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Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Cornelia Franke und Dominic Franke - Tougard: Seelenseher (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 504
ISBN: 978-3-944-54442-7
Erscheinungstermin:
1. März 2015  
Format: Taschenbuch
Verlag:
papierverzierer


Klappentext gem. Cornelia Franke:
»Charlie gelangt auf Grund einer besonderen Gabe, von der er bislang noch nichts wusste, in die Welt Tougard. Mit anderen Befähigten lernt er in einer Schule, seine Fähigkeit zu verbessern und damit umzugehen. Als einige Mitschülerinnen verschwinden und er wegen einer Prophezeiung vermutet, ein Seelenseher würde seine beste Freundin Ann töten, scheint ihm die Zeit davonzulaufen. Für Charlie beginnt das Abenteuer seines Lebens, denn in Tougard … in Tougard ist alles möglich!«

Rezension:
Charlie Andrews ist ein typischer Außenseiter. In der Schule unbeliebt und Freunde hat er bis auf eine Ausnahme keine. Der er auf Muttersprachler-Niveau Englisch spricht und auch noch besser als sein Kunstlehrer zeichnen kann, machte ihm das Leben auf dem Gymnasium vom ersten Tag an schwer. Lediglich Ann Kreuz, eigentlich Annabelle, steht Charlie seit jeher zur Seite. Ann selbst hat ebenfalls eine Außenseiterposition in der schulischen Gemeinschaft inne, doch sie stört das nicht weiter. Doch nicht nur das belastet Charlie. Er wird in wenigen Wochen mit seiner Famlie nach London ziehen und weiß noch immer nicht, wie er es Ann sagen soll, denn eigentlich, ja eigentlich empfindet er für dieses ungewöhnliche Mädchen mehr als nur Freundschaft. Ann selbst ist ein Genie, wenn es um Mechanik geht, hilft sie doch ihrem Vater immer wieder bei der Reparatur von elektrischen Geräten. Gerne verbringt Charlie, der ein Einzelkind ist, seine Nachmittage bei Ann und ihrer Familie (sie hat sechs Geschwister, Tendenz steigend), denn dort ist immer was los und so sehr Ann auch in Naturwissenschaften begabt ist, so sehr versagt sie zum Beispiel in Englisch, sodass Charlie ihr hier Nachhilfe gibt.

An einem solchen Nachmittag ist es auch, als Charlie sich bei Ann verletzt und sich plötzlich an einem fremden Ort wiederfindet. Begrüßt wird er an diesem Ort, der ihm als "Tougard" benannt wird, von einem gewissen Frederick Trench, einem Protektor. Charlie glaubt an einen Traum, auch wenn er sich nicht ganz sicher ist, wann und wo er eingeschlafen ist, doch ihn fasziniert dieser Traum, sodass er darauf eingeht. Bei "Tougard" soll es sich um eine Paralleldimension handeln, in der die Zeit anders läuft, als auf der Erde. Ein Jahr in "Tougard" entspricht einem Jahr auf der Erde und Charlie wäre dorthin gekommen, weil er eine besondere Gabe besäße und dort ausgebildet werden solle. Seine besondere Gabe besteht darin, dass er heilen kann, denn nur dadurch, dass er sich von seiner Verletzung bei Ann selbst heilte, gelangte er in diese Dimension.

Die anfängliche Annahme, dass es sich bei seiner Reise nach "Tougard" um einen Traum handelt, muss er jedoch bereits am nächsten Tag revidieren, denn es scheint tatsächlich einen solchen Ort zu geben und er ist dort. Er ist jedoch nicht allein. Insgesamt befinden sich zweihundertvierundzwanzig Begabte hier und alle verfügen über die unterschiedlichsten Gaben. Schnell schließt er Freundschaft mit seinem Zimmergenossen Daisuke, der eine Art Fährtenleser ist. Neben Charlie selbst, gibt es noch vier andere Heiler in "Tougard", es handelt sich somit um eine eher seltene Gabe. Doch schnell muss er feststellen, dass es in "Tougard" nicht viel anders zugeht, als in einer normalen Schule. Da gibt es Lehrer, die allgemein unbeliebt sind, hier ist es ein gewisser Mr. Peel und auch Cliquenbildung ist dort vertreten und dennoch fühlt sich Charlie in "Tougard" deutlich wohler, als in der realen Welt, nur eines fehlt ihm bzw. eine: Ann. Als Charlie von Raphael Valente, einem Schüler eines höheren Jahrgangs, zu einer Einführungsmutprobe aufgefordert wird, nimmt er diese an, denn wenn er diese besteht, hat er die Möglichkeit, in seine Welt zurückzukehren. Tatsächlich gelingt Charlie das, was vor ihm erst einmal geschah - er landet wieder in Anns Zimmer und nimmt sie schlussendlich mit nach "Tougard", denn seine Zeit in der realen Welt mit ihr ist wegen des Umzugs gezählt, doch in "Tougard" könnten sie noch Jahre zusammen sein, ohne dass sie sich trennen müssten. Anns Ankunft in "Tougard" wird nicht von allen gut aufgenommen, zumal sie es nicht geschafft hat, aus eigener Kraft dorthin zu kommen, sondern nur dank Charlies Hilfe. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass auch Ann über eine Gabe verfügt, noch seltener, als die von Charlie. Ann hat die Gabe der Mechanik, sie kann Dinge reparieren und neu erschaffen. Voller Begeisterung für die sich ihr bietenden Möglichkeiten, beschließt auch Ann, in "Tougard" zu bleiben, doch was weder sie, noch Charlie ahnen: Es gibt eine Prophezeiung, die den Tod der Mechanikerin vorhersagt ...


1. Band der Tougard-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Im Besonderen hat mir gefallen, dass Charlie, der in der realen Welt ein Außenseiter ist, in Tougard nur einer von vielen ist und die Möglichkeit hat, für sich noch einmal neu anzufangen und tatsächlich gelingt ihm das, was ihm in der realen Welt nie gelungen ist - er findet Freunde, die für ihn da sind und er findet Lehrer, die ihn um seiner selbst willen fördern und nicht nur stur ein Unterrichtsprogramm durchziehen (naja, bis auf eine Ausnahme ^^). Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Natürlich, wie sollte es anders sein, schlug mein Herz für Charlie, der es bisher im Leben, trotz wirklich guter Voraussetzungen, nicht gerade leicht hatte und endlich an einem Ort angekommen ist, an dem er sich selbst entfalten und zeigen kann, was in ihm steckt. Ich muss gestehen, regelrecht begeistert war ich von den "Türmännchen", die es in Tougard gibt. Solch einem Wesen würde ich gerne persönlich mal begegnen, doch ob es mich einlassen würde? Den Schreibstil kann ich nur als spannend und fesselnd beschreiben, es war mir fast unmöglich, das Buch auch nur kurzfristig aus der Hand zu legen, so sehr hatte mich die Geschichte samt packendem Schreibstil in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Nun hoffe ich natürlich, dass die Fortsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn ich denke, Charlie und seine Freunde haben noch einige Abenteuer zu bestehen, bis sie ihre Ausbildung in Tougard abgeschlossen haben.

Bewertung

Von Cornelia Franke und Dominic Franke bereits gelesen und rezensiert:

 
Die Autorin:
Cornelia Franke, 1989 in Mönchengladbach geboren, studierte Kulturwissenschaften und arbeitet als Lektorin. Dazu engagiert sie sich für die kreative Schreibförderung an Grundschulen. Film- und kinoversessen, liebt sie es außerdem zu bloggen, neue Kochrezepte auszuprobieren oder stundenlang mit ihrer Spiegelreflexkamera durchs Grüne zu wandern. Den Traum, Bücher zu schreiben, fasste sie schon früh, ihr erstes Kinderbuch „Timmy und die Allergomörder“ veröffentlichte sie 2010. Mit ihrem Mann Dominic lebt und schreibt sie in Berlin. 2015 erscheint bei cbt ihr vierter Roman. Weitere Informationen zu ihren Büchern findet man unter www.corneliafranke.org Dominic Franke, Jahrgang 1982, wurde in Berlin geboren, lernte zunächst einen Bürojob, der ihm jedoch zu monoton erschien. Sein Motto lautet „Nutze die Zeit, die du hast, für etwas, das dir Spaß macht“, daher begann er Drehbücher zu schreiben. Seit 2008 arbeitet er zusammen mit seiner Frau an ihren Büchern.  (übernommen von Amazon)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.




Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei


bedanken, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Mittwoch, 28. Januar 2015

[Rezension] Dominic Franke und Cornelia Franke - Jamies Quest: Aufgabe gesucht (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 374
ISBN: 978-3-000-46935-0
Erscheinungstermin:
1. Oktober 2014  
Format: Taschenbuch
Verlag: Cornelia Franke


Klappentext gem. Cornelia Franke:
Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand.
Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind …


Rezension:
Der 17-jährige Jamie Aven Bell liebt es, in seiner Freizeit Computerspiele zu spielen. Derzeit hat er ein ganz neues am Start, ein 3D-Rollenspielerspiel, auf das er sich schon länger freute und das er endlich sein eigen nennt. Gerne taucht er in die Welt der Rollenspiele ab, denn dort ist er ein großer starker Hüne, der sich seinen Aufgaben stellt und diese meistert. Im wirklichen Leben sieht es da leider etwas anders aus. In der Schule ist er ein Außenseiter, ein Mobbingopfer, das von einem Tyrannen regelmäßig gequält wird. Er gehört keiner coolen Clique an, ist weder besonders sportlich, noch besonders gutaussehend. Zwar hat er in Olive eine verständnisvolle Freundin, doch wenn diese ihn vor dem Schulschläger rettet, ist das auch nicht gerade aufbauend für sein Ego. Deswegen flüchtet er so gern in andere Welten, in denen er der Held ist.

So auch dieses Mal, doch dieses Spiel scheint eine echte Weltneuheit zu sein, denn Olaf befindet sich von jetzt auf gleich in einem Wald. Alles fühlt sich so echt und so real an, als wäre er tatsächlich vor Ort und so detailliert. So trifft er zum Beispiel auf ein lila-farbenes entzückendes Fuchswesen, das ihm aus der Hand frisst. Auch der Spielleiter ist zumindest als Stimme vor Ort, doch noch während des Erkundungsganges muss Jamie feststellen, dass dieses Spiel dermaßen real ist und er vor Tanteln (Spinnenwesen in allen möglichen Größen) flüchten muss. Durch Zufall gelangt er auf einen Bauernhof und findet dort Unterschlupf.

Dort trifft er auf den 15-jährigen Hannes bzw. eine Holzlatte von Hannes trifft Jamies Schädeln. Nachdem das Missverständnis zwischen den Jungen aufgeklärt ist, erkennt Hannes, dass es sich bei Jamie nur um einen "Wanderer" handeln kann, der eine Aufgabe zu erfüllen hat. Nur von einer Aufgabe weiß Jamie nichts. Ein merkwürdiger Umstand, denn bisher hatten alle Wanderer vom großen Merlin eine Aufgabe zugeteilt bekommen, die sie zu lösen hatten, bevor sie wieder in ihre Welt durften. Langsam ahnt Jamie, dass er sich nicht in einem Spiel befindet, sondern an einem Ort namens Brior und dort ist einiges anders, als auf der Erde. Hier wird er geachtet und mit Respekt behandelt, er als "Wanderer" wird beschützt und die Eingeweihten helfen ihm herauszufinden, was seine Aufgabe ist und was noch so ganz anders ist, als in seinem alten Leben: Die Mädchen scheinen sich unheimlich zu ihm hingezogen zu fühlen. Das Mädchen Lana bestürmt ihn vom ersten Augenblick an und Jamie weiß gar nicht, wie ihm geschieht, denn obwohl er sich durchaus geschmeichelt fühlt, so hat er doch in der "realen Welt" Olive an seiner Seite, doch wie es dem jungen Mädchen beibringen? Mit so etwas hat er nun wirklich keine Erfahrung.

Leider hilft ihm das alles nicht bei der Erfüllung seiner Aufgabe, da er partout nicht weiß, woraus diese besteht und ihm anscheinend auch niemand hier wirklich Auskunft geben kann. Doch eines ist merkwürdig in Brior seit Jamies Ankunft. Die Tanteln, die bisher immer im Schattenhain gelebt haben und diesen nur selten verlassen haben, kommen immer näher an die Stadt ran. Diese Wesen jedoch sind nicht wie normale Hausspinnen - es sind hochgiftige Killer, die alles und jeden zerstören ...


1. Band der Jamies-Quest-Reihe! Der Plot wurde abenteuerlich und abwechslungsreich erarbeitet, wobei es mir manchmal wirklich grusselig wurde, denn Spinnen, überall Spinnen, in allen Größen und wenn ich in allen Größen sage, meine ich wirklich riesige Spinnen, die es auf der Erde zum Glück nicht gibt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser an Jamie, dem sehr unsicheren Teenager, der sich als ideales Opfer für Schläger förmlich anbietet, in diesem Abenteuer miterleben kann, wie sich dieser Junge seiner eigenen Stärken nach und nach bewusst wird und durchaus auch in der Lage ist, Menschen zu begeistern und mitzureißen, sodass diese ihm auch in die gefährlichsten Abenteuer folgen und dennoch ist er noch immer ein Teenager, der nicht immer zuerst seinen Kopf einsetzt. Diese Gegensätzlichkeit empfand ich als sehr angenehm, denn Teenager sind alles, aber nicht perfekt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir dieses Buch wirklich schöne Lesestunden bereitet hat und ich mich jetzt schon auf den nächsten Band freue, der derzeit in Arbeit ist, denn ganz ehrlich, am Ende gibt es einen ganz bösen Cliffhanger.

Bewertung

Die Autorin:
Cornelia Franke, 1989 in Mönchengladbach geboren, studierte Kulturwissenschaften und arbeitet als Lektorin. Dazu engagiert sie sich für die kreative Schreibförderung an Grundschulen. Film- und kinoversessen, liebt sie es außerdem zu bloggen, neue Kochrezepte auszuprobieren oder stundenlang mit ihrer Spiegelreflexkamera durchs Grüne zu wandern. Den Traum, Bücher zu schreiben, fasste sie schon früh, ihr erstes Kinderbuch „Timmy und die Allergomörder“ veröffentlichte sie 2010. Mit ihrem Mann Dominic lebt und schreibt sie zusammen in Berlin. 2015 erscheint bei cbt ihr vierter Roman. Weitere Informationen zu ihren Büchern findet man unter www.corneliafranke.org Dominic Franke, Jahrgang 1982, wurde in Berlin geboren, lernte zunächst einen Bürojob, der ihm jedoch zu monoton erschien. Sein Motto lautet „Nutze die Zeit, die du hast, für etwas, das dir Spaß macht“, daher begann er Drehbücher zu schreiben. Seit 2008 arbeitet er zusammen mit seiner Frau an ihren Büchern.  (übernommen von Amazon)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei



bedanken, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.