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Montag, 9. Januar 2017

[Rezension] Charlotte Link - Schattenspiel


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 528
ISBN: 978-3-442-37732-9 
Erscheinungstermin: 16. Mai 2011
Format:
Taschenbuch
Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. Random House:
Fünf Menschen kennen für ihre gescheiterten Träume nur einen Schuldigen: David Bellino – reich, skrupellos und ohne Freunde. Doch der Tag der Abrechnung ist nah. Gemeinsam versuchen die fünf, den Teufelskreis der Vergangenheit zu durchbrechen. Getrieben von dem Wunsch, die Schatten der Erinnerung abzuwerfen und sich aus dem Netz gefährlicher Liebschaften und dunkler Geheimnisse zu lösen ...


Rezension: 
David Bellino ist reich und erfolgreich - doch um diesen Status zu erhalten, ging er in seiner Vergangenheit sehr skrupellos vor. Das blieb nicht ohne Folgen, denn er erhält anonyme Morddrohungen und hat einen Verdacht, wer ihm diese zukommen ließ. Er lädt daher die vier "Hauptverdächtigen", ehemalige Freunde von ihm, ein, um dem auf den Grund zu gehen und tatsächlich, sowohl Gina und Mary, als auch Steve und Nathalie folgen der Einladung. Noch in der ersten gemeinsamen Nacht wird Bellino ermordet.

Die hinzugerufene Polizei in Form von Kommissar Kelly steht vor einem Rätsel, denn augenscheinlich hatte jeder der anwesenden Gäste sowohl die Möglichkeit, als auch ein Motiv, den wohlhabenden Bellino ins Jenseits zu befördern. Auch seine Geliebte Laura könnte ein Motiv gehabt haben. Fest steht, Bellino war alles, nur kein Sympathieträger und dennoch muss jemand für diesen Mord zur Rechenschaft gezogen werden.

Schnell stellt sich heraus, dass Bellino einem jeden der Anwesenden in der Vergangenheit Unrecht angetan hat, ja mit unter sogar ein ganzes Leben zerstörte. Doch welches Motiv ist das stärkste und ganz ehrlich, will man diesen Mord, der nicht unverdient war, überhaupt aufklären?


Eine Leiche, viele Verdächtige und eine Menge Motive! Der Plot des Buches wurde abwechslungsreich erarbeitet. Leider stand für mich ziemlich schnell fest, wie sich in etwa das Buch entwickeln würde und tatsächlich traf dies so ein, sodass ich etwas enttäuscht war, denn von Frau Link bin ich normalerweise eher überraschende Wendungen gewohnt. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Schnell stellt sich der Leser auf die Seite des Täters, denn je mehr man von David Bellino erfährt, desto mehr ist man der Meinung, dass er sein Schicksal verdient hat und noch mehr! Einem solchen Anti-Sympathieträger begegnet man doch eher selten in  der Literatur. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch angenehme Lesestunden bereitet hat, ich mir jedoch etwas mehr Wendungen / Überraschungen innerhalb des Plots gewünscht hätte.

Bewertung



Die Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses und zuletzt Die Betrogene eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main. (übernommen von Random House)


Wie ich zu dem Buch kam:

Das Buch habe ich mir geliehen.

[Rezension] Charlotte Link - Die letzte Spur



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 640
ISBN: 978-3-442-38371-9 
Erscheinungstermin: 13. Oktober 2014
Format:
Taschenbuch
Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. Random House:
Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird …


Rezension: 
Ein kleines Dorf in England ist die Heimat von Elaine Dawson. Die nicht mehr ganz junge Frau hat ihr ganzes Leben dort verbracht und führt ein sehr einsames Leben. Als sie zur Hochzeit von Rosanna Hamilton in Gibraltar, einer ehemaligen Klassenkameradin, eingeladen wird, will sie dort unbedingt hin und mal etwas anderes als das dörfliche Leben erfahren. Leider kommt sie nur bis zum Flughafen, denn ihr Flug von Heathrow wird wegen Nebels strichen. Aus der Traum - oder auch nicht, denn am Flughafen hat sie einen Mann getroffen, der ihr anbietet, die Nacht in seiner Wohnung zu verbringen und einen Flug am nächsten Morgen zu nehmen - danach wurde Elaine Dawson nie wieder gesehen.

Fünf Jahre später erhält Rosanna von ihrem ehemaligen Chef den Auftrag, eine Artikelserie über Vermisstenfälle zu schreiben. Seit ihrer Hochzeit lebt sie mit Mann und Stiefsohn auf Gibraltar und übt ihren Beruf nicht mehr auf, doch es läuft derzeit nicht allzu gut in der Ehe und von daher nutzt sie die Chance, endlich wieder das zu tun, was sie immer sehr gern getan hat und auch, um sich über die Zukunft ihrer Ehe klar zu werden. Einer der Vermisstenfälle ist ausgerechnet Elaine Dawson, die ehemalige Klassenkameradin, die auf der Reise zu ihrer Hochzeit verschwunden ist.

Sie reist nach London, denn genau hier verschwand Elaine vor fünf Jahren. Zum Teil treiben sie Schuldgefühle an, denn wenn sie Elaine nicht zu ihrer Hochzeit eingeladen hätte, wäre sie nicht verschwunden, auch, wenn beide nie wirklich enge Freundinnen waren. Schnell kann sie den Mann ausfindig machen, der Elaine seinerzeit sein Gästezimmer anbot. Erst nach einiger Bedenkzeit erklärt sich Rechtsanwalt Marc Reeve bereit mit Rosanna zu sprechen, denn diese verhängnisvolle Nacht kostet ihn seinerzeit fast alles - immerhin war er plötzlich Hauptverdächtiger in einem Vermisstenfall. Rosanna ist, auch wenn sie es anfänglich nicht glauben will, sehr angetan von Elaines Retter in der Not und entwickelt sehr schnell Gefühle für ihn. Sie will auf jeden Fall klären, was damals passiert ist, denn nur so kann Marc definitiv von allen Vorwürfen freigesprochen werden. Tatsächlich scheint es so, dass Elaine damals verschwand - doch ist sie wirklich tot? Ihre Spur führt sie in ein kleines Dorf, in dem Elaine leben soll ...


