Samstag, 13. Februar 2016

[Rezension] Margaret Peterson Haddix - Schattenkinder (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 176
ISBN: 978-3423706353
Erscheinungstermin: 1. August 2002
Format:
Taschenbuch
Verlag: dtv


Klappentext: gem. dtv
Luke ist ein Schattenkind, der dritte Sohn seiner Eltern in einer Gesellschaft, die nur zwei Kinder pro Familie erlaubt. Die Strafen, die auf einen Verstoß gegen das Bevölkerungsgesetz stehen, sind drakonisch: Würde Luke entdeckt, müsste er mit dem Tod rechnen. So ist er gezwungen, sich zu verstecken. Als der Wald um das Haus seiner Familie einer Wohnsiedlung weichen muss, darf er nicht mal mehr nach draußen ans Licht. Er verbringt seine Tage allein in einer dunklen Dachkammer – bis er im Fens-ter des gegenüberliegenden Hauses das Gesicht eines Mädchens entdeckt; und das, obwohl es in dieser Familie schon zwei Jungen gibt.

Die Begegnung mit Jen, die wie er ein Schattenkind ist, eröffnet Luke eine ganz neue Welt. Via Internet hat Jen mit anderen dritten Kindern Kontakt und plant eine Protestkundgebung, mit der sie durchsetzen will, dass die Dritten endlich ein Existenzrecht bekommen. Luke ist beeindruckt von der Tatkraft und der Lebenslust, die Jen aufbringt. Zum ersten Mal im Leben erfährt er, was Freundschaft ist, und beginnt Hoffnung in die Zukunft zu setzen. Aber kann man mit 12 Jahren einem totalitären Regime die Stirn bieten? Hat so eine Revolte auch nur die geringsten Aussichten auf Erfolg? Jen setzt Luke unter Druck, bei der riskanten Aktion mitzumachen.

Doch er ist ganz anders aufgewachsen als Jen, ihr Selbstvertrauen fehlt ihm, er kann nicht über seinen Schatten. Als Jen allerdings von der Demonstration nicht zurückkehrt, fasst Luke einen folgenschweren Entschluss ...



Rezension:
Die Zukunft der USA sieht düster aus. Auf Grund von Überbevölkerung wird das Leben der Menschen rationiert, sei es an Lebensmitteln oder an der Möglichkeit der eigenen Familienplanung. So ist es nur gestattet, pro Familie zwei Kinder zu haben. Nach der Geburt eines zweiten Kindes hat sich die Frau einem medizinischen Eingriff zu unterziehen bzw. sollte es doch zu einer dritten Schwangerschaft kommen, diesen Fötus entfernen zu lassen. Soweit das Gesetz.

Doch es gibt sie, die dritten Kinder, welche von ihren Familien verborgen gehalten werden, denn wenn sie entdeckt würden, droht ihnen der Tod und ihren Familien harte Sanktionen. Luke ist ein solches drittes Kind, ein Schattenkind. Sein ganzes bisheriges Leben, immerhin schon 12 Jahre, kannte er nur vier Menschen: seine Eltern und seine zwei älteren Brüder. Zu den Zeiten, als die Familie noch von der Landwirtschaft leben konnte, konnte er sich zumindest auf dem Hof der Familie frei bewegen, doch die Zeiten sind schlecht und die Landwirtschaft brachte nicht mehr genug ein, sodass das umliegende Land verkauft wurde und dort neue Häuser mit Familien entstanden. Zu diesem Zeitpunkt endete das letzte bisschen "Freiheit", das Luke hatte.

Ab diesem Zeitpunkt muss er im Haus bleiben, meist auf dem Dachboden, welcher sein Reich ist. Da die Zeiten hart sind, geht auch seine Mutter einer Arbeit nach, was bedeutet, dass Luke tagsüber immer allein ist und auch nach und nach, es könnten ihn ja die Nachbarn entdecken, nicht mehr am Familienleben teilnehmen kann, denn die Gefahr einer zufälligen Entdeckung ist einfach zu groß. Seine Zeit verbringt der aufgeweckte 12-Jährige damit, seine Nachbarschaft zu beobachten und dann entdeckt er eines Tages Unglaubliches: in einem Haus in der Nachbarschaft gibt es ein Mädchen in seinem Alter, doch er weiß genau, dass zur Familie zwei Söhne gehören! Auch dieses Mädchen scheint ein Schattenkind zu sein. Es dauert nicht lange und Luke wagt sich in die Außenwelt, um dieses Mädchen aufzusuchen und diese Begegnung wird sein Leben nachhaltig verändern ...


1. Band der Schattenkinder-Reihe! Der Plot des Buches wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders fasziniert war ich von den gesellschaftlichen Normen, die in diesem fiktiven Amerika in nur wenigen Jahren in der Zukunft herrschen, von staatlicher Seite rigoros durchgezogen werden und hier auch keine Rücksicht auf höhergestellte Persönlichkeiten nehmen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich sagen muss, dass mir die Figur des Luke doch etwas naiv vorkam, denn eigentlich sollte gerade er, als nicht-existierendes Kind, über seine Situation in der Gesellschaft Bescheid wissen. Wohingegen Jen, das Mädchen, das Luke entdeckte, genau weiß, wie die staatlichen Stellen operieren und sie ist nicht bereit, ihr Leben als nicht-existierendes Kind so hinzunehmen und sagt dem System den Kampf an. Den Schreibstil empfand ich als spannend und sehr bildhaft erarbeitet, sodass ich mir die Szenen jederzeit vor Augen führen konnte. Abschließend kann ich sagen, dass mich dieses Buch durchaus beunruhigt zurückgelassen hat und ich hoffe, der anderen Bände habhaft zu werden, denn ich möchte sehr gerne wissen, wie es mit Luke weitergeht.


Bewertung

Die Autorin:

Margaret Peterson Haddix, geboren 1964, wuchs auf einer Farm in der Nähe von Washington Courthouse, Ohio auf, wo ihre Familie schon seit dem frühen 19. Jahrhundert lebt.
Nach ihrem Studium an der Miami University of Ohio arbeitete sie in verschiedenen Bereichen: als Journalistin bei einer Tageszeitung in Indianapolis, Dozentin an einem College und als freie Journalistin in Danville, Illinois.
Heute schreibt sie sehr erfolgreich Kinder- und Jugendbücher und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Columbus, Ohio. Für ihr literarisches Werk wurde sie in den USA mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. (übernommen von dtv)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir geliehen.


1 Kommentar:

Steffi Litis' fabelhafte Welt der Bücher hat gesagt…

Hallo Kerry,

von dem Buch habe ich noch gar nichts gehört. Aber es klingt interessant und ist mal etwas anderes. Danke für die Rezi und Vorstellung!

LG Steffi