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Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Christiane Lind - Weiße Rosen und die Titanic



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 342 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (11. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1543055567
ISBN-13: 978-1543055566
Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2,2 x 20,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
„Kommst du?“ Luise zupfte Paula am Arm. Ihre Freundin musterte mit großen Augen die Kleider der Damen und Anzüge der Herren, die gemessenen Schritts an ihnen vorbei in Richtung des Tenderschiffes gingen. „Oder wollen wir umkehren? So wie die Frau, die von einem Unglück geträumt hat?“ „Und dann?“ Paula schüttelte den Kopf, um allen Aberglauben zu verdrängen, aber klopfte dennoch ans Holz der Planken. Sicher war sicher. „Toi, toi, toi. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und werden nach New York fahren.“ 
Berlin, im Frühjahr 1912: Der Schauspielerin Paula und der Kostümbildnerin Luise steht eine glänzende Theaterkarriere bevor. Doch von einem Tag auf den anderen zerplatzen ihre Zukunftsträume. Die jungen Frauen verlieren Arbeitsplatz und Wohnung, ein gefälschter Schuldschein treibt sie zur Flucht. Letzte Rettung ist das großzügige Geschenk eines amerikanischen Verehrers: ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic. An Bord des eleganten Luxusdampfers findet Luise ihr Glück mit dem Steward Leonard, während Paulas Verehrer Ferdinand von Fahlbusch einen perfiden Plan verfolgt … Ein packender Schicksalsroman vor dem Hintergrund eines dramatischen Schiffsunglücks.

Zum Buch:
Luise und Paula sind Freundinnen seit Kindertagen. 
Paula, die aus gutgestelltem Hause kommt, hat mit ihren Eltern gebrochen und gemeinsam mit Luise in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Sie arbeiten beide am Theater, Paula als Schauspielerin und Luise als Kostümbildnerin. Beide lieben ihre Arbeit und finden Erfüllung darin, bis sie von einem auf den anderen Tag arbeitslos werden.
Es scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben, denn zeitgleich verlieren sie auch ihre Wohnung. Nun ist guter Rat teuer.
Da passt es ganz gut, dass sie beide Tickets für die erste Klasse auf der Titanic haben, die ihnen ein Jugendfreund von Paula aus Amerika geschickt hatte.
Sie haben keine Wahl, sie müssen auf das Schiff, in Berlin oder anderswo haben sie keine Perspektive, zumal ihnen auch noch ein gefälschter Schuldschein das Leben schwer macht. Wird ihnen ein Neuanfang in Amerika gelingen?...

Paula und Luise haben sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht. Sie waren noch Kinder, aber der Feind vergaß nicht. Im Gegenteil, er steigerte sich in eine Liebe, auf Paula fixierend, hinein, die ihn handeln ließ. 
Paula, die am Theater ständig mit weißen Rosen von einem ihr unbekannten Verehrer bedacht wurde, ist nicht ganz unglücklich darüber, dass sie nunmehr ihr Leben in Berlin aufgeben soll, kann sie doch auf diesem Weg ihrem Stalker entkommen. 
Sie geben alles auf, um in Amerika neu anfangen zu können.

Sie sind Passagiere auf der Titanic, dem unsinkbaren Schiff. Ein Schiff, das Geschichte geschrieben hat, jedoch keine rühmliche.
Selbst am Landungssteg überlegen die beiden Frauen noch, ob sie es wirklich wagen sollen, denn die Omen stehen schlecht. Eine Frau weigert sich auf das Schiff zu gehen, sie hatte von einem Unheil geträumt. 
Aber Paula und Luise können nicht anders, sie müssen auf dieses Schiff, das zugegebenerweise ein absoluter Traum ist. Sogar Passiere der 3. Klasse reisen mit ihm komfortabler als auf anderen Schiffen. 

Während Luise sich mit dem Steward Leonard anfreundet und sie sich in ihn verliebt, hat Paula die Bekanntschaft mit Ferdinand von Fahlbusch gemacht. Ein Mann, den sie teils nett findet, der aber andererseits auch für Gänsehaut sorgt. Wohl fühlt sie sich nicht unbedingt in seiner Nähe, obwohl er seinen Charme spielen lässt.

Die Autorin Christiane Lind lässt den Leser nicht nur an den Gefühlen der Protagonisten teilnehmen, sie nimmt den Leser auch mit auf eine unbeschreibliche Fahrt auf der unsinkbaren Titanic.
100 Jahre ist es her, dass dieses atemberaubende Schiff seinerzeit zu seiner Jungfernfahrt auslief, aber nie sein Ziel Amerika erreichte. Viel hat man bislang darüber gelesen, gesehen und gehört.

Mit ihrem Buch hat die Autorin jedoch den Leser an den Ereignissen teilhaben lassen. Während sich menschliche Tragödien abspielen, ist man unmittelbar dabei, den Verlauf der letzten Stunden dieses unsinkbaren Schiffs mitzuerleben.
Man spürt förmlich die Angst und Panik der Menschen, die sich auf diesem Schiff aufhalten. Mit 20 Rettungsbooten ist das Schiff definitiv unterbesetzt, so dass von vornherein absehbar ist, wie es ausgehen wird. 
Der Leser ist vom Erstkontakt mit dem Eisberg bis zum Sinken der Titanic dabei, auch noch, wenn die geretteten Passagiere geborgen werden. Man hat das Gefühl, die Stimmen aus dem Wasser zu hören, das Sinken life mitzuerleben.
Christiane Lind hat nicht nur die Titanic selbst hervorragend recherchiert, selbst die Ereignisse der Schiffskatastrophe und die Rettung der Überlebenden werden glaubwürdig widergegeben. 

Viele Überraschungen bringt das Buch nicht. Die Katastrophe der Titanic, deren Ursachen und Ausgang sind hinlänglich bekannt. Auch innerhalb der Story gibt es wenig Überraschungen, die man nicht schon vermutet und erwartet hat.

Die Kombination von Liebesgeschichte und historischem Hintergrund macht den Reiz des Romans aus. Durch die detaillierten Beschreibungen der Titanic konnte ich mich mittels Kopfkino auf der Titanic umschauen, habe im großen Saal diniert, bin die Gänge entlang gelaufen und habe das Deck gesehen wie auch vieles andere. Die Faszination Titanic lebt auch noch nach 100 Jahren und begeistert.
Christiane Lind hat einen packenden Roman vorgelegt, der nicht nur unterhält, sondern der auch den Leser auf eine Reise mitnimmt, von der es keine Wiederkehr gibt.

Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter. 


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.



Von Christiane Lind / Clarissa Linden / Chris Lind / Laura Antoni wurden gelesen und rezensiert:
          



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 12. Dezember 2016

[Rezension] Christiane Lind - Phillips letztes Geschenk



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 186 Seiten
Verlag: Amazon Publishing (8. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503942503
ISBN-13: 978-1503942509
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 2,5 x 12,6 cm

Inhalt gem. Amazon:
"Was hat er sich nur dabei gedacht?", flüsterte Carolin, als ein schwarzes Kätzchen aus dem Transportkorb herauslugte …
Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz – obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!
Ein berührender Roman über Trauer, Liebe und die Kraft der Freundschaft.

Zum Buch:
Alles was Carolin seit dem Tod ihres Mannes will, ist sich zu verkriechen. Vor der Welt, vor allem. Phillip war ihr Zuhause, ihre Festung, alles was sie wollte. 
Aber Phillip wusste, dass er sterben würde und auch, wie Carolin darunter leiden würde. Er hat dafür gesorgt, dass sie nach seinem Tod ein Geschenk erhält, das er eigens für sie ausgesucht hatte. Trotz des Versuches seiner besten Freundin Anka, ihm die Sache auszureden, blieb er dabei, er wollte Carolin nicht zu Weihnachten allein wissen.
Als Anka dann ein paar Wochen nach Phillips Tod vor ihrer Tür stand und das Geschenk in die Küche stellte, war sie entsetzt, als sie merkte, was Phillip sich für sie ausgedacht hatte. Ein kleiner schwarzer Kater kam aus einem Transportkorb und versuchte, langsam und bedächtig, die Welt um sich herum zu erkunden. Carolin, die nicht einmal mehr mit sich selbst klar kam, sollte sich um ein Katzenbaby kümmern? Das kann doch nicht Phillips Ernst gewesen sein.
Obwohl einer ihrer ersten Gedanken in die Richtung geht, ihn wieder zurückzugeben, gibt sie sich und dem namenlosen Kater eine Chance.
Die beiden gewöhnen sich langsam aneinander, doch dann ist der Kater von einem Tag auf den anderen verschwunden und niemand weiß, wo er ist...

Er ist klein, er ist schwarz, er ist ein kleiner Kater. Ohne Namen schleicht er sich langsam, aber stetig in das Herz von Carolin, die das so gar nicht will und es auch nicht zugibt. Doch er berührt etwas in ihr, sie fühlt sich letztendlich doch für ihn verantwortlich. Ihr gefällt, dass er nicht so verschmust und auf Menschen orientiert ist wie andere Katzen. Er macht sein eigenes Ding und hat seinen eigenen Kopf.
Auch wenn sie es nie zugeben würde, aber sie kann es sich ohne ihn nicht mehr vorstellen.
Was das Zusammenleben mit dem Kater aber hauptsächlich ausmacht, sie nimmt, zwar unfreiwillig, Kontakt zu anderen Menschen auf. Anka und auch ihre Nachbarn kommen ihr näher, eine Nähe, die sie nie wieder zulassen wollte.
Doch dann passiert das Unvorstellbare, der Kater verschwindet und sie weiß sich nicht mehr zu helfen. 
Nun lernt sie ihre Nachbarn und Mitmenschen richtig kennen, ob sie will oder nicht.

Carolin ist eine Einzelgängerin, die niemanden an sich heranlässt. Phillip hatte seinerzeit ihren Panzer geknackt, aber nun ist er nicht mehr da und sie zieht sich in ihr Schneckenhaus zurück. Sie findet keinen Zugang zu anderen Menschen und will ihn auch. Da diese es merken, starten diese auch keinen Versuch mehr, so dass sie mehr und mehr vereinsamt. Sie suhlt sich in ihrem Elend und muss sich doch aufraffen, als der kleine Kater bei ihr einzieht.
Carolin lernt Menschen kennen, die ihr bislang nicht fremd waren, aber hinter deren Fassade sie sich nie die Mühe gemacht hatte, zu schauen.
Sie muss feststellen, dass außerhalb ihres Schneckenhauses Menschen leben, Nachbarn, die ihr freundlich gesinnt sind. Sie tut sich schwer, aber sie lässt diese nach und nach an sich heran. Sie geht weit über ihre gestellten Grenzen und kennt sich selbst nicht mehr wieder.
Carolin ist eine Protagonistin, die sich unglaublich entwickelt, die zwangsweise über ihren Tellerrand sehen muss und eine Welt findet, die ihr bislang fremd war.

Die Geschichte könnte man, wenn man es will und fertigbringt, an 24 Tagen wie einen Adventskalender lesen. Das Ziel für Phillip war, dass Carolin Weihnachten nicht allein verbringen muss. Das Ziel ist also Weihnachten und das Buch endet auch damit. Das Buch ist, zufällig?, in 24 Kapitel unterteilt, die ich jedoch nicht tageweise, sondern in einem Ritt durchgelesen habe.

Ich habe Carolin dafür geliebt, dass sie dem kleinen schwarzen Kater eine Chance gegeben hat und habe mit ihr genauso gefiebert, als das Katerchen verschwunden war. 
Das Buch ist ein absolutes Muss für alle Katzenfans, aber es dürfen auch gern andere teilhaben an dem Zusammenleben von Carolin und dem Kater.

Für dieses Buch spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.





Von Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:
           


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Samstag, 25. Juni 2016

[Rezension] Christiane Lind - Das Shakespeare-Geheimnis



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Amazon Publishing (10. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1503937747
ISBN-13: 978-1503937741
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,5 x 18,6 cm

Inhalt gem. Amazon:
London 1592. Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann landet die junge Alice in der Welt der Theater, Bordelle und Tierkämpfe. Als Mann verkleidet und mit Hilfe des Autors Christopher Marlowe wird sie Schauspieler im Rose Theatre. Trotz der Sorge aufzufliegen, wird Alice am Theater glücklich – spätestens als sie dort ihre große Liebe findet. Doch dann spürt ihr Ehemann sie auf, und Alices Leben gerät in höchste Gefahr …

Zum Buch:
Alice ist fasziniert von der Welt des Theaters. Zu gerne würde sie an dieser teilhaben, spielen oder auch Stücke schreiben. Aber die Zeit ist die falsche. 1592 ist es Frauen nicht gestattet, im Theater zu arbeiten, selbst Frauenrollen werden von Jungen vor dem Stimmbruch gespielt.
Frauen haben zu der Zeit keinerlei Rechte, die Wahl des Ehemannes wird in den meisten Fällen von den Eltern getroffen.
So sieht auch Alice sich gezwungen, eine Ehe eingehen zu müssen, die sie nie im Leben in Erwägung gezogen hätte.
Ihr Vater, geblendet von der Welt des Adels tut alles, um einen Titel in der Familie zu haben und verschachert Alice an den Edelmann Stephen, der Alice schon bei der ersten Begegnung unsympathisch ist.
Aber ihr Vater lässt nicht mit sich reden und Alice heiratet Stephen. Sein wahres Gesicht zeigt er auch sehr schnell, denn er ist ein brutaler und böser Mann. Er verprügelt Alice, die sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen kann. Sie hat gelernt, auch dieses zu erdulden, denn wenn sie klagt, werden die Schläge noch brutaler. Nicht einmal auf eine beginnende Schwangerschaft nimmt er Rücksicht.
Als Stephen dann auf Reisen ist, flieht sie voller Schrecken zu ihren Eltern, wird aber von diesen maßlos enttäuscht. Der Vater geht nicht davon ab, dass Alice zu ihrem Mann gehört und will sie zu ihm zurückschicken. Schließlich ist eine Frau selbst schuld, wenn sie von ihrem Mann gemaßregelt wird. Auch ihre Mutter steht nicht zu ihr und verschließt vor Angst vor ihrem Mann die Augen.
Nur in Millicent, ihrer früheren Amme, findet sie eine Freundin und Vertraute, die aber leider nicht helfen kann.
Bevor jedoch Stephen kommt und sie zu sich zurück holt, flieht sie aus ihrem Elternhaus. Als junger Mann verkleidet macht sie sich auf den Weg nach London, nur wenig Geld in der Tasche, aber voller Hoffnung auf ein Leben ohne Stephen. 
Dieser jedoch schäumt vor Wut, als er Alice nicht bei ihren Eltern vorfindet und macht sich voller Zorn auf die Suche nach Alice ...

Alices Leben ist nun dies eines jungen Mannes. Sie findet Anschluss bei Vaganten, Heimatlosen. Marlowe, ein Autor, nimmt sie unter seine Fittiche und endlich darf sie auf der Bühne spielen. Ein so lang gehegter Traum wird Wirklichkeit. Aber sie weiß, dass sie sich nicht als Frau zu erkennen geben darf, denn es ist strafbar, Frauen auf der Bühne auftreten zu lassen. Zudem muss sie immer auf der Hut sein vor ihrem Mann, denn ihr ist bewusst, dass er sie suchen wird, erbarmungslos und er nicht ruhen wird, bis er sie gefunden hat.
Dann ist da auch noch James, für den sie anfängt, Gefühle zu haben, der aber ist eher ein Luftikus, am liebsten hat er jeden Tag eine andere Frau in seinem Bett.

Die Autorin Christiane Lind entführt den Leser nach London in die Zeit von Elisabeth I. Es ist eine düstere Zeit, vor allem für Frauen. Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen ist bei Null, sie werden von Eltern und Ehemännern wie Eigentum behandelt, mit dem sie tun und machen können, was immer sie wollen. 
Die Ehen werden arrangiert, ohne Mitspracherecht der Frauen.
Auf der Bühne des Theaters sind Frauen nicht zugelassen, es ist eine Männerdomäne, die Mitwirkung von Frauen auf der Bühne ist verboten und wird geahndet.
In genau dieser Zeit spielt dieser Roman um die Protagonistin Alice. Eine junge impulsive Frau, die das Herz auf der Zunge trägt. Aber nur solange, bis sie mit Stephen verheiratet wird. Einem Mann, dem die Gefühle seiner Frau egal sind, der sie nur wegen ihres Geldes geheiratet hat und der nichts von ihr hält.

Aus der einstigen impulsiven und lebenslustigen Alice wird eine Frau, die Schmerzen erduldet und nicht mehr widerspricht. Ihre Leiden sind kürzer, wenn sie alles über sich ergehen lässt. Aber ein kleiner Lebensfunke existiert noch in ihr, einer, der sie über sich selbst hinauswachsen und ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen lässt.

Christiane Lind spiegelt mit ihrem Buch das Leben in London zu dieser Zeit sehr gut wieder. Man begegnet einem London, das sich viel auf der Straße abspielt. Bedrohte Existenzen bedrohen andere, bestehlen sie und nicht selten nehmen sie ihnen auch das Leben. Es ist eine rohe Zeit, in der Mitmenschlichkeit keine große Rolle spielt. Jeder ist sich selbst der nächste.
Für den eigenen Vorteil darf es gern auch mal Verrat oder Denunziation sein.
Die Autorin hat diese Zeit sehr gut recherchiert, hat sogar einige real existierende Personen in ihr Buch eingegliedert. Selbst William Shakespeare hat in ihrem Buch seinen Platz gefunden, Christopher Marlowe und andere. 

Marlowe spielt in diesem Buch ebenfalls eine tragende Rolle. Als Autor und Spion sitzt er zwischen den Stühlen. Er will nicht mehr spionieren, hat aber keine Chance, aus diesem Zwiespalt zu entkommen.

Die Figuren in dem Roman sind farbenfroh gezeichnet, authentisch und, gerade die real existierenden, fantastisch recherchiert.
Als Leser fühlt man sich in das 16. Jh. in London zurückversetzt. Man erlebt ein gutes Stück englischer Geschichte, hat das Gefühl, man rieche förmlich das alte London. 
Dank des abgebildeten Stadtplanes von London fühlt man sich auf den Straßen auch nicht fremd, ein Blick auf die Karte und man weiß, wo man sich befindet.
Christiane Lind hat neben dem Stadtplan dem Leser weitere Informationen zur Verfügung gestellt. So findet man am Ende des Buches ein Glossar mit den Erläuterungen unbekannter bzw. nicht mehr aktueller Begriffe und Hintergrundinformationen. Man erfährt hier über das Theater zu Elisabeth' Zeiten, über Marlowes Tätigkeiten als Spion, Shakespeares Geheimnis seiner Stücke sowie Löhne und Preise in England.

Ein rundum gelungenes und in sich stimmiges Buch, das mir schöne Lesestunden bescherte und das ich gern weiterempfehle.


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.



Von Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:
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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 30. März 2015

[Rezension] Christiane Lind - Aleke 01: Die Heilerin und der Feuertod



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 424 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (12. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746630789
ISBN-13: 978-3746630786
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3 x 18,9 cm

Inhalt gem. Aufbau:
Denn Mut ist in dunklen Zeiten deine einzige Rettung
Braunschweig 1374. Seit jeher leidet die junge Aleke darunter, dass ihr Vater sie nie als Tochter anerkannte. Umso überraschter ist sie, als er sie eines Tages um Hilfe bittet: Sein Sohn sitzt im Kerker und kann sich an nichts erinnern. Alekes heilkundliche Kenntnisse sind die einzige Chance, ihm zu helfen. Zögernd willigt sie ein. Doch dann wird ihr Vater eines ungeheuren Verbrechens bezichtigt – und zwar ausgerechnet von dem Mann, den sie liebt. Und Aleke muss sich entscheiden.

Zum Buch:
Aleke ist die uneheliche Tochter von Acchem van dem Broke. Sie lebt bei den Beginen und hat dort eine heilkundliche Ausbildung erhalten. Sie leidet darunter, dass sie nie von ihrem Vater als Tochter anerkannt wurde und ist doch versucht, ihm zu gefallen und Anerkennung zu erhalten.
Als Kersten van dem Broke, sein Sohn, in den Kerker kommt und bezichtigt wird, seine Braut in der Hochzeitsnacht ermordet zu haben, bittet  Acchem seine Tochter Aleke um Hilfe, da der Sohn sich an die eigentliche Tat nicht mehr erinnern kann.
Aleke bekommt Hilfe von Righert van Anhald, der nach Braunschweig gekommen ist, um seine eigene Wahrheit zu finden und Rache auszuüben. Da kommt ihm Aleke gerade recht, denn sie ist die Tochter von seinem Feind Acchem van dem Broke ...

Braunschweig 1368: Völlig fassungslos muss der Junge zusehen, wie das Haus seiner Eltern unter Flammen zusammenbricht. Keine Überlebenden, außer einem Kater, sind zu verzeichnen. Seine Eltern, seine kleine Schwester, das ganze Gesinde, niemand schaffte es mehr aus dem Flammenmeer. Ein Nachbar nimmt ihn mit und warnt ihn. Er gibt ihm den guten Rat, zu verschwinden, wo ihn niemand kennt, denn auch er wird für tot gehalten. Eins ist klar, das war kein Unglücksfall, sondern Brandstiftung.

Braunschweig 1374: Righert van Anhald, der Junge von damals, kommt zurück nach Braunschweig, er will die Schuldigen finden und zur Verantwortung ziehen. Er zieht im Geheimen Erkundigungen ein und ist sich ziemlich sicher, dass Acchem van dem Broke einer der Schuldigen ist. Als er zufällig auf Aleke, dessen uneheliche Tochter trifft, versucht er über sie, an Acchem heranzukommen.

Wieder ein Buch aus der Feder der Autorin Christiane Lind. Ich bin immer wieder überrascht, wie vielseitig die Autorin ist. Sie schreibt historische Romane, Fantasy, Katzen- und auch humorvolle Romane.
Mit diesem Werk hat man einen Krimi in der Hand, der im 14. Jh. spielt.

Aleke, die Protagonistin, ist ein junges Mädchen, das bei den Beginen lebt. Als uneheliche Tochter, die von ihrem Vater nicht anerkannt wurde, hat sie keinerlei Rechte. Sie wird von vielen geschnitten, da der Makel ihrer Geburt ihr anhaftet.
Aber sie ist intelligent, hat sich der Heilkunde zugewandt. Sie verfügt über Wissen, so dass ihr Vater sie bittet, ihm zu helfen. Aleke lechzt nach Aufmerksamkeit von ihm und tut, worum er sie bittet.
Unerschrocken wagt sie sich in den Kerker zu ihrem Halbbruder, der unter Mordverdacht steht. Obwohl auch er ihr nicht nahesteht, versucht sie alles, um ihm zu helfen. Sie bewegt andere Heiler, Juden, ihm zu helfen und bringt diese in Gefahr.
Sie ist hin- und hergerissen, weiß nicht, was sie von der Anklage halten soll. Ist Kersten ein Mörder oder nicht. 
Ihre Suche nach der Wahrheit wird beobachtet und sie begibt sich selbst in Lebensgefahr.

Ein Krimi aus dem 14. Jh. Die Suche nach der Wahrheit ist übermächtig. Der Autorin ist es gelungen, geschichtliche Ereignisse mit einem spannenden Krimi zu paaren. Die Zeit ist mir fremd, aber durch detaillierte Beschreibungen, die hervorragend recherchiert wurden, bringt Christiane Lind mir diese näher. Ich hatte das Gefühl, selbst durch die Straßen Braunschweigs zu gehen, so realistisch beschrieb sie die mittelalterliche Stadt.

Mit diesem Roman hat man nicht nur einen Krimi in der Hand, er ist viel mehr. Er vermittelt Wissen über die Zeit, birgt eine Liebesgeschichte in sich und ist auch noch spannend geschrieben.

Ich habe mich mit dem Buch sehr gut unterhalten und empfehle es sehr gern weiter.   
   

Reiheninfo:
Aleke 01: Die Heilerin und der Feuertod
Aleke 02: Die Medica und das Teufelsmoor (Juni 2015)

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


sowie dem Verlag





bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Von Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 5. August 2014

[Rezension] Christiane Lind - Endlich Schnurrlaub



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 2 (2. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499268337
ISBN-13: 978-3499268335
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,6 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Manchmal muss eine Katze das Schicksal in die eigenen Pfoten nehmen: Als Kater Lucky, mit Haut und Fell Berliner, im Tierheim in Niedersachsen landet, steht für ihn fest: Ein echter Straßenkater eignet sich nicht als Stubentiger. Und so macht Lucky sich mutig auf die Reise in die ferne Hauptstadt. Auch Hope treibt das Heimweh nach Hause. Auf dem Weg einmal quer durch Australien trifft das schüchterne Kätzchen auf nachdenkliche Dromedare, listige Dingos und ein skeptisches Wombatpärchen und muss mehr als einmal beweisen, dass auch sie Krallen hat. Stadtkatze Mimi hingegen ist wenig begeistert von den Ferienplänen ihres Frauchens, denn das bedeutet für sie: Zwangsurlaub auf dem Bauernhof!
Abenteuerliche, heitere und erstaunliche Geschichten über unsere schnurrenden Freunde auf Reisen.

Zum Buch:
Nachdem die Autorin bereits 2012 Katzengeschichten zum Thema Weihnachten veröffentlichte, hat sie sich nun dem Thema Urlaub gewidmet.

Den meisten der 8 Geschichten liegen wahre Begebenheiten zugrunde. Die Geschichten spielen in den unterschiedlichsten Ländern.

So wird bereits in der ersten Geschichte eine Katze, Hope, aus ihrer vertraute Umgebung in Australien gerissen, weil ihre Besitzer umziehen. Ihr Bruder war zum Umzugstag nicht zu finden und blieb letztendlich da.
Aber Hope hatte Sehnsucht nach ihrer angestammten Heimat und machte sich nach nur wenigen Wochen auf den Weg zurück. Sie braucht dazu 15 Monate, was unglaublich erscheint, aber sie schafft es. Unterwegs trifft sie auf Dromedare, Känguruhs, Wombats und andere Tiere und fragt sich durch. Schöne Idee, aber ganz so wird es sicher nicht abgelaufen sein. Aber es ist schon eine erstaunliche Leistung, was diese Katze geleistet hat.

In der nächsten Geschichte hat man es mit einer Berliner Katze zu tun, die nach mehrmaligen Besuchen im Tierheim, die alle nicht freiwillig waren, aus Platzmangel nach Braunschweig ins dortige Tierheim gegeben wird. Aber was soll man tun, wenn man unbedingt wieder Berliner Luft schnuppern möchte? Wo ein Wille, da ein Weg, auch wenn man eine Katze oder Kater ist.

Weiterhin kann man erfahren, wie eine Katze Urlaub auf dem Bauernhof erlebt, was ein Ehepaar dazu treibt, eine Katze aus Madeira zu adoptieren oder wie beispielsweise eine andere Katze auf Tramptour geht, während ihr Personal zu Hause sitzt und mit dem schlimmsten rechnet.

Wunderschöne Geschichten rund um die Katze / den Kater und dem Thema Urlaub. 
Die Geschichten wurden von einer Katzenfanatikerin und -kennerin geschrieben, die anhand ihrer eigenen 5 Fellchen weiß, wie Katzen ticken.
Liebevoll hat Christiane Lind aus den nachweisbaren Erlebnissen der Katzen eine jeweils schöne Geschichte geschrieben. Man wagt gar nicht daran zu zweifeln, dass es so und nicht anders abgelaufen sein könnte.

Ich hatte wieder viel Spaß mit den Geschichten, auch wenn ich kein spezieller Freund von Kurzgeschichten bin. Kaum hat man sich mit ihr angefreundet, muss man sich schon wieder verabschieden.
Aber diese Miezen habe ich alle gern begleitet, bin einmal quer durch Australien gewandert, bin getrampt oder mit ins Auto gesprungen, um nicht laufen zu müssen. Alle diese kleinen Persönlichkeiten hatte ich ins Herz geschlossen und mit ihnen gehofft und gebangt, dass sich für sie alles zum Guten wenden möge.

Das Buch ist empfehlenswert und nicht nur für Katzenfreunde. Die Geschichten sind unterhaltsam und regen auch das ein oder andere mal zum nachdenken an.

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text vom Rowohlt-Verlag)
Christiane Lind, Jahrgang 1964, wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie abwechselnd mit einem Ehemann in Duisburg und fünf Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich als Unternehmensberaterin und Sozialforscherin selbstständig machte. Neben Sachbüchern und Artikeln in Fachzeitschriften hat Christiane Lind bereits zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. «Die Geliebte des Sarazenen» ist ihr erster Roman.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Christiane Lind sowie beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Von Christiane Lind (und ihren Pseudonymen) wurden gelesen und rezensiert:
Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Mittwoch, 25. Juni 2014

[Rezension] Christiane Lind - Endlich Schnurrlaub


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 224
ISBN: 978-3-499-26833-5
Erscheinungstermin:
2. Juni 2014
Preis: 8
,99 EUR (D)
Format:
Taschenbuch
Verlag: Rowohlt


Klappentext gem. Rowohlt:
Manchmal muss eine Katze das Schicksal in die eigenen Pfoten nehmen: Als Kater Lucky, mit Haut und Fell Berliner, im Tierheim in Niedersachsen landet, steht für ihn fest: Ein echter Straßenkater eignet sich nicht als Stubentiger. Und so macht Lucky sich mutig auf die Reise in die ferne Hauptstadt. Auch Hope treibt das Heimweh nach Hause. Auf dem Weg einmal quer durch Australien trifft das schüchterne Kätzchen auf nachdenkliche Dromedare, listige Dingos und ein skeptisches Wombatpärchen und muss mehr als einmal beweisen, dass auch sie Krallen hat. Stadtkatze Mimi hingegen ist wenig begeistert von den Ferienplänen ihres Frauchens, denn das bedeutet für sie: Zwangsurlaub auf dem Bauernhof!
Abenteuerliche, heitere und erstaunliche Geschichten über unsere schnurrenden Freunde auf Reisen. 


Rezension:
*Hopes long way home*
Katzenmädchen Hope lebt zusammen mit ihrem Bruder Homer und ihren Menschen auf einer Farm in Australien. Doch eines Tages beschließen die Menschen, lieber woanders wohnen zu wollen, als auf der Farm. Hope und Homer sollen natürlich mitgekommen, doch Homer weigert sich und büchst aus. So gern er die Menschen und Thunfisch auch hat, seine Freiheit ist ihm lieber. Hope hingegen möchte nicht ohne ihre Menschen leben und zieht mit ihnen von dannen. Doch schon bald muss sie in der neuen Heimat feststellen - sie vermisst ihren Bruder und die Freiheit auf der Farm. Sie macht sich auf eine lange und beschwerliche Reise mit allerlei Überraschungen.

*Ick bin een Berliner*
Lucky ist ein Ur-Berliner Kater, in Freiheit geboren und mit Hilfe von Thunfisch eingefangen mit dem Ziel, ihm ein schönes Zuhause zu schenken. Tja, denkste, entmannt landet der arme Kerl im Tierheim und ganz ehrlich, die Chancen auf Vermittlung stehen nicht gut, zu viele Katzen gibt es dort, die sich nach einem Zuhause bei Menschen sehnen, Lucky will jedoch nur seine Freiheit. Schnell kommt die Einsicht: Die Freiheit gibt es nur über die Menschen. Tatsächlich wird er vermittelt und büchst aus. Zu seinem Pech wird er allerdings eingefangen und landet wieder im Tierheim. Als diese auch noch überfüllt ist, wird er nach Braunschweig ausgelagert - aber er ist doch Berliner!!! Auch in Braunschweig wird er vermittelt, hat ein tolles Personal und Freigang und trotzdem, Braunschweig ist nicht Berlin! Also macht sich Lucky auf die Reise - in seine Stadt.

*Ein Zuhause für Struppi*
In Madeira trifft ein Ehepaar auf eine Straßenkatze. Die Frau ist den heimischen Katzen sehr zugetan und füttert sie, sehr zum Missfallen ihren angetrauten. Eines Tages ist dort eine noch recht junge Kätzin, die jedoch in einem alles andere als guten Zustand ist. Da sie keine Überlebenschance auf der Straße hätte, bringen die Touristen sie in ein Tierheim, dass von einer Tierschutzorganisation vor Ort betrieben wird. Im Gegensatz zu einem staatlichen Tierheim droht ihr hier nicht die Gefahr der Einschläferung. Doch eben jene Kätzin kommt mit der Situation im Heim nicht klar und gibt sich auf. Sie ist jedoch auch zu klein und zu schwach, um auf der Straße zu überleben. Doch die Touristin hat sich in dieses kleine Katzenmädchen verliebt und ist bereit, ihr ein Heim zu schenken, komme was da wolle, die Kleine soll in Deutschland ein schönes Leben führen. Doch was meint wohl die Kätzin dazu?

*Trims Märchen*
Kater Trim ist, ungewöhnlich für eine Katze, auf einem Schiff geboren worden, denn seine Mutter war eine Schiffskatze. So lag ihm das Abenteuer im Blut und der arme Kerl hatte schon in seiner Jugend seine neun Leben fast aufgebraucht. Doch sein wirkliches Abenteuer sollte erst noch beginnen, an der Seite von Matthew Flimders, einem Entdecker.

*Linus Langnase, Ausbrecherkönig*
Linus lebt in einer Gruppe von Katzen, denen es völlig genügt, in der Wohnung in dem Balkon zu sein. Linus jedoch nicht! Es ist nicht so, das er unglücklich wäre bei den Menschen, bei denen er lebt, aber so ein bisschen Freiheit schnuppern, ist doch auch ganz schön. Mit Tricks und Kniffen gelingt es ihm immer wieder, der heimatlichen Wohnung zu entkommen, inklusive Suchaktionen seiner Menschen als Nachgang.

*Das Abenteuer seines Lebens*
Prince Charming ist ein ganz besonderer Kater, denn er gehört einer Berühmtheit. Dass diese sich nicht wirklich um ihn kümmert, ist nebensächlich, denn er hat ja seine Betreuerin Elisa, die sich liebevoll um den verwöhnten Kater kümmert. Doch als diese einmal ihre Meinung äußert, wird sie entlassen. Prince Charming denkt jedoch nicht daran, ohne Elisa zu leben und macht sich in Venedig auf die abenteuerliche Suche nach seiner Elisa. Hilfe bekommt er von ganz unerwarteter Stelle.

*Ich und die Landeier*
Kätzin Mimi ist sehr glücklich und zufrieden mit dem Leben in ihrer Familie. Doch leider haben die Menschen teilweise sehr unangenehme Angewohnten, zum Beispiel "Urlaub machen". Natürlich kann Mimi da nicht mit, sodass sie kurzerhand selbst auf einem Bauernhof in den Urlaub geschickt wird. Mal abgesehen von der Autofahrt hätte sie es durchaus schlimmer treffen können, das vor Ort anwesende Personal ist ganz nett und umgänglich, doch diesen frechen Hofkatern gehört erst einmal Respekt beigebracht, immerhin ist Mimi eine Stadtkatze und somit eine Katze von Welt!

*Coming Home*
Die Obdachlose Amy findet mitten im Regen eine junge Kätzin. Da diese augenscheinlich, wie sie selbst, kein Zuhause hat, beschließt sie, sich der Katze anzunehmen. Die Beiden kommen gut miteinander aus und trampen durch die USA. Doch dann wird die Kätzin krank und bei einem Tierarztbesuch stellt sich heraus, dass die Kätzin nicht nur trächtig, sondern auch gechipt und als vermisst gemeldet ist. Schweren Herzens beschließt Amy, mit der Familie der Katze in Kontakt zu treten und diese ggf. nach Hause zu bringen.


Bei diesem Buch handelt es sich um eine schöne Sammlung von Kurzgeschichten rund um das Thema "Katzen auf Reisen" und was diese durchaus erleben können. Die Geschichten sind auf Grund von Internetmeldungen und persönlichen Erfahrungen der Autorin entstanden.

Bewertung

Von Christiane Lind bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin:
(Text vom Rowohlt-Verlag)
Christiane Lind, Jahrgang 1964, wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie abwechselnd mit einem Ehemann in Duisburg und fünf Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich als Unternehmensberaterin und Sozialforscherin selbstständig machte. Neben Sachbüchern und Artikeln in Fachzeitschriften hat Christiane Lind bereits zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. «Die Geliebte des Sarazenen» ist ihr erster Roman.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag

http://www.rowohlt.de/

bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Mittwoch, 4. September 2013

[Rezension] Christiane Lind - Das Haus auf der Blumeninsel



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513331
ISBN-13: 978-3426513330
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Knaur-Verlag:
Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben?

Zum Buch:
Als Lauras Mann stirbt, stirbt auch sie innerlich. Sie kann ihn und die Zeit mit ihm nicht vergessen und fällt in ein tiefes Loch, aus dem ihre Schwester versucht, sie herauszuziehen.
Letztendlich gibt sie nach und geht für eine Weile nach Madeira, wo ihre Großtante Grace ein Haus am Leuchtturm besitzt.
In dem alten Haus findet sie Briefe, die schon sehr alt sind. Briefe, die eine Amelia an ihre ungeborene Tochter geschrieben hat, Briefe, die ans Herz gehen.
Kann es die Amelia sein, die seinerzeit ein Buch mit selbstgezeichneten Blumen herausgebracht hat, die man die Blumenmalerin genannt hat?
Dieses Buch war der Anlass für Lauras Liebe zu Blumen und zum Garten.
Die Neugierde ist erwacht, aber wird es ihr gelingen, nach 80 Jahren die Geheimnisse, die es um Amelia gibt, zu lüften? …

Die Geschichte beginnt 1929, als Amelia die Briefe an ihre ungeborene Tochter schreibt.
Ihre Schwester Bethany hat ihr ihre Liebe genommen, ihren Liebsten Zachary, und ihn geheiratet, obwohl sie wusste, dass Amelia von ihm schwanger war.
Bethany war ein Kind, das alles beanspruchte, was Amelia gehörte. Da ihr niemand gewachsen war, bekam sie auch all ihren Willen erfüllt. Sie log und denunzierte erfolgreich, sie kam damit immer durch.

Als dann Bethany eines Tages eine nicht wiedergutzumachende Entscheidung trifft, zerstört sie das Leben vieler nachhaltig.

Durch die gefundenen Briefe und Erinnerungen wechselt die Geschichte abwechselnd durch die Zeiten der damaligen und der folgenden Generationen. Man liest von unglücklichen, aber auch starken Frauen der Familie, mögen sie Amelia, Emma, Grace oder auch Laura heißen. Keine von ihnen hatte es leicht, aber alle waren oder sind stark und zur Liebe bereit.
Jede dieser Frauen ist ein starker Sympathieträger und ich als Leser habe mit ihnen gelebt, geliebt und gelitten. Nicht eine dieser Frauen hat aufgegeben, manchmal war nur der Tod stärker. Die Hoffnung hatte sie nie verlassen.

So nach und nach wird auch das ganze Ausmaß sichtbar, das Bethanys Entscheidung als Urspung hatte. Die Auswirkungen gehen bis in die heutige Zeit und noch immer gibt es jemanden, der darunter leidet.

Anfangs hatte ich ein paar Probleme beim Herstellen der Zusammenhänge durch das Wechseln der Zeiten und den vielen Namen. Nachdem ich mich eingelesen und die Zuordnung der Personen hergestellt hatte, war das kein Problem mehr. Schließlich muss man die Protagonisten ja irgendwann kennenlernen.

Ein wunderbar geschriebenes Buch, das mich meine Umwelt während der Lektüre hat vergessen lassen. Ich lebte durch die Zeiten und war fassungslos über die neidische Boshaftigkeit einer Frau, die das Leben vieler zerstört hatte, die ihr Leben lang nicht einmal auf die Gefühle anderer Rücksicht genommen hat.

Die Bücher, in denen die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist und letztendlich eine Einheit bildet, sind meine bevorzugte Lektüre.
Das hier ist so ein Buch. Ein Buch voller Liebe, Leid, Hoffnungen, Sehnsüchte, aber auch Bösartigkeit, das ich nicht aus der Hand legen konnte.
Auch ist es der Autorin gelungen, die Schönheit der Insel Madeira dem Leser bildlich nahezubringen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen vom Knaur-Verlag)
Christiane Lind hat in Sozialwissenschaften promoviert und neben zahlreichen Kurzgeschichten einen historischen Roman und ein Jugendbuch veröffentlicht. Reisen ist ihre große Leidenschaft, die sie nach Cornwall und auf die Blumeninsel Madeira führte. Sie war sofort fasziniert von der Farbenpracht und Atmosphäre der Insel und hat sich davon für ihren Roman inspirieren lassen.








An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


sowie der 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar für eine Leserunde zur Verfügung gestellt haben.


Von Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt