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Dienstag, 28. November 2017

[Rezension] Stellmacher, Hermien / Schultz, Joachim - Wie wir Katzen die Welt sehen


























Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (23. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345836305X
ISBN-13: 978-3458363057
Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 1,2 x 19,4 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Katze müsste man sein, seufzt so mancher Mensch, wenn er uns beim Nachdenken zusieht. Doch leider läuft längst nicht alles rund im Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern.
Mit schuld daran sind diese Märchenbücher, in denen erklärt wird, wie wir ticken. Frei nach dem Motto »Katzen dressieren leicht gemacht« verbreiten diese Mäusemist ohne Ende.
Nun wollen wir endlich einmal unsere Sicht auf die Dinge darlegen. Und mit den aberwitzigen Vorstellungen, die über uns Katzen im Umlauf sind, aufräumen.
Alles Wissenswerte für jeden Katzenfreund: von A wie Abwechslung über K wie Klorolle, T wie Traumsauger bis Z wie Zusammenleben. Damit unsere geliebten Zweibeiner sich mühelos zurechtfinden können.

Zum Buch:
Katzenbücher gibt es in rauen Mengen. Bücher, in denen sie die Protagonisten sind, Bücher, in denen man erfährt, wie man mit ihnen umzugehen hat, Bücher über und mit Katzen.
Was es bislang nicht gab, ist eine Art Ratgeber von Katzen für ihre Zweibeiner, bekannt auch als Katzenpersonal oder auch Dosenöffner.

Die beiden Autoren Hermien Stellmacher und Joachim Schultz leben mit ihrem Kater Zazou zusammen und der scheint ihnen eine ganze Menge erzählt zu haben. Sie haben zugehört und dachten sich, dass das mitgeteilte Wissen mit Sicherheit von allgemeinem Interesse sein könnte und haben eine Art Lexikon zusammengestellt. Ich gehe mal davon aus, dass alles geschriebene von Zazou vorher abgenickt wurde, schließlich soll ja alles seine Richtigkeit haben.

Das Buch ist unterteilt in Stichpunkte von A - Z, wie man es vom Lexikon her kennt, besser gesagt von Aberglaube bis Zweitwohnung. 
Logisch, dass Ägypten nicht fehlen darf, wurden doch dereinst die Katzen dort als Götter verehrt - nun ja, man kann es ja mal wieder zur Sprache bringen.

Viele andere Stichworte findet man in diesem Lexikon, bei denen man bereits grinsen muss, wenn man diese nur liest. Ob es da um die eigenen Auffassungen vom Aufräumen geht, um die Erziehung (vom Personal natürlich, denn Katzen kann man nicht erziehen), um das Jagen, das Katzenklo, der unnützen Tätigkeit des Lesens, dem Napf, dem Putzen und und und.

Es macht einfach nur Spaß zu lesen, wie die Gedanken der Katzen sind und was sie einem liebevoll mitteilen wollen oder was sie einfach nur nach Erfahrungen über ihre Zweibeiner denken. Interessant zu lesen auch die Meinung der Katzen über die Anatomie des Zweibeiners. So wie es sich liest, scheinen wir eine Fehlkonstruktion zu sein - keine Ohren, die man anlegen kann, keinen Schwanz, die Krallen eine einzige Fehlkonstruktion und weitere Merkmale, mit denen man auch nicht wirklich was anfangen kann (so die Katzen). Na ja, aber wir haben auch etwas, um was wir beneidet werden - wenigstens etwas.

Ich könnte hier noch viele Beispiele bringen, aber ich denke, die Freude sollte sich jeder selbst gönnen, denn eine Freude ist es wirklich.
Nicht nur, dass man sich an den Texten erfreuen kann, dieses Buch wurde zusätzlich von Hermien Stellmacher selbst illustriert. Liebevoll gezeichnet findet man Zazou immer wieder im Buch vor, mal albern mit Hütchen, mal lesend mit Brille, als Luftballon.... er ist überall gegenwärtig und treibt dort sein Unwesen (siehe auch Cover). Die Zeichnungen von Gegenständen sind zum Teil so detailliert angefertigt, dass sie an die Qualität eines Fotos heranreichen, einfach unglaublich.

Das ist ein Buch, das man als Katzenpersonal einfach haben muss, denn wer möchte nicht wissen, was die eigene Katze weiß und wie sie die Welt sieht. Die Welt aus der Sicht einer Katze - ich kann mir schlimmeres vorstellen.
Wer kein Katzenpersonal ist, sich aber gut unterhalten möchte, dem sei dieses Buch ebenfalls ans Herz gelegt. Wer weiß, vielleicht kommt man ja doch zu einem vierbeinigen Mitbewohner, nun, wo man schon mal weiß, wie sie ticken?

Ich habe bei der Lektüre mit einem dümmlichen Dauergrinsen dagesessen und war ehrlich froh, dass ich es nicht in der S-Bahn gelesen habe.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an das zweibeinige Katzenpersonal.

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text vom Insel Verlag)
Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Sie lebt mit ihrem Mann und einem Kater in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.





Von Hermien Stellmacher / Fanny Wagner wurden von uns gelesen und rezensiert:
    

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin
Hermien Stellmacher
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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WERBUNG

Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Autoren: Hermien Stellmacher / Joachim Schultz

Insel Verlag:
Über das Buch und die Autoren
Leseprobe

Amazon:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 7. August 2015

[Rezension] Hermien Stellmacher - Cottage mit Kater




Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 253 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (6. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458360883
ISBN-13: 978-3458360889
Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2 x 19 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Ein beschwingter Cornwall-Roman über einen Neuanfang und eine anhängliche Katze
Schwere Zeiten für die Krimiautorin Nora: die Mutter gestorben, der Lebensgefährte auf und davon. Da kommt ihr die Einladung in ein Cottage an der Küste Cornwalls gerade recht. Endlich alles hinter sich lassen, Spaziergänge durch leuchtend bunte Blumenwiesen, Sonnenuntergänge am Strand und in Ruhe schreiben – wunderbare Aussichten! Doch wieder einmal macht das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kleiner Kater, den sie von einer Klippe rettet, weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Immer wieder schmuggelt er sich heimlich ins Haus und wirbelt ihren Alltag durcheinander. Mit dem neuen Manuskript geht es auch nicht wie erhofft voran. Es ist zum Verzweifeln!
Aber da ist noch Phil, der nette, gut aussehende Nachbar, der immer wieder seine Hilfe anbietet.

Zum Buch:
Die Krimiautorin Nora ist ausgepowert. Ihre Mutter starb gerade erst, ihr Freund, von dem sie sich in schweren Stunden Beistand erhoffte, hat das Weite gesucht und ihren Abgabetermin für den neuen Krimi musste sie bereits 2x verschieben, so dass das Verständnis des Verlages ebenfalls ausgereizt war.
Da kommt ihr doch das Angebot ihres schwulen Freundes Paul gerade recht, der für ein halbes Jahr nach Kanada geht und ihr in Cornwall sein Cottage solange überlassen will.
Kurzerhand bricht sie alle Brücken in Berlin ab und macht sich auf den Weg nach Cornwall, ins kleine Städtchen Cadgwith.
Ihr nächster Nachbar ist Phil, Kameramann, viel unterwegs und ebenfalls schwul. Und doch hat er etwas an sich, das sie schwach werden lassen könnte. Naja, träumen wird man ja wohl dürfen.
Während eines Spazierganges rettet sie einem kleinen Kater das Leben, der ihr fortan mehr oder weniger auf Schritt und Tritt folgt. Die Sache hat nur einen Haken. Nachdem sie von der Katze ihrer Mutter nur negative Erinnerungen hat, mag sie keine Katzen, auch wenn sie noch so niedlich aussehen. Irgendjemanden muss dieser kleine Kater, den sie zwischenzeitlich Smuggler getauft hat, doch gehören. Sie tut alles, um die wahren Besitzer zu finden...

Eines hat sie in Cornwall auf jeden Fall, die Ruhe, um ihren Krimi zu Ende schreiben zu können. Aber irgendwie will es nicht so richtig flutschen. 
Sie wird abgelenkt, in erster Linie natürlich von ihrem neuen unfreiwilligen Mitbewohner, Smuggler, von den Gedanken an ihren Nachbarn, der am anderen Ufer grast und demzufolge nichts für sie ist und von der Vergangenheit.

Sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich gelassen, die Krankheit und der Tod ihrer Mutter und ihre Schuldgefühle lassen sie nicht los. Sie ist noch dabei, das aufzuarbeiten und muss sich selbst einreden, dass es vorbei ist. Aber die emotionale Aufarbeitung braucht Zeit und die will sie sich dort geben.

Mit ihrem Krimi ist sie auch nicht so recht glücklich, hat sie sich doch zu sehr auf die Forderungen des Verlages eingelassen.
In Phil, ihrem Nachbarn hat sie einen Freund gefunden. Er ist hilfsbereit, hat immer ein offenes Ohr und hilft ihr auch bei ihrem Buch, wenn es nicht mehr weiter geht. Schade nur, dass er schwul ist, Nora könnte sich mehr mit ihm vorstellen.

Ja, und dann ist da noch ein kleiner Kater, der sich nicht mehr vertreiben lässt. Nora macht gute Miene zum bösen Spiel, in der Hoffnung, dass sich auf ihre Suchanzeige bald der eigentliche Besitzer melden würde. Aber niemand meldet sich und sie hat den kleinen Racker am Hals. Natürlich schleicht er sich langsam in ihr Herz rein, wie sollte es auch anders sein. Er ist liebenswürdig, sorgt für sie, indem er lebende Mäuse ins Haus bringt und diese sich selbst überlässt (Soll Nora doch damit machen, was sie will), fordert sein Fresschen, natürlich ist das vom Tisch leckerer als das aus der Dose und beansprucht ganz selbstverständlich den Platz in der Kiste, in dem sie ihre lose Blattsammlung des Manuskripts hat. Also ein ganz normales kleines Katertier, das genau das macht, was so ein kleines Katerchen eben macht ... Dummheiten.
Viele der Szenen erinnerten mich an meine Kater, die den Schalk ebenfalls im Nacken haben. Da die Autorin auch zwei Kater hatte, wusste sie natürlich, wovon sie schreibt, sie musste die eigenen Tiere nur beobachten und wiedergeben. Das hat sie mit Bravour geschafft, denn ich habe mich köstlich amüsiert und wissend mit dem Kopf genickt.

Auch versteht sie es, die cornische Landschaft dem Leser so nahezubringen, dass man das Gefühl hat, man sieht es mit eigenen Augen, selbst wenn man noch nie vor Ort war.

Es ist ein heiterer Roman, in dem auch die ernsten Töne nicht fehlen. Verlust- und Existenzängste gehören genauso zum Buch, wie Tierliebe, Freundschaft und Liebe. Ein breites Spektrum liegt dem Leser vor, ohne eines jedoch überzustrapazieren.

Die Protagonisten sind liebenswürdig und sympathisch und man schließt sie sehr schnell ins Herz. Allen voran natürlich Smuggler, den nicht nur Katzenliebhaber mögen werden.

Ich habe mich mit dem Buch bestens unterhalten, habe gegrinst, mit Nora gelebt, geliebt, gearbeitet und gelitten und habe sie und Smuggler sehr gern auf ihrem Weg begleitet.
Für mich ist es ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und ich hätte gern mehr davon.                                                                      

Bewertung: 


Zur Autorin:
(Text vom Insel-Verlag)
Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katern in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.







Von Hermien Stellmacher / Fanny Wagner wurden von uns gelesen und rezensiert:
    

An dieser Stelle möchte ich mich recht bei der Autorin


Hermien Stellmacher 

bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 9. September 2013

[Rezension] Deborah Moggach - Club der gebrochenen Herzen



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (20. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458359311
ISBN-13: 978-3458359319
Originaltitel: Heartbreak Hotel
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 2 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Willkommen im Heartbreak Hotel!
Buffy, Charmeur und Gentleman der alten Schule, muss sich eingestehen, dass seine wilden Zeiten vorbei sind. Seine Ehen haben nicht gehalten, die Kinder sind längst aus dem Haus und eine neue Liebe ist auch nicht in Sicht. Als er überraschend ein Bed & Breakfast in Wales erbt, beschließt er, noch einmal von vorne anzufangen. 
Das allerdings ist leichter gesagt als getan: Um das heruntergekommene »Myrtle House« am Laufen zu halten, bedarf es einer kreativen Idee. Kurzerhand verwandelt Buffy es in einen »Club der gebrochenen Herzen«, einen Ort, der frisch Getrennten, Geschiedenen und Singles eine Auszeit unter Leidensgenossen und gleichzeitig praktische Lebenshilfe verspricht – um mit neuem Mut und Elan das »Leben allein« anzugehen. In kürzester Zeit lockt Buffys Angebot die verschiedensten Gäste an. Dabei sind Missverständnisse, Verwechslungen und unvorhergesehene Überraschungen vorprogrammiert … 
Ein charmanter, frischer und überaus amüsanter Roman über Menschen, die – egal, ob jung oder alt – mit den Irrungen und Wirrungen des Herzens zu kämpfen haben und sich doch nur nach einem sehnen: einfach nur glücklich zu sein …

Zum Buch:
Buffy, ein in die Jahre gekommener 70-jähriger Schauspieler erbt von einer alten Freundin eine Frühstückspension. Auch das Haus ist älter und hat schon bessere Zeiten gesehen, da  lange Zeit nichts an dem Haus gemacht wurde.
Er bricht alle Zelte in London hinter sich ab, Schauspielangebote gab es sowie schon ewig keine mehr, und übernimmt die Pension namens Myrtle House in Wales. 
Viel Geld kommt durch die paar Gäste nicht ins Haus und wirtschaftlich ist es schon lange nicht, da kommt er durch ein Gespräch auf eine neue Geschäftsidee.
Er bietet Kurse für Singles oder Verlassene an, in denen man das erlernen kann, um das man sich innerhalb einer Beziehung nie kümmern musste, sei es das Kochen, das Auto oder die Handhabung mit den Finanzen.
Eine neue Idee ist geboren, die Kurse sind gut besucht und die Umsetzung entwickelt sich zur Singlebörse …

Ein Buch, wie aus dem Leben geschrieben.
Wem ergeht es nicht so nach einer Trennung? Die Arbeitsteilung in einer Gemeinschaft hat insofern sein Gutes, dass man sich um bestimmte Dinge nicht kümmern muss. Aber was ist, wenn man sich trennt und von einigen Dingen so gar keine Ahnung hat? 
Für diesen Aspekt hat Buffy, ein alter Schauspieler, der die Pension einer alten Freundin geerbt hat, Kurs im Angebot, die dieses Manko ausgleichen sollen.
Buffy weiß selbst aus eigener Erfahrung, die er durch seine diversen Ehen und Scheidungen errungen hat, wie es einem in dieser Situation geht.

Mit diesem Buch hat die Autorin Geschichten erzählt, wie sie jeden Tag irgendwo geschehen, Schicksale und Nöte der Menschen werden auf einfache und einfühlsame Weise dem Leser nahe gebracht. 
Menschen treffen sich, gehen aufeinander zu, lernen sich kennen. Man redet miteinander. Es ist immer wieder verblüffend, wie oft es passiert, dass man einem fremden Menschen eher Dinge anvertraut, die man sonst nicht auszusprechen wagt.

Anfangs hatte ich ein wenig zu tun, in das Buch hineinzufinden, mich mit ihm anzufreunden, zuviel wurde mir „erzählt“. Aber nachdem Buffy nach Wales umgezogen und war und das Projekt „Myrtle House“ in Angriff nahm, wurde es interessant und ich habe es nicht mehr aus der Hand gelegt.
Es ist ein leiser einfühlsamer und sehr realistischer Roman, der völlig glaubwürdig und aus dem Leben abgekupfert zu sein scheint.

Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen vom Insel Verlag)
Deborah Moggach, geboren 1948, studierte an der University of Bristol und arbeitete danach bei Oxford University Press. Sie ist Autorin zahlreicher Romane, u. a. von These Foolish Things, der für das Kino verfilmt wurde und unter dem Titel The Best Exotic Marigold Hotel das Publikum begeisterte. Zudem schreibt sie Drehbücher; für die Vorlage der berühmten BBC-Verfilmung des Jane-Austen-Romans Stolz und Vorurteil wurde sie mit einem BAFTA ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Society of Authors und des PEN. 2005 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der University of Bristol verliehen. Sie hat zwei erwachsene Kinder und lebt im Norden Londons.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei dem Verlag
bedanken, von dem ich das Buch nach einer Verlosung auf Lovelybooks erhalten habe.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 8. März 2013

[Rezension] Anne-Gine Goemans - Gleitflug



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (13. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458175490
ISBN-13: 978-3458175490
Originaltitel: Glijvlucht
Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 3,2 cm

Inhalt gem. Insel Verlag:
Es gibt gewöhnlichere Wohnorte als den von Gieles, vierzehn Jahre alt und hellwach: Mit seinem Vater und seinem Onkel lebt er in einem alten Bauernhof direkt neben der Landebahn eines Flugplatzes. Vater Willem ist als Flughafenförster dafür zuständig, dass keine Vogelschwärme die landenden und startenden Maschinen behindern, und Onkel Fred betreibt mit ungebremstem Optimismus einen Campingplatz für plane spotters. Gieles' Mutter dagegen ist meistens abwesend, ihre ganze Hingabe gehört ihren Hilfsprojekten in Afrika. Und Gieles selbst? Der ist verliebt, in Meike, die es mit ihren Piercings ein wenig übertreibt, vor allem aber in seine vier Gänse, die nur so lange ein Bleiberecht auf dem Gelände haben, wie sie sich nicht in die Luft erheben. Doch genau das bringt Gieles auf eine zündende Idee, wie er die Aufmerksamkeit seiner Mutter zurückerobern kann: das Geheimprojekt Geniale Rettungsaktion 3032.

Zum Buch:
Gieles, ein 14-jähriger Junge wohnt mit seinem Vater und seinem Onkel Fred nahe eines Flughafens, am Ende der Landebahn. Sein Vater ist der Flughafenförster und hat dafür zu sorgen, dass Vögel und andere Tiere den Flugverkehr nicht gefährden.
Gieles' Mutter hält sich mehr in afrikanischen Gefielden auf als zu Hause, um anderen Menschen zu helfen. Gieles vermisst sie sehr.
Nachdem er von einer Notlandung auf dem Wasser gehört hatte, weil Gänse in die Propeller geflogen waren und die Maschine zum Absturz brachten, hat er eine Idee, die er versucht umzusetzen. 
Er versucht zwei seiner Gänse, die bei ihm zu Hause solange leben dürfen, bis sie fliegen können, zu dressieren. Er will die Rettungsaktion 3032 starten, die ihn als Helden auszeichnet, in der Hoffnung, dass sich jeder in der Nähe eines Helden aufhalten will. Seine Mutter will er auf die Art und Weise zu Hause behalten, dass sie bei ihm bleibt, aber ob ihm das gelingen wird? ...

Gieles ist ein ganz normaler Junge, der gerade in der Pupertät steckt. Er hat es nicht leicht, seine Mutter treibt sich in der Weltgeschichte herum, sein Vater und sein Onkel sind seine Bezugspersonen. 
Nebenbei versorgt er seine 2 Gänse, die er auch versucht zu dressieren. Sie leben in der Nähe eines Flughafens zusammen mit den Menschen, die es nicht vorgezogen haben, wegzuziehen.
Über das Internet lernt er Meike kennen, ein ebenfalls 14-jähriges Mädchen, dass eine Vorliebe für Tatoos und Piercing hat. Sie kommt mit ihren Eltern nicht klar und steht eines Tages vor Gieles Tür.
Sein langjähriger Freund Toon hebt langsam ab, so dass sich diese beiden immer weiter entfernen und sie keine Gemeinsamkeiten mehr haben.

Als Gieles den dicken und fast bewegungsunfähigen ehemaligen Lehrer Super Waling kennenlernt, schämt er sich anfangs, mit ihm gesehen zu werden. Aber Waling ist ein Mensch, dem sein Gegenüber wichtig ist und der in der Lage ist, zuzuhören. Die beiden freunden sich an und durch Waling erfährt Gieles vieles über dessen Ururgroßeltern, die seinerzeit bei der Eindeichung mitgeholfen haben. Auch erfährt er die eigene Geschichte von Waling, in der er erzählt, warum er so geworden ist, wie er jetzt ist.

Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, in der andere Geschichten mühelos mit eingebunden wurden.
So erfährt der Leser ein wenig über die niederländischen Pioniere, die dem Wasser das Land streitig machen. Die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Arbeiter leben mussten, fehlten genau so wenig wie eine Liebesgeschichte.

Durch die Briefe von Gieles Mutter hat der Leser Einblick in die harte und frauenfeindliche Welt, die ihr in Afrika begegnete. Diese Briefe machten nicht nur die Kinder betroffen, sondern auch mich.

Sehr berührend empfand ich die Liebe von Gieles zu seinen Gänsen, vor allem der kleinen Gans Wallies, die selbst ich ins Herz geschlossen habe.

Des öfteren schmunzeln musste ich bei seinen Pupertätsproblemen, die ihn überfielen, wenn er mit Meike zusammen war oder wenn seine Fantasie ihn ein wenig arg beschäftigte. 

Es ist ein fantastisches Buch zum Thema Freundschaft, Liebe, Vertrauen. Die Liebe zu den Tieren wird hier genauso zum Thema gemacht wie die Pupertät. Auch erfährt der Leser ein wenig Geschichtsunterricht in Bezug auf Flugzeugunglücke und der Eindeichung in Holland.

Eine Vielzahl von Protagonisten bereichern das Buch mit ihren jeweiligen Eigenheiten, Geschichten und Macken.
Ein schönes Jugendbuch, das ich weiterempfehle.


Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen vom Insel Verlag)
Anne-Gine Goemans, geboren 1971, wuchs im Bollenstreek auf, dem berühmtesten Tulpenanbaugebiet der Niederlande. Sie studierte an der Schule für Journalistik in Utrecht, wo sie später auch lehrte, sowie in Aix-en-Provence. Als freie Journalistin schreibt sie u. a. über kulturwissenschaftliche Themen.
Für ihren ersten Roman Ziekzoekers erhielt sie 2008 den renommierten Anton Wachter-Preis für das beste literarische Debüt. Ihr zweiter Roman Gleitflug, der 2011 erschien, war nominiert für den BNG-Literaturpreis sowie den Libris-Literaturpreis und wurde mit dem Dioraphte-Preis 2012 ausgezeichnet; er wird derzeit in den Niederlanden verfilmt. Die Band ›The Hype‹ hat, inspiriert von Gleitflug, einen Song geschrieben, »Who Knows, Maybe«. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wohnt Anne-Gine Goemans in Spaarndam, einem Dorf in Noord-Holland.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei 
und dem Verlag 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt