Freitag, 5. August 2011

[Rezension] Carolyn Jess-Cooke - Tagebuch eines Engels


Klappentext:
Als Margot Delacroix mit 42 Jahren eines gewaltsamen Todes stirbt, schickt man sie zurück auf die Erde: Als ihr eigener Schutzengel soll sie ihr Leben erneut durchlaufen. Margot setzt alles daran, die ihr vorgezeichneten Schicksalsschläge ungeschehen zu machen: Um ihrem Sohn das dramatische Los zu ersparen und die Trennung von dem Mann, den sie liebt, zu verhindern, schließt sie einen Pakt mit einem Dämon. Doch ihr Entschluss beeinflusst den Fortgang der Dinge auf gänzlich andere Weise, als sie ahnen kann…


Rezension:
Margot starb im Alter von 42 Jahren - wie, das weiß sie nicht. Plötzlich steht sie neben ihrem Körper und gleich darauf ist sie an einem See. Ein Engel erscheint ihr und berichtet ihr, dass sie noch nicht weiter gehen könne, sie müsse noch etwas erledigen. Als ihr eigener Schutzengel wird sie zurück geschickt.

Margot weiß vielleicht nicht, wie sie gestorben ist, doch wie sie gelebt hat, dass weiß sie noch. Als ihr eigener Schutzengel hat sie doch bestimmt einen gewissen Einfluss auf die Entscheidungen, die sie in ihrem Leben getroffen hat und ein paar davon könnte sie vielleicht ungeschehen machen.

Doch gleich zu Beginn wird sie auf eine harte Probe gestellt - ihre Geburt. Denn bis dahin dachte sie, ihre Eltern wären durch eine Autobombe ums Leben gekommen, aber die junge Frau, die in den Wehen liegt, kennt sie gar nicht. Es ist eine schwere Geburt mit Komplikationen, ihre Mutter, ein Junkie, ist nicht in ein Krankenhaus gegangen, um zu entbinden, sie ist nach wie vor in ihrer Wohnung. Ihre Mutter stirbt bei der Geburt und auch sie überlebt nur mit ihrer eigenen Hilfe als Schutzengel.

Als endlich Hilfe kommt, wird Margot in ein Krankenhaus gebracht. Bei ihr wird ein Herzfehler festgestellt mit der Prognose, dass sie wahrscheinlich keine 3 Jahre alt wird. Doch nach kurzer Zeit kommt sie in eine sehr nette und liebevolle Pflegefamilie. Diese entschließt sich, trotz Diagnose, die kleine Margot zu adoptieren. Doch bevor es soweit ist, schlägt das Schicksal zu - ihre Pflegeeltern sterben durch eine Autobombe. Die Pflegefamilie, in die sie anschließend kommt ist das genaue Gegenteil - sie versorgen das Kind, wenn überhaupt, mehr schlecht als recht. Die kleine Margot muss sich ihr Zimmer mit illegalen Einwanderern teilen, denn ihre neuen Pflegeeltern sind Menschenschmuggler und haben es nur auf das Pflegegeld abgesehen. Von diesen Einwanderern wird die Kleine auf´s Übelste gequält.

Mit Hilfe ihrer selbst kann sie diesem Matyrium entkommen, doch nicht lange danach landet sie in einem Waisenhaus - und das ist die Hölle auf Erden. Hier werden die Kinder geschlagen und man lässt sie hungern, sobald sie sich nur einmal nicht an die Regeln halten. Qualvolle Jahre lebt sie dort, bis ihr die Flucht gelingt. Sie findet Hilfe bei einem ältern Ehepaar, dass die Behörden informiert und sie aufnimmt. Von da an hat sie endlich eine Familie. Doch das Schicksal meint es nach wie vor nicht gut mit ihr, denn überall lauern Dämonen, die ihr das bißchen Glück nicht gönnen ...


Ansich eine schöne Idee für eine Geschichte, jedoch fand ich die Umsetzung nicht wirklich gelungen. Ich hatte immer das Gefühl, auf der Stelle zu treten, denn obwohl sie als ihr eigener Schutzengel zurückkam, schaffte sie es kaum, ihr Leben zu verändern. Noch dazu kam am Anfang des Buches ein Satz, der mir sauer aufgestoßen ist und zwar "Später dazu mehr". Das will ich als Leser nicht wissen, ich möchte nicht vorab wissen, was noch geschehen wird, ich möchte mir selbst Gedanken machen, wie es weiter gehen könnte. Sprachlich war das Buch einfach angelegt, es ließ sich gut lesen, war jetzt aber in meinen Augen kein Highlight.

Bewertung: Note 3


Die Autorin:
Carolyn Jess-Cooke wurde 1978 in Belfast geboren, studierte Literatur und Filmwissen-schaften und ist Autorin von Gedichten und mehreren Sachbüchern zu den Themen Film und Shakespeare. Für ihre Lyrik wurde sie mit zahlreichen Literaturpreisen bedacht. Nach Tätigkeiten als Klavierlehrerin, Fotografin und Dozentin für Filmgeschichte unterrichtet sie derzeit Creative Writing an der Northumbria University, einer der großen jüngeren Universitäten in Nordengland. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. »Tagebuch eines Engels« ist ihr erster Roman.

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Also mal ehrlich, an dem süßen Cover konnte ich im Laden einfach nicht vorbei gehen und das der Klappentext vielversprechend begann, habe ich spontan zugegriffen.


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