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Montag, 6. Februar 2012

[Rezension] Silvia Roth - Blut von deinem Blute




Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 543
ISBN: 978-3-455-40310-7
Erscheinungstermin: 24. Februar 2011 (1. Auflage)
Format: Hardcover

Verlag: Hoffmann und Campe

Klappentext:
In einer Sommernacht werden Lauras Vater und ihre Stiefmutter auf Jersey bestialisch ermordet. Der Täter: unbekannt. Fünfzehn Jahre später will sich Laura den Geistern der Vergangenheit stellen und kehrt in das heruntergekommene Herrenhaus der Familie zurück. Dort wird sie von ihrer exzentrischen Schwester Mia bereits erwartet...


Rezension:
Laura Bradley war 19 Jahre alt, als ihr Vater und ihre Stiefmutter in der Küche des Hauses ermordet wurden. Es gab genau 2 Verdächtige: sie und ihre 18-jährige Schwester Mia, die schon immer etwas sonderbar war. Laura, die die Insel sowieso verlassen wollte, hat umgehend nach dem Begräbnis die Flucht nach Frankfurt ergriffen, wo sie sich ein neues Leben aufgebaut hat. Doch auch ihr derzeitiger Freund Leon, ein Historiker, ahnt nicht, welches Trauma Laura mit sich herumschleppt.

Doch jetzt, in wenigen Tagen, jährt sich der Mord zum 15. Mal und Laura beschließt, noch einmal nach Jersey zurück zu kehren um herauszufinden, was damals passiert ist, denn sie selbst hat an die Nacht, in der das Unglück geschah, keinerlei Erinnerungen. Könnte sie selbst die Mörderin sein oder doch eher ihre exzentrische Schwester Mia. Beide haben vom Tod des Vaters und der Stiefmutter profitiert, denn sie waren die Alleinerben des vermögenden Vaters.

Kaum auf Jersey angekommen, schlägt Laura Argwohn entgegen, wo immer sie auch hinkommt. Auch mit ihrer Schwester Mia, bei der sie lebt, ist kein schwesterliches Verhältnis möglich. Und dennoch beginnt Laura mit den Nachforschungen um den Mord und stößt dabei auch auf die Geschichte ihrer Mutter, die sich das Leben nahm, als Laura und Mia noch Kinder waren. Überall stößt sie auf eine Mauer des Schweigens unter den Inselbewohnern. Anscheinend kann und will ihr niemand helfen herauszufinden, was zu den tragischen Ereignissen passiert. Kann Leon, der Laure aus Sorge heimlich auf die Insel gefolgt ist, vielleicht Licht ins Dunkel bringen? Denn eines ist gewiss, der Mörder ist nach wie vor auf freiem Fuß ...



Ein überaus beklemmendes Buch. Der Plot ist vor der Kulisse der Insel Jersey wunderbar ausgearbeitet, ohne dass sich die Autorin in langatmige Beschreibungen verliert. Der Schreibstil ist klar und flüssig, aber ruhig gehalten und die Figuren wurden mit sehr Tiefe dargestellt. Jede Figur wurde sehr individuell dargestellt, sodass jederzeit ein hoher Widererkennungswert vorhanden war. Sehr gut hat mir gefallen, dass sich keine der Figuren hat in die Karten blicken lassen und auch die falschen Fährten, die die Autorin gelegt hat, fand ich sehr überzeugend.

Bewertung

Die Autorin:
Silvia Roth studierte Literaturwissenschaft, Anglistik und Philosophie und arbeitete einige Jahre in unterschiedlichen Berufen, bevor sie mit dem Schreiben begann. Silvia Roth lebt mit ihrer Familie in Deutschland und Italien.


Wie ich zu dem Buch kam:

Seit Veröffentlichung des Buches bin ich im Buchladen immer wieder darum herum geschlichen und konnte mich nicht so recht entscheiden, ob ich es nun unbedingt kaufen muss oder auf das Taschenbuch warten soll. Als ich es die Tage in der Bücherei entdeckte, wurde mir die Entscheidung somit abgenommen.


Samstag, 10. September 2011

[Rezension] Michael Lister - Selbstauslöser








Eckdaten: 
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten 
Verlag: Hoffmann und Campe (29. August 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 345540328X 
ISBN-13: 978-3455403282 
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm

Klappentext:
Als der Fotograf Remington James am späten Nachmittag in die Wälder Floridas aufbricht, hat er eigentlich nur ein Ziel: den Schnappschuss seines Lebens zu machen. Er weiß nicht, dass ein gnadenloser Existenzkampf auf ihn wartet.

Zum Buch:
Remington James kehrte nach dem Tod seines Vaters zurück nach Hause, um sich um das Geschäft und seine kranke Mutter zu kümmern.
In seiner Freizeit besinnt er sich wieder auf die Fotografie, die er lange Zeit nicht mehr ausgeübt hatte. Seine Mutter hatte ihm in jungen Jahren seine erste Kamera geschenkt und ihm die Liebe zur Fotografie vermittelt. Sein Eigentum in Nordflorida beinhaltet ebenfalls eine große Waldfläche, in der er mit seiner Kamera auf Motivsuche geht und in dem er vom Alltag abschalten kann.
Für den ultimativen Schnappschuss hat er selbstauslösende Kameras installiert, die sich mittels Infrarotstrahlen bei Bewegung aktivieren. Bei einem Kontrollgang dieser Kameras muss er entdecken, dass eine seiner Kameras einen Mord an eine Frau aufgenommen hat. Die Mörder sind noch in der Nähe und unversehens befindet sich Remington in unmittelbarer Lebensgefahr, denn die Mörder brauchen keine Zeugen. Er, der die Jagd hasst, wird urplötzlich zum Gejagdten, er läuft um sein Leben und hat nur den einen Gedanken - dieses ist die längste Nacht seines Lebens und er muss sie überleben.

Meine Meinung:
Michael Lister ist hier ein ungewöhnlicher Thriller gelungen.
Während Remington auf der Flucht vor den Mördern ist, spult sich in seinem Kopf sein Leben noch einmal ab. Er hält Zwiesprache mit seinem toten Vater, der ihm versucht hat, seine Jagdleidenschaft nahezubringen und er analysiert sein Leben und seine auf der Kippe stehende Ehe. Er durchläuft auf der Flucht eine Phase der Selbstfindung, die ihm sein Leben aufzeigt und es überdenken lässt.

Den Schreibstil von Michael Lister fand ich anfangs gewöhnungsbedürftig. Kurze prägnante Sätze, oftmals nur aus einem Wort bestehend, reihten sich aneinander. Mit dieser Schreibweise erzeugte er aber damit in meinem Kopf das Gefühl der Hektik, Panik und Angst, die Remington gefühlt haben mochte.
Lister ist es gelungen, einen bildhaften und nachvollziehbaren Roman zu schreiben, der mich gepackt hat und nicht mehr losließ. Ihm ist es gelungen, innerhalb von 240 Seiten einen Spannungsbogen aufzubauen, der bis zum Schluss nicht abflachte.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es weiterempfehlen.


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hatte.


Bewertung: Note 1

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt