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Mittwoch, 14. Juni 2017

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Amnesia - Ich muss mich erinnern




Leseprobe 



Eckdaten:
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519976
ISBN-13: 978-3426519974
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,2 x 19 cm

Inhalt gem. Amazon: 
Du hast nichts zu verlieren.
Du hast eine mörderische Wut.
Und du kannst dich an nichts erinnern …
Als die Berlinerin Helen die Diagnose Krebs im Endstadium erhält, ist es ihr einziger Wunsch, sich vor ihrem Tod endlich mit ihrer Mutter auszusöhnen, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Bei ihrer Familie in der südwestdeutschen Heimat angekommen, muss sie dann schockiert erfahren, dass ihre schwangere Schwester Kristin von ihrem Ehemann Leon misshandelt wird. Am liebsten würde Helen Leon dafür umbringen, zu verlieren hat sie ja nichts mehr. Aber einen Menschen töten? Helen glaubt nicht, dass sie dazu wirklich fähig ist.
Am nächsten Morgen allerdings ist Leon tot – und Helen, die Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen nimmt, hat keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht. Amnesie …
Die deutsche Spannungs-Autorin Jutta Maria Herrmann legt endlich nach und blickt mit ihrem düsteren und psychologisch tiefgründigen Thriller in die menschlichen Abgründe. Ein Psycho-Thriller der Extraklasse!

Zum Buch:
Helen ist schon ziemlich am Boden zerstört, seit sie die Diagnose Krebs im Endstadion erhalten hat. Nun jedoch hält sie einen Zettel ihres Freundes in den Händen, auf dem nur "Leb wohl" steht.
Er ist weg, weg für immer. Er hat sie allein und im Stich gelassen. 
Wer bleibt ihr jetzt noch? Ihre Mutter und ihre Schwester, aber zu denen hat sie nur ein sporadisches Verhältnis, was man nicht wirklich herzlich nennen kann. Aber sie weiß, sie will nicht allein sterben, also packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland.
Der Empfang ist alles andere als herzlich, aber zumindest scheint sich ihre Schwester Kristin über den Besuch zu freuen. Ihre Mutter ist froh, dass sie nicht vorhat, bei ihr zu schlafen, sondern mit rüber zu Kristin und ihrem Mann geht.
Leon, Kristins Mann, kennt sie noch von früher und da gab es einmal ein sehr unschönes Erlebnis, von dem Kristin nichts wissen darf. Leon droht ihr, wenn sie es erzählen würde und auch ihre Mutter rät ihr davon ab.
Aber wer ist Leon inzwischen? Hat er sich verändert oder ist er noch immer so brutal wie einst? Schlägt er ihre Schwester, denn alles scheint darauf hinzuweisen, auch wenn diese es abstreitet.

Dann ist Leon plötzlich tot. Kristin, die im 3. Monat schwanger ist, ist untröstlich, auch, weil er brutal ermordet wurde.
Wer ist der Täter? Kann es sein, dass es Helen selbst war? Durch die Einnahme von Medikamenten erlebt sie immer wieder Blackouts, fehlen ihr Minuten, ja Stunden, von denen sie nichts mehr weiß. Aber wäre sie zu einem Mord fähig? Alles scheint darauf hinzuweisen...

Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, die Zweifel auch an den Leser weiterzureichen. Ist Helen in der Lage, für ihre Schwester einen Mord zu begehen? 
Helen ist schwer krank, die Ärztin gab ihr höchstens noch ein Jahr zu leben. Ein Jahr, das geprägt sein wird mit den Gedanken an Tod, Krankheit und Schmerzen. Sie ist soweit, dass sie weiß, dass sie nichts mehr ändern kann, nichts mehr zu verlieren hat.

Seit sie jedoch bei Mutter und Schwester aufgeschlagen ist, geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss hat, die aber auch Rückblicke auf ihre Vergangenheit bringen, einem Ereignis, dem sie entflohen ist, das sie aber nie vergessen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren Abstand gehalten, nun aber kommt alles wieder hoch. 
Aber die Frage, ob sie in der Lage wäre, einen Mord zu begehen, bleibt auch bei ihr bestehen.
Helen leidet unter Halluzinationen, was ist Wahrheit und Realität, was eine Wahnvorstellung?

Lange Zeit ist offen, in welche Richtung sich das Ende bewegen wird. Verdächtige gibt es den ein oder anderen, aber wer wird es letztendlich sein? Eine Frage, die den Leser ein Weilchen beschäftigt. 
Das Ende ist dann wieder stimmig und hinterlässt ein fast gutes Gefühl.

Der Thriller war spannend geschrieben, legt aber auch einen großen Fokus auf die Erkrankung der Protagonistin Helen selbst. Die Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente setzten sie außer Kraft, machten sie unzurechnungsfähig. Nur die Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie schon eine Tablette genommen hatte und lieber noch eine nahm, störte mich ein wenig. 

Ein Thriller, der den Leser packt und nicht mehr los lässt. Man will wissen, wie es ausgeht, wer der Täter ist und ist nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. 
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Knaur)

Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. 

Von Jutta Maria Herrmann wurden gelesen und rezensiert:
 http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/2016/06/rezension-jutta-maria-herrmann-schuld.html 


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Jutta Maria Herrmann und der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 5. April 2017

[Rezension] Gabriella Engelmann - Strandfliederblüten



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. April 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426520710
ISBN-13: 978-3426520710
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,2 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
In ihrem neuen Urlaubs-Roman entführt Gabriella Engelmann ihre Leserinnen und Leser erneut an die Nordsee-Küste. Vor der atmosphärischen Kulisse einer Hallig, geprägt von Wellen, Sonne und Wind, lässt die Spiegel-Bestseller-Autorin ihre aus Hamburg stammende Heldin Juliane nicht nur ihr eigenes Leben neu definieren, sondern auch ein Familien-Geheimnis aufdecken und Wege finden, achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen.

Denn in Julianes Leben überstürzen sich gerade die Ereignisse. Neben einer großen Enttäuschung in Sachen Liebe und dem Verlust ihres Jobs erhält sie überraschend die Nachricht, dass ihre Großmutter Ada, mit der sie nie Kontakt hatte, ihr ein Haus samt zugehörigem Leuchtturm auf der Hallig Fliederoog hinterlassen hat. Einmal dort angekommen, ist Juliane wie verzaubert – von Adas liebevoll eingerichtetem Zuhause, das das ihre werden könnte, von den besonderen Menschen auf der Hallig, von der unvergleichlichen Natur der Nordsee-Küste und von den Ausblicken und Einsichten, die man nur auf einem Leuchtturm erleben kann und von denen Juliane schon als Kind träumte.
Vor allem aber ist sie fasziniert von ihrer Großmutter selbst, die in Briefen, Büchern und in den Erinnerungen ihrer Freunde und Bekannten lebendig wird. Und die für eine Art zu leben stand, die Juliane zunächst ein wenig fremd ist, sie dann aber immer mehr begeistert und dazu animiert, ein achtsames Leben im Einklang mit sich und der Natur zu führen.

Zum Buch:
Das Leben selbst sucht sich für bestimmte Ereignisse die eigenartigsten Zeiten aus. Fast zeitgleich erfährt Juliane, dass ihr Freund Oliver verheiratet ist, dass sie ihren Job verlieren wird und dass sie als Erbin von Ada Schobüll eingesetzt wurde. 
Ada Schobüll war ihre Großmutter väterlicherseits, von der sie nicht einmal wusste, dass diese noch gelebt hatte, nachdem ihr Vater vor Jahren verstorben war. Als sie ihre Mutter Hanne daraufhin befragen will, blockte diese ab, es war kein herankommen, keinerlei Informationen von dieser Seite zu erfahren.
Geerbt hat sie den Nachlass ihrer Großmutter, der aus einem Bauernhof und einem Leuchtturm samt Wärterhäuschen besteht. Das alles zu finden an der Nordseeküste auf der Hallig Fliederoog. Hm, was genau macht man nun mit einem Leuchtturm?
Als sie ihrem Halbbruder Felix davon erzählt, ist dieser sofort Feuer und Flamme. Klar dass sie sich dort, bevor Juliane die Erbschaft annimmt oder ablehnt, erst einmal umschauen wollen.
Auf Fliederoog angekommen, werden sie von Jasper, einem langjährigen Freund von Ada, abgeholt. Sie fühlen sich willkommen.
Nach einem ersten Eindruck fahren sie wieder nach Hamburg. Juliane ist noch ein wenig unschlüssig und zieht dann doch für eine gewisse Zeit nach Fliederoog, um zu entscheiden, was sie mit dem Anwesen und dem Erbe machen soll...

Welch ein Schock, wenn man nach vielen Jahren erfährt, dass man eigentlich Großeltern, von diesen aber keine Kenntnis hatte. So erging es Juliane, als sie vom Ableben Ada Schobülls erfuhr, die ihre Großmutter war und die sie zur Alleinerbin einsetzte. Ihre Mutter hatte nach dem Tod ihres Vaters nicht nur den Kontakt zu den Eltern ihres Mannes abgebrochen, sie hat auch deren Existenz verleugnet. Obwohl sich Juliane stets auf ihre Mutter verlassen konnte und sie ihr immer mit Rat und Tat zur Seite stand, verschlechtert sich das Verhältnis der beiden daraufhin enorm. Juliane kann nicht verstehen, warum die Mutter nie etwas erzählte, so dass es ihre Beziehung stark beeinträchtigt.

Als Juliane nach Fliederoog zog, gab es nicht nur freundliche Gesichter, die sie dort antraf. Einige Mitmenschen passte es so gar nicht, dass sie dort aufkreuzte, aber war das ihr Verschulden oder warum standen diese ihr so ablehnend gegenüber.
Juliane, die den Menschen offen entgegentritt, findet Freunde und Nachbarn, mit denen sie sich gut versteht.
Aber es gibt auch Dinge, die sie nicht versteht, vor allem, welches Geheimnis verbirgt sich hinter den Ringen, die sie immer mal wieder zu sehen bekommt und von denen sie inzwischen auch welche besitzt? Fragen dazu werden nur ausweichend oder gar nicht beantwortet.

Auch in diesem Roman vermittelt die Autorin Gabriella Engelmann deutlich ihre Liebe zu den Nordseeinseln, obwohl Fliederoog keine Insel, sondern eine Hallig ist.
Gabriella Engelmann versteht es wie keine andere, den Leser mit auf die Insel zu nehmen. Man hat das Gefühl, alles mit eigenen Augen zu sehen, den Leuchtturm zu erklimmen, in der Lore mitzufahren. Die Empfindungen der Protagonistin sind hautnah spürbar, als wäre man sie selbst. Die unglaubliche Schönheit der Insel sieht man mit den Augen der Autorin und sie kann einen nur faszinieren. In Gedanken habe ich schon meine Koffer gepackt, weil ich genau das sehen will, was die Autorin mir bildlich vorgestellt hat.

Mit der Protagonistin Juliane hat die Autorin eine Frau geschaffen, die man gern als Freundin hätte. Anfangs skeptisch, macht sie sich mit der Lage vertraut, bevor sie zu einem abschließenden Entschluss kommt.
Als Leser ist man förmlich dabei, wie sie anhand von Briefen, Zettelchen, Bildern, Gesprächen und vielem anderen ihre Großmutter Ada kennenlernt. Eine Frau, die sie sehr gern gekannt hätte und der Wunsch wird immer größer, je mehr sie über diese in Erfahrung bringt.

Auch mit den Gegebenheiten einer Hallig muss sie sich vertraut machen, ein ihr völlig fremdes und ungewohntes Terrain, aber ist das was, was man immer haben möchte?
Gabriella Engelmann hat die Eigenheiten und Besonderheiten einer Hallig sehr gut recherchiert, so dass sich dem Leser der Verdacht aufdrängt, sie würde auf einer leben.

Das Cover des Buches ist ein absoluter Augencatcher. Man muss das Buch einfach in die Hand nehmen und sich ansehen und das nicht nur wegen dem traumhaften Bild. Die Haptik des Einbandes tut sein übriges, ich weiß nicht, wie oft ich mit den Fingern darüber gestrichen habe, denn es zieht mich immer magisch an.

Das Buch ist wieder ein absolutes Lesehighlight gewesen, aber man kann mit einem Buch der Autorin auch nicht viel falsch machen.
Ich fühlte mich rundum wohl auf Fliederoog, habe Juliane mit all ihren Sorgen und Nöten begleitet und mit ihr auf der Hallig gelebt.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.


Bewertung:





Zur Autorin:
(Text übernommen vom Knaur - Verlag)
Gabriella Engelmann, 1966 geboren in München, ist gelernte Buchhändlerin. Nach Stationen als Lektorin und als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages arbeitet sie heute freiberuflich als Literaturscout und Autorin von Romanen für Erwachsene sowie von Kinder- und Jugendbüchern. Gabriella Engelmann lebt und arbeitet in Hamburg.








Die Bibliographie von Gabriella Engelmann und Rezensionen findet ihr auf unserer Autorenseite

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim





bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Folgende Bücher von Gabriella Engelmann wurden bereits von uns gelesen und rezensiert:
              


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 15. Februar 2017

{Rezension] Michaela Grünig - Ohne Ziel ist der Weg auch egal



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516527
ISBN-13: 978-3426516522
Größe und/oder Gewicht: 14 x 3,2 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
Lenja liebt Ben. Das ist ein Naturgesetz. Dummerweise hat Ben sie gerade verlassen und plant, sich »Ärzte ohne Grenzen« anzuschließen. Aber Lenja weiß, wie sie ihn aufhalten kann: Sie schlüpft in die Rolle der 76-jährigen Karla und zieht in das Seniorenstift ein, in dem Ben arbeitet. Selbstverständlich hat sie sich auf ihre Rolle bestens vorbereitet – nur nicht auf die charmante Schlitzohrigkeit ihrer neuen Mitbewohner. Die stehen ihr bald mit Rat und Tat zur Seite, denn auf die Waffen einer jungen Frau muss Lenja alias Karla ja leider verzichten …

Zum Buch:
Für Lenja bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund Ben die Beziehung beendet und sich gleichzeitig für "Ärzte ohne Grenzen" verpflichtet. 
Sie kann es nicht verstehen. Zu ihrem Glück geht es für ihn aber nicht gleich los, denn er wird vorher noch kurze Zeit als Vertretung in einem Seniorenheim als Arzt arbeiten, dem Seniorenheim, in dem auch seine Oma untergebracht ist.
Lenja, die Drehbuchautorin und auch immer auf der Suche nach neuen Ideen ist, sieht ihre Gelegenheit gekommen, sich in das Seniorenheim einzuschleichen.
Kurzerhand lässt sie sich in die 76-jährige Karla verwandeln und zieht ins Heim ein, um ihrem Liebsten näher zu sein und auf den Zahn zu fühlen. Optimalerweise will sie Ben natürlich zurückgewinnen.
Wird ihr das gelingen?...

Was für ein herrlicher erfrischender Roman, war mein erster Gedanke, als ich das Buch endgültig zuklappen konnte.

Auf die Idee, sich in eine alte Frau zu verwandeln, um die Liebe eines Mannes zurückerobern zu können, muss man erst einmal kommen.
Lenja hat sich da in etwas verrannt, sie will Ben zurückerobern. Ihre Hoffnung ist, durch ihre Maskerade zu erfahren, warum er sie verlassen hat und wie sie ihn zurückbekommen kann.
Ihre zwei engen Freunde denken, dass sie einen Knall hat und auch genau das war mein Gedanke.

Natürlich geht nicht alles glatt, denn wie will sie zum Beispiel einem Pfleger erklären, dass sie nicht überall altersgemäß aussieht? Nur ihre Hände wurden Dank einer Creme auf alt getrimmt, die Arme, wo dieser Blut abnehmen wollte, nicht. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich der Blutabnahme zu verweigern. Auch noch andere nette Begebenheiten gibt es, die Lenja in Bedrängnis geraten lassen, dem Leser aber ein schadenfrohes Lächeln ins Gesicht drücken.
Sicher umschifft sie jedoch jede Herausforderung. 

Sie lernt ihre Mitsenioren kennen, ihre Macken und Eigenheiten und muss feststellen, dass diese gar nicht so trottelig daherkommen wie gedacht. Ja im Gegenteil, sie bekommt von diesen auch noch Unterstützung.

Dann gibt es im Heim Unregelmäßigkeiten, Pflegekräfte werden verletzt. Lenja, die immer auf der Suche nach neuen Ideen für ihre Drehbücher ist, wittert die Gelegenheit, hier spannenden Stoff recherchieren zu können. Das ganze ist nicht ganz ungefährlich.

Lenja als Protagonistin war anfangs nicht ganz mein Fall, sie war mir zu fixiert auf ihren Verflossenen, da sie an nichts anderes mehr dachte.
Im Laufe der Geschichte entwickelte sie sich aber zu einer Frau, die ich mochte und die ich sehr gern begleitet habe.

Obwohl es hauptsächlich um Lenja und ihren Vorsatz, Ben zurückzuerobern geht, erhält Tim, Lenjas Freund und Kollege, einen eigenen Erzählstrang. Da Lenja einfach in Urlaub gegangen ist, muss er nun die fehlenden Drehbücher schreiben und die Firma am laufen halten, was ihm zunehmend schwer fällt. Zumal ihm auch noch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Es ist ein Roman, mit dem ich mich sehr gut unterhalten fühlte. Ein Buch, bei dem man die Seele baumeln lassen kann und die man einfach auf sich wirken lässt. Man kann locker abschalten und sich einfach auf sie einlassen.
Ein Liebesroman mit ein paar kriminellen Aspekten, bei dem man sich keinen Moment langweilt, im Gegenteil, man will als Leser wissen, wie es ausgeht und mag das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Ein tolles Buch für zwischendurch, das ich gern weiterempfehle.

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Was wäre wenn … frau anstatt das sichere Studium durchzuziehen, doch lieber als Partygirl auf Ibiza angeheuert hätte? Mit dem heißen argentinischen Polospieler durchgebrannt wäre, anstatt den ehetauglicheren Steuerberater zu wählen? Oder “einfach mal so“ ein One-way-Ticket nach LA gelöst hätte? Würde besagte Frau dann jetzt als George Clooneys Freundin zur Oscar Verleihung marschieren? Oder als neurotische Schnapsdrossel auf dem Highway to Hell? Solche Gedankenspiele beschäftigen mich in meinen Tagträumen. Und da ich leider – wie übrigens die meisten Menschen – nur ein Leben zur Verfügung habe, lasse ich meine Romanfiguren all diese verrückten Dinge für mich ausprobieren! Um die Sache zu vereinfachen, teilen die meisten von ihnen meine Charaktereigenschaften und zwar die guten wie die miesen! Die besten Ideen dafür kommen mir immer, wenn ich mit meinen drei Hunden durch den Wald ziehe.

Von Michaela Grünig wurden gelesen und rezensiert:
  

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt


Dienstag, 10. Januar 2017

[Rezension] Clarissa Linden - Unsere Hälfte des Himmels



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (10. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426519011
ISBN-13: 978-3426519011
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,2 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
Ein großer Schicksals-Roman über 2 Frauen und ihren Traum vom Fliegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und über eine dramatische Mutter-Tochter-Beziehung.
Frankfurt in den 30er Jahren: Johanna und Amelie sind dicke Freundinnen, die eine gemeinsame Sehnsucht verbindet: Sie wollen Pilotinnen werden und den Himmel erobern. Doch dieser Traum scheint im Deutschland der Nazi-Zeit unmöglich zu sein. Trotzdem halten beide zunächst an ihm fest – bis Amelie sich in Johannas Fluglehrer verliebt. Ein folgenschwerer Verrat trennt die beiden Freundinnen schließlich für immer.
Kassel in den 70er Jahren: Amelies Tochter Lieselotte, die zu ihrer Mutter stets eine sehr distanzierte Beziehung hatte, wird plötzlich mit deren aufregender Vergangenheit konfrontiert. Allmählich lernt sie eine Amelie kennen, die sie hinter der kühlen Fassade niemals vermutet hätte – und ihr wird klar, dass diese Erkenntnis ihr eigenes Leben verändern wird.

Historisch fundiert, dramatisch und mitreißend: Ein Roman über ungelebte Träume, Frauen-Freundschaft und die erste Beziehung im Leben einer Frau – die zu ihrer Mutter

Zum Buch:
Amelie und Lieselotte sind zwei Frauen, die sich wenig zu sagen haben, obwohl sie Mutter und Tochter sind. Lieselotte wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter Amelie auf, ohne je wirkliche Liebe empfunden zu haben. Die Großmutter, die bei ihnen lebte, lag ihr emotional näher als ihre eigene Mutter.
Nun lag Amelie nach einem Unfall im Koma und Lieselotte eilte pflichtgemäß an ihr Krankenbett. Sie zog vorübergehend bei ihrer Mutter ein und sah deren Papiere durch.
Dabei muss sie erkennen, dass sie die Frau, die ihre Mutter ist, gar nicht kennt. Auch deren junge Nachbarin Marga erzählt ihr von einer Frau, die sie so als ihre Mutter nie wahrnahm.
Wer genau war ihre Mutter? Kommt sie beim Durchstöbern der Unterlagen auch der Herkunft ihres Vaters auf die Spur, von dem sie so gar nichts weiß? ...

1935: Amelie und Johanna sind junge Frauen und Freundinnen, die ein gemeinsames Hobby haben, das Fliegen. Sie lernten sich über die Segelfliegerei kennen und waren so eng befreundet, dass nichts und niemand dazwischen passte. Aber sie wollen mehr und träumen von einer richtigen Ausbildung als Pilotinnen in Berlin, wofür sie auch alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr Ziel zu erreichen. 
Johanna hat Dank ihrer Eltern die Möglichkeit, das Fliegen mit einer Motormaschine zu erlernen, in das sie von Felix, ihrem Fluglehrer eingewiesen wird. Als sich jedoch Amelie in Felix verliebt, scheinen sich die gemeinsamen Ziele der beiden Freundinnen voneinander zu entfernen.
Johanna, die ihrem Ziel so nah ist, kann das nicht zulassen und begeht einen Verrat an Amelie, das das Leben der beiden Freundinnen auf immer verändern wird.

1971: Lieselotte, Hausfrau, wird so richtig bewusst, wie abhängig sie von ihrem Mann ist, als es darum ging, zu ihrer Mutter zu gelangen, nachdem diese ins Koma gefallen war. Nicht nur, dass sie um Erlaubnis fragen muss, ob sie denn fahren darf, auch die Gefühlskälte, die ihr entgegengebracht wird, lässt sie aufhorchen. Sie fährt nach Kassel und atmet auf, mal nicht nur für ihren Mann dasein zu müssen, sondern auch mal eigene Entscheidungen treffen zu können. Vor allem gibt ihr der Abstand zu ihm die Möglichkeit, über ihr Leben nachzudenken und Bilanz zu ziehen. Was will sie und vor allem, was nicht mehr? Diese Reise zu ihrer Mutter verändert ihr Leben für immer.

Ein sehr emotionsgeladenes Buch, dass die Autorin Clarissa Linden dem Leser hier vorlegt.
Die Handlungen spielen auf 2 Ebenen, 1935 und 1971.
1935 ist die Zeit des Nationalsozialismus, freie Meinungsäußerungen sind nicht zielführend, sie können im Gefängnis enden oder sogar mit dem Tod. Der Widerstand arbeitet im Geheimen, denn die Braunen sind an der Macht.
Frauen haben es besonders schwer, ihr Platz soll zu Hause am Kochtopf sein und dem Land Kinder gebären.
So ist es für Amelie und Johanna besonders schwer, sich in einer Männerdomäne, der Fliegerei, zu behaupten. Frauen, die in den Anfängen der Fliegerei Großes geleistet haben, gab es schon, ebenso wie nennhafte Rekorde. Es ist ein Kampf gegen Giganten.

1971 kämpfen im westlichen Teil von Deutschland die Frauen noch um ihre Unabhängigkeit. Es wird gegen den § 218 protestiert, Frauen wollen selber entscheiden. Sie "unterstehen" ihren Männern, dürfen nur mit Genehmigung ihrer Ehemänner arbeiten gehen. Zeiten, an die man gar nicht mehr zurückdenken mag, aber die Zeit, in der Lieselottes Geschichte spielt. 
Sie eilt zu ihrer kranken Mutter und hat dort Gelegenheit, über ihr eigenes Leben Revue passieren zu lassen.

Die Autorin lässt die 30er wie auch die 70er Jahre wieder auferstehen.
Das Leben der Protagonistinnen, ihre Gefühle und Motive sind hautnah mitzuerleben. Man ist als Leser dabei, wenn sie fliegen, lieben, fühlen, leiden und ihre Leben leben. Man kann die Entscheidungen nachvollziehen, wenn auch nicht in jedem Fall akzeptieren.

Man erfährt ein wenig über die Fliegerei in den 30er Jahren, wie auch das Ringen um Gleichberechtigung in den 70er des vergangenen Jahrhunderts.
Das Buch verspricht gute Unterhaltung mit einem Touch Geschichte.

Natürlich darf auch in diesem Buch keine Katze fehlen. Die Autorin, als Katzenliebhaberin bekannt, lässt in jedem ihrer Bücher einen Katzenabdruck zurück, hier ist es der von Kater Cat Ballou.

Ich fühlte mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten und empfehle es sehr gern weiter. 
Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Clarissa Linden und der 
  
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. 

Von Christiane Lind / Clarissa Linden / Chris Lind u. a. Pseudonymen wurden gelesen und rezensiert:
          



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt