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Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] E. M. Ross - Devoted Angels (Band 4)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 376
ISBN: 978-3-944-94831-7
Erscheinungstermin:
15. Juni 2015
Preis:
11,95 EUR 
Format:
Taschenbuch
Verlag: Medu


Klappentext gem. Medu:
In New York wird eine grausam verstümmelte Leiche mit einem Sack über dem Kopf gefunden. Die junge Schülerin wurde vergewaltigt und anschließend regelrecht hingerichtet. Der dritte Mord des sadistischen „Friday Killers“. Der FBI-Ermittler Sean Caver und sein Team stehen vor einem Rätsel, denn zwischen den Frauen scheint es keine Verbindung zu geben. Was treibt diesen Mann an? Wie wählt er seine Opfer aus?

Dabei quälen Ermittler Sean Caver selbst existenzielle Sorgen. Der Tod schwebt wie ein Damoklesschwert über seinem Haupt. Sean muss sich entscheiden: Er oder sein ungeborenes Kind. Nur einer kann leben.
„Das fulminante Ende der erfolgreichen Angels-Reihe“


Rezension:
FBI-Agentin Catherine "Cat" Kampell ist schwanger. Was für andere eine beglückende und schöne Nachricht ist, stellt für ihren Vorgesetzten und Lebenspartner Sean Caver eine Katastrophe da. Geplant war diese Schwangerschaft nicht, denn vor nicht allzu langer Zeit wurde ihm vom Erzengel Gabriel mitgeteilt, dass wenn Cat sein Kind austragen würde, sowohl sie, als auch Sean sterben würden. Sie würden mit ihrem Leben für das Leben ihres Kindes zahlen müssen. Für Sean steht fest, dass Cat um jeden Preis abtreiben muss, denn auch wenn er alles geben würde, um Vater zu werden, das Leben der Frau, die er liebt, wird er dafür nicht opfern. Cat hingegen ist sich durchaus der Gefahr bewusst, in der sie leben, doch ist sie nicht gewillt, eine erneute Abtreibung vornehmen zu lassen, zu schmerzlich sind die Erinnerungen an die Geschehnisse von vor sieben Jahren.

Sean besteht auf einer Abtreibung, die Cat nach wie vor verweigert. Um doch noch eine Lösung zu finden, verlässt er sie und zieht sich kurzfristig zurück, denn er will die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch irgendetwas tun zu können, um Cats Leben zu retten. Cat verlässt ihn daraufhin, denn diese Alleingänge, ob zu ihrem Wohl oder nicht, damit kann sie nicht mehr leben. Sie flüchtet zu ihrem Vater nach Paris, doch wird sie dort von Sean aufgespürt, der zwischenzeitlich eine Lösung für ihr Problem gefunden hat. In der Tat hat sich der Erzengel Gabriel bereit erklärt, sowohl Cat, als auch seinem Kind das Leben zu lassen, jedoch nur, wenn Sean sich seines nimmt. Es kann nur einer überleben, entweder Sean oder das Kind, das nie hätte entstehen sollen. Sean weiß sofort, was er tun wird.

Derweil wird in New York die 16-jährige Florentine Ebersheimer entführt. Kurz darauf wird ihre misshandelte Leiche gefunden. Sie ist bereits das 3. Opfer des Friday-Killers (alle bisherigen Opfer wurden an einem Freitag gefunden). Sean und sein Team werden angefordert, die Ermittlungen zu übernehmen, da es sich um eine staatenübergreifende Mordserie handelt. Sean ist wenig begeistert, will er doch so viel Zeit wie möglich mit Cat verbringen, denn er weiß, dass seine Tage gezählt sind. Schlussendlich übernimmt Sean doch die Leitung des Ermittlerteams, zu dem auch Cat gehört, zumindest so lange, wie sie ihre Schwangerschaft nicht behindert. In New York treffen Sean, Cat und Don Viggen (Seans bester Freund und ebenfalls Ermittler) auf die exzentrische Dr. Emanuele "Mandy" Snow, eine örtliche Pathologin, die auf Grund zweier der Opfer die Schlussfolgerung auf einen Serienkiller treffen konnte. Kaum hat Don Mandy erblickt, ist es um ihn geschehen. Der Mann, der wahre Liebe immer für einen Irrglauben hielt (zumindest bis er Sean und Cat miteinander erlebte), verliebt sich auf der Stelle in diese ungewöhnliche Frau und sie kommen sich schnell näher. Die Ermittlungen jedoch stagnieren, denn nach Florentine werden keine weiteren Opfer gefunden. Zwar kann Sean in etwa ein Alter des Täters bestimmen und seinen Wohnraum, doch weitere Informationen könnte er erst sammeln, wenn es weitere Opfer gäbe. Doch augenscheinlich hat der Mörder seine Mordserie eingestellt. Nur warum? Sean und sein Team sind frustriert über den Fortgang der Ermittlungen, doch ist dies nicht auch eine Chance für ihn, noch eine letzte Zeit mit Cat zu verbringen, bevor alles enden muss?


Der 4. Band der Angels-Reihe! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Dieses Buch spielt auf mehreren Ebenen, zum einen sind da die Ermittlungen in der Friday-Killer-Mordserie, dessen Täter sich sehr geschickt dem Gesetz entzieht, zum anderen das persönliche Drama um Protagonist Sean, der entscheiden muss, wer leben darf: Er selbst oder sein Kind? Die Figuren wurden wieder facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich Protagonist Sean mit der Tatsache auseinandersetzen muss, dass er auf Grund eines einzigen Fehlers, der zur Schwangerschaft von Cat führte, ihr Leben in Gefahr gebracht hat, denn er kannte die Prophezeiung bereits lange vorher und das er nicht bereit ist, kampflos das Leben der Frau aufzugeben, die er liebt, sei es auch gegen ihren Willen. Wirklich überrascht in diesem Band wurde ich von der Figur des Don Viggen, denn es war herrlich erfrischend mitzuerleben, wie dieser Macho plötzlich verdammt handzahm wird, wenn es um eine ganz bestimmte Frau geht. Auch den Täter empfand ich als ausgesprochen faszinierend erarbeitet, denn erst nach und nach offenbart sich, was genau hinter dieser Mordserie steckt und aus welchen Gründen der Täter seine Morde begeht. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, denn ich musste einfach wissen, wie die Geschichte von Sean und Cat (vorläufig) enden wird. Wie gesagt, vorläufig endet diese Reihe erst einmal, doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich die Figuren allesamt zusammentun und der Autorin so lange auf die Nerven gehen, bis sie sich  hinsetzt und sie wieder literarisch auferstehen lässt.

Bewertung

Von E. M. Ross bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin:
E. M. Ross wurde 1962 im Ruhrgebiet geboren. Als Finance Manager war Ross für einen großen amerikanischen Konzern tätig und lebte unter anderem in Frankreich, England, Russland, Singapur, Thailand und China. Im Jahre 2006 kehrte Ross nach Deutschland zurück und wohnt seither im Großraum Frankfurt am Main. „Desperate Angels“ ist Ross’ erster Roman. (übernommen von Medu)







 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei


E. M. Ross


bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellthat und eine Bitte noch: Lass mich nicht allzu lange warten, bis du die Geschichte um Sean und Cat und Don und Mandy und ... weitererzählst.

Mittwoch, 16. Juli 2014

[Rezension] Phil Rickman - Merrily Watkins 02: Mittwinternacht



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: rororo (1. Dezember 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499249065
ISBN-13: 978-3499249068
Originaltitel: Midwinter of the Spirit
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,6 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Und dann war der Teufel los.
Als Merrily Watkins vom Bischof zur «Beraterin für spirituelle Grenzfragen» ernannt wird, ahnt sie nicht, was da auf sie zukommt. Hinter dem modern klingenden Titel verbirgt sich ein düsteres Amt: Exorzist. Schon bald droht Unheil: In Merrilys Kirche wird eingebrochen. Eine Leiche treibt im Fluss. Satanisten schänden die Kathedrale von Hereford. Haben die neuen Freunde ihrer Tochter etwas damit zu tun? Dann erfährt Merrily von einer Verschwörung, die die Kirche von England in ihrer Existenz bedroht. Und sie fragt sich, welche Rolle dabei ihr eigener Bischof spielt ...

Zum Buch:
Bischof Michael Hunter möchte neue Zeichen setzen und einen für ihn nicht mehr tragbaren Exorzisten ersetzen. Er hat sich als Ersatz für Merrily Watkins, die Pfarrerin aus Lewardine entschieden.
Sie macht als einzige Frau unter Männern eine Weiterbildung mit, aber selbst ihr Ausbilder würde ihr am liebsten den Job ausreden. Aber sie zieht es durch und kann sich alsbald ""Berater für spirituelle Grenzfragen" nennen. Huw Owen, der Ausbilder, erzählt ihnen, dass im Allgemeinen mit spirituellen Einsätzen 2 - 3x im Jahr zu rechnen ist.
Aber kaum hat Merrily ihre Weiterbildung beendet, bekommt sie die ersten Aufträge.
Eines nachts wird sie in ein Hospital gerufen, wo ein alter, wirklich böser Mann im sterben liegt. Alle Schwestern haben Angst vor ihm, weil er das personifizierte Böse darstellt. Auch Merrily spürt da eine böse Kraft, die von ihm ausgeht und sie spürt, wie diese in sie eindringt.
Weitere Ereignisse geschehen, so wird in ihrer Kirche eingebrochen und aus dem Wasser wird ein Toter gezogen. Auch ihre 16-jährige Tochter scheint ihr wieder weiter zu entgleiten, indem sie sich immer enger an ihre Schulfreundin Rowenna bindet ...

Merrily hat alle Hände voll zu tun, nicht nur mit ihrer Arbeit als Gemeindepfarrerin, sondern auch übermäßig viel was ihre spirituellen neuen Aufgaben angeht. Die Realität sieht völlig anders aus als die, die ihr vorhergesagt wurde, von wegen 2 - 3x im Jahr.

Während Merrily sich um ihre Gemeinde und die spirituellen Aufgaben kümmert, geht ihre Tochter Jane ihre eigenen Wege. Das Gefühl, dass ihre Mutter keine Zeit für sie hat, kennt sie und so freundet sie sich mit Rowenna, einer neuen Mitschülerin an. Das ist endlich ein Mädchen, das auch mal zuhören kann.
Merrily hat ihre Zweifel, was die Freundschaft der beiden angeht, nachdem sie ein wenig aus der Vergangenheit von Rowenna in Erfahrung bringen konnte.

Dieses Buch beinhaltet verschiedene Handlungsstränge, die anfangs völlig losgelöst erscheinen, sich aber zum Ende des Buches zu einer gesamten Einheit entwickelt.
Der Spannungsbogen wird bereits zu Beginn gezogen und steigert sich bis zu einem rasantem aufregenden Ende. 

Das Hauptaugenmerk liegt nicht mehr in der Gemeindearbeit einer Pfarrerin, sondern Merrilys Tätigkeiten im Zusammenhang mit spirituellen Aufgaben. Auch wenn es keine Hexen gibt, das Böse gibt es scheinbar und das gilt es zu bekämpfen. 
Satanisten findet man in dem Buch ebenso wie Geistererscheinungen, Legen von Tarotkarten zur Bestimmung der Zukunft sowie Morde. 
Die Mordermittlungen laufen aber, wie bereits in Teil 1, nur am Rande, so dass auch dieses Buch meines Erachtens das Prädikat "Krimi" nicht wirklich verdient. Es geht eher in Richtung Mystery mit kriminellen Elementen.

Neben vielen neuen Protagonisten trifft der Leser auch auf alte Bekannte. So trifft man neben Merrily und ihrer Tochter Jane auch wieder auf Lol, einem Freund von Merrily und auf Annie Howe, Ermittlerin bei der Polizei.

Merrily ist noch immer die taffe Pfarrerin, die nicht daran denkt, das zu tun, was man von ihr erwartet, sondern die das tut, was sie für richtig hält.
Sehr gut kann man ihre Gewissenbisse nachvollziehen, als sie sich fast entschließt, den Posten als Beraterin für spirutuelle Grenzfragen aufzugeben. Ihr Ängste und Zweifel sind absolut glaubhaft und nachzuvollziehen. 

Ich fühlte mich auch mit dem 2. Band um die Pfarrerin Merrily Watkins sehr gut unterhalten.
Wenn man das Buch zur Hand nimmt, sollte man sich nicht an der Bezeichnung "Krimi" orientieren, denn das ist er, mit meinen Augen gesehen, nicht.
Aber es ist ein Buch, das mit Merrilys spitzfindigem Humor unterhält, Spannung verspricht und mit Mystery aufwarten kann. Was will man mehr? 

Reiheninfo:
MW 01: Frucht der Sünde
MW 02: Mittwinternacht
MW 03: Die fünfte Kirche
MW 04: Der Turm der Seelen
MW 05: Der Himmel über dem Bösen
MW 06: Die Nacht der Jägerin
MW 07: Das Lächeln der Toten
MW 08: Ein dunkler Gesang
MW 09: Das Gespinst des Bösen
MW 10: Sündenflut
MW 11: Das Geheimnis des Schmerzes



Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Phil Rickman, geboren in Lancashire, ist ein englischer Autor und Radiomoderator. Zu seinen Werken gehören auch bemerkenswert erfolgreiche Spannungsromane, die er unter dem Pseudonym Will Kingdom verfasst. Seit Ende der neunziger Jahre schreibt er an seiner Krimireihe um Merrily Watkins, die in England seit langem Kult-Status genießt. «Erstklassige Thriller mit dem besonderen Etwas», heißt es im «Guardian», und der «Spectator» urteilt knapp: «Eine der besten Krimiserien überhaupt».

Von Phil Rickman wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 26. Oktober 2013

[Rezension] E. M. Ross - Fanatic Angels (Band 3)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 418
ISBN: 978-3-941-95584-4
Erscheinungstermin:
1. Oktober 2013
Preis:
11,95 EUR 
Format:
Taschenbuch
Verlag:
Medu


Klappentext gem. Medu:
Serienmord oder politisch motivierte Verbrechen? Diese Frage stellt sich das FBI, als drei hochrangige Mitglieder einer rechtsradikalen Partei tot aufgefunden werden. Die Opfer wurden eiskalt exekutiert und die Tatorte mit antifaschistischen Parolen beschmiert.
Nur widerwillig stimmt der erfahrene FBI Profiler Sean Caver zu, diese Fälle zu übernehmen. Die Ermittlungen führen Sean und seine Partnerin Catherine Kampell immer tiefer in den Sumpf der rechtsradikalen Szene. Dabei treffen sie auf den charismatischen, skrupellosen Parteiführer Josef Schreiber. Es wird zu Seans persönlicher Mission, diesem machthungrigen Fanatiker das Handwerk zu legen. Doch die Jagd auf ihn fordert bald weitere Opfer. Der Jäger wird selbst zum Gejagten. Sean muss an seine Grenzen gehen, um sich und sein privates Umfeld zu schützen – und dabei ist ihm jedes Mittel recht.


Rezension:
Ein halbes Jahr ist es her, dass Catherine "Cat" Kampell und Sean einander wieder begegnet sind. Seitdem Cat offiziell als FBI-Agentin vereidigt wurde, haben die Beiden ihre Beziehung öffentlich gemacht, soweit das im Rahmen des FBI möglich ist. Nun wollen sie eigentlich nur ein "normales" Leben führen und endlich klären, was hinter Seans Existenz steckt, doch Don Viggen, Seans bester Freund und Leiter des CASMIRC (Child Abduction and Serial Murder Investigation Resource Center) kommt mit einem neuen Fall auf sie zu. Drei Neonazis wurden förmlich hingerichtet und alle waren Mitglieder beim NNM (Nazism Movement).

Sean hat keinerlei Interesse ein entsprechendes Täterprofil zu erstellen, lässt sich jedoch schlussendlich von Cat und Don dazu überreden. Das dahinter noch ein weiterer Grund steckt, weiß nur Cat, denn einer der Tatorte liegt in Jackson, Mississippi und aus der Gegend kam das letzte Lebenszeichen, das Sean von seiner Mutter hat. Sie beschließen, zusammen dorthin zu fliegen, den Tatort zu besichtigen und anschließend nach seiner Mutter zu suchen, um endgültig Klärung zu erhalten, wie es zu Seans Existenz kam. Tatsächlich gelingt es ihnen, seine Mutter ausfindig zu machen und diese klärt Sean schlussendlich über seine Entstehung auf und was es mit seinem Vater auf sich hat.

Sean ist sich nach wie vor unsicher, ob es sich bei den Morden um Serienmorde handelt oder ob die Opfer ermordet wurden, weil sie Mitglieder der NNM waren. Um dem auf den Grund zu gehen, trifft er sich mit Josef Schreiber, dem Kommandeur der NNM und trifft hier auf einen überaus charismatischen Mann, dessen großes Vorbild Adolf Hitler ist und der versucht, das Dritte Reich nach Amerika zu bringen. Sean muss zugeben, dass es diesem überaus einnehmenden Mann durchaus gelingen könnte, denn seine Vereinigung wird immer bekannter und mit seiner gewinnenden Art und seiner ausgesprochen agilen Intelligenz schafft Schreiber es mühelos, die Leute auf seine Seite zu ziehen. Was Sean zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits ahnt: Es ist nicht immer alles so, wie es scheint ...


Der 3. Band der Angels-Reihe! Der Plot wurde wieder ausgesprochen spannend und lebensecht erarbeitet. Hier sticht ganz besonders ins Auge, dass sich die Autorin intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus beschäftigt hat, was da mit unter zu Tage gekommen ist, hätte ich in meinen kühnsten Vorstellungen nicht erwartet. Die Figuren wurden ausgesprochen facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier besonders ins Auge gestochen ist, dass es nach wie vor neue Facetten in der Figur des Sean zu entdecken gibt und was mir richtig gut gefallen ist das Interagieren zwischen Sean und Cat, denn während Sean abgeklärt, ja teilweise richtig abgebrüht ist, kommt bei Cat teilweise noch der launische Teenager durch und dennoch besitzt sie auf der anderen Seite eine erstaunliche geistige Reife. Fakt ist, Cat und Sean sind ein absolutes Power-Dream-Team, sowohl beruflich, wie auch privat und ergänzen sich fast hervorragend und dennoch finde ich es ausgesprochen reizvoll, wenn diese Beiden dann doch mal aneinander anecken. Den Schreibstil kann ich nur als absolut packend und erschreckend realistisch bezeichnen. Leider, leider ist nun auch Band 3 beendet und ich muss die Feststellung machen: Ich weiß nicht wie die Autorin das schafft, aber die Bücher werden mit jedem Band besser und dabei war ich mir bei den Vorgängerbänden schon sicher, dass eine Steigerung eigentlich nicht mehr möglich ist - ich wurde eines besseren belehrt. Doch woran liegt das? An der hervorragenden Recherche, dem packenden Schreibstil, den realistischen Figuren, dem abwechslungsreich erarbeiteten Plot - alles zusammen macht dieses Buch zu einem ganz besonderen Highlight, dass man nicht so einfach aus der Hand legt und das selbst nach Beendigung des Buches, einen nicht loslässt und den Leser noch nachhaltig lange beschäftigt. So und nun beginnt das Warten auf Band 4 - ich muss einfach unbedingt wissen, wie es mit Sean und Cat weitergeht.

Bewertung

Ein kleiner Nachtrag sei mir noch gestattet. Wisst ihr eigentlich, dass ich bei der Lektüre des Buches fast vom Stuhl gehopst bin? Nein? Wollt ihr wissen warum? Schaut mal hier


Schaut doch heute Mittag noch mal vorbei, dann gibt es nämlich ein ausführliches Interview mit der Autorin.


Von E. M. Ross bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin:

E. M. Ross wurde 1962 im Ruhrgebiet geboren. Als Finance Manager war Ross für einen großen amerikanischen Konzern tätig und lebte unter anderem in Frankreich, England, Russland, Singapur, Thailand und China. Im Jahre 2006 kehrte Ross nach Deutschland zurück und wohnt seither im Großraum Frankfurt am Main. „Desperate Angels“ ist Ross’ erster Roman. (übernommen von Medu)







 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim



und

E. M. Ross


bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt und dafür gesorgt haben, dass ich jetzt sehnsüchtig auf Band 4 warte.

Freitag, 22. März 2013

[Rezension] Justin Evans - Weißer Teufel




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 466 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746628768
ISBN-13: 978-3746628769
Originaltitel: The White Devil
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Aufbau-Verlag:
Von seinem Vater wird Andrew auf ein englisches Internat geschickt, weil er zu Hause in den USA in Drogenprobleme verstrickt war. Aber der Ärger beginnt für ihn erst richtig, kaum dass er die Harrow School betreten hat. Er beobachtet, wie ein Schüler auf seltsame Weise stirbt, und wird sofort verdächtigt, mit diesem Tod etwas zu tun zu haben. Außerdem sieht er Lord Byron ähnlich, dem berühmtesten Schüler des Internats. Deshalb soll Andrew auch in einem Stück über den Dichter die Hauptrolle spielen. Nach und nach wird er in das Leben des Dichters hineingezogen – und erkennt, dass er ein tödliches Geheimnis aus der Vergangenheit ans Licht bringen muss. 

Zum Buch:
Als Andrew Tayler nach England auf die Harrow School kommt, weiß er, dass es seine letzte Chance ist, einen Abschluss zu bekommen. In den USA wollte ihn keine Schule mehr aufnehmen, nachdem bekannt wurde, dass er mit Drogen zu tun hatte.
Es ist, bis auf eine Ausnahme, eine Schule für Jungen. Die Ausnahme ist Persephone, die Tochter eines Hausvaters.
Gleich zu Beginn wird ihm auch von einem Hausgeist erzählt, das dort umgehen soll.
Persephone, die in ihm als erste die Ähnlichkeit mit dem ehemaligen Schriftsteller und Schüler der Schule Lord Byron feststellt, fragt ihn, ob er nicht in dem Stück mitspielen will. Piers Fewkes, ebenfalls ein Hausvater, hat ein Stück über Lord Byron geschrieben, das demnächst aufgeführt werden soll. Auch er ist überrascht über die Ähnlichkeit zwischen Lord Byron und Andrew.
Aber nicht nur den beiden ist die Ähnlichkeit aufgefallen, auch dem Geist, der in den Mauern wandelt, hat diese bemerkt.
Als Andrew eines Tages einen seltsamen Mord an einem seiner Mitschüler beobachtet, traut er sich nur Piers Fewkes gegenüber zu gestehen, was er gesehen hat, dass dieser nämlich von einem Geist getötet wurde.
Wer ist dieser Geist und warum tötete er? Piers und Andrew sind auf der Suche nach der Identität des Geistes und wollen ihn stoppen, denn dessen Rachedurst scheint noch nicht gestillt zu sein ...

Der Autor Justin Evans hat seine Geschichte an einen Ort spielen lassen, den er selber während seiner Schulzeit für ein Jahr lang besucht hat.
Die Beschreibung der Schule und ihrer Örtlichkeiten macht es für den Leser leicht, sich dort zurechtzufinden, man hat förmlich das Gefühl, man hätte es mit eigenen Augen gesehen.
Er erzählt eine Geschichte, in der ein Geist seit fast 200 Jahren in dem Haus "lebt" und der sich seinerzeit durch Lord Byron, seiner großen Liebe ungerecht behandelt fühlte. Als Andrew Tayler an die Schule kommt und große Ähnlichkeit mit dem Dichter aufweist, kann der Geist nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden und fängt an, Rache zu nehmen.

Einerseits weiß jeder über den Geist bescheid, andererseits wird an die Existenz von Geistern nicht geglaubt. So glaubt sich auch Andrew anfangs nicht selbst, ob er nun bei dem Mord einen Geist gesehen hat oder nicht. Die Gegenwart des Geistes ist auch immer in Begleitung mit Beklemmungen und dunkle Ahnungen. Der Einzige, der ihm glaubt, ist Piers Lewkes, ein Hausvater, der weniger seine Arbeit tut, dafür aber mehr an der Flasche hängt. 

Der Autor versteht es, die beklemmende Stimmung dem Leser nahezubringen. Man bangt mit den Protagonisten mit und hofft, dass sie in der Lage sind, den Geist aufzuhalten.

Anfangs hatte ich ein wenig zu tun, in die Geschichte hineinzufinden. Ein Grund war, dass einige Gespräche in Kursivschrift geschrieben wurden. Ganz bin ich hinter das System nicht gekommen, aber ich habe mich damit abgefunden, auch wenn es den Lesefluss ein wenig störte.
Die Story an sich lässt sich gut lesen und ist logisch aufgebaut.
Nachdem ich mich eingelesen hatte, hat sie mich auch gepackt und nicht mehr losgelassen. Nun wollte ich nur noch wissen, wer, warum und kann man ihn stoppen.
Die Geschichte als Geistergeschichte zu bezeichnen finde ich ein wenig übertrieben, denn der Geist trat nur am Rande auf.
Es ist ein Roman mit mystischem Einschlag, ein wenig kriminalistischem Spürsinn und einem Hauch Liebe.  

Bewertung:



Zum Autor:
(übernommen vom Aufbau-Verlag)
Justin Evans ist Computerfachmann und lebt mit seiner Familie in New York. In den achtziger Jahren besuchte er eine Zeitlang die Harrow School. „Weißer Teufel“ ist sein zweiter Roman.


Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Aufbau Verlag bedanken,


der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 23. Februar 2013

[Rezension] John Maylynn - Satans Erbe


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 390
ISBN: 978-9-963-28140-4
Erscheinungstermin: 18. Juli 2012
Genre: Mystery
Verlag: bookshouse



Klappentext gem. bookshouse Verlag:
»Wenn die Hölle ihre Dämonen verstößt, kennt das Leben kein Erbarmen mit denjenigen, die das Pech haben, einer zum Psychopathen gereiften Kreatur zu begegnen, die wieder ins Höllenreich aufgenommen werden will.«

Interlaken, Schweiz. Hier behandelt Dr. med. Sibylle Bachmann, forensische Traumatologin und Stationsärztin einer psychiatrischen Luxusklinik, im Jahr 2008 die 23-jährige Elisa, die seit ihrer Einlieferung vor 10 Jahren teilnahmslos vor sich hin vegetiert. Bis sich eines Morgens durch ein geheimnisvolles Manuskript alles ändert. Sibylle stößt auf das Vermächtnis einer Gemeinschaft, mit deren teuflischen Machenschaften Elisa auf geheimnisvolle Weise verbunden scheint und deren Wurzeln Jahrhunderte zurückreichen. Die »Engel der Schwarzen Rose«.


Rezension: 
Seit annähernd 10 Jahren lebt die 23-jährige Elisa in einer Psychiatrischen Privatklinik in der Schweiz. Die junge Frau hat keine Vergangenheit und vegetiert seit ihrer Einlieferung als Kind teilnahmslos vor sich hin. Die Kosten für ihre Unterbringung werden von einem ehemaligen Insassen bezahlt, doch über Elisa selbst ist nichts bekannt. Vor über 10 Jahren wurde sie vor einer Haustür in Interlaken gefunden, nackt, nur mit einer Decke bedeckt und einem goldenen Armband mit dem Namen "Elisa" darauf. Fest steht: Bereits als Kind muss sie mehrfach schwer sexuell missbraucht worden sein, doch niemand hat ein passendes Kind auch nur als vermisst gemeldet - es ist so, als würde sie nicht existieren. Auch die Behörden konnten hier nicht weiterhelfen. Als jedoch am 24.10.2008 Elisa anonym ein Brief zugespielt wird, erwacht sie aus ihrer Erstarrung. Ihre behandelnde Ärztin Dr. Sibylle Bachmann weiß, dass dieser Brief einen Durchbruch in der Behandlung erzielt hat, doch wird Elisa damit klar kommen, sich an immer mehr aus ihrer Vergangenheit zu erinnern - und die Erinnerungen kommen schnell und gewaltig zurück ...

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt, Elisas Geschichte beginnt an Weihnachten 1974, als der 27-jährige Benni von Felthen, wie jedes Jahr, sein Wohlfühl-Leben in Australien unterbricht, um Weihnachten mit seiner Familie in der Schweiz zu verbringen. In dem Jahr freut er sich ganz besonders darauf, seinen Bruder Arno, seine Schwägerin Petra und vor allem die 4-jährigen, eineiigen Zwillinge der Beiden, Lena und Lisa, wiederzusehen. Benni ist ganz vernarrt in die beiden Mädchen, sodass er gerne den Weihnachtsmann für sie spielt. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Im Flugzeug lernt er Ahriman kennen und die Sympathie scheint gegenseitig zu sein, sodass sie sich auf jeden Fall in der Schweiz wiedersehen wollen. Die Familie begeht das Fest wie jedes Jahr mit weihnachtlicher Stimmung und vielen Geschenken für die Kinder. Merkwürdig ist jedoch, dass die Eltern von Arno und Benni, Thomas und Constanze, nicht zum Weihnachtsfest erscheinen. Als die beiden Brüder abends noch die Strecke zum Haus ihrer Eltern abfahren, müssen sie feststellen, dass diese zwar aufgebrochen sind, aber seitdem verschwunden. Kurz darauf wird die Leiche Constanzes gefunden - sie wurde am Weihnachtsabend erschossen, von Thomas fehlt jede Spur, jedoch geht die Polizei davon aus, dass auch er Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Doch mit dem Tod von Constanze und Thomas kehrt das Unglück über die Familie ein. Wenige Tage später wird Petra bei einem Unfall schwer verletzt und stirbt und auch die kleine Lena erleidet einen schweren Unfall. Lange wird um das Leben des kleinen Mädchens gekämpft - vergeblich, auch sie wacht nicht wieder auf. Arno, der lange am Krankenbett seines Kindes gesessen hat und über Wochen und Monate die Hoffnung nicht aufgab, kehrt als gebrochener Mann in sein Haus zurück. Arno, der sein Herz gegenüber seiner Trauer verschlossen hat, hat im Leben nur noch ein Ziel: Lisa zu beschützen, denn sie ist das einzige, was von seiner einst glücklichen Familie übrig geblieben ist. Auch Benni beschließt, nicht nach Australien zurück zu kehren und seinen Bruder bei der Erziehung von Lisa zu unterstützen. Es dauert jedoch nicht lange und Arno entwickelt sich zu einem Tyrannen ohne Gleichen, Lisa darf keine Freunde haben, darf nicht zur Schule gehen, darf das Haus nicht verlassen - alles zu ihrer Sicherheit, denn außerhalb des Hauses lauern Gefahren. Unterstützung findet Lisa nur bei ihrem Onkel, doch auch der ist gegen seinen Bruder machtlos. Benni tut alles, um seiner Nichte ein erträgliches Leben zu bereiten, aber er weiß: Es ist nicht gut für sie, wie sie lebt. Denn gerade durch die unerträgliche Situation im Hause, verwacht Lisas Rebellionskreis immer mehr und treibt sie den falschen Leuten in die Arme ...


Was für ein genialer Mystery-Thriller! Der Plot wurde sehr detailliert und abwechslungsreich gestaltet, wobei mir hier sehr gut die Wechsel der Zeitzonen (das Buch spielt u. a. im 12. Jahrhundert, in den 1950ern, 1970ern und 2008) gefallen hat, denn die jeweiligen Kapitel endeten teilweise mit einem richtig bösen Cliffhanger, sodass ich unbedingt weiterlesen muss, mich dann jedoch in einer anderen Zeitzone wiederfand, welche mich dann ebenfalls vollkommen in ihren Bann geschlagen hat. Die Figuren wurden sehr facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier die Figur des Arno ganz besonders gut gefallen hat. Die Wandlung vom liebenden Familienvater zum Tyrannen war einfach perfekt und das schlimmste ist: Ich konnte es jederzeit nachvollziehen, denn seine Handlungen waren, aus Angst um sein einziges Kind, jederzeit nachvollziehbar. Generell kann ich sagen, dass alle Figuren ganz fantastisch erarbeitet waren, in einer jeden gehen grundlegende Veränderungen hervor und dennoch sind diese immer nachvollziehbar und verständlich und ich kann euch sagen, die Charaktere wandeln sich teilweise gewaltig. Den Schreibstil empfand ich als angenehm und spannend zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte (was u. a. auf die eingebauten Cliffhanger zurück zu führen ist) und ich dieses Buch förmlich inhaliert habe. Bei diesem Werk handelt es sich um das erste des Autoren, dass ich gelesen habe - aber es war bestimmt nicht das letzte. Von solchen Büchern möchte ich definitiv mehr lesen!

Bewertung



Der Autor:
John Maylynn wurde 1951 in West Ham, London geboren und wuchs in der Schweiz, Deutschland und England auf.
Der Entdeckergeist ist ihm in die Wiege gelegt worden, deshalb machte er früh sein Hobby zum Beruf und verband das für ihn Schönste mit dem Nützlichen.
Seit John "in Rente" ist, gondelt er weiterhin durch die Weltgeschichte, fotografiert und schreibt, immer in Begleitung seiner Labrador Retriever Hündin. (übernommen von bookshouse Verlag)

Zur Facebook-Seite des Autorn kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei 

bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.