Sonntag, 23. März 2014

[Wanderbuch] "Desperate Angels" möchte Reisen

Kennt ihr das? Es gibt Bücher, die euch begeistern, die ihr euch Buchstabe um Buchstabe einverleibt habt und die euch einfach nicht loslassen? Und dann die Frage zurückbleibt: Warum ist dieses Buch kein Bestseller geworden? Warum hat es noch nicht jeder gelesen? Warum wurde dieses Buch noch nicht leidenschaftlich diskutiert?

Ich habe den Verdacht, dass es viele dieser Bücher gibt und die Antwort auf die Frage lauten könnte: Der Autor ist (noch) zu unbekannt oder der Verlag ist zu klein oder es gibt sie nicht in den Filialen der großen Buchladenketten zu kaufen, etc.

Warum ich euch das schreibe? Ganz einfach, es gibt ein solches Buch bzw. eine Buchreihe, die mich einfach nicht mehr loslässt!

Es handelt sich um die Angels-Reihe von E. M. Ross, die ich mit Begeisterung verschlungen habe (ich bin grundsätzlich nicht ansprechbar, wenn ich eines dieser Bücher lese, ich gehe nicht ins Internet, nicht ans Telefon, bin über Handy nicht zu erreichen und wehe, jemand sollte es wagen, an meiner Tür zu klingeln - hier ist jegliche Störung untersagt!).

Warum ich euch das schreibe? Ganz einfach, ich möchte, dass ihr das Buch lest und mir eure Meinung dazu schreibt (gerne in Form einer Rezension). Deshalb möchte ich, dass Desperate Angels auf Wanderschaft geht - und ganz ehrlich, ich möchte meine Begeisterung für dieses Buch mit euch teilen und hoffe, dass es euch genauso ergeht wie mir ^^


"Drei tote Teenager in Virginia: blutjung, superreich und unschuldig. Man findet jedes der ermordeten Mädchen arrangiert als Engel in weißem Rüschenkleid mit betenden Händen, einem Engelsflügeltattoo und Sperma. Die Spezialeinheit des FBI rekrutiert den jungen Agenten Nathaniel Caim, der die Sonderkommission Angel als Profiler unterstützen soll. Als er undercover mit seiner abgebrühten Partnerin Tandra Romano okkulte Sekten infiltriert, fängt unerwartet für ihn selbst ein abartiger Albtraum an: Tandra wird während eines Rituals brutal vor seinen Augen abgeschlachtet, Nathaniel hält man anschließend monatelang in einer winzigen Zelle in Dunkelhaft, er wird allabendlich tätowiert und vergewaltigt. Knapp mit dem Leben entkommen, doch psychisch wie physisch fürs Leben gezeichnet, muss er bald feststellen, dass er eine Art Galionsfigur der Sekte der Desperate Angels geworden ist. Trotz neuer Identität und Zeugenschutzprogramm heften sich ihm die Desperate Angels und, wie es scheint, auch noch andere Mächte erneut an die Fersen. Der unfassbare Albtraum seines Lebens geht gnadenlos weiter ..." 

Wer mal schauen mag, ich verlinke euch hier mal meine Meinungen zu Band 1, Band 2 und Band 3.  

Der Ablauf:
Wenn dieses Buch dein Interesse geweckt hat und es bei dir Zwischenstation auf seiner Wanderschaft machen darf, dann kommentiere bitte unter diesem Post und schicke mir parallel dazu deine Adresse an kerry5@gmx.de. Gebt mir bitte Bescheid, wenn das Wanderbuch bei euch angekommen ist, ich schicke euch dann die Adresse der nächsten Wanderstation. Eure Adressen werden nur für diese Wanderbuchroute genutzt und anschließend gelöscht!

Als Verweildauer bei euch dachte ich so an 2 - 3 Wochen (glaubt mir, wenn ihr angefangen habt, werdet ihr auf gar keinen Fall so lange brauchen), damit die nächste Station nicht so lange warten muss. 

Gerne möchte ich auch eure Meinungen sammeln und hier verlinken, von daher hätte ich auch sehr gerne den Link zu eurer Rezension.

Wenn ihr ein bisschen Werbung für dieses Wanderbuch machen möchtet, würde mich das sehr freuen, denn je weiter die Wanderroute, desto schöner und wir können uns ausgiebig austauschen ^^

Ich werde dieses Wanderbuch, so lange, wie es wandert, auf der linken Seite des Sideboards verlinken, damit ihr immer sehen könnt, wo es sich gerade befindet und euch schon einmal die Meinungen der vorherigen Wanderstationen durchsehen.

Nun bleibt mir nur, auf eure hoffentlich zahlreichen Anmeldungen und eure Meinungen ganz hibbelig zu warten.

Kerry

Teilnehmer:
1. Kerstin --> Rezension 
2. Lena --> Rezension
3. Heike --> Rezension
4. Melanie
5. Lord Byron 
6. Betty N.  
7. Belle Morte
8. Katja 
9. Maggy17 

10. Simone

[Neuzugänge] der 12. KW 2014

Tja, wie soll es anders sein, auch diese Woche gibt es wieder Neuzugänge beim Katzenpersonal zu verkünden.
Wir können eben nicht anders.
Aber seht selbst, was uns in der letzten Woche ins Haus gekommen ist:

Kerrys Neuzugänge:



Kleeblatts Neuzugänge:
- Pankhurst, Kate - Ein Fall für Kitti Krimi: Ein Geist auf vier Pfötchen 
- Meacham, Leila - Land der Verheißung
- Gibson, Rachel - Küssen gut, alles gut 
- Clarke, Karen - Hokus Pokus Zauberkuss 
- Percy, Benjamin - Roter Mond 
- Wagner, Christoph / Haslauer, Franz - Rund ums Mittelmeer 
- Wider-Groth, Stefanie - Henkersfest 
- Garfield, Simon - Karten 
- Eikemeier, Bettina - SOS aus der Vergangenheit 




Wie sieht es aus, wäre diese Woche etwas für euch dabei gewesen oder kennt schon jemand eins der Bücher?

Kleeblatt und Kerry

Samstag, 22. März 2014

[Interview] Das Katzenpersonal befragt Melanie Vega

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, mit einem Diktiergerät einer weiteren Autorin direkt auf die Pelle zu rücken ^^ Keine Frage, das musste ich ausnutzen und nach anfänglichen Schwierigkeiten (ist mir doch bei Frage 3 aufgefallen, dass das Diktiergerät nicht an war), ging es dann endlich richtig los.

Melanie Vega ist Autorin des Buches:







Melanie, für uns Unwissende, stellst du dich uns kurz vor? 

Mein Name ist Melanie Raabe, ich veröffentliche als Melanie Vega. Ich bin 32, komme aus dem schönen Jena, da bin ich geboren, wohne aber mittlerweile in Köln. Ich bin ein Bücherwurm, ich liebe Bücher und bin superstolz, dass jetzt mein eigenes Buch auch bei ein paar Leuten im Regal stehen habe. „Die Hässlichen“ ist mein erster Roman, inspiriert von einer Geschichte, über die ich auf der Suche nach einer Reportage gestolpert bin, denn eigentlich bin ich auch Journalistin, das ist das, was ich gelernt habe, worin ich ausgebildet wurde nach meinem Studium. Ich habe Literatur und Medienwissenschaften studiert in Bochum und habe schon immer geschrieben, habe Bücher schon immer geliebt, mein Opa hat mir vorgelesen, als ich klein war. Seitdem lese ich selbst wie wild. Ich habe mir als Kind immer gern Geschichten ausgedacht und als Teenager habe ich weinerliche Gedichte geschrieben und in meinen 20ern habe ich begonnen, Romane zu schreiben.


Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus?

Leider habe ich keinen „normalen“ Tagesablauf. Ich habe ja einen Dayjob, wie der Amerikaner sagt, also einen Job, mit dem ich mein Essen, meine Brötchen verdiene. Ich bin freie Journalistin, das heißt ich gehe nicht jeden Tag an die gleiche Arbeitsstelle, sondern habe viele unterschiedliche Arbeitgeber. Ich mache viel für Printmagazine in Köln, ich arbeite ein bisschen für den wdr in Köln, ich betreue Blogs für Firmen und schreibe Newsletter für Firmen, also ich mache wirklich alles, was mit Schreiben, Journalismus und Texten zu tun hat und mache aber auch oft Lesungen, bin viel unterwegs, schreibe oft frühmorgens, aber manchmal schaffe ich es frühmorgens nicht, weil ich da Termine habe, dann schreibe ich spät abends – jeder Tag ist anders.


Wie wichtig ist dir der Leserkontakt und das direkte Feedback deiner Leser?

Ich hätte in der Tat nicht gedacht, dass mir das so schnell, so wichtig wird. Ich finde es eigentlich sehr wichtig, beim Schreiben da überhaupt nicht dran zu denken, damit man wirklich was Originelles erschafft, ohne Angst vor Kritik, was nur aus dem eigenen Kopf kommt, aber wenn es fertig ist und es Leute lesen und Fragen dazu haben, liebe ich nichts mehr, als diese zu beantworten, mit den Leuten zu sprechen, auf Facebook oder Twitter Kontakt zu halten, die Leute persönlich zu treffen. Ich fange jetzt gerade erst an als Autorin, aber ich liebe das. Ich bin zwar eine schüchterne Person, aber ich liebe das, andere Menschen zu treffen, mich auszutauschen, das finde ich ganz toll.

Schüchtern als Journalistin?

Doch total! Ich glaube, dass das gar nicht so ungewöhnlich ist, dass gerade die schreibende Zunft eher zurückhaltend ist, denn letztendlich, klar muss man auch mal rausgehen und Interviews führen und Sprechen, aber man ist ja normalerweise derjenige, der die Fragen stellt und nicht derjenige, der die Fragen beantwortet. Das funktioniert ganz gut. Ich bin schüchtern, aber auch sehr interessiert an allem, was so passiert. Das heißt nicht, dass ich mich zurückziehe, aber dass ich grundsätzlich lieber der bin, der fragt und zuhört, als derjenige, der redet.


Gibt es ein einprägendes Buch aus deiner Kindheit, das deine Lesesucht erweckt und nicht mehr losgelassen hat? Sprich, mit anderen Worten: Welches Buch erweckte DIE Liebe zur Literatur?

Das ist sehr schwer zu beantworten. Ich habe als Kind viel Vorgelesen bekommen von meinem Opa. Erich Kästner war riesengroß bei uns. Ich habe später auch viel Fantasy gelesen, Michael Ende, also ich glaube, wenn ich ein Buch sagen muss, dann ist es: Die unendliche Geschichte.


Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch? 

Oh, da liegt gerade: Das Fremde Meer von Katharina Hartwell. Eine junge deutsche Autorin, ich glaube sogar, jünger als ich, so Ende 20, sehr literarisches Buch, also jetzt nicht Genre, sondern ganz hoch literarisch. Das ist mir von vielen Menschen aus der Buchbranche gleichzeitig als bestes Buch des vergangenen Jahres einer deutschsprachigen Autorin empfohlen worden. Ich bin erst auf Seite 50, aber es gefällt mir jetzt schon sehr gut.


Welchen Stellenwert haben Bücher neben deinem beruflichen Leben, in deinem privaten Leben?

Einen sehr, sehr hohen Stellenwert. Ich sehe nicht Fern, ich gehe gern ins Kino, ich mag Filme, aber wenn ich mir aussuchen müsste, ob ich nie wieder einen Film kucke oder nie wieder ein Buch lese, würde ich natürlich sagen: Ich kucke nie wieder einen Film, gebt mir Bücher. Ich habe immer ein Buch dabei. Ich habe mir mal die Schulter ausgerenkt, weil ich immer so viele Bücher mitschleppe. Ich schlafe abends meistens mit meinem Kopf auf einem Buch ein und in jeder freien Sekunde, wenn es denn irgendwie geht, lese ich. Ich lese gern in der Bahn, ich lese auf Rolltreppen, ich habe nie Zeit, aber ich schaffe es trotzdem noch zu Lesen, es ist immer Zeit zu Lesen.


Hast du ein Lieblingsbuch, von dem du sagst: Das ist es, das könnte ich immer wieder lesen!?

Ja, mein absoluter Lieblingsautor ist Jonathan Safran Foer und mein Lieblingsbuch von ihm, im Original: Everything is Illuminated, zu Deutsch, im KiWi-Verlag erschienen: Alles ist erleuchtet. Ich liebe dieses Buch, ich kriege Gänsehaut, wenn ich nur an dieses Buch denke und ich kann es jedem nur empfehlen, ein Traum!


Weißt du im Buchladen immer genau was du willst oder stöberst du stundenlang, nur um doch wieder mehr mitzunehmen, als du eigentlich wolltest?

Definitiv letzteres! Ich stöbere ewig, entscheide mich ständig um und ich lese wahnsinnig quer durch die Bank. Ich lese gerne neue deutsche Literatur, ich lese gerne Fantasy, Krimis, Sachbücher, Biografien, alles, was mich irgendwie anspricht. Ich gehe fast nie mit einem Plan in einen Buchladen. 


Was wünschst du dir für die Zukunft? 

Ich wünsche mir, dass ich Bücher lesen und schreiben kann, bis ich tot umfalle.


Du schreibst unter Pseudonym, warum?

Melanie Vega ist mein alter Bloggername. Es hat zum einen praktische und zum anderen romantische Gründe. Die praktischen Gründe sind, dass ich auch jetzt bei einem Verlag veröffentlichen werde und mich entschieden habe, die Verlagssparte und die Selfpublishingsparte mit einem Pseudonym zu trennen, zum anderen finde ich es, unter uns gesagt, unglaublich cool ein Pseudonym zu haben. Ich glaube, ich werde auch irgendwann noch ein anderes Pseudonym erfinden, vielleicht ein männliches sogar, ein geschlossenes Pseudonym, bei dem man gar nicht weiß, dass ich dahinter stecke. Ich fand es schon immer toll, sich eine zweite Persönlichkeit zuzulegen mit einem Pseudonym, das finde ich toll. Das man sich selbst erfinden kann, sich selbst einen Namen geben kann.


In deinem Buch „Die Hässlichen“ widmest du dich dem Schönheitsideal, das derzeit herrscht bzw. genau den Menschen, die diesem nicht entsprechen. Du bist nun ausgesprochen gutaussehend, wie kamst du dazu, von der anderen Seite zu schreiben?

Zum einen sehe ich das selbst erst gar nicht so. Ich habe natürlich genau die gleichen Komplexe wie viele andere Menschen auch, weiß aber, dass das Quatsch ist, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt, als auszusehen wie Gisele Bündchen, zum anderen hatte das einen realen Hintergrund. Zumindest der Auslöser war, dass ich auf einen Club gestoßen bin, der sich besonders schönen Menschen widmet und alle, die nicht so aussehen, ausgrenzt und als ich das mitbekommen habe, das ist eine Community, die nannte sich, ich weiß gar nicht, ob es die noch gibt beautyfulpeople.com, wo schöne oder solche, die sich dafür halten, jenseits aller anderen zusammen feiern und sich zelebrieren und das fand ich ekelhaft. Ich lehne Ausgrenzung in jeder Form ab. Ich bin auch eine schwarze Frau und habe mit solchen Themen einfach ein Hühnchen zu rupfen, mit allem, was irgendwie andere ausschließt und habe gedacht, wenn es diesen Club für Schöne gibt, dann kann ich jetzt zwar nicht in der Realität ein Club für Hässliche gründen, aber ich mache in der Literatur und so kam mir die Idee zu dem Buch und als diese Idee da war, lief es dann irgendwie von ganz alleine. Die Figuren kamen sofort und ich wusste sofort, was ich mit denen erzähle, was die machen und wie eine Party in diesem Club aussieht und was die für Aktionen starten werden – hat Spaß gemacht.


Verrätst du uns, woher deine familiären Wurzeln kommen?

Ich bin in Deutschland geboren. Ich habe eine deutsche Mutter, einen deutschen Vater, der nicht mein biologischer Vater ist, aber der für mich mein Papa ist und, nennen wir es mal meinen Erzeuger, die Hälfe meiner Gene kommen aus Benin, das ist in Westafrika.


Die Figur der Helena in deinem Buch verlor ihre perfekte Schönheit durch einen Unfall und scheint damit jedoch ziemlich gut klar zu kommen. Meinst du in der realen Welt würde eine wunderschöne junge Frau das auch so packen?

Ich glaube daran, dass es unter der Sonne alles gibt, dass eine wahnsinnige Bandbreite von Reaktionen möglich ist, von Ich-komme-überhaupt-nicht-klar bis Ich-komme-relativ-gut-klar. Helena reagiert sehr extrem. Ich glaube, dass die allerwenigsten Menschen so stark reagieren würden. Das war von mir aber eine ganz bewusste Entscheidung, weil ich glaube, jeder würde erwarten, dass Helena darunter total zusammenbricht, weil sie nicht mehr schön ist und ich habe gedacht, da gehe ich genau gegen und zeige jetzt eine Frau, die damit klar kommt und sagt: Okay, ich sehe jetzt anders aus, aber ich bin immer noch cool. Das hat Power und das war mir total wichtig, dass das jetzt nicht ein selbstmitleidiges Wrack dasteht. Ich hatte auch einfach gar keine Lust, sie als mitleidiges Wrack zu schreiben.


Claire, eine weitere Protagonistin aus „Die Hässlichen“, macht charakterlich eine erstaunliche Wendung durch. Wie kamst du zu diesem Entschluss?

Claire war tatsächlich eine Figur, die ganz schnell und ganz organisch gewachsen ist. Ich habe mich bei keiner der Figuren vorher hingesetzt und überlegt, wie ist sie am Anfang, wie ist sie in der Mitte und wie ist sie am Ende. Ich habe das eher wie eine Versuchsanordnung gestartet. Ich habe diese drei Figuren genommen, gekuckt, wie die sind und dann habe ich angefangen das Buch zu schreiben und habe sie ganz organisch handeln und entwickeln lassen und mir war relativ schnell klar, wie Claire auf bestimmte Dinge reagiert. Das Grundgerüst bei Claire war für mich so ein Bisschen, dass Claire zwar eine zurückhaltende Person ist, die immer sehr bescheiden tut, im Grunde aber sehr unglücklich ist und ich glaube, dass die schlimmsten Handlungen und die schlimmsten Entwicklungen was den Charakter betrifft, von Unglück kommen und man merkt es am Anfang noch gar nicht so, aber Claire ist ein unglaublich unglücklicher Mensch und daraus speist sich für mich alles, was sie tut und für mich konnte sie dann nicht mehr anders handeln, so, wie ich sie gesehen habe.


Bastian, dein Protagonist ist ja Abiturient und fällt allein durch seine Körpergröße von 1,90 m und seine wahnsinnig starke Akne auf und dennoch, obwohl er Mitglied bei den Fuglies ist, scheint er nicht wirklich dazuzugehören. Wie kommt das?

Ich habe mir für alle meine drei Hauptfiguren eine Grundmotivation gesucht. Bei Helena ist das Ich-möchte-Aufmerksamkeit, bei Claire ist das Ich-möchte-schön-sein und bei Bastian ist das Ich-möchte-dazugehören. Es ist tatsächlich etwas, dass ich aus meinen eigenen Erfahrungen so ein Bisschen gespeist habe. Bastian ist glaube ich die Figur, die mir selbst am nächsten ist, die das meiste mit mir persönlich zu tun hat, auch wenn er natürlich ganz anders aussieht als ich, nämlich ein weißer großer Mann, ich bin eine kleine schwarze Frau. Ich glaube, dass das Gefühl Nicht-dazuzugehören ein universelles ist, dass das jeder in seinem Leben wahrscheinlich irgendwann einmal erlebt, ob es jetzt in der Jugend ist oder als Erwachsener oder wenn es nur ist, wenn man in einen Raum geht, auf eine Party mit Leuten, die man nicht kennt und sich dann irgendwie nicht Dazugehörig fühlt. Ich glaube, irgendwie kann sich jeder damit identifizieren und es ist ein Gefühl, dass ich sehr gut kenne und das wollte ich einer Figur mitgeben und in diesem Kontext bei „Die Hässlichen“ bot sich das mir an.



Bastian, mein Liebling, macht ja eine erstaunliche Wandlung, über die ich jetzt hier nichts verraten möchte, durch. Wie meinst du kommt er damit später in seinem Leben klar? Er ist ja vorbelastet, was dieses Nicht-Dazugehören betrifft.

Bastian ist keine Figur, die sehr fertig ist. Bastian entwickelt sich sehr und man weiß am Ende des Buches, ich glaube, das darf ich verraten, noch nicht so richtig, wo es mit ihm hingeht. Ich weiß das selber auch nicht. Ich habe das für mich wirklich nicht über dieses Buch hinaus gedacht. Sebastian ist aber ein sehr intelligenter Charakter, ist auch ein unglaublich liebenswürdiger Charakter und ich denke, er kommt schon klar.


Also, ganz ehrlich, ich würde mich freuen, Bastian in einem weiteren Projekt mal wieder zu sehen. Wie stehen da meine Chancen?

Es ist überhaupt nicht konkret angedacht. Eine Fortsetzung von „Die Hässlichen“ wird es nicht geben, aber Bastian ist eine liebgewonnene Figur, ist auch eine Mischung aus mir und einigen meiner Freunde, obwohl das außer mir wohl niemand jemals erkennen könnte, weil er sehr verfremdet ist und ich kann mir vorstellen, dass zumindest eine ähnliche Figur noch mal irgendwann auftaucht, vielleicht mit einem anderen Namen.


Kannst du uns was zu zukünftigen Projekten sagen?

Ich schreibe tatsächlich gerade einen sehr literarischen Krimi. Der wird nächstes Jahr in einem großen Verlag erscheinen und ist sehr, sehr spannend und unblutig. Es ist zwar ein Thriller, aber eher psychologisch, auch wieder mit sehr ausgearbeiteten Figuren, die man hoffentlich auch zum Teil liebgewinnen kann und mit denen man ähnlich mitgeht, wie mit den „Hässlichen“. 

Herzlichen Dank an Melanie Vega für die Beantwortung der Fragen.

[Rezension] Melanie Vega - Die Hässlichen


Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 542 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 340 Seiten

Verkauf durch: epubli GmbH
Sprache: Deutsch
ASIN: 
B00ICRTOZ0


Klappentext gem. epubli:
Die Freundinnen Helena und Claire sind hässlich. Claire schon immer, Helena erst, seit ihr Gesicht bei einem Unfall entstellt wurde. Rumjammern? Fehlanzeige! Schönheits-OPs? Auf keinen Fall! Die beiden jungen Frauen haben genug davon, sich für ihr Aussehen zu schämen. Sie gründen die Fuglies (the fucking uglies), eine Mischung aus exklusivem Club und Selbsthilfegruppe für hässliche Menschen. Das Konzept trifft einen Nerv und die Gruppe wächst rapide. Die Fuglies treffen sich regelmäßig, veranstalten verrückte Happenings und Partys. Sie drehen den Spieß um, machen das Hässlichsein cool. Wer zu schön ist, gehört nicht dazu. Schnell werden die Fuglies und ihre Anführerin Helena zu Medienstars.
Bald gibt es jedoch Spannungen und Streitigkeiten über den Weg, den die Gruppe einschlagen soll. Die einen wollen einfach nur ihren Spaß, die anderen werden immer radikaler und wollen zur Not mit Gewalt gegen die „Diktatur der Schönheit“ vorgehen. Als die Medien sich gegen die Fuglies wenden und die Lage vollkommen zu eskalieren droht, ist auch die Freundschaft von Helena und Claire im Begriff, zu zerbrechen.
„Die Hässlichen“ – eine literarische tour de force durch die Welt von Körperkult und Beautyjunkies. Irgendwo zwischen Poesie und Punk, Wahrheit und Wahn, Botox und Babyspeck. 



Rezension:
Die Freundinnen Helena und Claire sind Freunde seit ihrer Kindheit, doch ihr Leben könnte nicht unterschiedlicher sein. Helena stammt aus einer sehr erfolgreichen und noch dazu gutaussehenden Familie. Ihr jüngerer Bruder ist ein begnadeter Klavierspieler und ihre jüngere Schwester Penny ist ein erfolgreiches Model. Auch ihre Eltern sind sehr erfolgreich, ihre Mutter ist eine angesagte Künstlerin. Nur Helena kann noch nicht wirklich was vorweisen in ihrem Leben. Zwar studiert sie an der Kunsthochschule, doch ein Erfolg hat sich bei ihr noch nicht eingestellt. Eines jedoch hat die Natur ihr mitgegeben - sie ist gutaussehend, sehr gutaussehend, auch wenn sie an sich nur Makel entdeckt, ist sie in den Augen der Gesellschaft wunderschön.

Claire hingegen kommt aus einem "normaleren" familiären Umfeld. Sie studiert Psychologie und ist von Natur aus nicht schön. Sie musste sich zwangsläufig mit ihrem Aussehen arrangieren, denn wirklich was ändern kann sie daran nicht. Zwar ist ihr Körper in Top-Form und durchaus ansprechend, doch sobald sie und ihre Umwelt in ihr Gesicht schauen, ist jeder positive Eindruck dahin. Doch trotz all dieser Unterschiede sind die beiden jungen Frauen Freundinnen und so ist es grundsätzlich Claire, bei der sich Helena ausweint, wenn sie wieder von Selbstzweifeln übermannt wird.

So auch dieses Mal. Nach einem Dreier zwischen Helena, Penny und Jens, Helenas gutaussehendem Freund, ist Helena von Selbstzweifeln zerfressen, denn hat sich Jens nicht mehr Penny zugewandt als ihr? Diese Selbstzweifel an Helenas Schönheit machen sowohl Helena wie auch Claire wahnsinnig, von daher drängt es Helena mal wieder, sich ihre Schönheit bestätigen zu lassen. Durch Penny weiß Helena, dass es einen "Club der schönen Leute" gibt. Um dort aufgenommen zu werden, müssen Bilder eingereicht werden - erst dann entscheidet sich, ob man schön genug für diesen Club ist. Helena drängt Claire in ihrem Namen, eine Anfrage zu starten - und bekommt später von Claire die Information, dass sie abgelehnt wurde. Daraufhin greift Helena zu drastischen Maßnahmen, infolge dessen sie einen Unfall erleidet und ihre Schönheit nun auch vor den Augen der Welt verliert. Durch den Verlust ihrer Schönheit reift jedoch in Helena der Plan, ihr Schicksal anzunehmen und das Beste aus der Situation zu machen - sie und Claire gründen die "Fuglies", einen exklusiven Club, in den nur hässlichen Menschen aufgenommen werden. Die beiden Frauen treffen den Nerv der Zeit und können sich vor Mitgliedsanfragen kaum retten. Binnen kürzester Zeit ist dieser Club in den Medien präsent und Helena als Aushängeschild ein Medienstar - doch jeder Ruhm hat seinen Preis ...


"Die Schönheit ist lediglich Verheißung von Glück"! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich gestaltet. Wirklich beeindruckt hat mich dieses Buch zurück gelassen, denn hier handelt es sich endlich mal um ein Werk, in dem die Figuren nicht perfekt sind, nicht wunderschön und denen nicht alles gelingt, nein, es sind die Hässlichen, die Unglücken, die "Normalen", denen dieses Buch sich widmet, was es in meinen Augen einzigartig macht, denn ein solchen Buch ist mir bisher noch nicht begegnet. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet und was das faszinierende ist: Die Autorin hat Figuren aus allen Schichten der Gesellschaft gewählt, mit allen Brandbreiten an Charaktereigenschaften, die die menschliche Natur zu bieten hat, denn ein jeder geht anders mit seinem Schicksal um und entwickelt sich charakterlich unterschiedlich. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte.

Bewertung: 

Die Autorin:
Melanie Vega ist das literarische Pseudonym der Kölner Journalistin und Autorin Melanie Raabe. Sie wurde am 1.8.81 in Jena geboren. Nach dem Studium von Medien und Literatur in Bochum absolvierte sie in Köln ein journalistisches Volontariat. Seit 2007 lebt und arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin in der Domstadt. Im Frühjahr 2010 hatte ihr erstes Theaterstück, „Der Neurosenkrieg“, in Leipzig Premiere, Anfang 2011 folgt der Krimi „Mafia al dente“, der ebenfalls in Leipzig uraufgeführt wurde. Beide Stücke liefen unter dem Pseudonym Melanie Vega. Die Autorin arbeitet an Romanen, aber auch an Konzepten für Bühne und TV.
Mit ihrer Kurzgeschichte „Die Zahnfee" gewann die Autorin den Deutschen Kurzkrimipreis 2011. Anfang 2012 erhielt sie den von der Filmakademie Baden-Württemberg ausgeschriebenen RTL Start-up-Preis im Bereich Sitcom. 2013 war sie für ihr Krimiserien-Konzept „Kommissar Psycho“ für den Drehbuchpreis „Der Clou“ nominiert. (übernommen von epubli)


Wie ich zu dem Buch kam: 
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag

http://www.epubli.de/

bedanken, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 21. März 2014

[Rezension] Sam Millar - Karl Kane 03: Die kalte Kralle



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Atrium Verlag (20. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3855355126
ISBN-13: 978-3855355129
Originaltitel: The Dead of Winter
Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12 x 2,2 cm

Inhalt gem. Atrium:
Als Karl Kane an einem frostigen Wintermorgen vor die Tür tritt, findet er auf der Schwelle seines Hauses eine abgetrennte Hand. Kane glaubt zunächst an eine Drohung. Wenig später wird in Belfast jedoch eine weitere Hand eines anderen Opfers gefunden. Als Kanes Freund, der Pathologe Tom Hicks, eine aufschlussreiche Tätowierung entdeckt, kommt Kane einer Bande von Mördern auf die Spur, die von Jägern zu Gejagten geworden sind. Und schon bald ist auch Kane seines Lebens nicht mehr sicher …

Zum Buch:
Eines Morgens macht Karl Kane einen bizarren Fund vor seiner Tür. Eine abgeschnittene Hand liegt davor, Zufall oder Absicht? 
Bald wird eine weitere Hand gefunden, von einem anderen Opfer.
Karl würde die Sache ja auf sich beruhen lassen, wäre da nicht eine Belohnung von 20.000 Pfund auf die Ergreifung des Individiums ausgepreist.
Dann bekommt er auch noch einen Auftrag von Jemma Doyle, die ihren seit Jahren vermissten Onkel sucht, damit sich ihr Vater noch zu Lebzeiten mit ihm versöhnen kann.
Seine Ermittlungen bringen ihn und seine Freundin in den Fokus eines Mörders, aber kann das Karl Kane aufhalten? ...

Das ist nunmehr der 3. Teil um den Privatdetektiv Karl Kane, den der Autor Sam Millar hier vorlegt.
Karl Kane, ein Detektiv, wie man ihn aus diversen amerikanischen Krimiserien kennt, abgebrannt, zynisch, aber in seinem Tun verbissen.
Auch wenn er zu Beginn seiner Ermittlungen eher nur die 20.000 Pfund im Auge hat, die er sich gern verdienen würde, versucht er dem Rätsel der abgeschnittenen Hände auf die Spur zu kommen.
Hilfe bekommt er von seinem Freund Tom Hicks, dem Pathologen, der ihm ab und an Insiderwissen zukommen lässt.
Auf die Polizei kann er sich nicht verlassen, denn der Polizei-Inspektor Wilson ist sein Ex-Schwager und die beiden können gar nicht miteinander.
Während seiner Ermittlungen kommt er der Lösung recht nah, aber er hat die Wahl - vergessen, was er weiß, oder seine Freundin in Gefahr bringen.
Kane trifft eine Entscheidung.

Die spitzzüngige Art, die sarkastischen und leicht zynischen Sprüche von Kane machen mir diesen Privatdetektiv sympathisch. Auf seine Art versucht er Herr der Lage zu sein, was mich jedoch manches mal, auch wenn es vom Thema her nicht angebracht war, schmunzeln ließ. 
Hat er sich in einen Fall verbissen, ist er schwer davon abzubringen, da ist es egal, ob es sich um die Suche nach einem Mörder oder nach einem verschollenen Onkel handelt. Kane ist präsent, wenn es heißt, dem Bösen und dem Grauen zu trotzen.
Dass er aber auch anders kann, sieht man am Umgang mit Lipstick, einer Prostituierten, der er gemeinsam mit seiner Freundin versucht, wieder auf die Beine zu helfen.

In dem Krimi tummeln sich viele Protagonisten, so dass ich schon das ein oder andere mal die Übersicht verlor und mich fragte, wie die Personen letztendlich ins Gesamtbild mit hineinpassen.
Die Geschichte wird mit Spannung aufgebaut, die sie über das ganze Buch halten kann. Es gibt ein paar Tote und einen Schluss, mit dem ich so nicht gerechnet hätte, der mich aber nicht überrascht hat.

Obwohl es der 3. Teil ist, kann man es separat lesen, ohne die Vorbände kennen zu müssen. 
Ich kann nur hoffen, dass es mit Karl Kane noch weitere Folgen geben wird, denn es macht einfach Spaß, ihn bei seinen Ermittlungen zu begleiten und zu erleben.

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen von Atrium-Verlag)
Sam Millar wurde in Belfast geboren. In den 70er Jahren verbrachte er acht Jahre hinter Gittern, nachdem er auf dem Höhepunkt der Unruhen in Nordirland ohne Gerichtsbeschluss inhaftiert worden war. Wieder auf freiem Fuß, ging er in die USA, wo er 1993 einen der schwersten Raubüberfälle in der US-amerikanischen Geschichte initiierte und über sieben Millionen Dollar erbeutete. Millar wurde gefasst, später begnadigt und kehrte nach Belfast zurück, wo er seitdem Kriminalromane schreibt. Er stand auf der Shortlist zum Grand prix de littérature policière, wurde mit dem Brian Moore Award und dem Aisling Award for Art and Culture ausgezeichnet.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Reiheninfo:
01: Die Bestien von Belfast
02: Die satten Toten
03: Die kalte Kralle

Von Sam Millar wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 20. März 2014

[Rezension] Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 480
ISBN: 978-3-809-02633-4
Erscheinungstermin: 3. März 2014 (1. Auflage)
Preis: 19,99 EUR (D), 20,60 EUR (A), 28,50 CHF 
Format: Hardcover
Verlag: Limes

Klappentext: gem. Limes
Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat …

Rezension:

Als Alexander "Alex" Morgan Woods am 23.09.1993 geboren wird, ahnt noch niemand, das sein Leben sich nicht wie das eines gewöhnlichen Jungen entwickeln würde. Bis zu seinem 10. Lebensjahr verläuft sein Leben eigentlich normal, zumindest so normal, wie es ohne Vater, dafür aber mit seiner esoterisch-angehauchten Mutter Rowena verlaufen kann. Er wird im heimatlichen Badezimmer von einem Eisen-Nickel-Meteoriten getroffen. Zwei Wochen später erwacht er im Krankenhaus wieder - ihm fehlt ein Monat seiner Erinnerungen. Aber das wichtigste: Alex hat überlebt! Doch sein Leben hat sich daraufhin verändert. Kurze Zeit, nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, erleidet er einen epileptischen Anfall - bei ihm wird Temporallappenepilepsie diagnostiziert. Diese Krankheit macht sein Leben jetzt nicht unbedingt einfacher - er darf vorerst nicht mehr in die Schule, da sich die Anfälle häufen und er erst lernen muss, wie er zu reagieren hat, wenn sich ein Anfall ankündigt.

Als Alex 12 ist, darf er endlich wieder in die Schule gehen, doch er hat es nicht leicht. Gemessen an den Maßstäben der Mittelstufe ist Alex ein Außenseiter - er liest Bücher, trägt die falschen Klamotten und ist einfach auch auf Grund seiner Vergangenheit anders, als ein Großteil der Schüler. Das macht ihn natürlich zum perfekten Opfer und tatsächlich lauern ihm die Schulschläger eines Tages auf dem Heimweg vom Einkaufen auf. Er kann mit Müh und Not in ein Gewächshaus flüchten, welches jedoch von dem Schlägertrupp beschädigt wird. Die Jungs verschwinden rechtzeitig, Alex wird jedoch von Mr. Peterson erwischt. Da Alex sich weigert, die Übeltäter zu benennen, muss er sich der erziehungstechnischen Maßnahme seiner Mutter beugen und Wiedergutmachung bei Mr. Peterson leisten.

Es ist der 14.04.2007, der Alex eine neue Wendung in seinem Leben geben wird, denn, obwohl damit niemals zu rechnen war, Isaac Peterson und Alex Woods werden, trotz aller Altersunterschiede, Freunde. Beide sind sich sehr ähnlich, beide sind Außenseiter. Was ursprünglich als Strafe für Alex gedacht war, Mr. Peterson zur Hand zu gehen bei kleineren Arbeiten, entwickelt sich weit über das hinaus, was eine "normale" Freundschaft mit Gleichaltrigen auszeichnet. Bei Mr. Peterson lernt Alex, die Welt mit anderen Augen wahrzunehmen und obwohl Mr. Peterson anfangs als Störenfried einstuft, schafft es dieser, Freude in das Leben des verwitweten Rentners zu bringen. Über Jahre hinweg, wird ihre Verbindung immer fester, wie bei einem Großvater und Enkel, doch dann schlägt das Schicksal unbarmherzig zu - doch Alex Woods ist nicht mehr bereit, dieses einfach so hinzunehmen, er will kämpfen ...


Ein ungewöhnliches Leben und eine außergewöhnliche Freundschaft! Der Plot wurde abwechslungsreich und sehr einfühlsam erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Alex Woods und Issac Peterson zurück gelassen, die entgegen der "normalen" gesellschaftlichen Konventionen Bestand hat und mit der Zeit immer stärker wurde. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Besonderes Augenmerk hat der Autor hier auf seinen Protagonisten Alex Woods gelegt, der eigentlich schon zum Beginn seines Lebens nicht unbedingt in einer "normalen" Umgebung aufwächst und durch seinen "Unfall", noch mehr an Individualität gewinnt und dennoch mit der Zeit lernt, als gestärkte Persönlichkeit daraus hervorzugehen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm, ja geradezu berauschend zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Fakt ist, dieses Buch hat mich bezaubert und in seinen Bann gezogen und mich bis zum Ende der Lektüre nicht mehr losgelassen. Auch nach Beendigung des Buches schwirrten mir noch lange die Figuren und ihre Schicksale im Kopf herum - sprich, ein Buch, das einen nicht mehr loslässt.

Bewertung
Der Autor:
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.

Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.

Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman.  (übernommen von Randomhouse)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag




http://www.randomhouse.de/limes/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

[TTT] - Top Ten Thursday #155

Es ist wieder Donnerstag und auch diese Woche hat sich Alice Bücherland wieder was tolles ausgedacht





Diese Woche lautet das Thema:

"Freestyle"


Okay, ich mache es mir diese Woche mal einfach - da ich gesundheitlich gerade etwas angeschlagen bin, darf ich das ^^


Hier also mein Thema:

"Die letzten 10 Bücher, die auf meiner Wunschliste gelandet sind"
 


In Anbetracht der Umstände, dass ich diese Woche ein eigenes Thema gewählt habe und ich davon ausgehe, mit diesem Thema alleine zu sein, kann ich wohl keine Gemeinsamkeiten mit anderen Teilnehmern erwarten. Ich bin jedoch gespannt, wofür welchen Themen sich die übrigen Teilnehmer entschieden haben.
 
Ich wünsche euch eine schöne Restwoche

Liebe Grüße

Kerry