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Freitag, 25. September 2015

[Rezension] Jodi Picoult - Zerbrechlich



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 624
ISBN: 978-3404166985
Erscheinungstermin: 20. Juli 2012 
Format: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe


Klappentext gem. Lübbe:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


Rezension:
Charlotte O´Keefe ist nicht mehr die jüngste, als es ihr gelingt, zum zweiten Mal schwanger zu werden. Aus einer früheren Beziehung hat sie ihre Tochter Amelia, doch nach einem Neubeginn lernte sie über eine Freundin den Polizisten Sean O`Keefe kennen und die beiden wurden ein Paar. Sean hat Amelia als seine Tochter angenommen, doch beide wünschen sich noch ein eingenes Kind und tatsächlich, Charlotte wird auf natürlichem Weg schwanger. Charlottes beste Freundin ist Piper Reece, die gleichzeitig Charlottes Frauenärztin ist. Auf Grund ihres Alters hat Charlotte Angst, ihr Kind könnte das Down-Syndrom haben, doch diese Befürchtungen stellen sich bei einem Ultraschall in der 18. Woche als unbegründet heraus, ja in der Tat ist das Kind gesund. Doch bei einem erneuten Ultraschall in der 27. Woche offenbart sich, dass mit dem Kind in ihrem Bauch etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist - auf dem Ultraschallbild sind Knochenbrüche zu ersehen. Kurze Zeit später steht fest: Charlottes Kind hat eine Form der Glasknochenkrankheit - ob es die Geburt überhaupt überlebt, ist fraglich.

Fünf Jahre später will Familie O`Keefe in ihren ersten richtigen Familienurlaub starten. Ziel ist Disney World. Bisher war ein gemeinsamer Urlaub einfach nicht möglich, zu sehr musste die ganze Familie Rücksicht auf die kleine Willow und ihre immer wieder brechenden Knochen nehmen. Doch kaum am Ziel ihrer Reise angekommen, geschieht das, was sie alle vermeiden wollten - Willow bricht sich erneut die Knochen und dadurch nimmt das Drama seinen Lauf. Auf den Röntgenaufnahmen ist ersichtlich, dass die kleine Willow diverse verheilte Knochenbrüche hat - die Behörden glauben an Misshandlung durch die Eltern, denn ausgerechnet der Brief ihres Arztes, der Willows Krankheit bestätigt, haben die O´Keefes Zuhause vergessen. Charlotte und Sean werden verhaftet, Amelia kurzfristig in Obhut genommen und die kleine Willow bleibt allein im Krankenhaus zurück. Zwar können die O´Keefes schlussendlich die Situation klären, doch kommen durch diesen Vorfall weitere Kosten auf sie zu, denn die Krankenversicherung will den Rücktransport Willows nicht zahlen.

Sean und Charlotte sind schockiert, wie mit ihnen umgesprungen wurde und gerade Sean weiß, dass sein Ruf als Polizist nach der Aktion erst einmal dahin ist. Er will Schadensersatz und wendet sich hierzu an Anwältin Marin Gates. Diese sieht jedoch schlechte Chancen darin, einen solchen Prozess zu gewinnen, glaubt aber, in einer Klage gegen Piper Reece Erfolg zu haben, denn immerhin hatte diese Charlotte nicht rechtzeitig davon in Kenntnis gesetzt, dass Willow behindert zur Welt kommen wird. Sean will davon nichts wissen, stellt doch solch eine Klage die Behauptung in den Raum, dass er die Geburt seiner Tochter nicht gewollt hätte, doch in Charlotte brodelt es. Seit fünf Jahren kann sie nicht mehr arbeiten, immerzu erleidet ihre kleine Willow Knochenbrüche und das alles kostet so viel Geld, Geld, das die O`Keefes eigentlich nicht haben und noch mehr Nerven. Charlotte entschließt sich, entgegen dem Willen ihres Mannes, Klage gegen Piper einzureichen, um von ihrer Versicherung endlich das Geld zu erstreiten, das sie benötigt, um Willow für den Rest ihres Lebens versorgen zu können. Doch ist Geld es wirklich wert, das Glück seiner Familie auf das Spiel zu setzen und gar die kleine Willow wissen zu lassen, dass es besser gewesen wäre, sie wäre nie geboren worden?


Welchen Wert hat ein Leben? Der Plot wurde sehr einfühlsam und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich als Leser einerseits auf Seiten der Charlotte O`Keefe war, denn ihre Beweggründe konnte ich jederzeit voll und ganz nachvollziehen, jedoch auch vollends auf Seiten von Sean O`Keefe stand, denn auch dessen Sichtweise der Ereignisse und sein Tun und Handeln konnte ich immer nachvollziehen. Die Figuren wurden sehr realistisch erarbeitet, wobei hier mein Liebling eindeutig die kleine Willow war, denn immerhin ist sie es, um die es geht und der Leser kann sich in dieses kleine Mädchen sehr gut einfühlen. Interessant empfand ich auch die Figur ihrer Schwester Amelia erarbeitet, die lange den äußeren Schein einer guten Tochter wahren kann und dennoch jeden Tag ein bisschen mehr an der ganzen Situation zerbricht. Den Schreibstil empfand ich sehr emotional und spannend erarbeitet, ich konnte und wollte mich nicht von dem Buch trennen. Eines steht fest, dieses Buch war nicht das letzte der Autorin, dass ich gelesen habe.

Bewertung

Von Jodi Picoult bereits gelesen und rezensiert: (Es ist erst alles sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)



Die Autorin: 
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bücherei.

Montag, 21. September 2015

[Rezension] Jodi Picoult - Neunzehn Minuten



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 480
ISBN: ISBN: 978-3-492-25398-7
Erscheinungstermin: 1. Juni 2009 
Format: Taschenbuch
Verlag: Piper



Klappentext gem. Piper:
»Es ist vorbei, sagte er. Doch das war es nicht, es fing gerade erst an.« Nach seiner unaussprechlichen Bluttat in der Sterling Highschool zweifelt niemand an der Schuld des 17-jährigen Peter Houghton. Doch während der kleine Ort mit den Folgen dieser 19 Minuten zu ringen hat, wird das Rätsel um den Ablauf der Tragödie immer größer … Die Bestsellerautorin Jodi Picoult lotet die Hintergründe von großer Schuld und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit aus.

Rezension:
Der 6. März 2007 wird das Leben in Sterling, New Hampshire, für immer verändern, denn das ist der Tag, an dem der 17-jährige Peter Houghton in der Sterling Highschool Amok läuft und innerhalb von 19 Minuten 10 Menschen tötet und viele verletzt. An Peters Schuld besteht kein Zweifel, wurden doch die Waffen, aus denen die tödlichen Schüsse erfolgten, bei ihm gefunden, doch was veranlasste einen 17-Jährigen dazu, der bisher niemals durch Gewalttätigkeiten aufgefallen war, eine solche Tat zu begehen?

Lacy Houghton, eine örtliche Hebamme, erfährt auf dem Heimweg über das Radio, dass es einen Amoklauf an der Schule ihres Sohnes gibt und erst vor Ort erfährt sie die Wahrheit: Ihr Junge ist es, der schießt. Doch warum? Was hat sie falsch gemacht? Warum ihr Sohn, der einzige, der ihr geblieben ist, nach Peters älterer Bruder vor einem Jahr tödlich verunglückte?

Richterin Alex Cormier übernimmt den Fall. Sie selbst ist eine Karrierefrau, immer darauf bedacht, ein gutes Vorbild für andere abzugeben und obwohl ihre Tochter bei dem Amoklauf verletzt wurde, konnte diese Verletzung nicht mit dem Amoklauf direkt in Verbindung gebracht werden, sodass es hier keinen Interessenskonflikt gibt. Ist sie wirklich die richtige, um über Peter zu richten, der vor vielen Jahren der beste Freund ihrer heute 16-jährigen Tochter Josie war? Auch sie kann sich nicht erklären, warum dieser bisher so freundliche Junge plötzlich ausgerastet ist. Sie will, mittels Gesetz, die Wahrheit herausfinden und dann, so glaubt sie, ein gerechtes Urteil fällen - doch steht das Urteil nicht eigentlich schon fest? Haben sich nicht bereits alle, die in Sterling leben, ein Urteil über diesen Jugendlichen gebildet? Eine Frage bleibt bisher jedoch ungeklärt - WARUM???


Es begann mit einer Superman-Brotbüchse ... Der Plot wurde sehr einfühlsam und authentisch erarbeitet. Auch wenn sich die Bewohner Sterlings anfangs keine Erklärung geben können, warum ausgerechnet Peter Houghton einen Amoklauf beging, wird nach und nach klar, dass Peter seit dem ersten Vorschultag von den anderen Schülern gemobbt wurde, denn er war schon immer anders, als die anderen Kinder, einfühlsam, eher ruhig und in sich gekehrt - er unterschied sich von ihnen und wer nicht zur Führungselite gehörte, wurde als das behandelt, was er war: ein Außenseiter. Mehr als 10 Jahre dauerten Peters Schikanen, bis sich schlussendlich alles entlud, was so lange aufgestaut wurde. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet und ganz ehrlich, ich kann Peter durchaus verstehen, wie er sich förmlich dazu getrieben fühlte, es allen mit barer Münze heimzuzahlen, auch wenn ich nicht gutheiße, was er getan hat - verstehen kann ich ihn ein Stück weit. Den Schreibstil empfand ich sehr packend erarbeitet, gerade auf den Hinblick, dass die Figur des Peter sich während des Buches fast ausschließlich recht lethargisch zu seinem Leben äußerte, denn ehrlich, er hatte doch nie eine Chance gehabt, oder?

Bewertung


Von Jodi Picoult bereits gelesen und rezensiert: (Es ist erst alles sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)


Die Autorin: 
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire. (übernommen von Randomhouse)


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Wie ich zu dem Buch kam:
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bücherei.

Dienstag, 8. September 2015

[Rezension] Jodi Picoult - Bis ans Ende der Geschichte



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 560
ISBN: 978-3-570-10217-6
Erscheinungstermin:
31. August 2015 (1. Auflage)
Preis: 19
,99 EUR (D), 20,60 EUR (A), 26,90 CHF
Format:
Hardcover
Verlag:
C. Bertelsmann


Klappentext gem. C. Bertelsmann:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


Rezension:
Die 25-jährige Sage Singer führt ein sehr zurückgezogenes Leben. Ihr Beruf als Bäckerin in der Bäckerei Our Daily Bread von Mary DeAngelis, einer ehemaligen Nonne, kommt diesem Lebensstil nur zu Gute. Soziale Kontakte hat sie kaum, auch kaum noch welche zu ihrer Familie, aber seit drei Jahren besucht sie regelmäßig die Trauergruppe  Helping Hands, denn vor drei Jahren hatte Sage einen Autounfall, den sie selbst aus Unachtsamkeit verschuldet hat. Sie wurde verletzt und ist seitdem "gezeichnet", ihre Mutter starb an ihren Verletzungen später im Krankenhaus. Ihr Vater starb an einem Herzanfall, als sie neunzehn war und mit dem Tod der Mutter zerbrach die Familie endgültig. Sage ist der Meinung, dass ihre beiden Schwestern ihr den Tod ihrer Mutter vorhalten, wie sie es selbst tut, sodass sie jedweden Kontakt zu ihnen abgebrochen hat. Die Helping Hands sind für Sage auch nicht wirklich eine Selbsthilfegruppe - sie betrachtet sie als Strafe, als Strafe für das, was sie getan hat.

Als wäre diese Selbstgeißelung nicht schon genug, hat sie auch noch eine Affäre mit Adam begonnen, dem Bestatter ihrer Mutter, der zu allem Überfluss auch noch verheiratet ist. Sicherlich wünscht sie sich, dass sie einen Mann hätte, der voll und ganz zu ihr steht und sie, trotz ihrer Narben, annimmt, wie sie ist, doch hat sie das wirklich verdient, nach allem, was sie getan hat? In der Trauergruppe lernt Sage den 95-jährigen Josef Weber kennen. Dieser ist ein geachtetes Mitglied der Gesellschaft, der lange Jahre, auch nach seiner Pensionierung als Deutschlehrer, noch ehrenamtlich tätig war. Josef sucht nach dem Tod seiner Frau die Trauergruppe auf, doch eigentlich sucht er Absolution. Denn im Gegensatz zu dem was Sage glaubt, hat Josef mit Absicht ihre Bekanntschaft gemacht.

Schon nach kurzer Bekanntschaft offenbart sich Josef. Er will, dass Sage, Tochter jüdischer Eltern (jedoch hat sie ihre Bat-Mizwa abgelehnt), ihm beim Sterben hilft, denn Josef Weber ist nicht wirklich Josef Weber, sondern lebt seit dem Ende des 2. Weltkrieges unter falschen Namen. Sage lehnt dies rundweg ab, doch dann zeigt Josef etwas, was Sages Meinung ändern könnte - ein Foto von ihm, in jungen Jahren, in einer SS-Uniform. Josef erzählt ihr offen, dass er Mitglied bei den SS-Totenkopfverbänden war. Sage ist entsetzt, gerade in Hinblick auf Josefs Wunsch, ihm beim Sterben zu helfen, aber sie willigt ein, über seinen Wunsch nachzudenken, wenn er ihr alles, aber auch wirklich alles erzählt, denn nur wenn sie alles weiß, besteht auch nur im Ansatz die Möglichkeit, ihm Absolution, wenn überhaupt, zu erteilen. Sage, die entsetzt ist, über das, was sie erfährt, wendet sich hinter Josefs Rücken an die HRSP und deren Ermittler Leo Stein, um vielleicht doch noch Gerechtigkeit walten zu lassen - allerdings nicht so, wie Josef sich das vorstellt, sondern Sage will den Kriegsverbrecher vor Gericht sehen. Aber dafür muss sie sich seine Geschichte anhören ...


Vergebung für einen Kriegsverbrecher? Der Plot wurde sehr spannend, emotional und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Grundidee, dass ein Mensch, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt hat, Absolution von einem Nachfahren seiner Opfer haben möchte, um in Frieden sterben zu können, doch ehrlich, hat ein solcher Mensch eine Absolution seiner Verbrechen verdient? Ferner weist der Plot die Besonderheit auf, dass dieser nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern gleich drei, welche jedoch direkt miteinander verknüpft sind. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Anfangs empfand ich die Figur der Sage etwas befremdlich, doch tatsächlich hat sie innerhalb des Buches eine erstaunliche Wandlung durchgemacht, die sie hat reifen lassen und zu der Person gemacht hat, die sie schon immer sein sollte. Jedoch, ich muss es gestehen, empfand ich auch die Figur des Josef ausgesprochen faszinierend, denn was treibt einen Menschen, der abscheuliche Verbrechen verübt hat an, zum Ende seines Lebens noch Verzeihung erfahren zu wollen? Den Schreibstil empfand ich als sehr einfühlsam und auch spannend erarbeitet, sodass ich mich kaum von dem Buch lösen konnte.


Bewertung

Von Jodi Picoult wurde bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin: 
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire. (übernommen von Randomhouse)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 31. Juli 2015

[Hörbuch-Rezension] David Safier - 28 Tage lang


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 416
ISBN: 978-3839813065
Erscheinungstermin: 25. März 2014
Format:
CD
Länge: 7 h 10 min
Verlag: Argon Hörbuch


Klappentext: gem. argon hörbuch
Was für ein Mensch willst du sein?

Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.


Rezension:
Wir schreiben die Zeit des 2. Weltkrieges - die 16-jährige Mira lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer 12-jährigen Schwester Hannah im Warschauer Ghetto. Mira selbst schmuggelt Lebensmittel von der polnischen Seite ins Ghetto, um sie dort zu verkaufen - die einzige Einnahmequelle ihrer Familie. Ihr Vater, einst ein angesehener Mann, beging Selbstmord, sodass alle Last auf den Schultern der 16-jährigen liegt.

Als wäre die Situation für die Juden im Ghetto nicht schon hart genug, räumt die SS schlussendlich dasselbe. Wer nicht freiwillig zum Abtransport geht oder sich gar versteckt, wird erschossen. Miras Familie hat noch "Glück", denn ihrem Bruder gelingt es, für die Mutter gefälschte Papiere zu besorgen, welche sie als kriegswichtige Arbeitskraft in einer Fabrik ausgibt und welche einen Schutz für Mutter und Kinder darstellt. Doch als auch diese ihre Gültigkeit verlieren, versteckt sich die Familie. Als Mira kurz das Versteck verlässt, wird in diesem Zeitraum ihre Familie ermordet. Mira weiß, dass es Zeit ist zu handeln und sie schließt sich dem Widerstand an.

Ziel dieser Widerstandsgruppe ist es nicht, um jeden Preis zu überleben, sondern im Falle eines Falles so viele Feinde mit sich in den Tod zu nehmen, wie es nur geht. Tatsächlich gelingt es ihnen, dem Feind immer wieder empfindliche Schäden zuzufügen, doch sie sind wenige und die SS sind so viele. Auch von den Polen können sie keine Hilfe erwarten - sie sind vollkommen auf sich allen gestellt und der Feind kommt immer näher ...


Widerstand im Warschauer Ghetto! Der Plot wurde düster und emotional erarbeitet. Wie nicht anders zu erwarten, wird dem Leser hier vor Augen geführt, wie es seinerzeit für die jüdischen Bewohner des Ghettos gewesen sein muss, gefangen, ohne Hilfe und als wäre das nicht schon alles schlimm genug, wurde das Ghetto auch noch geräumt und die Bewohner in Arbeitslager "verfrachtet". Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich mir gerade von Protagonistin Mira doch ab und an ein paar stärkere Gefühlsregungen gewünscht hätte, immerhin erlebt der Leser hier live und in Farbe mit, wie ihre gesamte Welt auseinander bricht. Die Sprecherin, Maria Koschny, entführt den Hörer in eine grausame Zeit, in der Menschenwürde nichts galt. Sehr eindringlich gibt sie den Text wieder und lässt den Hörer förmlich direkt in das Geschehen eintauchen.


Bewertung

Von David Safier bisher gelesen und rezensiert:


Der Autor:
David Safier ist ein internationaler Bestsellerautor. Seine Romane erreichten Millionenauflagen. Neben seiner Schriftstellertätigkeit arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie Berlin, Berlin gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy. (von Argon Verlag übernommen)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Die Sprecherin:
Maria Koschny leiht ihre eindringliche, klare Stimme u. a. Anna Paquin in der Serie True Blood. Seit 2007 wirkt sie sehr erfolgreich an Hörbuch- und Hörspielproduktionen mit, z. B. in Die Tribute von Panem. (von Argon Verlag übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Auch bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

Freitag, 3. Juli 2015

[Hörbuch-Rezension] Thomas Keneally - Schindlers Liste


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 345
ISBN: 978-3898308069
Erscheinungstermin: 3. November 2004
Format:
CD
Länge: 425 min
Verlag: Random House Audio


Klappentext: gem. Random House Audio
Auf der Suche nach guten Geschäften übernimmt Oskar Schindler eine Fabrik in Krakau. Dort erlebt er den Terror der Nazis gegen die Juden. Um wenigstens seine jüdischen Arbeiter vor der Deportation ins Konzentrationslager zu schützen, nutzt der Industrielle seine brillanten Kontakte zu den Machthabern und wagt ein riskantes Spiel.


Rezension:
1939 soll das Jahr für Oskar Schindler werden. Er kommt nach Krakau, um in der gebeutelten Stadt ein Unternehmen aufzubauen, um ein reicher Mann zu werden. Tatsächlich gelingt es ihm mit einer Menge Charisma, die richtigen Leute kennen zu lernen und mit Hilfe von jüdischen Bewohnern des Ghettos schafft er es binnen kürzester Zeit, ein Unternehmen zu beleben. Emaillewahren, das ist die Branche, in der Schindler ein Vermögen machen will, denn es ist Krieg und Emaillegeschirr und dergleichen wird an der Front immer benötigt.

Aus Kostengründen beschäftigt er jüdische Arbeiter. Diese verdienen dadurch zwar kein Geld, denn der Lohn wird direkt an die SS gezahlt, aber sie haben so die Möglichkeit, außerhalb des Krakauer Ghettos Schwarzmarktgeschäften nachzugehen und vor allem gibt ihnen der Status einen "kriegswichtigen Arbeiters" vorübergehende Sicherheit.

Doch die Zeiten ändern sich. Die SS wird den Krieg verlieren, das ist dem Führungsstab schon längst bewusst, doch eine Sache gibt es noch, was sie unbedingt noch "erledigen" wollen - die Vernichtung aller europäischer Juden. Als Schindler mit ansehen muss, wie das Ghetto geräumt wird, um die Bewohner in Konzentrationslager zu überführen, muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er steht - auf der Seite des Geldes oder auf der Seite der Menschlichkeit ...


Menschlichkeit in einer grausamen Zeit! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Dieses Buch erzählt die Geschichte, welche die Grundlage für die Verfilmung von Steven Spielberg darstellte. Sicherlich unterscheidet sich der Inhalt vom Film und dennoch, ist dieses Buch nicht weniger eindringlich, denn es beschreibt eine Menschlichkeit zu einer Zeit, als diese eine Seltenheit war. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Erstaunlich fand ich hier, dass nicht nur Schindler im Vordergrund stand, sondern auch seine Helfer und auch die Nebencharaktere wurden unglaublich detailliert dargestellt, was ich bei einem solch "dünnen" Buch so nicht erwartet hätte. Der Sprecher, Peter Matic, der in der gleichnamigen Verfilmung die Synchronstimme von Ben Kingsley / Itzhak Stern war, schaffte es von der ersten Sekunde an, dass der Hörer seines Vortrages in diesem versinkt und obwohl ich den Film schon einige Male gesehen habe, habe ich bei diesem Hörbuch erneut mitgefiebert, denn Peter Matic hat mich einfach in seinen Bann geschlagen.

Bewertung

Der Autor:
Thomas Keneally, in Australien geboren, hat fast zwei Jahre lang recherchiert, um diese wahre Geschichte festzuhalten. Überlebende des Holocaust haben ihm geholfen. Er hat die Fakten zusammengetragen, geordnet und nicht kommentiert. Für „Schindlers Liste“ wurde ihm in London der begehrte Booker-McConnell-Literaturpreis verliehen. (von Randomhouse übernommen)


Der Sprecher:
Peter Matic wurde in Wien geboren, wo er 1960 als Theaterschauspieler begann. Seit 1994 gehört er zumEnsemble des Wiener Burgtheaters. Er arbeitete auch für Kino, Fernsehen und Hörfunk. 2001 erhielt er den Albin-Skoda-Ring als „besonders hervorragender Sprecher“. (von Randomhouse übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Das Hörbuch habe ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

[Rezension] Bernhard Kellermann - Yester und Li


Buchcovertext: nicht vorhanden


Zum Buch:
Mit "Yester und Li" handelt es sich um den ersten Roman von Bernhard Kellermann. Ich kannte bereits die Bücher "Das blaue Band" und "Der Tunnel" von ihm, die mir gut gefallen haben, muss aber sagen, dass sich diese Bücher nicht mit diesem messen lassen.
Das vorliegende Buch hat den Untertitel "Die Geschichte einer Sehnsucht".
Ginstermann, ein Autor, lebt nach einer lange zurückliegenden unglücklichen Liebe ziemlich zurückgezogen in einem Mietshaus. Die wenigen Menschen, die er an sich heran lässt, sind u.a. der Bildhauer Kapelli und seine Frau, die im selben Haus leben.
Anlässlich der Hochzeit der beiden wird auch Ginstermann eingeladen und er nimmt die Einladung wiederstrebend an. Dort lernt er die beiden jungen Frauen Martha Scholl und Bianka Schuhmacher kennen.
Auf Anhieb verliebt er sich in Bianka, die aber aufgrund der Klassenunterschiede nie die Seine werden kann. Sie ist die Tochter eines Fabrikanten und wird sicher einmal reich verheiratet werden.
Obwohl sie sich zueinander hingezogen fühlen, geht ihre Leidenschaft nie weiter als bis zu endlosen Spaziergängen.
Dann erfahren sie, dass Biankas mit ihrer Familie wegziehen muss ...

Ein solch langweiliges Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Was ich beim Lesen eingeschlafen bin, ist unglaublich. Da gab es aber auch nichts, was den Leser fesseln konnte.
Die Geschichte plätscherte so vor sich hin, ohne dass etwas passierte.
Die Protagonisten wirken platt, farblos und ohne Tiefe. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wer schon Romane von Kellermann gelesen hat, wird wie ich über dieses Buch entsetzt sein.
Innerhalb des Romanes werden auch kleine Geschichten vom Autor Ginstermann erzählt. Da diese nicht direkt abgegrenzt werden, ist es mir oft schwer gefallen, zu erkennen, ist die Geschichte in der Geschichte schon zu Ende oder was passiert gerade.
Warum das Buch "Yester und Li" hieß? Nun, das war z.B. eine der Geschichten im Roman.

Empfehlen kann ich dieses Buch leider nicht, aber vielleicht sieht ja jemand mehr in dem Buch als ich. 

Bewertung: Note 5

Zum Autor:
(übernommen HIER)
Bernhard Kellermann war ein deutscher Schriftsteller, dessen Hauptwerk „Der Tunnel“ (1913) mit einer Millionenauflage ein internationaler Bestseller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. Er wurde am 4. März 1879 in Fürth geboren und starb mit 72 Jahren am 17. Oktober 1951 in Klein Glienicke. Sein Geburtstag jährte sich in diesem Jahr zum 132. Mal.
Mehr zum Autor findet ihr bei Wikipedia


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 14. Dezember 2011

[Rezension] Nikolai Jewdokimow - Xenia, die Sünderin





Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 191
ISBN:
Erscheinungstermin: 1962
Format: Hardcover

Verlag: Goldmann


Klappentext:
Dieser packend erzählte Roman ist das Erstlingswerk des jungen, der Kriegsgeneration angehörenden Autors. Jewdokimow hat den Mut aufgebracht, die Konflikte zwischen dem in Russland tief eingewurzelten Sektenwesen und dem Sowjetsystem dazustellen. Es überrascht, wie verbreitet heute noch – nach Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft – der Hang russischer Menschen zu fast ekstatischer Religiosität in engen Religionsgemeinschaften ist. Die Inbrunst dieser Religionsübung lässt den Sektenmitgliedern die sozialistische Umwelt zu bloßer Staffage werden und führt zu unlöslichen, in Jewdokimows Erzählung erregend gestalteten Kollisionen mit der neuen Wirklichkeit. Ihr Opfer ist das reine, tief gläubige Mädchen Xenia.

„Xenia, die Sünderin“ hat bei der sowjetischen Literaturkritik erhebliches Aufsehen erregt. Man forderte den Autor mit großer Schärfe auf, dem Roman einen „positiven“ Schluss zu geben. Es gelang jedoch nicht, Jewdokimow zur Umarbeitung des Werkes zu bestimmen. Sein Roman ist für uns eines der interessantesten Beispiele für neue Impulse in der sowjetischen Gegenwartsliteratur.


Rezension:
Xenia wächst in einem kleinen Dorf in der Sowjetunion auf. Ihre Eltern Afanaij Sergejewitsch und Praskowja Grigorjewna sind tief religiöse Mitglieder der "Fünfziger". Sie haben ihre Tochter nach den Regeln der Sekte erzogen, Kino, Beisammenseien mit Nicht-Gläubigen, Literatur außerhalb der Bibel - all dies ist verboten, ja geradezu teuflisch. Die Familie geht geschlossen in der Kolchose arbeiten, jedoch wird von Seiten der Sekte erwartet, dass ein Großteil des Einkommens gespendet wird.

Das Oberhaupt der Sekte, Bruder Wassilij, leitet die Familie religiös an. Die Prophetin Jewfrosinja bespitzelt die Sektenmitglieder und hat Visionen, um die Schäfchen auf dem rechten Pfad zu halten.

Als Xenia ins heiratsfähige Alter kommt, will Bruder Wassilij sie mit Michail, einem Sektenmitglied einer anderen Gemeinde, verheiraten. Dieser ist der Idee grundsätzlich positiv eingestellt, zumal er Gefallen an Xenia findet. Doch Xenia hat im Dorf Alexej kennen gelernt, einen jungen Nicht-Gläubigen, der nach und nach tiefe Gefühle in ihr weckt. Diese beruhen auf Gegenseitigkeit, auch Alexej möchte sich mit Xenia eine Zukunft aufbauen. Als Michail jedoch erkennen lässt, dass er zur Hochzeit mit Xenia bereit ist, fleht diese ihn an, davon abzusehen, da sie ihn nicht liebe.

Doch Michail beharrt auf seinem Glauben und auf der Hochzeit, derweil versucht Alexej, Xenia aus den Fängen der Sekte zu befreien. Wird sie es schaffen, sich von ihrer Religion zu lösen?


In diesem Buch wird das schwierige Thema einer Religionsgemeinschaft und des freien Willens eines Mitgliedes beschrieben. Die Thematik an sich mag recht interessant sein, jedoch vermochte es der Autor leider nicht, mich an die Geschichte zu fesseln. Oftmals war es mir völlig unklar, warum Protagonistin Xenia so oder so gehandelt hat.

Bewertung: Note 4

Der Autor:
Leider nichts zu diesem Autoren gefunden.

Wie ich zu dem Buch kam:
Dieses Buch habe ich mir ausgeliehen, weil der Titel mit X beginnt und ich das Buch für die ABC-Challenge lesen wollte.



Freitag, 2. Dezember 2011

[Rezension] Nikolai Jewdokimow - Xenia, die Sünderin





Eckdaten:   
Taschenbuch: 191 Seiten 
Verlag: Goldmann; Auflage: 1962
Sprache: Deutsch 
ASIN: B0000BHVZB

Buchcovertext:
Dieser packend erzählte Roman ist das Erstlingswerk des jungen, der Kriegsgeneration angehörenden Autors. Jewdokimow hat den Mut aufgebracht, die Konflikte zwischen dem in Russland tief eingewurzelten Sektenwesen und dem Sowjetsystem dazustellen. Es überrascht, wie verbreitet heute noch – nach Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft – der Hang russischer Menschen zu fast ekstatischer Religiosität in engen Religionsgemeinschaften ist. Die Inbrunst dieser Religionsübung lässt den Sektenmitgliedern die sozialistische Umwelt zu bloßer Staffage werden und führt zu unlöslichen, in Jewdokimows Erzählung erregend gestalteten Kollisionen mit der neuen Wirklichkeit. Ihr Opfer ist das reine, tief gläubige Mädchen Xenia.

„Xenia, die Sünderin“ hat bei der sowjetischen Literaturkritik erhebliches Aufsehen erregt. Man forderte den Autor mit großer Schärfe auf, dem Roman einen „positiven“ Schluss zu geben. Es gelang jedoch nicht, Jewdokimow zur Umarbeitung des Werkes zu bestimmen. Sein Roman ist für uns eines der interessantesten Beispiele für neue Impulse in der sowjetischen Gegenwartsliteratur.


Zum Buch:
Xenia, die einzige Tochter von Afanaij Sergejewitsch und Praskowja Grigorjewna wächst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sehr religiös auf. Ihre Eltern sind Mitglieder einer kirchlichen Sekte in der Sowjetunion, die sich von allem weltlichen abwenden. Es gibt kein Fernsehen, kein Kino, keine Abwechslung, nichts. Sie gehen zwar in einer Kolchose arbeiten, aber nach der Arbeit gibt es kein privates Vergnügen, es gibt nur die Bibel.
Sie werden religiös von Bruder Wassilij geleitet und durch die Prophetin Jewfrosinja ausgespitzelt.
Xenia wird in dem Glauben erzogen, dass alles, was aus der Norm fällt, vom Teufel gesandt wurde.
Als sie im heiratsfähigen Alter ist, will man sie mit Michail verheiraten, den sie bis dahin nicht kannte. Er kam aus einem entfernten Dorf, da es in ihrer Gemeinde keinen Mann gab, der in Xenias Alter war und genau ihrem Glauben entsprach. Sie mag ihn nicht und weigert sich, ihn zu heiraten, was nicht auf Gegenliebe stösst, denn er würde in die Sektengemeinde viel Geld einbringen.
Xenia lernt auf der Arbeit Alexej kennen und lieben. Es ist eine Liebe ohne Zukunft. Ihre Treffen finden heimlich statt, denn niemand darf erfahren, dass Xenia einen nichtgläubigen trifft.
Sie versucht mit aller Macht, ihm ihren Gott näherzubringen und ist verzweifelt, weil sie erkennen muss, dass er ihren Fanatismus nicht versteht. Er versucht, sie an das wahre Leben heranzuführen, kommt aber gegen die Sekte nicht an.
Es stehen sich zwei unversöhnliche Seiten gegenüber, die Sektengemeinde und die Dorfgemeinschaft mit kommunistischem Touch. Ein ernster Konflikt ist vorprogrammiert.

Der Schreibstil von Nikolai Jewdokimow ist gewöhnungsbedürftig. Ich fühlte mich beim Lesen in meine Schulzeit zurückversetzt, denn als Kind der DDR war es üblich, einige russische Autoren zu lesen. Schon die Namen der Protagonisten sind schwer zu lesen, auch nervig, weil es üblich ist, immer den vollen Namen zu schreiben. Ich musste ganz schön aufpassen, um immer zu wissen, wer sich hinter den Namen verbarg, leicht zu merken waren sie nicht.
Dieser extreme Konflikt zwischen den Sekten in der Sowjetunion und dem Staat war mir neu und nicht in dieser Konstellation geläufig, ich war regelrecht geschockt, dass das möglich war.
Vom Klappentext her war ich nicht darauf gefasst, ein solch extremes Werk zu lesen. Konflikt ja, aber in dieser Größenordnung nicht. Ich bin nun auch gar nicht der religiöse Mensch und hatte meine Probleme, mit dem Thema klar zu kommen.
Dass ich das Buch wirklich bis zum Ende gelesen habe, rechne ich mir selbst hoch an, denn ich wollte wissen, wie der Konflikt gelöst wird.
Hervorheben möchte ich jedoch das Nachwort. Es beschreibt sehr gut die Zeit, in der dieser Roman spielt und zeigt auf, wie es möglich war, dass in der Sowjetunion die Sekten solche Macht und diesen großen Einfluss hatten.
Wirklich weiterempfehlen kann ich das Buch nur den Lesern, die das Thema anspricht. 

 
Bewertung: Note 4

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 26. August 2011

[Rezension] Marc Levy - Kinder der Hoffnung


Vorab ein paar Eckdaten: Seitenanzahl: 365
ISBN: 978-3-426-50020-0
Erscheinungstermin: Mai 2010
Format: Taschenbuch

Verlag: Knaur

Klappentext:
Toulouse in den vierziger Jahren: Frankreich ist von den Deutschen besetzt, täglich werden Juden und politische Gegner deportiert – auch die Eltern des achtzehnjährigen Raymond und seines jüngeren Bruders Claude. Eines Tages steigt Raymond in eine Straßenbahn. Als er sie wieder verlässt, nennt er sich Jeannot und hat den Beschluss gefasst, zusammen mit Claude in der Résistance zu kämpfen – ein folgenschwerer Entschluss, denn zusammen mit ihren jungen Kameraden riskieren die beiden mehr als einmal ihr Leben. Was sie antreibt, ist der Glaube an die gerechte Sache, und was sie beseelt, die Hoffnung, dass ihre eigenen Kinder einmal in einer besseren Welt und in Freiheit leben werden.


Rezension:
Raymond ist ein Flüchtling, der in den 40er Jahren zusammen mit seinem jüngeren Bruder Claude und seinen Eltern im besetzten Paris lebt. Sie sind (nicht praktizierende) Juden und mussten aus ihrer Heimat fliehen, doch auch in Frankreich werden sie denunziert und geächtet. Raymond, der an eine bessere Zukunft glaubt, beschließt, sich der Résistance anzuschließen, Claude nimmt er mit. Zum Glück, denn nur auf diese Weise wurden beide vor der Deportation gerettet.

Raymond braucht lange, um Kontakt zum Untergrund herzustellen. Doch nachdem das geglückt ist, ändert er scheinen Namen in Jeannot und beginnt, sich im Untergrund zu engagieren. Bereits nach kurzer Zeit ist er voll in die Gruppe integriert, er und Claude werden jedoch bald getrennt, aus Sicherheitsgründen, damit der eine den anderen nicht verraten kann, wenn er geschnappt wird. Lange Monate haben er und seine Gruppe Erfolg mit ihren Sabotageakten, doch immer wieder kommt es zur Verhaftung von Mitgliedern und deren Hinrichtung.

Durch widrige Umstände wird Claude inhaftiert - und auch Jeannot wird festgenommen, man fand bei Claude im Ofen einen Brief an seinen Bruder, mit der gesamten Adresse. Claude hatte zu dem Zeitpunkt kein Geld für Kohle gehabt. Im Gefängnis begegnen sich die Brüder wieder - und hier beginnt der wahren Kampf um´s Überleben ...


In diesem Buch erzählt Marc Levy, bekannt als Autor von, naja, sagen wir mal Frauenliteratur, die Geschichte seines Vaters Raymond Levy und seines Onkels Claude Levy und erfüllte damit ein Versprechen, dass sein Vater einem Kameraden der Résistance, kurz vor dessen Tod gab. Das Buch hatte mich von der 1. Seite an in seinen Bann gezogen, immer mit dem Wissen im Hintergrund, dass alles auf Erinnerungen und Fakten basiert und bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch gefesselt. Ein Buch über ein ernstes und reales Thema der Vergangenheit Frankreichs, dem Marc Levy teils einfühlsam, teils brutal zu Leibe rückt. Trotz einer erstaunlichen Fülle an Handelnden, fiel es mir nicht schwer, diese auseinander zu halten, da alle einzigartig und unvergleichlich dargestellt wurden.

Bewertung: Note 1


Der Autor: Marc Levy wurde 1961 als Sohn eines Verlegers in Frankreich geboren. Er ist von Beruf Architekt und entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino. Von 1983 bis 1990 lebte er in San Francisco, wo er studierte und sein erstes Unternehmen gründete. Sein erster Roman, "Solange du da bist", der von Steven Spielberg verfilmt worden ist, wurde zu einem internationalen Bestseller, genauso wie "Wo bist du?", "Sieben Tage für die Ewigkeit", "Bis ich dich wiedersehe", "Zurück zu dir", "Wenn wir uns wiedersehen" und "Kinder der Hoffnung". Seit seinem Welterfolg lebt Marc Levy als freier Schriftsteller in London und New York.

Zur deutschen Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Wie schon oft beschrieben, Kerry liebt Grabbel-Tische. Auf einem von diesen hat sie diesen Schatz entdeckt, an sich genommen und nicht mehr losgelassen.



Freitag, 5. August 2011

[Rezension] Carolyn Jess-Cooke - Tagebuch eines Engels


Klappentext:
Als Margot Delacroix mit 42 Jahren eines gewaltsamen Todes stirbt, schickt man sie zurück auf die Erde: Als ihr eigener Schutzengel soll sie ihr Leben erneut durchlaufen. Margot setzt alles daran, die ihr vorgezeichneten Schicksalsschläge ungeschehen zu machen: Um ihrem Sohn das dramatische Los zu ersparen und die Trennung von dem Mann, den sie liebt, zu verhindern, schließt sie einen Pakt mit einem Dämon. Doch ihr Entschluss beeinflusst den Fortgang der Dinge auf gänzlich andere Weise, als sie ahnen kann…


Rezension:
Margot starb im Alter von 42 Jahren - wie, das weiß sie nicht. Plötzlich steht sie neben ihrem Körper und gleich darauf ist sie an einem See. Ein Engel erscheint ihr und berichtet ihr, dass sie noch nicht weiter gehen könne, sie müsse noch etwas erledigen. Als ihr eigener Schutzengel wird sie zurück geschickt.

Margot weiß vielleicht nicht, wie sie gestorben ist, doch wie sie gelebt hat, dass weiß sie noch. Als ihr eigener Schutzengel hat sie doch bestimmt einen gewissen Einfluss auf die Entscheidungen, die sie in ihrem Leben getroffen hat und ein paar davon könnte sie vielleicht ungeschehen machen.

Doch gleich zu Beginn wird sie auf eine harte Probe gestellt - ihre Geburt. Denn bis dahin dachte sie, ihre Eltern wären durch eine Autobombe ums Leben gekommen, aber die junge Frau, die in den Wehen liegt, kennt sie gar nicht. Es ist eine schwere Geburt mit Komplikationen, ihre Mutter, ein Junkie, ist nicht in ein Krankenhaus gegangen, um zu entbinden, sie ist nach wie vor in ihrer Wohnung. Ihre Mutter stirbt bei der Geburt und auch sie überlebt nur mit ihrer eigenen Hilfe als Schutzengel.

Als endlich Hilfe kommt, wird Margot in ein Krankenhaus gebracht. Bei ihr wird ein Herzfehler festgestellt mit der Prognose, dass sie wahrscheinlich keine 3 Jahre alt wird. Doch nach kurzer Zeit kommt sie in eine sehr nette und liebevolle Pflegefamilie. Diese entschließt sich, trotz Diagnose, die kleine Margot zu adoptieren. Doch bevor es soweit ist, schlägt das Schicksal zu - ihre Pflegeeltern sterben durch eine Autobombe. Die Pflegefamilie, in die sie anschließend kommt ist das genaue Gegenteil - sie versorgen das Kind, wenn überhaupt, mehr schlecht als recht. Die kleine Margot muss sich ihr Zimmer mit illegalen Einwanderern teilen, denn ihre neuen Pflegeeltern sind Menschenschmuggler und haben es nur auf das Pflegegeld abgesehen. Von diesen Einwanderern wird die Kleine auf´s Übelste gequält.

Mit Hilfe ihrer selbst kann sie diesem Matyrium entkommen, doch nicht lange danach landet sie in einem Waisenhaus - und das ist die Hölle auf Erden. Hier werden die Kinder geschlagen und man lässt sie hungern, sobald sie sich nur einmal nicht an die Regeln halten. Qualvolle Jahre lebt sie dort, bis ihr die Flucht gelingt. Sie findet Hilfe bei einem ältern Ehepaar, dass die Behörden informiert und sie aufnimmt. Von da an hat sie endlich eine Familie. Doch das Schicksal meint es nach wie vor nicht gut mit ihr, denn überall lauern Dämonen, die ihr das bißchen Glück nicht gönnen ...


Ansich eine schöne Idee für eine Geschichte, jedoch fand ich die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Ich hatte immer das Gefühl, auf der Stelle zu treten, denn obwohl sie als ihr eigener Schutzengel zurückkam, schaffte sie es kaum, ihr Leben zu verändern. Noch dazu kam am Anfang des Buches ein Satz, der mir sauer aufgestoßen ist und zwar "Später dazu mehr". Das will ich als Leser nicht wissen, ich möchte nicht vorab wissen, was noch geschehen wird, ich möchte mir selbst Gedanken machen, wie es weiter gehen könnte. Sprachlich war das Buch einfach angelegt, es ließ sich gut lesen, war jetzt aber in meinen Augen kein Highlight.

Bewertung: Note 3


Die Autorin:
Carolyn Jess-Cooke wurde 1978 in Belfast geboren, studierte Literatur und Filmwissen-schaften und ist Autorin von Gedichten und mehreren Sachbüchern zu den Themen Film und Shakespeare. Für ihre Lyrik wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen bedacht. Nach Tätigkeiten als Klavierlehrerin, Fotografin und Dozentin für Filmgeschichte unterrichtet sie derzeit Creative Writing an der Northumbria University, einer der großen jüngeren Universitäten in Nordengland. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. »Tagebuch eines Engels« ist ihr erster Roman.

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Also mal ehrlich, an dem süßen Cover konnte ich im Laden einfach nicht vorbei gehen und das der Klappentext vielversprechend begann, habe ich spontan zugegriffen.


Donnerstag, 28. Juli 2011

[Rezension] Jodi Picoult - Das Herz ihrer Tochter


Klappentext:
June Nealon steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens. Elf Jahre zuvor wurden ihr Mann Kurt und ihre Tochter Elizabeth erschossen. Am helllichten Tag, im beschaulichen Staat New Hampshire. Der Täter war bald gefunden. Doch mit ihrem Schmerz blieb June allein. Wer konnte schon nachvollziehen, was sie verloren hatte? Wie bedrückend es war, Kurts und Elizabeths Stimmen auf dem Anrufbeantworter zu hören, lange nachdem sie tot waren? Wie es sich für June anfühlte, Kurts ersten Liebesbrief an sie zu lesen oder die Mütze in der Hand zu halten, die Elizabeth als Neugeborenes getragen hatte? Und nun, elf Jahre nach ihrem schrecklichen Verlust, bietet sich ausgerechnet der Mann, der für den Mord an Kurt und Elizabeth hinter Gittern sitzt, als Herzspender für ihre schwerkranke zweite Tochter Claire an. Kann Junes größter Feind zum Lebensretter ihrer einzigen Tochter werden?


Rezension:
June Nealon hat nach einem tragischen Schicksalsschlag ihr Glück wieder gefunden. Ihr erster Mann Jack starb bei einem Autounfall, den sie und ihre Tochter Elizabeth jedoch überlebten. In Kurt Nealon, dem Polizisten, der sie aus dem Autowrack rettet, fand sie eine zweite Liebe. Alles war perfekt, sie wurde erneut schwanger und freute sich auf ein gemeinsames Leben mir ihren Lieben. Die drei wohnten in einem recht renovierungsbedürftigen Haus und da Kurt auf Schicht arbeitete und June schwanger war, kamen die Arbeiten nur langsam voran. Da tauchte wie aus heiterem Himmel Isaiah Matthew Bourne, genannt Shay, auf. Er bot seine Hilfe bei den Renovierungsarbeiten an, die June gerne annahm.

Kurze Zeit später bietet sich June auf dem Heimweg ein Bild des Grauens. Überall Polizeisperren und Einsatzfahrzeuge - was war passiert? Es stellt sich heraus, dass Shay Elizabeth missbraucht haben soll, als Kurt ihn zur Rede stellen wollte, erschoss er ihn und sie. June hat auf einen Schlag alles verloren, doch sie muss weitermachen, für das ungeborene Kind in ihrem Leib, ihre zweite Tochter. Shay wird in einem Gerichtsverfahren zum Tod durch die Giftspritze verurteilt.

11 Jahre später:
June lebt mit ihrer zweiten Tochter Claire noch immer in dem Haus. Es scheint ihr kein Glück zu bringen, denn Claire ist herzkrank. Ihr Herz setzt immer wieder aus, sie braucht dringend ein Spenderherz.

Währenddessen wurde Shays Hinrichtungstermin benannt. Als er in den Nachrichten sieht, dass Claire ein neues Herz benötigt, will er ihr seines schenken. Shay beginnt zu kämpfen, nicht um sein Leben, sondern um seinen Tod, damit er Claire sein Herz geben kann. Auf seiner Seite stehen Father Michael, der ein schreckliches Geheimnis hüttet und Maggie Bloom, eine junge Anwältin, die gegen die Todesstrafe kämpft. Doch werden sie es schaffen, sich gegen die Mühlen der Justiz zu stellen und Shay seinen letzten Willen zu gewähren und wird June überhaupt das Herz annehmen?


Ein vielgelobtes Buch und was passiert? Es gefällt mir nicht, es gefällt mir so gar nicht, es erinnert mich die ganze Zeit an den Film "The Green Mile" und auch mit keiner handelnden Person konnte ich mich anfreunden. Nachdem ich die Geschichte hinter der Geschichte nach nicht einmal der Hälfte des Buches durchschaut hatte, war ich doch mehr als enttäuscht.

Bewertung: Note 3-


Die Autorin:
Jodi Picoult wurde 1967 in Long Island, New York, geboren. Sie studierte zunächst in Princeton Kreatives Schreiben, später machte sie in Harvard einen Masterabschluß in Pädagogik. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Texterin und Lehrerin.
Bereits in Princeton lernte Jodi Picoult ihren Ehemann Tim van Leer kennen. Die beiden heirateten, und während sie mit ihrem ersten Kind schwanger war, schrieb Jodi Picoult auch ihren ersten Roman, der 1992 veröffentlicht wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im idyllischen Hanover, New Hampshire.
Jodi Picoult schreibt ihre Bücher in ihrem Büro im Dachgeschoss ihres Hauses, wo sie mit großer Disziplin so oft wie möglich schreibt, nur unterbrochen von ihren Kindern, die für sie trotz ihres immensen internationalen Erfolgs und ihren regelmäßig erscheinenden Romanen an erster Stelle stehen. Seit ihr Mann seine Arbeit aufgegeben hat, um sie besser entlasten zu können, nutzt Jodi Picoult die gewonnene Zeit unter anderem für ihre ausgiebigen Recherchen. Sie legt großen Wert auf die Genauigkeit ihrer Beschreibungen und darauf, dass die Schilderung unterschiedlichster Milieus möglichst authentisch wird. Dazu besucht sie die Schauplätze ihrer Romane – sie will sich ein genaues Bild davon verschaffen, worüber sie erzählen wird.
So hat sie unter anderem auf einer Milchfarm der Amisch mitgearbeitet, in einem Operationssaal bei einer Herzoperation zugeschaut und die Todeszelle eines Gefängnisses besucht.

Die Webside der Autorin findet ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Ein vielgerühmtes Buch, das sich mir natürlich bei der ersten Gelegenheit in meiner Bibliothek ausgeliehen haben - zum Glück nur geliehen.


Sonntag, 5. Juni 2011

[Rezension] Gayle Forman - Wenn ich bleibe (Band 1)


Klappentext:
Mia muss sich entscheiden: Soll sie bei ihrem Freund Adam und bei ihrer Familie bleiben - oder ihrer großen Liebe zur klassischen Musik folgen und nach New York gehen? Was, wenn sie Adam dadurch verliert? Und dann ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war: Auf eisglatter Fahrbahn rast ein LKW in das Auto ihrer Familie. Mia verliert alles und steht schließlich vor der einzig wichtigen Entscheidung des Lebens:

Bleiben oder gehen? Lieben oder sterben?

Rezension:
Die 17-jährige Mia hat ein fast perfektes Leben, eine Familie, mit der sie sich versteht, einen Freund, den sie liebt und ein großes Talent. Sie spielt Cello und hat die Chance nach New York zu gehen. Doch dann passiert es: Auf Grund von Schneefall haben Mia und ihr kleiner Bruder, sowie der Vater, schulfrei. Auch die Mutter entschließt sich, den Tag mit ihrer Familie zu verbringen, sie wollen einen Ausflug zu Freunden machen. Doch auf eisglatter Fahrbahn verliert der Fahrer des entgegenkommenden LKWs die Kontrolle über sein Fahrzeug und fährt mitten in das Auto der Familie hinein.

Mia ist verwundert. Wie es aussieht, wurde sie aus dem Auto geschleudert. Sie findet die Leichen ihres Vaters und ihrer Mutter und dann sieht sie es ... ihren eigenen Körper, schwer verletzt, dem Tode nah.

Sie wird in ein Krankenhaus gebracht, doch auch nach einer OP ist ihr Leben noch immer in Gefahr. Doch ihre Seele, ihr inneres Ich, ist nicht an ihren Körper gefesselt. Sie sieht und erlebt, was um sie herum geschieht, verfolgt die Besuche von Verwandten an ihrem Krankenbett. Doch die Zeit drängt, sie muss sich entscheiden, ob sie gehen will oder bleiben ... Nur einmal noch möchte sie Adam sehen, bevor sie sich entscheidet ...

Eine sehr einfühlsame Geschichte, die ich nur mit einem Wort beschreiben kann: wortgewaltig. Der Schreibstil ist sehr emotional, ohne kitschig zu wirken und immer wieder kam mir die Frage in den Sinn, wie würdest du dich entscheiden? Die Figuren zeichnen sich durch sehr viel Liebe zum Detail und Tiefe aus. Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen und konnte es nicht aus der Hand legen.

Bewertung: Note 1

Die Autorin:
Gayle Forman arbeitete als Journalistin. Sie lebt mit ihrer Familie in New York.

Mehr über die Autorin erfahrt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
Auf verschiedenen Blogs habe ich über dieses Buch gelesen und es ist prompt auf meine Wunschliste gewandert. Bei einem Büchershopping habe ich es entdeckt und sofort zugegriffen.

Dienstag, 3. Mai 2011

[Rezension] Franz Grillparzer - Der Traum ein Leben


Klappentext:
nicht verfügbar - HIER habe ich die Produktinformation von Amazon hinterlegt

Rezension:
Rustan, ein junger Mann, ist gelangweilt vom Leben auf dem Hof seines Onkels. Er will sich aufmachen, um Ruhm und Reichtum in der Welt zu erringen. Dabei begleiten soll ihn der Sklave Zanga. Auf seinem Weg in die große Welt, begegnet ihm im Wald der König, doch dieser wird von einer Schlange gejagt. Rustan versucht, die Schlange mit einem Speer zu töten, trifft jedoch nicht. Ein anderer Mann, versteckt aus dem Hintergrund, gelingt die Tat und das Leben des Königs ist gerettet. Jedoch, es geht um Ruhm und Ehre, stellt der Sklave Zanga es so hin, dass Rustan den König gerettet hat. Dieser nimmt sich seiner an, macht Rustan zum Führer seines Heeres. Doch der wahre Retter taucht auf und will seinen Lohn. Bei einem Streit tötet Rustan diesen mit dem Dolch des Königs. Doch die Leiche wird gefunden und der König sieht, auf welche Weise dieser Mann gestorben ist; er erkennt den Dolch. Durch ein Unglück kommt auch der König zu Tode und Rustan gerät in Verdacht, ihn ermordet zu haben ...

Es handelt sich hierbei um eine schöne Geschichte, in der die Wirrungen, die das Leben nehmen kann, beschrieben werden. Aufgebaut ist das Stück in 4 Aufzügen und in Versform geschrieben.

Bewertung: Note 2