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Mittwoch, 12. Oktober 2016

[Hörbuch-Rezension] Elisabeth Herrmann - Die Mühle



Hör- und Leseprobe




Eckdaten:
MP3 CD
Verlag: der Hörverlag; Auflage: Ungekürzte Lesung (29. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3844523200
ISBN-13: 978-3844523201
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 1 x 14,4 cm

Inhalt gem. Randomhouse:
The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben?
Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus …

Zum Hörbuch:
Lana kann es fast nicht glauben. Sie, die Unscheinbare, wird einen Kurztrip mit "The Court" machen. Diese waren vor Jahren eine Clique in ihrer Schule, die sie immer bewundert hatte. Sie waren 2 Klassen über ihr, standen in ihren Augen aber immer für Freundschaft, Kameradschaft und Zusammenhalt.
Durch Zufall ergab sich die Reise für sie und sie packte die Gelegenheit sofort beim Schopf.
Bis auf Johnny, der eine Treppe herunter fiel und nicht fahren konnte, sind auch alle dabei.
Das Ziel ist eine Mühle im Böhmerwald, Tschechien.
Der Trip gestaltet sich jedoch völlig anders als gedacht, denn die Fahrt wird zum Albtraum...

Sie waren zu siebt in der alten Clique "The Court". Nach der Schule sind sie in alle Himmelsrichtungen verstreut und die meisten sind nie wieder nach L. zurückgekehrt. Etwas war geschehen damals, sie tragen ein Geheimnis in sich.
Nun, viele Jahre nach der Schule, bekommen alle sieben eine mysteriöse Einladung in den Böhmerwald. Wer hat diese geschrieben, hat dort alles für sie vorbereitet?
Johnny, der gerade eine Treppe heruntergefallen war, konnte die Fahrt nicht antreten und lässt Lana für sich fahren. Die anderen der Clique sind alles andere als begeistert und zeigen ihr deutlich, dass sie nicht dazu gehört. 
Die Mühle, in die sie alle eingeladen wurden, steht mitten im Wald, abschnitten von der Zivilisation und ohne Netzempfang.
Aber was geschieht hier? Einer verschwindet, dann der nächste. Wohin sind sie gegangen und sind sie wirklich tot, wie Lana es behauptet?

Die Geschichte wurde aus der Sicht von Lana im Rückblick als Erinnerung erzählt. Sehr emotional gibt sie wieder, was dort in der Mühle passiert ist. Obwohl sie ab und an in ihre eigene persönliche Vergangenheit abschweift, erfährt man nicht allzu viel von ihr selbst. Ebenso fehlt die Tiefe der anderen Charaktere dieses Trips, sie bleiben farblos, so dass ein Kennenlernen der Protagonisten nicht wirklich möglich ist.

In einigen Aspekten wirken die Protagonisten unglaubhaft. 
Wo man als Leser bereits denkt, dass sie versuchen sollten, das Weite zu suchen, halten sie noch immer alles für einen Scherz, zwar einen makaberen, aber immerhin. Sie sind nicht in der Lage, das Offensichtliche zu sehen bzw. wollen das nicht. Hinweise, die ihnen vorliegen, sollten reichen, um ihnen die Tragweite deutlich zu machen, aber sie stellen sich stur oder dumm. Für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Elisabeth Herrmann, die nicht nur für ihre Krimis bekannt ist, schreibt auch bevorzugt Jugendthriller, wie die "Die Mühle".
Von Beginn an legt sie einen Spannungsbogen und kann diesen auch konstant halten. 
Leider ist die Geschichte nicht sehr neu, da man den Grundzug der Story schon aus diversen TV-Filmen kennt, trotzdem gelingt es der Autorin, den Leser zu fesseln.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch erlebt und durfte der Stimme von Laura Maire lauschen. Das war ein absolutes Hörerlebnis. 
Sie ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin, die als Hörbuchsprecherin eine wirklich gute Arbeit geleistet hat. Sie reißt den Hörer mit, bringt Emotionen gekonnt zum Ausdruck. Panik und Angst sind greifbar nahe und lassen den Hörer mitfiebern. Das war in meinen Augen eine absolut gekonnte Wiedergabe des Buches.

Ich habe lange überlegt, welche Bewertung ich abgeben sollte, schwankte zwischen 3 und 4 Pfötchen, aber die geniale Leistung der Sprecherin hat mich zu 4 Pfötchen hinreißen lassen. 

Bewertung:


Zur Autorin:
(Text von Randomhouse)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.




Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:
     


An dieser Stelle möchte ich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 17. August 2016

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Seefeuer



Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-570-16267-5
Erscheinungstermin: 23. Juni 2014 
Format: Taschenbuch
Verlag: cbt


Klappentext: gem. cbt
Marie Vosskamp kann nicht fassen, welchen Freund sich ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters zugelegt hat! Kein Stück traut sie Magnus, der in Windeseile das Kommando über das Vosskamp´sche Familienunternehmen übernimmt - und ihre Mutter auch noch heiraten will! Marie haut ab, um endlich ihre Träume zu verwirklichen, nach Friedrichskoog an die Nordsee, wo sie mit einem begehrten Praktikum ihrem Wunsch, Meeresbiologin zu werden, ein bisschen näher kommt. Dort lernt sie auch den attraktiven Vince kennen, der sich als Schatzsucher für das alte Schiffswrack der Trinity interessiert, das vor der Küste aufgetaucht ist. Mit der Trinity, die in den 50er Jahren in einem schrecklichen Unglück gesunken ist, heben sich dunkle Geheimnisse, die viel mehr mit Marie zu tun haben, als sie sich je hätte vorstellen können. Geheimnisse, die manche lüften und andere um jeden Preis verbergen wollen ...  


Rezension:
Marie Vosskamp ist überglücklich, denn sie konnte eine Praktikantenstelle bei einer Seehundrettungsstation in Friedrichskoog an der Nordsee ergattern. Ihr großer Traum ist es, Meeresbiologin zu werden und dieses Praktikum ist der erste Schritt in Richtung ihrer Traumkarriere. Dass sie sich während des Praktikums auch noch fern ihrer Familie aufhält, ist ein Bonus, den es nicht zu unterschätzen gilt. Ihre Mutter ist ein wirklich lieber Mensch, aber recht unbedarft. Ihr Vater ist vor Jahren verschollen und wurde zwischenzeitlich für tot erklärt. Maries Lebensziel ist es, nach ihrem Studium, auf die Suche nach ihm zu gehen.

Soweit noch nicht genug der Dramatik, denn ihre Mutter Viola hat einen neuen Freund. Dieser ist seit kurzem Geschäftsführer des Vosskamp-Familienunternehmens und macht ihrer Mutter sogar einen Heiratsantrag, den diese annimmt. Das ist dann doch zu viel für die junge Frau, die dem neuen Mann im Leben ihrer Mutter nicht so recht über den Weg traut. In Friedrichskoog fühlt sie sich hingegen sehr wohl und gut aufgehoben, sie hat Freundschaften geschlossen und geht voll und ganz in ihren Aufgaben vor Ort auf. Marie hat die Hoffnung, nach dem Praktikum in der Seehundrettungsstation, dort auch noch ihr freiwilliges soziales Jahr absolvieren zu können.

Als sie jedoch die Nachricht erhält, dass ihre Großmutter Clara ins Krankenhaus eingeliefert wurde, muss sie zu ihr, denn zu ihr hatte Marie immer ein gutes Verhältnis. Tatsächlich gelingt es ihr, noch kurz ihre Großmutter zu sehen und ihr sogar von der aufregenden Entdeckung des Wracks des versunkenen Schiffs "Trinity" zu berichten. Marie kehrt nach Friedrichskoog zurück. Sie vertieft die Bekanntschaft zu Schatzsucher Vince, der es sich mit seinem Team zur Aufgabe gemacht hat, die Trinity zu bergen. Was Marie zu diesen Zeitpunkt noch nicht ahnt - auf der Trinity ist ein Teil ihrer Familiengeschichte begraben ...


Versunkene Geheimnisse! Der Plot des Buches wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass dieses Buch vor Intrigen nur so strotzte - einfach herrlich, wenn nach und nach aufgedeckt wird, wer alles ein falsches Spiel spielte. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Gerade Marie hatte es in der Vergangenheit, gerade mit der Problematik ihrer Mutter und dem Verschwinden ihres Vaters, nicht immer einfach und dennoch ist aus ihr eine taffe junge Frau geworden, die weiß, was sie im Leben erreichen will und die bereit ist, für ihre Ziele zu kämpfen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.


Bewertung

Die Autorin: 
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.
 (von Randomhouse übernommen)

  


Wie ich zu dem Buch kam: 
Das Buch habe ich mir geliehen.

Montag, 28. September 2015

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Sanela Beara 02: Der Schneegänger



Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313864
ISBN-13: 978-3442313860
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 4,3 x 22,5 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Zum Buch:
Im Berliner Grunewald wird das Skelett eines kleinen Jungen gefunden. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um den vor 4 Jahren entführten Darijo handelt, für den seinerzeit auch Lösegeld gefordert wurde. Lutz Gehring bekommt den Fall auf den Tisch, er hatte auch damals die Suche nach dem Jungen, jedoch ohne Erfolg, geleitet.
Um den Eltern die Nachricht über den Tod ihres Kindes zu informieren, bittet er Sanela Beara, die sich gerade im ersten Studienjahr zum gehobenen Polizeivollzugsdienst befindet, ihm bei der Übermittlung zur Seite zu stehen. Die Eltern des Jungen sind Kroaten und da Sanela die Sprache spricht, wollte er sie sicherheitshalber als Dolmetscher dabei haben.
Sie müssen feststellen, dass die Eltern sich inzwischen getrennt haben und die Mutter in zweiter Ehe mit ihrem damaligen Arbeitgeber ist.
Während die Mutter zusammenbricht, ist Darko, der Vater, entsetzt und wütend. 
Viele Ungereimtheiten tun sich auf, so dass Sanela beschließt, auf eigene Faust weiterzuermitteln.
Sie schleust sich in den Haushalt als Haushaltsmädchen ein und versucht so, entgegen der Anweisung von Gehring, die Ermittlungen voranzutreiben...

Warum hatte der tote Junge Darijo schon zu Lebzeiten schwere Verletzungen davongetragen? War die Entführung nur ein Vorwand und er wurde ermordet? Warum heiratet die Mutter kurz nach dem Verschwinden des Jungen ihren Arbeitgeber, dessen Geliebte sie bis dahin war. Viele Fragen, die einer Antwort bedürfen.
Sanela, die sich in den Haushalt der Reinartz eingeschlichen hat, kommt einem Geheimnis auf die Spur, aber was hat es damit auf sich? 
Gehring versucht zu verhindern, dass Sanela auf eigene Faust weiter ermittelt. Er hat unter anderem Angst, dass er die Beweise, die sie zutage bringen wird, nicht offiziell verwenden kann, da sie unrechtmäßig zu ihnen gekommen ist. Aber Sanela lässt sich nicht beirren, ihr ist das Ergebnis wichtig, da muss man auch mal Dienst entgegen den Vorschriften machen können.
Zu allem, was sie verkehrt macht, lässt sie sich auch noch auf einen der Hauptverdächtigen ein, auf Darko, Darijos Vater. Aber sie kann nicht von ihm lassen. Er hat etwas an sich, das sie anzieht.

Das ist bereits der 2. Teil um die Polizistin Sanela Beara. Bereits im Band "Das Dorf der Mörder" konnte man sie kennenlernen. Nun ist sie im 1. Studienjahr, um den Master zum gehobenen Polizeivollzugsdienst zu absolvieren. Eine Abwechslung käme ihr gerade recht, so dass sie zusagt, als Gehring zu ihr kommt und sie um Hilfe bittet. Während er davon ausgegangen ist, sie nur als Dolmetscher zu benötigen, sieht sie sich bereits mitten in den Ermittlungen. Es ist eine Gratwanderung zwischen Erlaubten und nicht Erlaubten, da sie keinen offiziellen Auftrag hat, sich in der Familie dort umzutun.

Schon mit dem Prolog versucht die Autorin, den Leser in die Irre zu führen. Es ist schon fast klar, dass der dort genannte Protagonist nicht der Mörder sein wird. Aber ist dem wirklich so?
Während des Lesens versuche ich immer herauszufinden, wer denn der Mörder ist. Bei diesem Krimi fiel es mir schwer, ich wurde hin- und hergerissen mit meinen Vermutungen. War ich mir sicher, wurde diese Sicherheit kurze Zeit wieder verworfen. 
Elisabeth Herrmann gelingt es hervorragend, die Spannung über das ganze Buch hinweg zu halten mit einem unverhofften Ende, das ich so nicht erwartet hätte. 

Sanela ist sich auch in diesem Band wieder treu geblieben. Sie schaut und denkt gern mal über Eck und hat dadurch andere Erkenntnisse und Einsichten als ihr Vorgesetzter Gehring, dem das nicht immer passt.  

Elisabeth Herrmann hat es wieder geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen und mich erst zu entlassen, nachdem das letzte Kapitel gelesen wurde. Es mangelte nicht an Spannung, im Gegenteil, sie hielt einen gefangen. Als Leser fiebert man förmlich der Auflösung entgegen, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch auch nur kurz beiseite zu legen.

Ein Krimi, den ich sehr gern weiterempfehle  


Reiheninfo:
Sanela Beara 01: Das Dorf der Mörder
Sanela Beara 02: Der Schneegänger

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Goldmann)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 26. September 2015

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Joachim Vernau 01: Das Kindermädchen



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann TB (1. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442464552
ISBN-13: 978-3442464555
Größe und/oder Gewicht: 13 x 3,7 x 19 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …

Zum Buch:
Joachim Vernau, seines Zeichens ein aufstrebender Anwalt, hat es fast in die "oberen Zehntausend" geschafft. Seine Verlobte Sigrud Zernikows, Anwärterin auf den Bürgermeisterposten, ist die Tochter des bekannten Rechtsanwalts von Zernikow. Die Teilhaberschaft ist ihm schon fast sicher.
Da steht eines Tages eine alte Ukrainerin vor der Tür und drückt ihm einen Zettel in die Hand. Sie benötigt eine Unterschrift als Bestätigung, dass die von Zernikows im Krieg Zwangsarbeiterinnen beschäftigt hatten. Ein paar Tage später wird sie tot aufgefunden.
Joachim Vernau lässt diese Begegnung keine Ruhe und er stellt Fragen und er stößt damit auf Dinge, die weit zurück liegen ...

Joachim Vernau ist ein Mann, der die Augen nicht verschließt. Auch wenn es in diesem Fall um seinen künftigen Schwiegervater und dessen Mutter geht, lässt er die Sache mit der Ukrainerin nicht auf sich beruhen.
Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, das in die Zeit des 2. Weltkrieges führt. 
Die von Zernikows hatten seinerzeit Kindermädchen beschäftigt, die Paula gerufen wurden, da es ihnen zu viel Mühe bereitete, sich die jeweiligen Namen zu merken. Eines von ihnen war Natalja Tscherednitschenkowa, die Utz, den Sohn des Hauses betreute. Seine Mutter hatte keine Zeit für ihn und interessierte sich vorzugsweise mit anderen Dingen als für ihren Sohn.
Bei einem Bombenangriff ist sie die Einzige, die im Haus war und beschließt, trotz Verbot, gemeinsam mit Utz in den Keller zu gehen, wo sie verhüllte Bilder finden.
Nun, Jahre später, versucht eine Bekannte von Natalja, die Bestätigung durch die von Zernikows zu erhalten, dass diese seinerzeit bei ihnen beschäftigt war. Sie fliegt kurzerhand raus und wird Tage später tot aufgefunden.
Vernau recherchiert und schaut hinter die Fassade der Familie von Zernikows, deren Oberhaupt Freifrau von Zernikow, die Großmutter seiner Verlobten, ist. Auch heute noch hält sie die Fäden zusammen, die die Vergangenheit betrifft.

Vernau gerät in einen Strudel, in dem es nicht nur um Zwangsarbeit in Deutschland während des Krieges geht, sondern auch um Kunstdiebstähle, die während dieser Zeit getätigt wurden.

Mit diesem in der Gegenwart spielenden Krimi hat die Autorin Elisabeth Herrmann auch einen kleinen Teil deutscher Geschichte mit aufgearbeitet. Sie führt den Leser zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Eine Zeit, in der Deutschland nicht nur weltweit Angst und Schrecken verbreitete, sondern auch im eigenen Land.
Frauen und auch Männer aus den eroberten Gebieten wurden verschleppt, um in Deutschland zwangsarbeiten zu müssen. Frauen bzw. Mädchen wurden gern als Kindermädchen vermittelt.
Es wurden jedoch nicht nur Personen verschleppt, sondern auch Kunstgegenstände, die nach Deutschland gebracht wurden und zeitweise versteckt.

Der Krimi beginnt mit der Bombardierung in Berlin und dem Auffinden der Gemälde, schwenkt dann jedoch in die Gegenwart über.
Es beginnt spannend und der Spannungsbogen kann sich kontinuierlich halten. Gegen Ende jedoch ist man gar nicht mehr in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. Als Leser will man sofort wissen, wie es ausgeht, man kann nicht aufhören zu lesen.
Das Buch ist aus der Sicht von Joachim Vernau in der Ich-Form geschrieben.
Vernau ist ein sympathischer Protagonist, bei dem ich das Gefühl habe, dass sich bei ihm noch einiges tun wird. Ich bleibe am Ball, bin gespannt und freue mich auf ein wiederlesen.

Ein Buch, das ich gern weiterempfehle.   

Reiheninfo:
Joachim Vernau 01: Das Kindermädchen
Joachim Vernau 02: Die 7. Stunde
Joachim Vernau 03: Die letzte Instanz
Joachim Vernau 04: Versunkene Gräber


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Goldmann)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 29. April 2015

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Sanela Beara 01: Das Dorf der Mörder


Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (11. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481147
ISBN-13: 978-3442481149
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,5 x 18,8 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Ein grausamer Mord ereignet sich im Berliner Tierpark. Eine der Ersten, die am Tatort eintrifft, ist die junge Streifenpolizistin Sanela Beara: ehrgeizig, voller Tatendrang und entschlossen, dem Fall auch gegen den Willen ihres Vorgesetzten auf den Grund zu gehen. Denn die Schuldige ist schnell gefasst – zu schnell, wie Sanela glaubt. Während der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert wird, hat Beara Zweifel. Zweifel, die auch den Psychologen Jeremy Saaler plagen, der ein Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit erstellen soll. Unabhängig voneinander haben beide den gleichen Verdacht: Der Mord im Tierpark hängt mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg zusammen. Ein dunkles, mörderisches Rätsel lockt sie nach Wendisch Bruch – direkt ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ...

Zum Buch:
Es sollte ein schöner Tag im Berliner Tierpark für die Kinder einer Vorschulklasse werden. Dieser entwickelt sich zum Albtraum, als die Kinder im Fressen der Pekari-Schweine etwas entdecken, das dort so gar nicht hingehört - eine menschliche Hand.
Schnell ist die Polizei herbeigerufen, unter ihnen auch die Streifenpolizistin Sanela Beara, die den Tatort mit sichern soll.
Sanela gehört nicht zu den Polizisten, die Dienst nach Vorschrift machen, sie ist neugierig und will es genau wissen, so auch in diesem Fall. Sie gerät sofort ins Visier des Mörders und kommt nach einem Anschlag nur knapp mit dem Leben davon.
Schnell kann die Polizei der Bevölkerung die Täterin präsentieren, nur Sanela hat bei allem ein ungutes Gefühl und kann nicht glauben, dass Charlie Rubin die Mörderin sein soll. Als sie deren Schwester kennenlernt, verstärkt sich das Gefühl auch noch. 
Die Hinweise, dass alles Geschehene mit deren Heimatort Wendisch-Bruch in Brandenburg zusammenhängt, verdichtet sich. Nur niemand will Sanela glauben. So ermittelt sie selbst und bringt sich dabei in Gefahr...

Elisabeth Herrmann hat es geschafft, mich bereits auf den ersten Seiten in ihre Geschichte hineinzuziehen.
Zum einen, weil ich den Berliner Tierpark sehr gut kenne und natürlich neugierig war, welches Verbrechen sie dort hineininterpretiert hat und zum anderen, weil es ihr gelungen ist, gleich zu Beginn Spannung aufzubauen.

Sanela Beara ist eine Polizistin, die auf der Stelle trampelt, eine Beförderung ist absolut nicht in Sicht. Sie tritt dem ein oder anderen gern mal auf die Füße und ist eher eine Einzelgängerin. Aber sie hat ein absolutes Gespür für die Wahrheit und genau die versucht sie zu finden, als sich Charlie Rubin für schuldig erklärt. Aber Sanela kann das nicht glauben, irgendetwas läuft bei den Ermittlungen nicht rund und sie ermittelt selbst, entgegen den Anweisungen ihres Chefs, der nur zu gern eine Täterin bekannt gegeben hat.

Unabhängig von ihr kommt auch der Psychologe Jeremy Saaler, Assistent des Gutachters, zu dem Schluss, dass Charlie Rubin eventuell nicht die Mörderin ist, als die sie hingestellt wird. Auch er ist auf der Suche nach der Wahrheit. Auch er sucht diese in der Kindheit von Charlie, in Wendisch Bruch.

Bald ist klar, dass die Kindheit von Charlie und ihrer Schwester eine schlimme gewesen sein muss. Was genau passiert, lässt die Autorin lange Zeit im unklaren. Das Dorf selbst ist fast ausgestorben und wirkt auch so schon beängstigend und erdrückend. Was mag dort vor vielen Jahren vorgefallen sein, dass es bis in die Gegenwart reicht? 

Sanela ist eine Protagonistin, die ich nur bewundern kann. Sympathisch, offen, neugierig und sie steht für die Wahrheit. Auch wenn sie ihre Ecken und Kanten hat, geht sie ihren Weg, auch wenn es ihr zum Nachteil gereichen soll, aber gegen die Wahrheit kommt man eben nicht an. Der Wahrheit zuliebe belügt sie auch mal ihren Chef, wenn sie sich an einem ganz anderen Ort aufhält, als er es vermutet. Sie lässt sich nicht beirren und sucht ihren Weg, auch wenn sie sich damit selbst in die Schusslinie bringt.

So ganz nebenbei erfährt der Leser auch noch ein wenig über die Arbeit im Tierpark, speziell über die Futtertierzucht. Eine Arbeit, die zwar nicht schön ist, aber für das Überleben vieler Tiere im Tierpark nötig ist. Darüber habe ich mir ehrlich gesagt, noch nie Gedanken gemacht.

Gekonnt hat Elisbeth Herrmann gleich zu Beginn Spannung aufgebaut, die sich weiter steigerte und mit einem Showdown endete. Es ist mir nicht gelungen, das Buch für längere Zeit wegzulegen, ich klebte förmlich an ihm fest.
Sie beschreibt Orte und ich hatte das Gefühl, sie vor meinem geistigen Auge selbst zu sehen. Die Atmosphäre im Dorf ist beklemmend und ich fühlte mich dort hineinversetzt. Elisabeth Herrmann hat die Kraft, den Leser süchtig zu machen nach ihren Büchern. Ich zumindest freue mich jetzt schon auf den 2. Teil, in dem wieder Sanela Beara ermitteln wird.

Ein Krimi, den ich sehr gern weiterempfehle.

Reiheninfo:
Sanela Beara 01: Das Dorf der Mörder
Sanela Beara 02: Der Schneegänger

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Goldmann)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 26. März 2015

[Lesung] Elisabeth Herrmann liest aus "Der Schneegänger"

Es gibt Zeiten, da sehnen wir uns regelrecht nach uns ansprechende Lesungen. - Dann gibt es Zeiten, da kommen sie Schlag auf Schlag.

In dieser Woche nun hatten wir das Glück, zwei Tage in Folge zu Lesungen, die uns sehr ansprachen, gehen zu dürfen und natürlich haben diese Möglichkeiten voll ausgeschöpft.

Dieses Mal stand Elisabeth Herrmann auf der Terminliste, die ihr 2. Buch um die Polizeibeamtin Sanela Beara "Der Schneegänger" vorstellen wollte und sollte.

  
Elisabeth Herrmann

 
Bezirkszentralbibliothek "Eva-Maria-Buch-Haus"

Die Veranstaltung fand in der Bezirkszentralbibliothek "Eva-Maria-Buch-Haus" in Tempelhof statt.
Wir waren wieder lange vor der Zeit dort, um uns gute Plätze organisieren zu können und hatten noch Gelegenheit, uns ein wenig in der Bibliothek umzusehen. So fiel uns natürlich auch sofort die antike Buchpresse ins Auge. Eine wirklich tolle Deko, die direkt im Eingangsbereich steht. Wenn die nicht so schwer wäre und wir etwas mehr Platz zur Verfügung hätten ...

Buchpresse

Die Veranstaltung lief unter dem Motto "Frauenmärz" (eine jährlich wiederkehrende Veranstaltungsreiche des Bezirks Tempelhof). 

In den Abend eingeführt wurden wir von Jutta Kaddatz, Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und
Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport. Sie erzählte nicht nur vom Frauenmärz, sondern stellte auch die Autorin Elisabeth Herrmann vor, deren Werdegang und ihre Bücher. Nachdem auch Dr. Gerhard Weil über die Arbeit des Tempelhofer Kunst- und Kulturvereins TKK e.V erzählte, konnte endlich die Autorin selbst das Mikrofon übernehmen.

Elisabeth Herrmann

Sie erzählte ein wenig von sich und ihrer Arbeit an den Büchern und begann im Anschluss, aus ihrem neuen Buch zu lesen.

Elisabeth Herrmann lesend

Es machte wirklich Spaß, ihr bei den verschiedenen Passagen, die sie aus dem Buch ausgewählt hatte, zu lauschen. Sie schaffte es, den Wunsch aufkommen, man möchte im Anschluss gleich weiterlesen und wie sollte es anders sein? Sie hörte an einer extrem spannenden Stelle abrupt auf :(

Sehr gut gefallen hat uns, wie sie die Passagen vorgetragen hat. Aus Erfahrung wissen wir, dass es nicht jedem Autor gegeben ist, sein Buch so vorzustellen, dass man gespannt und gefesselt zuhört.
Elisabeth Herrmann kann es! Mit verschiedenen Tonlagen machte sie die einzelnen Protagonisten lebendig. Wir können uns gut vorstellen, dass sie ihre Hörbücher selbst einlesen könnte - ob das wohl als Anregung genügt? ^^

Elisabeth Herrmann signierend

Nach der eigentlichen Lesung bestand die Möglichkeit, Fragen an die Autorin zu stellen. Auch dies wurde gut genutzt.

Natürlich ließ sich Kleeblatt ihr Exemplar des Buches durch eine Signierung der Autorin veredeln.

Es war ein sehr schöner Abend für uns. Wir erlebten eine gut gelaunte Autorin und durften ihr lauschen, während sie aus ihrem neuesten Werk las.

Die Rezensionen zu beiden Teilen werden in nächster Zeit ebenfalls hier online erscheinen, also schaut einfach nochmal die Tage vorbei :-)

Kleeblatt und Kerry

Samstag, 2. März 2013

[Lesung] Buchpremiere von "Das Dorf der Mörder" mit Elisabeth Herrmann

Als ich gelesen hatte, dass Elisabeth Herrmann ihr neues Buch in der Buchhandlung "Miss Marple" vorstellen wollte, rief ich dort sofort an, um für uns Karten zu bestellen.
Aber ... es war bereits zu spät, die Veranstaltung war bereits ausverkauft.
So ein Mist, war mein erster Gedanke, denn nachdem ich "Schattengrund" von ihr gelesen hatte, wollte ich natürlich auch sehr gern mal bei einer Lesung mit der Autorin dabei sein.
In regelmäßigen Abständen rief ich dann in der Buchhandlung an, ob denn nicht jemand abgesagt hätte, aber es kam immer nur ein NEIN, leider nicht.
Am Donnerstag verblieb ich mit der Buchhändlerin, dass ich es noch mal am Freitag versuchen sollte und was soll ich sagen ... EINE Karte hatte sie für mich. Nach Rücksprache mit Kerry, die eigentlich auch mit wollte, habe ich mich entschlossen, allein zur Lesung zu gehen.

Der kleine Laden war voll, es war eine gut besuchte Veranstaltung.
Elisabeth Herrmann kam und lächelte, womit sie sofort die Sympathien der Leute für sich gewinnen konnte.


 

Gelesen hat sie aus ihrem neuesten Buch "Das Dorf der Mörder"


Sie las uns einige Abschnitte aus dem Buch vor und erläuterte zwischen den Abschnitten zum besseren Verständnis, was im Groben inzwischen passiert war.
 

Nach der Lesung erzählte Elisabeth Herrmann noch ein wenig von den Örtlichkeiten im Berliner Tierpark, in dem die Leiche in einem Pekaris-Gehege gefunden wurde. 
Ebenso erfuhren wir von der realen Person, die im Tierpark arbeitet und für das lebende Futter verantwortlich ist, das an die Raubtiere verfüttert wird. Diese diente ihr als Vorbild für Charlie Rubin.

 

Es war eine schöne Lesung, bei der man auch ab und an mal schmunzeln konnte, obwohl es sich, wie die Autorin nochmals bestätigte, um einen richtigen Thriller handelt.

Zum Schluss durfte, wer wollte, Büchernachschub kaufen und sich diesen signieren lassen.
Die Gelegenheit habe ich natürlich für meine Bücher genutzt, wie sollte es anders sein.



Diesen schönen Tisch hatte die Buchhändlerin vor der Lesung bereitgestellt.

Alles in allem war es ein toller und stimmiger Abend mit einer ausgesprochen sympathischen Elisabeth Herrmann


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 31. Oktober 2012

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Schattengrund



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: cbt (12. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570161269
ISBN-13: 978-3570161265
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Klappentext gem. cbt-Verlag:
Schattengrund. Als die 17-jährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, ahnt sie nicht, wie bedeutsam dieser Name für sie wird. Es ist ein einsames Haus in einem abgelegenen Dorf, in dem sie als Kind oft zu Gast war. Ein Haus, in dem die Vergangenheit schlummert. Und ein Haus, das Nicos Eltern auf keinen Fall annehmen wollen. Als die Eltern das Erbe stellvertretend für ihre Tochter ausschlagen, reißt Nico heimlich aus, um Schattengrund wiederzufinden. Und kaum hat sie die Schwelle übertreten, da scheint eine lange verdrängte Wahrheit nach ihr zu greifen. Wie konnte sie das alles bloß vergessen? Die knarrenden Treppen, den staubigen Dachboden – und das Mädchen, mit dem sie hier immer gespielt hat? Fili, ihre allerbeste Freundin. Ihre Seelenschwester. Ihre tote Freundin. Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Mädchen damals auseinander gerissen. Aber Nico kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen. Und der Täter von damals ist noch immer im Dorf.

Zum Buch:
Ein Besen, eine alte Postkarte und ein Stein, das sind die Dinge, die sie von ihrer Tante Kiana geerbt hat. Bevor Nicola, Nico genannt, sich überhaupt Gedanken über diese Dinge machen kann, lehnen ihre Eltern, die gemeinsam mit ihr beim Notar sitzen, das Erbe im Namen von Nico ab. Nico ist 17 Jahre und bis zu ihrer Volljährigkeit fehlen noch 6 Wochen, so dass die Eltern das Recht dazu haben. Als Nico dem Anwalt sagt, dass sie diese 3 Dinge als Erbe annehmen würde, erfährt sie, dass sie nunmehr auch noch das Haus "Schattengrund" im Harz geerbt hat. Dieses Erbe könnte sie antreten, wenn sie die Auflagen, die mit dem Besen, der Karte und dem Stein zusammenhängen, erfüllt. Wiederum lehnen die Eltern es kategorisch ab und Nico hat kein Mitspracherecht, da die Einspruchsfrist einen Tag vor ihrem 18. Geburtstag abläuft.
Auch wenn sie aufgrund ihrer Eltern das Erbe nicht antreten kann, ist sie neugierig geworden und will sich das Haus wenigstens einmal angesehen haben. Sie hat weder Erinnerungen an ihre Tante noch an den Ort, in dem das Haus steht. Ihre Eltern halten sich an der Stelle bedeckt und geben keinen Kommentar ab. Es erfolgen auch keine Erklärungen, warum es keinen Kontakt mehr zu Kiana gegeben hat.

Nico macht sich nach Absprache mit ihrer Freundin, die sie das Wochenende über als Alibi decken soll, auf den Weg in den Harz, um sich das Haus anzusehen. Es ist Winter, bitterkalt und ein Sturm nimmt Kurs auf den Harz.

Dort angekommen, muss Nico sehr schnell erkennen, dass die Leute sie meiden, hassen oder sogar bedrohen. Es wird so schlimm, dass sie zeitweise um ihr Leben bangen muss. Als sie nur noch weg will, wieder nach Hause, muss sie erkennen, dass dieser Weg ihr vorerst verschlossen ist, denn der angekündigte Sturm hat den Harz fest im Griff, die Räumfahrzeuge schaffen es nicht, bis ins Dorf zu gelangen.
Nico, die sich bis zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr daran erinnern konnte, was damals vor 12 Jahren, als sie zum letzten Mal dort gewesen ist, vorgefallen ist, fängt an, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Was ist damals passiert und warum geben alle ihr und ihrer Tante Kiana die Schuld an dem Tod von ihrer kleinen Freundin Fili, die wie sie damals 6 Jahre alt war.
Leon, der ebenfalls im Ort zu Besuch ist, ist der Einzige, der ihr auf ihrer Suche nach der Vergangenheit hilft ...

Wow, war mein erster Gedanke, als ich mit dem Buch fertig war. Ursprünglich war angedacht, es kurz anzulesen, woraus nichts wurde. Es hatte mich dermaßen gepackt, dass ich alles andere beiseite geschoben habe und einen Lesetag daraus gemacht habe.

Zusammen mit der Protagonistin Nico ist der Leser sehr lange im Unklaren, warum ihre Eltern all die Jahre lang Stillschweigen über Tante Kiana und "Schattengrund" bewahrten.
Nico stellt Fragen zur Vergangenheit und lässt dadurch alte Wunden wieder aufbrechen und das Böse wieder erwachen.

Die Autorin hat hier einen Thriller geschrieben, der den Leser von Anfang an in Atem hält. Der Prolog, der 12 Jahre vor den jetzt erlebten Ereignissen spielt, lässt einen schon frösteln.
Die Spannung hält einen fest, der Spannungsbogen, der sehr zeitig aufgebaut wird, steigert sich stetig, bis er am Schluss noch einmal angezogen wird.

Die Autorin lässt ihre Geschichte im Harz spielen, einer Gegend, in der es von Sagen und Märchen nur so wimmelt, so dass sie nicht umhin konnte, sie auch in ihrem Buch eine entscheidende Rolle spielen zu lassen.
Das Ganze gemischt mit Elementen zum Gruseln, Mordversuchen, Geheimnissen und Wetterkatastrophen machen das Buch zu einem gelungenen Thriller.
Aber auch die Feundschaft, Romantik und ein wenig Verliebtsein fehlt hier nicht und machen das Buch lesenswert.

Die Protagonisten Nico und Leon sind sehr gut charakterisiert und überzeugend glaubwürdig. 
Bei der Beschreibung der Örtlichkeiten hat man als Leser das Gefühl, dort selbst zu stehen und sich umzusehen,egal ob im Dorf, im Wald oder an und in der Höhle. 

Das Buch wird als Jugendbuch für die Altersgruppe 14 - 17 Jahre deklariert, was aber Erwachsene nicht davon abhalten sollte, dieses Buch ebenso zu lesen.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen vom cbt-Verlag)
Elisabeth Herrmann, geboren 1959 in Marburg/Lahn, ist eine der aufregendsten Thrillerautorinnen unserer Zeit. Zum Schreiben kam sie neben ihrer Tätigkeit als Journalistin erst über Umwege - und hatte dann sofort durchschlagenden Erfolg mit ihrem Thriller "Das Kindermädchen", der von der Jury der KrimiWelt-Bestenliste als bester deutschsprachiger Krimi 2005 ausgezeichnet wurde und vom ZDF verfilmt wurde. Seitdem macht Elisabeth Herrmann Furore mit ihren Thrillern und Romanen. 2012 erhielt sie den Deutschen Krimipreis für "Die Zeugin der Toten", die ebenfalls vom ZDF verfilmt wird. Nach "Lilienblut" ist "Schattengrund" ihr zweiter Thriller für jugendliche Leser.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei 
 
und dem Verlag



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt