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Samstag, 17. September 2016

[Hörbuch-Rezension] Oliver Kukulka - Max Sturm



Leseprobe


Eckdaten:
Hörbuch-Download
Spieldauer: 3 Stunden und 37 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Ungekürzte Ausgabe
Verlag: Ronin - Hörverlag
Audible.de Erscheinungsdatum: 5. April 2012
Sprache: Deutsch
ASIN: B007ROYRX8

Inhalt gem. Amazon:
Max Sturm ist Autor, dreht die letzte Runde in seinen Dreißigern und kann mit gleichaltrigen Frauen nichts anfangen. Nein, die Ende Fünfzigjährige mit Gewichtsproblemen ist da schon eher sein Ding. Mickey hat ein nicht weniger ausgefallenes Hobby. Für ein gut erhaltenes Sammlerstück eines Mickey-Mouse-Comics würde er seine Mutter verhökern. Abgesehen davon ist er noch arbeitsloser Schauspieler und freut sich einfach, dass das Leben ein Pony-Hof ist.
Tom wiederum, fehlt einfach der Humus, auf dem so eine Haltung emporwachsen könnte. Der ist Musiker und eher der ernste Typ. Allerdings so erfolglos wie die beiden anderen zusammen und arbeitet deshalb für einen Begleit-Service. Soll heißen, er schläft für Geld mit wohlhabenden, meist älteren Damen. Im Gegensatz zu Max gefällt ihm das aber gar nicht. Da kommt ihm gerade recht, dass eines von Max früheren Abenteuern den Löffel abgegeben und den Dreien ein kleines Hotel vermacht hat. Allerdings ist das Teil ein brachliegender Scheißhaufen, der entweder saniert oder plattgemacht werden muss. Jetzt brauchen sie also richtig Kohle und wie sie da rankommen sollen, weiß keiner. Bis Mia, Toms Schwester, mit einem verwegenen Plan um die Ecke biegt. Mia arbeitet in einer Bank als Assistentin der Kredit-Abteilungsleiterin, welche Ende Fünfzig und ziemlich rund ist. Also genau die Richtige für ein Schäferstündchen mit Max...

Zum Hörbuch:
Max, Tom und Mickey sind Freunde. Jeder auf seine Art ist ein wenig schräg.
Max ist Autor und steht auf Frauen, die deutlich älter sind als er und nach Möglichkeit keine Hungerhaken, Tom ist Musiker und arbeitet nebenbei als Begleitservice und Mickey ist arbeitsloser Schauspieler.

Max, der ein Verhältnis mit einer älteren Frau hatte, findet sich bei deren Testamentseröffnung wieder, da sie ihn bedacht hatte. Wie groß ist aber die Überraschung, als er auch seine beiden Freunde zur Testamentseröffnung antrifft. Wie kann das denn sein? Hatten die beiden etwa auch ein Verhältnis mit seiner Geliebten?
Die Dame hinterlässt allen dreien ein heruntergekommenes Hotel, das mehr als renovierungsbedürftig ist.
Da aber alle drei mehr oder weniger verkrachte Existenzen sind, haben sie natürlich auch kein Geld, um das Haus wieder auf Vordermann zu bringen. Da ist dann guter Rat teuer.
Mia, Toms Schwester hat dann die zündelnde Idee. Sie arbeitet in einer Bank und deren Chefin ist das richtige Opfer für Max, denn die Dame fällt genau in dessen Beuteschema...

Bevor sie sich überhaupt Gedanken machen, wie das zu finanzieren wäre, muss Max für sich klarstellen, wieso die 3 alle gemeinsam das Hotel geerbt haben. Hatten die beiden etwa ebenso eine Beziehung wie Max?

Der Autor hat hier ein humorvolles Buch vorgelegt, in dem es um die 3 Freunde Max, Tom und Mickey geht. Alle drei mittellos mit einer Erbschaft, die sie nicht händeln können. Eine Lösung muss gefunden werden. Nur gut, dass Max die Sache hoffentlich retten kann. Ein Kredit muss her und wer soll ihn genehmigen? So wie die 3 finanziell dastehen, sieht es mit einem Kredit bei einer Bank ausgesprochen schlecht aus. Aber Probleme sind schließlich da, um gelöst zu werden.

Das Buch wartet mit ein paar Überraschungen und Wendungen auf, die den Leser schmunzeln lassen. Die Sprache ist deftig, zotig und des Öfteren vulgär. Das ist der Punkt, an dem ich einen Punkt abgezogen habe, denn mir war das definitiv zu heftig. 
Ich gehe mal davon aus, dass ich als Leser nicht mehr in der Zielgruppe liege, so dass ich daran Anstoß genommen habe.

Das Buch selbst habe ich als Hörbuch erlebt. Es wurde von Florian Hoffmann, einem Schauspieler und Sprecher, eingelesen. Das Zuhören war ein absolutes Erlebnis. Er hat eine Stimme, der man sich schwer entziehen kann. So macht Hörbuch Spaß. 

Bewertung:


Zum Autor:(übenommen von Ronin-Hörverlag)
Oliver Kukulka, geboren 1969 in Stuttgart, arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung erst einige Jahre als Werbeassistent, bevor er sich im Alter von 27 entschloss, ein Schauspielstudium zu absolvieren. Ab 2001 entstanden dann erste eigene Kurzgeschichten. Mit 35 schrieb er seinen Debütroman "Max Sturm", der Ende 2008 vom Acabus Verlag veröffentlicht wurde.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 12. Februar 2015

[Rezension] Andreas Dresen - Wilhelmstadt. Die Abenteuer der Johanne deJonker - Die Maschinen des Saladin Sansibar (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 264 
ISBN: 978-3-862-82274-4
Erscheinungstermin:
14. Juli 2014
Preis: 1
2,90 EUR (D)
Format: Taschenbuch
Verlag: ACABUS

Klappentext gem. Acabus:
Wilhelmstadt, 1899. Das stählerne Venedig Deutschlands. Eine dem Braunkohle-Rausch verfallene, hochindustrialisierte Stadt als Schauplatz einer verschwörerischen Intrige inmitten von Dampfmaschinen und mechanischen Apparaturen.
Mitten in der Nacht versinkt die „Juggernauth“ in den Fluten des Rheins. An Bord ist auch der Neffe von Kaiser Wilhelm II. Nur der Ingenieur Julius deJonker überlebt das Unglück, liegt aber unwiederbringlich im Koma. Trotzdem zeichnet der Kaiser ihn verantwortlich für die Katastrophe und enteignet ihn all seiner Besitztümer.
Nur seine Tochter Johanne ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Verarmt, aber voller Entschlußkraft, macht sie sich zusammen mit Miao, einer verstoßenen Luftnomadin mit einem Dampfbein, auf die Suche nach den wahren Schuldigen. Doch der Geheime Kommerzienrat Oppenhoff setzt alles daran, ihre Suche zu vereiteln und seine Spuren zu verwischen.


Rezension:
1877 wurde Wilhelmstadt offiziell von Kaiser Wilhelm gegründet. Acht herausragende Ingenieure waren an der Gründung dieser aufstrebenden Stadt beteiligt, die Herren deJonker, Oppenhoff, Vandenvries, von Eyth, Barabas, Motte, Pilow und Hessen. 22 Jahre später, im Jahr 1899, ist Wilhelmstadt die modernste Stadt des Kaiserreiches. Der alte Kaiser ist nicht mehr, doch die Stadt wächst und gedeiht weiter, in ihr werden Erfindungen gemacht, die die Welt noch nicht gesehen hat. Nicht alle Ingenieure sind weiterhin aktiv an der Weiterentwicklung der Stadt beteiligt. Einige sind bankrottgegangen oder es ereilte sie an anderes Unglück.

Bis vor kurzem war Julius deJunker jedoch nach wie vor ein erfolgreicher Ingenieur, doch dann geschah ein Unglück. Bei einem Experiment auf dem Schiff Juggernauth ging dieses unter - nur Julius überlebte schwer verletzt. Er liegt seitdem im Koma. Doch das war noch nicht einmal das schlimmste an der Tragödie. Mit an Bord der Juggernauth befand sich Carl Anton von Sachsen-Meiningen, der Lieblingsneffe des Kaisers. Auch dieser kam ums Leben, doch seine Leiche wurde bisher nicht geborgen. Auf Grund dieses Unglücks verlor die Familie deJunker alles, ihr gesamtes Hab und Gut, ihre Titel, ihr Vermögen, ihre Würde. Auguste deJunker ertrug diesen Ruin nicht und starb an gebrochenem Herzen. Die einzige Tochter des Ehepaares, Johanne, befand sich zum Zeitpunkt der Tragödie außer Landes - nach ihrer Rückkehr muss sie nun in dieser für sie völlig neuen Welt zurechtkommen. Hilfe erhält sie vom Grafen von Eyth, einem der Mitbegründer von Wilhelmstadt, engstem Freund ihres Vaters und Johannes Patenonkels. Auch dieser kann sie nicht vor dem sozialen Abstieg bewahren, doch dank seiner Hilfe haben sie und ihr Gefolge, bestehend aus Josef, dessen Frau Marianne und Johannes Leibwächterin Miao, wenigstens ein Dach über dem Kopf.

Für Johanne steht fest, dass ihr Vater keinesfalls Schuld an diesem Unglück haben kann, zu genau war er in seinen Planungen und Durchführungen. Es muss einen anderen Grund gegeben haben, warum die Juggernauth unterging. Ihr einziges Lebensziel ist von nun an: Rache und Gerechtigkeit für ihre Familie. Zwar kann sie erste Indizien für eine Verschwörung sammeln, doch echte Beweise hat das nicht. Nur ihr Vater könnte alles aufklären, doch dieser liegt im Koma und ist nicht ansprechbar. Dann erfährt Johanne durch Zufall von Saladin Sansibar, der die Gedanken von Menschen offenbaren kann. Johanne weiß sofort, dass dies die einzige Möglichkeit ist, an die Erinnerungen ihres Vaters zu kommen. Tatsächlich willigt Saladin Sansibar ein, der jungen Frau zu helfen, doch was sich dann offenbart, wirft mehr Rätsel auf, als Johanne jemals vermutet hätte. Wird sie jemals den guten Namen ihrer Familie wieder herstellen und Rache nehmen können?


Der 1. Band der Johanne-deJunker-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Immer wieder fasziniert bin ich davon, wie der Autor die Symbiose zwischen Historie und SciFi geschafft hat, denn so wie er diese in seinem Roman geschildert hat, wirkt diese so wirklichkeitsnah, dass man sich unwillkürlich fragt: warum hatten die Menschen früher nicht solche Erfindungen? Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei natürlich die Figur der Protagonistin Johanne deutlich hervorsticht. Diese ist, entgegen der damaligen gesellschaftlichen Normen, nicht unbedingt das, was man als folgsames Töchterchen kennt, sondern hat ihren eigenen Kopf und sie ist auch bereit, diesen zu riskieren, wenn sie der Meinung ist, dass die Sache es wert ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend erarbeitet, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und es am Stück gelesen habe. Nun bin ich sehr gespannt, wie es mit Johanne weitergeht, aber ich denke, von der jungen Frau dürfen wir noch einiges erwarten.

Bewertung
Von Andreas Dresen bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor: 
Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert - von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Bereits in seinem Debütroman 'Ava und die STADT des schwarzen Engels' - ebenfalls im ACABUS Verlag erschienen - findet sich eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags.
In seinem zweiten Roman 'Das Buch des Hüters' entwirft Andreas Dresen eine post-apokalyptische Welt zwischen seelenloser Industrialisierung und 'Ökofaschismus', in der sich neben Menschen auch Mutanten und gefährliche 'Viecher' tummeln. Ein fantastischer Roman über den verantwortungsvollen Umgang miteinander - spannend, unterhaltsam und außergewöhnlich erzählt.
Mit den Abenteuern der Johanne deJonker folgt nun ein mehrteiliges Steampunk-Werk. (übernommen von Acabus)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 28. Juni 2014

[Rezension] Klaus Struck - Sportstadtmord


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 292
ISBN: 978-3-862-82280-5
Erscheinungstermin:
16. Mai 2014
Preis: 1
3,90 EUR (D)
Format:
Broschiert
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Der mysteriöse Tod eines beliebten Ausbilders am Hamburger AFA Umschulungsinstitut in Steilshoop sorgt für Aufregung. Nicht nur der Fundort und Todeszeitpunkt, sondern auch die ungewöhnliche Drapierung des Toten stellen die Kripo vor eine schwierige Aufgabe. Erst mithilfe von Cybercrime-Spezialisten werden ungeahnte Machenschaften am Institut aufgedeckt.
Das Opfer nutzte das firmeneigene Penthouse für besondere Soirées mit bekannten Kiez-Größen, und die bisher unentdeckte Anwesenheit eines Militariavereins in der fast vergessenen, ungenutzten U-Bahn-Station unterhalb der Anlage erweitert das potenzielle Täterumfeld. Doch Kommissar Schrenk und sein Team werden den Verdacht nicht los, dass der Mord nur ein Mittel für einen ganz anderen Zweck war.


Rezension:
Bei der AUSBILDUNG FÜR ALLE - Berufliche Fort- und Weiterbildung GmbH, kurz AFA, wird die Leiche von Jens Regen aufgefunden. Dieser war Dozent und Abteilungsleiter für Integrationsmanagement bei der AFA und ausgesprochen beliebt. Sein Tod lässt jedoch vermuten, dass er doch Feinde hatte, denn er stürzte aus einer firmeneigenen Penthouse-Wohnung, welches sich auf dem Gelände der AFA befindet. Hauptkommissar Heinz Schrenk wird mit den Ermittlungen beauftragt. Augenscheinlich sind alle Angestellten der AFA und auch die Umschüler/Auszubildenden geschockt, denn Regen war allseits beliebt und geachtet. Auch die Geschäftsführerin der AFA, Cordula Günther, kann keinerlei Anhaltspunkte liefern, wer auch nur ein Motiv gehabt haben könnte, ihn zu töten.

Schnell stellt sich heraus, dass Jens Regen anscheinend noch andere Aktivitäten auf dem AFA-Gelände am Laufen hatte. So hat er besagtes Penthouse, aus dem er stürzte, bereits seit geraumer Zeit immer wieder gebucht, um dort diverse Veranstaltungen abzuhalten. Das es bei diesen Veranstaltungen immer mit rechten Dingen zuging, darf bezweifelt werden. Könnte es sein, das er etwas gegen einen der Teilnehmer einer solchen Veranstaltung in der Hand hatte und deswegen sterben musste?

Während die Ermittlungen eher schleppend vorankommen, stürzt sich die Presse auf diesen Fall und deckt einige Ungereimtheiten bei der AFA aus. Was geschieht wirklich in diesem bisher zu hoch gelobten Ausbildungszentrum? Hatte Regen etwas damit zu tun und musste deswegen sterben? Steckt womöglich etwas ganz anderes dahinter und warum schweigen die übrigen Abteilungsleiter, die nachweislich an Regens Veranstaltungen teilgenommen haben? Ist einer von ihnen der Täter?


Ein Hamburg-Krimi! Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich ausgearbeitet. Der Autor eröffnet in diesem Roman mehrere Möglichkeiten eines Motivs, denn, auch wenn augenscheinlich niemand einen Grund gehabt hätte, das Opfer zu töten, gibt es hinter den Kulissen anscheinend doch eine Menge Menschen, die vom Tod des Opfer profitieren konnten. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, hätte mir hier an einigen Stellen jedoch etwas mehr Nervenkitzel gewünscht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich an dieser Stelle gestehen muss, dass mir das Opfer nicht wirklich sympathisch war, sodass ich mit ihm im Endeffekt wenig Mitleid hatte.

Bewertung
Der Autor:
Klaus Struck wurde 1953 in Hamburg geboren und wuchs am Stadtrand der Hansestadt auf. Nach einer Ausbildung zum Flugzeugmechaniker bei der Lufthansa, studierte er Maschinenbau und ist seitdem als Ingenieur im Bereich Luftfahrt und Automobilbau tätig. Ein Aufenthalt in einem Flüchtlingslager der Polisario in der Westsahara 2010 beeindruckte ihn derart, dass er das Bedürfnis, darüber zu berichten, mittels eines Krimis umsetzte. Er verarbeitet in seinen Krimis nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern auch Erfahrungen aus seinem Berufsumfeld.
Sein neuer Krimi, der ausschließlich in Hamburg spielt, zeichnet sich durch Aktualität und Lebensnähe aus. Man merkt: Der kennt sich aus, weiß, wovon er schreibt, steht im wirklichen Leben und greift aktuelle Themen wie Facebook-Fahndung, Handy-Tracking u. ä. auf.
Neben seinem Beruf engagiert er sich in seinem Stadtteil ehrenamtlich, u.a. in einer Geschichtswerkstatt. (übernommen von ACABUS)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Donnerstag, 19. Juni 2014

[Rezension] Angela L. Forster - Schuldlos tot


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-862-82264-5
Erscheinungstermin:
29. April 2014
Preis: 1
3,90 EUR (D)
Format:
Broschiert
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Petra Taler, Kommissarin aus München, erbt von ihrer Großmutter ein marodes Bauernhausanwesen im Alten Land. Mit der Versetzung nach Hamburg-Harburg gerät sie schlagartig in einen brisanten Fall: Die Ermordung der Tierarztgattin Regine Carlsen aus der Harburger Geldadel-Gemeinde Eißendorf. War sie tatsächlich „ohne Schuld“, wie die Nachricht des Mörders am Tatort lautet? Doch warum musste Regine dann sterben?
Neben Erbstreitigkeiten der Familie, ständigem Stress mit den Handwerkern und weiterem privaten Ärger versucht Taler nun, Licht ins Dunkle zu bringen und die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen beginnt.


Rezension:
Irgendwie hatte sich Petra Taler das alles einfacher vorgestellt. Nach dem Tod ihrer Großmutter Johanna erbte sie ein Bauernhausanwesen, das sich als ziemlich marode herausstellte. Dennoch beschloss sie, in Hamburg einen Neuanfang zu machen. Ihr im Nacken sitzen allerdings ihr Bruder Günther, der einen Teil des Erbes fordert, ihr Ex-Verlobter Klaus, von dem sie sich aus sehr persönlichen Gründen getrennt hat und nicht zu vergessen, die lieben Handwerker, die in Hamburg ganz anders zu ticken scheinen als in Bayern, denn ein Ende der Reparaturarbeiten am Bauernhaus ist einfach nicht in Sicht.

Doch damit nicht genug, wird auch noch die grausam zugerichtet Leiche der Tierarztgattin Regine Carlsen aufgefunden. Zusammen mit ihrem Chef Richard Winter macht sie Petra an die Ermittlungen. Merkwürdig ist jedoch, dass Regine laut ihrem Mörder "ohne Schuld" war, doch warum musste sie so bestialisch sterben, noch dazu vor den Augen ihres Mannes und seiner Kollegin Brigitte Made? Beide waren vor Ort, als Regine ermordet wurde, beide waren zusammengeschlagen worden und gefesselt und dennoch mussten sie alles mit ansehen.

Schnell stellt sich heraus, dass es mit der Ehe der Carlsens nicht zum Besten stand. Durch eine Detektei erfuhr Regine noch zu Lebzeiten von der Untreue ihres Mannes. Liegt hier das Mordmotiv? Die Kommissare tappen im Dunkeln, denn augenscheinlich hatte niemand einen Grund, Regine umzubringen oder der Tierarztpraxis ihres Mannes zu schaden. Erste Erfolge auf der Spur nach dem Täter können die beiden Ermittler auf Grund des Schriftzuges, der am Tatort gefunden wurde, machen. Doch hat der Graffischreiber wirklich etwas mit diesem bestialischen Mord zu tun? Hilfe bekommt Petra dann jedoch von ganz unerwarteter Seite und es eröffnen sich Abgründe, die sich niemand hätte träumen lassen ...


Wer ist wirklich ohne Schuld? Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich ausgearbeitet. Besonders gut hat mir die Story hinter der offensichtlichen Story gefallen, denn, ganz ehrlich, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen und habe auch jetzt noch Probleme, mir vorzustellen, dass es so was tatsächlich geben könnte. Ich hoffe, hierbei handelte es sich um schriftstellerische Freiheit. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, hätte mir hier an einigen Stellen jedoch etwas mehr Thrill gewünscht. Die Tiefe der Gefühle der jeweiligen Figuren wurde sehr authentisch beschrieben, ich hatte zwischendrin Tränen in den Augen, als ich las, warum die einzelnen Figuren so handelten, wie sie es taten und ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich anders gehandelt hätte. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei mich hier gerade die Figur der Petra Taler sehr positiv überrascht hat, denn in der Frau steckt definitiv mehr, als es den ersten Anschein hat. Ich persönlich hätte nicht gedacht, was alles in der Frau steckt und muss sagen, ich bin von ihr restlos begeistert und würde gerne mehr von ihr lesen.

Bewertung

Die Autorin:
Angela L. Forster lebt und arbeitet im Hamburger Süden, fünf Autominuten vom Alten Land entfernt. Zum Schreiben fand sie nach dem Mord an einem Familienmitglied. Ihre magere Freizeit verbringt sie mit ihrem Mann am Meeresstrand oder in der Genealogie, wo sie nach ihrem eventuellen Urururgroßvater, dem Revolutionär und Schriftsteller Johann Georg Adam Forster, forscht. (übernommen von ACABUS)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 31. Mai 2014

[Rezension] Markus Walther - Der Letzte beißt die Hunde


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 228
ISBN: 978-3-862-82258-4
Erscheinungstermin:
April 2014
Preis: 1
2,90 EUR (D)
Format: Taschenbuch
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Krimis sind ihre Leidenschaft: Mimi, die scharfsinnige, ältere Dame, lebt in ihrer Villa am Rande der Stadt. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass ihr jemand mit einem herabfallenden Flügel den Garaus machen will. Daher stellt sie gemeinsam mit ihrer Enkeltochter Helen eigene Ermittlungen an – ganz wie ihre Vorbilder in den Büchern.

Mimi lädt fünf „Verdächtige“ in ihre Villa ein, darunter den Bürgermeister, denn dieser hat ein Motiv: Er will Mimis Grundstück aufkaufen, um darauf ein Einkaufszentrum zu errichten. Doch ist er nicht der einzige, der der alten Dame an den Kragen will. Zusammen mit ihrer Enkelin, ihrem Butler und einem Bügeleisen weiß Mimi sich aber durchaus zur Wehr zu setzen.

Ein mörderisches Vergnügen nimmt seinen Lauf.


Rezension:
Eigentlich führt die 87-jährige Mimi Richter ein ruhiges Leben und beschauliches Leben. In ihrer großen Villa widmet sie sich ihrer Krimileidenschaft und wird liebevoll von ihrem Personal umsorgt. Hier sticht besonders der Butler Norbert ins Auge, der Mimi jeden Wunsch erfüllt, wie es sich für einen guten Butler gehört. Ihre beiden Wachhunde, Willi und Basker, sorgen für die Sicherheit auf dem Grundstück. Doch all das ändert sich eines Tages, als jemand versucht, die nette alte Dame mit einem Flügel zu erschlagen. Für Mimi steht fest, jemand wollte sie um die Ecke bringen. Da jedoch laut ihrer Meinung auf die Polizei wenig Verlass ist, nimmt sie die Ermittlungen selbst in die Hand. Ihr zur Seite steht ihr ihre etwas unscheinbare Enkelin Helen, die noch dabei ist, ihre gescheiterte Ehe zu verarbeiten.

Fünf Personen stehen auf Mimis Verdächtigenliste und jedem von ihnen hat sie eine Einladung zukommen lassen, vornehmlich, um über Geschäftliches zu reden, in Wahrheit jedoch, um ihnen auf den Zahn zu fühlen. Mit dabei ist der Bürgermeister der Kleinstadt, in der Mimi wohnt, denn dieser würde zu gern von ihr (oder auch ihren Erben), die Villa erwerben, um dort ein Einkaufszentrum zu bauen. Doch auch Hans Kuhn, der Gärtner (ist es nicht immer der Gärtner?) steht auf der Liste; ebenso Tom Malo, Helens Ex-Mann; Helge Bionda, Helens Stiefvater und nicht zu vergessen, Ferdi Johannson, Mimis Enkel aus dritter Ehe und Helens Cousin. An Verdächtigen, die auch noch allesamt ein Motiv haben, mangelt es also nicht.

Helen ist sich unsicher, was sie von der ganzen Sache zu halten hat, zumal Mimi ja alle Verdächtigen in ihre Villa eingeladen hat. Ziemlich schnell stellt sich jedoch heraus, wer von den Verdächtigen nicht der Täter ist, denn einige der Verdächtigen sterben unter äußerst skurrilen Umständen während ihres Aufenthaltes in der Villa, u. a. wird Ferdi von einem Bügeleisen erschlagen. Jetzt ist guter Rat teuer, denn die Leichen müssen erst einmal verschwinden, man will ja nicht unnötig Verdacht aufkommen lassen und auch der Mörder, der es auf Mimi abgesehen hat, ist immer noch auf freiem Fuß. Werden es Mimi und ihr Team schaffen, den Mörder zu entlarven, bevor er sie selbst um die Ecke bringt?


Miss Mimi ermittelt! Der Plot wurde abwechslungsreich, spannend und mit unter skurril ausgearbeitet, sprich, es war ein absolutes Vergnügen mit Mimi und ihren Mitstreitern auf Verbrecherjagd zu gehen. Den Schreibstil empfand sehr angenehm zu lesen, ich konnte mir hier und da jedoch ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich hier gerade die Figuren der Mimi und des Norbert sehr ins Herz geschlossen habe, wobei ich an dieser Stelle allerdings anmerken möchte, dass ich mich mit keinem von Beiden jemals anlegen würde, die Konsequenzen wären für mich nicht erwägbar. Abschließend kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch um eine sehr gelungene Krimi-Komödie handelt, von der ich sehr gerne eine Fortsetzung lesen würde.


Bewertung
Von Markus Walther bereits gelesen und rezensiert:



Der Autor:
Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern in Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig. Der Schwerpunkt seiner schriftstellerischen Arbeit liegt in der Gattung der Kurz- und Kürzestgeschichte. Die Gratwanderung zwischen Klischee und Pointe, Independent und Mainstream führt ihn seither quer durch sämtliche Genres der Bücherwelt. (übernommen von ACABUS)


Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 3. Dezember 2013

[Rezension] Stella Michels - Hanseaten-Mord


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 201
ISBN: 978-3-862-82243-0
Erscheinungstermin:
7. Oktober 2013
Preis: 1
1,90 EUR (D)
Format:
Broschiert
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Eine Tote inmitten eines zuckenden Gewimmels von Fischen und Schalentieren: Fischer ziehen eine Leiche aus der Ostsee vor der Flensburger Förde. War es Selbstmord oder hat jemand die unbekannte Schönheit über Bord geworfen?
Die Spuren führen die Kommissare Frieder Westermann aus Flensburg und Anna Thomsen aus Husum in die Hansestädte Hamburg und Bremen sowie an die beliebte deutsche und dänische Ostseeküste. Dabei stoßen sie auf Erpressung, Ehebruch und enorm viel Geld … und ganz nebenbei auch auf die ganz große Liebe.
Auf der fesselnden Suche nach dem Mörder geben die Ermittler sich kulinarischen und auch anderen Sinnesfreuden hin: Frieder und Anna lieben sich, kochen, segeln in der „Dänischen Südsee“ und erfreuen sich an der Schönheit der Natur.
Doch zwischen Flensburg und Apenrade, zwischen Husumer Krabbensuppe und dänischen Hotdogs, stellt sich die alles entscheidende Frage: Morden Hanseaten so kaltblütig?


Rezension:
Kriminalhauptkommissar Frieder Westermann führt ein eher ruhiges und beschauliches Leben in Flensburg. Er ist erfolgreich in seinem Job, hat ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Mutter, fährt gerne mit seinem Boot aus und kocht leidenschaftlich gerne. Das einzige Manko: Er ist Single, doch bereitet ihm diese Tatsache nicht unbedingt Kopfzerbrechen, obwohl er bereits im Internet nach einer neuen Partnerschaft sucht. Es sieht auch sehr gut für ihn aus, was die zukünftig vakante Position des Leiters der Dienststelle angeht, denn Manfred Hansen, der jetzige Leiter, geht auf absehbare Zeit in den Ruhestand.

Mit der wohlverdienten Ruhe in Frieders Leben ist es jedoch relativ schnell vorbei, als Anna Thomsen ihren Dienst auf der Dienststelle antritt. Anna war in Husum beschäftigt, hat sich jedoch nach einem tragischen Verlust in ihrem Leben entschieden, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Frieder und Anna verstehen sich von Anfang an sehr gut, doch da ist auch mehr, auch wenn sich die Beiden das nicht zugestehen wollen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto offensichtlicher ist es, dass sie beide definitiv mehr sind als nur Kollegen und Freunde.

Wenn es auch privat noch nicht ganz rund läuft zwischen den Beiden, dienstlich harmonieren sehr gut miteinander, was auch nötig ist, denn die Leiche einer Frau, Marion Meisters, wie sich später herausstellt, wurde in der See von Jochen Petersen und seinem Sohn Uwe gefunden. Nachdem die Identität der Toten geklärt werden konnte, bleibt die Frage: Wie kam sie dorthin, war es ein Unfall oder wurde sie ermordet? Hatte die Frau, die anscheinend keine Familie und keine Freunde hat, ja, die sogar von ihrer eigenen Firma als vermisste gemeldet wurde, Feinde? Was verbirgt sich hinter dem rätselhaften Todesfall?


Mordermittlungen und die große Liebe! Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich ausgearbeitet, wobei ich allerdings anfänglich einige Probleme mit dem zeitlichen Ablauf hatte, die sich aber schnell gegeben haben. Besonders gut hat mir gefallen, wie nach und nach, aus verschiedenen Blickwinkeln, der Tod von Marion Meisters hinterleuchtet wurde. Die Protagonisten wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Anna gefallen, die sich von Schicksalsschlägen nicht aufhalten lässt, sondern gewillt ist, diese als das zu nehmen, was sie sind und nach vorne zu schauen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass sich das Buch förmlich von selbst gelesen hat. Dieses Buch ist auch für alle kochbegeisterten geeignet, denn die Rezepte, die in dem Buch vorkommen, werden zum Schluss des Buches noch ausführlich beschrieben, sodass das Nachkochen problemlos möglich ist.

Bewertung

Die Autorin:
Stella Michels wurde 1959 in Bremen geboren und ist in der Hansestadt an der Weser aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie ist ausgebildete Bürokauffrau, arbeitet in Bremen und lebt  mit ihrem Mann im niedersächsischen Syke.
Als Teenager wurde die Autorin mit dem Segelvirus infiziert; sie hat auf der Weser und Nordsee das Segeln von ihrem Vater gelernt.
Ende der 90er Jahre nach einer riskanten neurologischen Operation entdeckte die Autorin das Schreiben für sich; bald wurde der heimische Schreibplatz zum Lieblingsplatz und einer Oase der Ent-Spannung.
Stella Michels veröffentlicht Artikel zu kulinarischen Themen sowie touristisch ausgerichtete Texte über die Region zwischen der Oberweser und der Nordseeküste.
Dass Stella Michels gerne und gut kocht, spürt der Leser im Hanseaten-Mord, dem ersten Roman der hanseatischen Autorin. (übernommen von ACABUS)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Donnerstag, 25. Juli 2013

[Rezension] Katja Hirschel - Der Semmelkönig (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 392
ISBN: 978-3-862-82236-2
Erscheinungstermin:
April 2013
Preis: 15
,90 EUR (D)
Format:
Broschiert
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
„Die Hex ist tot! Die Hex ist tot!“, hallt es durch den Wald des Kindergartens, als die Praktikantin Heidi im bayerischen Bad Berging tot aufgefunden wird. Nicht nur ihre seltsame Verkleidung als Rotkäppchen mit Reizwäsche gibt der Polizei Rätsel auf, sondern auch die engstirnigen Kleinstadtbewohner erschweren dem bayerisch-konservativen Kommissar Maus und seinem hanseatisch-aufgeschlossenen Kollegen Hannes Petersen die Arbeit. Im Laufe der Ermittlungen geschehen weitere Verbrechen. So wird ein stadtbekannter Bäckermeister entführt und alles deutet darauf hin, dass weitere Morde geplant sind. Den beiden ungleichen Kommissaren läuft die Zeit davon und ihnen wird klar, dass sogar sie selbst in Gefahr sind.


Rezension:
Bad Berging ist eine ruhige Kleinstadt in Bayern. Das Leben ist idyllisch und alles geht seinen Gang. Hauptkommissar Maus hat also einen sehr ruhigen Job, hin und wieder eine Schlägerei und Ruhestörung, aber nichts Ernsteres. Sein momentan größtes Problem ist es, was er mit Kommissar Hannes Peterson aus Celle anstellen soll, der ihm im Rahmen eines Polizisten-Austausches aufs Auge gedrückt wurde. Irgendwie kann er mit dem Mann nicht viel anfangen und so reicht er ihn kurzerhand an Kommissarin Claudia Hubschmied weiter. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als von den Kindern des Waldkindergartens "Die Gnome" bei einer Waldwanderung eine Leiche gefunden wird.

Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die 16-jährige Heidi Blum handelt, die zu dieser Zeit ein Praktikum im Waldkindergarten gemacht hat. Wirklich zufrieden war ihre Chefin mit ihrer Leistung nicht, die meisten Bewohner der Stadt konnten mit der jungen Frau wenig anfangen, aber wer hatte einen Grund, sie zu ermorden und was sollte ihre Rotkäppchen-Verkleidung, in der sie aufgefunden wurde? Denn eines kann der Pathologe feststellen, Heidi starb nicht durch einen Unfall, es war eiskalter Mord. Noch während die Polizisten vor Ort sind, um Spuren zu sichern, hören sie einen Schuss. Umgehend machen sie sich auf die Suche nach der Ursache und finden die Leiche von Anni Hintersee, einer weiteren Angestellten des Waldkindergartens. Auch hier handelt es sich eindeutig um Mord, doch Spuren können nicht mehr gesichert werden, da die Beamten von einem heftigen Unwetter überrascht werden, das alle Spuren zerstört.

Zwar gibt es in den beiden Mordfällen noch keine konkreten Spuren, doch alles scheint auf den Bäckermeister Möller hinzuweisen, einen sehr einflussreichen Mann, der nur als "Der Semmelkönig" bekannt ist. Eine Tatsache, die die Ermittlungen nicht erleichtert, da Claudia Hubschmied ausgerechnet mit dessen Sohn Georg verlobt ist. Hatte "Der Semmelkönig" wirklich einen Grund, die beiden Frauen umzubringen? Doch da gibt es noch Gerüchte, Gerüchte um eine Tat, die vor 30 Jahren begangen wurde und deren Verlauf sich anscheinend zu wiederholen scheint. Damit jedoch nicht genug, auch noch ein Privatdetektiv namens Stephan von Hasenbach mischt sich in die Ermittlungen ein, ohne jedoch genau zu bekennen, warum er vor Ort auf eigene Faust ermittelt. Wir es Kommissar Maus gelingen, die Verwirrspiel zu entwirren?


Der 1. Band der Kommissar-Maus-Reihe! Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich ausgearbeitet, bis fast zum Schluss habe ich gerätselt, wer denn nun der Mörder ist und vor allem: Warum? Ich muss gestehen, so schwer wurde es mir schon lange nicht gemacht - einfach toll. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, wobei ich hier jedoch anfängliche Probleme mit der bayerischen Mundart hatte. Diese Passagen musste ich teilweise mehrmals lesen und auch laut lesen, da sich mir aus dem geschriebenen nicht erschlossen hatte, was gemeint war - aber mit Dialekten tue ich mich eh immer etwas schwerer. Die Figuren wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei mir hier ganz besonders Austausch-Polizist Hannes gefallen hat - ein unheimlich positiver, aufgeschlossener und hoffnungsvoller sowie cleverer Charakter. Alles in allem kann ich sagen, dass es sich hierbei um einen gelungenen Reihenauftakt handelt und ich mich auf weitere Bände freue, wobei ich ja die Hoffnung hege, dass Hannes auch in den nächsten Bänden noch mit dabei ist. 

Bewertung


Die Autorin:
Katja Hirschel – geboren am 19.10.1967 in Bogotá/ Kolumbien – brachte die Kindheit in Michelstadt/ Odenwald hinter sich, wo ihr trotz Differenzen mit ihrem Deutschlehrer bezüglich des Gebrauchs der Rechtschreibung von diesem prophezeit wurde, vielleicht eines Tages zur Schullektüre zu werden.
Der Wunsch, viele Kilometer zwischen sich und dem Kleinstadtmief zu lassen, führte sie nach München. Hier setzte sie die folgenden Jahre ihr schriftstellerisches Talent wirksam im Studium „Deutsch als Fremdsprache“ (Seminararbeiten, Referaten, Magisterarbeit) ein.
Nach einem Kurs im kreativen Schreiben erkannte sie, wie viel Spaß es macht, der Fantasie freien Lauf zu lassen. So entstanden 2003 einige Kurzgeschichten, erste Romane und Kommissar Maus erlebte in „Hüttenzauber“ seine Geburtsstunde.
Wegen der freiberuflichen und arbeitsintensiven Aufgabe als Dozentin in der Erwachsenenbildung – verbunden mit einigen Auslandsaufenthalten - blieb ihr jedoch nicht viel Zeit, sich weiter auf diese neue Leidenschaft zu konzentrieren, sodass sie eine Schaffenspause von neun Jahren einlegte. 2012 kam mit der Erkenntnis beruflich auf der Stelle zu treten, sich niemals eine größere Wohnung, einen Gebrauchtwagen oder einen Hund leisten zu können, der Wendepunkt. Verschiedene Perspektiven wurden durchdacht. Die Wahl zwischen einer Umschulung zur Flugbegleiterin oder einer Autorin fiel jedoch nicht allzu schwer.
Durch die Möglichkeit, bei verschiedenen Plattformen – Leselupe/ neobooks – aufzutreten und den Reiz, in Wettbewerben zu provozieren, entstanden in diesem Jahr viele neue Kurzgeschichten und ein Roman: „Der Semmelkönig“. Letzterer markiert einen wichtigen literarischen Schritt, da somit das Ziel, eines Tages mit dem eigenen Hund spazieren gehen zu können, in greifbare Nähe rückt. (übernommen von ACABUS)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.



Samstag, 27. April 2013

[Rezension] Markus Walther - Buchland


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 241
ISBN: 978-3-862-82186-0
Erscheinungstermin:
März 2013
Preis: 1
2,90 EUR (D)
Format: Taschenbuch
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!
Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht:
Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden „Eddie“ und „Wolfgang“? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet?
Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg.
Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!


Rezension:
Als Beatrice Liber ihren neuen Job im Antiquariat von Herrn Plana antritt hätte sie mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass sich von diesem Tag an ihr Leben komplett ändern wird. Bis jetzt hatte Beatrice wenig Glück in ihrem Leben. Ihr Mann Ingo ist arbeitslos und dem Alkohol mehr als nur zugetan, sie musste ihre eigene Buchhandlung schließen und auch der Tod ihrer kleinen Tochter zehrt an ihren Kräften. Eigentlich keine guten Voraussetzungen, um einen neuen Job anzufangen, aber ohne Bücher zu leben, das geht für Beatrice auch nicht. Sie ist sich nicht sicher, ob sie das Angebot von Herrn Plana annehmen will, aber anschauen will sie es sich schon.

Irgendetwas ist merkwürdig in diesem Antiquariat, dass ist Beatrice schnell klar. Der Keller, der als Lager dient, scheint gigantische Ausmaße zu haben und auch das Klientel ist, nun ja, einzigartig. Eddie zum Beispiel sieht genau so aus wie Edgar Allen Poe und bei einer Lesung eines E-Book-Autoren (er ist der beste Autor der Welt, laut eigener Meinung, doch noch niemand hat sein Genie erkannt - warum wohl?) lernt sie Wolfgang kennen, der sich ihr wirklich als (Johann) Wolfgang von Goethe vorstellt. Als sie in dem gigantischen Keller auch noch ihr eigenes Buch entdeckt, ein Buch, von dem nur sie weiß, das nie gedruckt wurde, weiß sie, dass irgendwas nicht stimmt.

Was sie jedoch noch nicht weiß, Herr Plana ist ein Auktoral und es ist seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass sie ihr naturgegebenes Talent zum Schreiben endlich nutzt und sich der Schriftstellerei nicht weiter verwehrt. Denn nicht nur ihr eigenes Schicksal hängt davon ab, dem ganzen Buchland droht der Untergang. Beatrice jedoch hat erst ein Einsehen, als ihr Mann Ingo in Gefahr gerät. Zusammen mit Herrn Plana macht sie sich auf ins Buchland, um Ingo zu retten und allen Gefahren zu trotzen. Doch, ist es überhaupt noch möglich, das Schicksal aufzuhalten oder verliert sie nach allem, auch noch ihren Mann?


Tauche ein ins Land der Bücher! Der Plot wurde detailliert und bildgewaltig ausgearbeitet und was soll ich sagen außer: Ich will ins Buchland, jetzt, sofort - lasst mich doch bitte in diesen Keller!!! Den Schreibstil empfand sehr angenehm zu lesen, ja schlimmer noch, ich war dermaßen fasziniert von der Welt, in die der Autor mich eingeführt hat, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen mochte. Die Figuren wurden allesamt facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei ich gerade die Figur der Beatrice ausgesprochen faszinierend fand. Die Liebe zu Büchern kann ich bei ihr durchaus nachvollziehen, aber wie sie es geschafft hat an ihrem bisherigen Schicksal nicht zu zerbrechen, dass ist das, was ich an ihr voll und ganz bewundere. Abschließend kann ich sagen: Ein wundervolles Buch über das Land, in dem die Bücher leben (!) und ich hoffe baldmöglichst auf weitere Werke des Autoren.


Bewertung

Der Autor:
Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern in Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig. Der Schwerpunkt seiner schriftstellerischen Arbeit liegt in der Gattung der Kurz- und Kürzestgeschichte. Die Gratwanderung zwischen Klischee und Pointe, Independent und Mainstream führt ihn seither quer durch sämtliche Genres der Bücherwelt. (übernommen von ACABUS)
Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Freitag, 24. August 2012

[Rezension] Andreas Dresen - Samson und die STADT des bleichen Teufels (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 370
ISBN: 978-3-862-82055-9
Erscheinungstermin: 29. Juni 2012 (1. Auflage)
Preis: 14,90 EUR (D)
Format: Taschenbuch
Verlag: ACABUS

Klappentext:
Die STADT versinkt im Chaos. Nach Mortons Sturz kämpfen nun andere um die Macht, und die entfesselten Hexen scheinen diesen Kampf zu gewinnen ... Verzweifelt schickt der zerstrittene STADTrat nach Fahrat, doch der Schwertler ist im sagenumwobenen Dschungel von Tarda Tekbat verschollen. Da wird Samson, ein ungepflegter, junger Außenseiter unversehens zum Spielball der rivalisierenden Kräfte. Er gerät mitten hinein in den Kampf um die STADT, von deren Existenz er bislang nicht den blassesten Schimmer hatte. Doch warum haben es der Unterweltkönig Devil Malone, hungrige Krenken, Bluthunde und rachsüchtige Hexen auf den Jungen abgesehen? Hat es mit seiner mysteriösen Herkunft zu tun? Als Fahrat endlich auftaucht und sich auf die Seite des Jungen schlägt, läuft ihnen bereits die Zeit davon, denn der Hexensabbat naht ... Der neue STADTroman von Erfolgsautor Andreas Dresen führt die Leser noch tiefer hinein in die Straßenschluchten und die Geheimnisse der STADT und ihrer fantastischen Bewohner. Fahrats Abenteuer ist noch längst nicht vorüber, und er muss es mehr denn je mit seiner eigenen Familiengeschichte und seinen Ängsten aufnehmen, um dem jungen Samson - und einer alten Freundin - beizustehen.



Rezension:
Fahrat deReemer ist nach wie vor auf der Suche nach seinem Großvater Reugel deReemer und die STADT ist sich nach Mortons Sturz selbst überlassen. Der 18-jährige Samson Kowalski lebt in der STADT. Nach Jahren in Pflegefamilien, seine Mutter starb vor einigen Jahren, hat er endlich seine erste eigene Wohnung, aber wirklich viel geändert hat sich in seinem Leben nicht. Samson ist sehr introvertiert, arbeitet im Bio-Laden, züchtet Regenwürmer und Freunde hat er keine.

Samson ist die Sorte Junge, die gerne, viel und oft von vermeidlich Stärkeren fertig gemacht wird. Nach eben einer solchen Begegnung trifft er auf eine Nachbarin. Doch diese, anstatt ihn freundlich zu grüßen, beschimpft ihn und greift ihn verbal an. Samson weiß gar nicht, wie ihm geschieht, doch eines hat er herausgehört: Diese Frau, Emily LaGrange, kannte seine Mutter. Ob er will oder nicht, Samson muss unbedingt Kontakt mit Emily, genannt Em, aufnehmen, um endlich die Wahrheit über das Leben seiner Mutter zu erfahren.

Dann wird Em eines nachts entführt. Simon, der nachschauen will, was passiert ist, entdeckt vor ihrer Wohnung eine Kette und nimmt diese an sich - doch schon im nächsten Moment sieht er ein Monster auf der Treppe sitzen. Fluchtartig kehr er in seine Wohnung zurück, doch dieses unheimliche Wesen, es handelt sich um einen sogenannten Hausgott, verfolgt ihn. Noch vermag er sich zu beruhigen, dass es sich bei der Sichtung dieses Wesens um einen vorübergehenden Prozess handelt mag, doch auch am nächsten Tag kann Samson noch immer Dinge und Wesen sehen, die es so eigentlich nicht geben sollte!

In diesem Zustand trifft er auf Fahrat, der in die STADT zurückgekehrt ist. Fahrat nimmt sich Samsons an und versucht seine Vergangenheit zu ergründen. Fest steht, das Geheimnis, welches es zu lösen gilt, liegt weiter in der Vergangenheit von Samsons Mutter begraben und es gibt Mächte, die auf keinen Fall wollen, dass dieses Geheimnis jemals wieder an die Öffentlichkeit gelangt.


Eine gelungene Fortsetzung! Der Plot wurde sehr detailliert und facettenreich ausgearbeitet und auch in diesem Band tauchen wieder die herrlichsten Wesen ala Hausgötter, Maschinenwesen und ähnliches auf. Den Schreibstil empfand ich als sehr verständlich und ansprechend gehalten, sodass ich mir die jeweiligen Szenen jederzeit bildlich vorstellen konne. Auch die Figuren, allen voran die Anti-Helden Fahrat und Samson, wurden mir sehr viel Tiefe und Liebe zum Detail ins Szene gesetzt. Das Ende des Buches lässt in diesem Fall auf eine Fortsetzung hoffen, die hoffentlich bald erscheinen wird, ich bin nämlich unheimlich gespannt, wie die Geschichte zwischen Fahrat und seinem Vater ausgehen wird.

Bewertung

Der Autor:
Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert – von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Und so findet sich in seinen Kurzgeschichten genauso wie in seinem Debütroman "Ava und die STADT des schwarzen Engels" eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags.

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Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 4. August 2012

[Rezension] Chris M. Wagner - Social Network: Die Bibliothek des Schicksals


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 289
ISBN: 978-3-862-82015-3
Erscheinungstermin: November 2011 (1. Auflage)
Preis: 13,90 EUR (D)
Format: Broschiert
Verlag: ACABUS

Klappentext:
Das Netz kennt dich.
Es weiß, was du willst und es gibt dir, was du brauchst.
Es spielt mit dir, wie mit einer Marionette.
Und ohne dass du es bemerkst, spielt es auch mit deinem Leben.
Schicksal? Ein Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen, ein einzelnes Ereignis aus Ursache und Wirkung. Alle Ereignisse dieser Welt können zu einem großen Flechtwerk zusammengefasst werden - Wirkung des einen ist die Ursache des Nächsten.
Was wäre, wenn man in dieses Netz eingreifen und es nach belieben formen könnte?
Rosemarie von Wards wird bewusstlos im Heizungskeller ihres Strandhauses aufgefunden. Trotz notärztlicher Behandlung verstirbt sie noch im Krankenhaus. Doch warum war der Keller verschlossen? Ist es Zufall, dass sich die lebensnotwendige Infusion lockerte?
Dies alles ist ein schwerer Schock für Rosemaries Verlobten, Daniel Lang. Er möchte das Erlebte am liebsten hinter sich lassen und beginnt ein neues Leben in München. Der Job bei einem Unternehmen mit dem Namen FaTec ist ihm so gut wie sicher.
Da holen ihn die Ereignisse ein. Er wird in einen Unfall verwickelt, der Taxifahrer wird erschossen, und niemand glaubt Daniel, als er von dem mysteriösen Priester mit dem schwarzen Kollarkragen spricht - bis auf seine scheinbar geistesgestörte Nachbarin Grace Owen aus dem dritten Stock.
Was Daniel nicht weiß: Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in den Klauen der Hüter des Schicksals.


Rezension:
Daniel Langs Leben ist nur noch ein Scherbenhaufen. Nach dem mysteriösen Tod seiner Freundin Rosemarie von Wards, der ihm angelastet wird, ist er in München untergetaucht. Doch es muss weiter gehen, dass weiß auch Daniel und er sieht eine neue Chance gekommen, als ihm ein Job bei FaTec angeboten wird. Er ist Computerfachmann und dieses Unternehmen beschäftigt sich mit einem Social Network. Doch auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch wird sein Taxifahrer erschossen und er selbst landet im Krankenhaus, ohne konkrete Erinnerungen, denn den Tod des Taxifahrers will ihm niemand glauben. Auch den Priester, den er gesehen haben will, scheint es nicht zu geben.

Ohne irgendeinen konkreten Hinweis, zieht er sich erst einmal in seine Wohnung schutzsuchend zurück, denn noch immer lastet man ihm den Tod Rosemaries an und er wird noch immer gesucht. Dann lernt er in seinem Haus eine der anderen Mieter kennen. Es handelt sich um Grace Owen, eine überaus attraktive junge Frau, die jedoch der Meinung ist, dass sie verfolgt wird. Von daher befindet sie sich immer auf der Flucht. Das sie auch noch eine Stimme in ihrem Kopf hört, verschweigt sei Daniel zum Glück. Doch Daniel ist sich nicht sicher, was er von Grace halten soll und beschließt, aufgrund seines ehe schon belasteten Lebens, lieber Abstand von ihr zu halten.

Als jedoch Richard von Wards, Rosemaries Bruder, bei Daniel auftaucht, um den Tod seiner Schwester zu rächen, gelingt es Grace, Daniel zu Hilfe zu eilen und mit ihm zu fliehen. Nach und nach muss Daniel erkennen, dass irgendetwas versucht, ihn in eine bestimmte Richtung seines Lebens zu drängen. Sind es dieselben Leute, von denen Grace der Meinung ist, dass sie verfolgt wird? Doch dann macht Daniel eine erschreckende Entdeckung. So etwas wie "Schicksal" scheint es nicht zu geben. FaTec scheint über das Leben und die Entscheidungen aller Menschen um ihn herum zu bestimmen und er ist sich sicher. FaTec muss zerstört werden, damit die Menschen wieder ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen können. Doch wie soll es gelingen, in dieses sehr gut kontrollierte Unternehmen einzudringen und es zu sabotieren?


Was für eine erschreckende Vorstellung, dass es so etwas wie Schicksal nicht geben sollte und alles über der Menschen Kopf entschieden würde. Der Plot des Buches wurde sehr detailliert und mit viel Tiefgang erarbeitet, allerdings hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten, mich in die Geschichte voll einzufinden, da ich technologisch und auch computertechnisch nicht wirklich versiert bin. Die Figuren, allen voran Protagonist Daniel lang, wurden mir sehr viel Tiefe in Szene gesetzt. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass der Autor den Leser immer wieder in den Kopf der Figuren hineinschauen lässt, sodass die jeweiligen Handlungen für jeden ersichtlich sind. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat - und ich glaube dennoch an das Schicksal und nicht an ein Unternehmen, das alles lenkt!

Bewertung

Der Autor:
Chris M. Wagner, Jahrgang 1972, versinkt gerne in Büchern über unheimliche Gegebenheiten an fantastischen Orten. Vielleicht fing er aus diesem Grund mit 33 Jahren an, selbst solche Texte zu verfassen. In ruhigen Momenten zeichnet er Bleistiftskizzen. Und gelegentlich spielt er ein Stück auf seiner verstaubten Gitarre. Er lebt mit seiner Ehefrau und zwei bezaubernden Töchtern in einem Vorort von München, wo er bereits an dem nächsten mystischen Roman arbeitet.
In der Tat begann der Autor erst sehr spät mit dem Schreiben. Seine Jugendzeit verbrachte er überwiegend im eigenen, kleinen Tonstudio und produzierte Eigenkompositionen. 1999 huschten die ersten Gedanken von selbst geschriebenen Geschichten durch seinen Kopf, die sich aber ebenso schnell wieder verzogen. 2006 startete er schließlich aktiv, sein Wissen über das fiktionale Schreiben aufzubauen, und arbeitete parallel dazu an Übungsromanen und Kurzgeschichten.
2009 nahm ihn schließlich der ACABUS Verlag unter Vertrag, mit dem Auftrag, den Roman 'Social Network. Die Bibliothek des Schicksals' zu verfassen, von dem bis dahin nicht mehr als eine simple Leseprobe und ein Exposé existierten.
Chris M. Wagner arbeitet hauptberuflich als Softwareentwickler in München.

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Mittwoch, 28. März 2012

[Rezension] Andreas Dresen - Das Buch des Hüters

Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 221
ISBN: 978-3-862-82053-5
Erscheinungstermin: 8. Dezember 2011 (1. Auflage)
Preis: 12,90 EUR (D)
Format: Taschenbuch
Verlag: ACABUS

Klappentext:
'Kommando 9. August. Wir befreien Sie vom Diktat des Stroms und der Herrschaft des Computers. Leben Sie natürlich.' Diese Sätze leiten das Ende der uns bekannten Welt ein: Als radikale Umweltschützer die gesamte Stromversorgung zum Erliegen bringen, bedeutet dies eine Katastrophe für die Menschheit: Atomkraftwerke explodieren, Tiere beginnen sich gegen die Menschen zu richten und die Natur erobert die Erde zurück.
Hundert Jahre später fristen die Bewohner des industriellen Nordens ihr Leben in einer grauen Stadt voller Maschinen und Fabriken, während in der mittelalterlichen Gesellschaft von Panäa, dem verfeindeten Süden des Landes, alle technologischen Neuerungen verboten sind.
In dieser Welt bekommt Pejo, ein junger Mann aus dem Norden, auf einer Expedition in den Süden ein geheimnisvolles Buch von einem sterbenden Mädchen anvertraut. Schnell stellt Pejo fest, dass die Mächtigen sowohl im Norden als auch im Süden des Landes alles daran setzen würden, in den Besitz dieses Schriftstückes zu gelangen, und dass er zwischen die Fronten eines alten Krieges geraten ist. Auf seinem Weg durch den Süden, auf dem er Heilerinnen, Mutanten und gefährlichen 'Viechern' begegnet, muss er nicht nur Gefahren trotzen, sondern sich auch der Vergangenheit seines Landes und seinen eigenen Gefühlen stellen - denn nur so kann er am Ende die richtige Entscheidung treffen.

Rezension:
Nach dem Zeitalter der Technologie: Vor 100 Jahren haben Aktivisten die Stromversorgung der gesamten Welt gekappt, mit ungeahnten Folgen. Nun steht die Menschheit wieder am Anfang - Strom kennen sie nur noch aus Sagen und Legenden, das bisschen Technologie, das überdauert hat, ist heiß begehrt, die Welt hat sich in zwei Teile gespalten. Nun existieren auf dem Kontinent, der ehemals Europa war, nur noch Panäa und Flusshaven. In Panäa wird Technologie vom Gesetz her abgelehnt, hier gibt es nur das ursprüngliche Leben. Ein paar Relikte aus der alten Zeit werden als Schmuggelware gehandelt. Hier ist die Armut und das Unglück groß und viele der Menschen in Panäa würden lieber im Norden, in Flusshaven, leben, denn dort gibt es noch Technologie. In Flusshaven gibt es noch Fabriken, doch nichts anderes. Tag für Tag, Jahr für Jahr schuften die Menschen in den Fabriken des Stromkönigs, noch nie sahen sie einen Baum oder ein Feld, denn in Flusshaven wird zwar produziert, aber nichts angebaut. So entsteht zwischen diesen beiden Teilen der Welt ein Abhängigkeitsverhältnis - und dennoch brodelt es überall. Die Menschen sind unzufrieden.

Der junge Pejo aus dem Norden wurde vom Stromkönig nach Panäa gesandt, um das "Buch des Hüters" zu finden. Pejo ist Anfang zwanzig, doch auf Grund seiner sehr behüteten Kindheit, hat er von der Welt um sich herum nur sehr wenig Ahnung. Als seine Karawane überfallen wird, überlebt er als einziger, doch er ist vollkommen auf sich allein gestellt. Was soll er machen? Er spricht die Sprache der Menschen hier, es ist auch seine eigene, aber ansonsten ist ihm in Panäa alles unbekannt. Er weiß jedoch, wenn er entdeckt wird, wird er getötet, denn er ist aus dem Norden und somit ein Feind. Huya, eine fahrende Prostituierte und Kräuterfrau nimmt ihn auf und hilft ihm, sich in dieser Welt zurecht zu finden. Denn trotz aller Unwegsamkeiten hat Pejo nur ein Ziel vor Augen: Er will wieder nach Hause, nach Flusshaven.

Während dessen wurde Walther vom Stromkönig entsandt, um das "Buch des Hüters" an sich zu nehmen, ohne Rücksicht auf Verluste. Walther ist ein sehr erfahrener Söldner und hat schon so manchen unschönen Auftrag für den Stromkönig ausgeführt, doch auch er hat ein Ziel vor Augen. Er muss dieses Buch finden, um jeden Preis, denn nur so kann er das Leben seiner Frau Maya retten.

Während seines Aufenthaltes in der kleinen Stadt Waldfurth wird Pejo Zeuge eines Anschlages - das Ziel: Das Buch des Hüters. Junge Aktivisten wollen es zerstören, denn sie befürchten, es bringe nur noch weiteres Unglück über die Welt. Pejo wird als Beteiligter des Anschlages verdächtigt, kann jedoch fliehen. Er trifft auf Rosso, eine dieser jungen Aktivistinnen und kann mit ihr kurzfristig untertauchen. Doch Rosso ist verletzt und stirbt - zuvor gibt sie Pejo jedoch das "Buch des Hüters", das sie an sich genommen hat.

Unerwartet hat Pejo seinen Auftrag erfüllt - jetzt steht ihm jedoch das größte aller Abenteuer bevor, die Reise zurück nach Flusshaven. Unterwegs muss er gegen Bestien und Mutanten kämpfen, doch auch seine Feinde sind ihm dicht auf den Fersen. Was steht in dem "Buch des Hüters", dass jeder, der es besitzt, kurz darauf sein Leben verliert?


Was für düstere Zukunftsaussichten!!! In diesem Endzeitroman führt uns der Autor glaubhaft vor Augen, was mit der Menschheit geschehen würde, wenn wir plötzlich ohne Strom, ohne wirkliche medizinische Versorgung, jedoch mit mächtigen, von der Natur geschaffenen Feinden dastehen würden. Der Plot wurde sehr fantasievoll und auch erschreckend-realistisch dargestellt, denn in unserer heutigen Zeit möchte ich mir nicht einmal im Ansatz vorstellen, wie das Leben ohne Technologie wäre - Andreas Dresen hingegen ist es fantastisch gelungen, mir dies vor Augen zu führen.

Die Figuren des Romans weisen sehr viel Tiefe und Dynamik auf, jederzeit konnte ich sie mir bildlich vor Augen vorstellen. Ganz besonders gut hat mir die Wandlung des Pejo gefallen, der anfangs wirklich nicht mehr ist als ein verwöhnter Sohn aus guten Hause, sich jedoch nach und nach seiner eigenen Stärken bewusst wird und es immer wieder schafft, über sich selbst hinaus zu wachsen. Ferner muss ich an dieser Stelle ebenfalls die innere Wandlung des Walthers positiv aufführen - diese fand ich auch ausgesprochen gelungen, ich hatte für ihn nie die Hoffnung aufgegeben.

Der Schreibstil ist klar und leicht verständlich halten, sodass ich es zwischendurch sehr schwierig fand, dieses Buch überhaupt aus der Hand zu legen, da mich die ganze Geschichte um eine Welt nach der Technologie sehr gefesselt hat. Nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass es zu diesem Buch einen 2. Band geben wird, es gibt mit Garantie noch so viel über Panäa und Flusshaven zu berichten und auch über Pejos weitere Entwicklung, dass ich an dieser Stelle auf jeden Fall schon einmal Interesse für einen weiteren Band bekunden werde.

Bewertung

Der Autor:
Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert – von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Und so findet sich in seinen Kurzgeschichten genauso wie in seinem Debütroman "Ava und die STADT des schwarzen Engels" eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags.

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses tolle Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.