Mittwoch, 28. Mai 2014

[Rezension] Karen Riefflin - Ehrlich? Gefährlich?



Leseprobe



Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 819 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 465 Seiten
Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (2. September 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00DYQZVB0

Inhalt gem. Knaur:
London. Lilli. Und die Lady nebenan.
Simon und Lilli erfüllen sich einen lang gehegten Traum und ziehen mit ihren beiden kleinen Töchtern in Simons Heimatstadt London. Dort angekommen scheint sich alles bestens zu entwickeln – wäre da nicht die neue Nachbarin Catherine: eine blonde Göttin mit viel zu viel Geld und viel zu hohen Absätzen. Und das Fatale daran: Sie ist auch noch nett und hilfsbereit. Doch nach und nach brechen immer mehr Teile aus der perfekten Fassade und Lillis Misstrauen gegenüber der freundlichen Nachbarin wächst … Zu Recht?
"Ehrlich oder gefährlich?" – Diese zentrale Frage muss sich der Leser in diesem außergewöhnlichen Krimi immer wieder stellen und selbst entscheiden, wie nah er das mögliche Böse an die heile Familie heran lässt. So oder so, Lilli muss die Konsequenzen tragen ...
Ein und dieselbe Geschichte erscheint so immer wieder in einem neuen Licht – und jede Entscheidung des Lesers hat ganz unterschiedliche Folgen für Lilli und ihre Familie!

Zum Buch:
Lilli und Simon sind verheiratet und haben zwei entzückende Kinder. Sie ziehen nach London in ein Cottage. Sehr bald lernen sie die gut aussehende und sympathische Nachbarin Catherine kennen.
Aber irgend etwas hat die Nachbarin an sich. Lillis Hund Frau Krause spielt regelrecht verrückt, wenn sie nur in Catherines Nähe kommt. Lilli ist froh, in ihr eine Freundin zu finden und sehr bald kommt die Sprache auf die bevorstehende Taufe der jüngsten Tochter. Lilli hätte gern Catherine als Taufpatin, Simon ist dagegen.
Die erste Entscheidung steht an, sollen sie Catherine fragen oder nicht? ...

Das ist mal ein völlig anderes Buch. 
Der Leser schreitet in der Geschichte um Lilli, Simon und Catherine vorwärts und wird immer wieder mit Fragen bedrängt, die einer Entscheidung bedürfen.
Es ist ein Buch voller Entscheidungen, die die Handlung, abhängig von der Entscheidung, in eine andere Richtung weiterlaufen lassen.

Nachdem ich das einmal durchgespielt hatte, war ich recht schnell am ersten Ende des Buches angekommen und doch hatte das Buch noch viele Seiten, die gelesen werden wollten.
Also bin ich andere Wege gegangen, habe neue Entscheidungen getroffen.
Viele Enden haben mir besser gefallen als die, auf die ich zuerst getroffen bin.
Ich habe immer wieder gedacht, wie ist es möglich, immer wieder ein neues Ende zu schaffen, die Geschichte in eine völlig andere Richtung zu drängen. Ich war ehrlich überrascht über die Fülle der "Angebote", die die Autorin mir hier lieferte. 
Die Enden waren oftmals so verschieden voneinander, dass ich der Fantasie der Autorin meine Achtung aussprechen muss. 

Auch wenn diese Geschichte spannend erzählt wird und immer wieder neugierig auf das nächste Ende macht, hat es meiner Meinung nach wenig Ähnlichkeit mit einem Thriller, auch wenn ein paar kleine Segmente zu finden sind.

Durch die vielen unterschiedlichen Geschichten, die es ja letztendlich sind, erhält der Leser ein komplexes Bild der Person Catherine. Auf Grund ihrer Vergangenheit, die in die einzelnen Episoden verpackt wurde, erfasst man, wie die Frau tickt und wie sie zu dem wurde, was sie ist.

Auch wenn ich die Idee gut finde, in einem Roman die Enden selbst bestimmen zu können, ziehe ich einen vom Autoren durchdachten Roman vor, ohne die Frage nach dem "was wäre wenn" stellen zu müssen. 

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Karen Riefflin liebt Geschichten. Und England. Deshalb hat sie an der Universität Hamburg Anglistik studiert – trotz der weit verbreiteten Meinung, dass man sich damit in erster Linie für ein Leben als Taxifahrer qualifiziert. Um für diesen ehrenwerten Beruf die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, folgten ein Studiengang „Creative Writing“ an der Lancaster University und das Studium sehr vieler Krimis (um für die Wartezeiten am Taxistand gerüstet zu sein). Bedauerlicherweise hat es mit der Karriere im Straßenverkehr nicht geklappt. Stattdessen ging Karen Riefflin als Autorin zu „Verbotene Liebe“ nach Köln. Sie hat in den folgenden Jahren für verschiedene Fernsehserien gearbeitet und lebt inzwischen als freie Autorin in Berlin.


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei Lovelybooks und der 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 27. Mai 2014

[Rezension] Timo Fuer - Der Typ aus der Fußpilz-Werbung mit dem Nachbar-Sex-Blues



Leseprobe



Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 843 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 260 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00J47HWEC

Inhalt gem. Amazon:
„Frauen sind wie liebliche Weine – süß, aber sie verursachen Kopfschmerzen“. Timo ist Anfang 30, Werbetexter und Single. Vor fast zwei Jahren hat ihn seine Freundin Lena mit dem gemeinsamen Nachbarn Frank betrogen und ist nach nebenan gezogen. Timo denkt aber nicht daran, auszuziehen – geschweige denn, Lenas Abschiedsbrief zu öffnen oder gar zu lesen. Also wohnt er direkt neben seiner Ex und ihrem neuen Begatter – mit allen Nebenwirkungen und -geräuschen. Bisher kam er einfach nicht über Lena hinweg. Das soll sich nun radikal ändern. Während er in der Weinabteilung eines Supermarkts nach stilvollen Betäubungsmitteln sucht, fasst er den Entschluss, sein Solistendasein endlich zu genießen, und aus seinem Schneckenhaus bzw. seiner Wohnung auszubrechen. Doch der erste One-Night-Stand wird von der Polizei abgebrochen, die Frau seiner Masturbationsfantasien, Florentine, ist offensichtlich genauso hohl wie hübsch, seine Flirt-Offensive nach den mehr oder weniger hilfreichen Tipps des selbsternannten US-Flirtexperten David O’Dorian könnte besser laufen und seine bildschöne Kollegin Viviane ist einfach viel zu schüchtern. Genau wie Timo. Als wäre das noch nicht genug, rauben ihm hippe Werber-Kollegen und inkompetente Radio-DJs den allerletzten Nerv. Eigentlich hört er nur Radio, um sich morgens aufzuregen und nach einer weiteren, fast schlaflosen Nacht, wach zu werden. Teufelskreis.

Zum Buch:
Timo Feuer, Single, seit seine Freundin eine Wohnung weiter gezogen ist, zum Nachbarn und Timo nunmehr das Vergnügen hat, deren Bettvergnügen nebenan live miterleben zu dürfen.
Das ist jetzt bald 2 Jahre her, aber drüber weg ist er noch lange nicht. Auf alle Fälle ist er auch noch nicht soweit, den Abschiedsbrief von ihr zu lesen, den sie ihm durch die Tür geschoben hatte.
Er ist Werbetexter und muss als dieser auch an einem Werbefilmchen mitdrehen, weil der gebuchte Schauspieler plötzlich abgesprungen ist. Der einzige Vorteil daran ist, er darf mit einer Frau drehen, für die er schwärmt. 
Tja, und dann gibt es noch den örtlichen Radiosender, der ihm tierisch auf den Sender geht mit seinen saublöden Sprüchen und Aktionen ...

Timo ist ein Typ, der sich gern mal ein bisschen an anderen Leuten rächt. Da wird weder der Typ verschont, zu dem seine Exfreundin gezogen ist, noch der Radiosender, der ihn nervt. Den versucht er mittels eines Betruges abzuzocken, aber das kann natürlich auch nach hinten losgehen.

Humorvoll und sehr sarkastisch lässt der Autor Timo Feuer seinen gleichnamigen Protagonisten durchs Leben gehen.
Lockere Sprüche sind garantiert und laden zum Schmunzeln ein.
Die Ideenvielfalt dessen, was Timo so passiert, ist genial. 
Ich habe an der Stelle immer den Kondomautomaten vor meinem inneren Auge, der mich zum grinsen bringt.
Die Begegnungen mit den beiden Polizisten tun an der Stelle ihr übriges.

Ich muss aber gestehen, dass mir das lockere auch ab und an ein wenig zu viel des Guten war. Es nervte mich stellenweise ein wenig, weil man im Leben nicht alles humorvoll oder sarkastisch sehen kann.
Das war aber wahrscheinlich auch stimmungsabhängig, so wie ich gerade beim Lesen drauf war.

Ich habe mich auf dieses Buch eingelassen, obwohl mich weder der Titel noch das Cover überzeugten. 
Erhalten habe ich ein Buch für humorvolle Stunden, in denen man nicht nachdenken muss, das man einfach nur auf sich wirken lassen kann.

Bewertung:


Zum Autor:
leider nichts gefunden

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Autor

Timo Feuer

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

{Rezension] Jane Corry - Der Garten über dem Meer



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (26. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764504935
ISBN-13: 978-3764504939
Originaltitel: The Ruby Ring
Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,8 x 4,9 cm

Inhalt gem. Blanvalet:
Ein alter Garten. Ein verwunschener Ring. Ein dunkles Geheimnis ...
Südengland am Meer. Die Londonerin Laura Marchmont und ihr frisch angetrauter Ehemann Charles ziehen in ein restauriertes Haus mit einem alten Garten direkt über den Klippen. Als Laura auf einem Sticktuch ihrer Großmutter ein ähnliches Haus und einen geheimnisvollen Schriftzug entdeckt, macht sie sich auf die Spuren der Vergangenheit …

Devon, 1866. Die junge Mary Rose erbt von ihrer Mutter einen Rubinring. Er soll sie beschützen, doch fällt er in die falschen Hände, wird er Unglück über die ganze Familie bringen ...

Zum Buch:
1866: Mary Rose ist 11 Jahre alt als ihre Mutter stirbt. Sie und ihr Vater sind in tiefe Trauer verfallen und bilden eine Einheit ... bis die französische Gouvernante Véronique ins Haus kommt. Das gute Verhältnis zwischen ihr und Mary Rose bröckelt, als diese ihren Vater heiratet. Mary Rose spürt, wie auch der Vater ihr entgleitet. 
Véronique hat sich auch von ihrem Mann den Ring erschlichen, den Mary Rose von ihrer Mutter als Erbstück auf ihrem Totenbett erhalten hatte. Sie sollte darauf gut achtgeben, denn käme er in falsche Hände, würde ein Fluch auf der Familie lasten und der Dieb würde keinen Frieden finden.
Als ihr kleiner Halbbruder gewaltsam stirbt, wird ihr die Schuld zugeschoben, obwohl sie stets beteuert, unschuldig zu sein.
Sie wird zum Tode verurteilt.

Gegenwart: Laura Marchmont ist Malerin, die sich auf das Zeichnen von Blumen spezialisiert hat.
Als sie eines Tages Charles bei einer Ausstellung kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Er ist geschieden und hat 2 Töchter, die er vergöttert.
Charles und Laura heiraten recht schnell und finden eine Eigentumswohnung in Devon mit einem bezaubernden Garten.
Laura erhält von ihrer Großmutter kurz vor deren Tod ein Sticktuch, das aus dem 19. Jh. stammt und weitere aus dem Erbe der Großmutter nach deren Tod. Auf diesen Sticktüchern ist immer nur ein Haus abgebildet und der Garten dabei erinnert Laura an ihren eigenen Garten. Auch ist auf jedem Tuch ganz klein und fast unscheinbar ein Spruch eingearbeitet, der von Unschuld spricht. Laura merkt sehr bald, dass die Tücher von einer ihrer Vorfahrinnen gefertigt wurden und sie versucht hinter das Geheimnis der Tücher zu gelangen...

Laura ist entsetzt, als sie feststellen muss, dass ihre Vorfahrin Schuld am Tode ihres Halbbruders sein soll, obwohl diese es jahrelange bestritten hat. Laura spürt die Verknüpfung zu ihrer Vergangenheit und kann sich des Gedankens des bösen Blutes, das durch Mary Rose nun in ihren Adern fließt, nicht verwehren. Sie hat nur noch einen Gedanken, sie will weg aus der Gegend und weg vom Erbe Mary Rose'.

Laura selbst hat auch einen Makel in ihrer Vergangenheit, den sie jedem gegenüber verschweigt. Obwohl ihre Mutter ihr ans Herz legt, ihre Karten noch vor der Heirat mit Charles offenzulegen, kann sich Laura nicht dazu durchringen, fürchtet sie jedoch ein Ende der Beziehung.
Auch das Verhältnis zwischen Laura und ihren Stieftöchtern ist alles andere als herzig, denn die beiden versuchen ihr während ihrer Besuche, das Leben schwer zu machen und Lauras Arbeit zu boykottieren.

Während Mary Rose zum Ende des 19. Jh. immer wieder versucht, ihrem Vater mitzuteilen, dass sie unschuldig ist am Tode ihres Halbbruders, versucht Laura in der Gegenwart gegen die Bösartigkeit ihrer Stieftöchter gegenzuhalten.
Sie kann weder verstehen noch tolerieren, dass Charles aber auch alles durchgehen lässt, wenn es um seine Töchter geht.

Eine fantastische Geschichte, die in zwei Zeitebenen spielt.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1866 mit dem Tod von Mary Rose' Mutter, womit der Leidensweg von Mary Rose beginnt.
Sie beginnt fast zu verzweifeln, weil sich wirklich alle von ihr abwenden, einschließlich ihrem Vater, was sie am meisten trifft.
In dieser Zeit, wo Vorurteile an der Tagesordnung sind, ist es ihr unmöglich, ihre Unschuld zu beweisen.

Der andere Zeitstrang spielt in der Gegenwart und Laura ist eine Nachfahrin von Mary Rose. Als Laura während ihrer Recherche feststellen muss, wie schuldig Mary Rose gewesen ist und wessen man sie angeklagt hat, will sie die Vergangenheit ruhen lassen, weil sie Angst hat, ebenfalls böses Blut in sich zu spüren.

Die beiden Zeitstränge wechseln sich ab, und immer genau dann, wenn die Spannung gerade am höchsten ist.
Es dauert sehr sehr lange, bis für den Leser und damit auch für Laura die Wahrheit ans Licht kommt. 
Lange habe ich mich gefragt, wie es ausgehen wird und auf welche Art man die Wahrheit erfahren wird. Wie man letztendlich die Wahrheit erfährt, ist absolut nicht absehbar und überrascht.

Ganz besonders ist mir Mary Rose ans Herz gewachsen. Eine mutige und starke Frau, die nie die Hoffnung aufgegeben hat und soviel zahlen musste.

Sehr gut recherchiert und in den Roman eingebracht sind die Bedingungen im Gefängnis Ende des 19. Jh. Das ist der Albtraum pur. 

Das war wieder ein Roman, der voll auf meiner Wellenlänge liegt. Die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wurde sehr gut gemeistert, Spannung wurde eingebaut und das Gefühl, das Buch nicht aus der Hand legen zu können, riss mich mit.
Ich habe es trotz seiner mehr als 600 Seiten in einem Zug durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht.
Für mich ist dieses Buch mein Monatshighlight und ich empfehle es sehr gern weiter.  

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text von Blanvalet)
Die studierte Anglistin Jane Corry hat für Medien wie The Times, The Daily Telegraph, The Daily Mail und Woman gearbeitet. Sie ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrem Mann an der Küste im südenglischen Devon. In dieser Gegend spielen auch ihre spannenden Familienromane.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Brigitte Kanitz sowie beim Verlag 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 26. Mai 2014

[Rezension] Ramona Ambs - Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 160
ISBN: 978-3-939-23946-8
Erscheinungstermin: 7
. März 2013  
Format: Hardcover
Verlag:
Ubooks


Klappentext gem. Ubooks:
Romy wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren vom Holocaust traumatisierten jüdischen Großeltern auf. Gefangen in diesem Käfig aus Erinnerungen, die nicht ihre eigenen sind, sucht sie nach einem Ausweg.
Sie schnüffelt an den Lacken im Keller, probiert die Tabletten der Großmutter und schließlich auch den Stoff, der bereits ihrer Mutter den Tod brachte: Heroin.
Romy landet schließlich auf der Straße. Sie lässt sich treiben, verdingt sich eine Weile in Istanbul, bevor sie sich verliebt und das Leben nicht mehr gelb, sondern golden strahlt. Aber auch das goldene Strahlen der Liebe kann die Schatten über Romys Leben nicht vertreiben ...


Rezension:
Romy Marzimek hatte nicht unbedingt das, was man eine unbeschwerte Jugend nannte. Ihre Mutter gab sie in die Obhut ihrer Großmutter, da ihr das Heroin wichtiger war, als ihr eigenes Kind. Nicht lange nach Romys Geburt starb ihre Mutter. Zwar hatte die kleine Romy Kontakt zu ihrem Vater, einem Hausmeister, doch ein wirklich inniges Verhältnis hatte sie zu ihm nicht. So wuchs die kleine Romy, die den gleichen Namen trägt wie ihre Mutter, bei ihren Großeltern auf.

Es war eine traurige Kindheit, denn ihre Großeltern waren Überlebende des Holocaust und gerade ihre Großmutter hat diesen nie wirklich verarbeiten können. So hatte die Kleine zwar Spielzeug, durfte damit aber nicht spielen, es könnte ja was kaputt gehen. Dass Romy Halbjüdin ist, machte es ihr nicht leichter, denn in ihrer Umgebung wurde sie mit "Kanaken" gleichgestellt oder sogar als schlimmer angesehen. Von daher waren Freundschaften für das Kind fast unmöglich zu pflegen.

Romy wurde als Süchtige geboren und schon früh bemerkte sie, dass sie anders ist als andere Menschen. Schon als Kind berauschte sie sich gerne an den Farben im Keller ihres Großvaters. Mit zwölf Jahren machte sie erste Erfahrungen mit Alkohol, kurze Zeit später mit Heroin. Die Droge, die sie ihre Mutter gekostet hat, wird immer bedeutender in ihrem Leben. Sie hat "Glück", verliebt sich und verliert an diesen Jungen ihre Unschuld, anstatt auf den Straßenstrich, doch dieser ist nicht mehr weit, denn als erst ihr Großvater und dann auch noch ihr Freund sterben, verliert sie fast jeden Halt, den sie noch hatte ...


Noch immer fordert der Holocaust Opfer! Der Plot des Buches wurde sehr authentisch und realistisch erarbeitet. In diesem Buch erzählt die Figur der Romy ihre Lebensgeschichte und warum sich ihr Leben so entwickelte, wie es geschah und warum alles mit dem Holocaust begann. Die Figur der Romy wurde sehr empirisch erarbeitet, so, als wäre sie es tatsächlich selbst, die dem Leser ihre Lebensgeschichte erzählt, ohne etwas zu beschönigen, ohne unnötige Emotionen. Den Schreibstil empfand ich als sehr rational gehalten und dennoch, das Buch hat etwas, das mich nicht losgelassen hat.

Bewertung


Die Autorin: 
Ganz Deutschland jubelte als Ramona Ambs 1974 auf die Welt kam.
Das war aber nur ein Missverständnis.
Gejubelt wurde nämlich, weil an diesem Tag elf schweißgebadete Männer ein aufgeblasenes Stück Leder so gekonnt in einem Netz versenkten, dass Deutschland Fußballweltmeister wurde.
Auf dieses erste Missverständnis folgten weitere...
Als Inventar einer jüdisch-katholisch gemischten Familie aufgewachsen, und unregelmäßig Schulen und Universitäten an diversen Orten besuchend, entschied sich Ramona Ambs irgendwann die Missverständnisse zu verkleiden und in Buchstaben zu verpacken.
Derzeit lebt Ramona Ambs in Heidelberg und schreibt über die Missverständnisse von Menschen mit Prosopagnosie, von Personen mit synästhetischen Neigungen und von Leuten, die ihr Leben unterwegs irgendwo verloren haben... (übernommen von amazon)
 

Wie ich zu dem Buch kam:
Dieses Buch habe ich auf der Leipziger Buchmesse 2014 gewonnen.

[Rezension] Gudrun Gülden - Mord im Schlachthof


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 448 KB
Seitenzahl: 295 Seiten
Erscheingungstermin: 16. Januar 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00HWWC8EA
ISBN-Nr.: 978-3-95573-083-3
Verlag: Klarant
 


Klappentext gem. Klarant:
Eine ziemlich unnatürliche Todesursache, um genau zu sein: Der Notarzt diagnostiziert, dass der Mann erstochen und gekocht wurde. Woher die blaue Farbe auf der Leiche stammt, ist rätselhaft. Kommissarin Petra Lohenkamps Mordfall führt sie in Verstrickungen besonderer Art, bei der bekannte Persönlichkeiten, auf höchster Ebene von Politik und Wirtschaft, in Bedrängnis kommen. Ein Spiel mit dem Feuer beginnt, das nicht jeder überleben wird…


Rezension:
Eigentlich hat die 37-jährige Hauptkommissarin Petra Lohenkamp Urlaub, den sie mit ihrer Mutter und ihrem Sohn Kai fernab der Heimat zu verbringen gedenkt - eigentlich, denn in einer Abdeckerei wird eine Leiche gefunden. Zwar ist es nichts ungewöhnliches, Leichen in einer Abdeckerei zu finden, doch nennen diese sich gewöhnlich Kadaver und sind tierischen Ursprungs. Bei der gefundenen Leiche handelt es sich jedoch um eine menschliche, die eindeutig nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Laut ersten Ermittlungen wurde das männliche Opfer erstochen, gekocht und ist blau verfärbt. Nur widerwillig macht sich Petra Lohenkamp zusammen mit ihrem 31-jährigen Kollegen Daniel Kreuzer, der einen Doktortitel in Psychologie hat, an die Arbeit.

Relativ schnell können sie ermitteln, dass es sich bei dem Opfer um Kevin Bollenhauer handelt. Dieser ist bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt, wegen eines Überfalls auf eine Frau saß er auch schon ein. Interessanter ist für Petra jedoch, dass laut Aussage seiner Eltern, Yvonne und Hartmut, niemand einen Grund gehabt haben könnte, ihren Sohn umzubringen, Petra aber mehrere Personen ermitteln kann, die ein Motiv gehabt haben könnten, denn Bollenhauer Jr. war Inhaber eines Nachtclubs/Bordells, in dem minderjährige Rumäninnen zwangsprostituiert werden und Chef mehrer Kolonnen rumänischer Arbeiter, die im Schlachthof seines Vaters tätig waren. Diese sind erst kürzlich in Streik getreten, weil die Lohnzahlungen ausblieben.

Bei ihren Ermittlungen stöß Petra Lohenkamp jedoch auch auf Christian Liebermann, einen Angestellten des örtlichen Veterinäramtes. Dieser ist auf den ersten Blick für die Bauern der Umgebung ein sehr unangenehmer Geselle, da er strikt auf die Einhaltungen der Tierschutzgesetze besteht, sehr zum Leidwesen aller Beteiligten im Industriezweig "Massentierhaltung". Was Petra jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, gerade dieser Christian Liebermann ist dabei, Dinge in Bewegung zu setzen, die noch weit mehr Menschenleben fordern könnten, als das bisher gefundene Mordopfer ...


Von Massentierhaltung und Mord! Der Plot des Buches wurde spannend und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin großen Wert darauf gelegt hat, dem Leser deutlich vor Augen zu führen, was heutzutage in der "modernen Massentierhaltung" alles Gang und Gäbe ist. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei hier besagter Christian Liebermann einen unheimlich nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen hat, denn er steht zu dem, woran er glaubt und ist bereit, bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen, um dafür einzutreten, was seiner Meinung nach richtig ist. Wenn es mehr Menschen wie ihn geben würde, wäre die Welt meiner Meinung nach ein besserer Ort. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen bildhaft und spannend zu lesen. Auch wenn das Thema "Massentierhaltung" bei Leibe kein angenehmes oder in meinen Augen ein zu förderndes ist, muss ich gestehen, dass es mir im Kontext dieses Buches sehr gut gefallen hat.

Bewertung


Die Autorin: 
Gudrun Gülden ist am 27.Juni 1961 in Marl/Westfalen geboren. Sie blieb bis zum Abitur im Ruhrgebiet und zog dann zum Studium von Ostslavistik/Germanistik und Betriebswirtschaft nach Hamburg, wo ihre Tochter zur Welt kam. In Hamburg arbeitete sie als Journalistin, bis sie nach dem Abschluss des Studiums einen Job als Führungskraft in einem Call Center bekam. Es folgten weitere Jobs im mittleren Management von großen Unternehmen. Ihre große Leidenschaft war jedoch immer das Schreiben. Heute wohnt Gudrun Gülden mit Mann, vier Hühnern, zwei Schweinen, einem Pferd und einem Hund im Taunus und schreibt.  
Die Autorin ist aktives Mitglied in mehreren Tierschutzorganisationen und Vegetarierin. Bei den intensiven Recherchen für ihren Krimi „Mord im Schlachthof“ konnte die Autorin auf die sachkundige Unterstützung ihres Bruders, dem Chef eines großen  niedersächsischen Veterinäramtes, zurückgreifen.
(übernommen von Klarant)
 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag
  

bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 25. Mai 2014

[Neuzugänge] der 21. KW 2014

Die ganze Woche über sah es so aus, als würde es diese Woche ein eher unspektakulärer Post über unsere Neuzugänge. Aber am Freitag wurde das Ruder noch mal rumgerissen und die Bücher standen regelrecht an, um Einlass gewährt zu bekommen.
Wir haben uns erbarmt und sie hineingebeten. Welche es waren?

Seht selbst, unsere Neuzugänge:

Kerrys Neuzugänge:



Kleeblatts Neuzugänge:
- Bomann, Corina- Die Jasminschwestern
- Thompson, Ted - Land der Gewohnheit 
- Ahnhem, Stefan - Und morgen du 
- Hutzenlauf, Lucinde - Hallo Japan 
- Shelly, Katie - Augenschmaus
- McGilloway, Brian - Eine Leiche macht noch keinen Sommer 
- Corry, Jane - Der Garten über dem Meer 
- Hell, Lexy - Mein wildes Leben zwischen Laufsteg und Swingerclub



Nun sind wir gespannt. Kennt einer von euch schon das ein oder andere Buch?

Wir wünschen euch einen schönen Sonntag und eine schöne Woche

Kleeblatt und Kerry

Samstag, 24. Mai 2014

[Rezension] Ingrid Pernkopf - Resteküche



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Pichler; Auflage: 1 (7. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3854316534
ISBN-13: 978-3854316534
Größe und/oder Gewicht: 25 x 19,4 x 3 cm

Inhalt gem. Pichler:
Bei ihren Kochkursen, so betont Ingrid Pernkopf, legt sie großen Wert darauf, dass alles verwertet wird – bis hin zum Knödelkochwasser. Mit etwas Kreativität kann man auch aus Resten noch etwas Köstliches zubereiten. Aufgewachsen bei ihrer Oma, die eine einfache Bäuerin, aber sehr gute Köchin war, lernte Ingrid Pernkopf schon früh den Wert eines Apfels oder einer Handvoll Kirschen, von einem Stück Bratenfleisch oder von Sauerkraut zu schätzen. Eine Erfahrung, die sie bis heute prägt: Mit Liebe und großer Kreativität widmet sie sich all jenen Resten und Überbleibseln, die wir nur allzu oft gedankenlos im Abfalleimer verschwinden lassen, und beweist, dass diese mit ein bisschen Fantasie zu hervorragend schmeckenden Gerichten verkocht werden können. Aus übrig gebliebenen Gemüse- und Obstresten zaubert sie Chutneys und Relishes, Fleisch-, Mais- und Reisreste werden zu köstlichen Ofengerichten oder Kroketten verarbeitet, gekochte oder gebratene Fleischreste zu Knödel- und Strudelfülle, Altbrot zu Brotschmarren und Brotsuppe. Ein Kochbuch, das umfassend demonstriert, wie man Lebensmittel optimal nützt, unnötiges Wegwerfen von Resten vermeidet und im Küchenhaushalt nachhaltig und kostengünstig wirtschaftet.

Zum Buch:
"Resteküche", so der Name des Buches. So genau kann man es damit aber nicht nehmen.
Erstens habe ich nie in der Größenordnung Reste von Mahlzeiten übrig, wie sie hier im Buch angegeben wurden und zweitens, wer will schon solange warten, bis sich die Reste ergeben?
Dazu sind die Rezepte im Buch viel zu lecker und interessant, als das man warten möchte.

Nach der ersten Inaugenscheinnahme befanden sich im Buch jede Menge bunter Markierzettel, die mir auf Anhieb zeigen sollen, wo es sich meiner Meinung nach lohnt, etwas nachzukochen.
Ehrlich gesagt, wäre es übersichtlicher gewesen, ich hätte die Seiten markiert, wo es Rezepte gibt, die mir nicht so zusagen, denn davon gab es wirklich reichlich wenig.

Im Buch geht es um Rezepte, die man aus Reste von Mahlzeiten machen kann. Da ist es egal, ob es sich um Reste von Kartoffeln, Fleischreste oder anderes handelt. Es besteht keine Notwendigkeit, die Reste zu entsorgen, denn auch aus ihnen kann man leckeres Essen zubereiten.

Das Buch unterteilt sich in folgende Abschnitte:
- Fleisch, Geflügel und Fisch
- Milch, Butte, Mehl, Eier und Käse
- Knödel, Nudeln, Reis und Gries
- Ein Blick in die Brotdose
- Aus der immer vollen Schoko-"Lade"
- Erdäpfel und Kraut, Rüben und aromatisches Grünzeug
- Köstliches aus Früchten
- Geschmackvolle Saucen und Fonds
- Gewürze und Kräuter, Salze, Essige und Öle
- Tipps für einen sparsamen Umgang mit Lebensmitteln und Energie - ein Sammelsurium

Schon allein an den Überschriften der Abschnitte ist sehr gut erkennbar, wie groß die Vielzahl von Angeboten sein kann, was man aus den Resten machen kann.
Das Buch umfasst ein unglaubliche Menge von Rezepten, die schon beim Lesen das Gehirn rotieren lassen und mich mit Gedanken beschäftigte, was ich denn nun unbedingt nachkochen möchte.

Auch weiß ich jetzt schon, dass das Buch nicht irgendwo im Regal verschwinden wird, sondern immer in Reichweite, denn davon möchte ich noch eine ganze Menge nachkochen.

Die Rezepte sind sehr genau beschrieben und lassen sich super gut nachkochen. Zusätzlich gibt es bei vielen der beschriebenen Gerichte auch die Möglichkeit, Variationen dazu auszuprobieren, wo z. B. noch Zutaten hingefügt bzw. ausgetauscht werden können.
Viele Rezepte sind fachmännisch mit Fotos bebildert. Bei denen, wo es kein Bild gibt, bleibt dem Nachkocher die eigene Kreativität und Fantasie überlassen.

Auch in diesem Buch befindet sich im Anhang wieder ein Glossar, in dem der Nicht-Österreicher Begriffe wie Melanzani oder Topfen auf deutsch nachschlagen kann.

Die Rezepte sind einfach nachzukochen, auch wenn keine Reste vorhanden sind und man, so wie ich, frische Zutaten nehmen musste.
Ich habe einiges nachgekocht und Spaß dabei gehabt, denn es kann einfach nichts schief gehen, dazu ist die Beschreibung einfach zu perfekt.

Für mich ist es ein Buch, das ich in meiner Küche nicht mehr missen möchte und empfehle es sehr gern weiter.
Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass viele Gerichte auch vegan zu kochen waren, so dass ich meine vegan lebende Tochter auch zum Kosten einladen konnte.
Wir waren beide von den Ergebnisse beeindruckt und ich darf sie nunmehr öfter machen.

Hier noch ein kleiner Blick auf mein zusammengerührtes, aber bedenkt bitte, ich bin kein Fotograf :-) 

Kokos-Karotten-Suppe (Seite 247)

Erdäpfelgulasch mit gekochten Erdäpfeln (Seite 218)
Gefüllte Melanzanirolle (Seite 251)
Würzige Paprika-Auberginen-Paste (Seite 259)
Melanzanirolle mit würziger Paprika-Auberginen-Paste (Seite 251, 259)











Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen von Pichler-Verlag)
Ingrid Pernkopf, geboren in Gmunden am Traunsee, führt seit 1989 gemeinsam mit ihrem Mann Franz das elterliche Gasthaus „Grünberg am See“. Im Pichler Verlag erschienen von ihr u. a. die Kochbuch- Bestseller „Süßes zur Weihnachtszeit“, „Die Vorratskammer“, „Knödelküche“, „Das große Mehlspeisen-Kochbuch“, die „Strudelküche“ und „Die traditionelle österreichische Küche“.

Von Ingrid Pernkopf wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt