Dienstag, 3. Februar 2015

[Rezension] Patrizia Sabrina Prudenzi - Mannheim: Heiter bis blutig


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 130
ISBN: 978-1-483-99475-8
Erscheinungstermin:
19. April 2013  
Format: Taschenbuch
Verlag:
CreateSpace Independent Publishing Platform

Klappentext gem. Amazon:
Mannheim ist die Heimat von Bülent Ceylan und der Söhne Mannheims sowie das lebendige Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar. Manche Bewohner teilen sich nicht nur den Lebensraum, sondern sie haben noch einen Zeitvertreib gemeinsam: Sie töten. Von zerplatzten Karriereträumen, wildem Sex, Nachkriegsdramen, bis zu Vampiren und Jesuiten auf Abwegen: In dieser Stadt ist alles möglich.
EIN TAG ZUM LOSLASSEN Ein warmer Septembertag, die Sonne scheint, die Blätter sind bereits herbstlich bunt, die Parkanlage am Wasserturm lädt zum Entspannen und Genießen ein. Wenn ihr Leben nur eine andere Wendung genommen hätte...
SZENEN EINER NECKARSTÄDTER EHE Erna erträgt Krieg und Zerstörung und zieht dabei ihr Kind groß. Bei jedem Heimaturlaub ihres Mannes merkt sie, wie er sich verändert und ihr zunehmend fremd wird. Als er nach dem Krieg nicht zurückkommt, glaubt sie, er ist gefallen. Aber eines Tages steht er vor ihrer Tür und bringt Hass und Gewalt in ihr mühsam geordnetes Leben. Sie löst das Problem auf ihre Art. Viele Jahre später lernt sie, dass jeder Mensch auf dieser Erde seine Rechnung bezahlen muss.
DIE SAAT WAR DER WIND Ein erfolgreicher Mann im besten Alter ist fast am Ziel seiner Träume: Die Übernahme der Firma, in der er als Geschäftsführer arbeitet. Eine junge, schöne aber berechnende und manipulative Frau, die sich nicht scheut, Sex einzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen, kreuzt seinen Weg. Er muss zusehen, wie sie nach und nach alles an sich reißt und seine Hoffnungen und schließlich sein Leben ruiniert. Und er ahnt, dass es noch schlimmer kommen wird.
DIE SONNE IST TOT Sie ist gewohnt zu schweigen und zu gehorchen. Sie lässt alles über sich ergehen, Schläge und Demütigungen, die heimlichen Besuche nachts in ihrem Kinderzimmer. Sogar den Mord an ihrer Mutter behält sie für sich. Bis zu dem Tag als die Sonne stirbt. Ein ungewöhnlicher Ehrenmord.
JUNIMOND Wie ist es, mitten in der Nacht an einem fremden Ort aufzuwachen und sich an nichts erinnern zu können? Nur der Vollmond wird Zeuge eines seltsamen Erwachens, das die Selbstwahrnehmung und das Leben eines jungen Mannes auf Dauer verändern wird.
DIE MANNHEIMER KATHEDRALE In den Jahren 1665 und 1666 wütete die Pest in Mannheim. Die Stadt erlebte nicht mal 100 Jahre nach ihrer Gründung ein wahres Horror-Szenario: Menschen starben reihenweise, die Amtsleute flohen und überließen die Stadt ihrem Schicksal, die Toten wurden in Massengräbern verscharrt. Es entstand ein Hügel, der bis heute den Namen »Pestbuckel« trägt. Der Bader Jakob Zehrer übernahm die Leitung der gesundheitspolizeilichen Dienste und musste sich dabei nicht nur um die Leichenberge kümmern. Ein historischer Krimi.

Rezension:
*Ein Tag zum Loslassen*
Eine Frau setzt sich an einen Brunnen - sie will einfach nur allein für sich sein und beobachtet das Wasserspiel, dass sich ihr bietet. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, doch Loslassen ist gar nicht so einfach.

*Szenen aus einer Neckarstädter Ehe*
Die 88-jährige Erna berichtet ihren Zuhörern aus ihrem Leben, wie es war, vor dem 2. Weltkrieg aufzuwachsen, wie sie sich verliebte, heiratete, ein Kind bekam - und wie sich ihr Mann in den Kriegsjahren immer mehr veränderte. Diese Veränderungen hatten unvorhersehbare Folgen ...

*Die Saat war der Wind*
Er, in mittleren Jahren, ist erfolgreich im Job und zufrieden mit seinem Leben. Zwar hat seine Ehe nicht gehalten, aber er ist stolz auf seine Tochter und hat zu ihr ein sehr gutes Verhältnis. Zum absoluten Glück fehlt ihm nur noch das Einverständnis, dass er die Firma, in der er arbeitet, übernehmen / kaufen darf. Doch eines Tages taucht Paula, die Schwiegertochter in Spe des Chefs in seinem Leben auf und er ahnt es bereits - diese Frau ist der Anfang vom Ende ...

*Die Sonne ist tot*
Die 16-jährige Dilay hat es nicht leicht. Bis vor kurzem durfte sie noch zur Schule gehen und hatte dort ein mehr oder weniger freies Leben, doch das hat sich geändert, denn in die Schule darf sie nicht mehr, jetzt geht sie Putzen. Ihr Vater und Bruder bestimmen über ihr Leben - so wie es schon immer war und es wurde schlimmer nach dem Tod ihrer Mutter. Doch als ihr Vater auch noch eine Ehe arrangiert, wächst ihre Verzweiflung von Minute zu Minute und ein kühner Plan reift in ihr heran ...

*Junimond*
Ein junger Mann wacht nach einer durchfeierten Nacht auf und hat anfänglich Schwierigkeiten, sich überhaupt zu orientieren. Erst nach und nach wird ihm klar, was sich am Vorabend alles ereignet hat und mit jeder weiteren Erinnerung wächst eine Erkenntnis in ihm ...

*Die Mannheimer Kathedrale*
Der Unfreie Josef wendet sich völlig verzweifelt an Meister Zehrer. Sein Herr, Karl von Ludwigstein und dessen gesamte Familie, ist tot - augenscheinlich an der Pest gestorben, doch Josef glaubt nicht daran, auch wenn alles danach aussieht, deswegen wendet dieser sich an Zehrer, dem die gesundheitspolizeilichen Tätigkeiten in Mannheim obliegen. Auch Zehrer hat schnell Zweifel ...


Anfänge einer Schriftstellerlaufbahn! Bei diesem Buch handelt es sich um eine kleine, feine Sammlung von Kurzgeschichten der Autorin Patrizia Sabrina Prudenzi aus ihren schriftstellerischen Anfangszeiten. Diese decken sowohl die Bereiche Fantasy, Thriller/Krimi und Historie ab, einfach eine bunte, aber mörderische Mischung. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, doch leider waren mir die Geschichten viel zu kurz, ich mag es lieber, die Figuren näher kennen zu lernen, wobei meine Lieblingsgeschichte die der "Neckarstädter Ehe" ist, die etwas länger als die übrigen Kurzgeschichten ist und eine ganz tolle Protagonistin hat, wobei mich die Kurzgeschichte "Die Saat war der Wind" auch total genial fand - diese hatte einen überaus faszinierenden Plot.

Bewertung

Von Patrizia Sabrina Prudenzi bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin: 
Patrzia Sabrina Prudenzi: Ich entstamme aus einer deutsch-italienischen Ehe und wurde im Jahr 1963 in Mannheim geboren. Kindheit und frühe Jugend verbrachte ich in Italien. Nach dem Abitur habe ich in Perugia Politische Wissenschaften, später in Mannheim Wirtschaftsinformatik studiert. Heute arbeite ich als IT-Spezialistin und habe in diesem Bereich bereits einige Sachbücher publiziert. Ich habe mich schon immer als »Winterkind« bezeichnet, da mein Geburtstag im Dezember liegt. Schon als kleines Mädchen liebte ich den Herbst als den Vorboten des Winters, vor allem wenn der Nebel über den Feldern und in den Wäldern schwebt. Dann saß ich am Kaminfeuer und lauschte den zugegebenermaßen für ein Kind etwas zu gruseligen Erzählungen meiner italienischen Oma, die sich als Dorfhexe einen Namen gemacht hatte. Viele Stunden verbrachte ich in dem Mumien-Museum in der Krypta der Dorfkirche des kleinen Ortes in den italienischen Apenninen. Dort starrte ich die mumifizierten, ausgestellten Gerippe an, und stellte mir diese Menschen zu ihren Lebzeiten vor. Ihre leeren Augenhöhlen erzählten mir von ihrem Leben und von ihrer Traurigkeit, nun tot zu sein. Ich wollte nie die Knochen anfassen, weil ich Angst hatte, dass diese in mir Gefühle auslösen könnten, die mich überwältigen würden. Manchmal durfte ich dort die Touristen-Führungen machen, vor allem wenn die Erwachsene im Sommer zur Mittagszeit ein kleines Schläfchen machten. Ich merkte bald, dass ich eine Menge Erwachsene zum Gruseln bringen konnte, wenn ich, mit meiner Barbie-Puppe in der Hand, die Geschichten der Todesfälle blutig und düster ausschmückte. Schreiben war für mich in der Schule immer ein Vergnügen. Ich verschlang ein Buch nach dem anderen. Früh bildete sich mein Interesse für das Übernatürliche und das Okkulte, auch wenn ich finde, dass die Welt ein schöner Platz zum Leben ist. Ich glaube, dass meine Fähigkeit, mich in den Erfahrungen von anderen, auch fiktiven Personen, einzufühlen, sich in den dunklen Gewölben des Mumien-Museums entwickelt hat. Aus diesem erschreckenden und faszinierenden Reich der Fantasie schöpfe ich heute noch meine Erzählungen. Man kann mir ruhig glauben, wenn ich über Geister, Dämonen oder schreckliche Morde schreibe, stets das Gleiche wie meine Figuren empfinde. Wenn sie Herzklopfen oder Atemnot haben, habe ich es auch. So entstehen die extrem realistischen (manche sagen sinnlichen) Beschreibungen in meinen Texten. Ob das eine Begabung oder ein Verhängnis ist, sollst Du Leser selbst entscheiden.  (übernommen von Amazon)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 

Patrizia Sabrina Prudenzi 

bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 2. Februar 2015

[Rezension] Ricardo Donnert - An Wonne erquicken



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 55
Erscheinungstermin: 2015  
Format: Broschiert
Verlag:
Selbstverlag
Preis: 9,50 EUR
Zu beziehen: hier

Rezension:
Bei "An Wonne erquicken" handelt es sich um einen kleinen Gedichtband, der 2015 im Selbstverlag erschienen ist. Bei diesem Gedichtband handelt es sich um eine Sammlung unterschiedlichster Gedichte. Diese reichen von wenigen Zeilen über mehrere Absätze, einige reimen sich, andere wiederum nicht.

Angesprochen werden sowohl Gefühlslagen, wie auch verschiedene Situationen, auch über verschiedene Zeiträume. Besonders gefallen hat mir, dass sich auch Texte in dem Werk wiederfinden, wo sich im Laufe des Gedichtes herausstellt, dass diese nicht in jüngster Vergangenheit spielen, sondern eine deutlich ältere Zeitepoche widerspiegeln.
Alles in allem kann ich sagen, dass ich zwar kein großer Freund von Gedichten bin (war ich in der Schule schon nicht), mir jedoch die Lektüre dieses Gedichtbandes sehr gefallen hat, da ich schnell feststellte, dass der Beginn der Texte, nicht unbedingt auf das jeweilige Ende schließen lässt und das ist etwas, das ich mag: Das Unerwartete.

Mit freundliche Genehmigung des Autoren habe ich hier noch zwei Gedichte für euch:


Natürlicher Einklang
Bienen schwirren aus ihr Werk zu tun
Über die wilde Hecke schießt der Sperber
Im Stadtpark hat ein Sturm gewütet
Roter Regen fällt vom Ahorn auf ein Grab
Moos gedeiht üppig an der Friedhofsmauer
Droben ein Ballon und Stare
Wenn man die Augen zuklappt erkennt man
Geradewegs jenen Wert der Stille
Mitten im Dschungel der Metropole



Wenn ich tagsüber mit Dir
Im Bett sitze, Lindenblütentee schlürfe
Und mich an dich drücke,
Bin ich aus dem Irrgarten hinausgerannt.
Nicht stark brauchst du sein,
Wie Löwen in freier Savanne.
Wenn du viel mit mir sprichst,
Mich anfässt wenn es gewittert.

Wenn nachts mein zierliches Gesicht auf deinem Herz ruht,
Wärme uns umschliesst,
Dann klopft wieder diese Sehnsucht an.
Wir wiegen das Baby, stolz,
Als wäre die Vergangenheit kinderleicht gewesen.
Du mit deinem Trieb. Ich mit meiner Lust.

Unsere Liebe funkelt.
Verschmolzen zu einem unbezahlbaren Rubin.
Schaust du ihn an, macht er glücklich.
Nimmst du Anteil an seiner Aura,
Fließt Honig über deine zweifelnden Äste.

Bewertung

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei


Ricardo Donnert

bedanken, dier mir diesen Gedichtband zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Heidrun Hurst - Im Feuer des Lebens (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 336 
ISBN: 978-3-842-92306-5
Erscheinungstermin:
Juli 2014
Preis: 14
,95 EUR
Format: Taschenbuch

Verlag:
Mediakern


Klappentext gem. Mediakern: 
Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Die Geschwister Jakob und Bärbel Selzer, Bergmannskinder aus dem Schwarzwald, hat es ins Rheintal verschlagen. Sie müssen nun ihren Weg im Leben finden.
Jakob verlässt das kleine Dorf Odelshofen und zieht in den Krieg. Endlose Märsche und zermürbende Gefechte führen ihn immer weiter weg von seiner geliebten Elisabeth. Wird er sie je wiedersehen? Oder wird die hübsche Magdalena sein Herz erobern?
Elisabeth versucht indessen, mit ihrer Mutter den elterlichen Hof zu bewirtschaften. Doch immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt. Als ihre Mutter als Hexe beschimpft wird, spitzt sich die Lage zu.
Das Straßburger Findelhaus hat inzwischen Zuwachs bekommen. Doch die Arbeit mit den Kindern führt Bärbel und Sebastian an ihre Grenzen. Stück für Stück lernen sie, auch in der größten Not auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Da bedroht eine Seuche das Leben der Hausbewohner. Werden sie auch diese Prüfung bestehen?


Rezension:
Wir schreiben das Jahr 1626 und der mittlerweile 19-jährige Jakob Selzer hat in seinen jungen Jahren schon einiges erleben müssen. Erst starb seine Mutter bei seiner Geburt, ein Ereignis, das seinen Vater gebrochen hat, dann starb seine Stiefmutter - geblieben waren ihm damals nur der Vater und die jüngere Halbschwester Bärbel. Doch auch der Vater starb und die beiden Waisen blieben allein zurück. "Zuflucht" fand Jakob bei seinem Onkel, wobei er hier als billige Arbeitskraft auf dessen Hof schuften musste, während seine Schwester in der Stadt als Haushaltskraft arbeiten musste. Dann überschlugen sich die Ereignisse, Jakob verliebte sich, doch ein anderer wollte Elisabeth auch. Durch Intrigen kam es dazu, dass Jakob für den Tod seines Onkels verantwortlich war und den Tod durch den Strang finden sollte. In letzter Sekunde wendete sich sein Schicksal jedoch zum "Guten". Bärbel hingegen fiel auf den Sohn ihrer Arbeitgeber herein und wollte sich, da sie in Schwierigkeiten geraten war, das Leben nehmen. Pfarrer Sebastian Liebig konnte sie in letzter Minute retten und kümmerte sich um die junge Frau. Er verliebte sich in sie und sie heirateten. Zumindest für Bärbel scheint sich das Schicksal zum Guten gewandt zu haben.

Jakob befindet sich derweil mit anderen Männern auf dem Weg zum Musterplatz, denn um den Strang zu entkommen, musste er zusagen, zehn Jahre Dienst beim Heer zu leisten. Zehn Jahre ist eine lange Zeit und dennoch glaubt und hofft er, dass nach Ende dieser Zeit, zu seiner Elisabeth zurückkehren kann und sie beide endlich ein gemeinsames Leben beginnen können, denn Elisabeth, die Frau, die er über alles liebt, hat versprochen, auf ihn zu warten. Seine Schwester Bärbel weiß noch gar nichts von den Veränderungen im Leben ihres Bruders, denn sie sahen sich, seit Jakob bei ihrem Onkel schuftete, nur einmal jährlich an Martini. Auch Elisabeth hat es in der derzeitigen Situation alles andere als leicht. Die Verbindung zu Jakob war im Dorf bekannt, woraufhin sie und ihre Eltern nunmehr fast wie "Geächtete" behandelt werden, denn immerhin hätte sie fast einen Mörder geheiratet. Ihren Vater trifft diese Veränderung besonders hart, nicht lange nach diesen einschneidenden Erlebnissen stirbt er und lässt Frau und Tochter allein auf der Welt zurück. Nun ist es an ihnen, den Hof zu bewirtschaften, doch Elisabeth ist der Verzweiflung nahe, denn auch ihre Mutter scheint mit dem Tod des Vaters jeden Lebensmut verloren zu haben. Ob es ihr gelingt, nur mit Hilfe ihrer Mutter, den Hof rentabel zu bewirtschaften oder werden sie Hunger leiden, denn Hilfe aus der Dorfgemeinschaft ist nicht zu erwarten?

Feldherr Wallenstein, das ist von nun an der Mann, der neben Kaiser Ferdinand II, Herrscher über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, über Jakobs Leben "bestimmen" kann. Erstaunlicherweise kommt Jakob mit seinem neuen Leben sehr gut zurecht und trotz seines "Rufes", denn es ist schon eher ungewöhnlich, dass ein zum Tode Verurteilter, solch einen "Gnadenerlass" bekommt, findet er recht schnell Freunde in Balthasar, Zacharias, Heinrich, Peter und natürlich seinem Hund Aaron. Ergänzt wird diese illustre Gruppe bald noch durch Magdalena, einer jungen Frau, die sich dem Heerestross angeschlossen hat und so ihr Auskommen als Heilerin findet. Schnell wird jedoch klar, was es heißt, beim Heer zu sein - Mangelversorgung, schlechte hygienische Zustände, Krankheiten, Tod. Auch die Gruppe um Jakob ist betroffen, eine Tatsache, der sich die Freunde sogar recht zeitnah stellen müssen. Schnell ist die Einsicht da, beim Heer stirbt man nicht nur in der Schlacht, denn viele sterben bereits vorher an Krankheiten.

Bärbel und Sebastian sind derweil damit beschäftigt, ihr Findelhaus weiter auszubauen und zu managen. Ihr erstes Findelkind, Johannes taufen sie den Jungen, erhalten sie zufällig in der Nacht, in der auch Bärbels Tochter Marie zur Welt kommt, doch bald werden es immer mehr Kinder aller Altersklassen. Bereits kurze Zeit später sind es so viele Kinder, dass weder Bärbel noch Sebastian wissen, wie es weitergehen soll, doch nie würden sie ein Kind ihres Hauses verweisen, denn sie wissen, was den Kindern bevorstehen würde, wenn sie sich ihrer nicht annähmen. Doch um den Kindern Herr zu werden, überwindet Bärbel sich und stellt sich ihrer Vergangenheit, denn sie kennt eine Person, die ihnen helfen kann, das Ganze zu managen - es handelt sich um Grete, die Köchin ihrer ehemaligen Arbeitsgeberin, deren Sohn Bärbel verführte. Bärbel ist nicht wohl bei der Sache, doch für die Kinder, die ihr und ihrem Mann anvertraut wurden, würde sie alles tun - auch sich mit der Großmutter ihres Kindes anlegen. Tatsächlich gelingt es ihr, Grete zu überzeugen, ihr im Findelhaus zu helfen, doch Ruhe will auch in ihr Leben nicht einkehren, denn sie erfährt, dass es im Dorf, in dem Jakob lebt, einen Mord gegeben haben soll und sie ahnt, was passiert ist ...


Der 2. Band der Kinder-des-Bergmanns-Reihe! Der Plot wurde wieder ausgesprochen spannend und bildgewaltig erarbeitet. Was mich besonders beeindruckt zurückgelassen hat ist die Tatsache, wie es die Autorin geschafft hat, mir das damalige Leben in allen Facetten, sei es beim Heer (Jakob), in der Stadt (Bärbel) oder auch als "Geächtete" in einem Dorf (Elisabeth) vor Augen zu führen. In jeder dieser Situationen hatte ich die jeweiligen Szenen direkt vor Augen und hatte das Gefühl, ich wäre tatsächlich beinahe mit vor Ort und würde alles mit den Figuren gemeinsam erleben. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. An dieser Stelle fällt es mir sehr schwer zu beschreiben, welche Figur mich am meisten beeindruckt hat, denn es waren einfach alle. Nicht eine Figur war dabei, bei der ich dachte, die hätte man doch etwas anders gestalten können, nein, ich bewundere Jakobs Mut und Glauben an sich und sein Schicksal und seine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit seiner Elisabeth, ich bin fasziniert von Bärbel, die trotz aller Widrigkeiten niemals den Mut verliert und fest hinter ihrem Mann und den Findelkindern steht, für die sie verantwortlich ist und für die sie alles tun würde und natürlich Elisabeth, die junge Frau, die sich entgegen der Konventionen für einen "armen Knecht" entschieden hat und auch an diesem Mann festhält, als er als Mörder verurteilt wird. Sie nimmt eher das Leben einer "Geächteten" in Kauf, als ihrer Liebe zu Jakob zu entsagen - was für eine starke Persönlichkeit. Aber auch die Nebencharaktere weisen eine starke Intensität auf, denn jeder einzelne hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor, sei es in Jakobs, Bärbels oder Elisabeths Umfeld. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd, ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, zu sehr war ich in der Geschichte gefangen. Jetzt ist wieder die Zeit des Wartens angebrochen - doch ich weiß, es wird sich für mich auf jeden Fall lohnen, denn ganz ehrlich, eigentlich mag ich historische Literatur gar nicht so gerne, aber diese Reihe hat mich dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich mich jetzt bereits mit Feuereifer auf den nächsten Band freue, von dem ich weiß, dass er mich nicht enttäuschen wird.

Bewertung

Von Heidrun Hurst bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin: 
Nach der Geburt meiner drei Kinder entschloss ich mich einem lang gehegten Wunsch zu folgen: dem Schreiben. Da ich zu jener Zeit auch im Kindergottesdienst einer evangelischen Gemeinde tätig war, entstand aus vielen Skizzen mein erstes Buch "Komm mit...wir feiern Kindergottesdienst". Seit dieser Zeit macht mir das Schreiben einfach Spaß. Nach einigen veröffentlichten Kurzgeschichten, beschloss ich es mit einem Roman zu versuchen. Nur über das Thema war ich mir nicht ganz im Klaren. Als dann vor neun Jahren unser Huskie Shadow bei uns einzog, begann ich mich für den Norden zu interessieren.  Die wilde Schönheit Norwegens fand ich besonders faszinierend. Doch wie konnten die Menschen früherer Jahrhunderte in solch einem rauen Land überleben? Dabei blieb ich wie selbstverständlich bei den Wikingern hängen. So kam es, dass aus meinem Debütroman eine Geschichte der Wikinger wurde. Nach zwei Jahren folgte ihm ein zweiter Teil "Das Opfer des Wikingers". Nun habe ich mich gedanklich in unsere heimatlichen Gefilde zurückbegeben. Und auch hier war es alles andere als langweilig. Der Schauplatz des Romans "Die Kinder des Bergmanns" befindet sich sowohl im Schwarzwald, als auch in der Rheinebene. Er behandelt das Schicksal der Geschwister Jakob und Bärbel, die im 17. Jahrhundert um ihr Überleben kämpfen müssen. Auf der nächsten Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte. (übernommen von Autoren-Hompage)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, die mir dieses geniale Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Sonntag, 1. Februar 2015

[blanvalet-Challenge 2015] Das 1. Update

Der erste Monat des neuen Jahres ist wie im Fluge vergangen - wir haben tatsächlich schon den 1. Tag des zweiten Monats, auch Februar genannt, des Jahres 2015: Zeit für ein Update und zwar das allererste!!!

In diesem Jahr starten wir mit 71 Teilnehmern und 47 Bücher wurden gelesenen, rezensiert und eingetragen. 

Ich hoffe, ihr habt daran gedacht, alle eure Bücher pünktlich in das Formular einzutragen? Die unten erfassten Bücher betreffen den Zeitraum 01.01.2015 - 31.12.2015 (Mitternacht). Wer eines vergessen hat einzutragen - kein Problem, einfach nachtragen, es erscheint dann im nächsten Update.

Liste der gelesenen Bücher (alphabetisch sortiert nach Teilnehmern):

Angela (67)Spycatcher

Kellerkind
AnnaDiariesEin Hauch von Schnee und Asche

Die Enklave

Schattenliebe

Die Zuflucht
Anastasia HellriegelWenn ich bleibe
AndreaIm Tal des Fuchses
AnneZwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End
BücherwesenSechs Jahre
ChristianBlackout

Die Unbekannte

Der Tänzer der Schatten
ChristianeHalb drei bei den Elefanten
claudeDie Tuchvilla
DaniDas siebte Kind
DeniseGlückliche Menschen küssen auch im Regen
Filia LibriLila Black: Willkommen in Otopia

Die vergessene Kammer
HanneDer Tag, an dem Rose verschwand
IsabelTote Hose

Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Kellerkind
KerryIm Namen des Todes
KleeblattGlückliche Menschen küssen auch im Regen
LineDie Lust in deinen Augen

Das Leben ist kein Kindergeburtstag
lord-byronDas siebste Kind
Martinas BuchweltenDer Seidenspinner

Sechs Jahre - Der Abschied von meiner Schwester
Merlins BücherkisteFeuer in Eden

Blinder Feind
Monika SchulteIn der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt

Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Das Liebesleben der Suppenschildkröte
nefWächter der Lüge
NiniDie Angebetete
RainbowNur diese eine Nacht
Rike E.Der Reiter der Stille

Jenseits
SabineKopfüber in die Kissen
Sabine - BuchweltenGlückliche Menschen küssen auch im Regen
Sabine - BuchweltenDer Tag, an dem Rose verschwand
Sabine - BuchweltenWilde Lupinen
Sabine - BuchweltenDie Stunde der Erben
SamyEin Weihnachtsschwein sieht rosa

Ich glaube, der Fliesenleger ist tot


Bücher, die mehr als 1x gelesen wurden:

5 xGlückliche Menschen küssen auch im Regen
2 xKellerkind
2 xSechs Jahre - Der Abschied von meiner Schwester
2 xDas siebte Kind
2 xDer Tag, an dem Rose verschwand

Und jetzt natürlich das Ranking, das wahrscheinlich die Teilnehmer am meisten beliebäugeln:

Die Rankingliste der TOP 3 führen folgende Teilnehmer an:
Platz 1 mit 4 gelesenen Büchern  
AnnaDiaries
Sabine - Buchwelten

Platz 2 mit 3 gelesenen Büchern  
Christian
Isabel
Monika Schulte

Platz 3 mit 2 gelesenen Büchern
Angela
Filia Libri
Line
Martinas Buchwelten
Merlins Bücherkiste
Rike E.
Samy

Auch in diesem Jahr hat uns der blanvalet-Verlag wieder seine Unterstützung angeboten - an dieser Stelle ein riesen Dankeschön nach München! Wir dürfen wieder Anfragen nach Büchern zu Rezensionszwecken starten - habt ihr das alle schon gemacht? Wenn nicht, ran an eure Mail-Accounts und los gehts - einfach eine E-Mail an sebastian.rothfuss@randomhouse.de schreiben und gebt bitte als Betreff die blanvalet-Challenge und euren Nicknamen an, damit wir jeweils zugeordnet werden können. Wollen wir doch mal zusehen, dass wir ihn mit unseren Anfragen ordentlich beschäftigen können, zumal wir ja alles versuchen werden, um ihn jeden Monat beim Update vom Stuhl zu hauen ^^

Liebe Grüße

Kerry

[Goldmann-Challenge] Das 1. Update

So ihr Lieben. Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen.
Der erste Lesemonat für die Goldmann-Challenge ist beendet und die Zeit für ein erste Update gekommen.

Wir sind 36 Teilnehmer und es wurden im ersten Monat 28 Bücher gelesen.
Das ist doch schon mal ganz ordentlich, obwohl natürlich viel mehr drin ist. Aber es soll auch Spaß machen.

Noch eine kleine Bemerkung am Rande sei mir gegönnt.
Bitte achtet darauf, dass nur Bücher von Goldmann zählen, also das Cover auch dementsprechend erkennbar sein sollte. Alles andere fliegt gnadenlos raus.
UND: Bitte zu den Rezensionen die Direktlinks einfügen. Wenn ich bei allen Teilnehmern erst die passenden Links selbst heraussuchen soll, sprengt das ein wenig den Rahmen :-)

Liste der gelesenen Bücher (alphabetisch sortiert nach Teilnehmern):



2x Die verschwundene Chefsekretärin
2x Oma Else startet durch


Und nun die interessanteste Liste, wer steht wo :-)

Die Rankingliste der TOP 3 führen folgende Teilnehmer an:

Platz 1 mit 7 gelesenen Büchern: 

Platz 2 und 3 mit je 3 gelesenen Büchern:

Wir sind also mit 28 Büchern gestartet und ich bin wirklich gespannt, wie sich die Goldmann-Challenge entwickeln wird. Nach oben ist alles offen und der Verlag hat noch so viele schöne Bücher, die gelesen werden wollen. Also packen wir es an.

Vergleicht bitte die Aufstellung oben  mit euren Unterlagen, denn auch ich bin nicht gefeit vom Fehlerteufelchen.

Weiterhin viel Spaß euch allen und weiterhin viel Spaß mit den Büchern vom Goldmann Verlag.
 
Liebe Grüße
Kleeblatt