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Samstag, 27. Januar 2018

[Rezension] Teresa Simon - Die Oleanderfrauen

[Werbung] Aufgrund der schwammigen Gesetzeslage über Verlinkungen auf Blogs zu Verlagen, Autoren u.a. kennzeichnen wir folgenden Beitrag gem. § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Wir erstellten ihn aus freien Stücken und erhalten dafür kein Honorar.




Leseprobe 




Eckdaten:
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (9. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453421159
ISBN-13: 978-3453421158
Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 4,5 x 18,5 cm

Inhalt gem. Heyne:
Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?
Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

Zum Buch:
Jule Weisbach hat sich mit dem kleinen Café Strandperlchen einen Traum erfüllt. Sie liebt es, dort als Barista zu arbeiten und ihren Kunden selbst gebackenen Kuchen anzubieten. Nebenbei hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen, indem sie anderen Menschen bei der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichten hilfreich unter die Arme greift.
Sie freundet sich mit Johanna, einer älteren Dame an, die beim Ausräumen des Hauses ihrer Mutter ein Tagebuch gefunden hat, das viele Rätsel aufgibt.
Das Tagebuch und weitere gefundene Briefe führen ins Deutschland der dreiziger und vierziger Jahre des letzten Jhs. 
Sie erzählen die Geschichte von Sophie und Hannes und einer Liebe, der unglaublich viele Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Das alles in einer Zeit, in der sich Deutschland zu einem wahren Albtraum entwickelte.

Jule lebt in Hamburg, wo sie sich den Traum vom eigenen Café erfüllt hat. Sie will es ihrer Mutter beweisen, sagt diese doch immer über ihre Tochter "Jule ohne Plan". Sie ist glücklich und scheint es geschafft zu haben, als ihr eine saftige Mieterhöhung ins Haus flattert. Es sieht nach einem absehbaren Ende für ihr Café aus, denn diese Summe könnte sie vielleicht später aufbringen, jetzt jedoch noch nicht.
Neben ihrer Arbeit in dem Café betreibt sie Recherchen für Menschen, die ihre Familiengeschichte erkunden wollen und schreibt diese als Buch nieder. Sie bekommt viele Anfragen und es macht ihr riesigen Spaß, in die Geschichten der Familien einzutauchen und das mit großem Erfolg.

Mit dem Kennenlernen der älteren Johanna wird sie nicht nur eine neue Freundin gewinnen, sondern auch gemeinsam mit ihr in eine Zeit eintauchen, die in die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte reichen.
Johanna fand beim Durchsehen ihrer Mutter ein altes Tagebuch und Briefe, die von einer Sophie Terhoven geschrieben wurden. Sie beginnt die Unterlagen zu lesen und ist ergriffen von der Geschichte, die sie darin findet. 
Wie aber kam das Tagebuch auf den Dachboden und wer war Sophie Terhoven? Sie bittet Jule, ihr zu helfen, die fehlenden Puzzleteile zu finden und aneinanderzureihen.

Sophie Terhoven und ihr Bruder Lennie sind die Kinder wohlhabender Eltern, die ihr Geld mit dem Import von Kaffee verdienen. Die 17-jährige Sophie ist von Kindheitstagen an mit Hannes, dem Sohn der Köchin, befreundet. Als aus der Freundschaft mehr wird, stoßen sie auf erbitterter Widerstand. 
Nur Malte, engster Vertrauter von Sophie, weiß Bescheid und versucht ihnen zu helfen.
Es ist das Jahr 1936, die Nazis machen sich in Deutschland breit und gewinnen an Macht. 
Körperliche Gebrechen sind nicht gewünscht in dem neuen, rein arischem, Deutschland und Schwule haben einen mehr als schweren Stand. Beides trifft auf Malte zu.
Der 12-jährige Lennie ist begeistert vom neuen kommenden Deutschland, gibt es ihm doch schon in jungen Jahren die Gelegenheit, Macht zu demonstrieren und seine Schwester zu bespitzeln...

Eine wundervolle und ergreifende Geschichte, die die Autorin Teresa Simon hier vorgelegt hat. Sie spielt auf 2 Zeitebenen, zum einen in der Vergangenheit der dreiziger und vierziger Jahre des vergangenen Jhs. in Deutschland, zum anderen in der Gegenwart.
Sie nimmt den Leser mit auf die Reise, die in die Jahre 1936 bis 1943 führt. Das "reinrassige" Deutschland ist dort genauso zum Thema gemacht worden wie die Jagd auf Juden und Schwule. Die Unterschiede zwischen arm und reich sind gravierend und die Klassenunterschiede deutlich spürbar. Sie nimmt wichtige Ereignisse der Zeit mit in die Geschichte auf, wie den spanischen Widerstandskampf und die Olympischen Spiele in Berlin. 
Für den Leser ist es eine Reise in die Geschichte Deutschlands, Geschichtsauffrischung so ganz nebenbei.

Die Protagonisten Sophie, Hannes und Malte aus der Vergangenheit wie auch Jule und Johanna aus der Gegenwart sind sympathisch. Sie sind glaubhaft dargestellt und man wünscht sich als Leser, diese Freunde nennen zu können. Sie haben es nicht leicht, keiner von ihnen, aber sie geben nicht auf. Egal, ob es Jule ist, die um den Erhalt ihres Cafés kämpft oder Sophie und Hannes um ihre Liebe. Sie sind Kämpfer und geben nie auf.

Auch die Nebenfiguren sind authentisch dargestellt. Hellmuth Moers, Sophies Eltern wie auch Malte beleben das Buch mit ihren Charakteren wie auch ihren Geheimnissen.
Die beiden Zeitstränge verlaufen parallel und man kann die Spannung bis zur Auflösung und der Fertigstellung des Puzzles förmlich mit den Händen greifen.

Das Buch ist sehr emotional und spannend geschrieben. Die Autorin packt den Leser gleich zu Beginn mit einem Brief, der Fragen aufwirft, die sich durch das ganze Buch ziehen. Man ist nicht in der Lage, es aus den Händen zu legen, man möchte weiterlesen und ich für meinen Teil habe es gehasst, dass ich zwischendurch schlafen musste und nicht weiterlesen konnte.
Das Buch hat mir wundervolle Stunden beschert und mich in eine Zeit zurückversetzt, die Deutschland hoffentlich nie wieder erleben wird.

Das Cover des Buches ist ein Traum. Die Gestaltung, das Motiv, die Haptik des Schriftzuges, es ist einfach alles stimmig.
Der einzige Wermutstropfen findet sich in dem Buch selbst. Bei der Schriftgestaltung der Tagebucheintragungen hatte der Verlag nicht gerade ein glückliches Händchen. Es strengt die Augen an und gestaltet das Lesen schwierig. 

Ich liebe Romane, die in zwei oder mehr Zeitebenen spielen. Von daher war das Buch schon von vornherein ein Muss für mich. Die Erwartungen waren hoch, wurden jedoch noch bei weitem übertroffen. 
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an Leser, die gern etwas über deutsche Geschichte lesen wollen. Es ist ein Buch voller Liebe,  Vertrauen, Glauben und Hoffnung, aber auch eines über die schlimmsten Dinge wie Hass, Verrat, Vernichtung, Macht und Gier.
Ich spreche eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.


Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen von Heyne)
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, hat sich schon seit Jugendtagen für die aufregende Geschichte der Schokolade interessiert – und liebt die wunderschöne Elbmetropole Dresden, aus der ein Teil ihrer mütterlichen Linie stammt.


Von Teresa Simon wurden gelesen und rezensiert:
 


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 16. Juni 2017

[Rezension] Rebecca Michéle - Das Flüstern der Wände



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 362 Seiten
Verlag: Dryas Verlag (26. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940855618
ISBN-13: 978-3940855619
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3 x 19 cm

Inhalt gem. Dryas:
Cornwall 1940: Um den Bombenangriffen auf London zu entgehen, bringt Robert Carlyon seine Familie nach Cornwall, wo sie auf dem Landsitz Higher Barton eine Bleibe finden. Während Roberts Frau und sein Sohn sich zunächst schwer in das Landleben einfügen, ist die siebzehnjährige Eve von dem Herrenhaus sofort begeistert. Doch nachts meint sie, jemanden ihren Namen rufen zu hören. Eve erfährt, dass Mitte des 19. Jahrhunderts die junge Evelyn Tremaine spurlos verschwunden ist. Seitdem soll ihr Geist in den Mauern umgehen.

Welches Geheimnis birgt Higher Barton und welche Rolle spielt der alte Lord Tremaine? Eve beginnt nachzuforschen und stößt auf eine unglaubliche Geschichte, die auch ihr eigenes Leben nachhaltig verändern wird.

Zum Buch:
1940: Die Deutschen beginnen ihre Luftangriffe auf London. 
Robert Carlyon hat in Cornwall eine entfernte Cousine, die sich bereit erklärt, seine Familie aufzunehmen. Seine Frau Melanie wie auch sein Sohn Mikey sind nicht wirklich begeistert von der Idee, liegt das Landhaus Higher Barton so ziemlich in der Einöde. Seine Tochter Evelyn, Eve genannt, fühlt sich dort jedoch sofort wohl.
Helen, die Cousine, die sie aufgenommen hat, ist momentan allein mit ihrem Schwiegervater in dem großen Haus, da ihr Mann eingezogen wurde. Sie ist froh über ein wenig Gesellschaft und Hilfe auf dem Anwesen, denn ihr Schwiegervater wird von ihr nur versorgt, an dem Leben dort nimmt er jedoch nicht teil. Er bewohnt ein paar Räume im Haus und ist für alle mehr oder weniger unsichtbar.
Obwohl sich Eve dort wohlfühlt, ist sie beunruhigt. Nachts hört sie eine Stimme, die ihren Namen - Evelyn - ruft. 
Stimmt es, dass es sich um einen Geist handelt, von dem die Dorfbewohner erzählen? Wieso reagieren Helen und auch deren Schwiegervater eigenartig, wenn sie den Namen Evelyn in den Mund nimmt?
Eve kommt nicht zur Ruhe, sie will wissen, wer diese Evelyn war, die einst in diesem Haus wohnte...

Eve ist aufgeschlossen und neugierig. 
Als sie von dem Gerücht hört, dass auf Higher Barton ein Geist wandelt und da sie auch das Gefühl hat, dass jemand ihren Namen gerufen hat, will sie den Dingen auf den Grund gehen.
Sie ist begeistert von Higher Barton und fängt an, sich für die Geschichte des Anwesens zu interessieren. Dabei stößt sie auf den Namen Evelyn. 
Vor nicht ganz 100 Jahren lebte bereits eine Evelyn auf dem Anwesen, über deren Verbleib Vermutungen getuschelt werden.
Helen und auch der Lord reagieren ungehalten, als Eve sie nach der Evelyn fragt.

Aber nach und nach erschließt sich aus Erzählungen Evelyns Leben. 
Evelyn ist die Tochter eines Minenbesitzers, der nach dem Tod seiner Frau ein weiteres Mal geheiratet hatte. Die Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe, den der Vater adoptierte und der später auch die Mine erben sollte. Aber im Gegensatz zu Evelyn, die jünger war, interessierte er sich so gar nicht für die Arbeit im Bergwerk, er gab das Geld lieber aus, das sein Adoptivvater verdiente. Evelyn war ganz die Tochter ihres Vaters und interessierte sich für die Mine, die Arbeiter und alles, was mit ihr zusammenhing. Sie war verantwortungsbewusst, stand für die Arbeiter ein und hätte liebend gern Bergbau studiert. Aber es war das Jahr 1850 und es war nicht üblich, dass Frauen studierten.

Die Autorin versteht es geschickt, das Leben in zwei Zeitebenen widerzuspiegeln. Die Zeitstränge verlaufen im Jahr 1850 und 1940. 
Im 19. Jh. geht es um die Geschichte von Evelyn, einer Frau, die nie die Chance bekam, das tun zu können, was ihr am meisten am Herzen lag. Sie ist eingefercht in die Zwänge des 19. Jh., obwohl sie noch das große Glück hatte, dass ihr Vater ihr zur Seite stand und sie an seiner Arbeit teilhaben ließ.

Im Jahr 1940 tobt der 2. Weltkrieg noch in vollem Umfang. London wird von Deutschland aus der Luft angegriffen und wer flüchten kann, tut das. Hier wird dem Leser ein kleiner Einblick in die Geschichte des Weltkrieges gewährt, dem Kampf ums tägliche Überleben, den Entbehrungen und Ängsten, denen die Menschen ausgesetzt waren.

Ein wunderbarer Roman, der mich fesseln konnte. 
Ich mag Geschichten, die sich auf mehreren Zeitebenen abspielen. Die Autorin hat mit den beiden Evelyns Protagonistinnen geschaffen, die für das einstehen, was sie lieben. Das Schicksal meinte es ungleich gut mit ihnen, aber sie haben Wünsche und Hoffnungen, für die sie leben und für die sie alles tun.
Ich mochte beide Protagonistinnen sehr und konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Das Buch bringt dem Leser nicht nur ein wenig Geschichte nahe, es ist auch spannend geschrieben. Natürlich möchte man wissen, wie es Evelyn ergangen ist, ob sie der "Geist" ist, der Eve ihren Namen zuflüstert oder was es damit auf sich hat. Obwohl ein wenig vorhersehbar, war die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil. Mich ließ sie nicht los, ich musste einfach weiterlesen.   

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen von Dryas)
Rebecca Michéle, geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Ihrem Mann in der Nähe von Stuttgart. Seit 15 Jahren widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und hat bereits mehrere historische Romane und Krimis veröffentlicht.

Von Rebecca Michéle / Ricarda Martin wurden gelesen und rezensiert:
 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin

bedanken, von der ich das Buch bei einem Gewinnspiel erhalten habe.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 17. April 2017

[Rezension] Micaela Jary - Die Villa am Meer



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485959
ISBN-13: 978-3442485956
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 3,5 x 18,8 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an der Ostsee ...

Zum Buch:
Katharina entscheidet sich mit ihrer Hochzeit gegen die Liebe. 
Ihrem heimlichen Verlobten Joachim gibt sie den Laufpass, da er 2 Jahre zur See fahren will. Er hat nie offiziell um ihre Hand angehalten und da sie nicht warten will, entscheidet sie sich für den älteren Korbmacher Olaf Borchers und heiratet ihn. Sie hofft, ihm eine gute Frau sein zu können.
Sie bekommen zusammen 2 Söhne, die Katharina abgöttisch liebt, aber die Betreuung wird einer Gouvernante übertragen. Katharina, der nunmehr alle Aufgaben abgenommen wurden, langweilt sich und bittet ihren Mann Olaf, ob sie denn nicht einen Strandkorbverleih aufmachen könnte. Aber das lehnt er kategorisch ab, sie hätten es nicht nötig, dass die Frau arbeiten gehen müsste, es würde ein schlechtes Licht auf sie werfen.

Joachim ist inzwischen mit Greta verheiratet, die sich bereits in der Hoffnung suhlt, bald Frau Kapitän zu sein und damit etwas darzustellen. Sie hat Joachim nicht geheiratet, weil sie ihn liebte, sondern weil sie in ihm Aufstiegschancen sah. Diese Hoffnung zerschlägt sich aber, als Joachims Schiff untergeht und ihm die Schuld zugeschoben wird. Der gesellschaftliche Abstieg ist vorprogrammiert. Greta, die gerade ihre Tochter zur Welt gebracht hatte, ist maßlos enttäuscht von ihrem Mann und zeigt ihm das auch.

Als sich Olaf anderweitig mit einer Geliebten amüsiert und Katharina ihre Hilflosigkeit erkennt, zieht sie aus dem Haus aus. Eine Scheidung kommt nicht infrage, dann würde sie auch ihre Söhne verlieren. So macht sie gute Miene zum bösen Spiel, trotzt ihm aber als Bedingung die Genehmigung zu einem Strandkorbverleih ab. Er stellt jedoch die Bedingung, dass dieser nur mit einem ihr vorgesetzten Geschäftsführer betrieben werden dürfte.
Wird es Katharina gelingen, ihre Wünsche und Ziele zu erreichen?...

Es passiert mir ganz selten, dass ich für die Protagonisten fast von Beginn an real lebende Personen im Blick habe. Für mich lief das Lesen des Buches wie ein Film ab mit den Schauspielern Nicolas Gage (Joachim), Bridget Fonda (Katharina) und Rosie Perez (Greta). Diese drei Schauspieler aus dem Film "2 Millionen Dollar Trinkgeld" passten für mich so perfekt zu den Protagonisten, dass ich sogar die Stimmen beim Lesen im Kopf hatte.

Das neue Buch der Autorin Micaela Jary spielt an der Ostseeküste und umfasst den Zeitraum von 1897 - 1921.
Eine Zeit, in der Frauen nicht wirklich Mitspracherecht hatten und vom Wohlwollen ihrer Ehemänner abhängig waren. Es ist aber auch eine Zeit, die nicht nur vom Kaiserreich geprägt ist, sondern auch in die Zeit des 1. Weltkrieges reicht.

In dem Buch geht es um die zwei Frauen Katharina und Greta. Wo die eine versucht, ihrem Leben Sinn zu geben und alles dafür gibt, tut die andere das Gegenteil. Sie ist bestrebt, in die besseren Kreise zu gelangen, um etwas darzustellen. Neid und Missgunst sind dabei ihre steten Begleiter und bringen viel Leid.

Es ist ein Buch, das nicht nur spannend und fesselnd geschrieben ist, es berührt auch den Menschen, es spricht ihn an. Zurückversetzt in eine vergangene Zeit nimmt man teil an geschichtlichen Ereignissen wie auch am Leben der Protagonisten.
Ich habe mit den Protagonisten gebangt, gehofft, geliebt, gehasst und habe auch zwangsläufig an den Intrigen teilgenommen. Was auch immer geschah, es ließ mich nicht los, packte mich und zwang mich zum weiterlesen. 
Ein Stück deutscher Geschichte, hervorragend recherchiert und verpackt in eine mitreißende Geschichte - was will man mehr?
Nun ja, das würde mir nur eins einfallen, eine Fortsetzung?

Für das Buch spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.


Bewertung:


Zur Autorin:

(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Vor allem die Recherche über vergangene Zeiten und alte Geschichten haben es ihr angetan. Nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris lebt sie heute mit Mann und Hund in Berlin und München, manchmal taucht sie aber auch zum Schreiben in einem kleinen Landhaus im Landkreis Rostock ab.






Mein Dank geht an dieser Stelle an die Autorin Micaela Jary, die mir zu Rezensionszwecken dieses Buch zur Verfügung stellte.

Von Micaela Jary wurden gelesen und rezensiert:
      

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 4. April 2017

[Rezension] Annette Hennig - Blütenträume 02: Leilani, Die Blume des Himmels



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Tinte & Feder (4. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1612185355
ISBN-13: 978-1612185354
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 2,5 x 12,6 cm

Inhalt gem. Amazon:
Eine junge Ärztin, ein wertvolles Gemälde und ein Geheimnis, das die Zeit überdauert hat.

Im Sommer 1990 gerät das Leben der jungen Ärztin Leilani Vonderhoff aus den Fugen. Von den Menschen die ihr wichtig waren verlassen, bricht sie ihre Zelte in Berlin ab und macht sich auf die Suche nach einem Neubeginn, um wieder Ruhe und Ordnung in ihr Leben zu bringen. Auf der Insel Rügen glaubt sie all das zu finden. Die Beschaulichkeit ihrer kleinen neuen Welt ist jedoch nur von kurzer Dauer. Völlig unerwartet wird sie mit dem Vermächtnis ihrer Familie konfrontiert. Neugierig begibt sie sich auf Spurensuche, an deren Ende nichts mehr so sein wird, wie es bisher schien.

Zum Buch:
Es kommt eins zum anderen. Nicht nur Rose, Leilanis Mutter, stirbt, sondern ihr verheirateter Kollege und zudem Liebhaber wendet sich ungeniert einer jüngeren Kollegin zu.
Während sie den Nachlass ihrer Mutter durchsieht und auf deren Wunsch das Haus verkaufen will, findet sie ein Gemälde, das recht wertvoll zu sein scheint und welches eine Villa darstellt. Leilani kann sich schwer vorstellen, wie ihre Mutter an dieses Gemälde gekommen sein soll, denn finanziell wäre sie definitiv dazu nicht in der Lage gewesen. Da sie momentan nichts mehr in Hannover hielt, macht sie kurzerhand gemeinsam mit ihrer Freundin Urlaub und ist auf den Weg an die Küste, wo sie recht bald auch dem Charme der Insel Rügen unterliegt.
Tief vom Verrat ihres Liebhabers getroffen, nimmt sie die Chance eines Neuanfangs auf der Insel Rügen war, als sie sich ihr in Form einer Praxis dort bietet...

Auch dieser Roman der Autorin Annette Hennig spielt auf 2 Zeitebenen. Während die in der Vergangenheit die Zeit von 1945 bis 1961 umfasst, spielt die andere im Jahr 1990 als Gegenwart.
Der Vergangenheitsteil schließt nahtlos an Teil 1, "Floras Traum vom roten Oleander" an. Der Leser erfährt, wie es mit der Familie von Langenberg weitergeht, wobei das Hauptaugenmerk auf das Heranwachsen von Viola geht. Flora von Langenberg, ihre Mutter, hat noch immer das Zepter in der Hand und bestimmt nach eigenem Gütdünken über die Geschicke ihrer Familie. Obwohl als Mensch sehr dominant und fast nicht tragbar, ist sie andererseits erfolgreich und durchsetzungsfähig. Deutlich spürbar ist die Abweisung, die Flora ihrer Tochter Viola entgegenbringt.
Die Reue kommt zu spät, Viola und auch ihrer geliebten Schwester Rose gegenüber.

Im Jahr 1990 ist Leilani die Hauptprotagonistin, eine Ärztin, die in Hannover lebt. Nach dem Tod der Mutter und dem Vertrauensbruch ihres Liebhaber zieht sie sich auf die Insel Rügen zurück, wo sie einen Neuanfang wagt. Das Gemälde, das sie von ihrer verstorbenen Mutter hat, lässt sie Nachforschungen betreiben. Sie findet das Haus auf Rügen. Ihr kommen Fragen und Zweifel, wer war ihre Mutter Rose? Sie war ihre einzige Verwandte, aber stimmte das so? Fragen zu ihrem Vater wurden nie beantwortet. 
Andere Gegenstände kommen ihr zwischen die Finger, die neue Fragen aufwerfen. Wird es ihr gelingen, diese Fragen alle zu beantworten?

Sehr gekonnt hat Annette Hennig wieder die beiden Zeitebenen miteinander verwoben. Fragen, die nach dem Lesen des 1. Bandes beantwortet wurden, bringen neue auf. Auch dieser Teil endet mit einem Cliffhanger und lässt den Leser hoffend zurück, dass es mit der Fortsetzung nicht so lange dauern möge.

Altbekannte Protagonisten, wie beispielsweise Flora und Heinrich aus Teil 1 sind auch hier wieder anzutreffen, denn ihre Geschichte wird ja weitererzählt.
Neu hinzugekommen ist Leilani, eine sympathische junge Frau, die einfach nur Pech mit Männern hat. Auch wenn sie zu Beginn des Buches noch einiges verklärt sah, so ist sie doch eine Frau, die weiß, was sie will und auch, was nicht. Sie muss man einfach mögen, ob man will oder nicht.
Mit Flora ist das so eine andere Sache. Ich weiß nicht wirklich, ob ich die Frau so verdammen soll, wie ich es fühle. Sie ist inzwischen eine alte Frau, die versucht, einiges gut zu machen, zwar immer noch sehr dominant, aber doch bemüht, vergangenes Unrecht wieder gut zu machen.

Ich mag Bücher mit Familiengeheimnissen, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen. 
So ist es für mich einfach ein Muss, die Bücher von Annette Hennig zu lesen. Sie kann das, nimmt mich mit auf die Reise und zieht mich in den Strudel der vergangenen und gegenwärtigen Zeit. Durch Angaben der Zeiten fällt es dem Leser leicht, sich zu orientieren. 
Es ist eine wunderbare Geschichte, die noch immer nicht zu Ende ist. Ich fühlte mich wohl beim Lesen und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Das Buch und ich waren verwachsen, schließlich wollte ich wissen, wie es ausgeht.
Nun heißt es wieder warten, bis der letzte Teil der Trilogie erscheint.

Ich mag die Bücher der Autorin und empfehle sie immer gern weiter, so dass ich auch für dieses nur eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen kann.
Jedoch sollte vor dem Lesen dieses Buches der 1. Teil gelesen werden.


Reiheninfo:
Blütenträume 01: Floras Traum vom roten Oleander
Blütenträume 02: Leilani - Die Blume des Himmels
Blütenträume 03: Jasmin - Zeit der Träume

Bewertung:


Zur Autorin:
Annette Hennig über sich selbst findet ihr HIER 


Von Annette Hennig wurden gelesen und rezensiert:
     

An dieser Stelle  möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin

                           Annette Hennig 

bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 10. Januar 2017

[Rezension] Clarissa Linden - Unsere Hälfte des Himmels



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (10. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519011
ISBN-13: 978-3426519011
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,2 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
Ein großer Schicksals-Roman über 2 Frauen und ihren Traum vom Fliegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und über eine dramatische Mutter-Tochter-Beziehung.
Frankfurt in den 30er Jahren: Johanna und Amelie sind dicke Freundinnen, die eine gemeinsame Sehnsucht verbindet: Sie wollen Pilotinnen werden und den Himmel erobern. Doch dieser Traum scheint im Deutschland der Nazi-Zeit unmöglich zu sein. Trotzdem halten beide zunächst an ihm fest – bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt. Ein folgenschwerer Verrat trennt die beiden Freundinnen schließlich für immer.
Kassel in den 70er Jahren: Amelies Tochter Lieselotte, die zu ihrer Mutter stets eine sehr distanzierte Beziehung hatte, wird plötzlich mit deren aufregender Vergangenheit konfrontiert. Allmählich lernt sie eine Amelie kennen, die sie hinter der kühlen Fassade niemals vermutet hätte – und ihr wird klar, dass diese Erkenntnis ihr eigenes Leben verändern wird.

Historisch fundiert, dramatisch und mitreißend: Ein Roman über ungelebte Träume, Frauen-Freundschaft und die erste Beziehung im Leben einer Frau – die zu ihrer Mutter

Zum Buch:
Amelie und Lieselotte sind zwei Frauen, die sich wenig zu sagen haben, obwohl sie Mutter und Tochter sind. Lieselotte wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter Amelie auf, ohne je wirkliche Liebe empfunden zu haben. Die Großmutter, die bei ihnen lebte, lag ihr emotional näher als ihre eigene Mutter.
Nun lag Amelie nach einem Unfall im Koma und Lieselotte eilte pflichtgemäß an ihr Krankenbett. Sie zog vorübergehend bei ihrer Mutter ein und sah deren Papiere durch.
Dabei muss sie erkennen, dass sie die Frau, die ihre Mutter ist, gar nicht kennt. Auch deren junge Nachbarin Marga erzählt ihr von einer Frau, die sie so als ihre Mutter nie wahrnahm.
Wer genau war ihre Mutter? Kommt sie beim Durchstöbern der Unterlagen auch der Herkunft ihres Vaters auf die Spur, von dem sie so gar nichts weiß? ...

1935: Amelie und Johanna sind junge Frauen und Freundinnen, die ein gemeinsames Hobby haben, das Fliegen. Sie lernten sich über die Segelfliegerei kennen und waren so eng befreundet, dass nichts und niemand dazwischen passte. Aber sie wollen mehr und träumen von einer richtigen Ausbildung als Pilotinnen in Berlin, wofür sie auch alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr Ziel zu erreichen. 
Johanna hat Dank ihrer Eltern die Möglichkeit, das Fliegen mit einer Motormaschine zu erlernen, in das sie von Felix, ihrem Fluglehrer eingewiesen wird. Als sich jedoch Amelie in Felix verliebt, scheinen sich die gemeinsamen Ziele der beiden Freundinnen voneinander zu entfernen.
Johanna, die ihrem Ziel so nah ist, kann das nicht zulassen und begeht einen Verrat an Amelie, das das Leben der beiden Freundinnen auf immer verändern wird.

1971: Lieselotte, Hausfrau, wird so richtig bewusst, wie abhängig sie von ihrem Mann ist, als es darum ging, zu ihrer Mutter zu gelangen, nachdem diese ins Koma gefallen war. Nicht nur, dass sie um Erlaubnis fragen muss, ob sie denn fahren darf, auch die Gefühlskälte, die ihr entgegengebracht wird, lässt sie aufhorchen. Sie fährt nach Kassel und atmet auf, mal nicht nur für ihren Mann dasein zu müssen, sondern auch mal eigene Entscheidungen treffen zu können. Vor allem gibt ihr der Abstand zu ihm die Möglichkeit, über ihr Leben nachzudenken und Bilanz zu ziehen. Was will sie und vor allem, was nicht mehr? Diese Reise zu ihrer Mutter verändert ihr Leben für immer.

Ein sehr emotionsgeladenes Buch, dass die Autorin Clarissa Linden dem Leser hier vorlegt.
Die Handlungen spielen auf 2 Ebenen, 1935 und 1971.
1935 ist die Zeit des Nationalsozialismus, freie Meinungsäußerungen sind nicht zielführend, sie können im Gefängnis enden oder sogar mit dem Tod. Der Widerstand arbeitet im Geheimen, denn die Braunen sind an der Macht.
Frauen haben es besonders schwer, ihr Platz soll zu Hause am Kochtopf sein und dem Land Kinder gebären.
So ist es für Amelie und Johanna besonders schwer, sich in einer Männerdomäne, der Fliegerei, zu behaupten. Frauen, die in den Anfängen der Fliegerei Großes geleistet haben, gab es schon, ebenso wie nennhafte Rekorde. Es ist ein Kampf gegen Giganten.

1971 kämpfen im westlichen Teil von Deutschland die Frauen noch um ihre Unabhängigkeit. Es wird gegen den § 218 protestiert, Frauen wollen selber entscheiden. Sie "unterstehen" ihren Männern, dürfen nur mit Genehmigung ihrer Ehemänner arbeiten gehen. Zeiten, an die man gar nicht mehr zurückdenken mag, aber die Zeit, in der Lieselottes Geschichte spielt. 
Sie eilt zu ihrer kranken Mutter und hat dort Gelegenheit, über ihr eigenes Leben Revue passieren zu lassen.

Die Autorin lässt die 30er wie auch die 70er Jahre wieder auferstehen.
Das Leben der Protagonistinnen, ihre Gefühle und Motive sind hautnah mitzuerleben. Man ist als Leser dabei, wenn sie fliegen, lieben, fühlen, leiden und ihre Leben leben. Man kann die Entscheidungen nachvollziehen, wenn auch nicht in jedem Fall akzeptieren.

Man erfährt ein wenig über die Fliegerei in den 30er Jahren, wie auch das Ringen um Gleichberechtigung in den 70er des vergangenen Jahrhunderts.
Das Buch verspricht gute Unterhaltung mit einem Touch Geschichte.

Natürlich darf auch in diesem Buch keine Katze fehlen. Die Autorin, als Katzenliebhaberin bekannt, lässt in jedem ihrer Bücher einen Katzenabdruck zurück, hier ist es der von Kater Cat Ballou.

Ich fühlte mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten und empfehle es sehr gern weiter. 
Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Clarissa Linden und der 
  
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. 

Von Christiane Lind / Clarissa Linden / Chris Lind u. a. Pseudonymen wurden gelesen und rezensiert:
          



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 24. November 2016

[Rezension] Lucinda Riley - Schwestern 03: Die Schattenschwester



Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313961
ISBN-13: 978-3442313969
Originaltitel: The Shadow Sister
Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 4,9 x 22,3 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Star d'Aplièse ist eine sensible junge Frau und begegnet der Welt eher mit Vorsicht. Seit sie denken kann, ist ihr Leben auf das Engste verflochten mit dem ihrer Schwester CeCe, aus deren Schatten herauszutreten ihr nie gelang. Als ihr geliebter Vater Pa Salt plötzlich stirbt, steht Star jedoch unversehens an einem Wendepunkt. Wie alle Mädchen in der Familie ist auch sie ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht, doch der Abschiedsbrief ihres Vaters enthält einen Anhaltspunkt – die Adresse einer Londoner Buchhandlung sowie den Hinweis, dort nach einer gewissen Flora MacNichol zu fragen. Während Star diesen Spuren folgt, eröffnen sich ihr völlig ungeahnte Wege, die sie nicht nur auf ein wunderbares Anwesen in Kent führen, sondern auch in die Rosengärten und Parks des Lake District im vergangenen Jahrhundert. Und ganz langsam beginnt Star, ihr eigenes Leben zu entdecken und ihr Herz zu öffnen für das Wagnis, das man Liebe nennt ...

Zum Buch:
Star d'Aplièse, einfach nur Star genannt, ist die drittälteste von 5 Schwestern. Genau wie all die anderen, wurde auch sie in frühester Kindheit von Pa Salt adoptiert. Sie ist aber auch die ruhigste von den Schwestern, die wenig erzählt und auch wenig auffällt.
Star bildet gemeinsam mit ihrer Schwester CeCe eine Einheit, man trifft selten die eine ohne die andere an. Sie brauchen sich wie die Luft zum Atmen. Diese Abhängigkeit voneinander hat sich in frühen Jahren geprägt und hält auch noch im Erwachsenenalter an.
Als sie vom Tode Pa Salts hören, können sie es nicht fassen, aber sie haben sich, um sich gegenseitig aufzufangen.
Pa Salt hat auch für Star einen Hinweis hinterlassen, der sie zu ihren Ursprüngen führen wird, wenn sie denn bereit ist, sich der Aufgabe zu stellen. Es wäre ein Schritt weg von CeCe und ein Schritt in die Selbständigkeit. Wird Star es wagen, sich der Aufgabe zu stellen? ...

Star wagt den Schritt  und ist auf der Suche nach ihren Wurzeln.
Als Hinweis hatte sie von Pa Salt eine kleine Katzenfigur aus Porzellan und einen Brief erhalten. Der Hinweis führt sie nach England in eine alte kleine Buchhandlung. Dort trifft sie auf den Eigentümer Orlando, ein ein wenig verschrobener alter Mann mit Prinzipien. Obwohl die Buchhandlung dem Untergang geweiht ist, bietet er Star eine Aushilfsstelle an, die sie sehr gern annimmt. Die Buchhandlung und Orlando hat sie sofort in ihr Herz geschlossen. Durch ihn lernt sie auch seine Cousine, seinen Bruder Maus und seinen Neffen kennen, die in Kent auf einem englischen Adelssitz leben.
Dieser Ort führt Star auch in ihre eigene Geschichte.

Die Autorin Lucinda Riley entführt auch in diesem Teil den Leser in eine längst vergangene Zeitebene. 
Zu Beginn des 20. Jhs. lebte Flora McNichols, die Protagonistin der Vergangenheit, gemeinsam mit Eltern und Schwester Aurelia in England. Ihre jüngere Schwester bekommt die allgemeine Zuwendung der Eltern, während sie bei vielen Gelegenheiten übergangen wird. Selbst eine offizielle Einführung bei Hofe wird nur ihrer Schwester gewährleistet.
Als ihre Eltern ihr Anwesen verkaufen, um die Heirat ihrer Schwester zu unterstützen, wird sie bei einer Mrs. Keppel untergebracht. Ihre Eltern ziehen nach Schottland und der Kontakt bricht ab.
Um Aurelias Glück nicht zu gefährden, fällt Flora eine folgenschwere Entscheidung.

Wieder einmal ist es Lucinda Riley gelungen, Vergangenheit mit Gegenwart in einer Geschichte zu verknüpfen. Auch hier sind wieder Personen Bestandteil der Geschichte, die historisch belegt sind. Beatrix Potter, die Kinderbuchautorin, sind genauso zu finden wie Mrs. Keppel, die letzte Geliebte von König Edward VII., wie der König selbst.
Dank ihrer gewohnt genauen Recherche können die Ereignisse überprüft werden und machen die Geschichte rund.

Dieser Roman erzählt die Geschichten einiger starker Frauen, die ihren Weg gehen. Egal, ob es in der Gegenwart Star ist, die aus dem Schatten ihrer Schwester treten muss, um ihr eigenes Leben leben zu können oder Flora in der Vergangenheit, die Entscheidungen aus Liebe trifft, es macht auf jeden Spaß, die Frauen auf ihren Wegen zu begleiten.
Zu erleben, wie sie ihre Entscheidungen treffen, für ihre Lieben da sind und sich selbst verwirklichen, machen den Reiz des Buches aus.

Dieser Roman ist der 3. Teil von 7 angedachten Bänden. Obwohl es eine Reihe ist, kann man die Teile separat lesen.
Ich habe das Buch förmlich verschlungen und empfehle es sehr gern weiter.

Reiheninfo:
Schwestern 01: Die sieben Schwestern
Schwestern 02: Die Sturmschwester
Schwestern 03: Die Schattenschwester
Schwestern 04: Die Perlenschwester

Bewertung:


Zur Autorin:
(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.





Von Lucinda Riley wurden gelesen und rezensiert:
         


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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