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Freitag, 10. Juli 2015

[Rezension] Zoë Beck - Schwarzblende


Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453410432
ISBN-13: 978-3453410435
Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,5 x 18,5 cm

Inhalt gem. Heyne:
Ein grausamer Mord an einem Soldaten erschüttert London – und der junge Kameramann Niall gerät als Zeuge zwischen die Fronten
London. Der Kameramann Niall Stuart wird unfreiwillig Zeuge, als zwei junge Männer einen Soldaten in zivil grundlos angreifen und töten. Niall nimmt die Szene mit seinem Handy auf. Einer der Täter kommt zu ihm, das blutige Messer noch in der Hand, und bekennt, dass er den Mord im Namen Allahs begangen hat. Sein Komplize schwenkt die Flagge des Islamischen Staats. Als Niall wenig später den Auftrag erhält, eine Dokumentation über den Fall zu drehen, ahnt er nicht, dass er mit grausamer Absicht für diese besondere Aufgabe ausgewählt wurde.

Zum Buch:
Kameramann Niall ist eher mit kleineren Aufträgen beschäftigt, bei denen es mehr oder weniger um Landschaftsaufnahmen geht. Während er gerade einen künftigen Drehort inspiziert, laufen 2 Männer mit Macheten an ihm vorbei. Er hält diese für Attrappen, denn wer würde schon mitten in London mit Macheten durch die Gegend laufen? Neugierig geworden, geht er trotzdem hinter den beiden Männern hinterher und rechnet jeden Augenblick damit, dass noch mehr Menschen zusammenkommen, da er es für einen Treffen von Rollenspielern hält. In dem Moment, wo er den Rückweg antreten will, hört er Schreie und geht wieder zurück. Er sieht, wie die beiden mit ihren Macheten auf einen jungen Mann einschlagen. 
Niall beginnt diesen Vorfall zu filmen und muss recht schnell erkennen, dass er einen äußerst brutalen Mord filmt. Die beiden Mörder freut es, dass er es aufnimmt und fordern ihn auf, es auf Youtube zu veröffentlichen. 
Der Beginn eines Albtraums ...

Nachdem die Polizei endlich eingetroffen war, bekam Niall keine Gelegenheit dazu, ihnen zu sagen, dass er nicht zu den beiden Männern gehört, er wird genau wie sie in Gewahrsam genommen und übelst behandelt.

Nachdem sich geklärt hatte, dass er mit ihnen nichts zu tun hat, bekommt er vom Fernsehen das Angebot, eine Reportage über die beiden Männer zu machen, die behaupteten, ein Palästinenser und ein Türke zu sein. Er soll den Werdegang der beiden recherchieren, wie sie zu dem wurden, was sie waren, Mörder im Auftrag von Allah.
Nachdem Niall anfangs zögerte, den Auftrag zu übernehmen, da sein Vater an dem Auftrag mit involviert war, sagt er letztendlich doch zu und geht Dingen auf den Grund, die eine enorme Reichweite haben.

Die Autorin Zoë Beck hat ihren Roman wieder in London spielen lassen. Basierend auf ein Ereignis von vor 2 Jahren, wo zwei Islamisten auf offener Straße in London einen Soldaten töteten, hat sie dieses ebenfalls als Ausgangssituation angesetzt.

Für Niall ist es die Chance, aus dem Bereich der Landschaftsreportagen herauszutreten und sich einen Namen zu machen. Das Thema ist brisant und gefährlich. Er bekommt ein Team zur Seite gestellt, allen voran Beth und Laura, um Recherchen betreiben zu können und die Reportage voranzubringen.

Niall führt viele Interviews, mit den Familien des Opfers und auch der Mörder. Dank seiner eigenen guten Beziehungen auch in der Politik können sie einen allumfassenden Eindruck erhalten, wie es dazu kommen kann, dass Menschen sich von der Gesellschaft abwenden und ihre "eigenen" Wege gehen, Wege, bei denen sie angeheuert und regelrecht rekrutiert wurden. Ausbildungen in Trainingslagern und Gehirnwäsche tun ihr übriges, um aus ihnen gefährliche Waffen zu machen, die auch vor einem Selbstmordkommando nicht zurückschrecken.

Waffenlieferungen in islamische Länder tun ihr übriges und können eines Tages gegen sie selbst gewandt werden.
Die eine Seite sind die Islamisten, die im Namen Allahs alles und jeden töten wollen, die nicht ihrem Gott huldigen, auf der anderen Seite stehen Menschen, die daran verdienen und völlig skrupellos sind. Aber diese agieren im geheimen und verborgenen.

Bis Niall in der Lage ist, alle kausalen Zusammenhänge zu erfassen, muss er durch einen tiefen Sumpf waten und holt dabei Dinge aus der Versenkung, die ihn bis ins Innerste erschüttern.

Zoë Becks Roman ist kein Krimi und schon gar kein Roman, mit dem man sich unterhaltsam die Zeit totschlagen kann. Sie schreibt gesellschaftskritische und politische Romane, die beängstigend sind, da sie so real sind. All das passiert heute in dieser Welt und kann morgen in meiner Stadt passieren. Wann hört der Wahnsinn auf? Solange es noch jemanden gibt, der daran verdienen kann, wahrscheinlich nie.
Ein Buch, das wachrüttelt und nachdenklich macht.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.   

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Heyne-Verlag)
Zoë Beck, geboren 1975, lernte Klavier und studierte Literatur. Nach diversen Film- und Theaterjobs arbeitet sie heute als Autorin und Übersetzerin. Für ihre Romane und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis.






Von Zoë Beck wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei dem Verlag 


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Den Heyne-Verlag findet ihr auch auf Facebook



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 16. November 2013

[Rezension] Horst Eckert - Schwarzlicht



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Wunderlich (20. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250576
ISBN-13: 978-3805250573
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 3,2 cm

Inhalt gem. Rowohlt-Verlag:
Walter Castorp ist tot.
Der Ministerpräsident von NRW, ertrunken in seinem Swimmingpool. Sechs Tage vor der Wahl.
Vincent Veih leitet die Ermittlungen. Der Hauptkommissar ist gerade erst zum Leiter des KK11 ernannt worden. Nicht alle Kollegen sind davon begeistert. Auch seine Mutter nicht. Die Ex-Terroristin hat den Großteil ihres Lebens in Haft verbracht. Sein Großvater hingegen wäre stolz auf ihn gewesen – doch das ist eine andere Geschichte …
Als alle Spuren auf einen Mord deuten, gerät Vincent auch unter politischen Druck. Doch er ermittelt gegen alle Widerstände. Denn Gerechtigkeit geht Vincent über alles. Auch wenn es bedeutet, dass er sich seiner eigenen Vergangenheit stellen muss …

Zum Buch:
Als der Ministerpräsident von NRW Walter Castorp tot in einem Pool aufgefunden wird, ist nach den ersten Ermittlungen klar, dass es sich um Mord handelt.
Der Pool gehört zu einem Penthouse, das ihm von dem Baulöwen Osterkamp zur Verfügung gestellt wurde.
Die Ermittlungen werden Vincent Veih übertragen, der gerade als vorläufiger Kommissariatsleiter eingesetzt wurde. 
Die Wahlen in NRW stehen vor der Tür und das Timing des Todes ist ausgesprochen schlecht. Walter Castorp wurde im Zusammenhang mit einem Abhörskandal in Verbindung gebracht und wollte eine Pressekonferenz geben, zu der es nicht mehr gekommen ist. Wollte er zurücktreten oder etwas offenbaren? Nicht jedem passt es, dass sein Tod mit Mord in Zusammenhang gebracht wird und das kurz vor der Wahl. 
Die Ermittlungen laufen und es wird einigen Personen auf die Füße getreten. Wird es Vincent Veih und seinem Team gelingen, den oder die Mörder zu fassen? ...

Eigentlich sind Politikthriller so gar nicht mein Ding. Horst Eckert ist es jedoch mit seinem Buch gelungen, mich durchgehend an der Stange zu halten.

Parallelen zu seinem Buch findet man im realen Leben, seien es die Themen Schwarzgeldkonten, Abhöraffären oder auch den Todesfall Barschel. Sein Roman ist zwar fiktiv, aber von der Aktualität oder auch Realität absolut nicht von der Hand zu weisen. 
Die Geschichte ist jederzeit nachvollziehbar und glaubwürdig.

Den provisorischen Kommissariatsleiter Vincent Veih erlebt der Leser nicht nur in seiner Tätigkeit als Ermittler zum Tod von Walter Castorp, sondern auch im Umgang mit seiner Mutter Brigitte, die 20 Jahre im Gefängnis saß, da man ihr Tätigkeiten im Zusammenhang mit der RAF nachweisen konnte.

Horst Eckert spricht mit seinem Roman auch einige Themen an, die mit den eigentlichen Ermittlungen zum Mordfall nichts zu tun haben. Zum einen erfährt der Leser viel über sein Verhältnis zu seiner Mutter, die ihn als Kind einfach bei Freunden zurück ließ. Letztendlich wuchs Vincent jedoch bei seinen Großeltern auf, bei denen er seine glücklichsten Jahre verbrachte. Dass Vincent und seine Mutter kein herzliches Verhältnis zueinander haben, liegt fast auf der Hand. 
Sein Großvater, selbst ehemaliger Polizist, hatte seine eigene Vergangenheit, von der Vincent nach dem Tod seiner Großeltern erfuhr. Der Autor ermöglicht dem Leser in diesem Zusammenhang einen Einblick in die Polizeiarbeit der 40-er Jahre im Zusammenhang mit der Judenfrage. Diese Thematik wird aufgrund einer Ausstellung gerade wieder aktuell und beschäftigt Vincent.
Auch erhält das Privatleben Vincents seinen Part in diesem Buch, so dass die Person Vincent Veih gut wahrgenommen werden kann.

Während der Ermittlungen zum Mord an Walter Castorp stößt er immer wieder gegen willkürlich errichtete Grenzen, die ihn stoppen, aber nicht aufhalten können, die Wahrheit zu finden.
Sehr gut zeigt der Autor die Machtverhältnisse zwischen Staatsapparat und Polizeibehörde auf, die ich persönlich beängstigend fand. 
Da fragt man sich wirklich, was ist wichtiger, Aufklärung eines Mordes oder Verschleierung, da es der Partei schaden könnte? Und der Arm reicht bis ins Kanzleramt. 
Ich für meinen Teil bin fest davon überzeugt, dass das nicht der Fantasie des Autors entsprungen ist, sondern aktuell tatsächlich der Realität entspricht.

Horst Eckert hat hier einen Thriller geschrieben, der verdammt nah an der Realität ist und den Leser nicht gerade beruhigt.
Detaillierte und fundierte Ermittlungen, die polizeitechnisch sehr gut recherchiert wurden, machen das Buch glaubwürdig und nachvollziehbar.
Die Spannung, die von Beginn an aufgebaut wurde, steigert sich und findet mit einer zumindest für mich überraschenden Auflösung ihr Ende.

Horst Eckert versichert, dass der Ermittler Vincent Veih keine Eintagsfliege bleiben wird, so dass man sich schon jetzt auf ein erneutes Treffen mit ihm freuen kann.
Für mich war es das erste Buch von Horst Eckert, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.
Da es mir sehr gut gefallen hat, empfehle ich es auch sehr gern weiter.
  

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Horst Eckert, 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, lebt seit 26 Jahren in Düsseldorf. Er studierte Politische Wissenschaft und arbeitete fünfzehn Jahre als Fernsehjournalist. 1995 erschien sein Debüt „Annas Erbe“. Seine Romane gelten als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“ (Deutschlandfunk). Sie sind in mehrere Sprachen übersetzt sowie preisgekrönt (u.a. Friedrich-Glauser-Preis für „Die Zwillingsfalle“, Krimi-Blitz für „Schwarzer Schwan“).




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 17. Dezember 2011

[Rezension] Steffen Bärtl - Der Keim der Furcht




Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 451 Seiten
Verlag: Projekte-Verlag Cornelius; Auflage: 1 (5. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386237596X
ISBN-13: 978-3862375967
Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 15,1 x 3,8 cm


Buchcovertext:
Die Saat der Gewalt ist erneut in Krisengebieten aufgegangen. Unschuldige Menschen, darunter ein deutsches Ärzteteam, verlieren bei einem Massaker ihr Leben - für einen sinnlosen Krieg, der Hass im Feuer der Macht schürt. André Hartmann hat seine neue Stelle als deutscher UN-Beobachter angetreten und tritt damit in die großen Fußstapfen seines Vorgängers, der ihn unerwartet nach Somalia schickt, um Informationen zu sammeln, die für die Entscheidung des deutschen UN-Mandates wichtig sind. Hartmanns Auftrag erscheint anfangs einfach, doch mit der Zeit sticht er in ein Wespennest aus Lügen, Intrigen und Korruption. Kann er sich aus der Schlinge der Gewalt befreien?

