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Dienstag, 7. Juli 2015

[Rezension] Heidrun Hurst - Der Beginn eines neuen Tages (Band 3)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 320
ISBN: 978-3-842-92308-9
Erscheinungstermin:
Juni 2015
Preis: 14
,95 EUR
Format: Taschenbuch

Verlag:
Mediakern


Klappentext gem. Mediakern: 
Inmitten der zermürbenden Gefechte des Dreißigjährigen Krieges erhält Jakob die Nachricht, dass Elisabeth geheiratet hat. Magdalena sieht endlich ihre Chance gekommen, den jungen Söldner für sich zu gewinnen. Bei einer günstigen Gelegenheit gelingt den fünf Freunden die Flucht. Nach einigen Umwegen erreichen sie Straßburg, wo Jakob seine Schwester Bärbel wiedertrifft. Diese stellt ihm eine Frage, woraufhin sich Jakob entscheiden muss: Elisabeth oder Magdalena? Die Wahl ist für Jakob klar, doch kurz vor dem Ziel holt ihn seine Vergangenheit ein: Sein Schicksal scheint endgültig besiegelt ... 


Rezension:
Das Jahr 1632 soll für Jakob Selzer einiges bereithalten, doch noch ahnt er nichts von seinem schweren Weg, den er gehen muss. Im Laufe der Kampfeinsätze (des Dreißigjährigen Krieges) hat er einige seiner engsten Freunde verloren. Sie sind nur noch zu sechst, bestehend aus seinen Freunden Balthasar, Clauß, Peter, Magdalena, Jakob selbst und seinem treuen Hund Aaron. Derzeit kämpft er auf Seiten Gustav Adolfs, doch nach sieben Jahren ist er des Kämpfens müde. Drei Jahre muss er noch durchhalten, dann kann er seinen Abschied nehmen und zu einer Elisabeth zurückkehren und sie endlich zur Frau nehmen. Dann erreicht ihn jedoch ein Brief von Elisabeth, in dem sie ihm nur mitteilt, dass sie geheiratet hat. Jakob ist am Boden zerstört, sind doch all seine Zukunftspläne hin, noch dazu hat sie ausgerechnet Andreas Selzer zum Mann genommen. Wie konnte ihm nur ein solches Unglück widerfahren? Enttäuscht wendet er sich Magdalena zu, die schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat, doch ob das die richtige Entscheidung ist? Magdalena war von jeher bereit, fast alles zu tun, um Jakob für sich zu gewinnen. Als Peter bei einem Gefecht schwer verwundet und zum Krüppel wird, beschließen die fünf, dass das Kämpfen für sie ein Ende hat und sie desertieren werden, um irgendwo ein neues Leben anzufangen. Ein gefährlicher Plan ...

Jakobs Schwester Bärbel hingegen hat ganz andere Sorgen. Das Findelhaus platzt aus allen Nähten und immer noch kommen weitere Kinder, die ein Dach über den Kopf brauchen. Zudem taucht auch noch Frau Abendrot auf und fordert von Bärbel die Herausgabe ihres Enkelkindes, ist dieses Kind doch alles, was ihr geblieben ist, nachdem ihr Sohn Martin, der Vater des Kindes, verstorben ist. Bärbel und ihr Mann, Pfarrer Sebastian Liebig, sind nicht gewillt, das Kind herauszugeben und gestatten Frau Abendrot lediglich, das Kind unter Aufsicht kennen zu lernen. Anfänglich ist die Großmutter enttäuscht, dass es sich bei ihrem einzigen Enkelkind um ein Mädchen handelt und sie es nicht mit sich nehmen kann, doch irgendetwas ist an dem Kind, dass die alte Frau immer wieder zum Findelhaus führt. Sebastian hingegen hat mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Er selbst ist noch geschwächt von der Seuche, die vor kurzem um sich griff und die ihm zehn seiner Findelkinder genommen hat. Auch wenn er weiß, dass er alles zu ihrer Rettung getan hat, kommt er über diesen Verlust einfach nicht hinweg. Sein einziger Lichtstreif am Horizont ist Gabriel, eines seiner ersten Findelkinder, welcher bei einem Drucker in die Lehre geht. Am liebsten sähe es Sebastian, dass Gabriel einst seine Nachfolge als Pflegevater antreten würde, doch Gabriel ist glücklich mit dem Druckerhandwerk.

Elisabeth ist alles andere als glücklich in ihrer Ehe mit Andreas, zumal es von ihrer Seite her keine Liebeshochzeit war, sondern lediglich dazu diente, ihrer Mutter einen Hexenprozess zu ersparen und sie in Sicherheit zu wissen. Andreas selbst erdrückt sie mit seiner Liebe und Eifersucht und es wird im Laufe der Zeit immer schlimmer. Er bekommt cholerische Anfälle und schlägt seine Frau. Im Nachhinein tut es ihm immer leid, doch Elisabeth weiß, dass er sie wahrscheinlich eines Tages umbringen wird, wenn er sich nicht unter Kontrolle bekommt. Doch Angst, Angst hat die junge Frau nicht, denn wovor sollte sie noch Angst haben? Sie hat bereits alles verloren, was ihr wichtig war: ihre Freiheit, ihr Glück, ihre Liebe zu Jakob. Er mag sie schlagen und ihr versuchen, all ihre Erinnerungen zu nehmen, aber brechen, brechen wird Andreas sie nie. Wie verderbt ihr Mann ist, müssen seine Mutter, sie und seine Schwester am eigenen Leib erfahren, als Söldner den Selzer-Hof überfallen. Um sein "Eigentum", sprich seine Frau, weiterhin nur für sich zu beanspruchen, überlässt er der Männerhorde seine Schwester. Spätestens jetzt ist den Frauen auf dem Selzer-Hof klar, was für ein Tyrann das Familienoberhaupt ist und dass ihr Leben in seinen Augen nichts wert ist, außer natürlich das von Elisabeth, denn sie ist sein Eigentum. Doch was noch niemand ahnt - Jakob ist auf dem Weg in ein neues Leben ...


Der 3. Band der Kinder-des-Bergmanns-Reihe! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich konnte mich hier nur schwer entscheiden, mit welchem Plotpart ich nun am meisten mitgefiebert habe - Jakob / Elisabeth oder Bärbel? Ganz ehrlich, ich bin immer noch nicht dahinter gekommen, welche dieser Leben mich am meisten fesselte und ich denke, so sollte es sein. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. In diesem Buch beeindruckte mich vor allem Elisabeth, denn sie war nicht gewillt, sich voll und ganz den Konventionen der damaligen Zeit zu unterwerfen und ihrem Mann aufs Wort zu gehorchen, auch wenn sie schmerzhaft erfahren musste, dass ihr Mann das ganz anders sah. Ich muss gestehen, auch die Nebencharaktere wurden ausgesprochen reizvoll dargestellt. Ich habe nicht mit einer solchen Wandlung bei Frau Abendrot gerechnet und auch Klara (Andreas Mutter) und Katharina haben mich ausgesprochen positiv überrascht - ich sag nur: Frauenpower! Den Schreibstil kann ich nur wieder als fesselnd beschreiben, ja es war sogar so schlimm, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen mochte, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichten um Jakob / Bärbel / Elisabeth enden und ich sag nur so viel: Ich wurde nicht enttäuscht. Leider endet an dieser Stelle die Trilogie, obwohl ich sehr gerne noch mehr über diese überaus faszinierenden Figuren erfahren hätte und über ihr Leben, aber wer weiß, man soll ja niemals nie sagen, oder?

Bewertung

Von Heidrun Hurst bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin über sich: 
Nach der Geburt meiner drei Kinder entschloss ich mich einem lang gehegten Wunsch zu folgen: dem Schreiben. Da ich zu jener Zeit auch im Kindergottesdienst einer evangelischen Gemeinde tätig war, entstand aus vielen Skizzen mein erstes Buch "Komm mit...wir feiern Kindergottesdienst". Seit dieser Zeit macht mir das Schreiben einfach Spaß. Nach einigen veröffentlichten Kurzgeschichten, beschloss ich es mit einem Roman zu versuchen. Nur über das Thema war ich mir nicht ganz im Klaren. Als dann vor neun Jahren unser Huskie Shadow bei uns einzog, begann ich mich für den Norden zu interessieren.  Die wilde Schönheit Norwegens fand ich besonders faszinierend. Doch wie konnten die Menschen früherer Jahrhunderte in solch einem rauen Land überleben? Dabei blieb ich wie selbstverständlich bei den Wikingern hängen. So kam es, dass aus meinem Debütroman eine Geschichte der Wikinger wurde. Nach zwei Jahren folgte ihm ein zweiter Teil "Das Opfer des Wikingers". Nun habe ich mich gedanklich in unsere heimatlichen Gefilde zurückbegeben. Und auch hier war es alles andere als langweilig. Der Schauplatz des Romans "Die Kinder des Bergmanns" befindet sich sowohl im Schwarzwald, als auch in der Rheinebene. Er behandelt das Schicksal der Geschwister Jakob und Bärbel, die im 17. Jahrhundert um ihr Überleben kämpfen müssen. Auf der nächsten Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte. (übernommen von Autoren-Hompage)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, die mir dieses geniale Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 2. Februar 2015

[Rezension] Heidrun Hurst - Im Feuer des Lebens (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 336 
ISBN: 978-3-842-92306-5
Erscheinungstermin:
Juli 2014
Preis: 14
,95 EUR
Format: Taschenbuch

Verlag:
Mediakern


Klappentext gem. Mediakern: 
Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Die Geschwister Jakob und Bärbel Selzer, Bergmannskinder aus dem Schwarzwald, hat es ins Rheintal verschlagen. Sie müssen nun ihren Weg im Leben finden.
Jakob verlässt das kleine Dorf Odelshofen und zieht in den Krieg. Endlose Märsche und zermürbende Gefechte führen ihn immer weiter weg von seiner geliebten Elisabeth. Wird er sie je wiedersehen? Oder wird die hübsche Magdalena sein Herz erobern?
Elisabeth versucht indessen, mit ihrer Mutter den elterlichen Hof zu bewirtschaften. Doch immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt. Als ihre Mutter als Hexe beschimpft wird, spitzt sich die Lage zu.
Das Straßburger Findelhaus hat inzwischen Zuwachs bekommen. Doch die Arbeit mit den Kindern führt Bärbel und Sebastian an ihre Grenzen. Stück für Stück lernen sie, auch in der größten Not auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Da bedroht eine Seuche das Leben der Hausbewohner. Werden sie auch diese Prüfung bestehen?


Rezension:
Wir schreiben das Jahr 1626 und der mittlerweile 19-jährige Jakob Selzer hat in seinen jungen Jahren schon einiges erleben müssen. Erst starb seine Mutter bei seiner Geburt, ein Ereignis, das seinen Vater gebrochen hat, dann starb seine Stiefmutter - geblieben waren ihm damals nur der Vater und die jüngere Halbschwester Bärbel. Doch auch der Vater starb und die beiden Waisen blieben allein zurück. "Zuflucht" fand Jakob bei seinem Onkel, wobei er hier als billige Arbeitskraft auf dessen Hof schuften musste, während seine Schwester in der Stadt als Haushaltskraft arbeiten musste. Dann überschlugen sich die Ereignisse, Jakob verliebte sich, doch ein anderer wollte Elisabeth auch. Durch Intrigen kam es dazu, dass Jakob für den Tod seines Onkels verantwortlich war und den Tod durch den Strang finden sollte. In letzter Sekunde wendete sich sein Schicksal jedoch zum "Guten". Bärbel hingegen fiel auf den Sohn ihrer Arbeitgeber herein und wollte sich, da sie in Schwierigkeiten geraten war, das Leben nehmen. Pfarrer Sebastian Liebig konnte sie in letzter Minute retten und kümmerte sich um die junge Frau. Er verliebte sich in sie und sie heirateten. Zumindest für Bärbel scheint sich das Schicksal zum Guten gewandt zu haben.

Jakob befindet sich derweil mit anderen Männern auf dem Weg zum Musterplatz, denn um den Strang zu entkommen, musste er zusagen, zehn Jahre Dienst beim Heer zu leisten. Zehn Jahre ist eine lange Zeit und dennoch glaubt und hofft er, dass nach Ende dieser Zeit, zu seiner Elisabeth zurückkehren kann und sie beide endlich ein gemeinsames Leben beginnen können, denn Elisabeth, die Frau, die er über alles liebt, hat versprochen, auf ihn zu warten. Seine Schwester Bärbel weiß noch gar nichts von den Veränderungen im Leben ihres Bruders, denn sie sahen sich, seit Jakob bei ihrem Onkel schuftete, nur einmal jährlich an Martini. Auch Elisabeth hat es in der derzeitigen Situation alles andere als leicht. Die Verbindung zu Jakob war im Dorf bekannt, woraufhin sie und ihre Eltern nunmehr fast wie "Geächtete" behandelt werden, denn immerhin hätte sie fast einen Mörder geheiratet. Ihren Vater trifft diese Veränderung besonders hart, nicht lange nach diesen einschneidenden Erlebnissen stirbt er und lässt Frau und Tochter allein auf der Welt zurück. Nun ist es an ihnen, den Hof zu bewirtschaften, doch Elisabeth ist der Verzweiflung nahe, denn auch ihre Mutter scheint mit dem Tod des Vaters jeden Lebensmut verloren zu haben. Ob es ihr gelingt, nur mit Hilfe ihrer Mutter, den Hof rentabel zu bewirtschaften oder werden sie Hunger leiden, denn Hilfe aus der Dorfgemeinschaft ist nicht zu erwarten?

Feldherr Wallenstein, das ist von nun an der Mann, der neben Kaiser Ferdinand II, Herrscher über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, über Jakobs Leben "bestimmen" kann. Erstaunlicherweise kommt Jakob mit seinem neuen Leben sehr gut zurecht und trotz seines "Rufes", denn es ist schon eher ungewöhnlich, dass ein zum Tode Verurteilter, solch einen "Gnadenerlass" bekommt, findet er recht schnell Freunde in Balthasar, Zacharias, Heinrich, Peter und natürlich seinem Hund Aaron. Ergänzt wird diese illustre Gruppe bald noch durch Magdalena, einer jungen Frau, die sich dem Heerestross angeschlossen hat und so ihr Auskommen als Heilerin findet. Schnell wird jedoch klar, was es heißt, beim Heer zu sein - Mangelversorgung, schlechte hygienische Zustände, Krankheiten, Tod. Auch die Gruppe um Jakob ist betroffen, eine Tatsache, der sich die Freunde sogar recht zeitnah stellen müssen. Schnell ist die Einsicht da, beim Heer stirbt man nicht nur in der Schlacht, denn viele sterben bereits vorher an Krankheiten.

Bärbel und Sebastian sind derweil damit beschäftigt, ihr Findelhaus weiter auszubauen und zu managen. Ihr erstes Findelkind, Johannes taufen sie den Jungen, erhalten sie zufällig in der Nacht, in der auch Bärbels Tochter Marie zur Welt kommt, doch bald werden es immer mehr Kinder aller Altersklassen. Bereits kurze Zeit später sind es so viele Kinder, dass weder Bärbel noch Sebastian wissen, wie es weitergehen soll, doch nie würden sie ein Kind ihres Hauses verweisen, denn sie wissen, was den Kindern bevorstehen würde, wenn sie sich ihrer nicht annähmen. Doch um den Kindern Herr zu werden, überwindet Bärbel sich und stellt sich ihrer Vergangenheit, denn sie kennt eine Person, die ihnen helfen kann, das Ganze zu managen - es handelt sich um Grete, die Köchin ihrer ehemaligen Arbeitsgeberin, deren Sohn Bärbel verführte. Bärbel ist nicht wohl bei der Sache, doch für die Kinder, die ihr und ihrem Mann anvertraut wurden, würde sie alles tun - auch sich mit der Großmutter ihres Kindes anlegen. Tatsächlich gelingt es ihr, Grete zu überzeugen, ihr im Findelhaus zu helfen, doch Ruhe will auch in ihr Leben nicht einkehren, denn sie erfährt, dass es im Dorf, in dem Jakob lebt, einen Mord gegeben haben soll und sie ahnt, was passiert ist ...


Der 2. Band der Kinder-des-Bergmanns-Reihe! Der Plot wurde wieder ausgesprochen spannend und bildgewaltig erarbeitet. Was mich besonders beeindruckt zurückgelassen hat ist die Tatsache, wie es die Autorin geschafft hat, mir das damalige Leben in allen Facetten, sei es beim Heer (Jakob), in der Stadt (Bärbel) oder auch als "Geächtete" in einem Dorf (Elisabeth) vor Augen zu führen. In jeder dieser Situationen hatte ich die jeweiligen Szenen direkt vor Augen und hatte das Gefühl, ich wäre tatsächlich beinahe mit vor Ort und würde alles mit den Figuren gemeinsam erleben. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. An dieser Stelle fällt es mir sehr schwer zu beschreiben, welche Figur mich am meisten beeindruckt hat, denn es waren einfach alle. Nicht eine Figur war dabei, bei der ich dachte, die hätte man doch etwas anders gestalten können, nein, ich bewundere Jakobs Mut und Glauben an sich und sein Schicksal und seine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit seiner Elisabeth, ich bin fasziniert von Bärbel, die trotz aller Widrigkeiten niemals den Mut verliert und fest hinter ihrem Mann und den Findelkindern steht, für die sie verantwortlich ist und für die sie alles tun würde und natürlich Elisabeth, die junge Frau, die sich entgegen der Konventionen für einen "armen Knecht" entschieden hat und auch an diesem Mann festhält, als er als Mörder verurteilt wird. Sie nimmt eher das Leben einer "Geächteten" in Kauf, als ihrer Liebe zu Jakob zu entsagen - was für eine starke Persönlichkeit. Aber auch die Nebencharaktere weisen eine starke Intensität auf, denn jeder einzelne hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor, sei es in Jakobs, Bärbels oder Elisabeths Umfeld. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd, ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, zu sehr war ich in der Geschichte gefangen. Jetzt ist wieder die Zeit des Wartens angebrochen - doch ich weiß, es wird sich für mich auf jeden Fall lohnen, denn ganz ehrlich, eigentlich mag ich historische Literatur gar nicht so gerne, aber diese Reihe hat mich dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich mich jetzt bereits mit Feuereifer auf den nächsten Band freue, von dem ich weiß, dass er mich nicht enttäuschen wird.

Bewertung

Von Heidrun Hurst bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin: 
Nach der Geburt meiner drei Kinder entschloss ich mich einem lang gehegten Wunsch zu folgen: dem Schreiben. Da ich zu jener Zeit auch im Kindergottesdienst einer evangelischen Gemeinde tätig war, entstand aus vielen Skizzen mein erstes Buch "Komm mit...wir feiern Kindergottesdienst". Seit dieser Zeit macht mir das Schreiben einfach Spaß. Nach einigen veröffentlichten Kurzgeschichten, beschloss ich es mit einem Roman zu versuchen. Nur über das Thema war ich mir nicht ganz im Klaren. Als dann vor neun Jahren unser Huskie Shadow bei uns einzog, begann ich mich für den Norden zu interessieren.  Die wilde Schönheit Norwegens fand ich besonders faszinierend. Doch wie konnten die Menschen früherer Jahrhunderte in solch einem rauen Land überleben? Dabei blieb ich wie selbstverständlich bei den Wikingern hängen. So kam es, dass aus meinem Debütroman eine Geschichte der Wikinger wurde. Nach zwei Jahren folgte ihm ein zweiter Teil "Das Opfer des Wikingers". Nun habe ich mich gedanklich in unsere heimatlichen Gefilde zurückbegeben. Und auch hier war es alles andere als langweilig. Der Schauplatz des Romans "Die Kinder des Bergmanns" befindet sich sowohl im Schwarzwald, als auch in der Rheinebene. Er behandelt das Schicksal der Geschwister Jakob und Bärbel, die im 17. Jahrhundert um ihr Überleben kämpfen müssen. Auf der nächsten Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte. (übernommen von Autoren-Hompage)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, die mir dieses geniale Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Freitag, 22. November 2013

[Rezension] Heidrun Hurst - Die Kinder des Bergmanns (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 319
ISBN: 978-3-842-92305-8
Erscheinungstermin:
15. Juli 2013
Preis: 14
,95 EUR
Format: Taschenbuch

Verlag:
Mediakern


Klappentext gem. Mediakern:
Unglückliche Umstände zwingen die beiden Bergmannskinder Jakob und Bärbel Selzer zu einer abenteuerlichen Reise vom Schwarzwald ins Rheintal. Doch ihre Verwandten sind nicht erfreut über ihre Ankunft und trennen die beiden. Bärbel kommt als Küchenhilfe zu einer Familie nach Straßburg. Nach einigen Jahren wird sie ungewollt schwanger. Wie wird sie sich entscheiden? Jakob bleibt als Knecht auf dem Hof. Doch die zunehmende Abneigung des Bauern und seines Sohnes Andreas sind für ihn schwer zu ertragen. Und hat die aufkeimende Liebe zu Elisabeth, einer Bauerntochter, überhaupt eine Chance? Als Andreas ebenfalls um Elisabeth wirbt, überstürzen sich die Ereignisse. Ein packender historischer Roman aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.



Rezension:
Erzkasten, nahe der Stadt Freiburg: Der 5. Dezember 1606 sollte ein Freudentag für Johann Selzer sein. Seine Frau Anna, die er über alles liebt, sollte an diesem Tag ihr erstes Kind zur Welt bringen. Doch etwas geht schief - nach stundenlangen Wehen und Schmerzen stirbt Anna. Die Hebamme schneidet ihr den Säugling aus dem Leib - das Kind lebt und es ist ein kräftiger Junge. Johann ist wie betäubt, er hat das wichtigste in seinem Leben verloren, seine Frau. Geblieben ist ihm nur sein Sohn, dem er, nach dem Wunsch seiner Frau, den Namen Jakob gibt. Sein Leben wird aber nie mehr so, wie es war.

Nach einer angemessenen Trauerzeit heiratet Johann Marie, eine junge Witwe aus der Nachbarschaft und Annas beste Freundin. Doch es handelt sich um eine Zweckehe, denn Johann braucht jemanden, der sich um Jakob und den Haushalt kümmert und Marie, die sich eigentlich mehr von dieser Ehe erhofft hatte, fügt sich in ihr Schicksal. Zwei Jahre nach Jakobs Geburt wird Johann wieder Vater, diesmal von einer kleinen Tochter, die den Namen Barbara bekommt, aber von allen nur Bärbel gerufen wird. Marie bekommt noch weitere Kinder, doch keines überlebt das Säuglingsalter. Ab seinem 10. Lebensjahr muss Jakob ebenfalls im Bergwerk mitarbeiten, eine körperlich anstrengende Arbeit, aber die kleine Familie ist auf das geringe Gehalt des Jungen angewiesen. Bärbel erlernt derweil die Führung des Haushaltes von ihrer Mutter. Eine letzte Geburt schwächt die bereits angeschlagene Marie so, dass sie kurz darauf stirbt. Ihr neugeborener Sohn folgt ihr binnen einer Stunde.

Jetzt sind die Kinder allein mit ihrem Vater. Während Johann und Jakob weiterhin der Arbeit im Bergwerk nachgehen, muss die kleine 8-jährige Bärbel den Haushalt führen. Als Bärbel, die zu Tode erschöpft ist, auch noch die Ziege wegläuft, ist ihr Vater außer sich vor Wut. Doch Jakob hat Marie versprochen, auf seine Schwester aufzupassen, sodass es zu einem lautstarken Streit zwischen den Beiden kommt und Johann muss einsehen, dass er kein guter Vater für seine Kinder ist. Nach dem Verlust von Anna hat er jeglichen Lebensmut verloren, nicht einmal seine Kinder können ihn auf dieser Welt halten. Nach dem Streit mit seinem Sohn scheidet Johann von eigener Hand aus dem Leben. Jakob und Bärbel müssen daraufhin die Siedlung verlassen. So machen sie dich beiden Kinder auf die Suche nach Verwandten ihres Vaters und nach einigen Schwierigkeiten können sie tatsächlich den Bruder ihres Vaters, ihren Onkel, ausfindig machen. Doch dieser ist nicht erfreut, zwei Waisen vor der Tür stehen zu sehen. Doch wo sollen die Kinder sonst hin, zumal überall das Gerede von einem bevorstehenden Krieg zu hören ist?


Der 1. Band der Kinder-des-Bergmanns-Reihe! Der Plot wurde spannend und bildgewaltig erarbeitet. Ich bin förmlich mit dem kleinen Jakob in Holzschuhen durch die eisige Siedlung gegangen und habe wie er bitterlich gefroren. Die Figuren wurden ausgesprochen facettenreich und tiefgründig erarbeitet. Besonders gut kommen die Wandlungen der Kinder zur Geltung, da der Leser sie in diesem Buch von Geburt an begleitet und ganz ehrlich, was diesen Kindern widerfahren ist, da wären viele andere wahrscheinlich dran zerbrochen, doch die beiden haben sich geschworen zusammen zu halten und widersetzen sich allen Widrigkeiten. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen packend und fesselnd, ich konnte das Buch förmlich nicht aus der Hand legen, ich habe es geradezu inhaliert und was muss ich am Ende feststellen??? Ein ganz böser Cliffhanger und noch wird am Nachfolgeband geschrieben - ich muss doch sofort wissen, wie es weiter geht!


Bewertung

Von Heidrun Hurst bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin: 
Nach der Geburt meiner drei Kinder entschloss ich mich einem lang gehegten Wunsch zu folgen: dem Schreiben. Da ich zu jener Zeit auch im Kindergottesdienst einer evangelischen Gemeinde tätig war, entstand aus vielen Skizzen mein erstes Buch "Komm mit...wir feiern Kindergottesdienst". Seit dieser Zeit macht mir das Schreiben einfach Spaß. Nach einigen veröffentlichten Kurzgeschichten, beschloss ich es mit einem Roman zu versuchen. Nur über das Thema war ich mir nicht ganz im Klaren. Als dann vor neun Jahren unser Huskie Shadow bei uns einzog, begann ich mich für den Norden zu interessieren.  Die wilde Schönheit Norwegens fand ich besonders faszinierend. Doch wie konnten die Menschen früherer Jahrhunderte in solch einem rauen Land überleben? Dabei blieb ich wie selbstverständlich bei den Wikingern hängen. So kam es, dass aus meinem Debütroman eine Geschichte der Wikinger wurde. Nach zwei Jahren folgte ihm ein zweiter Teil "Das Opfer des Wikingers". Nun habe ich mich gedanklich in unsere heimatlichen Gefilde zurückbegeben. Und auch hier war es alles andere als langweilig. Der Schauplatz des Romans "Die Kinder des Bergmanns" befindet sich sowohl im Schwarzwald, als auch in der Rheinebene. Er behandelt das Schicksal der Geschwister Jakob und Bärbel, die im 17. Jahrhundert um ihr Überleben kämpfen müssen. Auf der nächsten Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte. (übernommen von Autoren-Hompage)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 


bedanken, die mir dieses geniale Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.