Samstag, 20. Dezember 2014

[Rezension] Matthew Quick - Die Sache mit dem Glück





Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Kindler (19. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463400847
ISBN-13: 978-3463400846
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 3 x 21,1 cm

Inhalt gem. Kindler:
Bartholomew hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie stirbt, muss er plötzlich allein zurechtkommen. Aber das sagt sich so leicht. Bartholomew ist 39. Beim Aufräumen ihres Schlafzimmers findet er einen Brief von Richard Gere wieder. Darin ruft der Hollywoodstar zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking auf, wegen Tibet. Der Brief muss Mom viel bedeutet haben, sonst hätte sie ihn nicht in ihrer Unterwäscheschublade aufbewahrt. Nun versteht Bartholomew auch, warum sie ihn in ihren letzten Tagen, als sie schon sehr durcheinander war, immer nur «Richard» genannt hat. Er beschließt, dem Schauspieler Briefe zu schreiben. Über Moms Theorie vom Glück, über Außerirdische, Buddhismus und die Liebe zu Katzen. Und über die junge Bibliothekarin, die er schon seit Jahren einmal ansprechen möchte. Bis jetzt hat Richard Gere noch nicht geantwortet, aber Bartholomew ist sicher, er wird ihm bei seinem Neuanfang helfen.

Zum Buch:
Bartholomew ist fast 40 Jahre alt und lebt noch bei seiner Mutter. Er liebt sie über alles, so dass er auch nie das Bedürfnis verspürte, eine eigene Familie zu gründen. Als sie stirbt, steht er plötzlich allein da. Father McNamee nimmt sich seiner an. Dieser war auch schon zu Mutters Lebzeiten mit einer der wenigen Kontakte, die sie hielten. Er war auch immer zur Stelle, wenn Hilfe nötig gewesen ist. Er vermittelt Bartholomew Wendy, eine Studentin, die ihm bei der Trauerbewältigung behilflich sein soll.
Kurz darauf zieht Father McNamee zu ihm ins Haus, da er von alle seinen Ämtern enthoben wurde und nur noch an der Flasche hängt.
In seiner Verzweiflung und in Erinnerung an seine Mutter schreibt er Briefe an Richard Gere, in der Hoffnung, dass dieser ihm helfen und beistehen möge ...

Eine eigenartigere Konstellation von Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, kann man sich schwer vorstellen.
Bartholomew lernt bei einer Gruppensitzung zur Trauerbewältigung Max kennen, der in etwa dem selben Alter ist wie er selbst. Dieser versucht, über den Tod seiner Katze hinwegzukommen. Max ist der Bruder von Elizabeth, der Bibliothekarin, die Bartholomew schon seit Jahren immer wieder in der Bibliothek antrifft, aber sich nie traut, anzusprechen. Der vierte im Bunde ist Father McNamee, der sich mit den Dreien auf den Weg nach Kanada macht.

Durch die Briefe an Richard Gere erfährt der Leser vom Leben Bartholomews. Er vertraut ihm seine Ängste und Sorgen an. Er berichtet ihm, wie er sich gerade fühlt, warum er was gemacht hat. In diesen ist er schonungslos ehrlich, auch wenn er in der Realität Notlügen gebraucht hat. 

Zu Beginn des Buches hatte ich das Gefühl, es mit einem Deppen zu tun zu haben, aber die Briefe belehrten mich eines besseren. Auch wenn er anfänglich naiv wirkte, ist Bartholomew doch hintergründig und feinsinnig. Er zeigt Feingefühl und versucht, aus allem das Positive zu sehen.
Seine Mutter vertrat immer die Meinung, dass alles seine 2 Seiten hätte. Wenn es ihnen jetzt gerade schlecht geht, gibt es irgendwo jemanden, dem es dafür gut geht. So hat sie auch Bartholomew erzogen, nie nur das Schlechte zu sehen, sondern nach dem Positiven Ausschau zu halten.

Bartholomew hat ganz bescheidene Ziele nach dem Tod seiner Mutter. Einer ist, dass er mit einem Gleichaltrigen an einer Bar sitzen möchte und etwas trinken. Ein fast alltäglicher Wunsch, aber für Bartholomew nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, denn wo jemanden kennenlernen, wenn er nur für sich und Mutter da war.
Aber alles, was geschieht, hat seinen Sinn, vielleicht musste ja seine Mutter sterben, damit er seinem Ziel nahe kommt.

Bartholomew ist ein ausgesprochen sympathischer Protagonist, der sich als wahrer Freund erweisen wird. Mitfühlend, freundschaftlich und ehrlich trifft er auf ihm bislang unbekannte Menschen und wird deren Freund. 

Ich brauchte eine Weile, bis ich mich in das Buch eingelesen habe. Die Sache mit den Briefen an Richard Gere hat mich ein wenig verwirrt, aber sie machten Sinn. 
Viel erfährt der Leser auch direkt über Richard Gere, seinem Leben als Buddist und seiner Freundschaft mit dem Dalai Lama. Bartholomew spricht viele Ereignisse das Schauspielers in seinen Briefen an, so dass man das Gefühl hat, man würde nicht nur die Protagonisten des Buches besser kennenlernen, sondern auch den Schauspieler Richard Gere.

Auch wenn ich meine Zeit mit dem Buch anfänglich brauchte, hat es mich in seinen Bann gezogen. Leider blieben die ein oder andere Frage unbeantwortet, die sich mir während des Lesens stellte.
Es ist ein Buch über Freundschaft und der Suche nach dem Glück. Ob sie es gefunden haben, das müsst ihr allein herausfinden.       

Bewertung:  





Zum Autor:
(übernommen von Rowohlt)
Matthew Quick wurde 1973 in Oaklyn, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer, schmiss seinen Job und reiste anschließend lange durch Südamerika und Afrika. Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch die Filmrechte an seinem neuen Roman „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 19. Dezember 2014

[Rezension] Angelika Kirchmaier - Schnelle Kekse



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Pichler (24. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3854316836
ISBN-13: 978-3854316831
Größe und/oder Gewicht: 19,5 x 2,2 x 25,1 cm

Inhalt gem. Pichler-Verlag:
Ob zur Weihnachtszeit, als traditionelles Hochzeitsgebäck oder in der Büroschublade. Kekse erfreuen sich höchster Beliebtheit. Wäre die Zubereitung nicht so aufwendig und der süße Genuss nicht so hüftgoldig ...
Dieses Buch bietet die Lösung: Bei allen Rezepten wird die von Angelika Kirchmaier kreierte „Gabeltechnik“ angewendet. Das heißt, man gibt die Zutaten der Reihe nach in eine Schüssel, rührt mit einer Gabel um und fertig ist der Teig. So lässt sich an einem Abend problemlos auch von Ungeübten ein Keksteller füllen.
Die Kekse sind nicht nur in Windeseile gebacken, sondern sind auch noch gesund, ohne „gesund“ zu schmecken. Auch mit geringen Mengen an Fett und Zucker bieten sie das volle Geschmackserlebnis. Ideal für ernährungsbewusste Genießerinnen und Genießer!
Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Abbildungen zu jedem Rezept.

Zum Buch:
Kekse gehen immer und schmecken auch außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit. Wenn sie dann auch noch schnell gehen, sind das genau die Art Kekse, die ich bevorzuge.
Mit diesem Buch hat man nun ein Werk in der Hand, das alles vereint, schnelle und schmackhafte Kekse für jede Jahreszeit.

Unterteilt wurde das Buch in folgende Rubriken:
- Vorwort
- Einleitung mit wichtigen Tipps
- Löffelkekse
- Knuspis
- Streuselkekse
- Kekse in Form gebracht
- Kunterbuntes
- Anhang mit Pannenhilfe, Tipps und Nährwertangaben

Die Einleitung ist großzügig mit Informationen bestückt, beginnend mit einer Auswahl von hilfreichen Backutensilien. Es folgen Tipps zur Backtemperatur, der Backzeit und dem Dekorieren wie auch zur Aufbewahrung und der Resteverwertung. Welche Reste eigentlich?
Zu jedem Keksthema gibt es noch allgemeine Hinweise zur Aufbewahrung und allgemein gehaltene Tipps wie z.B. den Knuspis.
Die Rezepte sind aufgegliedert in Teig (die jeweiligen Zutaten), Zubereitung, Dekotipps und der möglichen Stückzahl des Rezeptes.
Auch wenn ich die Mengen bei jedem Rezept doppelt angesetzt haben, bin ich bei nicht einem Rezept auf die Anzahl gekommen. Die Vorgaben müssen mit Ministückchen angedacht gewesen sein.

Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass sich die Zutaten ausschließlich aus Vollkornmehl zusammensetzte, Weizen- bzw. Dinkelvollkornmehl. Da es in meinem Haushalt so gut wie kein Weizenmehl mehr gibt und ich eh alles mit Dinkelmehl ersetze, kamen mir diese Vorgaben gerade recht.
Auch das sonst übliche Backpulver wurde durch Backsteinpulver ersetzt.

Die Autorin ist Diätologin und Gesundheitswissenschafterin, was den Vorteil hat, dass sie dieses auch in ihren Rezepten umgesetzt hat. Die Rezepte bestehen aus wenig Fett, das sich dann natürlich auch nicht an den Hüften festsetzen kann.
Auch fehlt nicht das Glossar Österreich - Deutschland, welches ich in dem Buch jedoch nicht vermisst hätte. 

Aus der Vielfalt der vorgestellten Kekse ist es definitiv nicht leicht, die richtige Auswahl zu treffen. Schon beim durchblättern des Buches hat man das Gefühl, man möchte sie alle machen. Die Fotos, die jedes Rezept begleitet, machen Appetit, was sicherlich auch beabsichtigt ist.

Ein Buch mit Keksrezepten, das nicht nur gut anzusehen ist, sondern dass es sich auch lohnt, umzusetzen.
Ich empfehle es sehr gern weiter und das nicht nur für die Winterzeit.

Hier noch ein kleiner Blick auf mein zusammengerührtes, aber bedenkt bitte, ich bin kein Fotograf :-)

 Beschwipste Gipfel (Rezept Seite 55)
 Öl-Schoko-Cookies (Rezept Seite 80)
 Mamas einfache Lebkuchenbusserl (Rezept Seite 90)
Mandel-Zimt-Knusperle (Rezept Seite 112) 
 Schokostreusis (Rezept Seite 132)
 Stoffl-Bussis (Rezept Seite 42)
Knusprige Schokis (Rezept Seite 118)














Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen von Pichler-Verlag)
Angelika Kirchmaier, geboren 1972, ist Diaetologin, Gesundheitswissenschafterin, ausgebildete Köchin und Touristikkauffrau sowie Autorin mehrerer Bücher zur gesunden Ernährung. Sie betreibt eine ernährungstherapeutische Praxis und gibt ihr Wissen an Fachhochschulen und in Workshops weiter. Angelika Kirchmaier ist durch die wöchentlichen Ernährungs- und Kochtipps auf ORF Radio Tirol einem breitem Publikum bekannt. Bei Styriabooks erschienen: „Teige. Das 1x1 der Zubereitung“ und „Gugelhupf. Einfache Rezepte für den Alltag“ (beide 2012). www. angelika-kirchmaier.at

Von Angelika Kirchmaier wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 18. Dezember 2014

[TTT] - Top Ten Thursday #187

Auch in dieser Woche mache ich wieder beim Top Ten Thursday, organisiert von Steffis Bücher Bloggeria, mit.
 
http://buecher-bloggeria.blogspot.de/


Diese Woche lautet das Thema:

"10 Reihen, die beendet oder auf den neuesten Stand gelesen sind"
 


Yeah, das ist ein Thema für mich, ich bin doch ein bekennender Reihenjunkie ^^
 
 
So, das war´s auch schon wieder. Ich habe versucht eine bunte Mischung aus bekannten und weniger bekannten Reihen zusammen zu stellen, wobei ich versucht habe, Bestseller-Reihen zu vermeiden. Mal schauen, ob ich trotzdem mit jemandem was gemeinsam habe.
 

Ich wünsche euch eine schöne Restwoche

Liebe Grüße

Kerry

Mittwoch, 17. Dezember 2014

[Rezension] Thomas Letocha - Oma Else 02: Oma Else startet durch




Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481104
ISBN-13: 978-3442481101
Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 2 x 18,8 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Zusammen mit ihrem guten Freund Mario genießt Oma Else ihr Leben am Mittelmeer. Doch dann kehrt Mario nach Deutschland zurück, und damit ist das Dolce Vita vorbei. Als Mario sein Hab und Gut von seinem Freund Hardy abholen lässt, kommt Else ins Grübeln: Was soll sie allein in der Fremde? Also packt sie ihre Sachen und steigt zu Hardy in den alten VW-Bus. So beginnt eine turbulente Reise vom Mittelmeer über die Alpen in den Norden Deutschlands. Und nicht nur wegen Hardys rasantem Fahrstil kommt wieder Schwung in Elses Leben ...

Zum Buch:
Oma Else hat sich mit Mario im Süden eingerichtet. Es gefällt ihnen gut, sie bewohnen gemeinsam ein Haus und kommen beide gut miteinander aus.
Eines Tages kündigt ihr Mario an, dass er nach Hause muss, kurzfristig, er würde wiederkommen.
Kaum ist er weg, erhält Oma Else auch kein Lebenszeichen mehr von ihm. Kein Anruf, keine Antwort auf ihre SMS oder ihre Nachrichten auf der Mailbox. Irgendetwas ist dort im Argen, denkt sich Oma Else.
Da findet sie eines Tages in ihrem Häuschen einen Mann vor, der behauptet, von Mario geschickt worden zu sein. Er hatte die Aufgabe, ein paar Sachen abzuholen, aber genaueres wüsste er auch nicht. 
Dieser Mann heißt Hans, aber da Oma Else sich keine Namen mehr merken kann, bekommen die Leute eigene Namen. Aus Hans wird Hardy, nach einem Schauspieler, dessen Nachnamen sie auch nicht mehr weiß.

Letztendlich macht sich Oma Else gemeinsam mit Hardy auf den Weg, da sie nicht allein in dem Haus bleiben will. Die Fahrt ist lang und da kann schon so das ein oder andere passieren ...

Oma Else ist immer noch rüstig, obwohl sie bereits über 80 Jahre alt ist. Viele Dinge gehen etwas langsamer, schließlich muss man sich mit seinem nicht mehr ganz jugendlichen Körper arrangieren. Die neue Hüfte mag keine schnellen und heftigen Bewegungen wie auch das gesamte Knochengerüst nicht mehr. Aber sie kommt klar und ist immer noch gut beieinander.
So scheut sie sich auch nicht, mit Hardy auf große Fahrt zu gehen. Selbst Trampen ist auf der Fahrt mit inbegriffen, denn man klaut ihnen ihren fahrbaren Untersatz.
Aber Oma Else scheint unverwüstlich zu sein, obwohl sie sich des öfteren in ausgesprochen peinliche und skurrile Situationen bringt.

Auch dieses Buch beginnt, wie schon Teil 1, mit einer scheinbar ausweglosen Situation, in die sich Oma Else manövriert hatte.
Von dort aus rückblickend wird die Geschichte erzählt, wie Oma Else es geschafft hat, in diese zu geraten.

Leider hat mich dieser Teil nicht mehr so überzeugt, wie der Vorgängerband. Rückblickend muss ich sagen, dass die eigentliche Geschichte aus meiner Sicht in ein Kapitel gepasst hätte. Die anderen Seiten des ca. 190 Seiten langen Buches wurden gefüllt mit Oma Elses Erinnerungen, Überlegungen und Meinungen. Ich will nicht sagen, dass es langweilig war, aber es passierte nicht genug, um mich bei der Stange zu halten. Ich habe für diese paar Seiten länger zu lesen gebraucht, als für ein Buch mit 500 Seiten. Schade, denn ich hatte mich wirklich auf das Buch gefreut.

Obwohl Oma Else noch immer eine sympathische Protagonistin ist und das Herz am rechten Fleck hat, konnte sie mich dieses Mal leider nicht als glückliche Leserin zurücklassen.


Reiheninfo:
Oma Else 01: Oma Else kann's nicht lassen
Oma Else 02: Oma Else startet durch

Bewertung:

Zum Autor:
(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Thomas Letocha studierte Jazzklavier und Komposition sowie Medientechnik. Als Autor und Regisseur realisierte er zahlreiche Fernsehportraits und Dokumentationen und arbeitete als Producer und Realisator von Werbe- und Industriefilmen. Seit 20 Jahren arbeitet er als Drehbuchautor, immer in Zusammenarbeit mit Andreas Föhr. Über 200 Drehbücher sind für das deutsche Fernsehen verfilmt worden.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Von Thomas Letocha wurden gelesen und rezensiert:



Den Goldmann-Verlag findet ihr auch auf Facebook 

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 16. Dezember 2014

[Interview] und [Gewinnspiel] Stefan Holtkötter - Schützenbrüder

Schon vor einiger Zeit wollte Kleeblatt mit Stefan Holtkötter ein Interview machen. Gerade erst ist sein neues Buch erschienen und so bot es sich an, die Gelegenheit beim Schopfe zu fassen.
Veröffentlicht wird es heute, passend zu seinem Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Stefan, und alles erdenklich Gute.
Wir wünschen dir immer eine Handvoll umsetzbarer Ideen für neue Bücher, egal, ob Krimi oder ein anderes Genre. 


 



Stefan, würdest du uns ein wenig verraten, wer du bist? 
Ich lebe seit zwanzig Jahren in Berlin und komme ursprünglich aus dem Münsterland. Das ist auch der Grund, weshalb ich Münsterland-Krimis schreibe. Ich bin da auf einem Bauernhof groß geworden, so mit Kühen, Hühnern und Schweinen. Dieses Leben kenne ich sehr gut, und da spielen auch die meisten meiner Bücher. Und dann ist es ja so: In einer Sache unterscheiden sich die Berliner nicht so sehr von den Münsterländer Bauern. Ich werde hier immer ein Zugezogener sein. Vor der zweiten Generation geht da gar nichts. Zumindest nicht für die Urberliner. Ich kann’s aber auch verstehen, bei diesem Hannoveraner Hochdeutsch, das ich spreche. 

Wann und warum hast du angefangen Bücher zu schreiben? 
Ich habe mir schon immer gern Geschichten ausgedacht, aber nie ernst gemacht. Dann hatte ich kurz nach der Jahrtausendwende einen grauenhaften Job, den ich nach ein paar Monaten total ausgebrannt gekündigt habe. Ich wollte drei Monate was für mich machen, bevor ich mir den nächsten Job suche. Und weil ich diese Zeit nicht mit Chips und Fernbedienung im Bett zubringen wollte, habe ich mir ein Büro gemietet – und da meinen ersten Roman geschrieben. „Fundort Jannowitzbrücke“ war das, meine erste Veröffentlichung. Tja, und weil’s so schön war, habe ich dann weitergemacht. 

Mit welchem Buch erwachte die Liebe zur Literatur?
Mein erstes Buch habe ich mit neunzehn gelesen. Das ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich für einen, der später mal Schriftsteller werden soll. Aber meine Kindheit und Jugend fand vollkommen ohne Bücher statt. Mit neunzehn fand ich lesen immer noch total anstrengend. So viele kleine Buchstaben, da wurde mir ganz wuschig im Kopf. Dieses erste Buch damals war ‚Das Attentat’ von Steven King. Und das war so spannend, dass ich trotz der vielen Arbeit drangeblieben bin. Aber keine Sorge, heute lese ich schneller und vor allem genussvoller. 

Was wolltest du ursprünglich werden?
Ich hatte nie eine Ahnung, was ich werden wollte. Und so bin ich den Weg gegangen, den in meiner Generation alle gegangen sind, die das nicht wussten: Ich hab Sozialpädagogik studiert. Das Studium war nicht so anstrengend, man konnte viel Party machen und chillen. Na ja. Und dann kam das Berufsleben. 

Neben der Schriftstellerei – wie viele Bücher liest du als Privatperson im Jahr?
Nicht annähernd so viele, wie ich gerne würde. Während meiner Schreibphasen lese ich selbst fast gar nicht. Im Schnitt komme ich auf gut sechzig Bücher im Jahr. Also das, was die Bloggerin dieser Plattform so ungefähr am Tag liest. Gut, in der Woche. 

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus? 
Lange schlafen, lange frühstücken, lange auf Facebook und in Foren rumsurfen. Und dann irgendwann arbeiten, meist auch lange und bis spät in die Nacht hinein. 

Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Ich merke mir das Gesicht, denn Rache genießt man am besten kalt. Nein, nur Spaß. Bei negativer Kritik ist es so, dass ich inzwischen gut unterscheiden kann. Es gibt Leute, die hätten einfach lieber eine andere Art Buch gelesen, und deswegen finden sie meins doof. Anderen aber merkt man an, dass für sie etwas einfach nicht rund war. Und dann sehe ich mir das sehr genau an und versuche, es in Zukunft besser zu machen. Kritikfähigkeit ist ja das Wichtigste bei meiner Arbeit. 

Wie wichtig sind dir Amazon-Bewertungen? 
Wer sich mal in Ruhe Amazon-Bewertungen durchliest, der merkt, dass einige dabei sind, die mehr über den Rezensenten aussagen als über das Buch. Andere sind aber viel differenzierter und inhaltlich gut, ganz egal ob positiv oder negativ. Die sind mir schon sehr wichtig. Da hat sich jemand Mühe gemacht aufzuschreiben, was er von meinem Buch gehalten hat. Das ist doch toll! Und vielleicht kann ich noch was dabei lernen. 

Wie bereitest du dich auf einen Roman vor? Du hast eine Idee und dann? 
Und dann hänge ich eine Wandzeitung auf, einen großen Papierbogen. Darauf entwerfe ich dann Handlungsbögen, falsche Fährten, Cliffhanger und den gesamten Verlauf der Geschichte. Erst wenn alles steht, fange ich an zu schreiben. 

Wer darf deinen Entwurf eines Buches als Erster lesen?
Meine Agentin. Dann kommt die erste Generalkritik, und ich bin meist ziemlich froh, dass ich es wirklich NUR ihr zu lesen gegeben habe. Peinlich.  

Du schreibst ja hauptsächlich Krimis. Was fasziniert dich an diesem Genre?
Die Struktur. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich mag die strengen Regeln des Genres. Alle guten Krimiautoren halten sich daran, und trotzdem ist die Krimi-Landschaft bunt und vielfältig. Das ist schon beeindruckend. 

Wie gehst du bei der Recherche deiner Krimis vor?
Für „Schützenbrüder“ war ich nach über zwanzig Jahren mal wieder auf dem Schützenfest bei uns im Dorf. Das war sehr lustig. Viel lustiger, als ich erwartet hätte. So macht der Job wirklich Spaß. Manchmal ist Recherchieren aber auch mühsame Kleinarbeit, im Internet, im Archiv oder – in meinem Fall – auch bei der Verwandtschaft im Münsterland.

Mit deinem neuen Krimi „Schützenbrüder" bewegst du dich ja in Gefielden wie die von Miss Marple. Was hat dich dazu veranlasst?
Nach zehn Kriminalromanen wollte ich mal was anderes machen. Etwas, das weniger ernst und gesellschaftskritisch ist. Ich habe ein Pseudonym, unter dem ich Komödien schreibe. Also dachte ich, gehe ich mal diesen Weg. Dieses Genre, das man Cozy nennt, also den gemütlichen und teils humorvollen Ermittlerkrimi, das mag ich nämlich auch sehr gern. Agatha Christie’s Miss Marple ist da der Ermittler-Urtyp. Ich habe mich also gefragt: Was wäre im Münsterland in 2014 die adäquate Miss Marple? Herausgekommen ist Tönne Oldenkott, sturer westfälischer Bauer im Ruhestand, neugierig und unbequem und mit einer gehörigen Portion Bauernschläue ausgestattet. Sein Mister Stringer ist eine junge Dorfpolizistin namens Gül. Eher wider Willen wird sie von Tönne in die Ermittlung einbezogen, bis die beiden am Ende ein starkes Team bilden.  

Warum spielen viele deiner Krimis im Münsterland? Außer, dass du aus der Gegend kommst, gibt es noch andere Gründe? Ticken die ländlichen Bewohner anders?
So anders ticken die Menschen auf dem Land gar nicht. Oberflächlich vielleicht, aber hinter den Fassaden sind Menschen überall gleich. Das Münsterland kenne ich eben sehr gut, und die erste Regel für Autoren ist: Schreibe nur über das, was du kennst. Also lande ich immer wieder im Münsterland. 

Magst du auch noch Krimis von anderen Autoren lesen?
Ich lese ganz viele Krimis von anderen Autoren. Das ist doch spannend, was die so machen. Ein paar finde ich natürlich total großartig, wie die von Ian Rankin oder Johan Theorin. Aber auch die anderen lese ich extrem gern. Es ist immer wieder erstaunlich, wie bunt und vielseitig die Szene ist. 

Für wie viel kommende Bücher hast du schon Ideen im Kopf? 
Ich habe immer mehr Ideen im Kopf, als ich Bücher schreiben könnte. Oft ist es so, dass Leute nach Lesungen auf mich zukommen, weil sie eine ganz tolle Idee haben, und das soll ich doch mal aufschreiben. Aber so funktioniert das nicht. Ich sage denen immer: Machen Sie das selbst! Fangen Sie an zu schreiben! Und ich arbeite derweil meine eigene Liste ab. 

Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch?
Andreas Steinhöfel: Anders. Ich lese ja total gerne Kinder- und Jugendbücher, auch wenn ich selbst keine schreibe. Keine Ahnung, weshalb. 

Auf welches Buch oder welche Fortsetzung dürfen sich die Leser als nächstes von dir freuen?
Es wird mit Tönne und Gül weitergehen. Da arbeite ich gerade dran. Und dann möchte ich auch gern mit der OWL-Reihe weitermachen, aber im Moment gibt es noch keinen Verlag, der sich da interessiert. 

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Glück und Gesundheit. Und Frieden. 
Na ja, und natürlich, dass meine Bücher weiterhin so gut laufen. 



Lieber Stefan, vielen Dank für die unterhaltsame Beantwortung der Fragen. Wir wünschen dir weiterhin viele gute Ideen für deine Bücher und die Erfüllung aller deiner Träume.

Mehr über den Autor Stefan Holtkötter erfahrt ihr auf seiner Autorenseite 

Gewinnspiel:
Zusätzlich zum Interview gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem ich 2 Exemplare des vorgestellten Buches verlosen darf.

           

Stefan Holtkötter hat sie gesponsert und selbstverständlich signiert, wofür ich mich recht herzlich bei ihm bedanke.
Wenn ihr eins der beiden Bücher gewinnen wollt, müsst ihr nur eine Frage beantworten. Die Antwort schreibt bitte in unten stehendes Formular.

Wie heißt das erste Buch, das Stefan Holtkötter geschrieben hat?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllt bitte das Formular aus.




Solltet ihr gewinnen, wäre es nach Erhalt des Buches eine nette Geste, wenn ihr mir Bescheid geben würdet. 

Hier noch das Kleingedruckte:
1.) Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn ihr über 18 Jahre alt seid, ansonsten ist eine Einverständniserklärung der Eltern nötig.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und im Anschluss gelöscht.
3.) Es wird nur innerhalb Deutschlands versendet oder ihr erklärt euch bereit, die Portokosten zu übernehmen. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Bei Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
6.) Der Gewinner bestätigt mir bitte den Erhalt des Buches

Ihr dürft das Gewinnspiel gern teilen auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auf euren Blogs. Neue Leser sind jederzeit willkommen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 21.12.2014 - 20:00 Uhr

Die Auslosung erfolgt noch am selben Tag über Random.org, ebenso die Bekanntgabe der glücklichen Gewinner, wenn nichts dazwischen kommt.

[Rezension] Stefan Holtkötter - Tönne Oldenkott 01: Schützenbrüder



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 223 Seiten
Verlag: Topp + Möller (18. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3936867550
ISBN-13: 978-3936867558
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 1,7 x 19 cm

Inhalt gem. Amazon:
Sein Name ist Oldenkott. Tönne Oldenkott.
Er ist Bauer. Er ist stur.
Und er hasst ungeklärte Verbrechen.
Schützenfest im Münsterland. Hinterm Festzelt bricht der Kassenwart des Schützenvereins tot zusammen. Vergiftet mit Sauerkirsch-Aufgesetztem. Für die Polizei ist alles klar: Die Tochter war’s, sie wollte ans Erbe. Doch Tönne Oldenkott, Landwirt im Unruhestand und chronisch unterbeschäftigt, hält das für groben Unfug. Also begibt er sich auf Mördersuche - und findet in der jungen türkischen Dorfpolizistin Gül eine eigenwillige Komplizin. Dabei sieht die zunächst nicht ein, für den alten Sturkopp den Dienstweg zu umgehen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und Gül und Tönne werden zum ungleichen Ermittlerteam ...

Zum Buch:
Tönne Oldenkott, ehemals Bauer, jetzt Pensionär. Seine Felder sind verpachtet, aber so richtig loslassen kann er nicht. Natürlich muss er regelmäßig kontrollieren, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht.

Auf dem Schützenfest wurde hinter dem Festzelt Werner Osthues tot aufgefunden. Verdächtigt, ihn ermordet zu haben, wurde dessen Tochter Mechthild, denn diese war bekannt für ihren Sauerkirsch-Aufgesetzten, der die Todesursache war, da er vergiftet war.
Tönne ist einer der wenigen, die nicht glauben können, dass Mechthild ihren Vater umgebracht haben könnte, obwohl er ein furchtbarer Mann war.
Tönne vertraute immer seiner Frau Agnes, die Lehrerin war und auch Mechthild unterrichtet hatte. Auf ihre Meinung hielt er große Stücke und wenn diese sagte, dass Mechthild ein gutes Mädchen ist, dann konnte er sich darauf verlassen. Obwohl seine Agnes schon tot ist, hört er noch heute auf ihre Worte.
Da die Polizei an die Unschuld von Mechthild nicht glauben will, denn alles spricht gegen sie, beginnt er selbst zu ermitteln, wer Werner auf dem Gewissen hat.
Als "Gehilfin" hat er sich Gül Yilmaz, eine Polizistin türkischer Herkunft auserkoren. Er nennt sie Lisbeth, denn es kann ja nicht angehen, dass ein Mädchen einen Namen hat, der sich wie Gülle anhört.
Auch Gül hatte seine verstorbene Frau als Lehrerin gehabt und diese war von Gül sehr angetan. Also beschließt Tönne, dass Gül die richtige ist, um ihn zu unterstützen. Aber Gül will, wenn sie schon helfen soll, den Dienstweg einhalten und das ist genau das, was Tönne umgehen will, denn der Dienstweg hat Mechthild in die Untersuchungshaft gebracht ...

Ein herrlich feinsinniger Krimi aus der Feder von Stefan Holtkötter. Der Münsterkrimischreiber hat ein weiteres Mal seine Protagonisten dort agieren lassen.

Herzliche Grüße von Miss Marple und Mr. Stringer, wobei die Rollenverteilung bei diesem Krimi genau anders herum liegt. Tönne ermittelt und Gül ist der "Handlanger".
Er kann es nicht lassen. Eigentlich soll Tönne gerade seine Enkel beaufsichtigen oder kutschieren. Aber das kann man doch auch mit einem Abstecher verbinden, indem man ganz unauffällig mal so eben nebenbei ein paar Befragungen durchführt.
Ich habe während des Lesens Tönne, den Miss Marple-Abklatsch förmlich vor Augen gehabt. Ein Sympathisant durch und durch, besteht er doch auf Gerechtigkeit, die seiner Meinung nach Mechthild gerade nicht widerfährt. Das kann er so nicht stehen lassen und versucht ihre Unschuld zu beweisen und gerät dadurch selbst in Gefahr.
Gül, die mit sich nicht einig ist, wie und ob sie Tönne helfen soll, hat auch das Herz am rechten Fleck und lässt sich, eher widerstrebend, auf die Schrullen von Tönne ein und erlebt ihr blaues Wunder. Dabei muss sie sich selbst mit der starken Männlichkeit im Schützenverein auseinandersetzen.
Ihre Zweifel und ihr Bedürfnis, alles richtig zu machen und vor allem Dienst nach Vorschrift, macht sie auch menschlich und sympathisch.

Sehr gut recherchiert und wiedergegeben hat der Autor die Aktivitäten rund um ein Schützenfest und die Belange, die so ein Verein mit sich bringen. Mit welchen Problemen, Sorgen und Nöten sich der Vorstand herumärgern muss fehlten genausowenig, wie die Schilderung des Ablaufs eines Schützenfestes mit all seinen Eigenheiten. Wer so etwas oder ähnliches schon erlebt hat, wird wie ich in diesem Buch einige Dinge wiedererkennen.

Tönne Oldenkott, ein Mann, ein Wort. Vor allem ein Mann, mit dem man rechnen muss und ich hoffe doch, noch recht oft.
Obwohl ein Krimi, hat dieses Werk doch großen Unterhaltungswert. 
Ich habe mich auf diesen 221 Seiten bestens unterhalten und amüsiert. Ich habe einen unermüdlichen, dem Kontrollwahn unterliegenden, aber sehr sympathischen Rentner kennengelernt, mit dem man rechnen muss. Aber auch mit Gül habe ich mich bestens unterhalten, von der ich hoffe, dass sie noch ein wenig aus sich herausgehen möge.
Auf jeden Fall ein Krimi, den ich sehr gern weiterempfehle.

Diesen Krimi gibt es am Sonntag auf diesem Blog 2x zu gewinnen. Alles weitere dazu heute um 12:00 Uhr.
Es würde mich freuen, wenn ihr gegen Mittag noch einmal vorbeischaut, denn außer einem Gewinnspiel gibt es auch noch ein Interview mit dem Autoren. 

Reiheninfo:
Tönne Oldenkott 01: Schützenbrüder
Tönne Oldenkott 02: Dreikönigssingen
Tönne Oldenkott 03: Krippenspiel


Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen vom Berlinverlag)
Stefan Holtkötter, geboren 1973 in Münster, lebt als freier Autor in Berlin. Bekannt wurde er durch seine erfolgreiche Krimireihe um den Münsteraner Ermittler Bernhard Hambrock. Seine Arbeit wurde von der Kulturstiftung des Landes NRW gefördert. »Schlaf süß im tiefen Grabe« ist der Auftakt einer neuen Reihe um die junge Sozialarbeiterin Sanna Marquart.






Von Stefan Holtkötter wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Autor 
bedanken, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Montag, 15. Dezember 2014

[Rezension] Abby Clements - Ein Traum am Kaminfeuer



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481910
ISBN-13: 978-3442481910
Originaltitel: Amelia Grey's Fireside Dream
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,7 x 18,5 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Amelia hat einen Traum: mit ihrem Mann Jack im eigenen gemütlichen Cottage auf dem Land vor dem Kaminfeuer sitzen. Die Realität sieht leider anders aus: Das Paar bewohnt eine winzige Wohnung in London. Doch plötzlich erhalten sie die Chance, ein heruntergekommenes Cottage am Rande eines bezaubernden Dorfes in Kent zu kaufen, und greifen spontan zu. Ihr neues Heim erfordert allerdings weitaus mehr Arbeit als gedacht. Es droht gar, ihre Ehe zu sprengen, denn bei den Renovierungsarbeiten lernt Amelia durch die Geschichte des Hauses ganz neue Dinge über die Liebe. Und während Weihnachten unaufhaltsam näher rückt, muss sie sich schließlich fragen, ob ihr Kaminfeuertraum jemals wahr werden wird.

Zum Buch:
Amelia und ihr Mann Jack leben in einer kleinen 2-Zimmerwohnung, sie ist klein, aber sie sind glücklich. Amelia steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag und besinnt sich ihrer Vorhaben, die sie erledigen wollte, bevor sie 30 wird. Ein Punkt auf der Liste war, auf dem Land zu wohnen.
Sie wagen es, sie kaufen sich ein Häuschen, das aber ziemlich heruntergekommen ist. Mit dem wenigen Geld, welches ihnen noch zur Verfügung steht, müssen sie sehr haushalten, was heißt, dass viele Arbeiten, die in dem Haus zu erledigen sind, von ihnen selbst ausgeführt werden müssen.
Sie packen es an. Amelia kündigt ihren Job und hat unfreiwillig Zeit für das Haus. Jack, der noch immer in London arbeitet, muss pendeln.
Jack hat mit dem Kauf des Hauses aber noch anderes im Sinn, was mit Amelias Lebensplanung so gar nichts zu tun hat ...

Oft passiert es, dass Paare sich trennen oder streiten, während sie ein Haus bauen. Amelia und Jack, bislang in London ansässig, kaufen sich ein Haus, bei dem an allen Ecken etwas renoviert oder neu gemacht werden muss.
Sie müssen mit dem Geld sehr haushalten, denn nachdem Amelia gekündigt hatte, wurde ihnen auch der Darlehensantrag zum Kauf eines Hauses nicht bewilligt. Nun heißt es mit dem auszukommen, was da ist und das ist nicht immer leicht.
Während Jack weiter seiner Arbeit nachgeht und leider nicht dazu kommt, Amelia während des Umbaus zur Seite zu stehen, wie er es versprochen hat, kümmert sich Amelia derweil um die Bewohnbarmachung von Haus und Garten.
Glücklicherweise stehen ihr zwei junge Männer zur Seite, Spencer und Callum, die beiden Enkel der Vorbesitzerin. 
Während sich Jack immer weiter von ihr entfernt, nachdem er feststellen musste, dass sie beide nicht den gleichen Lebenstraum hat, fühlt sich Amelia immer mehr zu Callum hingezogen.

Ich hatte mich so auf das Weihnachtsbuch der Autorin gefreut, nachdem ich von dem Buch "Ein Kuss unter dem Mistelzweig" so begeistert war.
Leider ist außer dem wunderschönen Cover nichts weiter vorhanden, was nur in etwa einem Weihnachtsroman ähnelt.
Das Buch beginnt im Mai eines Jahres und endet zu Weihnachten.
Nach dem Kauf des Hauses hoffen die beiden, dass sie Weihnachten mit ihren Umbauarbeiten fertig sind. Das ist das Ziel und leider auch alles, was an Weihnachten in diesem Buch erinnert.

In dem Buch ist der Dreh- und Angelpunkt der Kauf des Hauses und dessen Bewohnbarmachung. Bei jedem einzelnen Zimmer darf der Leser erfahren, was neu gemacht werden soll, wo es im argen liegt. Es folgt eine Beschreibung, wie es aussieht, wenn es fertig ist und welche Möbelstücke dort ihre Endstelle erhielten.

Mit ihrem leichten und lockeren Schreibstil macht die Autorin es dem Leser leicht, der Geschichte zu folgen.
Die Protagonisten sind sympathisch, auch wenn Amelia einige Male nicht weiter denkt als sie sollte. Sie gibt Geld aus, ohne nachzufragen, obwohl sie und Jack größere Anschaffungen gemeinsam überdenken wollten.
Amelias Freunde und auch ihre Mutter sind eine Bereicherung, die man einfach mögen muss.
Sehr naiv ist sie auch ihrem Vater gegenüber, bei dem sie schon seit Jahren die Vogel-Strauß-Politik bewerkstelligt.

Es ist ein Buch über den Kauf und die Renovierung eines Cottages auf dem Land. Gefühlsmäßig ging es mir nicht tief genug, Probleme wurden angeschnitten, aber nicht weiter verfolgt.
Auch wenn es nicht das versprochene Weihnachtsbuch ist, entschädigen der angenehme Schreibstil und bereiten dem Leser ein paar schöne Lesestunden.


Bewertung:  





Zur Autorin:
(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Abby Clements arbeitete in einem Verlag, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrem Verlobten im Norden von London und liebt gemütliche Sonntage, Achtzigerjahre-Filme und Dackel.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt