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Montag, 20. Juni 2016

[Rezension] Rose Snow - Unter uns nur Wolken








Eckdaten:
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (19. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1534772391
ISBN-13: 978-1534772397
Größe und/oder Gewicht: 12 x 1,6 x 19 cm

Inhalt gem. Amazon:
Wer ist wirklich für dich da, wenn du jemanden an deiner Seite brauchst? Toms Leben ist das absolute Chaos. Seine Bar droht bankrott zu gehen, seine Eltern sind in Wahrheit keine Eltern, und sein sturer Großvater Florian hat Alzheimer, gibt es aber nicht zu. Lieber verscheucht Florian mit fiesen Tricks jede Pflegerin, die man ihm aufhalst. Doch als Ani, die selbst aus dem Chaos kommt, das Leben von Tom und Florian kreuzt, verändert sich Stück für Stück alles ... Ein Buch über die Unplanbarkeit des Lebens und die Kraft, die in uns steckt.

Zum Buch:
Florian ist alt und allein, seit seine Frau, die Liebe seines Lebens, gestorben ist. Nun wurde er auch noch mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert, will dies jedoch nicht wahrhaben.
Sein Sohn mit Frau wollen ihn ins Seniorenheim verfrachten, was für diese selbst weniger Arbeit bedeutet, haben sie doch keine Zeit, sich um den Vater zu kümmern.
Sein Enkel Tom jedoch will das nicht zulassen. Er wuchs mehr bei seinen Großeltern auf als bei seinen Eltern, die den Jungen überall mit herumzerrten, bis seine Großeltern ihn zu sich holten. Da er jedoch selbst einen stressigen Job hat, er arbeitet in einer Bar, ist er bestrebt, eine Pflegekraft für Florian zu finden. Das ist jedoch eine Aufgabe, die ihn fast unlösbar erscheint, denn Florian ist in der Lage, diese locker zu vergraulen. Keine hält es länger als nötig auf. Die Fluktuation ist enorm.
Da bewirbt sich Ani um den Job. Sie ist verzweifelt, sucht dringend Job und Wohnung und da kommt ihr das Angebot wie gerufen. Aber ist es das wirklich? ...

Wie verzweifelt muss man sein, um einen Job anzunehmen, den man eigentlich gar nicht will. Ani ist verzweifelt, steht kurz davor, unter der Brücke zu schlafen, da hört sie durch Zufall von der verzweifelten Annonce, in der ein Pfleger / eine Pflegerin gesucht werden.
Nun, denkt sie, wie schwer kann das schon sein. Dann sieht sie das Haus, in dem sie bei Annahme des Jobs wohnen soll und ist fasziniert. Sie will diesen Job, kann dort sofort einziehen. Sie ist nicht zimperlich und gedenkt, ihren Job gut zu machen, hat dabei leider vergessen, die Unberechenbarkeiten von Florian zu überschauen.

Florian ist wirklich verzweifelt, er will niemanden um sich herum haben. Seinen Enkel Tom kann er ja noch ertragen, aber eine Pflegekraft geht gar nicht. Er sabotiert jede neu angestellte Kraft und zeigt ihnen deutlich, wer das Sagen im Haus hat und vergrault erfolgreich jede Bewerberin. Wer den Job dennoch annimmt, bleibt meist nicht lang. Er ist ein verbitterter alter Mann, der seinen Willen durchsetzen will. 
Mit Erfolg, bis Ani bei ihnen einzieht.
Diese, selbst am Limit angekommen, lässt sich nicht alles gefallen und schlägt mit genauso scharfen verbalen Angriffen wie Florian zurück.
Es beginnt ein Kräfteringen, bei dem nur einer gewinnen kann, Ani oder Florian?

Das Autorenpärchen Rose Snow legt mit diesem Buch einen weiteren unterhaltsamen Roman vor, der auch eine Botschaft vermittelt.
Wer ist für dich da, wenn du nicht mehr in der Lage bist, für dich selbst zu sorgen? Inwieweit können andere über dein Leben bestimmen, wenn du es nicht mehr selbst kannst?

Die Protagonisten des Buches sind zum großen Teil sympathisch. Personen, die man einfach mögen muss. Selbst der alte und grummelige Florian ist ein Mann, den man verstehen kann und mit dem man als Leser mitfühlt. Er kann und will nicht akzeptieren, dass er unter einer Krankheit leidet, die so gar nicht zu ihm passt. Aber sie ist da, wenn auch bislang nur in den Anfängen, aber es wird schlimmer werden. Es gibt Aussetzer, die nicht nur ihn selbst erschrecken. Er findet sich in Situationen wieder, an die er sich nicht erinnern kann. Er hadert mit sich und seiner Umwelt. 

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Man spürt die Panik, die Tom hat, als keine Pflegerin mehr bleiben will und er sich nicht in der Lage sieht, durch seinen eigenen Job jeden Tag 24 h für seinen Großvater da sein zu können. Wie verzweifelt er eine Betreuerin sucht und bei jeder hofft, sie möge doch bleiben und doch wieder erleben muss, wie Florian auch diese in die Flucht schlägt.

Es ist ein starkes Buch um Trauer, Verlust und Krankheit. Aber auch ein Buch, das Hoffnung zulässt.

Sicher ist Alzheimer ein ernst zu nehmendes Thema. Die beiden Autorinnen haben es jedoch geschafft, trotzdem ein Buch zu schaffen, das unterhält und das einen auch mal zum schmunzeln bringt.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Tom und Ani in der Ich-Form geschrieben. Als Leser ist man hautnah am Geschehen dabei, erfährt ihre Ängste und Nöte und leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen über Erfolge und leidet gemeinsam mit ihnen bei Niederlagen bzw. Rückschlägen.
Es ist ein zutiefst menschliches Buch, mit dem täglichen Wahnsinn und dem Zusammenleben mit einem Alzheimerkranken.
Auch wenn von Florian viele Dinge bewusst herbeigeführt wurden, lässt sich die Wahrheit nicht verschleiern und das macht betroffen. Was heute noch ein Spiel ist, kann morgen die Realität sein. Erschreckend.

Ein wunderbares Buch, das nicht nur unterhält. 

Bewertung:




Zu den Autorinnen:
Die Autorinnen über sich: (übernommen von HIER):
Rose Snow ist ein Pseudonym. Warum? Weil wir zu zweit schreiben und sich unsere Nachnamen hintereinander ganz schön blöd anhören. Macht Sinn, oder? Also – hinter Rose Snow stehen zwei liebenswerte Österreicherinnen, die schon seit Kindheitstagen gemeinsam Geschichten schreiben.