Zum Buch:
Gewalt in Somalia. Vor laufender Kamera werden zur Veröffentlichung an die Welt Kapitäne von gekaperten Schiffen erschossen.
Ein deutsches Ärzteteam, das in Somalia UN-Hilfe leistet, wird überfallen und getötet.
Weitere Gewalttaten ohne Ende.
Ein tiefer Sumpf von Gewalt, Machtgier, Intrigen und Rebellion in Somalia.

Dr. Wernecke, Mitglied des UN-Sicherheitsrates macht in einer eiligst eingerufenen Sondersitzung den Vorschlag, vor übereilten Entscheidungen Erkundungen zur Sachlage einzuholen. Dieses wird ihm genehmigt mit einer Frist von 14 Tagen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, schickt er seinen vorgesehenen Nachfolger, André Hartmann, Botschafter und zukünftiger UN-Beobachter, nach Somalia.
Eine Aufgabe, die so gefährlich ist, dass sie André das Leben kosten könnte ...

Leider habe ich die beiden Vorgänger aus der Reihe um den Protagonisten André Hartmann nicht gelesen. Ganz offenkundig fehlten mir Informationen, die die Person André Hartmann ausmachen. Eine wirkliche Beziehung zu ihm konnte ich so leider nicht aufbauen, da über ihn direkt nicht viel ausgesagt wurde. So blieb für mich auch die Frage offen, warum seine Frau Renate im Rollstuhl saß.
Der Roman spielt an vielen Schauplätzen, wie Somalia, Äthiopien, Kuba, New York und andere, zwischen denen oft hin- und hergesprungen wird. Es ist mir sehr schwer gefallen, immer gleich zu wissen, an welchem Handlungsort ich mich gerade befinde und das mit dem vorhergelesenen zu verbinden.
Das ist keine leichte Lektüre, die man mal eben so nebenbei lesen kann. Hier ist wirkliche Konzentration nötig, um den Überblick zu behalten.
Der Schreibstil von Steffen Bärtl hat mir gut gefallen. Das Buch an sich ließ sich gut lesen, nachdem ich mich in die einzelnen Schauplätze reingelesen hatte und sie zuordnen konnte.
Ein gut durchdachter und spannend geschriebener Politthriller.
Damit es anderen nicht so ergeht wie mir, würde ich vor der Lektüre dieses Romans empfehlen, sich mit der Person André Hartmann durch die vorhergehenden Bände vertraut zu machen. Sicherlich kann man dann eine bessere Beziehung zu ihm aufbauen.


Bewertung: Note 2

Zum Autor:
(übernommen von Steffen Bärtl's HP)
Geboren wurde Steffen Bärtl 1977 in Torgau. Er besuchte von 1984-1994 die Polytechnische Oberschule in Torgau und verließ sie mit dem Realschulabschluss.
Bereits in der Schulzeit verspürte er den Drang zu schreiben. Das Schreiben ist bis heute sein Hobby geblieben.
Nebenbei gilt sein Interesse dem Film. Er absolvierte seine Grundausbildung in der Fritz-Erler Kaserne bei Kassel.
Nach seinem Grundwehrdienst orientierte er sich um und beendete 2007 eine Weiterbildungs zum “Staatlich geprüften Altenpfleger”.
In diesem Bereich ist er noch tätig.
Seit 2009 ist von ihm die Romanfigur, BOTSCHAFTER ANDRÉ HARTMANN, in der Bücherwelt unterwegs. Nachfolgend sind zwei weitere Romane um den Botschafter erschienen.

Auf diesem Weg möchte ich mich bei Pudelmützes Bücherwelten, die das Gewinnspiel veranstaltet hat, bei der ich dieses Buch gewonnen habe, und beim Autor Steffen Bärtl bedanken, der dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt