Traumwelten. Nach dem internationalen Überraschungsbestseller Die Mechanik des Herzens wurde auch Metamorphose am Rande des Himmels zu einem sensationellen Erfolg in Frankreich. Malzieus nächster Roman erscheint in Kürze in Frankreich. (übernommen von Randomhouse)
Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei


bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben. 

Samstag, 7. September 2013

[Rezension] Mathias Malzieu - Methamorphose am Rande des Himmels


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 160
ISBN: 978-3-570-58520-7
Erscheinungstermin: 26. August 2013 (1. Auflage)
Preis: 12,99 EUR (D), 13,40 EUR (A), 18,90 CHF
Format: Paperback 
Verlag: carl´s books:

Klappentext gem. carl´s books:
Ich heiße Tom »Häma-Tom« Cloudman. Man sagt, ich sei der schlechteste Stuntman aller Zeiten. Ganz falsch ist das nicht. Ich bin außergewöhnlich ungeschickt und laufe ständig überall gegen. Ich beneide die Vögel um ihre Freiheit, vielleicht schaue ich zu oft zu ihnen hoch. Schon auf dem Schulhof zog ich Rollschuhe an, um fliegen zu üben. Ich raste auf einem alten Skateboard das Schuldach hinunter und wedelte dabei heftig mit Pappflügeln. Aber ich flog nicht hoch, sondern immer nur auf die Nase. Nachts klettere ich eine Leiter hoch, öffne eine knarrende Falltür und bin auf dem Dach. Ich traue meinen Augen kaum. Eine gigantische Voliere! Ein Federnpalast! Alle erdenklichen Rottöne entflammen die Nacht. Eine Frauengestalt sitzt auf einer Schaukel: Ein hautenger Federanzug schmiegt sich an ihren Körper. Ich verspüre den unwiderstehlichen Drang, sie zu berühren. Die Vogelfrau streckt die Arme seitlich aus, geht in die Knie, drückt das Kreuz durch und stößt sich vom Boden ab. Sie schlägt elegant mit den Flügeln. Die Vogelfrau kreist einmal über mir, dann kommt sie wieder zu mir herabgeschwebt: »Möchten Sie fliegen lernen, Tom Cloudman?«

Rezension:
Schon immer hatte Tom "Häma-Tom" Cloudman McMurphy den Traum vom Fliegen. Alles hat er versucht, schon als Kind baute er sich Flügel, um die Weiten des Himmels zu erobern. Leider immer ohne Erfolg, es kam nur immer wieder zu Verletzungen und Hämatomen, weswegen er seinen Spitznamen weg hatte. Doch nicht nur Fliegen ist Toms Passion. Er leidet an einer Normalitätsphobie und um diese auszuleben, macht er alles, was nicht als "normal" gilt. Während seiner Schulzeit hatte er es nicht leicht - beliebt war er bei seinen Mitschülern nur auf Grund seiner gewagten Kunststücke, die doch jedes Mal daneben gingen. Doch eines Tages hat er die zündende Idee. Wenn er sowieso andere Menschen mit seinen Unfällen so gut unterhalten kann und er alles andere als "normal" ist, kann er doch sein Leben mit einem Straßentheater inklusive seiner Bruchlandungen bestreiten.

Gesagt, getan, doch um von einem Ort zum anderen zu gelangen, benötigt er natürlich auch ein Fahrzeug. Ein Auto ist zu gefährlich, von anderen Fortbewegungsmitteln nicht zu sprechen, von daher entschied er sich für das in seinen Augen sicherste überhaupt: einen rollenden Sarg. Es gelang ihm wirklich, einige Zeit lang sein Publikum mit seinen Kunststücken und vor allem Bruchlandungen zu unterhalten, doch nur wenige erkannten Tom als denjenigen, der er war, denn zu seinen Auftritten trug er stets eine Zorromaske. Dann jedoch hat Tom eines Tages, wie es seine Art ist, mit seinem rollenden Sarg einen Unfall.

Es war ein schwerer Unfall und dennoch ist dies nicht der Grund, warum Tom besorgt ist, als er im Krankenhaus aufwacht, denn die Station, auf der er sich wiederfindet ist die Krebsstation. Ja, Tom hat Krebs und es sieht nicht gut für ihn aus. Unerwartet erhält Tom wenig später auf der Krebsstation Besuch vom 8-jährigen Victor, der ein großer Fan von Tom und an Leukämie erkrankt ist. Doch Tom will partout nicht von seinem Traum vom Fliegen lassen. Heimlich klaut er anderen Patienten die Feder aus ihren Kopfkissen, um sich Flügel zu machen, doch leider wird er erwischt und seine Flügel zerstört. Dann sieht er bei einem Spaziergang im Krankenhauspark, wie Federn vom Krankenhausdach wehen, doch nicht irgendwelche Feder, es sind rote. Als er nachsehen geht, findet er ein menschengroßes Vogelweibchen in einem hautengen Federanzug vor. Überrascht muss er jedoch feststellen, dass dies gar kein Anzug ist, sondern die Feder wirklich die Haut der Frau bedecken. Ihr Name ist Endorphina und sie bietet Tom ein Tauschgeschäft vor, das ihm endlich den Traum vom Fliegen ermöglicht. Wenn er mit ihr ein Kind zeugt, wird sie ihn ebenfalls zu einem Vogel machen, doch die Zeit ist knapp, Toms Leben hängt am seidenen Faden ...


Der Traum vom Fliegen! Der Plot wurde ausgesprochen fantastisch und abwechslungsreich erarbeitet. Hierbei handelt es sich definitiv um ein modernes Märchen, das zum Träumen anregt. Die Protagonisten wurden facettenreich erarbeitet, wobei mir die Gedankengänge von Tom nicht immer wirklich geläufig waren, das liegt aber wohl daran, dass ich an keiner Normalitätsphobie leide und auch der Traum vom Fliegen nicht tief in mir verankert ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, ja gerade traumhaft wurde dieser erarbeitet, sodass sich das Buch einfach am Stück lesen musste, ich war förmlich in der Geschichte gefangen.
Bewertung: 
Von Mathias Malzieu bereits gelesen und rezensiert:



Der Autor:
Mathias Malzieu, geboren 1974 in Montpellier, Frontmann der französischen Kultband "Dionysos", ist ein Meister im Erfinden von einzigartigen Traumwelten. Nach dem internationalen Überraschungsbestseller Die Mechanik des Herzens wurde auch Metamorphose am Rande des Himmels zu einem sensationellen Erfolg in Frankreich. Malzieus nächster Roman erscheint in Kürze in Frankreich. (übernommen von Randomhouse)
Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei


bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Dienstag, 9. Juli 2013

[Rezension] Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 192
ISBN: 978-3-570-58508-5
Erscheinungstermin: 8. Juni 2012  
Format: Paperback 
Verlag: carl´s books

Klappentext gem. carl´s books:
Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen. 

Rezension:
In der Nacht des 16. April 1874 wird Jack in Edinburgh geboren. Doch kommt er nicht in einem behüteten Heim zur Welt, nein, im Haus der Hebamme Doktor Madeleine hat seine Mutter Zuflucht und Hilfe gesucht, denn Jacks sehr junge Mutter ist nicht verheiratet und das Kind somit ein Bastard. Es zu behalten steht für die junge Frau außer Frage, doch sie weiß, dass ich Doktor Madeleine aller im Haus geborener Kinder annimmt und diese in Adoptivfamilien vermittelt. Doch der kleine Jack ist anders als alle anderen Kinder, die bisher in dem Haus der Hebamme geboren wurde. In dieser Nacht war es bitter kalt, so kalt, dass die Kälte bis ins Mark der Schwangeren eindrang und dort das Herz ihres ungeborenen Kindes gefrieren ließ.

Der kleine Jack hat an sich keinerlei Überlebenschancen, doch er hat Glück im Unglück, denn Doktor Madeleine ist nicht nur eine gute Hebammen, sondern auch eine begnadete Mechanikerin. Sie repariert Menschen und so pflanzt sie dem kleinen Jungen eine Kuckucksuhr ein, die seinen Blutkreislauf am Arbeiten hält. Doch ein Nachteil hat diese Behandlung, wenn er sich ärgert oder verliebt, droht die Mechanik seines Herzens überlastet zu werden und zu versagen.

So vergehen die Tage und Jack lebt glücklich und zufrieden bei Doktor Madeleine, bis zu seinem 10. Lebensjahr. Dann darf er erstmals in die Stadt gehen und dort begegnet ihm die kleine Miss Acacia, die aus Andalusien kommt und eine Stimme wie ein Engel hat. Jack verliebt sich augenblicklich in sie und will sie unbedingt wiedersehen. Er überzeugt Madeleine sogar davon, ihn in der Schule anzumelden, denn eigentlich müsste sie dort sein. Doch er trifft nur auf ihren ehemaligen Freund Joe, der ihm seine Schulzeit zur Hölle macht, denn die kleine Sängerin ist in den Ferien in ihre Heimat zurück gekehrt. Jack jedoch weiß, er wird alles tun, um seinen Engel wieder zu sehen ...


Ein modernes Märchen! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet, konnte mich jedoch wider erwartend nicht fesseln, wobei ich ja sonst gewöhnlich eine schwäche für moderne Märchen habe. Protagonist Jack wurde facettenreich erarbeitet, war in meinen Augen jedoch eine zu schwache Persönlichkeit, um mich persönlich anzusprechen. Irgendwie fehlte mir hier eindeutig etwas Charisma an dieser Stelle. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch konnte mich das Buch rundherum nicht überzeugen, was ich ziemlich schade finde, da ich mir sehr viel davon versprochen hatte.

Bewertung: 

Von Mathias Malzieu bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor:
Mathias Malzieu, geboren 1974 in Montpellier, Frontmann der französischen Kultband "Dionysos", ist ein Meister im Erfinden von einzigartigen Traumwelten. Nach dem internationalen Überraschungsbestseller Die Mechanik des Herzens wurde auch Metamorphose am Rande des Himmels zu einem sensationellen Erfolg in Frankreich. Malzieus nächster Roman erscheint in Kürze in Frankreich. (übernommen von Randomhouse)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Schon lange wollte ich dieses Buch lesen und als es sich hervorragend für eine Challenge eignete, habe ich die Gunst der Stunde ergriffen und es mir ganz fix besorgt.