Von Rose Snow wurden gelesen und rezensiert:

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin 
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 15. April 2016

[Rezension] Brigitte Teufl-Heimhilcher - Thessa 02: Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (12. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3739200960
ISBN-13: 978-3739200965
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,1 x 20,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
Seit Thessa - die toughe Hausverwalterin, die sie vielleicht noch aus "Humor und Hausverstand erwünscht" kennen - Michaels Verlobungsring am Finger trägt und der Hochzeitstermin feststeht, könnte ihr Leben total perfekt sein – wäre da nicht ihre Schwiegermutter in spe, ihr pubertierender Sohn und diese kleine Eifersucht auf ihre Lieblingsfeindin Judith.
Aber auch mit ihrem Exmann und dessen Freundin hat sie es nicht immer leicht, halten die beiden sich doch für Experten in Sachen Erziehung.
Da Thessa gerne kocht, sind die einzelnen Kapitel nach Speisen benannt, die für die Regionen, in denen die Geschichte spielt (Wien, Hamburg und Salzburg) typisch sind. Hobbyköche finden im Anhang die dazu gehörigen Rezepte.

Zum Buch:
Thessa Bachmann lebt inzwischen mit ihrem Verlobten Michael, der gleichzeitig ihr Chef ist, zusammen. Nicky, ihr pupertierender Sohn, ist davon nicht wirklich begeistert. Er zieht es vor, zu seinem Vater zu ziehen und dort zu leben. Thessa ist geschockt und würde es ihm am liebsten verbieten, aber sie zieht den kürzeren und lässt ihn gehen.
Derweil plant sie ihre Hochzeit mit Michael, hat aber das Problem, dass ihre Schwiegermutter Vera nach einem Zerwürfnis nicht zur Hochzeit kommen will. Auch wenn Michael so tut, als wäre es ihm egal, trifft es ihn hart. Schwierige Situation, ist Thessa doch eigentlich froh, wenn sie Vera nicht sehen muss.
Auch Judith, ihre Widersacherin arbeitet noch immer bei ihnen in der Firma. Sie bekommt nichts auf die Reihe, nur leider können sie diese nicht entlassen.

Wolfgang, der geschiedene Mann von Thessa, lebt mit seiner Beate zusammen und freut sich auf Nicky, dass dieser bei ihnen leben will. Beate, die schwanger ist, sieht die Sache ein wenig skeptisch, aber erstaunlicherweise passt es ganz gut.

Judith, die noch immer in der Hausverwaltung arbeitet, kann nach wie vor nicht verstehen, warum Michael ausgerechnet Thessa ihr vorziehen musste. Sie macht ihre Arbeit nach bestem Gewissen, was leider immer öfter nach hinten losgeht. Es macht ihr aber auch keinen Spaß, viel lieber würde sie ein Buch schreiben, denn das ist ihr heimlicher Traum...

Manchmal werden auch Träume wahr. 
Als sich Thessa die Gelegenheit bietet, Judith aus der Firma zu bekommen und das auch noch mit Judiths Wünschen übereinstimmt, atmen zwei Frauen tief durch.

Eine Patchworkfamilie, wie  man sie sich nicht besser hätte ausdenken können.
Thessa und Wolfgang, voneinander geschieden, haben jeweils einen neuen Partner, den sie auch heiraten wollen. Beate ist inzwischen schwanger, freut sich aufs gemeinsame Kind und hat jetzt auch noch Nicky, den Sohn von Wolfgang im Haus.
Wolfgang, der noch eine Tochter aus der Verbindung vor Thessa hat, ist bestrebt, auch zu ihr Kontakt zu halten, was sich als ein wenig schwierig gestaltet.

Hochzeitsvorbereitungen, Schwiegermütter, die mit der Wahl der Schwiegertochter so gar nicht einverstanden sind und versuchen, Einfluss auf ihre Söhne zu nehmen, tun ihr übriges, um den Leser gut zu unterhalten.
Angestellte, die lieber Bücher schreiben als sich in ihre Arbeit hineinzuknien, Intrigen und Teenager, die eine Firma leiten wollen, bringen Schwung ins Buch.
Langweilig wird dem Leser auf keinen Fall.

Ich hatte etwas zu tun, in das Buch hineinzukommen. Es stürmten zu viele Namen auf mich ein, in die ich erst einmal hineinfinden musste. Auch ist es bereits 2,5 Jahre her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, so dass ich Mühe hatte, die Zusammenhänge wieder herzustellen. An der Stelle hätte ich mir ab und an einen kleinen hilfreichen Rückblick erhofft, der den Einstieg zum Vorgänger etwas erleichtert hätte. 

Hat man aber den Einstieg geschafft, hat man schnell das Gefühl, man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonisten sind zum größten Teil ausgesprochen sympathisch und man kann sich mit ihnen identifizieren. Ihre Probleme und Sorgen sind real und können sehr gut nachvollzogen werden.
Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin gleitet man nur so durch das Buch. Mit Humor und Verstand lässt sie den Leser teilhaben an dem Leben einer riesigen Patchworkfamilie.
Sorgen, Nöte, Hoffnungen, Liebe und Humor prägen dieses Buch und hinterlassen beim Leser nach Beendigung der Lektüre ein gutes Gefühl. Letztendlich passt alles wie es soll und als Leser spürt man, dass alles stimmig ist.
Auch dieses Buch der Autorin empfehle ich sehr gern weiter.  
  

Reiheninfo:
Thessa 01: Humor und Hausverstand erwünscht
Thessa 02: Von Hochzeiten, Schwiegermüttern und eifersüchtigen Mäusen

Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen von ihrer HP)
Geboren: 1955, im Zeichen des Zwillings
Wohnort: Wien
Beruf: Immobilienbewerter und Autorin
Verheiratet
Lebensmotto: Jeder Mensch kann glücklich sein, wenn er nur will.
Lesestoff: unterhaltsame Belletristik, Gesellschaftsroman
Literarische Vorbilder: Utta Danella, Erich Kästner, Georgette Heyer
Sportliche Aktivitäten: Spaziergänge mit und ohne Golfschläger.
Hobbies: Kochen, Essen, Kommunizieren.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

Von Brigitte Teufl-Heimhilcher wurden gelesen und rezensiert:
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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 3. Februar 2016

[Rezension] Rike Stienen - Die Liebe wohnt überall



Leseprobe





Eckdaten:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (9. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1519107730
ISBN-13: 978-1519107732
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,8 x 20,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
Charlottes Leben gerät plötzlich aus der Spur, als sie ihren Geliebten, der ausgerechnet auch der Verleger ihrer Liebesromane ist, mit einer anderen erwischt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, verunglückt Charlottes Vater, sodass sie gezwungen ist, seine Schafe auf der Alm im Chiemgau zu hüten. Dabei kann Charlotte Schafe von Ziegen kaum unterscheiden, was dem Tierarzt Markus Heller ein Dorn im Auge ist. Wenn Charlotte gedacht hat, wenigstens auf der vermeintlich einsamen Alm in Ruhe über ihre berufliche Zukunft nachdenken zu können, so wird sie enttäuscht. Erst leistet sie Hilfe bei der Geburt eines Lämmchens, und nach und nach tauchen unerwartete Besucher und damit neue Probleme auf der Alm auf.

Zum Buch:
Charlotte ist Autorin, die mit ihrem Freund Bernhard, einem Verleger, zusammen lebt. In letzter Zeit ist die Zusammenarbeit ein wenig nervig, denn er versucht massiv Einfluss auf die Inhalte ihrer Romane zu nehmen.
Gerade, als sie noch denkt, dass ihre Beziehung trotzdem Bestand hat, erwischt sie ihn mit einer kleinen Schauspielerin in flagranti. Ausgerechnet auch noch das Filmsternchen, das in ihrem zu verfilmenden Buch die Hauptrolle spielen sollte. Charlotte hat sie nie gemocht.
Zu allem Unglück verunglückt ihr Vater auch noch und muss in ein Krankenhaus. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn ihr Vater nicht auf einer Alm leben würde und Tiere hätte, die während seiner Abwesenheit versorgt werden müssten.
Wem sollte der Vater die Vertretung übergeben? Charlotte jedenfalls nicht. Erstens traut er ihr das nicht zu und zweitens verstehen die beiden sich nicht besonders.
Charlotte bleibt letzten Endes nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und kurzzeitig auf die Alm zu ziehen. Dabei ist sie eine gestandene Großstädterin und kann eine Kuh nicht von einem Schaf unterscheiden...

Manchmal muss man das Schicksal annehmen, wie es kommt.
Charlotte, die so gar nichts mit Tieren im Sinn hat, übernimmt aus Trotz zu ihrem Vater die Versorgung der Tiere während seine Krankenhausaufenthaltes. Ihm wird sie es zeigen, nimmt sie sich vor.
Natürlich geht nicht alles glatt und es unterlaufen ihr das ein oder andere Mal auch Fehler.
Aber sie bekommt Unterstützung durch die Dorfbewohner, besonders von Herta, der Eigentümerin eines Tante Emma Ladens, die selbst mit ihrer Existenz zu tun hat, Markus, dem Tierarzt und Sebastian.
Selbst ihre Tochter Amelie, die sich eigentlich auf Mallorca bei ihrem Vater aufhalten sollte, reist sofort an, als sie hörte, dass ihr Großvater verunglückt ist. Amelie liebt die Alm und verbringt dort viel Zeit. Großvater und Enkelin sind sich sehr nahe, so dass Charlotte Momente der Eifersucht verspürt.
Aber sie kann auch nicht aus ihrer Haut, zu viele Vorurteile hat sie gegen ihren Vater und zu vieler Verfehlungen macht sie ihn verantwortlich.

Charlotte und Markus kommen sich näher, aber hat diese Beziehung eine Zukunft? Er mag das Leben, das er führt und weiß, dass er dieses keiner Frau zumuten kann, denn die Tiere fragen nicht, ob es Nacht ist oder Wochenende, so dass er zu oft unterwegs ist. Für Charlotte hingegen ist von vornherein klar, dass sie, sobald es ihrem Vater wieder besser geht und er in der Lage sein wird, seine Tiere wieder selbst zu versorgen, schnellstens von der Alm wieder verschwinden wird.

Rike Stienen ist eine Autorin, deren Bücher ich mag. So war ich natürlich neugierig, was sie ihre Protagonisten auf der Alm erleben lässt. 
Mit Herta hat die Autorin eine Figur geschaffen, die ein klein wenig verschroben wirkte und die Leute mit ihren Ösi-Witzen nervte. Mich hat sie mit Herta hervorragend unterhalten. 
Charlotte ist eine Protagonistin, die sich das Leben teilweise selbst schwer macht. Nur aus Trotz zieht sie vorübergehend auf die Alm und macht anfänglich alles falsch. Ihr Erstaunen über das frischgeborene Lämmchen, dem sie den Namen Wölkchen gegeben hat, zeigt ihr auch die schönen Seiten, die man auf der Alm erleben kann. Sie schafft es sogar, sich mit dem Hund ihres Vaters anzufreunden, was zugegebenerweise nicht ganz leicht war, aber sie ist über ihren Schatten gesprungen.
Sie entwickelt sich von einer anfänglichen Zicke in eine Frau, die man gern als Freundin hätte. Sie packt ihre Probleme und schickt sie zum Teufel. Charlotte lernt, einen Schlussstrich zu ziehen, auch wenn ihr die nackte Existenzangst im Nacken sitzt.

Mit diesem Buch hat die Autorin ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Dem Leser gibt sie einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise einer Autorin, dem Veröffentlichen und Vermarkten von Büchern. Sie Suche nach einem Verlag ist genauso ein Thema wie das Veröffentlichen der Bücher als E-Book.

Das Cover ist ein Hingucker, auf dem das kleine Lamm Wölkchen zu sehen ist. Ein wenig stört mich zwar die massive blaue Umrandung, aber das ist sicher Geschmackssache.

Mit dem Buch fühlt man sich ausgesprochen gut unterhalten. Ein humorvoller Liebesroman, der den Leser den Alltag vergessen lässt, bei dem man entspannen kann und bei dem man ab und an auch mal ein Grinsen ins Gesicht bekommt.
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn sehr gern weiter.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon:
Rike Stienen war einige Jahre als Rechtsanwältin und Mediatorin tätig, bevor sie sich ihren Traum erfüllte, eine Ausbildung zur Drehbuchautorin zu absolvieren. Seitdem entwickelt sie Stoffe für diverse Filmproduktionen, am liebsten romantische Komödien, die im Alpenvorland oder vor exotischer Kulisse spielen. Dabei ist es ihr wichtig, zwischenmenschliche Konflikte auf humorvolle Weise zu lösen. Mittlerweile sind zusätzlich einige Kurzgeschichten und Liebesromane veröffentlicht worden. Die Autorin lebt und arbeitet in der Nähe des Chiemsees und gehört verschiedenen Autorenverbänden an. Für den Delia-Literaturpreis 2015 war die Autorin als Jurymitglied tätig.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Rike Stienen bedanken, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung stellte.

Von Rike Stienen wurden gelesen und rezensiert:
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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt 

Dienstag, 19. Januar 2016

[Rezension] Stefanie Maucher - Franklin Gothik Medium


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 256
ISBN: 978-1478360735
Erscheinungstermin: 3. August 2012
Format:
Taschenbuch
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 


Klappentext gem. amazon:
In Franklin Gothic Medium wird der Werdegang eines kultivierten, doch leider sehr soziopathischen Kannibalen geschildert, der im festen Glauben an seine revolutionäre Kochkunst jagt und emsig an dem Kochbuch arbeitet, mit der er der überbevölkerten Welt die kannibale Küche nahebringen möchte. Bei der Haltung, Zubereitung und sogar in Fragen der Vermehrung seiner schmackhaften Opfer, folgt Franklin seiner ihm eigenen, perfiden Logik, die selbst die schlimmsten Grausamkeiten in ein nachvollziehbares und sogar humorvolles Licht rücken. Fou-Mai, sein wehrloses Opfer, ist die Erste, mit der man leiden darf. Doch wird ihr Leiden ein Ende haben und das Blatt sich wenden? Wird Rettung nahen, in Gestalt ihrer geliebten Lebensgefährtin Naomi? Oder wird auch sie einen Leidensweg gehen, der sie für immer verändert? ...bildlich gesprochen.


Rezension:
Franklin ist ein Mann mittleren Alters und ein absoluter Gourmet. Wo jedoch andere nur Wert auf den kulinarischen Genuss legen, bevorzugt es Franklin, sein Fleisch zu erjagen und selbst zu erlegen, bevor er es eigenhändig zubereitet. An sich sicherlich noch nichts derart ungewöhnliches, doch Franklin ist ein Gourmet der besonderen Art - er bevorzugt Menschenfleisch. Sicherlich war das noch nie in jeden Supermarkt zu bekommen, doch, gerade nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft, ist es für ihn immer schwerer, geeignetes und vor allem gesundes Fleisch zu erhalten. Doch manchmal spielt auch das Glück einem Gourmet zu.

In einem Lokal entdeckt er ein neues Objekt seiner Begierde - die hübsche Asiatin Fou-Mai. Diese scheint bekümmert zu sein und somit perfekt, weil ein leichtes Opfer und in der Tat folgt Franklin der jungen Frau, wird ihrer habhaft und nimmt sie mit nach Hause. Als Fou-Mai wieder zu sich kommt, wappnet sie sich gegen das Schlimmste, doch was dann geschieht, spielt sich außerhalb ihres Vorstellungsvermögens ab, denn dieser Mann, der sie entführt und in seiner Gewalt hat, ist nicht an ihr als Frau interessiert, sondern an ihr als Fleischlieferantin seiner Speisen und er nimmt auch keinerlei Anstoß daran, von seinem Opfer zu kosten, wenn dieses bei vollem Bewusstsein ist.

Nach den ersten Probestücken, verbringt Franklin die junge Frau in den Keller - immerhin gilt es, sein Fleisch frisch und am Leben zu erhalten. Fou-Mai hat schon fast mit ihrem Leben abgeschlossen, ahnt sie doch, dass sie den Keller nicht mehr lebend verlassen wird und dennoch, es gibt so viel, für das es sich zu leben lohnt - so zum Beispiel Naomi, ihre Mitbewohnerin und Geliebte. Naomi selbst ist krank vor Eifersucht und Sorge - ist Fou-Mai zu ihrem Ex-Freund zurück gegangen? Doch dann sieht sie, wie ein Mann mittleren Alters Sachen aus ihrer gemeinsamen Wohnung entwendet und beschließt, ihm zu folgen. So also folgt sie Franklin in sein Haus, in seine Gourmetküche und macht dort eine grausige Entdeckung ...


Auch Kannibalen müssen essen! Der Plot wurde sehr bildhaft und abwechslungsreich erarbeitet, wobei ich gestehen muss, dass ich zwischendrin ganz schön schlucken musste, so realistisch war die Erzählung der Story gehalten. Die Figuren wurden authentischen und facettenreich erarbeitet, wobei mich hier gerade die Figur des Franklin sehr beeindruckt zurückgelassen hat, denn aus seiner Sicht ist die übrige Menschheit mit Nichten seine Mitmenschen oder gar Artgenossen, sondern in erste Linie Fleischlieferanten für seine exquisiten Menüs, wobei es ja leider nicht immer ganz so einfach ist, an frische und vor allem gesunde Ware zu kommen. Den Schreibstil empfand ich sehr fesselnd erarbeitet, sodass ich mich von dem Buch kaum lösen und ganz ehrlich, manches Mal war ich leicht von Ekel übermannt, gerade wenn es wieder an die Fleischernte ging.

Bewertung

Von Stefanie Maucher bereits gelesen und rezensiert: (Das Laufband ist erst sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)


Die Autorin:
Stefanie Maucher wurde 1976 in Stuttgart geboren und lebt, nach einem mehrjährigen Ausflug nach Graz in Österreich, mit einem Mann und zwei Kindern im Baden Württembergischen Schorndorf. Als situationsangepasste Lebenskünstlerin sammelte sie Erfahrung in verschiedenen Berufszweigen und widmet sich nun ihrem heimlichen Kindheitstraum, dem Schreiben spannender Geschichten. Sie veröffentlichte bereits den Roman Franklin Gothic Medium. Beim Verlag dotbooks erschien ihr Thriller Kalte Berechnung – Eine Rachegeschichte. Im März 2013 erschien ihre Kurzgeschichte Mängelexemplar in der Anthologie Mängelexemplare. (übernommen vom amazon)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir geliehen.

Montag, 9. November 2015

[Rezension] Carolyn Lucas - Engel 02: Verrat der Engel



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (1. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1505227895
ISBN-13: 978-1505227895
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2 x 20,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
Eine Frau, die jede Nacht nur einen Traum träumt. Ein Mann, der sich nur an einen Namen erinnert. Eine Liebe, die gegen einen mächtigen Zauber ankämpft. Durch Rafaels Opfer ist die 25jährige Sarah von dem Fluch des Orakels befreit. Allerdings hat sie auch alle Erinnerungen an ihre große Liebe verloren. Gemeinsam mit ihrer Freundin Fabienne wagt Sarah einen Neuanfang in Kalifornien. Ein Leben ohne Magie und Himmelskinder. Doch Semjasa, der oberste Engel, schickt Urakib, der Sarahs Liebe gewinnen soll. Damit wäre sie für Rafael für immer verloren. Auch die weiblichen Engel mischen sich ein – sie wollen Rafael helfen, sich zu erinnern und Sarahs Liebe erneut zu gewinnen. Ein Wettlauf beginnt – gegen die Zeit und gegen verborgene Interessen, die sich den Liebenden in den Weg stellen. Wird es Sarah und Rafael gelingen, ihre Gefühle füreinander wieder zu finden oder bleiben sie für immer getrennt, vereint nur in der Sehnsucht nach dem, was sie verloren haben? Verrat der Engel – eine Geschichte über die wahre Liebe, die sich dem Vergessen entzieht.

Zum Buch:
Sarah und Rafael wissen nichts mehr von ihrer gemeinsamen großen Liebe. Ihnen beiden wurde das Gedächtnis genommen, zum Schutz von Sarah, die ehemals ein Orakel war.
Auch wenn sie alles vergessen haben, ihr Unterbewusstsein tat dies nich, denn sie träumen voneinander.
Rafael träumt von einer Frau namens Sarah, aber ihm fehlt ein Gesicht dazu und natürlich die Erinnerung.
Sarah wacht morgens mit einem Glücksgefühl auf, mit dem Gefühl, dass da jemand ist, den sie liebt und den sie im Traum sieht, nur dreht er sich nicht um, so dass sie weder Namen noch Gesicht hat. Sie hat den Glauben an die Liebe verloren, weiß sie doch nur noch von dem katastrophalen Ende ihrer Beziehung zu Sebastian.

Rafael arbeitet in einem Bistro und ist glücklich dort, auch wenn er keine Erinnerung an sein früheres Leben hat. Eines Tages kommt eine Neue ins Bistro, die Rafael helfen will, seine Sarah zu finden. Die Karten hätten mit ihr gesprochen, sagt sie. In Wirklichkeit wurde sie von den Lilithuh gesandt, um Rafael zu helfen, seine Liebe zu finden, aber sie verfolgt recht bald eigene Interessen.
Auch die Naphalim halten sich nicht an die gemachte Vereinbarung und senden Urakib, der sich an Sarah heranmachen soll. Ein Mann wie ein Traum, wem kann da eine Frau widerstehen? Er soll, so der Plan, mit Sarah ein Kind bekommen, damit die Naphalim über das Orakelkind verfügen können. Sarah ist hin- und hergerissen von Urakib, aber etwas ist eigenartig an ihm.

Dieser Roman der Autorin Carolyn Lucas ist der zweite Band um die große Liebe von Sarah und Rafael.
Sie wurden getrennt und ihnen wurde das Gedächtnis genommen, aber irgendwie vermissen sie einander, wenn sie den anderen auch nicht kennen.
Es ist eine berührende Liebesgeschichte, die ihre Erfüllung sucht.
Sarah und Rafael haben das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt, sie nicht komplett sind. Sie zweifeln, weil sie nicht wissen, wonach oder nach wem sie sich sehnen.
Die Verzweiflung ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Höhere Mächte spielen mit ihnen, suchen ihren Vorteil an der Situation, wenn sie auch ein Abkommen geschlossen hatten. Beide haben den Schlupfwinkel im Abkommen gefunden und nutzen ihn für sich aus, die einen, um zu helfen, die anderen, um zu siegen.

Die Liebe stirbt nie und es gibt immer Hoffnung und den Glauben an deren Erfüllung.
Natürlich hat Caroly Lucas, eine erklärte Katzennärrin, ihre Erlebnisse mit ihren eigenen Katzen wieder mit einfließen lassen. Das Gespräch zwischen Rafael und Pippin brachte mich zum schmunzeln, ich hörte es regelrecht mit.

Der Roman wird abwechselnd aus Sarahs oder Rafaels Sicht geschrieben. Er verläuft zweigleisig und schildert die jeweiligen Erlebnisse der Protagonisten.
Man sinkt als Leser regelrecht in die Geschichte ein und mag sich nicht mehr loseisen.

Ich habe Rafael und Sarah sehr gern begleitet, mit ihnen geträumt, gebangt und gehofft, dass alles für sie gut ausgehen möge.
Die Geschichte der beiden ist erzählt, aber ich würde mir eine Fortsetzung wünschen, wie wäre es mit Fabienne als Protagonistin, der Freundin von Sarah?

Dieses Buch sollte man wirklich nur lesen, wenn man auch den ersten Teil kennt "Vermächtnis der Engel", um alle Zusammenhänge zu begreifen.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle. 


Reiheninfo:
Engel 01: Vermächtnis der Engel
Engel 02: Verrat der Engel


Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen von Amazon)
Russische Märchen, die Erzählungen aus 1.001 Nacht und Kalif Storch sind die Geschichten, die in Carolyn Lucas die Liebe zum Lesen erweckten. Der Phantastik ist sie auch als Erwachsene treu geblieben und zählt Die unendliche Geschichte, Der Herr der Ringe und Ein Lied von Eis und Feuer zu den Büchern, die sie immer wieder liest.

Die Idee zu "Vermächtnis der Engel" kam ihr, als sie aus dem Balkonfenster schaute und sich fragte, was wäre, wenn dort jetzt ein Mann schwebte. Natürlich kein schlichter, sondern ein goldener.



Von Christiane Lind / Chris Lind / Laura Antoni / Carolyn Lucas wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 20. August 2015

[Rezension] Markus Tillmanns - Die Rache Gottes (Band 3)


Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 762 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 231 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B012YGQB1O


Klappentext gem. Amanzon:
Luzifers Plan nimmt mehr und mehr Gestalt an.
Eine Reihe fürchterlicher Katastrophen erschüttert die Erde. Und das ist erst der Anfang! Der Tag der Apokalypse rückt näher, der Engel der Finsternis wandelt auf Erden und Tabarie muss sich der Frage stellen:

Großer Gott, bin ich so wahnsinnig, mich deinem Zorn entgegenzustellen?

Während der Weltuntergang beginnt, ziehen die Kräfte von Himmel und Hölle ein letztes Mal in den Kampf.


Rezension:
Die Schlacht im Vatikan ist geschlagen und Aljoscha "Joschi" Tabarie ist wieder zurück in Köln. Es gelang ihm und Gül, die Kollegin, die für ihn mehr ist als eine Kollegin und ihren Kameraden, mehr oder weniger siegreich aus der Schlacht hervorzugehen, doch noch immer steht Luzifers Ankündigung im Raum: Der Weltuntergang ist nah. Seit seiner Rückkehr hat Tabarie Abstand von Gül gehalten, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich von den traumatischen Erlebnissen zu erholen und doch ist ihm alles andere als wohl bei der Sache, wenn er daran denkt, dass diese Erholung ausgerechnet bei seinem Rivalen Thoss vonstattengeht. Auch die Ankündigung, dass Gül und Thoss heiraten werden, hilft nicht dabei, Tabaries Stimmung zu bessern, doch er bemüht sich, Gül zu liebe, das zu akzeptieren.

Alexandra Eisenberg hingegen ist nicht so glimpflich davongekommen. Sie gilt als gefährlichste Terroristin der Welt und ist verletzungsbedingt in einem italienischen Krankenhaus untergebracht - selbstverständlich unter Polizeigewahrsam. So aussichtslos die Lage auch zu sein scheint, Aufgeben ist für sie keine Option, irgendwie muss sie einfach wieder freikommen. Einen Teil ihrer Hoffnungen setzt sie in einen Anwalt, der sie rausholen soll, doch wie es so schön heißt: Selbst ist die Frau. Tatsächlich wird sie kurz darauf aus dem Krankenhaus "entlassen", doch muss sie schnell feststellen, dass keineswegs die Freiheit auf sie wartet. Stattdessen findet sie sich mit Alfred Aschmann als Gefangene des Vatikans wieder und muss sich der Inquisition stellen.

Es scheint, als wäre die Lage für alle aussichtslos, doch zumindest Eisenberg hegt Hoffnung, als Luzifer im Vatikan auftaucht, muss jedoch schnell erkennen, dass dieser nicht bereit ist, sie oder Aschmann zu retten. Doch Eisenberg wäre nicht Eisenberg, wenn sie nicht weiterhin alles in ihrer Macht stehen tun würde, um endlich ihre Freiheit wieder zu erlangen. Derweil muss Tabarie feststellen, dass von seinem bisherigen Leben nicht viel übrig geblieben ist. Zur Foundation, dessen Vorsitzender er ist, hat er keinen Zutritt mehr, jemand hat die Schlösser seiner Wohnung ausgetauscht, sodass er nicht mal mehr nach Hause kann und Gül scheint für immer verloren und noch immer steht er im Raum: Der Weltuntergang ...


Der 3. Band der Luzifer-Chroniken! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders hat mir gefallen, dass lange nicht klar war, was genau Luzifer mit einer Ankündigung des Weltuntergangs meinte und wie der vontattengehen soll und ehrlich, jetzt im Nachhinein, bin ich mehr als erstaunt, wie gut die einzelnen Handlungen ineinander passen mussten, um das finale Ziel zu erreichen. Die Figuren wurden abwechslungsreich und authentisch erarbeitet. Überraschenderweise hat mich in diesem Band besonders Alexandra Eisenberg sehr beeindruckt, denn auch bei ihr verhält es sich so, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und ganz besonders beeindruckt hat mich zusätzlich ihr Kampfgeist, mit anderen Worten: Legt euch nicht mit dieser Frau an, ihr könnt nur verlieren! Den Schreibstil empfand ich als fesselnd, sodass ich mich gar nicht von dem Buch lösen konnte und unbedingt wissen musste, wie sich die ganze Geschichte auflöst.


Bewertung

Von Markus Tillmanns bisher gelesen und rezensiert.



Der Autor über sich:
„Sie wissen, warum wir Sie anhalten?“ Das Gesicht hinter der Frage scheint aus einem amerikanischen Polizeiverhör zu stammen. Und es gehört definitiv dem bösen Cop.
Ich überlege fieberhaft. Aber es will mir nichts einfallen. Ich bin noch zu abgelenkt.
„Verdammt, machen Sie die Scheibe richtig runter!“
Ich drücke den elektrischen Fensteröffner. Surrend verschwindet das Glas vollständig.
Der Polizist schneidet mir mit dem Taschenlampenstrahl ins Auge. Dann leuchtet er das Innere des Peugeot aus. „Was zum Teufel ist denn hier passiert?“
Ich bin mir nicht sicher. Die Tasche auf dem Beifahrersitz ist offen. Da war eine Windbö. Meine Sachen haben sich explosionsartig im Wagen verteilt. Ein Blatt meines neuen Manuskriptes hängt am Innenspiegel. „Ich weiß nicht genau“, sage ich unsicher. Ich war vorhin sehr abgelenkt. Und ich bin über irgendeine … Unebenheit gefahren.
„Sie wissen, warum wir Sie anhalten!“
Oh Gott, das wird doch nicht …? Vor dem inneren Auge sehe ich einen Film ablaufen, wie ich zwei Waisenkinder im Dunkeln überfahren habe. Nachts auf Landstraßen spielen hier immer Zwillinge. Es ist geradezu unheimlich.
„Was zum Teufel ist d a s da?“ Der Mann deutet auf meinen Kopf.
Ich fasse mir in die Haare. Sie kleben zusammen. „Ein Kaugummi“, sage ich. Froh, endlich einmal eine Frage beantworten zu können.
Der Polizist guckt nicht so, als ob er die Freude teilen würde. Er dreht sich zu seinem Kollegen um. „Wen haben wir denn da gerade noch erwischt?“ Die harten Augen kommen zurück. „Zeigen Sie jetzt die Fahrerlaubnis!“
Ich werfe rasch einen Blick in den Rückspiegel, um das Entsetzliche zu sehen. Aber das Blaulicht überall blendet mich.
„Den Führerschein!“
„Ja, ja. Sofort.“ Ich fasse in die Innentasche meiner Jacke. Da ist: nichts.
Nein!
 „Wird´s bald!“
„Ich … Sofort.“ Ich greife in die beiden Seitentaschen. Halstabletten, Öko-Purex-Taschentücher, ein Einkaufszettel von letztem Sommer. Kein Führerschein.
Oh, scheiße!
„Ich … es tut mir leid. Ich kann die Fahrerlaubnis nicht finden.“
Die unbarmherzige Lampe kommt zurück und sticht mir in die Augen. „Ach, so ist das.“
Der Mann reicht mir etwas herein. Führerschein. Tillmanns, Markus.
„Ist Ihnen hinten rausgesegelt. Machen Sie doch wenigstens e i n e Scheibe hoch.“
Ich nicke. Und drücke den elektrischen Fensterheber.
Surrend schließt sich das Glas wieder. (übernommen von HP)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 23. Juni 2015

[Rezension] Markus Tillmanns - Engel des Todes (Band 2)



Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3013 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 230 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00Y2J75QW


Klappentext gem. Amanzon:
Wer bist du, dass du glaubst, du könntest die Welt verbessern?

Ein gefallener Engel wandelt über die Erde. Doch niemand bemerkt es. Nur Tabarie nimmt die Herausforderung an. Er kämpft um die Chance seines Lebens: Seine High-Tech-Stiftung soll die Welt zu einem besseren Ort machen.
Tabarie ahnt, dass er es mit dem Teufel selbst aufnehmen muss. Aber was plant Satan? Während der Engel des Todes nach der Macht greift, versinkt um Tabarie herum alles in Intrigen und Chaos.


Rezension:
9 Monate sind seit dem großen Showdown im Vatikan vergangen und Luzifer ist verschwunden. Seitdem hat der 25-jährige Journalist Aljoscha "Joschi" Tabarie die Leitung der Foundation übernommen, doch der Ruf der Foundation ist ruiniert. Zwar versucht Tabarie alles, um den Ruf der Foundation wieder herzustellen, doch das Vertrauen der Menschen in dieselbe ist bis in die Grundfesten erschüttert.

Auch privat läuft es für Tabarie nicht gut. Einerseits hat er einen stressigen Alltag, um den Ruf der Foundation wieder ins rechte Licht zu rücken und da ist dann auch noch Gül. Seine Songül "Gül", die ausgerechnet mit einem anderen Mann liiert ist und sich auch noch mit ihm verlobt hat. Es läuft also alles nicht glatt in Tabaries Leben.

Doch die Entwicklung neuer Medikamente und auch neuen Saatgutes für die Ärmsten der Armen soll zumindest die Foundation retten. Als dann jedoch Anschläge auf die Forschungsstätten verübt werden, ahnt Tabarie, dass ihm nicht jeder seiner Mitarbeiter wohl gesonnen ist. Zwar hat er viele ersetzt / ausgetauscht, aber nicht jede Position konnte er neu besetzen. Welcher seiner Angestellten spielt ein doppeltes Spiel und stecken womöglich doch Luzifer und Eisberg hinter den Anschlägen, weil sie wieder die Führung der Foundation übernehmen wollen?


Der 2. Band der Luzifer-Chroniken! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir in diesem Band gefallen, dass erst nach und nach herauskommt, wer hinter Tabarie steht und wer ihm schaden will und warum sie ihm schaden wollen. Die Figuren wurden individuell und authentisch erarbeitet. Diesmal hat es Joschi mit "Feuer" von allen Seiten zu tun und ist dennoch gewillt, nicht aufzugeben, sondern alles zum Guten zu wenden, weil er hinter der Idee der Foundation steht - auch wenn das in seinem privaten Leben bedeutet, dass er Gül ihren Weg gehen lässt, obwohl sie ihm alles andere als egal ist. Den Schreibstil kann ich nur wieder als packend beschreiben, sodass ich das Buch einfach am Stück gelesen habe, weil ich einfach wissen musste, wohin mich diese Reise führt. Jetzt beginnt das große Warten auf den 3. Band der Reihe "Die Rache Gottes".


Bewertung

Von Markus Tillmanns bisher gelesen und rezensiert.


Der Autor über sich:

„Sie wissen, warum wir Sie anhalten?“ Das Gesicht hinter der Frage scheint aus einem amerikanischen Polizeiverhör zu stammen. Und es gehört definitiv dem bösen Cop.
Ich überlege fieberhaft. Aber es will mir nichts einfallen. Ich bin noch zu abgelenkt.
„Verdammt, machen Sie die Scheibe richtig runter!“
Ich drücke den elektrischen Fensteröffner. Surrend verschwindet das Glas vollständig.
Der Polizist schneidet mir mit dem Taschenlampenstrahl ins Auge. Dann leuchtet er das Innere des Peugeot aus. „Was zum Teufel ist denn hier passiert?“
Ich bin mir nicht sicher. Die Tasche auf dem Beifahrersitz ist offen. Da war eine Windbö. Meine Sachen haben sich explosionsartig im Wagen verteilt. Ein Blatt meines neuen Manuskriptes hängt am Innenspiegel. „Ich weiß nicht genau“, sage ich unsicher. Ich war vorhin sehr abgelenkt. Und ich bin über irgendeine … Unebenheit gefahren.
„Sie wissen, warum wir Sie anhalten!“
Oh Gott, das wird doch nicht …? Vor dem inneren Auge sehe ich einen Film ablaufen, wie ich zwei Waisenkinder im Dunkeln überfahren habe. Nachts auf Landstraßen spielen hier immer Zwillinge. Es ist geradezu unheimlich.
„Was zum Teufel ist d a s da?“ Der Mann deutet auf meinen Kopf.
Ich fasse mir in die Haare. Sie kleben zusammen. „Ein Kaugummi“, sage ich. Froh, endlich einmal eine Frage beantworten zu können.
Der Polizist guckt nicht so, als ob er die Freude teilen würde. Er dreht sich zu seinem Kollegen um. „Wen haben wir denn da gerade noch erwischt?“ Die harten Augen kommen zurück. „Zeigen Sie jetzt die Fahrerlaubnis!“
Ich werfe rasch einen Blick in den Rückspiegel, um das Entsetzliche zu sehen. Aber das Blaulicht überall blendet mich.
„Den Führerschein!“
„Ja, ja. Sofort.“ Ich fasse in die Innentasche meiner Jacke. Da ist: nichts.
Nein!
 „Wird´s bald!“
„Ich … Sofort.“ Ich greife in die beiden Seitentaschen. Halstabletten, Öko-Purex-Taschentücher, ein Einkaufszettel von letztem Sommer. Kein Führerschein.
Oh, scheiße!
„Ich … es tut mir leid. Ich kann die Fahrerlaubnis nicht finden.“
Die unbarmherzige Lampe kommt zurück und sticht mir in die Augen. „Ach, so ist das.“
Der Mann reicht mir etwas herein. Führerschein. Tillmanns, Markus.
„Ist Ihnen hinten rausgesegelt. Machen Sie doch wenigstens e i n e Scheibe hoch.“
Ich nicke. Und drücke den elektrischen Fensterheber.
Surrend schließt sich das Glas wieder. (übernommen von HP)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 25. April 2015

[Rezension] Markus Tillmanns - Teufel (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2386 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 347 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00QKQYTW8


Klappentext gem. HP:
Luzifer offenbart sich. Und die Welt ist geblendet. Journalist Tabarie berichtet für gewöhnlich über Lokalpolitik und Kleinkriminelle. Doch nun traut er seinen Augen nicht, als der Engel der Finsternis selbst erscheint und mehr und mehr Menschen dem Bösen verfallen. Kann Tabarie den Teufel noch aufhalten?

Der Journalist ermittelt in dem verzweifelten Versuch, Satans Plan zu durchschauen.

Aber was ist es, dass die Menschen so anfällig für das Böse macht? Warum sind sie so leicht verführbar?

Ein spannender Fantasy-Thriller, der uns entführt von den Türmen des Kölner Doms bis in die Gewölbe unter dem Vatikan.

Für alle, die immer schon sehen wollten, wie die Welt zum Teufel geht ...


Rezension:
Das Ende der Welt scheint nah, als ein Komet auf die Erde zurauscht. Die Wissenschaftler der Welt sind mehr als überrascht, denn mit einem solchen hat niemand gerechnet, doch fest steht: Wenn dieser Komet einschlägt, wird die Menschheit ausgelöscht werden. Umso unglaublicher sind die Geschehnisse, die folgen, denn der Komet hält zwar auf den Kölner Dom zu, schlägt jedoch nicht ein. Dafür erscheint ein Wesen, das die Menschheit noch nie gesehen hat: Ein Engel entsteigt dem Kometen und gibt sogar seinen Namen preis: Luzifer!

Durch Zufall ist der 25-jährige Journalist Aljoscha "Joschi" Tabarie mit seiner Kollegin Songül "Gül" vor Ort. Erstaunt und mit Skepsis beobachtet er, wie alle Menschen vor Ort auf dieses Wesen reagieren. Augenscheinlich kann nur Joschi diesem himmlischen Wesen widerstehen. Natürlich wird dieses Ereignis von der gesamten Presse gefeiert, auch Joschis Arbeitgeber, die Kölner Morgenpost, macht dort keine Ausnahme. Die gesamte Menschheit und vor allem alle Bewohner Deutschlands sind völlig paralysiert, denn immerhin ist der Engel bei ihnen erschienen und hält sich auch nach wie vor, wenn auch im Verborgenen, bei ihnen auf. Lediglich Joschi ist skeptisch, ob es sich bei dem vermeintlichen Engel wirklich um einen solchen handelt und überhaupt, ist Luzifer nicht der Engel, der von Gott aus dem Himmel verstoßen wurde?

Entgegen dem Willen seiner Vorgesetzten recherchiert Joschi auf eigene Faust, was hinter dem Phänomen "Luzifer" steckt und tatsächlich muss er feststellen, dass nicht alles so zu sein scheint, wie es auf den ersten Blick erscheint. Auch die Menschen, die direkt oder indirekt mit Luzifer zu tun haben, scheinen sich immer mehr zu verändern und das nicht unbedingt zum Positiven. Was hat es mit der neu gegründeten Luzifer-Stiftung, die sich augenscheinlich vielen sozialen Projekten verschrieben hat, auf sich? Warum tritt Luzifer nicht selbst an die Öffentlichkeit und erklärt sich, wie er es bei seinem Erscheinen am Kölner Dom getan hat? Warum versucht jemand mit allen Mitteln, Joschi zum Schweigen zu bringen und schreckt auch vor Mord nicht zurück und was hat der verschwundene Leichnam von Joschis Vater mit Luzifers Erscheinen zu tun? Wer ist Luzifer wirklich?


Der 1. Band der Luzifer-Chroniken! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Das Buch ist in zwei Teile geteilt. Der erste Teil behandelt die Ankunft des Kometen bzw. Luzifers und der zweite Teil spiegelt die Handlung sechs Monate später wider. Besonders gut hat mir gefallen, dass sehr lange unklar ist, was es mit der Figur des Luzifers auf sich hat, denn obwohl das Buch aus der Sicht von Joschi und aus der Sicht Luzifers bzw. dessen Umfeld geschrieben ist, ist lange unklar, wer oder was Luzifer wirklich ist und was er im Schilde führt oder auch nicht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Protagonist Joschi empfand ich als sehr authentisch dargestellt und ja, der junge Mann ist mir sehr sympathisch. Besonders an ihm hat mir gefallen, dass er trotz seines schwierigen sozialen Umfeldes bzw. seiner doch recht traumatischen Vergangenheit nicht einfach jemand ist, der das Leben hinnimmt, sondern ihm auf den Grund geht. Auch die Figur des Luzifer empfand ich als faszinierend, gerade auf Grund der Tatsache, dass man in diesem Band erfährt, was sich in seinem Umfeld abspielt, aber ob die Handlungen durch ihn bestimmt werden oder fremdbestimmt sind, bleibt lange unklar. Den Schreibstil kann ich nur als packend und fesselnd beschreiben, denn ich konnte mich von dem Buch einfach nicht lösen. Am Ende erwartete mich ein böser/genialer Cliffhanger, der in mir sofort den Wunsch weckte, am liebsten gleich weiterlesen zu wollen, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Joschi/Luzifer weiter geht. Als abschließendes Fazit kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch aus meiner Sicht um einen faszinierenden und überaus packenden Auftakt der Luzifer-Chroniken handelt, der in mir das Bedürfnis weckte, in diese Geschichte voll und ganz einzutauchen.



Bewertung

Von Markus Tillmanns bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor über sich:
„Sie wissen, warum wir Sie anhalten?“ Das Gesicht hinter der Frage scheint aus einem amerikanischen Polizeiverhör zu stammen. Und es gehört definitiv dem bösen Cop.
Ich überlege fieberhaft. Aber es will mir nichts einfallen. Ich bin noch zu abgelenkt.
„Verdammt, machen Sie die Scheibe richtig runter!“
Ich drücke den elektrischen Fensteröffner. Surrend verschwindet das Glas vollständig.
Der Polizist schneidet mir mit dem Taschenlampenstrahl ins Auge. Dann leuchtet er das Innere des Peugeot aus. „Was zum Teufel ist denn hier passiert?“
Ich bin mir nicht sicher. Die Tasche auf dem Beifahrersitz ist offen. Da war eine Windbö. Meine Sachen haben sich explosionsartig im Wagen verteilt. Ein Blatt meines neuen Manuskriptes hängt am Innenspiegel. „Ich weiß nicht genau“, sage ich unsicher. Ich war vorhin sehr abgelenkt. Und ich bin über irgendeine … Unebenheit gefahren.
„Sie wissen, warum wir Sie anhalten!“
Oh Gott, das wird doch nicht …? Vor dem inneren Auge sehe ich einen Film ablaufen, wie ich zwei Waisenkinder im Dunkeln überfahren habe. Nachts auf Landstraßen spielen hier immer Zwillinge. Es ist geradezu unheimlich.
„Was zum Teufel ist d a s da?“ Der Mann deutet auf meinen Kopf.
Ich fasse mir in die Haare. Sie kleben zusammen. „Ein Kaugummi“, sage ich. Froh, endlich einmal eine Frage beantworten zu können.
Der Polizist guckt nicht so, als ob er die Freude teilen würde. Er dreht sich zu seinem Kollegen um. „Wen haben wir denn da gerade noch erwischt?“ Die harten Augen kommen zurück. „Zeigen Sie jetzt die Fahrerlaubnis!“
Ich werfe rasch einen Blick in den Rückspiegel, um das Entsetzliche zu sehen. Aber das Blaulicht überall blendet mich.
„Den Führerschein!“
„Ja, ja. Sofort.“ Ich fasse in die Innentasche meiner Jacke. Da ist: nichts.
Nein!
 „Wird´s bald!“
„Ich … Sofort.“ Ich greife in die beiden Seitentaschen. Halstabletten, Öko-Purex-Taschentücher, ein Einkaufszettel von letztem Sommer. Kein Führerschein.
Oh, scheiße!
„Ich … es tut mir leid. Ich kann die Fahrerlaubnis nicht finden.“
Die unbarmherzige Lampe kommt zurück und sticht mir in die Augen. „Ach, so ist das.“
Der Mann reicht mir etwas herein. Führerschein. Tillmanns, Markus.
„Ist Ihnen hinten rausgesegelt. Machen Sie doch wenigstens e i n e Scheibe hoch.“
Ich nicke. Und drücke den elektrischen Fensterheber.
Surrend schließt sich das Glas wieder. (übernommen von HP)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.