Dienstag, 14. Juni 2016

[Hörbuch-Rezension] Rita Falk - Franz Eberhofer 01: Winterkartoffelknödel



Leseprobe




Eckdaten:
MP3 CD
Verlag: Der Audio Verlag (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862313603
ISBN-13: 978-3862313600
Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 0,7 x 14,7 cm

Inhalt gem. dtv:
Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifengänge führen ihn immer zum Wolfi auf ein Bier oder an den Küchentisch seiner stocktauben Großmutter. Sehr erholsam, bei all dem Zoff mit einem hanfanbauenden Vater (Alt-68er), der ihn mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt. Aber manchmal muss der Eberhofer Franz auch in ziemlich grausigen Todesfällen ermitteln. So wie bei seinem ersten Fall: Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers, die an den komischsten Dingen sterben. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem bevorsteht ...

Zum Hörbuch:
Dass die Uhren auf dem Dorf anders ticken als in der Stadt, muss Franz Eberhofer sehr bald feststellen. Ehemals bei der Münchner Polizei angestellt, wurde er nun in sein Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt.
Da ist er nun wieder bei seinem in einer Endlosschleife die Beatles hörenden und Gras rauchenden Vater, einer tauben Oma und einem bekloppten Hund angekommen. Noch tiefer geht es nicht.
Er rechnet nun auch mit absoluter Ruhe, zumindest was die Straftaten betrifft, denn was soll schon in so einem Kaff passieren.
Aber weit gefehlt, die Leute sterben auf die seltsamsten Arten. Zu allem Übel betreffen sie auch noch ein und die selbe Familie. Wenn da mal was nicht oberfaul ist...

Als es vermehrt Tote innerhalb einer Familie gibt, beginnt Franz Eberhofer zu ermitteln. Seine unkonventionalen Ideen und Ermittlungen finden nicht jedermans Zuspruch, schon gar nicht die seiner Vorgesetzten. Franz als schon immer ein wenig impulsiv einschätzend, gehen diese davon aus, dass er auch in diesem Fall über das Ziel hinaus schießt, so dass von Unterstützung ihrerseits keine Rede sein kann.
So muss sich Franz allein durchwurschteln und verbeißt sich in den Fall bzw. die Fälle, die er unbedingt lösen will.

Dann kommt ihm auch noch die Liebe in die Quere und macht nicht gerade alles einfacher.

Schon vom Titel her ahnt man, dass man es mit diesem Buch mitnichten mit einem ernst zu nehmenden Krimi oder Thriller zu tun. Ein Regional-Krimi, nun gut. Bayern, naja, versuche ich halt mal Bayern.
Ich habe mir dieses Buch als Hörbuch angehört und ich muss sagen, das war genau das richtige für mich.
An Stellen, wo ich mich beim Lesen mit dem bayrischen Dialekt schwer tue, da passt es beim Hören einfach nur so. 
Der Schauspieler Christian Tramitz haucht den Protagonisten Leben ein, ohne auf meine empfindlichen Berliner Ohren bayrisch aufdringlich zu wirken.
Es machte einfach nur Spaß, ihm zuzuhören.

Mit viel Witz und Humor, mit der die Autorin die Protagonisten ins Rennen geschickt hat, nimmt der Leser teil an der Suche nach einem Mörder, denn gemäß Franz Eberhofer sind die Toten von jemanden ins Jenseits befördert worden.
Rita Falk hat den Protagonisten Eigenarten und Macken verpasst, die mich nicht nur einmal zum Grinsen brachten. 

Aber steter Tropfen höhlt den Stein und so wird auch Franz erfolgreich die Morde aufklären.
Ein wunderbarer Bayernkrimi mit stellenweiser Mundart, hervorragend wiedergegeben von Christian Tramitz.
Ein absolutes Hörerlebnis.


Reiheninfo:
Franz Eberhofer 01: Winterkartoffelknödel
Franz Eberhofer 02: Dampfnudelblues
Franz Eberhofer 03: Schweinskopf al dente
Franz Eberhofer 04: Grießnockerlaffäre
Franz Eberhofer 05: Sauerkrautkoma
Franz Eberhofer 06: Zwetschgendatschikomplott
Franz Eberhofer 07: Leberkäsjunkie
Franz Eberhofer 08: Weißwurstconnection (Febr. 2017)

Bewertung:

Zur Autorin:
(Text übernommen von dtv)
Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.
Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.
Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend - sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von »dahoam«.
Mit ›Hannes‹ und dem ›Funkenflieger‹ zeigt sie sich von einer neuen, überraschenden Seite, indem sie wahrhaftige, universelle Geschichten erzählt, die niemanden ungerührt lassen.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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