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Montag, 9. Mai 2016

[Rezension] Gernot Gricksch - Ghetto Bitch



Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Dressler (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791500066
ISBN-13: 978-3791500065
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 3,2 x 21,1 cm

Inhalt gem. Dressler:
Hochglanz-Girl im Hochhaus-Schick: Die 15-jährige Nele wohnt mit ihrer Familie im schicken Hamburg-Poppenbüttel und führt ein unbeschwertes Leben. Doch plötzlich nimmt ihr Leben eine gravierende Wendung: Neles Vater stirbt und hinterlässt Berge von Schulden! Neles Mutter ist gezwungen, mit ihr und ihrem 14-jährigen Bruder das Villenviertel gegen eine Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop einzutauschen. Schnell ist Nele hier die arrogante Zicke vom Dienst und lässt kein Fettnäpfchen aus. Als jedoch der 17-jährige Skater Rick auftaucht, gelingt es Nele immer besser, sich in ihr neues Umfeld zu integrieren.

Zum Buch:
Nele ist ein Mädchen, das recht beliebt ist in ihrer Schule. Sie geht mit Daniel, dem heißesten Typen ihrer Schule. 
Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Timo in einer Schicki-Micki-Gegend und kümmert sich nicht um die, die in der Assi-Gegend wohnen. Zwischen ihr und denen liegen Welten.
Mit den Freundinnen shoppen gehen, zu Partys einladen und eingeladen werden ist genauso normal für sie wie das Besitzen einer eigenen Kreditkarte.
Das alles ändert sich an dem Tag, an dem ihr Vater einen tödlichen Unfall hat und ihnen nichts als Schulden hinterlässt. Da vermutet wird, dass es sich um Selbstmord handelte, zahlt auch die Versicherung keinen müden Euro.
Nele und Timo sowie ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig, als alles was geht, zu verkaufen und umzuziehen.
Eine Wohnung in der Assi-Gegend, das kann ja wohl nicht wahr sein! Aber anderes ist nicht finanzierbar. Sie schämen sich und verabschieden sich von ihrer ehemaligen Wohngegend und ihren Freunden mit der Lüge, dass sie nach Amerika gehen. Sie ziehen für immer einen Schlussstrich von ihrem bisherigen Leben und schauen nicht zurück.
Der Einzige, der mit dem Umzug keine Probleme hat, ist Timo. Er hatte Stress mit einem Schüler aus der Schule, der ihn erpresst und gemobbt hatte. Für ihn hat er noch ein besonderes Abschiedsgeschenk hinterlassen...

Nele, Timo und Henriette, ihre Mutter, ändern ihr Leben von einem Tag auf den anderen.
Sie müssen alles verlassen, was ihr bisheriges Leben ausmachte. Schule, Freunde, Haus, wirklich alles lassen sie hinter sich. Besonders schwer fällt Nele der Abschied von ihrem Freund Daniel. Aber auch er hat keinen Platz mehr in ihrem kommenden Leben.
Sie ziehen in eine Gegend, die sie die Assi-Gegend nennen. Eine Gegend voller Hartz IV-Empfänger, Kriminalität, Dieben und Mördern. So zumindest stellen sie sich ihr künftige Wohngegend vor. 
Der erste, der Anschluss an Freunde findet ist erstaunlicherweises Timo. Nele tut sich recht schwer, kommt sie doch leicht prinzessinnenhaft daher. Das einzige Mädel, das auf sie zugeht ist Ginny. Aber Ginny hat keine Vorzeigefigur und kleidet sich mehr als unvorteilhaft. Kann man mit so einer befreundet sein und vor allem, will Nele das?
Tja und dann ist da noch dieser süße Typ, Rick. Sie setzt sich in der Klasse neben ihn, aber er scheint unnahbar zu sein.

Nele ist ein verwöhntes Mädchen, das bis jetzt auf der Sonnenseite des Lebens stand. Keine Sorgen, keine Nöte, Geld war immer vorhanden und sie musste sich bei nichts einschränken. Als sich ihre Lebensumstände von einem Tag auf den anderen ändern, wird sie auch erwachsen. 
Die Einsicht, dass sie als verbliebene Familie ihr Leben ändern müssen, ist da, nur an der Umsetzung hapert es noch ein wenig.
Während ihr Bruder, der immer ein Einzelgänger war, schnell Anschluss findet, kann sie sich nicht dazu durchringen, den ersten Schritt auf die Mädels zuzugehen, die so ganz anders sind als sie.
Mit Vorurteilen behaftet steht sie einer Situation gegenüber, die von ihr nicht verschuldet wurde, die sie aber mit tragen muss.
Nele lernt und wächst über sich selbst hinaus. Sie wird ein Mädchen, das man mag. Sie wird Entscheidungen treffen, die zeigen, wie stark sie sich verändert hat.

Aber auch Timo sieht sich Situationen gegenüber, die er irgendwann nicht mehr beherrschen kann. Er ist froh, seinem alten Umfeld entkommen zu sein und fühlt sich schnell wohl im neuen. Dort lauern andere Probleme auf ihn, denen er sich stellen muss.

Beide, Nele und Timo sind zwei Protagonisten, die über sich selbst hinauswachsen und die man einfach mögen muss. Sie nehmen ihr Schicksal an und werden darüber erwachsen.

Vom Autor Gernot Gricksch kannte ich bislang nur die beiden Bücher über die Kirschkernspuckerbande. Nun war ich natürlich gespannt, wie er sich bei einem Jugendbuch lesen wird. 
Ich muss sagen, ich bin regelrecht begeistert. Er konnte sich sehr gut sowohl in das Leben der "Schicki-Micki-Nele" hineinversetzen wie auch in das der "Assi-Nele". Beide sind ausgesprochen glaubhaft wiedergegeben, so dass man auch als Leser das Gefühl hatte, man war bei beiden immer anwesend.
Obwohl ich jetzt wirklich nicht mehr zur Zielgruppe der Leser gehöre, fühlte ich mich mit dem Buch bestens unterhalten.
Ich habe mit Nele und Timo ihr Leben verfolgt, habe mit ihnen gelacht und geliebt und auch all die negativen Dinge, die sie überrollten, miterlebt.

Für dieses Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen von Dressler)
Gernot Gricksch, Jahrgang 1964, ist Journalist und Autor. Er schrieb zahlreiche Drehbücher fürs Kinderfernsehen und bereits mehrere Romane für Erwachsene, darunter den Bestseller „Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande“. Sein preisgekrönter Roman „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ wurde von Leander Haußmann fürs Kino verfilmt. Für das Drehbuch, das er selbst schrieb, wurde er sowohl mit dem Norddeutschen als auch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Gernot Gricksch lebt mit seiner Familie in Hamburg. 




Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim Verlag



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Folgende Bücher von Gernot Gricksch wurden bereits von uns gelesen und rezensiert


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 19. Juli 2013

[Rezension] Gernot Gricksch - Kirschkernspuckerbande 02: Die heldenhaften Jahre der Kirschkernspuckerbande




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426510650
ISBN-13: 978-3426510650
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,4 cm

Inhalt gem. Knaur-Verlag:
Piet hat immer gedacht, dass er als Erwachsener die Antworten auf alle Fragen kennen und sich gemütlich im Liegestuhl des Lebens zurücklehnen würde. Doch auch mit 40 müssen er und seine Kirschkernspucker-Freunde aus alten Zeiten sich mit den Widrigkeiten des Lebens herumschlagen: Die erste Midlife-Crisis, fragwürdige Anti-Aging-Kampfansagen, eine späte Schwangerschaft, das immerwährende Rätsel der Liebe und die Rettung eines vernachlässigten Mädchens halten alle mächtig auf Trab. Und wenn die eigenen Kinder genauso viel Mist bauen wie man selbst früher, ist das Chaos komplett. Aber mit guten Freunden ist alles zu schaffen. Sogar das Leben.

Zum Buch:
Nachdem ich in dem Buch "Die heldenhafte Geschichte der Kirschkernspuckerbande" die ersten 4 Jahrzehnte des 6-er Gespanns kennenlernen durfte, geht die Geschichte in die zweite Runde. Das nächste Jahrzent ist angebrochen.

Petra ist auch nach vielen Jahren Zank und Streit noch immer mit Dille verheiratet. Inzwischen ist sie wie alle anderen auch, 40 Jahre alt. Und erneut schwanger, ungewollt. Sie will das Kind nicht, es wäre an der Zeit, an sich selbst zu denken, nachdem die anderen 3 Kinder alle aus dem Haus sind. Es kommt anders als geplant.
Sven und Jörn sind noch immer verheiratet, leben sich aber gerade auseinander, da Sven in der Theaterszene der Überflieger geworden ist und Jörn, nunmehr arbeitslos, nicht mehr mit ihm Schritt halten kann.
Piet versucht nach wie vor erfolglos, seine Liebste und Mutter seiner 6-jährigen Tochter Nele, jedes Jahr dazu zu bringen, ihn zu heiraten.
Er ist inzwischen Autor, recht erfolgreicher sogar, aber mit sich und der Welt irgendwie uneins.

Mit dieser Anfangssituation wird der Leser konfrontiert, wenn er das Buch zur Hand nimmt. 
Die folgenden zehn Jahre durfte ich die Protagonisten wieder begleiten und sie mit ihren Macken und Verschrobenheiten neu kennenlernen. Sie haben sich weiterentwickelt, der eine zum Guten, der andere eher nicht.
Nur eines ist immer geblieben - ihre Freundschaft.
Es gab Momente, da haben sie sich gegenseitig weh getan, andere unabsichtlich verletzt. Auch gab es Zeiten, da haben sie jahrelang nicht miteinander gesprochen, trotzdem blieb das Zusammengehörigkeitsgefühl da. Denn wenn auch die Freundschaften nicht mehr so eng wie früher waren, so gab es doch immer einen / eine, die sich mit anderen traf. Man war immer auf dem Laufenden, was das Leben der anderen Freunde anging.

Das Leben der Protagonisten hat sich verändert. Sven fühlt sich wohl in der Welt des Theaters und merkt nicht einmal, dass er abhebt. Er hinterfragt seine Beziehung zu Jörn, hat sie noch eine Zukunft? Kann ein Kind ihre Beziehung noch kitten?
Dille ist dabei, sich ebenfalls zu verwirklichen, wobei er sich ein wenig übernimmt. Hundert Dinge, die er schon angefangen hat, aber nie wirklich zu Ende gebracht. Nun aber hat er das Richtige für sich gefunden, oder?
Piet, der den Tod seines Freundes Bernhards noch immer nicht verarbeitet hat, macht sich auf die Suche nach Bernhard. Er begibt sich in dessen Umfeld und versucht herauszufinden, wer er war.

Jeder der Protagonisten hat einen Traum, nur wie weit kommen sie damit?

Neue "Mitspieler" kommen hinzu. Anita und Adolf sind zwei Personen, die man um nichts in der Welt verpassen möchte.
Die Beschreibung des Autoren von Adolf, dem Mitbewohner der Zwillinge Lucy und Florian, war so super, dass ich gleich ein Bild vor Augen hatte. Er erinnerte mich an den Mitbewohner Spike von William (Hugh Grant) aus dem Film "Notting Hill". Und genauso kaputt wie Spike ist auch Adolf, sie könnten Zwillinge sein.

Mit diesem Buch hat der Autor seinen ersten Band um die Kirschkernspuckerbande erfolgreich fortgesetzt. Es gibt viele Momente, in den man als Leser spontan laut loslachen kann, aber auch nachdenkliche fehlen nicht. 
Es ist eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, aber auch eine Geschichte um wirkliche und wahre Freundschaft, die auch nach Jahren und einiger Vorkommnisse Bestand hat und in denen man sich aufeinander verlassen kann.
Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass es noch nicht das Ende der Kirschkernspuckerbande war und hoffe stark auf einen Nachfolger in ... sagen wir mal ... 10 Jahren?


Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Gernot Gricksch, geboren 1964, ist Kolumnist, Kinokritiker und Autor von Romanen, Sachbüchern und Drehbüchern. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg. Gernot Gricksch versteht es wie kaum ein anderer deutscher Unterhaltungsautor, sein Publikum zum Lachen zu bringen, zu Tränen zu rühren und dabei so einiges über das Innenleben von Männern zu verraten, was "echte Kerle" nur zu gerne für sich behalten und viele Frauen gerade deswegen hochspannend finden. Zu Gernot Grickschs größten Erfolgen gehören "Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande" und "Freilaufende Männer". Sein Roman "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" wurde 2006 mit dem Literaturpreis DeLiA als bester Liebesroman des Jahres ausgezeichnet, die eigene Drehbuchadaption mit dem Norddeutschen Filmpreis und dem Bayerischen Filmpreis. Nach „Freilaufende Männer“ wurde 2012 der Roman „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ mit Wotan Wilke Möhring verfilmt.



Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Folgende Bücher von Gernot Gricksch wurden bereits von uns gelesen und rezensiert


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[Lesung] Gernot Gricksch liest aus "Die heldenhaften Jahre der Kirschkernspuckerbande

Mittwoch war Lesung in Rathenow, Donnerstag verschlug es uns lesungsbedingt wieder nach Berlin.
Der Autor war Gernot Gricksch.
Dazu aber eine kleine Vorgeschichte.

Als mir (Kleeblatt) das Buch "Die heldenhaften Jahre der Kirschkernspuckerbande" angeboten wurde, war mir Gernot Gricksch noch gar kein Begriff. Gleichzeitig erhielt ich die Info, dass er in Berlin lesen würde.
Lesungswütig, wie wir nun mal sind, habe ich uns kurzentschlossen für die Lesung angemeldet und Interesse an dem Buch gezeigt.
Als ich dann bei Gelegenheit Kerry erzählte, dass wir zu dieser Lesung gehen würden, war sie hellauf begeistert, denn ihr war der Autor ein Begriff. "Na er hat doch 'Königskinder' geschrieben", wurde mir um die Ohren gehauen. Aha. Auf meine Frage, ob sie das Buch denn schon gelesen hätte, antwortete sie mit "Nein, aber Sabine ist von dem Autoren und dem Buch begeistert". Aha. 
Na gut. Nachdem ich nun feststellen musste, dass dieses Buch der Kirschkernspuckerbande bereits der 2. Teil ist, habe ich mir Teil 1 besorgt und erst einmal den gelesen und siehe da, der Autor hat einen Fan mehr.
Die Rezension zum 1. Teil "Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande" findet ihr HIER

Wir waren also auf den Autor Gernot Gricksch gespannt.


 

Die Veranstaltung fand im Bahnhof Lichtenberg statt und wurde von der Buchhandlung Ludwig organisiert.
Es wurden Getränke gereicht, Kekse und, wie passend, Kirschen. Die Veranstalterin bat lediglich darum, sie nicht herumzuspucken :-)

Ein Tisch mit Büchern von Gernot Gricksch bestückt, lud zum Kauf der Bücher ein.


Nachdem den Zuhörern der Autor vorgestellt wurde, ging es auch schon los.
Zuerst las er den Teil, in dem die Geschehnisse aus Teil 1 in Erinnerung gebracht wurden. 

 

Anschließend las er meine Lieblingsepisode, über die ich wie alle anderen auch noch, nachdem ich es gelesen hatte, lachen konnte. Es ging um eine etwas ungewöhnliche Geburt.

Aber auch die Lieblingsszene seiner Frau las er vor, die wohl nach der Lektüre meinte "Ihr Männer habt wohl den A... offen". Das sagte er ganz leise, aber wir saßen wie gewohnt in der ersten Reihe und haben verdammt gute Ohren :-)  Wir verraten natürlich nicht, welche Episode das war. Lest das Buch, ihr werdet sie erkennen.

Im Anschluss wurden Fragen beantwortet und Bücher signiert. Wir waren natürlich gut vorbereitet, denn das ein oder andere Buch haben wir schon im Vorfeld gekauft und am Lesungsabend kam auch Kleeblatt nicht am Büchertisch vorbei.


Auch das war wieder ein sehr schöner Abend mit einem sympathischen Autor, den wir kennenlernen durften und den wir nicht aus den Augen lassen werden.

Die Rezension zu genanntem Buch wird heute noch online gehen.

Es grüßen euch 
Kerry und Kleeblatt

Mittwoch, 17. Juli 2013

[Rezension] Gernot Gricksch - Kirschkernspuckerbande 01: Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande



Leseprobe 



Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (1. Oktober 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426618923
ISBN-13: 978-3426618929
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,4 cm

Inhalt gem. Knaur-Verlag:
Sofort nach der Geburt ihres Sohnes sprang Piets Mutter auf, um den Vater zu suchen, der sich in einer Abstellkammer eingesperrt hatte. Und Piet? Der blieb im Kreißsaal liegen und dachte erstaunt: »War's das schon?« Die gleiche Frage stellt er sich vierzig Jahre später am Grab eines seiner besten Freunde; er erinnert sich an Brauner Bär und Schlaghosen, Miami Vice und Startbahn West, den ersten Kuss und die letzte Gehaltsabrechnung. Und Piet denkt an vier Jahrzehnte mit seinen besten Freunden - kurz: an die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande ... 
Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande ist eine bunte Chronik der letzten vierzig Jahre, ein Buch über echte Freundschaft und große Liebe, eine Bestandsaufnahme der Fragen, die uns alle irgendwann im Leben einmal bewegen - und ganz nebenbei ist Gernot Grickschs Roman zum Weinen schön und zum Lachen lustig!

Zum Buch:
Sie sind die Kirschkernspuckerbande, Piet, Sven, Petra, Susann, Bernhard und Dille.
Piet und Sven kennen sich von klein auf, die sind Nachbarsjungen und mehr oder weniger zusammen aufgewachsen. Als Svens Vater von heute auf morgen verschwindet, ist Piets Vater zu Sven wie ein Vater.
Nachdem die beiden 5 Jahre sich allein hatten, zog Petra mit in ihre Straße und gesellte sich mit zu den beiden Freunden.
Während der ersten Tage in der Schule lernen sie die anderen Freunde kennen und bilden von da an eine Einheit. 

Sie sind alle im Jahr 1960 geboren und der Leser hat das Vergnügen, die 6 Protagonisten durch 4 Jahrzehnte zu begleiten.
Die 6 schweißt eine Freundschaft zusammen, die Höhen und Tiefen ausmacht. Schon beim Kennenlernen gibt es Eifersüchteleien, aber auch gegenseitige Hilfe.

Der Prolog des Buches beginnt mit Piets 40. Geburtstag, der gleichzeitig auch ein Tag der Trauer ist. Einer der Kirschkernspuckerbande wird an genau diesem Tag zu Grabe getragen. Es wird kein Name genannt. 
Während ich teil nahm an dem Wandel der Persönlichkeiten der einzelnen Protagonisten, verschob sich die Ahnung, die ich anfangs hatte, immer wieder auf eine andere Person. Viele Dinge sind im Lauf der 40 Jahre passiert, manch einer der Bande befand sich in einem tiefen Loch, rappelte sich wieder auf, ein anderer, der nicht zeigen konnte, wie es ihm wirklich geht, blieb unten liegen. Es war ein ständiger Wandel vorhanden.

Neben dem Miterleben der Freundschaft, des Füreinander daseins und der tiefen Bindung untereinander war dieses Buch ein Trip in meine eigene Vergangenheit.
Ich bin fast zur gleichen Zeit wie die 6 Protagonisten geboren worden und konnte viele Dinge, wie zum Beispiel angesprochene geschichtliche Ereignisse noch einmal aus meiner Sicht Revue passieren lassen. Vieles hatte ich vergessen, das wieder in Erinnerung gebracht wurde. Sei es das erste "handliche" tragbare Telefon, die Übertragung der ersten Mondlandung oder auch nur die Erinnerungen an die damalige Musik.

Ich musste oft schmunzeln und wurde auch nachdenklich.
Es ist ein Buch der Freundschaft, Liebe, des Zusammenhalts und der Hoffnung. Ein wenig geschichtliches der Jahre 1960 bis 2000 helfen dem Leser, die Zusammenhänge zu verstehen.

Obwohl ich nicht sagen möchte, dass das Buch Jüngere nicht anspricht, möchte ich behaupten, dass meine Generation, die also fast zeitgleich wie die Protagonisten sind, die größte Freude an dem Buch haben werden.
Mir hat es sehr gut gefallen und ich empfehle es gern weiter.



Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Gernot Gricksch, geboren 1964, ist Kolumnist, Kinokritiker und Autor von Romanen, Sachbüchern und Drehbüchern. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg. Gernot Gricksch versteht es wie kaum ein anderer deutscher Unterhaltungsautor, sein Publikum zum Lachen zu bringen, zu Tränen zu rühren und dabei so einiges über das Innenleben von Männern zu verraten, was "echte Kerle" nur zu gerne für sich behalten und viele Frauen gerade deswegen hochspannend finden. Zu Gernot Grickschs größten Erfolgen gehören "Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande" und "Freilaufende Männer". Sein Roman "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" wurde 2006 mit dem Literaturpreis DeLiA als bester Liebesroman des Jahres ausgezeichnet, die eigene Drehbuchadaption mit dem Norddeutschen Filmpreis und dem Bayerischen Filmpreis. Nach „Freilaufende Männer“ wurde 2012 der Roman „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ mit Wotan Wilke Möhring verfilmt.

Von Gernot Gricksch wurden von uns gelesen und rezensiert:


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