Vermisst oder tot? Der Plot des Buches wurde detailliert erarbeitet. Leider kam es hier zu deutlichen Längen dank vieler unnötiger Passagen, sodass ich das Buch zwischendrin immer mal wieder weglegen musste. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Ich bin mir allerdings nicht sicher, was genau ich von Protagonistin Rosanna halten soll, denn ihre Motive, diesen Vermisstenfall aufzuklären, sind nach ihrem Zusammentreffen mit Marc nicht unbedingt nur rein beruflicher Natur. Die Figur des Marc hingegen fand ich sehr gut erarbeitet, diesem Mann wäre ich mit unter auch verfallen, denn er ist charmant, sieht gut aus und besitzt ein souveränes Auftreten, dass die Menschen für ihn einnimmt. Den Schreibstil empfand ich, bis auf die oben erwähnten Längen, angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass dies zwar nicht das beste Buch der Autorin ist, ich jedoch nicht davor zurückschrecken werde, weitere Bücher der Autorin zu lesen.

Bewertung

Die Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses und zuletzt Die Betrogene eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main. (übernommen von Random House)




Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch hatte ich mir irgendwann mal gekauft.


Mittwoch, 4. Januar 2017

[Rezension] Stefan Ahnhem - Fabian Risk 03: Minus 18°



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 560 Seiten
Verlag: List Hardcover (2. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351248
ISBN-13: 978-3471351246
Originaltitel: Arton grader minus
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,5 x 20,5 cm

Inhalt gem. List:
In Helsingborg an der schwedischen Westküste wird ein Auto aus dem Hafenbecken geborgen. Eigentlich wäre der Fall klar: ein Unfall. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon lange tot war, als das Auto ins Wasser stürzte. Kommissar Fabian Risk und seine Kollegen untersuchen den mysteriösen Todesfall. Jemand glaubt, den Toten erst letzte Woche gesehen zu haben. Wie ist das möglich? Risk hat einen Verdacht, aber der ist so absurd, dass er ihn zunächst selbst nicht glauben will. Die Indizien lassen nur einen Schluss zu - es handelt sich um einen Mörder, der das Leben seiner Opfer komplett übernimmt. Er tötet sie, kleidet sich wie sie, spricht wie sie. Nur durch Zufall ist die Polizei jetzt auf seine Spur gekommen. Der Tote im Hafenbecken war nicht sein erstes Opfer, und noch lange nicht sein letztes ...

Zum Buch:
Fabian Risk, der schwedische Ermittler, ist wieder mit einer Reihe von Mordfällen beschäftigt.

Ein Mann fährt nach einer Verfolgungsjagd mit seinem Auto über eine Kaimauer und landet im Wasser. Als er aus dem Wasser gefischt wurde, kann nur noch der Tod festgestellt werden. Nach der Obduktion ist klar, dass der Tote schon mehr als 2 Monate tot war. Wie passt das mit der Tatsache zusammen, dass der Tote vor ein paar Tagen noch gesehen wurde?

Weitere Tote tauchen auf und auch sie sind unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Auffällig ist, dass sie alle sehr gut betucht waren. Eine Gemeinsamkeit ist erst einmal nicht zu erkennen, aber die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Währenddessen macht sich Dunja Hourgaard, eine dänische Polizistin,  auf die Suche nach Tätern, die sich an Obdachlosen vergehen. Was erst nur mit Schlägereien begann, endet nunmehr mit dem Tod von diesen. Die Täter filmen ihre Taten und stellen die Filme ins Internet, wo sie zwar seit den Morden nicht mehr leicht zu finden sind, aber immerhin.
Dunja ist inzwischen in den Streifendienst eingeteilt worden, weil ihr ehemaliger Chef nicht vergessen kann, dass sie ihn fast zu Fall gebracht hätte. Dieser führt einen privaten Rachefeldzug gegen sie und weiß sich auch die Unterstützung ihrer Chefs zu sichern. Dunja, die offiziell nicht nach den Jugendlichen ermitteln darf, die die Obdachlosen drangsalieren, lässt sich krankschreiben und ermittelt auf eigene Faust, denn die zuständigen Beamten ermitteln ihrer Meinung nach nicht richtig.

Obwohl die beiden Mordserien nicht unmittelbar zusammenhängen, gibt es Berührungspunkte zwischen dem schwedischen Fabian Risk und der dänischen Dunja Hourgaard.

Fabian Risk versucht, seine Familie zusammenzuhalten. Sonja, seine Frau ist stark mit ihrer Kunst beschäftigt und hat auch einen großen Auftrag geordert, der sie ihr Privatleben opfert. Sie haben sich auseinandergelebt, aber Fabian kämpft noch immer um sie, auch wegen der Kinder.

Trotz der vielfältigen Mordermittlungen, sowohl in Schweden wie auch in Dänemark, kommt auch in dem nunmehr dritten Teil um den Polizisten Fabian Risk das Privatleben der Protagonisten nicht zu kurz. Es lenkt den Leser kurz von der Brutalität der Morde ab, die doch recht detailliert geschildert werden.

Privatleben mit Beruf unter einen Hut zu bringen, vor allem, wenn es um Berufe geht, die nicht nur 8h am Tag dauern, ist genauso ein Thema wie Repressalien gegenüber den Hilf- und Wehrlosen, in diesem Falle die Obdachlosen. 

Die Suche nach den Mördern läuft auf vollen Touren, ist spannend geschrieben und lässt den Leser nicht zur Ruhe kommen. Die Ermittlungen sind vielseitig, logisch und nachvollziehbar. Es macht Spaß, die beiden Protagonisten zu begleiten, ihnen über die Schulter zu gucken und zu hoffen, dass sie unbeschadet aus der ganzen Sache rauskommen.

Das Buch endet mit kleinen Cliffhangern, so dass man als Leser hoffen kann, dass die Reihe weitergeführt werden wird. Es sind einige Fragen offen geblieben, die noch auf eine Antwort warten und ich als Leser kann nur hoffen, dass ich nicht allzu lange darauf warten muss.
Nachdem der 2. Band der Reihe ein wenig schwächelte, fühlte ich mich mit diesem hier wieder ausgesöhnt. 

Reiheninfo:
Fabian Risk 01: Und morgen du
Fabian Risk 02: Herzsammler
Fabian Risk 03: Minus 18°

Bewertung:



Zum Autor:
(Text von Ullstein)
Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Und morgen du ist sein erster Roman und der erste Teil einer Krimiserie um den Kommissar Fabian Risk.

Von Stefan Ahnhem wurden gelesen und rezensiert:
  

Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Ullstein-Verlag bedanken
der mir dieses Leseexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Rezension] Stefan Ahnhem - Fabian Risk 02: Herzsammler



Leseprobe





Eckdaten:
Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (13. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548613144
ISBN-13: 978-3548613147
Originaltitel: Den nionde graven
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,5 x 18,7 cm

Inhalt gem. List:
Stockholm, Metropole des Nordens. Fabian Risk wollte eigentlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch dann taucht die brutal zugerichtete Leiche des Justizministers auf, und Risk wird um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Es bleibt nicht bei einem Opfer. Die einzige Verbindung zwischen den Toten: Jedem wurde ein Organ geraubt. Als ein Verdächtiger Selbstmord begeht, glauben Risks Kollegen, den Fall gelöst zu haben. Nur Risk hat Zweifel. Er hat eine Vermutung, was eigentlich hinter alldem steckt. Und er ahnt, dass der Mörder mit seinem Rachefeldzug noch lange nicht fertig ist …

Zum Buch:

Als der schwedische Justizminister, ein Freund von Fabian Risks Chef, verschwindet, wird dieser auf den Fall angesetzt. Es ist jedoch zu spät für ihn, er kann nur noch tot aufgefunden werden. Auffällig ist, dass dem Toten ein Organ entnommen wurde.
Während Fabian Risk ermittelt, gibt es weitere Tote. Der Fall scheint abgeschlossen zu sein, als der Tatverdächtige nach einem Selbstmord ebenfalls tot aufgefunden wird. Der Fall wird als abgeschlossen angesehen, nur Fabian kann der Sache noch nicht ganz trauen, im Gegenteil, er hat das Gefühl, als wäre der Mörder noch nicht fertig.
Während Fabian Risk gemeinsam mit seiner schwangeren Kollegin Malin Rehberg in Schweden ermittelt, ist Dunja Hougaard in Dänemark ebenfalls einem Mörder auf der Spur.
Es dauert lange, bis sie erkennen, dass es zwischen den Fällen Parallelen gibt und ermitteln dann gemeinsam...

Das Buch beginnt mit einem Prolog in einem israelischen Gefangenentransport, 10 Jahre vor der eigentlichen Handlung. Eine Zuordnung zur Handlung fällt sehr schwer, eine Aufklärung dazu kann der Leser erst sehr spät erkennen.

Der Thriller wird unterteilt in zwei Handlungsstränge, die zum einen in Schweden mit den Protagonisten Fabian und Malin spielen und zum anderen in Dänemark mit der Polizistin Dunja. Sie laufen lange Zeit parallel, auch hier anfangs ohne erkennbare Gemeinsamkeiten. Diese ergeben sich erst im Laufe der Ermittlungen.

Neben den polizeilichen Ermittlungen ist es dem Autor gelungen, die Protagonisten dem Leser nahezubringen. Ein großer Teil der Story beruht auch auf dem familiären Hintergrund der Protagonisten. Fabian Risk ist verheiratet mit Sonja und hat 2 Kinder. Seine Frau Sonja versucht sich gerade selbst zu verwirklichen, sie ist Künstlerin, so dass die Sorgen  und Probleme mit den Kindern auf Fabian ruhen bleiben. Das jedoch immer mit seinem stressigen Job, der keine festen Arbeitszeiten hat, in Einklang zu bringen, ist eine Aufgabe, der er sich jedoch stellt.

Die dänische Ermittlerin Dunja Hougaard wird von ihren Kollegen boykottiert und von ihrem Vorgesetzten angemacht. Aber sie ist taff und versucht sich durchzusetzen, eine Aufgabe, die ihr einiges abverlangt.

Die Geschichte scheint anfangs ein wenig verworren zu sein. Erschwerend sind die einzelnen Kapitel nicht so ohne weiteres den jeweiligen Handlungsorten, Schweden / Dänemark, zuzuordnen, so dass man sich erst einlesen muss, um der Handlung wieder folgen zu können.

Die Story an sich ist jedoch strukturiert aufgebaut und hinterlässt zum Schluss keine losen Enden.
Neben einer spannenden Story, deren Spannungsbogen stetig steigt, lernt der Leser die Protagonisten kennen und ist bei den polizeilichen Ermittlungen hautnah dabei.

Obwohl dieser Krimi der 2. der Fabian-Risk-Reihe ist, spielt er vor der Handlung des des 1. Teiles "Und morgen du". Da jedoch beide in sich abgeschlossen sind, ist ein Lesen und Verstehen der Story kein Problem.

Reiheninfo:
Fabian Risk 01: Und morgen du
Fabian Risk 02: Herzsammler
Fabian Risk 03: Minus 18°

Bewertung:





Zum Autor:
(Text von Ullstein)
Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Und morgen du ist sein erster Roman und der erste Teil einer Krimiserie um den Kommissar Fabian Risk.

Von Stefan Ahnhem wurden gelesen und rezensiert:
  

Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Ullstein-Verlag bedanken
der mir dieses Leseexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 2. Januar 2017

[Rezension] Charlotte Link - Die Entscheidung


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 576
ISBN: 978-3-7645-0441-0 
Erscheinungstermin: 5. September 2016
Format:
Hardcover
Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. Random House:

Was, wenn du im falschen Moment die falsche Entscheidung triffst?

Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Verhängnis werden …



Rezension: 
Es ist kurz vor Weihnachten und Simon, der bisher in seinem Leben nicht wirklich was auf die Reihe gekriegt hat, will eigentlich das bevorstehende Weihnachtsfest mit seiner 12-jährigen Tochter und seinem 9-jährigen Sohn in Südfrankreich im Hause seines Vaters verbringen. Der Übersetzer freut sich schon sehr auf das ruhige Weihnachtsfest  mit den beiden, doch diese machen ihm (mit Hilfe ihrer Mutter) einen Strich durch die Rechnung, denn sie wollen nicht nach Frankreich und ein ödes Weihnachtsfest mit ihrem Vater verbringen. Diese Situation ist typisch für Simons Leben, denn nach der Trennung von seiner jetzigen Ex-Frau Maya hat sie die Kinder bekommen und nutzt diese als Druckmittel gegen ihn, sodass Simon nichts anderes übrig bleibt, als nach ihrer Pfeife zu tanzen, wenn er seine Kinder überhaupt noch sehen will. Auch seiner neuen Beziehung zu Kristina tut diese Situation nicht gut, denn obwohl die beiden schon seit sechs Monaten zusammen sind, hat er ihr immer noch nicht seine Kinder vorgestellt und wenn seine Ex-Frau ruft, lässt er bei Kristina alles stehen und liegen, um sich um die Kinder zu kümmern. Kristina ist nicht auch gewillt, so kurzfristig zu springen und Simon zu begleiten, jetzt, wo seine Kinder ihm abgesagt haben. So macht er sich allein auf den Weg.

Ein Strandspaziergang soll jedoch Simons Leben nachhaltig verändern,  denn er trifft auf eine junge Frau in Not. Diese ist in ein Apartment eingestiegen und wurde vom Hausmeister erwischt. Es kommt zu einer Szene am Strand, die darin gipfelt, dass der Hausmeister die Polizei rufen will, um die junge Frau verhaften zu lassen. Simon mischt sich, entgegen seiner Art, ein und gibt dem Hausmeister Geld für die Reparatur des aufgebrochenen Schlosses und kann so die Gemüter beruhigen. Eher widerwillig nimmt er sich anschließend der jungen Frau, die sich als Nathalie vorstellt, an. Er will ihr eigentlich nur etwas zu Essen besorgen und sie dann ihre Wege ziehen lassen, doch ehe er es sich versieht, ist sie bei ihm vorübergehend eingezogen. Als sie ihm offenbart, dass sie einen Mann getötet hat, der sie vergewaltigen wollte, ahnt er, dass er sich mit ihr eine Menge Ärger ins Haus geholt hat. Tatsächlich weigert sie sich nach wie vor beharrlich, die Polizei hinzuzuziehen, obwohl klar ist, dass sie auf der Flucht vor irgendwem ist und sie spricht ständig von ihrem Freund, Jerome, den sie treffen will und dass dann alles gut werden würde.

Derweil kämpft Kiril in Bulgarien um  das Überleben seiner Frau und seiner fünf Kinder. Vor etwa einem Jahr kam er mit seiner Familie nach Sofia, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen, doch als er seine Arbeit verlor, häuften sich die Schulden an allen Ecken und Enden an. Seine Frau Ivana hat zu tun, die Familie mit dem wenigen, was sie haben, über Wasser zu halten und die Situation wird immer schlimmer. Zwar gelingt es Kiril immer mal wieder, von seinem Freund  Dano Geld zu leihen, doch dieser drängt nunmehr auf die Rückzahlung der Schulden, die Miete ist seit mehreren Monaten nicht bezahlt und die Kinder  haben für den kalten Winter in Sofia keine ausreichend wärmende Kleidung. Als Dano Kiril von einer Bekannten erzählt, die eine Modelagentur hat und ihm die Tatsache offeriert, dass seine älteste Tochter Ninka durchaus das Zeug zu einem Topmodel hätte, will Kiril diese Chance ergreifen. Wenigstens eines seiner Kinder soll die Möglichkeit zu einer besseren Zukunft haben und auch wenn Ivana wenig angetan davon ist, dass ihre älteste Tochter nach Rom gehen soll, so schafft es die Leiterin der Agentur, Vjara, zumindest Kirils und Ninkas Bedenken zu zerstreuen und es winkt ein hoher Vorschuss auf ihre Arbeit, wovon die Hälfte an die Eltern ausgezahlt würde, womit das Überleben der übrigen Familienmitglieder gesichert wäre. Schnell ist man sich einig und Ninka sehr aufgeregt, immerhin steht ihr eine große Karriere bevor - doch nach ihrer Abreise hören weder Kiril noch Ivanka etwas von ihrer Tochter ...


Je mehr Verfolgung, umso offensichtlicher wird die Wahrheit! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. Schnell stellte sich die Grundthematik des Buches heraus und dennoch schaffte es die Autorin immer wieder, mich mit Wendungen innerhalb des Plots zu verblüffen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Leider muss ich an dieser Stelle gestehen, dass mir keiner der Protagonisten sonderlich sympathisch war. Weder Simon noch Nathalie konnten etwaige Sympathien meinerseits erringen, hingegen war ich von der Figur der Ivana regelrecht entzückt, denn wenn sie auch am Anfang des Buches etwas passiv wirkt, so stellt sich doch schnell heraus, dass in ihr das Herz einer Löwin schlägt, die nicht gewillt ist, eines ihrer Kinder seinem Schicksal zu überlassen. In der Paarbeziehung Kiril / Ivana ist sie eindeutig die stärke, auch wenn es am Anfang nicht so erscheint. Den Schreibstil empfand ich als spannend zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch wundervolle Lesestunden bereitet hat und gerade die Grundthematik des Buches hat mich auch sehr angesprochen.


Bewertung


Die Autorin:
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses und zuletzt Die Betrogene eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main. (übernommen von Random House)




Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag






bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. 




Dienstag, 11. Oktober 2016

[Rezension] Elisabeth Florin - Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod (Band 3)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 384
ISBN: 978-3-954-51808-1
Erscheinungstermin: 19
Mai 2016
Preis:
12,90 EUR (D), 13,30 EUR (A)
Format:
Taschenbuch
Verlag: emons

Lust auf eine Leseprobe?


Klappentext gem. emons:
In einem kleinen Bergdorf bei Meran werden die Überreste eines seit Jahrzehnten vermissten Kindes entdeckt. Der Fund führt Commissario Pavarotti zurück zu den Anfängen seiner Karriere, als das Verschwinden des Jungen für dessen ganze Familie in einer Katastrophe endete. Er muss sich einer alten Schuld stellen – und der unglücklichen Liebe zu Lissie von Spiegel, von der ihn eine große Lüge trennt. Der Commissario gerät in einen düsteren Strudel aus Verzweifl ung und Ohnmacht ...


Rezension: 
Drei Monate ist es her, dass Commissario Pavarotti versehentlich auf Lissie von Spiegel geschossen hat und sie schwer verwundete. Er selbst hadert seitdem mit seinem Leben, denn hat er nach diesem Affront überhaupt noch ein Recht auf sein Leben, wie er es bisher führte? Wäre es nicht für alle Beteiligte am besten, wenn er sein Leben beenden würde? Doch Lissie hat die Verletzung überlebt und Pavarotti hat sich geschworen, sich um sie zu kümmern, auch wenn er es noch nicht gewagt hat, sich ihr zu offenbaren. Zwar weiß sein Umfeld, was passiert ist, doch Lissie weiß von nichts. Körperlich hat sie ihre schweren Verletzungen gut überstanden, doch die Kugel hat Teile ihres Gehirns verletzt, sodass sie sich an die letzten Jahre ihres Lebens nicht mehr erinnern kann. Tatsächlich enden ihre eigenen Erinnerungen zu dem Zeitpunkt, als sie zum letzten Mal mit ihrem Vater Urlaub in Meran gemacht hat.

Lissie selbst weiß nicht so genau, wie es weitergehen soll, denn auch wenn sie jetzt nach drei Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie nicht wohin. Fest steht lediglich, dass sie keine  eigene Familie hat, denn niemand entsprechendes hat sie besucht. Tatsächlich ist ihr Vater im Sommer 1990 verschwunden und ihre an Alzheimer erkrankte Mutter lebt in einem Heim in Deutschland. Lissie ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt, auch wenn sich ein gewisser Luciano Pavarotti ihrer annimmt. Anscheinend verband sie etwas in der Vergangenheit, auch wenn Lissie sich das nicht so recht erklären kann, denn ihr ist der Mann völlig unbekannt. Doch Lissie war schon in jungen Jahren sehr eigensinnig und lässt sich, trotz ihrer derzeitigen Verfassung, nicht so leicht das Heft aus der Hand nehmen. In ihrem Portemonnaie hat sie ein Foto gefunden, das auf eine Reise nach Katharinaberg im Juli 1990 hinweist - der Sommer, in dem ihr Vater verstand. Lissie will herausfinden, was damals geschehen ist.

Tatsächlich hat Lissie Glück im Unglück, denn auch wenn sie mit diesem Pavarotti nicht viel anfangen kann, nimmt er sich ihrer an und nimmt sie sogar mit nach Katharinaberg. Dort wurde bei Bauarbeiten das Skelett eines Kindes gefunden und Pavarotti nimmt sich der Ermittlungen an. Pavarotti ahnt, um wessen Skelett es sich handelt, denn im Sommer 1997 ermittelte er vor Ort. Vor mittlerweile 20 Jahren verschwand der kleine, fast 3-jährige Johannes Zomba spurlos. Seinerzeit konnte Pavarotti weder Täter ermitteln, noch den kleinen Jungen finden. Nun scheint zumindest geklärt, was mit dem Kind  geschah, denn die Anzeichen sprechen dafür, dass es ermordet wurde. Vor Ort wird Pavarotti nicht mit offenen Armen empfangen, eher das Gegenteil ist der Fall. Doch Pavarotti will herausfinden, was damals wirklich geschah, denn nachdem er nichts über das Schicksal des kleinen Johannes in Erfahrung bringen konnte, erstach die Kindesmutter den Kindsvater und brachte sich anschließend selbst um. Pavarotti weiß, dass er diese Tat hätte verhindern können - seit nunmehr 20 Jahren lebt er mit dieser Schuld. Nun will er wenigstens Johannes Gerechtigkeit widerfahren lassen. Lissie hat vor Ort leider nicht die Erleuchtung, die sie sich erhofft hatte - ihr Gedächtnis bleibt verschwunden. Doch ihre Neugierde ist geweckt und sie schlägt Pavarotti einen Deal vor - sie hilft ihm bei den Ermittlungen vor Ort, während er im Anschluss ihr dabei behilflich ist, das Verschwinden ihres Vaters aufzuklären. Es ist fast wie in alten Zeiten - doch noch weiß Lissie nicht, wer für ihre schweren Verletzungen verantwortlich war. Was wird geschehen, wenn sie es herausfindet und was geschah vor 20 Jahren in Katharinaberg?


Der 3. Band der Commissario-Pavarotti-Reihe! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. In diesem Band wurde der Handlungsort nach Katharinaberg, unweit von Meran, verlegt. Entzückt war ich dieses Mal dahingehend vom Plot, dass die Geschichte direkte Verbindungen zur Vergangenheit von Pavarotti und Lissie von Spiegel aufweist. Dadurch war es mir als Leser möglich, mir noch ein besseres Bild von den Figuren zu machen und ich kann nur sagen: Himmel, die Story hat es echt in sich! Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Dieses Mal habe ich sehr mit Commissario Pavarotti mit gehadert, dieser hatte es alles andere als leicht. Erst musste er um das Leben von Lissie bangen und weiß auch im Anschluss nicht, wie er ihr offenbaren soll, dass er für ihre Verletzungen verantwortlich ist und dann ist da noch die vermeintliche Schuld, die er im Zuge der nicht erfolgreichen Ermittlungen vor 20 Jahren auf sich geladen hat und die ein Drama ausgelöst hatten. Alles in allem hatte es Pavarotti emotional bisher nie so schwer wie in diesem Band und dennoch, ich als Leser habe ihn von einer Seite kennengelernt, die mir bisher verborgen blieb und ich kann nur sagen: ich bewundere diesen Mann, dass er dennoch immer weiter gemacht hat, obwohl Aufgeben die viel leichtere Option gewesen wäre. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich hatte ernste Problem, mich zwischendurch auch nur kurzfristig von dem Buch zu trennen, so sehr hatte mich der Schreibstil vereinnahmt. Abschließend kann ich sagen, dass mich dieser Band schier begeistert zurückgelassen hat und ich ganz schnell auf einen Nachfolgeband hoffe, weil ich unbedingt wissen muss, wie es mit Pavarotti und Lissie weitergeht.

Bewertung


Von Elisabeth Florin bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin: 
Elisabeth Florin wuchs in Süddeutschland auf und verbrachte als Jugendliche viel Zeit in Meran. Ihre journalistische Laufbahn begann sie im nahen Bozen bei der Radiotelevisione Italiana (RAI). Meran hat sie seither nicht mehr losgelassen. Elisabeth Florin arbeitet seit zwanzig Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken und Fondsgesellschaften in Frankfurt. Sie lebt mit ihrer Familie im Taunus. (übernommen von emons)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlg
 

http://www.emons-verlag.de/start

bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

[Rezension] Thomas Nommensen - Wintertod (Band 2)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 432
ISBN: 978-3-499-27198-4
Erscheinungstermin: 21
. September 2016 
Format: Taschenbuch
Verlag:
Rowohlt


Klappentext gem. Rowohlt:
Eine tote Frau. Lieblos verscharrt. Von niemandem vermisst.
Ein früher Wintereinbruch überzieht die Hauptstadt mit eisigem Frost, da wird auf einem verwilderten Friedhof in Berlin-Buch eine Leiche gefunden. Hauptkommissar Arne Larsen nimmt zusammen mit seiner Kollegin Mayla Aslan die Ermittlungen auf, doch die Spuren sind alles andere als eindeutig. War es Mord, oder sollte ein Suizid vertuscht werden? Und wie sind die Hinweise auf ein angeblich geheimes Haus Nr. 24 in der Waldsiedlung der DDR zu werten?
Gleichzeitig spielen sich seltsame Dinge an einer Berliner Grundschule ab: Ein Mädchen kritzelt mehrfach «Hilfe» in sein Aufsatzheft, und eine Lehrerin fürchtet ihre Schüler. Aber wie hängt das alles mit der toten Frau zusammen?
Gerade als Larsen und Aslan sich auf der richtigen Fährte glauben, machen sie einen weiteren grausigen Fund.
Hochsensibel und eigenwillig: Arne Larsen ermittelt in Berlin


Rezension:
Lea Zeisberg kehrt nach halbjähriger Unterbrechung wieder in den Schuldienst zurück. Mit gemischten Gefühlen tritt sie ihren ersten Arbeitstag an der Erich-Weinert-Grundschule in Prenzlauer Berg wieder an, denn dort ist ihr schreckliches widerfahren. Viel scheint sich in dem halben Jahr nicht zum Positiven verändert haben, denn noch bevor sie ihre erste Stunde geben kann, beobachtet sie ein gewaltsames Aufeinandertreffen zweier Jugendlicher. Ausgerechnet Kolja Grossmann ist in diese Auseinandersetzung verwickelt und dabei hatte Lea bisher einen sehr guten Eindruck von dem Jungen, den sie flüchtig über seine kleine Schwester Merle kennt, die sie unterrichtet. Leider scheint die kleine Merle in letzter Zeit des Öfteren krank zu sein, denn sie fehlt vermehrt. Gleiches trifft auch auf ihren Bruder zu. Lea findet das sehr merkwürdig und beginnt sich zu erkundigen, ob etwas im häuslichen Umfeld der Familie nicht in Ordnung ist, denn diese Fehlzeiten sind auffällig.

Arne Larsen hingegen hat ganz andere Sorgen. Der Neu-Berliner ist noch nicht so richtig in der Hauptstadt angekommen und auch seine Wohnsituation ist nicht so optimal, wie es anfänglich aussah. Er lebt in einer WG von 30ern - 40ern, doch es steht schnell fest: das WG-Leben ist so gar nichts für den Hauptkommissar. Auch sein letzter Fall lässt ihn einfach nicht los, noch immer plagen ihn schreckliche Alpträume. Man könnte glatt sagen, dass es nicht besonders rund läuft in seinem Leben und da macht die erste Begegnung mit seiner neuen Kollegin, Oberkommissarin Mayla Aslan, keine Ausnahme. Die Kriminalbeamtin ist alles andere als eine Sympathieträgerin und behandelt Arne eher wie ein unliebsames Anhängsel, denn einen Kollegen. Ihr erster gemeinsamer Tatort führt sie auf einen stillgelegten Friedhof, auf dem kürzlich eine Frauenleiche vergraben wurde, ein religiöser Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden.

Die engagierte Lehrerin Lea muss derweil feststellen, dass im Hause Grossmann so einiges im Argen zu sein scheint. Sie folgt dem Mädchen nach Hause, doch als sie klingt, meldet sich niemand - es scheint gar so, als wäre die gesamte Familie dabei, sich nach und nach von der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Lea ist ratlos, doch die Sorge um die kleine Merle lässt sie nicht los. Als sie in einem Aufsatzheft einen Hilferuf des Mädchens findet, weiß sie, dass sie nicht tatenlos zusehen kann. Sie versucht weiterhin, mit dem Mädchen in Kontakt zu treten, doch Merle erscheint nicht mehr in der Schule und auch in deren Zuhause trifft Lea niemanden an. Als in der Schule die Kriminalpolizei auftaucht, weiß Lea, dass sie zu spät kommt - man hat die Leiche der kleinen Merle gefunden. Auf eben jenem Friedhof, auf dem auch die Frau gefunden wurde und Merle wurde nachweislich ermordet. Wer hatte einen Grund, diesem kleinen Mädchen das Leben zu nehmen? Wer ist die unbekannte tote Frau und stehen die Leichenfunde womöglich in einem Zusammenhang und was ist mit Kolja, der seit einigen Tagen ebenfalls spurlos verschwunden ist?


Der 2. Band der Arne-Larsen-Reihe! Der Plot des Buches wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gefesselt haben mich die verschiedenen Handlungsstränge, denen ich fast zwanghaft gefolgt bin, weil ich unbedingt wissen wollte, wie diese unterschiedlichen Ausgangssituation zueinanderfinden und ganz ehrlich, ich war sowas von baff - schlicht und ergreifend begeistert denn dieser Plot hat einfach alles: Aktion, Spannung, Drama und und und. Mich hat er auf jeden Fall von  der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, sodass ich einen Großteil meines Nachtschlafes verpasst habe, aber ich musste das Buch einfach zu Ende lesen, ich konnte es nicht zur Seite legen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Ich muss gestehen, dass mir Protagonist Arne Larsen mit unter schon etwas leidgetan hat - allein in einer fremden Stadt, ohne Freunde, neu im Job, aber nicht wirklich gut aufgenommen von den Kollegen und auch privat läuft es nicht wirklich rund für ihn. Doch Arne ist ein Stehaufmännchen, dass sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Die Figur der Lea fand ich wirklich bezaubernd erarbeitet, denn solch eine engagierte Persönlichkeit begegnet einem nur sehr selten und gerade im Hinblick auf ihre Vergangenheit muss ich sagen, ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte mich nicht von dem Buch trennen, bis ich wusste, wie es endet. Nun hoffe ich natürlich, dass es bald einen Nachfolgeband geben wird, denn ich möchte unbedingt wissen, wie sich Arne in Berlin und vor allem in seinem neuen dienstlichen Wirkungskreis einlebt.

Bewertung

Von Thomas Nommensen bereits gelesen und rezensiert:
 


Der Autor: 
Thomas Nommensen, in Schleswig-Holstein geboren, zog vor dem Fall der Mauer nach Berlin und arbeitete dort als Musiker, Toningenieur, Dozent und Software-Entwickler. Seine Kurzkrimis und -thriller erschienen in zahlreichen Anthologien und wurden mit dem Freiburger Krimipreis, dem Agatha-Christie-Krimipreis und dem 1. Deutschen E-Book-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau lebt er vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal. (übernommen von Rowohlt)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.
 



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei 


und den Verlag
http://www.rowohlt.de/

bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.
 


Mittwoch, 21. September 2016

[Rezension] Thomas Nommensen - Arne Larsen 02: Wintertod



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (21. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499271982
ISBN-13: 978-3499271984
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,7 x 18,9 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Eine tote Frau. Lieblos verscharrt. Von niemandem vermisst.
Ein früher Wintereinbruch überzieht die Hauptstadt mit eisigem Frost, da wird auf einem verwilderten Friedhof in Berlin-Buch eine Leiche gefunden. Hauptkommissar Arne Larsen nimmt zusammen mit seiner Kollegin Mayla Aslan die Ermittlungen auf, doch die Spuren sind alles andere als eindeutig. War es Mord, oder sollte ein Suizid vertuscht werden? Und wie sind die Hinweise auf ein angeblich geheimes Haus Nr. 24 in der Waldsiedlung der DDR zu werten?
Gleichzeitig spielen sich seltsame Dinge an einer Berliner Grundschule ab: Ein Mädchen kritzelt mehrfach «Hilfe» in sein Aufsatzheft, und eine Lehrerin fürchtet ihre Schüler. Aber wie hängt das alles mit der toten Frau zusammen?
Gerade als Larsen und Aslan sich auf der richtigen Fährte glauben, machen sie einen weiteren grausigen Fund.
Hochsensibel und eigenwillig: Arne Larsen ermittelt in Berlin

Zum Buch:
Arne Larsen ist in die Hauptstadt gezogen und bestreitet sein privates Domizil in einer Berliner WG.
Da er neu in der Stadt ist und sich noch nicht so auskennt, wird er seiner Kollegin Mayla Aslan zugeteilt. Trotz seines höheren Dienstranges ist er ihr vorläufig untergeordnet.
Gleich am ersten Arbeitstag wird er mit seiner Kollegin zu einer Frauenleiche gerufen, die zufällig auf einem verlassenen Berliner Friedhof gefunden wurde. Obwohl davon ausgegangen wird, dass es sich bei dem Tod der Frau um Selbstmord handelte, lässt Arne der Fall keine Ruhe. Bei eigenen Recherchen findet er eine weitere Leiche, die eines kleinen Mädchens. Von da an laufen die Ermittlungen auf vollen Touren. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Leichen, sind sie Mutter und Tochter und warum hat man sie gerade dort abgelegt? Fragen, die einer Antwort bedürfen...

Der nunmehr 2. Krimi des Autoren Thomas Nommensen ist auch gleichzeitig der zweite mit dem Hauptkommissar Arne Larsen.
Zu Beginn des Romans spielt dieser in verschiedenen Strängen. So geht es in einem um Arne Larsen, seine Ermittlungen und auch um Einblicke in sein Privatleben.

In einem weiteren Strang geht es um die Belange von Lea Zeisberg, einer Lehrerin, die nach einem halben Jahr Pause, während dessen sie ein traumatisches Ereignis verarbeiten musste, wieder bereit ist, zu unterrichten. Sie hat Angst vor ihren Schülern, hat sie das Erlebte doch noch lange nicht hinter sich gelassen. Trotz ihrer Ängste versucht sie, ihr bestes zu geben und für ihre Schüler dazusein. Sie bemerkt das wechselseitige Fehlen von 2 Schülern, traut sich jedoch nicht, damit zum Direktor zu gehen, in der Annahme, dass er das auf ihr vergangenes Trauma zurückführen wird. Sie fühlt sich mit ihren Ängsten allein gelassen und versucht selbst, ein wenig zu recherchieren.

Der 3. Strang führt den Leser zurück in vergangene DDR-Zeiten, in die Waldsiedlung, in der die DDR-Bonzen lebten, beginnend im Jahr 1979. Es werden Erinnerungen erzählt, wobei lange nicht erkennbar ist, wessen Erinnerungen es sind.

Diese 3 Erzählstränge werden einige Zeit parallel geführt. Lange ist nicht erkennbar, wie diese zusammenhängen. Sie ergeben aber letztendlich ein Gesamtkonzept, das zum Ende des Buches vollständig aufgelöst wird.

Bei diesem Krimi ist es mir nicht gelungen, eigene Ideen über die Auflösung zu entwickeln, zu verworren sind die Zusammenhänge, um sie sehen zu können.

Hauptkommissar Arne Larsen, dem ich im ersten Teil nicht allzuviel Sympathie entgegenbringen konnte, hat in meinen Augen eine Wandlung durchgemacht. Er ist zugänglicher und man erfährt auch ein klein wenig von ihm.
Hier in diesem Band ist seine Kollegin Mayla Aslan die etwas zugeknöpfte, von der es noch einiges zu erfahren geben wird. Der Autor gibt noch nicht allzuviel preis von ihr, macht aber Andeutungen, die schon mal auf die Protagonistin neugierig macht. 

Der Roman ist in kurze Kapitel unterteilt, die sich hervorragend lesen lassen.
Die Spannung, die der Autor bereits zu Beginn angesetzt hat, kann er halten und sogar steigern. Man fiebert dem Ende entgegen, will wissen, wie sich alles auflösen wird, was ist der Grund für all die Toten. Man kann und mag gar nicht aufhören zu lesen.

Mit diesem Roman bietet der Autor dem Leser nicht nur einen Krimi an, er führt den Leser ebenfalls zurück in DDR-Zeiten und in die Waldsiedlung, wo die Machthabenden saßen. 
Ebenso zeigt er Missstände im Schulwesen auf, wie mit ihnen umgegangen wird bzw. wie man sie einfach unter den Teppich kehrt. Nur nicht auffallen, nur nicht anecken.

Ein komplexer Krimi, spannend erzählt und Spannung haltend bis zum Schluss, mit Protagonisten, die noch lange nicht alles von sich preisgegeben haben. 
Man darf also weiterhin neugierig bleiben.

Bewertung:


Reiheninfo:
Arne Larsen 01: Dunkler Sommer
Arne Larsen 02: Wintertod

Zum Autor:
(Text vom Rowohlt-Verlag)
Thomas Nommensen, in Schleswig-Holstein geboren, zog vor dem Fall der Mauer nach Berlin und arbeitete dort als Musiker, Toningenieur, Dozent und Software-Entwickler. Seine Kurzkrimis und -thriller erschienen in zahlreichen Anthologien und wurden mit dem Freiburger Krimipreis, dem Agatha-Christie-Krimipreis und dem 1. Deutschen E-Book-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau lebt er vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal.






Von Thomas Nommensen wurden gelesen und rezensiert:
 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Thomas Nommensen und dem Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt