Montag, 25. Januar 2016

[Hörbuch-Rezension] Corina Bomann - Die Sturmrose


Leseprobe


Eckdaten:
Audio CD
Verlag: Hörbuch Hamburg; Auflage: 1 (6. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869091509
ISBN-13: 978-3869091501
Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2,5 x 14,4 cm

Inhalt gem. Ullstein:
Nach einer gescheiterten Beziehung verliebt Annabel Hansen sich in einen alten Kutter mit dem Namen »Sturmrose«. Sie will das Schiff restaurieren und ein Café daraus machen. Bei den Renovierungsarbeiten findet sie einen Brief: Vor über dreißig Jahren hat das Boot einer jungen Frau zur Flucht aus der DDR verholfen. Vollkommen aus der Bahn geworfen, geht Annabel dem bewegenden Schicksal nach und begegnet dabei Christian, dessen Geschichte tragisch mit dem Kutter verbunden ist. Gemeinsam suchen sie nach der Frau von damals und finden Erschreckendes über Annabels eigene Kindheit heraus.

Zum Buch:
Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen gemeinsam mit ihrer 5-jährigen Tochter aus dem Westen auf die Insel Rügen.
Dort sieht sie eines Tages einen heruntergekommenen Kutter, der als Passagierschiff umgebaut wurde, die "Sturmrose", im Hafen von Sasnitz liegen, in den sie sich auf Anhieb verliebt. 
Ihr Job als Werbefrau bringt ihr leider noch nicht soviel ein, dass sie sich das Schiff leisten kann, so ist sie froh, dass sie sich mit dem Mitbewerber Christian Merten auf einen gemeinsamen Kauf und Nutzungsrecht einigen kann.
Annabels Vater ist Schiffbauer und hat seiner Tochter schon beizeiten mit zur Arbeit genommen und ihr die Liebe zu den Schiffen nahe gebracht.
Christian Merten verbindet mit dem Kutter ein Ereignis aus seiner Vergangenheit und möchte ihn aus diesem Grund erwerben.

Bei den Renovierungsarbeiten wird ein Brief hinter der Holzpaneele gefunden, den vor 30 Jahren eine junge Frau schrieb, die auf diesem Kutter aus der DDR in die BRD flüchtete. 
Dieser Brief geht Annabel sehr nahe, hatte ihre Mutter sie doch einst selbst in einer Nacht- und Nebelaktion zurück gelassen, um in den Westen zu fliehen. Alte Erinnerungen brechen hervor und Annabel fragt sich, ob das alles wirklich so geschehen ist, wie es ihr ihre Erinnerung vorspielt?...

Mit diesem Buch begeistert die Autorin Corina Bomann wieder einmal mehr die Leser, vor allem mich.
Es ist ein Roman, der ein Stück DDR-Geschichte aufarbeitet.
Bürger, die nicht mehr in der DDR leben wollten und in den Westen geflüchtet sind, sind genau so ein Thema wie das Thema der Zwangsadoptionen.

Annabel lebte einst mit ihrer Mutter in Leipzig, bis diese in einer Nacht einfach verschwand. Ihr, die erst 5 Jahre alt war, erzählte man, dass ihre Mutter abgehauen wäre. Sie selbst konnte das noch gar nicht erfassen, war nur völlig verstört darüber, dass ihre Mutter, die sie liebte, sie allein zurückgelassen haben sollte. Diesen Schmerz und dieses Gefühl des Alleinseins sollte sie nie wieder ablegen. Noch heute wird sie von diesen Ereignissen in ihren Träumen verfolgt.
Sie kam in ein Heim und wurde mit 6 Jahren von dem Ehepaar Hansen adoptiert und verlebte bei ihnen eine schöne Kindheit.
Nach der Wende zog sie mit ihren Eltern in den Westen, von wo sie wieder wegzog, als sie geschieden wurde.

Nun hat sie mit dem Brief einer Flüchtigen aus der ehemaligen DDR wieder das Tor zu ihrer Vergangenheit aufgeschlagen und sie und Christian fragen sich, ob die Briefeschreiberin es einst in den Westen geschafft hatte und ob sie noch lebte.
Annabel lässt es keine Ruhe und sie recherchiert, um hinter das Geheimnis des alten Kutters zu kommen und das der Briefeschreiberin. Dabei beschäftigt sie sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit und der ihrer Mutter.

Unglaubliches wird offenbart und obwohl dieses Buch frei erfunden wurde, könnten die Ereignisse so geschehen sein. Menschen, die mit dem DDR-System nicht klarkamen, wollten in den Westen, was ihnen vom Staat verweigert wurde. So blieb ihnen nur Möglichkeit der Flucht, die leider nicht immer erfolgreich verlief. So wie es immer Menschen gab, die die DDR verlassen wollten, so gab es auch immer welche, die ihnen dabei halfen.
So wurde auch die "Sturmrose", ein ehemaliger Fischkutter, der in ein Passagierschiff umgebaut wurde, zu Fluchtzwecken eingesetzt.

Das Buch erzählt nicht nur die Geschichte der "Sturmrose", sondern auch die von Annabel, Christian und auch die von Annabels Mutter.
Es ist ein ergreifendes Buch, das einen Teil der DDR-Geschichte aufarbeitet.

Es ist ein Buch, in dem Themen wie Republikflucht, Zwangsadoptionen, Willkür, Liebe, Vertrauen und Hoffnung eine Rolle spielen. 

Ich habe dieses Buch als Hörbuch erlebt und war sehr angetan von Elena Wilms, die das Buch eingesprochen hat. Bewegend und mitfühlend hat sie gelesen und dieses Buch damit zu einem Highlight werden lassen.

Der Autorin Corina Bomann ist es einmal mehr gelungen, mich von der ersten Seite bzw. vom ersten gesprochenen Wort an mit ihrer Geschichte zu fesseln und in den Bann zu ziehen. Wieder einmal mehr verbindet sie 2 Zeitebenen miteinander, die eine Einheit bilden. Einmal angefangen, kann man es einfach nicht mehr weglegen, man will die gesamte Geschichte erleben und das sofort. Ein Buch mit Suchtpotential.
Eine wunderbare Autorin, deren Buch ich wieder einmal gern weiterempfehle.

Bewertung: 


Zur Autorin:
(Text übernommen von Ullstein)
Corina Bomann lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern und hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben.
Mehr über die Autorin findet ihr HIER



Von Corina Bomann wurden gelesen und rezensiert:
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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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