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Samstag, 21. Januar 2017

[Rezension] Lucie Whitehouse - Eine perfekte Lüge



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (1. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833310014
ISBN-13: 978-3833310010
Originaltitel: Before We Met
Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,4 x 18,7 cm

Inhalt gem. Amazon:
Als Hannah eines Tages im Sommer Mark begegnet, ist es um sie geschehen. Die beiden ziehen zusammen, heiraten, das vollkommene Glück. Doch als Mark eines Tages nach einer Geschäftsreise nicht mehr wiederkommt, ist sie sich plötzlich nicht mehr so sicher. Warum sind mit ihm all seine Papiere verschwunden? Warum wurde ihr Konto geplündert? Und wer ist die Fremde, die dauernd anruft? Je mehr Fragen Hannah stellt, desto weniger Antworten bekommt sie und desto mehr verirrt sie sich in einem Labyrinth von Rätseln. Was steckt hinter Marks Geheimnissen?

Zum Buch:
Als Mark und Hannah sich kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Mark hat eine eigene Firma, die er sich schon als junger Mann aufgebaut hatte. Aus beruflichen Gründen ziehen sie von New York zurück nach London. Hannah hat es schwer, dort einen Neuanfang zu schaffen, denn mit einer Arbeitsstelle klappt es nicht.
Hannahs heile Welt bricht zusammen, als Mark eines Tages nicht wie verabredet von einer Geschäftsreise zurückkommt. Sie kann ihn telefonisch und auch sonst wie nicht erreichen. Sie gerät in Panik und versucht herauszubekommen, was mit ihm ist, hat er eventuell eine Andere?
Während sie verzweifelt nach ihm sucht, muss sie feststellen, dass ein Ordner in seinen Unterlagen fehlt und das, was sie am meisten trifft, ihr Konto bis auf ein paar Dollar völlig leergeräumt wurde.
Was hat das zu bedeuten? ...

Ein Albtraum wird für Hannah wahr, als ihr Mann von einer Geschäftsreise nicht zurückkommt. Schon sehr bald gerät sie in ein Gestrick von Lügen, die sie an dem Mann zweifeln lassen, den sie liebt und mit dem sie verheiratet ist.
Als er Tage später wieder auftaucht, frühstückt er sie mit fadenscheinigen Erklärungen ab, die sie zunächst auch glaubt.
Das rosa Kartenhaus fällt für sie jedoch endgültig zusammen, als sie ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit entdeckt und sie erst erst da realisiert, wie lange sie schon von ihrem Mann belogen wurde.

Die Suche und Aufdeckung von Geheimnissen und einer dunklen Vergangenheit machen die eigentliche Geschichte aus. Was mit einer Verspätung begann, entwickelt sich im Laufe der Story in Fakten und Gewissheiten, die Hannahs Leben für immer verändern werden. Durch Hannahs Beharrlichkeit, nun die ganze Wahrheit erfahren zu wollen, sieht ihr Mann sich genötigt, ihr immer weitere Lügen aufzutischen. 
Das war manchmal ein wenig zu viel, denn ich ahnte zu schnell, worauf es hinausgehen wird und das fand ich sehr schade. Für mich hätte der Überraschungseffekt ein wenig länger hinausgezogen werden, so gab es für mich leider zum Ende hin nicht mehr den Aha-Effekt.

Hannah ist eine Frau, die sympatisch ist und sehr zielstrebig in dem, was sie tut. Der Roman ist aus Hannahs Sicht geschrieben, so dass der Leser jederzeit weiß, was sie denkt und tut. Durch sie erfährt man auch einen Blick in ihre Vergangenheit.

Die Geschichte ist gut konstruiert und liest sich hintereinander weg. Man mag es nicht aus der Hand legen, bevor es zu Ende gelesen wurde.
Der Schreibfluss der Autorin ist leicht durchgängig und kommt ohne große Pausen und langatmige Phrasen aus.
Der Spannungsbogen, der zu Beginn angesetzt wurde, kann durchweg gehalten werden und steigert sich zum Ende noch.

Ein Thriller, der ohne viel Blut und Gemetzel auskommt und doch nichts an Spannung vermissen lässt.
Wenn er nicht so vorhersehbar gewesen wäre, hätte es auch 5 Pfötchen gegeben, so muss ich leider eines abziehen.

Ein durchaus lesenswerter Thriller, den ich gern weiterempfehle.


Bewertung:

Zur Autorin:
(übernommen von Piper)
Lucie Whitehouse wurde 1975 in England geboren, studierte klassische Literatur an der Oxford University und lebt mittlerweile in Brooklyn, New York. Dies ist ihr dritter Roman.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag Bloomsbury Berlin
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 5. November 2016

[Rezension] Samantha Shannon - The Bone Season 01: Die Träumerin


Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 624 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (8. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833309326
ISBN-13: 978-3833309328
Originaltitel: The Bone Season
Größe und/oder Gewicht: 12 x 4 x 18,7 cm

Inhalt gem. Amazon:
Sie ist stark, sie ist schnell, und sie kann etwas, was sonst niemand kann: die Gedanken anderer auskundschaften. In einer Welt, in der Freiheit verachtet und Träume verboten sind, wächst die junge Paige zu einer Kämpferin heran. Doch dann wird sie erwischt und in eine geheime Stadt verschleppt, in der ein fremdes Volk herrscht, die Rephaim. Und wo sie Arcturus trifft, den jungen Rephait mit den goldenen Augen. Er ist das schönste und unheimlichste Wesen, das sie je gesehen hat. Seine Gedanken sind ihr ein Rätsel. Und ausgerechnet ihm soll Paige von nun an als Sklavin dienen…

Zum Buch:
London: Es ist das Jahr 2059 und die 19-jährige Paige lebt als Traumdeuterin beim Sydikatschef Jaxon, dessen Gangsterbraut sie ist. Sie versuchen, das vorherschende System zu bekämpfen.
Ihr Gabe als Seherin und Träumerin ist sehr selten und von daher etwas ganz besonderes. Sie kann mit Hilfe ihrer Gabe in die Träume anderer eindringen. Menschen wie sie werden von den Scions gejagt und vernichtet, da sie als widernatürlich gelten.
Bei einer Kontrolle tötet sie einen von ihnen und wird gejagt. Man nimmt sie gefangen und bringt sie an einen geheimen Ort, in die "verlorene Stadt" Oxford. 
Die Rephaim haben dort ihr Lager und halten Seher, Träumer und andere als Sklaven. Dort nimmt sie Arcturus auf, der Wächter, der schon lange keinen mehr bei sich aufgenommen hatte. Er wird sie ausbilden, damit sie eine Rotjacke werden wird.
Paiges einziges Ziel ist, von dort zu fliehen und die Rephaim zu bekämpfen.
Wird ihr das gelingen?...

Samantha Shannon hat mit diesem Buch eine neue Welt geschaffen, eine Fantasy-Welt. Die Geschichte spielt im Jahr 2059, hat ihren Ursprung aber bereits im Jahr 1859. Da die Ereignisse nicht in der Realität stattfanden, findet die Geschichte in einer Parallelwelt statt.
Es ist eine Welt, die seinesgleichen sucht. Eine Welt mit Sehern, Geistern, Rephaims, Emims, Amaurotikern, Gauklern und vielen anderen Menschen, die besondere Fähigkeiten haben.
Paige Mahony, ein 19-jähriges Mädchen mit besonderen Fähigkeiten wird von den Rephaim gefangen genommen und Arcturus als Slavin zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte ist sehr komplex und vielfältig.
Zu Beginn des Buches hat man Mühe, in die Geschichte hineinzufinden. Zu viele fremde Worte, die man als Leser vereinnamen muss, zu viele Informationen auf einmal. Hilfreich sind die zu Beginn des Buches die Aufstellung der "Sieben Kasten der Hellseherei" und einer Karte der Strafkolonie Sheol 1 sowie dem Glossar am Ende des Buches. 
Es dauerte ein wenig, bis ich überhaupt in die Geschichte hineingefunden habe, wohl auch durch die fremdartige Welt, in die man als Leser hineinkatapultiert wird.
Schnell jedoch lernt man Paige kennen und auch lieben. Sie ist ein geradliniges, ehrliches und hilfsbereites Mädchen, das man einfach gern haben muss. Sie denkt nicht nur an ihr eigenes Überleben und an ihre Flucht, sie hat auch den Mumm und den Ehrgeiz, für andere einzutreten. Ihren Feinden tritt sie mutig entgegen, was ihr nicht immer gut bekommt. 

Dieser Band "Die Träumerin" ist der erste Band einer neuen Fantasy-Reihe, die auf 7 Bände angedacht ist.
Das Buch liest sich gut, wenn man die Anfangsschwierigkeiten aufgrund der vielen neuen Begriffe und dem Hineinfinden in diese fremdartige Welt außer Acht lässt. 
Hat man jedoch in die Geschichte hineingefunden, lässt sie den Leser nicht mehr los. Es werden auch genügend Ansatzpunkte für den Folgeband gesetzt, so dass die Geschichte zwar in sich geschlossen ist, jedoch gleichzeitig Cliffhanger für Band 2 gesetzt wurden.

Für Fantasyfreunde ist dieses Buch ein absolutes Muss.

Reiheninfo:
The Bone Season 01: Die Träumerin
The Bone Season 02: Die Denkerfürsten


Bewertung:

Zur Autorin:
(übernommen von Piper)
Samantha Shannon, geboren 1991, wuchs im Londoner Westen auf, wo sie mit fünfzehn das Schreiben begann. Sie hat gerade ihr Literaturstudium am St Anne’s College in Oxford beendet. »Die Träumerin« ist der erste Band einer siebenteiligen Serie um die junge Seherin Paige Mahoney. Die Übersetzungsrechte wurden in mehr als zwanzig Länder verkauft und eine Verfilmung ist in Arbeit.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag Bloomsbury Berlin
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 24. Mai 2016

[Rezension] Celia Rees - Sovay



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-8270-5334-3
Erscheinungstermin: 9. Januar 2009
Format:
Hardcover
Verlag: Bloomsbury


Klappentext: gem. Amazon
England zum Ende des 18. Jahrhunderts. In Frankreich wütet die Revolution – und lässt England ebenfalls erbeben. Als ihr geliebter Vater in diesen unruhigen Zeiten verschwindet, findet die behütete Kindheit der jungen Sovay ein jähes Ende. Nun ist es an ihr, zu kämpfen!


Rezension:
Sovay ist eine junge Frau aus der englischen Oberschicht, die zum Ende des 18. Jahrhunderts lebt. Ihre Mutter ist bereits verstorben, doch sie hat noch ihren Vater und einen Bruder, denen sie sehr zugetan ist. Sie lebt fernab des glamourösen Londons auf dem Land. Durch den Verlust der Mutter wuchs sie eher unorthodox auf, sprich frei von gesellschaftlichen Zwängen. Sowohl ihr Vater, als auch ihr Bruder sind der revolutionären Idee Frankreichs verfallen und stehen auch dazu, dass eine solche Revolution in England überfällig ist.

Derzeit ist es allerdings so, dass ihr Bruder nach Frankreich gereist ist, um die Revolution zu unterstützen und ihr Vater ist seinem Sohn gefolgt, da ihm sehr wohl bewusst ist, in welche Gefahr sich sein Sohn befindet. Tatsächlich ist Sovay derzeit die Herrin über das familiäre Gut. Sovay jedoch hat so gar keine Zeit, um Trübsal zu blasen, denn es gibt da einen jungen Mann, dem sie sehr zugetan ist. Er ist im Besitz eines Liebespfands, von dem er geschworen hat, es mit seinem Leben zu verteidigen. Sovay beschließt, es darauf ankommen zu lassen und verkleidet sich als Bandit und "überfällt" ihren Liebsten. Die Enttäuschung ist groß, als er ohne zu Zögern das Liebespfand hergibt.

Sie hat jedoch keine Zeit, in Liebeskummer zu vergehen, denn obwohl ihr Vater und Bruder nicht vor Ort sind, ist sie in Gefahr, denn Revolutionäre sind der Regierung ein Dorn im Auge. Sovay selbst beschließt nach London zu gehen und ihr möglichstes zu tun, ihren Vater und Bruder ausfindig zu machen und sie zu unterstützen. Doch ihre Feinde sind ihr dicht auf den Fersen ...


Gesellschaftlicher Wandel! Der Plot wurde authentisch erarbeitet, jedoch hatte ich mir an Hand des Klappentextes deutlich mehr Spannung erwartet. Leider kam es wiederholt zu Längen, sodass die Lektüre des Buches etwas zäh war. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch konnte mich keine wirklich von sich überzeugen, was jedoch vielleicht auch einfach an den gesellschaftlichen Normen der damaligen Zeit liegen mag. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch ist das Buch in meinen Augen leider nur Mittelmaß.


Bewertung

Die Autorin:
Celia Rees lebt mit ihrer Familie in Leamington, England. Ihr Vater war Hausmeister in der Junior School, ihre Mutter passte auf Celia und ihren älteren Bruder Roy auf. Celia studierte Geschichte sowie Politik an der Warwick University. Danach unterrichtete sie 10 Jahre lang Englisch in der Oberschule von Coverty.
Durch die Aufsätze ihrer Studenten kam sie dazu selbst Bücher zu schreiben. Ihr bisher erfolgsreichstes Buch war "Witch Child", das in 15 Ländern erschienen ist. Ihr erstes Buch war der Jugend-Thriller "Every Step you take" im Jahre 1993.

Rees lebt nun mit ihrem Ehemann Terry und ihrer Tochter Catrin in Leamington Spa, England. Sie schrieb das „Klassenspiel“, weil ihre Tochter ihr das Thema empfohlen hatte. Diese war der Meinung Mobbing sei ein aktuelles Problem.
Auch Hexenkind schrieb sie nicht aus ihrer Phantasie, denn diese Geschichte stand in einem Tagebuch eines Mädchens Namens Mary, sodass Rees nur ein paar Sätze umänderte und welche dazu fügte.
 (von AS-Schulprojekt übernommen)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch war ein Spontan-Kauf.


 

Dienstag, 11. Dezember 2012

[Rezension] Jane Yolen - Dornrose



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 283
ISBN: 978-3-827-05305-3
Erscheinungstermin: 12. März 2010 (2. Auflage)
Format: Hardcover

Verlag: Bloomsbury


Klappentext:
Wie oft hat Gemma ihren Enkelinnen das Märchen von Dornröschen erzählt? Doch in ihrer Version sind die Dornen so spitz wie Lagerdraht und die böse Fee erscheint als Engel des Todes in schwarzen Stiefeln. Erst spät begreifen die Schwestern, dass etwas nicht stimmt mit dem Märchen. Als sie im Nachlass eine Truhe mit Fotos und Dokumenten finden, beschließt Becca herauszufinden, was ihrer Großmutter im Krieg widerfahren ist. Sie reist nach Chelmno in Polen, einem der schlimmsten Vernichtungslager der Nazis, das die Großmutter bei der Einreise als letzten Aufenthaltsort angegeben hat. Eine aufwühlende Suche nach den Ursprüngen der Familie beginnt.

Rezension:
Gemma führte nach ihrer Übersiedlung nach Amerika ein erfülltes Leben. Sie sah ihre Tochter Eva aufwachsen und hatte 3 Enkeltöchter, Shana, Sylvia und Becca, die ihr viel Freude bereitet haben. Ein besonders inniges Verhältnis hatte sie zu ihrer jüngsten Enkelin Becca, einer Journalistin bei der örtlichen Presse. Dieser hat sie das Versprechen abgenommen, nach dem Schloss von Dornrose zu suchen. Jetzt ist Gemma im hohen Alter verstorben und die 23-jährige Becca sieht die Zeit gekommen, endlich zu ergründen, was es mit dem Schloss von Dornrose auf sich hat und mit dem Prinzen, von dem Gemma immer sprach und wo Gemma ursprünglich herkam. Fast sicher ist, dass Gemma zu Zeiten des 2. Weltkrieges aus Polen floh, denn sie war Jüdin.

Doch die Recherche erweist sich schwieriger als ursprünglich gedacht, denn Gemma war nur die Abkürzung von Grandma. Wie hieß sie wirklich? Bisher ging die Familie davon aus, dass Gemma in Wirklichkeit Dawna Prinz hieß, doch auf einem alten Einreiseformular ist der Name Gitl Mandelstein und auf der Geburtsurkunde ihrer Tochter Eva war sie als Dawna Stein vermerkt. Welche Geheimnisse hatte Gemma noch?

Becca versucht in den USA einen Teil der Vergangenheit ihrer Großmutter zu entschlüsseln, doch stößt sie schon bald an ihre Grenzen. Doch einen Hinweis hat sie noch, er führt sie nach Polen, genauer gesagt Chelmno, einem Ort, der als letzter Wohnort benannt wurde, bevor sie in die USA einreiste. Mit Hilfe der Studentin Magda Bronski, die ihr als Übersetzerin dienen soll, macht sie sich auf den Weg nach Chelmno, doch was sie dort entdeckt, hätte sie niemals für möglich gehalten. Sie kann tatsächlich jemanden ausfindig machen, der Gemma während des 2. Weltkrieges kannte, doch was ihr offenbart wird, damit hätte sie im Leben nicht gerechnet.


Was für ein ergreifendes Buch! Der Plot wurde sehr detailliert und historisch aufschlussreich erarbeitet, wobei mir hier besonders die Darstellung des Widerstandes während des Holocaust gefallen hat. Die Figuren, allen voran Protagonistin Becca, wurden ausgesprochen facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt, sodass ich mir die jeweiligen Handlungen jederzeit nachvollziehen konnte. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd und ergreifend beschreiben, etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Warum ich erst jetzt, durch Zufall, auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, ist mir unbegreiflich. Es handelt sich auf jeden Fall um ein Buch, dass ich jedem nur ans Herz legen kann.


Bewertung



Die Autorin:
Jane Yolen, geboren 1939 in New York, Studium der Erziehungswissenschaften in Massachusetts. Neben der Veröffentlichung von Kurzgeschichten, Romanen, Gedichten und Songs auch über 200 Bücher für Kinder und Jugendliche mit mehrfachen Auszeichnungen, u. a. mit dem World Fantasy Award und dem Nebula Award. Die Autorin lebt mit ihrem Mann abwechselnd in Massachusetts und Schottland. (übernommen von jpc)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Durch Zufall habe ich diese Buch in der Bücherei entdeckt und es spontan entliehen.

Samstag, 6. Oktober 2012

[Rezension] Antje Wagner - Vakuum


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 368
ISBN: 978-3-827-05437-1
Erscheinungstermin: 10. September 2012 (1. Auflage)
Preis:
14,99 EUR (D), 15,50 EUR (A)
Format:
Hardcover 
Verlag: Bloomsbury


Klappentext: 
Tamara sitzt im Zug nach Mannheim: Sie soll endlich mehr über ihre leibliche Mutter erfahren. Kurz dämmert sie ein und als sie die Augen wieder öffnet, steht der Zug und alle anderen Passagiere sind weg. Alissa war auf der kleinen Insel nur kurz eingenickt, aber als sie aufwacht, ist alles anders. Ihre Freunde sind spurlos verschwunden, die Vögel zwitschern nicht mehr. Und als sie 110 wählt, ist die Leitung tot. Tamara. Alissa. Leon. Hannes. Kora. Sie alle haben einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit und erleben nun, was es heißt, allein zu sein. Denn am 17. August um 15.07 Uhr passiert das Undenkbare: Die Zeit bleibt stehen, und alle Menschen um sie herum sind plötzlich verschwunden. In diesem beängstigenden Vakuum finden die fünf Jugendlichen nach und nach heraus, dass sie auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind.


Rezension:
Die 16-jährige Viktoria, genannt Kora, sitzt für zwei Jahre in der JVA. Doch sie hat Glück, sie darf eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin machen, in der sie voll aufgeht. Dennoch ist das Leben im Knast alles andere als einfach, zumal ihre Zellengenossin Miriam ihr mitunter den letzten Nerv raubt. Ihre Ausbildung ist gleichzeitig ihre Zuflucht, denn diese ermöglicht es ihr, 8 Stunden ihrer Zelle fern zu bleiben. Nur die Wochenenden, die sind hart, denn dann gibt es nur eine Stunde Hofgang und die sogenannte Freizeit, die restliche Zeit muss sie in ihrer Zelle zusammen mit Miriam verbringen. Doch am 15. August geschieht etwas Ungewöhnliches. Nach einem halben Jahr Gefängnis bekommt sie ihren ersten privaten Brief, der sich als harte Nuss herausstellt, denn dieser beinhaltet einen Code, den es zu knacken gilt. Doch wer hat ihn ihr geschrieben?

Derweil verbringt der ebenfalls 16-jährige Hannes seine Nächte vor dem PC, denn schlafen kann er nicht mehr. Seit 3 Monaten quält ihn sein Gewissen, das ihn nachts nicht schlafen lässt, immer lebt er in Angst und dennoch offenbart er sich niemandem, weder seiner Mutter, noch seiner besten Freundin Emma. Er zieht sich immer mehr von seiner Umwelt zurück, ohne dass ihn jemand erreichen kann. Die 13-jährige Tamara hingegen möchte einfach nur wissen, wer sie ist und wo sie herkommt. Sie wurde relativ spät adoptiert und dennoch hat sie keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Sie mag ihre Adoptiveltern sehr, doch sind diese immer enttäuscht, wenn sie nach ihrer Herkunft fragt - doch Tamara muss es einfach wissen. Als sie einen Brief von der Adoptionsbehörde erhält, beschließt sie, sich mit der angegebenen Tamara in Verbindung zu setzen, die anscheinend mehr über ihren Hintergrund weiß, als sie selbst.

Die 18-jährige Alissa hingegen will einfach den ersten schönen Sommertag nach einem verregneten Sommer genießen und mit ihren Freunden zelten. Doch sie wird von ihrem 12-jährigen Bruder Leon überrascht, der sie so überrumpelt, dass sie ihn mitnimmt. Am 17. August um 15:07 Uhr geschieht etwas Seltsames. Alle Lebewesen, mit Ausnahme von Kora, Hannes, Tamara, Alissa und Leon, verschwinden, alle Uhren bleiben exakt um 15:07 Uhr stehen. Alissa und Leon fahren zurück in die Stadt, um Hilfe zu holen und treffen dabei auf Tamara, kurz drauf schließt sich Hannes an. Die vier beschließen Kora aufzusuchen, von der sie durch Tamara erfahren, doch unterwegs begegnet ihnen ein undurchdringlicher Nebel, ein Nebel, der sich als tödlich herausstellt. Was hat es mit dem Nebel auf sich, warum sind sie die einzigen Menschen, die noch da sind, wer macht im Nebel Jagd auf sie?


Ein sprachlich wundervoll angelegtes Buch!!! Der Plot des Buches wurde ausgesprochen real und mystisch zugleich angelegt, sodass ich nicht einmal eine Idee hatte, in welche Richtung sich das Buch entwickelt. Die Figuren wurden allesamt ausgesprochen facettenreich und tiefgehend in Szene gesetzt, sodass sich der Leser ohne Probleme in jeden einzelnen hineinversetzen kann, was bei 5 Protagonisten gar nicht so einfach sein sollte, wie es ist. Sehr gut und glaubwürdig fand ich auch die Wandlung jedes einzelnen Protagonisten dargestellt. Der Schreibstil des Buches ist wieder ein ausgesprochenes Highlight. Wie bereits in den vorherigen Büchern der Autorin, die ich gelesen habe "Schattengesicht" und "Unland", wies auch in diesem Buch der Schreibstil eine eigene Dynamik und Komplexität auf, derer ich mich einfach nicht entziehen konnte. Bücher von Antje Wagner sollte man nie zwischendrin oder nebenbei lesen. Bis dato jedes Buch von ihr, das ich gelesen habe, ist ein kleiner Schatz, der genossen werden will und in den der Leser voll und ganz eintaucht und erst am Ende des Buches wieder hervorkommt. Bereits jetzt freue ich mich auf weitere Werke der Autorin.

Bewertung: 


Die Autorin:
Antje Wagner wurde 1974 in Lutherstadt Wittenberg geboren. Sie schreibt Erzählungen und Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt in Potsdam und arbeitet auch als Sprecherin und als Übersetzerin aus dem Englischen. (übernommen von bloomsbury)

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.






Wie ich zu dem Buch kam:

An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei



bedanken, die mir dieses heiß ersehnte Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Freitag, 28. September 2012

[Rezension] Suzanne Joinson - Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste




Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
Verlag: Bloomsbury Berlin (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827010888
ISBN-13: 978-3827010889
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,6 cm

Covertext:
Noch weiß Frieda nicht, wer Irene Guy war, warum sie ihr eine schlechtgelaunte Eule, ein paar alte Möbel und ein Notizbuch hinterlassen hat. Doch in den Aufzeichnungen dieser jungen Frau, die vor fast hundert Jahren aufgebrochen ist, um weit fort ein freies Leben zu führen, findet Frieda auch Antworten auf Fragen, die sie schon lange umtreiben.

Zum Buch:
Die Autorin Suzanne Joinson hat den Roman in zwei Zeitebenen geschrieben, 1923 zu Beginn der Unruhen in China und im England der Gegenwart.

Für Eva wird ein lang gehegter Traum wahr, als sie zusammen mit ihrer Schwester Lizzie und deren Freundin Millicent 1923 als Missionarsfrauen nach Ost-Turkestan, dem heutigen China, reisen kann. Eva hegt den großen Traum, mit dem Fahrrad durch die Wüste zu fahren und darüber einen Reiseführer schreiben zu können. Ihre Erlebnisse hält sie in einem Tagebuch fest.
Sie kommen bis Kashgar, da begegnet ihnen unterwegs ein junges Mädchen, das in den Wehen liegt. Millicent will dem Mädchen bei der Entbindung helfen, dieses verblutet jedoch unmittelbar nach der Geburt. Millicent wird des Mordes bezichtigt und die drei Frauen werden in Kashgar bis zum Prozess unter Hausarrest gestellt. Das neugeborene Mädchen wird in die Obhut von Eva gegeben, die ihr den Namen Ai-Lien gibt.
Durch die etwas ungewöhnliche Art von Millicent Missionsarbeit zu leisten, werden die 3 Frauen misstrauisch beobachtet und es schlägt ihnen Feindseligkeit entgegen.
Als die innere politische Situation eskaliert, Millicent verhaftet wurde und Lizzie stirbt, flieht Eva mit Ai-Lien ...

Als Frieda nach mehreren Auslandsaufenthalten wieder zu Hause ist, findet sie Post vom Amt vor, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie die letzte Angehörige von Irene Guy ist. Sie hat 1 Monat, um die Wohnung von ihr zu räumen. Ihr ist nicht ganz wohl dabei, denn eine Irene Guy ist ihr nicht bekannt, auch ihr Vater konnte ihr nicht weiterhelfen.
Beim Durchsuchen der Wohnung findet sie unter anderem auch 1 Foto ihrer schwangeren Mutter.
Obwohl sie seit ihrem 14. Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hat, da diese die Familie verlassen hat, sucht sie ihre Mutter, die nun in einer Kommune, oder besser gesagt Sekte lebt und kommt ihrer eigenen Vergangenheit dadurch ein wenig näher ...

Suzanne Joinson hat es geschafft, mich mit ihrem Buch in eine Welt einzuführen, die mir nicht geläufig ist. Sehr einfühlsam gibt sie die Stimmung in Ost-Turkestan und deren Bevölkerung wieder. Dank ihrer bildhaften Erzählung fühlte man sich als Leser dort nicht fremd. Es wirkte realistisch auf mich, als hätte sie es selbst genau so erlebt und wiedergegeben.
Sie erzählt, mit welchen Schwierigkeiten Eva zu kämpfen hatte, um die kleine Ai-Lien am Leben erhalten zu können, sei es von der Hygiene her oder von der Ernährung, da ja ihre Mutter bei der Geburt verstarb.
Einen sehr guten und realistischen Einblick erhält der Leser ebenfalls über das Leben in einem Harem.
Die Protagonistin Eva ist eine sehr symphatische junge Frau, die einen Traum hat, für den sie lebt. Als ihr das Baby anvertraut wird, zögert sie zunächst, da sie keinerlei Erfahrungen mit Babys hat, aber es dauert nicht lange und sie hat die kleine Ai-Lien ins Herz geschlossen.
Mit Millicent bin ich nicht so richtig warm geworden, sie war mir zu unstet und hat nur das gemacht, was sie wollte. Lizzie, die Millicent mehr oder weniger hörig zu sein schien, tat mir einfach nur leid, sie wirkte auf mich wie ein Blatt im Wind.

Anfangs schien es keine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen zu geben. Die findet sich jedoch im Verlauf der Suche von Frieda.
Als Frieda ihre Mutter aufsucht, kann diese ihr die Verbindung zu Irena Guy vermitteln.
Die Autorin gönnt dem Leser mit Friedas Besuch bei der Mutter einen kleinen Einblick in das Leben einer Sekte. Kontrollzwänge werden offenbart und sogar vor Selbstverstümmelung wird nicht zurückgeschreckt. Für mich unvorstellbar, dass dem Sektenmitglieder freiwillig zustimmen. Wieder eine Welt, zu der ich keinen Bezug habe und das mir die Autorin sehr bildhaft vermittelt hat.

Ein Buch voller Faszination in einer fremden Welt, voller Widersprüche, voller Herzenswärme und voller Fragen.
All diesen Dingen ist die Autorin auf den Grund gegangen und lässt den Leser durch ihre bildhafte Erzählweise daran teilnehmen.
    

Bewertung:



Zur Autorin:
Suzanne Joinson fing 2006 mit dem Schreiben an, inspiriert durch einen Kauf einer Box mit Briefen auf einem Flohmarkt.
Das hier vorliegende Buch ist ihr Erstlingswerk, das zweite ist bereits in Arbeit.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Sussex, einer kleinen Küstenstadt in England.





An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte. 

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 18. August 2012

[Rezension] Joanna Trollope - Die andere Familie




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (18. Juni 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833307420
ISBN-13: 978-3833307423
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 2,4 cm

Covertext:
Ausgerechnet der Flügel! Das große alte Instrument hatte zu ihrem Dad gehört wie nichts anderes, und jetzt müssen Tamsin, Dilly und Amy mit ansehen, wie er ihnen einfach weggenommen wird. Die andere Familie ihres Vaters soll ihn erben, eine Familie, von der die drei bis zu seinem plötzlichen Tod nichts geahnt hatten. Was für ein Schock! Nur Amy, die Jüngste, wird neugierig: Wer ist ihr rätselhafter Halbbruder ...?

Zum Buch:
Es gibt keine Gerechtigkeit auf Erden. Das zumindest denken Chrissie und ihre drei Kinder Tamsin, Dilly und Amy, als deren Vater Richie nach einem Herzinfarkt stirbt. Er war Musiker und der Mittelpunkt ihres Lebens, alles drehte sich um ihn.
Chrissie, seiner Lebensgefährtin ist es leider nie gelungen, ihn zu heiraten, denn er war bereits verheiratet, hat sich aber all die Jahre nie scheiden lassen.
Obwohl er nach der Trennung keine Kontakte zu seiner Frau und seinem Sohn Scott hatte, erben diese seinen Flügel und die Tantiemen an den Liedern, die er vor seinem Verlassen der ersten Familie geschaffen hatte.
Chrissie und ihre Kinder fallen in ein tiefes Loch, der Flügel verkörperte alles, was ihren Vater ausmachte, auch war er in der Wohnung immer allgegenwärtig und ausgerechnet dieser soll gemäß Testament an die andere Familie ihres Vaters gehen.
Chrissie will davon nichts wissen, kann sich damit nicht abfinden, aber Amy, die die Rechtmäßigkeit des Anspruches auf den Flügel sieht, nimmt Kontakt mit ihrem Halbbruder Scott auf und will ihn kennenlernen ...

Joanna Trollope hat ein wunderbares Werk über das Thema Liebe, Vertrauen, Verlust und Tod geschaffen.
Die Autorin zeigt die Verarbeitung des Verlustes von Mann bzw. Lebensgefährten, indem sie den Leser die Gedanken und Handlungen der Betroffenen mit erleben lässt.
Auf der einen Seite steht die Familie mit Chrissie und den drei Töchtern. Wegen Chrissie hatte er seinerzeit seine erste Familie verlassen, ohne sich jedoch jemals scheiden zu lassen. Durch den Tod stürzt diese Familie nicht nur emotional ab, sie sind auch finanziell nicht wirklich abgesichert. Chrissie hatte Richie all die Jahre gemanagt, er war der Stern, um den sich alles kreiste. Es gab keine anderweitige Orientierung, auf die sie nach dem Tod zugreifen konnte. 
Der Autorin ist es sehr einfühlsam gelungen, den schweren Weg des Verlustes und deren Verarbeitung aufzuzeigen. Als Leser hat man Mitleid mit den 4 Frauen. Chrissie weiß nicht, wie sie über die Runden kommen soll, ohne das Haus verkaufen zu müssen. Amy geht noch zur Schule und Tamsin und Dilly schlagen sich zwar mehr schlecht als recht durch Leben, aber eine wirkliche Hilfe für die Mutter sind sie nicht.
Hier zeigt die Autorin, wie wichtig, wahre Freunde sind, die auch mal selbst Entscheidungen treffen, die nicht von allen gebilligt werden.

Aber auch am Leben von Margaret und ihrem Sohn Scott nimmt der Leser anteil. Margaret hatte all die Jahre immer noch die Hoffnung, Richie würde eines Tages zu ihr zurückkommen, denn warum hatte er nie die Scheidung eingereicht? Sie hat für sich ihren Sohn das Leben in die Hand genommen und etwas daraus gemacht. Eine starke Frau, die mich sehr beeindruckt hat.

Dass sich Chrissie und Margaret nicht nahestehen, kann man sehr gut nachvollziehen. Tiefgreifend hat die Autorin die Gefühle und Gedanken der 3 Töchter wiedergegeben, wenn es um die erste Familie ihres Vaters geht. Jede von ihnen macht sich ihre Gedanken, aber nur Amy zeigt Interesse und versucht, mit offenen Augen und voller Erwartungen Kontakt zu ihrem Bruder Scott herzustellen.

Ein Buch, in dem die Emotionen offen dargelegt werden und in dem gezeigt wird, dass es gilt, weiterzumachen und den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

Bewertung:



Zur Autorin:
Joanna wurde 1943 im Pfarrhaus ihres Großvaters geboren.
Nach der Schulzeit gewann sie ein Stipendium an der Universität von Oxford und trat nach dem Studium eine Stelle als Lehrer an.
Mit dem Schreiben begann sie, als ihre Kinder abends im Bett waren und sie die verbliebene Zeit füllen wollte.
Heute lebt sie in London.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 6. Juli 2012

[Rezension] Naomi Alderman - Die Lektionen




Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1.Auflage (31. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827010837
ISBN-13: 978-3827010834
Originaltitel: The Lessons
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 3,2 cm

Covertext:

Smart und sexy sind die Oxfordstudenten, die Marc, unfassbar reich und lässig, dazu verführt, mit ihm auf seinem Herrensitz zu leben. Doch nicht alle sind stark genug, seiner manipulativen Kraft etwas entgegenzusetzen. Ein fesselnder Collegeroman über Liebe, Macht und Abhängigkeit.

Zum Buch:
Als James nach Oxford zum Studium geht, muss er erkennen, dass er nicht mehr einer der besten ist, er ist abgerutscht in die unscheinbare Mittelklasse. Als er dann auch noch im Winter auf Glatteis ausrutscht und sich ernsthaft sein Knie verletzt, hat er arge Probleme, im Unterricht mitzukommen. Unterstützung seitens des Lehrpersonals gibt es nicht.
Er lernt Mark, ebenfalls einen Studenten kennen, den er anfangs überhaupt nicht leiden kann. Mark, ein steinreicher junger Mann, der Geld nicht schätzen kann, es aber mit vollen Händen rauswirft. Mark scharrt andere Studenten um sich und bietet ihnen an, bei ihm kostenfrei außerhalb des Universitätsgeländes zu wohnen. Auch James gehört mit dazu und sie bilden als Freunde eine feste Gemeinschaft während des gesamten Studiums.
Nach dem Studium gehen alle ihrer Wege. James, der mit seiner Freundin Jess bei Mark wohnte, zieht mit ihr in eine Wohnung. 
Die Kontakte innerhalb der Clique werden spärlicher, jeder geht seiner eigenen Wege.
Mark heiratet, obwohl er schwul ist, Simons kleine Schwester Nicola.
James, der sich eingestehen muss, dass er Mark liebt, ist eifersüchtig, will aber auch nicht von Jess lassen.
Eine vertrackte Situation - wird es für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung geben? ...

Naomi Alderman hatte zwar schon ein Buch mit Erfolg veröffentlicht, für mich war sie jedoch eine unbekannte Autorin.
Die Erzählung um di
e Protagonisten James und Mark schreibt sie aus der Erzählerperspektive von James.  
Ein Buch, in dem es von Abhängigkeiten voneinander geht. James ist abhängig von Mark und Jess, Mark ist abhängig von den Leuten, die um ihn herum sind. Er braucht das Wissen, dass sie ihn wie die Motten das Licht umschwärmen.
So wie er mit den Menschen umgeht und der Meinung, die er von ihnen hat, lässt schon ahnen, dass er zu keiner wirklich herzlichen Beziehung fähig ist. Sie sind da und hofieren ihn und er braucht das. Es gibt später nur einen Menschen, den er wirklich liebt.
James ist eine unscheinbare und farblose Figur. Er ist ein Nichts ohne Mark oder Jess. Er liebt Jess, kann aber auch von Mark nicht loslassen, zu dem er sich sexuell hingezogen fühlt. Die Entscheidung, die er nicht allein treffen will, wird ihm abgenommen.
Ein Mensch so ganz ohne Rückgrat. Selbst Schläge, Beschimpfungen und Misshandlungen lässt er geduldig über sich ergehen, nur um Mark nahe sein zu können. Das macht ihn nicht sympathisch.
Es ist ein düsteres Buch, in dem es keine Hoffnung auf Besserung gibt. Die beiden Protagonisten Mark und James befinden sich in einer Abwärtsspirale ohne Hoffnung und Motivationen.
Es ist ebenfalls ein Buch mit menschlichen Schicksalen, persönlichen Tragödien und Albträumen.     

Bewertung:
3,5 von 5 Pfötchen

Zur Autorin:
(Text vom Berlin Verlag)
Naomi Alderman ist Absolventin der Oxford University. Sie hat als Lektorin und Spieledesignerin gearbeitet, mehrere Jahre davon in New York. Heute lebt sie in London. Für Ungehorsam, ihren ersten Roman, wurde sie mit dem Orange Award for New Writers ausgezeichnet.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 12. Juni 2012

[Rezension] Jane Urquhart - Der Schmetterlingsbaum



Leseprobe 




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Bloomsbury Berlin; Auflage: 1.Auflage (28. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827010632
ISBN-13: 978-3827010636
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,2 cm

Covertext:
"Jeden Sommer ihrer Kindheit hat Liz auf den Obstplantagen ihres Onkels am Eriesee verbracht. Jeden Sommer hat sie darauf gewartet, dass ihr Lieblingsbaum sich orange färben würde, lodernd von unzähligen Schmetterlingen, die sich auf ihrer Wanderung dort niederließen. Jetzt ist Liz vierzig und zurückgekehrt, um als Entomologin den Monarchenfalter zu erforschen. Doch während sie auf dem verlassenen Gut umherstreift, steigen die Erinnerungen auf: Was ist geschehen in jenem Sommer, in dem so vieles zerbrach? Wohin ist ihr Onkel verschwunden, und wäre sie glücklich geworden mit Theo, ihrer ersten großen Liebe, dem mexikanischen Jungen, mit dem sie so viel mehr verband, als sie ahnen konnte? Mit Sensibilität und Sprachmacht lässt Jane Urquhart eine Familiengeschichte und eine Landschaft derart lebendig werden, wie es wohl nur eine der ganz großen kanadischen Erzählerinnen vermag."

Zum Buch:
Die 40-jährige Liz lebt auf der ehemaligen Obstplantage ihres Onkels, wo sie als Kind jedes Jahr gemeinsam mit ihrer Mutter die Sommerferien verbrachte.
Der Sommer, in dem sie 16 Jahre war, veränderte vieles in ihrem Leben. Nach einem einschneidenen Erlebnis verschwand ihr Onkel Stanley von einem Tag zum anderen.
Nun ist sie Entomologin und hat eine Forschungsarbeit zu den Monarchenfaltern, die sich seit Jahren auf dem Schmetterlingsbaum der Plantage sammeln, bevor sie sich auf die große Reise über den Eriesee begeben.

Liz erzählt ihre Geschichte und die Geschichte der Plantage und was dazu führte, dass ihr Onkel verschwand.
Erst hatte ich das Gefühl, dass sie mich persönlich anspricht, denn sie verwendete die Sie-Form. Wem genau sie jedoch die Geschichte erzählt, erfährt man fast am Ende.

Sehr feinfühlig erzählt die Autorin die Geschichte der Plantage und ihrer Bewohner. 
Die Butlers, ursprünglich aus Irland kommend, die sich schließlich in Kanada und den USA angesiedelt haben, kommen aus einer Familie, die früher Leuchtturmwärter und Farmer waren. 
Der Leser nimmt teil an der Zuneigung, die Liz zu ihrer Cousine Mandy hegte, wie sie als Kinder zusammen spielten und wie sie jetzt um sie trauert. Mandy verlor ihr Leben in Afghanistan.
Rückblickend erfährt der Leser von ihrer Jugendliebe, dem mexikanischen Jungen Teo, und was in jenem Sommer geschah, als ihr Onkel verschwand.

Die Geschichte wird nicht ganz chronologisch erzählt, was aber nicht störend wirkt.
Der Schreibstil und die Erzählform waren für mich gewöhnungsbedürftig, aber nach den ersten paar Seiten kein Problem mehr.

Eine Familiengeschichte mit tragischen Elementen und lyrischen Versen.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen vom Bloomsbury-Verlag)
Jane Urquhart wurde 1949 in Geralton, Ontario, geboren, wuchs in Toronto auf und lebt heute wieder in einer Kleinstadt in Ontario. Sie gehört zu den erfolgreichsten kanadischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.




Bibliographie und Rezensionen von Jane Urquhart findet ihr auf unserer Autorenseite



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 14. April 2012

[Rezension] Flavia Company - Die Insel der letzten Wahrheit



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: bloomsbury taschenbuch; Auflage: 1.Auflage (17. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833308206
ISBN-13: 978-3833308208
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,6 x 1,4 cm

Buchcovertext:
Tagelang treibt Matthew Prendel auf dem Meer, halb wahnsinnig vor Hunger und Durst, von Sonne und Salz verbrannt. Sein Segelschiff wurde von Piraten überfallen, die Crew getötet. Er ist kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, da spürt er Sand zwischen den Fingern. Über ihm, ein dunkler Schatten, steht einer der Piraten ...

Zum Buch:
Während eines Segelturns, den der Arzt Matthew Prendel mit seinen beiden Freunden macht, werden sie von Piraten angegriffen. Als Prendel sich zur Wehr setzt und einen der Piraten erschießt, werden seine beiden Freunde getötet und er kann nur durch einen Sprung ins Wasser sein Leben retten.
Eigentlich sieht er das für sich selbst nur als Verzögerung seines Todes an, denn er weiß, dass die nächste Küste 600 Meilen von seinem Standort entfernt ist und er keine Chance auf Rettung hat. Trotzdem gibt er nicht auf, er kämpft verbissen um sein Leben. 
Am dritten Tag fühlt er plötzlich Sand unter seinen Händen und eine Stimme sagt zu ihm, dass er trinken soll. Bevor er wieder in Ohnmacht fällt, konnte er noch erkennen, dass die Stimme einem der Piraten gehörte, die sie überfallen haben. Es war der Pirat, den er erschossen hat ...
Sie sind beide auf einer kleinen Insel mitten im Atlantik, an der Westküste Afrikas gestrandet. Sie haben Wasser und können sich Nahrung aus dem Meer holen.
Beide trauen einander nicht und der Pirat, der die gewichtigeren Argumente in Form von Waffen hat, bestimmt, wer auf welcher Seite der Insel leben wird. Unter Androhung von Gewalt verbietet er Prendel, sich in seinem Teil der Insel aufzuhalten. 
Er verspricht ihm, zu gegebener Zeit würde er die Insel verlassen und ihn mitnehmen, er hätte einen Plan, aber den Zeitpunkt würde er bestimmen.
Wird der Pirat sein Versprechen einlösen und werden sie die Insel beide eines Tages verlassen können? ...

Flavia Company ist mit diesem Roman ein kurzer, aber sehr eindrucksvoller Roman gelungen.
Die Erlebnisse des Arztes Matthew Prendel auf der Insel werden von seiner letzten Freundin erzählt, der er die Geschichte kurz vor seinem Tod berichtet hatte.
Die Geschehnisse auf der Insel haben ihn für den Rest seines Lebens geprägt. Die Insel war für ihn ein Gefängnis, das er bis zu seinem Tod mit sich herumtrug.
Prendel leidet auf dieser Insel, trotzdem sie dort zu zweit sind, unter massiver Einsamkeit. Er versucht ihr zu entkommen, indem er immer wieder Kontakt zum Piraten sucht, der aber verweist ihn in seine Schranken.
Er kämpft mit sich, schmiedet Pläne, wie er dem entkommen kann und fällt in die Hoffnungslosigkeit zurück. Er gelangt bis an seine Grenzen.
Von der Autorin erfolgte eine sehr umfassende Charakterstudie, so dass man sich als Leser sehr gut in die Gemütslage des Protagonisten hineinversetzen konnte.
Das Buch weist keine Längen auf und ist flüssig geschrieben.
Das Ende des Buches bringt jedoch noch einmal eine Überraschung, mit der zumindest ich nicht gerechnet hatte. 
Nach Beendigung des Buches schwirrten in meinem Kopf die Fragezeichen.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von HIER)
FLAVIA COMPANY, 1963 in Buenos Aires geboren, lebt seit ihrem zehnten Lebensjahr in Barcelona.
Sie hat mehrere Romane veröffentlicht und ist Leiterin eines Kulturprogramms im katalanischen Fernsehen. Mit Die Insel der letzten Wahrheit erscheint erstmalig ein Buch von ihr auf Deutsch.


Zum Blog der Autorin: Hier
Die Bibliographie ihrer Bücher findet ihr auf unserer Autorenseite


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt