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Montag, 30. Mai 2016

[Rezension] Andreas Winkelmann - Die Zucht



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (18. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499258544
ISBN-13: 978-3499258541
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,8 x 18,8 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Nur fünf Minuten hat Helga Schwabe ihren Sohn aus den Augen gelassen. Einen unaufmerksamen Moment lang. Und in diesem Moment ist er verschwunden.
Als fielen Hauptkommissar Henry Conroy die Ermittlungen in diesem Fall mutmaßlicher Kindesentführung nicht schon schwer genug, muss er sich auch noch mit einer neuen Kollegin herumschlagen. Vorlaut, frech, selbstbewusst – das ist Manuela Sperling. Aber sie hat einen guten Riecher. Und bald stoßen die beiden auf eine Spur, die zu einem einsamen, verfallenen Gehöft im Niemandsland an der Grenze zu Tschechien führt, auf dem illegal Hunde gezüchtet werden ...

Zum Buch:
Manchmal sind 5 Minuten einfach zu viel, in denen man sein Kind aus den Augen lässt. In diesen 5 Minuten verschwand der 6-jährige Oleg Schwabe spurlos.
Der mürrische Hauptkommissar Henry Conroy bekommt diesen Fall auf den Tisch. Als dann auch noch die Tierschützerin Rieke Schneider spurlos verschwindet, hat er sich nicht nur mit den beiden Fällen zu befassen, sondern hat zudem auch noch die nervige Manuela Sperling an der Backe, die ihm als Kollegin zugeteilt wurde.
Sie gehört zu den Menschen, die sagen, was sie denken und das laut und offen. Ihre Art geht Conroy auf die Nerven, aber er muss zugeben, dass ihre Ansätze und Ideen oft ins Schwarze treffen.
Manuela Sperling sieht zwischen dem Verschwinden des Jungen und der Tierschützerin nämlich einen Zusammenhang, auch wenn das anfangs mehr als abwegig ist. Und dann sind da noch die Hunde, die immer wieder auftauchen...

Das ist jetzt der 2. Thriller, den ich von Andreas Winkelmann gelesen habe. "Killgame" hatte mir schon gut gefallen, aber das wird durch diesen Thriller definitiv getoppt.
Der Autor arbeitet mit mehreren Handlungssträngen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. 
Zum einen geht es um den Fall der Entführung von Oleg, dann dem Verschwinden der Tierschützerin Rieke, die von ihren Freunden Lea und Ralf gesucht wird und dem Kennenlernen des Täters.

Hunde spielen in diesem Thriller ebenfalls eine entscheidende Rolle. Es handelt sich um die russische Hunderasse Samojeden, die hier recht blutrünstig dargestellt werden. Eigentlich sehen diese Hunde fluffig und lieb aus, was ich mir erst einmal ergoogeln musste.

Das Ermittlerteam Conroy - Sperling passt auf den ersten Blick nicht zusammen, er mürrisch und sein eigenes Päckchen tragend, sie vorlaut, frech und sie lässt sich von ihren männlichen Kollegen nicht unterbuttern. Aber sie ergänzen sich und bilden letztendlich eine Einheit, auf die man zählen kann. Beide wissen, wie der andere tickt und was man von ihm / ihr zu halten hat.
Sie gehen effizient zu Werke, das auch noch unter Zeitdruck, denn die Hoffnung, Oleg lebend wiederzufinden, sinkt von Stunde zu Stunde.
Die Ermittlungen laufen auf volle Power, bis sie für Conroy privat werden.

Dem Autor gelingt es mühelos, den Leser in Schach zu halten. Die Fährte legte er mit dem Verschwinden des Jungen und von da an hat er den Leser in seinen Bann gezogen. 
Mich zumindest hatte er an der Nadel, ich kam nicht mehr los. Ich wollte wissen, was es mit den Hunden auf sich hatte und wie die einzelnen Stränge eine Einheit werden sollten. Damit hat er sich wirklich Zeit gelassen, Zeit der Spannung und Hoffnung für alle Beteiligten und auch für mich. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und das, obwohl es auch ein paar wirklich unappetitliche Szenen zu lesen gab. 
Wenn ich ein Buch lese, lasse ich den Inhalt wie einen Film an mir vorbeiziehen und bei den gewissen Stellen fiel es mir echt nicht leicht, sie mal eben so locker wegzustecken.

Es war ein mitreißender Thriller, der den Leser nicht ruhen lässt, bis das Buch die letzte Seite erreicht hat. Der Spannungsbogen fand seinen Ursprung in der Entführung des Jungen und stieg stetig an, bis zur aufklärenden Auflösung.
Andreas Winkelmann - für mich ein Name, den ich mir merken werde.

Ein Thriller, den ich sehr gern weiterempfehle. 

Bewertung:



Zum Autor
(übernommen von Rowohlt)
Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen. Bei Wunderlich erschienen bisher seine sehr erfolgreichen Thriller «Wassermanns Zorn» und «Deathbook».

Von Andreas Winkelmann wurden gelesen und rezensiert:
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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 11. März 2016

[Rezension] Andreas Winkelmann - Killgame



Leseprobe





Eckdaten:
Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich (11. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250800
ISBN-13: 978-3805250801
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,2 x 20,6 cm

Inhalt gem. Wunderlich:
Das Mädchen hat Angst. Seit Tagen ist sie in einem Verschlag unter der Erde gefangen.
Jemand öffnet die Klappe und wirft Laufkleidung herunter. Sie klettert aus ihrem Gefängnis und beginnt zu rennen. In die Freiheit. In den Wald.
Da zischt der erste Pfeil haarscharf an ihrem Kopf vorbei...
Dries Torwellen hat geschworen, seine Nichte Nia zu finden, die von zu Hause ausgerissen ist. Die Spur führt ihn zu einer Lodge in den tiefen Wäldern Kanadas. Ihre Betreiber werben mit einem einzigartigen Urlaubserlebnis. Einem Erlebnis, das alle Grenzen sprengt...

Zum Buch:
Die Mutter ist seit Jahren tot, der Vater hat sich in den Alkohol geflüchtet. Wen wundert es da, dass Nia es nicht erwarten kann, 18 Jahre alt zu werden und dann von zu Hause abzuhauen. Ihr großes Ziel, schon seit Jahren, ist Kanada. Die unendlichen Weiten und Wälder will sie sehen, die unberührte Natur, ein Lebenstraum von ihr.
Als sie den alten Mann Walter Busch kennenlernt, wähnt sie sich schon fast am Ziel. Er ist 70 Jahre alt und nennt ein Grundstück in Kanada sein eigen. Es ist ein wenig ab vom Schuss, da er aber über 70 ist, bekommt er keinen Leihwagen mehr und so ist es für ihn unmöglich, sich dort im Land fortzubewegen, zumal er auch nicht mehr ganz gesund ist.
Nia bietet ihm an, für ihn zu fahren, wenn er sie mitnimmt und ihren Freund Franco ebenso. Der Deal ist schnell gemacht, Walter ist froh, dass Nia sich ihm anschließt und Nia ist froh über die Möglichkeit, kostenlos nach Kanada zu gelangen.
Derweil sucht Dries Torwellen, Nias Onkel, nach Nia. Er ist der Zwillingsbruder ihrer verstorbenen Mutter und die beiden verband ein besonderes Verhältnis. Nun spürte er, dass Nia seine Hilfe braucht und er macht sich auf die Suche. Er ist spezialisiert darauf, Menschen zu finden, die verschwunden sind oder nicht gefunden werden wollen. Aber er hat seine eigenen Methoden, die nicht immer fein und legal sind, die vermissten Personen aufzuspüren.
Mit seiner Zwillingsschwester verbindet ihn trotz ihres Todes noch immer ein Band und sie ist es auch, die um Hilfe für ihre Tochter Nia "rief". Dries macht sich Vorwürfe, dass er nach dem Tod völlig aus dem Leben von Nia verschwunden ist, aber nun will er alles gutmachen, nur muss er sie erst einmal finden ...

Für Geld tun viele Menschen alles. Da wird dann auch schon mal zur Jagd aufgerufen, aber nicht etwa auf Elche und Konsorten, sondern auf Menschen. Eine Menschenjagd bringt den absoluten Kitzel, für den nicht wenige Menschen bereit sind, viel Geld zu investieren.
So sind in diesem "Spiel" 4 Menschen, die im realen Leben zusammen Computerspiele entwickeln, bereit, 2 Mio Dollar zu investieren, nur um Jagd auf einen Menschen machen zu können. 3 Männer und 1 Frau, böse, grausam, den Nervenkitzel herausfordernd.
Es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Nicht nur der undurchdringbare Wald ist eine Gefahr an sich, es tummeln sich auch noch wilde Bären darin, die ebenfalls alles andere als zahm sind.
Nia, die Jäger, die unberechenbare Natur und Dries Torwellen, eine Kombination in den Weiten Kanadas, die mörderisch und fordernd ist und die den Tod bringt.

Andreas Winkelmann ist es gelungen, dem Leser eine Jagd zu schildern, die jenseits von Gut und Böse ist. Eine Jagd auf einen Menschen, die Nervenkitzel bringen soll. Einen Nervenkitzel und Erfahrungen, das versprechen sich die Spieleentwickler, denn ihre Ideen stagnieren gerade ein wenig, so dass sie hoffen, durch diese Jagd neuen Input zu bekommen. Da tun sich nicht wenige menschliche Abgründe auf, in die man lieber nicht geschaut hätte.

Nach einer anfänglichen Durststrecke, durch die ich mich als Leser kämpfen musste, gewann die Geschichte an Fahrt und ließ mich nicht mehr vom Haken. Mit einem rasanten Tempo führte sie mich in die traumhafte Kulisse von Kanada, die alsbald zu einem Alptraum wurde, zumindest für die Protagonisten.

Nia, die Protagonistin, wähnte sich ihrem Traumziel so nah und fiel so tief, als sie die Realität erkennen musste. Aber als die Tochter ihrer Mutter, die ein Aufgeben nicht akzeptieren wird, kämpft sie sich durch, allein und von allen verlassen, nur auf sich selbst vertrauend.
Dries Torwellen konnte ich erst nach einiger Zeit einschätzen, ließ er doch in Deutschland eine blutige Spur hinter sich zurück, die jeden vernichtete, der sich ihm in den Weg stellte.

Andreas Winkelmann, der selbst in Kanada schon jagen war, beschreibt die Jagd sehr authentisch. Das Beherrschen der Waffen sowie deren Technik gehört genauso dazu wie die Verhaltensregeln im Wald. Als Leser hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, diese Jagd könnte künstlerische Freiheiten beinhalten, dazu erschien sie mir zu realitätsnah und jederzeit nachvollziehbar.
Ich habe mit Nia gelitten, gehofft und ich habe mit ihr gemeinsam nach einem Ausweg gesucht.

Es ist ein Thriller, der einen packt und nicht mehr loslässt. Einmal in Gang gekommen, entwickelt er sich zu einer rasanten Jagd, die den Leser fordert.
Für mich war es das erste Buch von Andreas Winkelmann, aber mit Sicherheit nicht das letzte.
Ein Thriller, den ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung:




Zum Autor

(übernommen von Rowohlt)
Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen. Bei Wunderlich erschienen bisher seine sehr erfolgreichen Thriller «Wassermanns Zorn» und «Deathbook».

Von Andreas Winkelmann wurden gelesen und rezensiert:
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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt